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Kommentar
Was ist der
Unterschied zwischen KULLMANN und
GASCHKE? Es gibt keinen
wirklichen, denn beide haben
primär ihre spezielle
Neue-Mitte-Karriere im Auge!
Der Unterschied zwischen beiden ist jener zwischen zwei
unterschiedlichen Programmatiken oder jener zwischen der
Parteiaktivistin und
der Wählerin der Neuen Mitte
- also die beiden Seiten der Medaille
Neue Mitte. Was im ZEIT-Artikel
nur unterschwellig zum Zuge kam,
das wird im Parteiblatt
offensichtlich:
"Irgendwo im Buch bezeichnet
Katja Kullmann ihre politische
Einstellung als
'sozialdemokratisch', aber das
muss sozialdemokratisch im Sinne
irgend einer extraterrestrischen
Neuen Mitte bedeuten."
Deutlich wird auch, dass KULLMANN
und GASCHKE zwar beide den
WIR-Modus bevorzugen, aber
GASCHKE sich in der
Generationenfrage
anders positioniert:
"Was sagt uns das alles,
abgesehen von der Tatsache, dass
die Autorin sich offenkundig für
eine interessante Persönlichkeit
hält? Vor allem doch, dass diese
Generation, unsere Generation,
muss ich wohl sagen, bisher
wirklich keine sonderlich
spannende Geschichte hat. Man
könnte dafür einfach dankbar
sein; man kann das bedauern. Man
kann Schuldige anprangern, wie
ich persönlich es gerne tue: die
Achtundsechziger, die meiner
Meinung nach erst die gesamten in
dieser Gesellschaft vorhandenen
Ressourcen an Jugendlichkeit
verschlungen haben und jetzt die
Erwachsenenwelt besetzt halten,
während die Unter-40-Jährigen
auf Dauer in die Vorschule
verbannt bleiben sollen (man kann
das anders sehen). Was man aber
eigentlich nicht kann, ist, ein
weiteres Buch über die
Banalitäten dieses friedlichen
Aufwachsens zu schreiben, 217
Seiten über Caipirinhas, Soaps,
Fit-for-Fun, H&M-Klamotten
und 501-Jeans."
Was hinter der
politkarrierefördernden
Pseudo-Opfer-Attitüde von
GASCHKE steckt, das ist das
traditionelle Reife-Konzept:
"Nein, ohne einen richtigen Erwachsenen-Habitus
wird es wohl nicht gehen – und offenbar hängt der (...) an der
Frage, ob jemand Kinder hat". Und damit sind wir endlich beim
Feindbild Single:
"Eine wahre
Kulturpessimistin fragt sich doch
nicht, ob ein Kind ihr die Figur
oder die Karriere ruiniert,
sondern eher, ob es von egomanen
Singles aus der Generation Ally
totgeschlagen würde, wenn es im
Treppenhaus weinte."
Wie löst sich der Widerspruch? GASCHKE schreibt ihren
KULLMANN-Veriss im
ESPRIT-Sweatshirt bei einem
Caipirinha...
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