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Wilhelm Genazino: Die kleinen Fluchten aus der Angestelltenwelt

 
       
   

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Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman (2003)
München: Hanser

 
   
     
 

Klappentext

"Mit einem ironischen Blick auf die sechziger Jahre beschreibt Genazino den Weg eines jungen Mannes: Ein Träumer, der immer an dasselbe denkt: ans Lesen und Schreiben. Und daran, endlich erwachsen zu werden und die drei Dinge zu haben, die es dazu braucht: eine Frau, eine Wohnung und einen eigenen, selbst geschriebenen Roman. Vorerst führt er jedoch ein Doppelleben zwischen Lokalblatt und Lieferscheinen ..."

Pressestimmen

"Die Sprachlosigkeit seiner Welt wird zunächst erlebt und erlitten, dann beschrieben und schließlich überwunden. Das scheinbar ausweglose Leben, das er drohend vor sich sah, gewinnt langsam Perspektiven. Er bezieht, das kann er sich nun als Doppelverdiener auch leisten, seine eigene, bescheidene, sehr kleine Wohnung und beginnt mit seiner Arbeit »an der Erfindung des Gefühls, zur Welt zu gehören«."
(Martin Lüdke in der FR vom 22.03.2003)

"Genazinos Buch ist der Versuch zu einer vielleicht sehr vorläufigen Antwort. «Mit siebzehn trudelte ich ohne besondere Absicht in ein Doppelleben hinein.» Schon im ersten Satz fällt das Stichwort, das eine Fährte legt zu Benns intellektueller Autobiographie. Wo Benn indes im emphatischen Sinne vom «gesteigerten, provozierten Leben» sprach und im pathetischen Junktim «Dionysos - einschliesslich Krampfadern!» die beiden Sphären seines Doppellebens als Arzt und Dichter zusammenführte und doch auseinander hielt, da bleibt Genazinos Ich-Erzähler ganz nüchtern und zurückhaltend. Benns Snobismus liegt ihm fern; zwar lebt auch er in zwei Welten und führt auch er ein Doppelleben, eher aber leidet er daran, als dass er es feiern würde. Und doch will er der Spannung, die daraus entsteht, nicht vorzeitig entrinnen."
(Roman Bucheli in der NZZ vom 29.03.2003)

"Der Leser begleitet diesen jungen, schweigsamen und in Reflexionen über sich und seine Umwelt versunkenen Menschen auf seinem Weg von der Fremd- in die Selbstbestimmung, vorbei an den Stationen, die jeder Heranwachsende hinter sich bringen muss".
(Anne Betz in Literaturkritik, April 2003)

 
     
 
       
   

Rezensionen

WITTSTOCK, Uwe (2003): Fliehen wir in die Kunst.
Wilhelm Genazinos neuer Roman ist ein wahres Juwel,
in: Welt v. 15.03.

BAUMGART, Reinhard (2003): Orpheus in Ludwigshafen.
Wilhelm Genazino sorgt für ein paar Stunden spröden Entzückens,
in: Die ZEIT Nr.13. Literaturbeilage v. 20.03.

Infos zu: Reinhard Baumgart - Autor der Flakhelfer-Generation

LÜDKE, Martin (2003): Rätselhaftes Einverständnis mit der Peinlichkeit.
Wilhelm Genazino zeichnet in seinem neuen Roman das wundervolle Porträt eines Künstlers als Lehrling des Lebens,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.03.

KOSPACH, Julia (2003): Doppelleben.
Ein Entwicklungsroman von Wilhelm Genazino,
in: Profil Nr.13 v. 24.03.

BUCHELI, Roman (2003): Hineinhorchen in die Wirklichkeit.
"Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" von Wilhelm Genazino,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.03.

BETZ, Anne (2003): Alltagsfrust und Kleinbürgertum.
Wilhelm Genazinos Entwicklungsroman "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman",
in: Literaturkritik.de, April

KRAUME, Anne (2003): Den Dingen lauschen.
Ein Leben aus Wörtern: Wilhelm Genazino begibt sich für seinen neuen Roman "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" zurück in die Adenauerzeit,
in: TAZ v. 01.04.

LOVENBURG, Felicitas von (2003): Doppelleben, halbbitter.
Wilhelm Genazino und der süße Duft der Vergeblichkeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.

Felicitas von LOVENBURG vermisst etwas den Glamour (stattdesssen ist der Protoganist "linkisch bis zur Verhaltenslosigkeit"). Die Rezensentin sieht Parallelen zwischen Autor und Roman. Wie der jugendliche "Held" in Wilhelm GENAZINOs neuem Roman Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman hat GENAZINO journalistisch gearbeitet und als 20 Jähriger den Roman Laslinstraße verfasst, der die "Ausbruchsträume eines Schülers gegen Ende der Adenauerära schildert". Der neue Roman endet jedoch noch vor Schreibbeginn.

SEIBT, Gustav (2003): Die halbbitteren Lehren des Lebens.
"Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman": Wilhelm Genazinos Bildungsroman im Bonsai-Format,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.

Gustav SEIBT liest Wilhelm GENAZINOs Roman als Kritik an der Spaßgesellschaft der adenauerschen Wirtschaftswunderzeit. Spaß hieß damals jedoch noch Frohsinn und die Popkultur bestand aus Rex GILDO und Peter ALEXANDER.

"Der Titel spielt unüberhörbar auf eine ehrenfeste bürgerliche Maxime an: Drei Dinge solle ein Mensch in seinem Leben tun – ein Haus bauen, ein Kind zeugen und ein Buch schreiben",

meint SEIBT. Man kann das aber auch ganz anders sehen. Die Wohnung steht für die Befreiung aus der Enge des Elternhauses und die Vorteile des Alleinlebens als Voraussetzung dafür, überhaupt ein eigenes Projekt - den Roman - in Angriff nehmen zu können. Was es mit der Frau auf sich hat, das darf jeder selbst herausfinden.

RÜDENAUER, Ulrich (2003): Das Kartell der Einfalt.
Wilhelm Genazino erzählt von Hindernissen auf dem Weg zum ultimativen Männertraum,
in: Tagesspiegel v. 13.04.

ACHERMANN, Erika (2003): Sehnsucht nach einem Roman,
in: St. Galler Tagblatt v. 14.04.

FIEDLER, Peter-Alexander (2003): Hineinhören in die Wirklichkeit.
Genazinos Entwicklungsgeschichte,
in: Thüringische Landeszeitung v. 26.04.

MISCHKE, Roland (2003): Ergründer von Seelenfalten.
Wilhelm Genazino schreibt über einen Reifeprozess und landet oben auf der Bestenliste,
in: Hamburger Abendblatt v. 29.04.

KRAMATSCHEK, Claudia (2003): Doppelleben, gewöhnlich.
Diskrete Genauigkeit in Wilhelm Genazinos neuem Roman,
in: neue deutsche literatur, Nr.3, Mai/Juni

Neu:
HAGE, Volker (2003): Mit Gudrun auf der Couch.
In seinem neuen Buch "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" erzählt Wilhelm Genazino mitreißend vom Erwachsenwerden in der jungen Bundesrepublik,
in: Spiegel Nr.20 v. 12.05.

 
   

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Update: 13. Juli 2015