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Autoren der
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Wilhelm
Genazino: Die kleinen Fluchten aus der Angestelltenwelt
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Wilhelm
Genazino in seiner eigenen Schreibe
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- GENAZINO, Wilhelm
(2000): Heimat, vorgespiegelt.
Der Ort der Handlung in der
Literatur,
in: Frankfurter
Rundschau v. 04.03.
- GENAZINO, Wilhelm
(2001): superfrösche der gegenwart.
Ankommen im propagierten
Augenblick: Laudatio auf Kathrin Röggla zur
Verleihung des Italo-Seveso-Preises,
in: Frankfurter
Rundschau v. 31.03.
- GENAZINO, Wilhelm
(2001): Funkelnde Scherben.
Der Autor und sein Preis,
in: Neue
Zürcher Zeitung v. 25.08.
- GENAZINO, Wilhelm
(2001): Fliehendes Denken.
Formen der Sehnsucht,
in: Frankfurter
Rundschau v. 13.10.
-
GENAZINO, Wilhelm (2004): Die Drohung im Handgemenge.
Hans Falladas mangelnder Sicherheitsabstand gegenüber der
Wirklichkeit,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 05.06.
- Inhalt:
Wilhelm GENAZINO unterscheidet in seiner
gymnasialen 68er-Klassengesellschaft zwei Leserklassen. Die Hermann
Hesse-Leser und die Hans Fallada-Leser unterschieden sich in der Art
des Scheiterns:
"Fallada
wurde von Jugendlichen gelesen, die in der Nachkriegszeit etwas zu
schnell zu Erwachsenen gemacht worden waren; bei nicht wenigen kam
ein eigenes frühes Scheitern dazu, das von fern ein wenig dem
Scheitern Falladas ähnelte.
Die Hesse-Leser dagegen machten ordentlich ihr Abitur und fingen an
zu studieren, sie gingen rechtzeitig zur Tanzstunde und fanden
pünktlich ihre Jugendliebe. Wer mit Fallada angefangen hatte, stiess
bald auf Tucholsky und Heinrich Mann, las dann weiter bei Döblin und
Feuchtwanger und Brecht. Die Hesse-Leser lasen lange Zeit nichts
anderes als Hesse, einigen von ihnen gelang nach Jahren der Absprung
zu Rilke und Hölderlin; danach fanden sie zur Popmusik und zu ersten
Drogenerfahrungen. Viele der Hesse-Leser scheiterten später und
gründlicher als die Fallada-Leser."
- GENAZINO, Wilhelm
(2004): Wie sich Kohl und Kafka im Komischen verbinden.
Über eine Empfindung, die sich aus den unterschiedlichsten
Quellen speist: Was ist die Ursache unseres Lachens?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.08.
-
GENAZINO, Wilhelm (2004): Mein Lieblingsbuch: "Kleist, Moos,
Fasane",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.08.
-
GENAZINO, Wilhelm (2004): Funkelnde Scherben.
Der Autor und sein Preis,
in: TAZ v. 23.10.
-
GENAZINO, Wilhelm (2004): Der Untrost und die Untröstlichkeit der
Literatur.
Laßt die Finger weg von unserer Langeweile! Dankesrede zur
Verleihung des Büchner-Preises.
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.10.
- Inhalt:
GENAZINO
verteidigt die Langeweile gegen die Agenten der
Erlebnisgesellschaft:
"Am bedeutendsten ist für uns
heute (ausgerechnet) ein Lustspiel, »Leonce und Lena«. Denn hier
tritt ein Leiden auf, das im Laufe der Zeit immer mehr an Einfluß
gewonnen hat, das Leiden an der Langeweile. Bei Büchner wird
Langeweile nicht vertrieben, sondern angenommen. Von dieser
Errungenschaft sind wir meilenweit entfernt. Langeweile bei
Büchner ist eingestandener Stillstand, der beim Subjekt bleibt.
Wir heutigen kennen Langeweile als verscheuchte Langeweile."
Angenommene Langeweile ist für
GENAZINO die Voraussetzung für die Entstehung von Literatur.
Dagegen setzt die Erlebnisindustrie mit ihren Angeboten (Konsum
und Promiskuität) auf die Verscheuchung der Langeweile.
-
GENAZINO, Wilhelm (2006): Lügen wir uns glücklich!
Die grosse Liebe, der vergangene Urlaub, das tolle Auto: Weite
Teile der Realität sind enttäuschend und unserer permanenten
Aufschönung bedürftig,
in: NZZ Folio, August
- GENAZINO, Wilhelm
(2007): Momentweise betäubt. Über das Betteln. In:
Johannes Ullmaier
(Hg.) Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit, Frankfurt
a/M: Suhrkamp, S. 124-135
-
GENAZINO, Wilhelm (2007): Flucht in die Ohnmacht.
Der Schriftsteller Wilhelm Genazino ist mit dem Kleist-Preis 2007
ausgezeichnet worden. Der Tagesspiegel dokumentiert seine Dankrede,
in: Tagesspiegel v. 26.11.
- Inhalt:
Der Schriftsteller Wilhelm GENAZINO
beschreibt Heinrich von KLEIST u.a. als Kindersoldaten:
"Fünf
Jahre nach Kleists Vater starb auch die Mutter. Kleist war jetzt
fünfzehn und trat als Gefreiter-Korporal in das Garderegiment
Potsdam ein. Er ist jetzt das, was wir heute einen Kindersoldaten
nennen. Es ist merkwürdig und schauderhaft, dass das Wort
Kindersoldat erst in unserer Gegenwart in unseren Wortschatz
eingewandert ist; das Wort kennzeichnet mit rätselhafter
Verspätung mehrere Jahrhunderte historischer Gewalt an männlichen
Kindern."
-
GENAZINO, Wilhelm (2008): Was ist schweizerisch?
Kein Wüterich, kein Rüpel,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 21.06.
- Neu:
GENAZINO, Wilhelm (2008): Bahnhofsversunkenheit,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 20.12.
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Wilhelm
Genazino: Porträts und Gespräche
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- VETTER, Stephanie
(2001): "Sie schreiben viel zu
schnell".
Der Schriftsteller Wilhelm
Genazino zur Situation von jungen Autoren,
in: Darmstädter
Echo v. 19.04.
- SCHOLZ,
Christian (2001): "Ich bringe ja auch das
Bild in Schwung".
Ein Gespräch mit dem
Schriftsteller Wilhelm Genazino über
Photographie,
in: Neuer
Zürcher Zeitung v. 07.05.
- HIRSCH,
Anja (2001): Warum lacht der Mensch?
Der
Schriftsteller Wilhelm Genazino über das
Verhältnis von Witz und Komik, Lachen und
Lächerlichkeit, Scham und Schadenfreude,
Humorindustrie und Trostindustrie, und was die
Bahn mit Wittgenstein verbindet,
in: Tagesspiegel
v. 16.05.
- BERKE, Bernd
(2001): "Schreiben ist für mich eine
Lust",
in: Westfälische Rundschau
v. 11.10.
- Inhalt:
Genazino u.a. über
das
"Ende
der Spaßgesellschaft" und
"Einen Regenschirm für diesen
Tag":
"In meinem neuen Buch geht es um
seelische Folgen eines der zentralen
Probleme der Gegenwart: Arbeitslosigkeit.
Meine Eltern sprachen noch von einer
"Lebens-Stellung". So etwas
gibt es heute kaum noch."
- SCHULTE,
Bettina (2001): "Ich bin, was ich
sehe",
in: Badische Zeitung
v. 08.11.
-
STUBER,
Manfred (2002): Massakrierte Gedanken.
Interview
mit Wilhelm Genazino über Sehnsucht,
Peinlichkeit und Wahnsinn,
in: Literaturkritik Nr.2,
Februar v. 05.02.
- Kommentar:
Vom
"Angestelltenhasser" und
Literaturpapst MRR wurde GENAZINO lange
Zeit geschmäht und erst durch den
Roman "Ein
Regenschirm für diesen Tag" entdeckt.
GENAZINO
beschäftigt sich mit dem "aus der
Rolle fallen" bzw. mit dem
Verhältnis der gesellschaftlich
geteilten Mythen und dem individuell
Überschüssigen. Sein Protagonist in dem
neusten Roman lebt z.B. mit der Angst vor
dem Wahnsinnigwerden:
"Warum?
Aufgrund seiner gescheiterten beruflichen
Sozialisation hat der Protagonist kein
Außenprofil, er hat nur ein Innenprofil.
Er ist fast ausschließlich mit sich
selbst beschäftigt. Dazu neigen
Menschen, die von der normalen
Kommunikation in Beruf und Alltag
abgeschnitten sind, sie werden stark
introspektiv bis an die Grenze zum
Autismus. Daher kommt die Angst: Wenn das
nicht aufhört mit dieser
'Verschwindsucht', dann werde ich
vielleicht noch verrückt. Es ist die
Reaktion eines aus dem sozialen
Gleichgewicht gebrachten Subjekts. Wie
schon Aristoteles gesagt hat, ist der
Mensch ein geselliges Wesen, er soll
hinausgehen unter seinesgleichen und soll
sich austauschen. Wenn ihm das versagt
wird, drohen solche merkwürdigen
Pathologien. Lange bevor sie manifest
sind, werden sie vom Subjekt mit sich
selber kommuniziert".
- BIESEL, Elke (2003): Der freie Fall aus
der Kuschelecke.
Genazino, zu Gast in Köln, beklagt im Gespräch: So viel Fremdheit
war nie,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 21.05.
- Kommentar:
GENAZINO ist seit den 70er Jahren ein Chronist der
Welt der kleinen Angestellten. Prototypisch steht hierfür
Abschaffel.
Der neue "Held" aus dem
Roman "Eine Frau, eine
Wohnung, ein Roman" hält sein Leben in der Schwebe, während
Abschaffel als allein lebender Dreißiger zum Pessimisten geworden
ist.
GENAZINO plädiert für ein
"Heraustreten aus dem verordneten Sehen".
Sein eigener Wahrnehmungsunternehmer
zu werden, das ist eine Beschäftigung, die auch in unserer
neoliberalen Gesellschaft noch nichts kostet.
In
"Ein
Regenschirm für diesen Tag" hat GENAZINO dieses Defizit
beschrieben:
"Gunhild geht durch ihr Leben und
macht kaum eigene Beobachtungen. Ich bin blind, sagt sie oft; sie
sagt es scherzhaft, meint es aber ernst. Man muß ihr sagen, was
sie sich anschauen könnte, dann ist sie zufrieden."
- MINKMAR, Nils (2004): Wilhelm Genazino
oder Die Liebe zur Peripherie.
Der neue Büchnerpreisträger bewegt sich gern an den Rändern und
wird von keinem erkannt. Eine Begegnung in Frankfurt am Main,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.06.
- Inhalt:
Nils MINKMAR beschreibt mit seiner
Generation Golf-Ästhetik den Abstand zum 68er:
"Genazino sitzt
neben einem Betonpfeiler auf der weiten, leeren Terrasse der »Bistrothek
Dante« am Frankfurter Römerberg und wirkt glücklich. Gegenüber
treffen sich fröhliche, reiche Kunstsinnige in gelben Barbourjacken
mit lautem Hallo zum Besuch der Schirn, es sieht aus wie ein
Werbespot fürs Bürgertum. Der Abstand zu jenen Welten, die Genazino
beschreibt, könnte nicht größer sein, und in der Tat sitzt man in
der Betonwüste dieser sogenannten Bistrothek, wo eine Kellnerin mit
einem eigenartigen, die Lippen comichaft konturierenden Kajalstrich
um den Mund die Kaffeekännchen bringt, wie Kilometer vom schicken
Café der Schirn entfernt. Dabei sein es bloß wenige Schritte.
Und darum ist Frankfurt Genazinos Terrain. Wer sich wie er als
»randständige Existenz« begreift, findet auch mitten in der City
Ecken, die so traumverloren und abseitig sind wie die Vororte von
Eschborn oder Mannheim, wo es immer drei Uhr nachmittags und immer
1965 ist."
-
STEINERT, Hajo (2004): Glücklich gescheitert.
Wilhelm Genazino, der große Flaneur der deutschen Literatur,
erhält den diesjährigen Büchner-Preis,
in: Focus Nr.42 v. 11.10.
-
KUNCKEL, Susanne (2004): "Ich bin ein humoristischer Leisetreter".
Besuch beim Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino,
in: Welt am Sonntag v. 17.10.
-
RÜHLE, Alex (2004): Belohnt fürs Schauen.
Wilhelm Genazino - Sammler, Jäger, Büchnerpreisträger. Die laute
Mitte scheut er, dem leisen Alltag aber ist er erlegen - warum sich
der Frankfurter Literat über die höchsten Ehren eher verhalten
freut,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.10.
- Inhalt:
RÜHLE hat GENAZINO in dessen Frankfurter
Westend-Wohnung besucht. Nebenbei bespricht RÜHLE noch die
wichtigsten Romane des Schriftstellers und wir erfahren, dass
GENAZINO bei der Büchnerpreisverleihung über die Langeweile reden
wird.
-
HILLGRUBER, Katrin (2004): Die Angst vor der Kompliziertheit.
Wilhelm Genazino über Außenseitertum, Erfolg und Wohlstand,
in: Stuttgarter Zeitung v. 22.10.
-
HILLGRUBER, Katrin (2004): "Die Menschen hassen Kompliziertes".
Der Schriftsteller Wilhelm Genazino über Humor, den Büchner-Preis
und das Ende des Wohlstands,
in: Tagesspiegel v. 22.10.
- Inhalt.
Wilhelm Genazino spricht u.a. über die
Abschaffel-Trilogie:
"Gerade ist die
»Abschaffel«-Trilogie neu erschienen, Ihr Debüt über das so
genannte falsche Bewusstsein der Angestellten im Geiste Siegfried
Kracauers. Darin ist vom „mannigfachen Betrug“ an den Lohnempfängern
die Rede. Wie aktuell ist das in den Zeiten von Hartz IV?
Es ist inzwischen eingetreten, was Abschaffel an die Wand gemalt
hat. Wovor er immer Angst hatte, ist jetzt ein Massenschicksal
geworden, auch die Depersonalisierung, also das eigenartige oder
auch gar nicht so eigenartige Herauskippen aus an sich festen
Biografien, die dann plötzlich erodieren, wenn die Menschen nicht
mehr wissen, wo sie morgens hingehen und was sie eigentlich tagsüber
machen sollen. Diese Zustände sind in »Abschaffel« schon angelegt.
Ich habe sowieso damit gerechnet, dass irgendwann das
Wohlstandszeitalter zu Ende gehen wird, was man sich noch in den
Achtziger- und Neunzigerjahren zu meinem Erstaunen nicht vorstellen
konnte. Die Menschen hassen eben die Entdeckung der Kompliziertheit"
-
BARTELS, Gerrit (2004): Das Glück des Sisyphos.
Vom beobachtenden Subjekt zum Objekt der Beobachtung: Eine
Begegnung mit dem Schriftsteller Wilhelm Genazino, dem heute Abend
in Darmstadt der Georg-Büchner-Preis 2004 verliehen wird
in: TAZ v. 23.10.
-
KÖHLER, Andrea (2004):
Die Scham, das Warten, die Komik, der Schmerz.
Ein Besuch bei dem diesjährigen Büchnerpreisträger Wilhelm
Genazino,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 22.10.
- RÜDENAUER, Ulrich (2004): "Ich will keinen
Rennwagen".
Wilhelm Genazino, der heute den Büchner-Preis erhält, über seine
Scheu vor den Medien,
in: Frankfurter Rundschau v. 23.10.
- HIRSCH, Anja (2007): Die Angst war
überflüssig.
Gespräch mit Wilhelm Genazino,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.01.
- Inhalt:
"In Ihrem letzten Roman,
Die
Liebesblödigkeit (2005), gibt der Held Seminare über die
Apokalypse. Jetzt ist sie eingetreten.
Mittelmäßiges Heimweh - ein Fortsetzungsroman?
Man kann das als Anwendung der Theorie lesen, es wäre mir aber zu
eindimensional. Dass irgend etwas verseucht ist, das ist ja in
unserer Gesellschaft längst eingedrungen. Mal ist es das Wasser,
mal das Fleisch, mal das Blut. Wir sind ja alle gewiefte
Apokalyptiker. Die plötzlich eindringende Seuche ist ein Modell,
das sowohl für die Literatur gilt als auch für die eingetretene
Wirklichkeit."
-
HABERL, Tobias (2007): Ein Gespräch über das Wesentliche.
Die Schriftsteller Wilhelm Genazino und Annette Mingels
unterhalten sich über Liebe, Sex und Älterwerden,
in: SZ-Magazin Nr.21 v. 25.05.
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Wilhelm
Genazino im Radio
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- GENAZINO,
Wilhelm (2000): Sprache und Identität,
in:
DeutschlandRadio. Sendung
"Signale - Gedanken zur Zeit"
v. 06.02.
- GENAZINO, Wilhelm (2000):
Sehnsucht,
in:
DeutschlandRadio. Sendung
"Signale - Gedanken zur Zeit"
v. 12.03.
- GENAZINO,
Wilhelm (2000): Das Banale ist das
Unaufräumbare,
in:
DeutschlandRadio. Sendung
"Signale - Gedanken zur Zeit"
v. 03.09.
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Beiträge
zu Genazinos Werk
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- HILLGRUBER,
Katrin (1998): Die Ruhe täuscht.
Schriftsteller
Wilhelm Genazino in München ausgezeichnet,
in: Tagesspiegel
v. 28.05.
- HILLGRUBER,
Katrin (1998): Achtung Baustelle,
in:
DeutschlandRadio. Sendung
"Büchermarkt" v.
01.07.
- SCHÄFER,
Andreas (1998): Bis sich etwas zeigt.
Der
umständlich genaue Blick: Über Wilhelm Genazino
und seinen neuen Roman "Die
Kassiererinnen",
in:
Berliner Zeitung
v. 25.07.
- HILLGRUBER,
Katrin (1998): Musen im Supermarkt.
Vom
Eigenleben der Dinge und der Lächerlichkeit des
Menschen: zwei Neuerscheinungen des sanften
Ironikers Wilhelm Genazino,
in: Tagesspiegel
v. 22.08.
- LIERSCH,
Werner (1998): Schokolade und Philosophie,
in:
Berliner Illustrierte
Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost
v. 02.08.
- HILLGRUBER,
Katrin (1999): Beruf: Tagträumer.
Genazino
und Krechel im Literarischen Colloquium Berlin,
in: Tagesspiegel
v. 20.02.
- LEIPPRAND,
Eva (1999): Jederzeit auslachbar.
Wilhelm
Genazinos "Kassiererinnen" als moderne
Feen im Supermarkt,
in: Literaturkritik.de
Nr.10, Oktober
- HIRSCH,
Anja (2000): Fibeln für Großstadtmenschen.
Kinder,
Tiere, Trödel - Spurensuche mit Wilhelm
Genazino,
in:
Tagesspiegel v. 31.03.
- SCHRÖDER, Christoph
(2001): Die Stummen.
Genazino und Hegewald,
in: Frankfurter
Rundschau v. 20.01.
-
BÖTTIGER, Helmut (2003): Anwalt kleinster Dinge.
Eine Laudatio auf den Erzähler Wilhelm Genazino, der in Berlin mit
dem Fontane-Preis 2003 ausgezeichnet wurde,
in: Welt v. 25.04.
- BUCHELI, Roman (2004): Die Begierde
des Rettens.
Wilhlem Genazinos Weg in die Verborgenheit und seine Poetik des
genauen Blicks,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.
- Inhalt:
Roman BUCHELI beschäftigt sich mit dem
umfangreichen Werk von Wilhelm GENAZINO:
"Es
gibt eine vielleicht recht oberflächliche, aber dennoch
hinreichende Erklärung für (...) Genazinos Poetik des genauen
Blicks. Seinen Figuren (so sehr wie übrigens den Dingen) droht
stets und überall das Verschwinden. Dagegen stemmen sie sich,
darum mobilisieren sie, was in ihrer Reichweite liegt: Die Dinge
sind ihnen eine Rückversicherung der Existenz. Das galt schon für
Genazinos «Abschaffel»- Trilogie. Kaum waren damals die ersten
Seiten erzählt, liess der Erzähler den Angestellten Abschaffel
eine Lampe einschalten, da dieser das Gefühl vermeiden wollte, mit
dem langsamen Eindunkeln selbst zu verschwinden. Später lernten
Genazinos Figuren einen entspannteren Umgang mit dieser Angst,
dennoch mussten sie sich dauerhaft auf ein Leben mit dem
beunruhigenden Wissen einrichten, dass ihre Existenz nur auf
Zusehen hin befristet war."
Single-dasein.de hat
sich bereits vor einiger Zeit mit Wilhelm GENAZINOs
Abschaffel-Trilogie im Rahmen des Themas
"Singles und ihre Ängste"
beschäftigt.
-
BARTELS, Gerrit (2004): Kontemplation in Ewigkeit.
Der genaue Kenner der
Angestelltenwelt, der Flaneur, der unerwartete Publikumserfolg, der
große Preis: Der Frankfurter Schriftsteller Wilhelm Genazino erhält in
diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis,
in: TAZ v. 04.06.
- Inhalt:
BARTELS stellt GENAZINO als "Mythologen des
Alltags" vor:
"Seine
Figuren, kleine Angestellte, Schuhtester, aber auch arbeitslose
Intellektuelle, sind meist ein wenig angeschlagen und Leid gewohnt.
Das aber hält sie nicht davon ab, sich in alltäglichen Details zu
ergehen, ja sich gerade in ihnen zu verlieren und am Wegesrand der
großen Städte die tollsten Wahrnehmungen zu machen. Sie sind
Wiedergänger von Franz Hessels oder Robert Walsers Flaneuren und
Eckenstehern, sie sind unermüdlich Liebessuchende und
Traumverlorene, sei das nun in den von Adenauer geprägten
Fünfzigerjahren oder den vergnügungssüchtigen Neunzigerjahren.
Selbst im größten Scheitern versuchen sie noch das »Grauen der
Normalität« durch »Lebenskunst« zu ersetzen."
- DOTZAUER, Gregor (2004): Ein Dichter,
ein Werk, eine Ehrung.
Wilhelm Genazino erhält den Büchner-Preis 2004,
in: Tagesspiegel v. 04.06.
- HARTWIG, Ina (2004): Ein Mann, ein
Büchner.
Wilhelm Genazino wurde gekürt,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.06.
- SPIEGEL, Hubert (2004): Schwebend.
Wilhelm Genazino erhält den Büchnerpreis,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.06.
- Inhalt:
SPIEGEL charakterisiert GENAZINOs Helden:
"Auf den ersten Blick sind
Genazinos Helden rechte Jammerlappen, tagträumende
Berufsverweigerer, auf ganzer Linie Gescheiterte. Aber bei genauerer
Betrachtung zeigt sich ihre Größe: Es sind wahre Titanen, wenn es
darum geht, die eigenen Schwäche auszuhalten. Mit dem schönen
Selbstbewußtsein der Schüchternen fordern sie »grenzenloses Recht
auf Unentschlossenheit«."
-
WITTSTOCK, Uwe (2004): Verschrobenheit ist eine Tugend.
Wilhelm Genazino, der sich selbst einen Tagträumer nennt, bekommt
den Büchnerpreis 2004,
in: Welt v. 04.06.
-
RADISCH, Iris (2004): Zum Fürchten gut.
Wilhelm Genazino und die Krise der Literatur,
in: Die ZEIT Nr.25 v. 09.06.
- Inhalt:
Iris RADISCH rechnet zuerst einmal mit der
Popliteratur ab:
"Dass
sie sich das bisschen Welt in ihren Büchern lieber aus dem Fernsehen
als aus dem Leben besorgen und ihre Figuren zwar alle möglichen
Nöte, aber niemals die des Broterwerbs, der Kinderaufzucht oder
ähnlicher Unzumutbarkeiten zu durchleiden haben. Denn am Leben der
Erwachsenen nimmt die jüngere deutsche Gegenwartsliteratur nicht
teil. Dazu kann man sie im Namen des deutschen Literaturfonds nur
beglückwünschen, ihren Büchern indes ist diese endlose Verlängerung
der Kindheit nicht bekömmlich."
Danach stellt
RADISCH den Schriftsteller Wilhelm GENAZINO als Alternative vor:
"Der
neue Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino (...) schreibt seit nahezu
40 Jahren und wurde die längste Zeit seines Lebens missverstanden.
Zunächst von der Welt, den Eltern und den Frauen, wie sein jüngster
und bester, autobiografisch gefärbter
Roman Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman
verrät. Später von der Kritik, die in den siebziger Jahren seine
Romantrilogie Abschaffel allzu umstandslos als
Angestelltenroman abtat und die Trostlosigkeit der sockenwaschenden
Junggesellenexistenz der Hauptfigur einzig dem Konto »Literatur der
Arbeitswelt« gutschrieb. Dabei verriet schon die Abschaffel-Trilogie
die große Kunst des Frankfurter Autors, eine nahezu Pascalsche
Verlorenheit ins Bundesrepublikanische zu übersetzen, wenn man so
will: der transzendentalen Obdachlosigkeit eine Lohnsteuerkarte zu
verpassen.
Das bundesdeutsche Biedermeier, das ansonsten allein in Martin
Walsers Zuständigkeit zu fallen scheint, nimmt in den Augen
Genazinos diabolische Züge an. Seine Helden – allesamt aus dem
kleinbürgerlichen Kommunikationskonsens gefallene Sonderlinge in der
Tradition des französischen Junggesellenromans – reiben sich wund an
der »Gesamtmerkwürdigkeit des Lebens«, zu der sie den hippen,
affirmativen Zugang zum Glück des Lesers nicht finden können."
-
OETTER, Barbara (2004): Jeder Abgrund ist komisch.
Die Peinlichkeit des Daseins. Der Büchnerpreisträger des Jahres
2004, Wilhelm Genazino, findet das Bedeutsame im Alltag,
in: Freitag Nr.44 v. 22.10.
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Die Beiträge des
Sammelbandes
- GENAZINO, Wilhelm - Aus dem Tagebuch
der Verborgenheit
- KRAUSS, Hannes - Menschen - Dinge -
Situationen. Wilhelm Genazinos
"Abschaffel"-Romane
- STOCKINGER, Claudia - Das Leben ein (Angestellten-)Roman.
Wilhelm Genazinos Ästhetik der Wiederholung
- SILL, Oliver - Moderne Zeiten. Wolf
Peschek als Held der achtziger Jahre
- MOSER, Samuel - Isola Insula. Aspekte
der Individuation bei Wilhelm Genazino
- BUCHELI, Roman - Die Begierde des
Rettens. Wilhelm Genazinos Poetik des genauen Blicks
- HOFMANN, Marit - "Als könnte ich
meinem eigenen Blick zuschauen". Beobachtete Beobachter in Wilhelm
Genazinos Romanen
- JUNG, Werner - "Umhergehen und
Zeitverschwenden". Skizze zu einer literarischen Phänomenologie der
Wahrnehmung
- HIRSCH, Anja - Zwischen Lust und
Angst. Erzählen im Zeichen des Verschwindens
-
SPRECKELSEN, Tilman -
Manche möchten lieber nicht. Gesellschaftliche Teilhabe und
Initiation in den Romanen Wilhelm Genazinos
- AMANN, Wilhelm - "Doppelleben".
Begründung von Autorschaft in Wilhelm Genazinos
"Eine Frau, eine Wohnung,
ein Roman"
- JAKOB, Hans-Joachim - Wilhelm
Genazino - Auswahlbibliografie 1965 - 2004
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Rezensionen
- SCHIMMANG, Jochen (1996): Starke
Verlegenheit,
in: Das Sonntagsblatt v. 04.10.
- BAUMGART, Reinhard (1996): Lustwandeln
im Unendlichen,
in: Die ZEIT v. 08.11.
- KÖHLER, Andrea (1996): Reisender Schnee
oder Realismus ohne Resignation,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 30.11.
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Pressestimmen
"Liest man heute diese Trilogie,
beschleicht einen ein seltsames Gefühl: Vielleicht
ist nirgendwo sonst die Realität der alten
Bundesrepublik, dieses reichen, armseligen Landes so
genau beschrieben worden wie hier. Womöglich ist es
sogar Absicht gewesen, dass »Abschaffel« von außen
aussah wie eine soziologische Feldstudie. Die
Verwechselbarkeit der Angestellten-Existenz scheint
in sich einen Abgrund zu bergen. Aber es ist gar
nicht so genau zu benennen, worin der eigentlich
besteht. Gegen Ende kommt es zu einem Genrebild, das
alles zusammenbringt, was Ironie oder Subversion,
Traum oder Fantasy genannt werden kann, etwas leicht
Verrücktes also, wofür es halt nur die Literatur
gibt: »Eine ganz junge Verkäuferin saß verträumt auf
dem Rand einer großen Tiefkühltruhe und schnippte
mit einer Handetikettiermaschine auf Dutzende von
Milchtüten je ein Preisschildchen auf. So ähnlich
mussten vor hundert Jahren junge Mädchen auf
Brunneneinfassungen gesessen und Sommerkränze
gewunden haben.«"
(Helmut Böttiger im Tagesspiegel
vom 27.04.2003)
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Rezensionen
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BÖTTIGER, Helmut (2003): Über dem Abgrund der Angestellten,
in: Tagesspiegel v. 27.04.
- Kommentar:
BÖTTIGER, der die Laudatio auf
den Fontane-Preisträger Wilhem GENAZINO gehalten hat, würdigt
hier die
Abschaffel-Trilogie (1977-1979), die nun neu aufgelegt wurde.
Das Thema des Monats Mai
ist
Singles und ihren Ängsten
gewidmet. U. a. werden am Beispiel des allein lebenden Angestellten
Abschaffel soziale Ängste und ihre Folgen dargestellt.
Es
geht dabei um Singles, die sich durch Ängste in ihrem Lebensentwurf
und ihrer Lebensführung eingeschränkt fühlen.
GENAZINO
ist einer der wenigen Schriftsteller, der Menschen jenseits der
Alten bzw. Neuen Mitte beschreibt. Was passiert, wenn die
jugendlichen Träume vom Leben als Popstar oder Popjournalist nicht
in Erfüllung gehen? Wenn der Schulabschluss nicht die Tür für eine
Spaßarbeit öffnet, sondern unterfordert?
GENAZINOs
Figuren sind angesiedelt an der Bruchstelle zwischen der alten
Mangel- und der neuen Konsumgesellschaft. Das Elternhaus ist keine
Hilfe beim Bewältigen des Alltags in der neuen Republik, ganz im
Gegenteil hindert die Ausstattung mit Ängsten die Anpassung an die
neuen Bedingungen. Abschaffel bleibt aufgrund seiner Ängste hinter
seinen Möglichkeiten zurück.
Der
Zusammenbruch der New Economy, die
Arbeitsmarktreformen und die Sozialreformen werden für
viele Singles Anpassung an neue Bedingungen bedeuten. GENAZINOs
Abschaffel-Trilogie ist deshalb aktueller denn je.
Der
neue Roman von GENAZINO "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" nimmt das Abschaffel-Thema
wieder auf. Diesmal ist der jugendliche Protagonist jedoch noch kein
ausgesprochener Pessimist wie Abschaffel, sondern er befindet sich
an der Schwelle der Entscheidung.
- WINKLER,
Willi (2003): Wir Angestellten.
Geistig obdachlos, fremdbestimmt, bald wegrationalisiert -
ein zeitgemäßes Sittenbild,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.07.
- Kommentar:
Single-dasein.de hat im Mai anhand der
Romanfigur Abschaffel von Wilhelm GENAZINO
Singles und ihre Ängste
behandelt, nun greift Willi WINKLER das Thema auf, legt jedoch
den Schwerpunkt nicht auf das Single-Sein, sondern auf das
Angestellten-Dasein:
"Wilhelm
Genazinos Held, der Angestellte Abschaffel, hat keinen
Vornamen und diesen lächerlichen Zunamen, der sein weiteres
Schicksal ankündigt. Er wird abgebaut werden, irgendwann wird
er wegrationalisiert, ausgesteuert, eingespart, gefeuert, vom
Stellenplan genommen, sozialverträglich entsorgt, ein – und
tschüß! – Arbeitsloser mehr. Dreißig ist Abschaffel, dann 31,
lebt allein, arbeitet seit zwölf, dreizehn Jahren in einer
Spedition, überprüft Frachtbriefe, schäkert mit den
Kolleginnen, rivalisiert ein bisschen mit den Kollegen und
beschäftigt sich, um nicht ganz an der Welt, also an sich zu
verzweifeln, mit der Beobachtung von allem. In seiner Freizeit
wenigstens will er den Bohemien zelebrieren, aber er bleibt,
was er ist: »Angestellter und Alleinwohner«.
Der Single war 1977 noch nicht erfunden, doch lebt ihn
Abschaffel bereits mustergültig vor: hektisches Einkaufen nach
Feierabend, bescheidene Vergnügungsgelüste über den Rand des
eigenen Körpers hinaus, häufig wechselnde, flüchtige
Geschlechtskontakte, ein berufstypisch eher voyeuristisches
als tätiges Dasein, also eine unendlich sinnlose Existenz."
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Rezensionen
- REINHARDT, Stephan (1979): Keine Zeit
für die Erziehung der Gefühle?
in: Frankfurter Rundschau v. 10.10.
- GREINER, Ulrich (1980): Klebrig und
trübe,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.02.
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Rezensionen
- ZELGER-VOGT, Marianne (1978):
Selbstentfremdung in Fortsetzungen,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.06.
- HAGE, Volker (1978): Der Schmerz im
Rückgrat,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.07.
- BAIER, Lothar (1978): Mauern im Körper,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.09.
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Klappentext
"Der Roman beschreibt das
Leben des vereinsamten Angestellten
Abschaffel in einer Metropole der verwalteten
Welt. Die äußere Ereignisöde dieses Lebens
hebt er auf durch eine innere
Phantasietätigkeit, die er nicht immer unter
Kontrolle halten kann. Mit privater Trauer,
der die Herkunft aus dem Widerstand kaum noch
anzumerken ist, schlägt Abschaffel die
Zerstreuungsangebote der Freizeitindustrie
aus; ein ganzer Katalog häuslicher
Empfindlichkeiten tritt an die Stelle des
nicht stattfindenden Lebens, dessen
Mikro-Abenteuer aus Angst vor Mißdeutung vor
anderen Personen geheimgehalten werden muß.
Typisch für Abschaffel ist, daß er im
«Dialog mit sich selbst» eingesperrt ist,
Tagträumen lebt; Wünsche bleiben in
Vorsätzen stecken. Geängstigt oder in Wut
gebracht von Projektionen und Spiegelungen
geht er durch die Stadt, befangen in
Selbstbeobachtungen, in «Wunschwünschen»,
wie es einmal heißt. Belanglose
Wahrnehmungen erregen ihn bis zur
Besessenheit, zum Ekel. Abschaffel lebt von
der inneren Dramatisierung seiner selbst, die
immerhin eine Menge Phantasien und Stimmungen
für den Hausgebrauch abwirft. Auf diese
Weise kommt eine Spaltung in eine
öffentliche Arbeitsperson und in eine
private Geheimperson zustande, eine Spaltung,
die jeder Angestellte bewußt oder unbewußt
jeden Tag zu leben hat."
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Rezensionen
- SCHMIDT, Jochen (1977): Phänotyp des
Augenblicks,
in: Frankfurter Rundschau v. 21.05.
-
BAIER, Lothar (1977): Die Angestelltenwelt im Kopf,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.07.
- HAGE, Volker (1977): Das Summe des
Kühlschranks und die Leere des Lebens,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.11.
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Weiterführende
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