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[ Das
Single-Dasein als abweichendes Verhalten ]
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Hans Magnus
Enzensberger:
Zickzack
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Hans Magnus Enzensberger in
seiner eigenen Schreibe
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- ENZENSBERGER, Hans
Magnus (2001): Ihr ödet uns an!
Kein Diskussionsbeitrag,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.01.
- Inhalt:
ENZENSBERGER empört sich über die Scheindebatte,
die sich um das Jahr 1968 rankt und mahnt die Rückkehr zu den
drängenden Tagesthemen an:
"Wer die lächerlichen
K-Gruppen der siebziger Jahre angreift oder verteidigt, bracht sich
nicht mit den Folgen der Globalisierung zu befassen; er kann
ungestraft behaupten, er könne für die Sicherheit der Altersversorgung
einstehen. Der Mescalero von anno dazumal erspart die
Auseinandersetzung mit den
demographischen Tatsachen; und die
Frage, wer irgendwann
einen Pflasterstein in der Hand hatte, dient als Paravent für ein
obszönes Taktieren in der Biopolitik."
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Hans Magnus Enzensberger im
Gespräch
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Hans Magnus Enzensberger in
der Debatte
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-
BOLZ, Norbert (2004): Nur
keine Langeweile!
Er ist der Meister der überzeugenden Überraschung,
beseelt von der heiligen Frechheit des ewig Jungen. Zum 75.
Geburtstag von Hans Magnus Enzensberger. Eine kritische
Huldigung,
in: Literaturen, Nr.11, November
- Kommentar:
Der Medienstar
Norbert BOLZ beansprucht das
"System des Erfolgs" von Hans Magnus Enzensberger zu beschreiben,
was ihm immer wieder einmal zur Selbstdarstellung gerät:
"Er gab und gibt den
intellektuellen Ton gerade dadurch an, dass er immer in
pointierter Differenz zum feuilletonistischen Zeitgeist steht. Der
Narzissmus der kleinsten Differenz wird bei ihm zur
Produktivkraft", erläutert BOLZ.
Das Prüfkriterium laute:
Nie langweilen!
Dies trifft sich mit TERKESSIDIS' aktueller Analyse, dass
"spannend" das Wort der Stunde sein.
Den spezifischen
Opportunismus von ENZENSBERGER beschreibt BOLZ als
positivistisches Prinzip im Sinne von Sir Karl POPPER, das sich im
pragmatischen Muddling through übt.
BOLZ beschreibt seinen Weg
vom jungen zornigen Wilden zum Rühmen (passend zum aktuellen
MERKUR-Doppelheft über das Ressentiment), vom Adorniten zum
LUHMANN-Jünger.
Und natürlich
wäre BOLZ nicht BOLZ, wenn ein Seitenhieb auf Jürgen HABERMAS
fehlen würde:
"Hans Magnus Enzensberger
(...) tritt nicht wie Jürgen Habermas als Praeceptor Germaniae
auf, sondern als Fliegender Robert, als Luftgeist. Ganz undenkbar,
dass er uns einmal mahnen, warnen und sich betroffen zeigen würde.
Diese Peinlichkeiten der deutschen Bußkultur erspart er uns."
BOLZ beschreibt Hans
Magnus ENZENSBERGER als sein Gegenteil, d.h. er sei kein
allgegenwärtiger »Master of the scientific Sound Bite«, sondern
ein medienscheuer Medienprofi.
Seine Theorie
über
Die Konformisten des Andersseins
erprobt BOLZ ebenfalls an ENZENSBERGER.
Wenn das kritische
Bewusstsein allgegenwärtig ist (Michael RUTSCHKY), dann avanciert
das Lob der Kleinbürgerlichkeit zum entscheidenden
Distinktionsmerkmal:
"Das Lob der Revolution
(Fidel Castro!) war das Skandalon für die formierte Gesellschaft;
das Lob des Mittelmaßes ist das Skandalon für das konfektionierte
kritische Bewusstsein" lässt uns BOLZ wissen.
BOLZ ordnet ENZENSBERGER
der
"Skeptischen Generation" (SCHELSKY) zu,
dem würde Heinz BUDE
widersprechen.
Zum Abschluss
formuliert BOLZ noch, was wir von ENZENSBERGER lernen könnten:
"wie man sich beim
Blindflug in die Zukunft ohne die Irrlichter der Werte und
Ideologien an einer
Moral
der Aufmerksamkeit orientiert. Und wie man
im Sturm der Empörungen, Betroffenheiten und Mahnungen höflich,
gelassen, ja freundlich bleibt."
- Neu:
POROMBKA, Wiebke (2009): Für immer jung.
Intellektueller: Einer, der allenthalben Reize und Reizungen
versprüht und Zusammenhänge stiftet: Hans Magnus Enzensberger
verkörpert produktive Prinzipien. An seinem 80. Geburtstag sei
festgehalten: Das könnte man auch für die Gegenwart gut brauchen,
in: TAZ v. 11.11.
-
WIDMANN, Arno (2009): Irrlichternd heiter voran,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.11.
-
DOTZAUER, Gregor (2009): "Ich bin kein Baum".
Der Publizist Hans Magnus Enzensberger galt dem ganzen Land
zeitweilig als Orakel. Zum 80. Geburtstag hat er vor allem einen
Wunsch: immer beweglich bleiben,
in: Tagesspiegel v. 11.11.
-
ZINGG,
Martin (2009): Die Wasserzeichen der Poesie.
Hans Magnus Enzensberger wird achtzig – und mit ihm gleich
mehrere Doppelgänger anderen Der Schriftsteller und Essayist Hans
Magnus Enzensberger feiert heute seinen 80. Geburtstag. Umfangreich
und gewichtig ist sein unter eigenem Namen veröffentlichtes Œuvre.
Vielfältig sind jedoch auch die Pseudonyme, unter denen er ebenfalls
literarisch tätig ist,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.11.
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Das Kursbuch in der Debatte
"In
der Tat, Dannenbergs Achtundsechziger, der Anwalt und die
Stadtplanerin, leben im Bann jener Kollektivität - ohne ihr
gewachsen zu sein und ohne ihr zu entkommen. Als Aussteiger
gehen sie aufs Land, um sich den Loyalitätszwängen der
Genossen zu entziehen. Diese Achtundsechziger sind
gebrochene Figuren, unfähig, sich von der Phrase der
Revolution zu befreien. Aber entschlossen, ihre Kinder wie
im »Kursbuch 17« zu erziehen, nach Maßgabe der »Kommune 2«;
und überzeugt, das Rechte zu tun, wenn sie ihnen das
Revolutionsprogramm aufladen."
(Horst Domdey im DeutschlandRadio Berlin
vom 20.08.2004)
"Die
Zerstörung der Kleinfamilie und das Kappen der Beziehung zu
den Eltern sind eine Zwischenstation auf dem Weg zum neuen
Menschen, der in Kommunen leben, arbeiten und politisch
aktiv sein soll. Im genannten »Kursbuch« heißt es: »Die
durchschnittliche Kleinfamilie produziert
anlehnungsbedürftige, labile, an infantile Bedürfnisse und
irrationale Autoritäten fixierte Individuen. Nur der
radikale Bruch mit der überkommenen Dreiecksstruktur der
Familie kann zu kollektiven Lebensformen führen, deren Ziel
die Schaffung eines neuen Menschen in einer revolutionierten
Gesellschaft ist.«"
(Klaus Schroeder in der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22. 08.2004)
"Kitty
ist (...) ein 68er-Opfer. Sie ist ein sogenanntes
Kursbuch 17-Kind, an dem also alle revolutionären
Erziehungsmethoden und Menschheitsneuschaffungsphantasien
der Bewegung sich erbarmungslos ausgetobt haben. Kitty ist
das alter Ego der Autorin, und wir glauben gern, dass eine
solche antiautoritäre Kindheit in Lüchow-Dannenberg ein
abgründiges Menschenexperiment gewesen sein muss. Bei Sophie
Dannenberg bleiben davon aber nur alberne Popanze übrig,
Karikaturen von solcher Schlichtheit, dass man sie auch als
Feind nicht mehr ernst nehmen kann."
(Ijoma Mangold in der Süddeutschen Zeitung
vom 03.09.2004)
"Meinen
Sie, dass 68 also auch eine faschistische Bewegung war?
Dannenberg: Jedenfalls ist die inhaltliche
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus oberflächlich
geblieben. Der Versuch, den Nazismus ideologiekritisch zu
begreifen, ist zu kurz gekommen. Im Grunde genommen war es
eine Abrechnung mit der Elterngeneration, aber kein Versuch,
Geschichte zu verstehen. Das ist schade, denn es gab eine
große Bereitschaft unter den Studenten damals, zu fragen, zu
lesen, zu diskutieren. Und deshalb finde ich es so tragisch,
dass 68 vor allem Fehlentwicklungen produziert hat, zum
Beispiel die ideologische Zerstörung der Familie, die im
»Kursbuch 17« propagiert wurde. Da ging es darum, die
Bindung zwischen Eltern und Kindern zu kappen und die
Familie als Keimzelle des autoritären Charakters zu
entlarven. Das Ergebnis haben wir heute, wir haben die
Patchwork-Familien, wir haben Kinder mit wechselnden
Elternschaften, wir haben Schlüsselkinder, wir haben Eltern,
die sich nicht mehr als Leitfiguren präsentieren, sondern
nur noch als Kumpels - Eltern also, die selbst infantil
geworden sind."
(Sophie Dannenberg im Interview der Presse
vom 16.10.2004)
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Beiträge des Sammelbands
- SCHRADER-KLEBERT, Karin - Die
kulturelle Revolution der Frau
- HAZEL, E. Hazel - Unwissenschaftliche
Betrachtungen eines weiblichen Monsters
- MORSTEIN, Petra von - Der Begriff
"Frau"
- RUNGE, Erika - Dossier:
Emanzipationen. Auszüge aus vier Lebensläufen. Protokolle
- JOCHIMSEN, Luc - Frauen in der
Bundesrepublik: die Mehrheit die sich wie eine Minderheit verhält
- MASI, Edoarda - Die Familie im alten
und im neuen China
- BERNDT, Heide - Kommune und Familie
- BOOKHAGEN, Christel/HEMMER, Eike/RASPE,
Jan/SCHULTZ, Eberhard - Kommune 2. Kindererziehung in der Kommune
- DERMITZEL, Regine - Thesen zur
antiautoritären Erziehung
- KURSBOGEN - Kommune 2, Liebesspiele
im Kinderzimmer
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Das Kursbuch 17 in der Debatte
-
DOMDEY, Horst (2004): Sophie Dannenberg: Das bleiche Herz
der Revolution,
in: Das Politische Buch. Sendung des DeutschlandRadio
Berlin v. 20.08.
- SCHROEDER, Klaus (2004): Ganz und gar
gnadenlos.
Die Achtundsechziger waren nicht modern, sondern
verantwortungslos. Daran gemahnt eindrücklich ein Roman von Sophie
Dannenberg,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.08.
-
MANGOLD, Ijoma
(2004): Nie wieder Wendland!
Mit Hass-Schrittmacher: Sophie Dannenbergs Romanpamphlet "Das
bleiche Herz der Revolution",
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.09.
-
KLAUHS, Harald (2004): Damit hören wir jetzt auf.
"Es geht nicht darum,
abzurechnen mit den 68ern, es geht darum, die Epoche neu zu
verstehen": die deutsche Autorin Sophie Dannenberg im Gespräch über
ihre 68er-Eltern, deren Sexualmoral und die Folgen,
in: Die Presse v. 16.10.
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Weiterführende
Links
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