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Klappentext
"Mit einem
ironischen Blick auf die sechziger Jahre beschreibt
Genazino den Weg eines jungen Mannes: Ein Träumer,
der immer an dasselbe denkt: ans Lesen und
Schreiben. Und daran, endlich erwachsen zu werden
und die drei Dinge zu haben, die es dazu braucht:
eine Frau, eine Wohnung und einen eigenen, selbst
geschriebenen Roman. Vorerst führt er jedoch ein
Doppelleben zwischen Lokalblatt und Lieferscheinen
..."
Pressestimmen
"Die Sprachlosigkeit seiner Welt wird zunächst
erlebt und erlitten, dann beschrieben und
schließlich überwunden. Das scheinbar ausweglose
Leben, das er drohend vor sich sah, gewinnt langsam
Perspektiven. Er bezieht, das kann er sich nun als
Doppelverdiener auch leisten, seine eigene,
bescheidene, sehr kleine Wohnung und beginnt mit
seiner Arbeit »an der Erfindung des Gefühls, zur
Welt zu gehören«."
(Martin Lüdke in der FR vom
22.03.2003)
"Genazinos Buch ist der Versuch zu einer vielleicht
sehr vorläufigen Antwort. «Mit siebzehn trudelte ich
ohne besondere Absicht in ein Doppelleben hinein.»
Schon im ersten Satz fällt das Stichwort, das eine
Fährte legt zu Benns intellektueller Autobiographie.
Wo Benn indes im emphatischen Sinne vom
«gesteigerten, provozierten Leben» sprach und im
pathetischen Junktim «Dionysos - einschliesslich
Krampfadern!» die beiden Sphären seines Doppellebens
als Arzt und Dichter zusammenführte und doch
auseinander hielt, da bleibt Genazinos Ich-Erzähler
ganz nüchtern und zurückhaltend. Benns Snobismus
liegt ihm fern; zwar lebt auch er in zwei Welten und
führt auch er ein Doppelleben, eher aber leidet er
daran, als dass er es feiern würde. Und doch will er
der Spannung, die daraus entsteht, nicht vorzeitig
entrinnen."
(Roman Bucheli in der NZZ vom
29.03.2003)
"Der Leser begleitet diesen jungen, schweigsamen und
in Reflexionen über sich und seine Umwelt
versunkenen Menschen auf seinem Weg von der Fremd-
in die Selbstbestimmung, vorbei an den Stationen,
die jeder Heranwachsende hinter sich bringen muss".
(Anne Betz in Literaturikritik,
April 2003)
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Rezensionen
BAUMGART, Reinhard (2003): Orpheus in Ludwigshafen.
Wilhelm Genazino sorgt für ein paar Stunden spröden
Entzückens,
in: Die ZEIT Nr.13. Literaturbeilage v. 20.03.
Infos zu:
Reinhard Baumgart - Autor
der Flakhelfer-Generation
LÜDKE, Martin (2003): Rätselhaftes Einverständnis mit der
Peinlichkeit.
Wilhelm Genazino zeichnet in seinem neuen Roman das
wundervolle Porträt eines Künstlers als Lehrling des Lebens,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.03.
KOSPACH, Julia (2003): Doppelleben.
Ein Entwicklungsroman von Wilhelm Genazino,
in: Profil Nr.13 v. 24.03.
BUCHELI, Roman (2003): Hineinhorchen in die Wirklichkeit.
"Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" von Wilhelm
Genazino,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.03.
BETZ, Anne (2003): Alltagsfrust und Kleinbürgertum.
Wilhelm Genazinos Entwicklungsroman "Eine Frau, eine
Wohnung, ein Roman",
in: Literaturkritik.de, April
KRAUME, Anne (2003): Den Dingen lauschen.
Ein Leben aus Wörtern: Wilhelm Genazino begibt sich für
seinen neuen Roman "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman"
zurück in die Adenauerzeit,
in: TAZ v. 01.04.
LOVENBURG, Felicitas
von (2003): Doppelleben, halbbitter.
Wilhelm Genazino und der süße Duft der Vergeblichkeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.
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LOVENBURG vermisst etwas den Glamour (stattdesssen
ist der Protoganist "linkisch bis zur Verhaltenslosigkeit").
Die Rezensentin sieht Parallelen zwischen Autor und Roman.
Wie der jugendliche "Held" in GENAZINOs neuem Roman "Eine
Frau, eine Wohnung, ein Roman" hat GENAZINO journalistisch
gearbeitet und als 20 Jähriger den Roman "Laslinstraße"
verfasst, der die "Ausbruchsträume eines Schülers gegen
Ende der Adenauerära schildert". Der neue Roman endet
jedoch noch vor Schreibbeginn. |
SEIBT, Gustav (2003): Die
halbbitteren Lehren des Lebens.
"Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman": Wilhelm Genazinos
Bildungsroman im Bonsai-Format,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.
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Gustav SEIBT liest GENAZINOs Roman als
Kritik an
der Spaßgesellschaft der adenauerschen
Wirtschaftswunderzeit. Spaß hieß damals jedoch noch
Frohsinn und die Popkultur bestand aus Rex GILDO und Peter
ALEXANDER.
"Der Titel spielt
unüberhörbar auf eine ehrenfeste bürgerliche Maxime an:
Drei Dinge solle ein Mensch in seinem Leben tun – ein Haus
bauen, ein Kind zeugen und ein Buch schreiben",
meint SEIBT. Man kann
das aber auch ganz anders sehen. Die Wohnung steht
für die Befreiung aus der Enge des Elternhauses und die
Vorteile des Alleinlebens als Voraussetzung dafür,
überhaupt ein eigenes Projekt - den Roman - in Angriff
nehmen zu können. Was es mit der
Frau auf sich hat, das darf jeder selbst herausfinden. |
RÜDENAUER, Ulrich (2003): Das
Kartell der Einfalt.
Wilhelm Genazino erzählt von Hindernissen auf dem Weg zum
ultimativen Männertraum,
in: Tagesspiegel v. 13.04.
ACHERMANN, Erika (2003): Sehnsucht
nach einem Roman,
in: St. Galler Tagblatt v. 14.04.
FIEDLER, Peter-Alexander (2003):
Hineinhören in die Wirklichkeit.
Genazinos Entwicklungsgeschichte,
in: Thüringische Landeszeitung v. 26.04.
MISCHKE, Roland (2003): Ergründer
von Seelenfalten.
Wilhelm Genazino schreibt über einen Reifeprozess und
landet oben auf der Bestenliste,
in: Hamburger Abendblatt v. 29.04.
Neu:
KRAMATSCHEK, Claudia
(2003): Doppelleben, gewöhnlich.
Diskrete Genauigkeit in Wilhelm Genazinos neuem Roman,
in: neue deutsche literatur, Nr.3, Mai/Juni
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