[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 21. März 2006
News 20. März 2006
News 19. März 2006
News 17.-18. März 2006
News 16. März 2006
News 15. März 2006
News 14. März 2006
News 09.-13. März 2006
News 07.-08. März 2006
News 05.-06. März 2006
News 04. März 2006
News 01.-03. März 2006
News 21.-28. Februar 2006
News 16.-20. Februar 2006
News 10.-15. Februar 2006
News 05.-09. Februar 2006
News 01.-04. Februar 2006
News 25.-31.Januar 2006
News 20.-24.Januar 2006
News 14.-19.Januar 2006
News 08.-13. Januar 2006
News 01.-07. Januar 2006
News 25.-31.Dezember 2005
News 21.-24.Dezember 2005
News 16.-20.Dezember 2005
News 13.-15.Dezember 2005
News 05.-12.Dezember 2005
News 01.-04.Dezember 2005
News 27.-30.November 2005

News 20.-26.November 2005
News 05.-19.November 2005
News 01.-04.November 2005
News 23.-31. Oktober 2005
News 19.-22. Oktober 2005
News 13.-18. Oktober 2005
News 09.-12. Oktober 2005
News 01.-08. Oktober 2005
News 09.-30. September 2005

News 02.-08. September 2005
News 01. September 2005
News 27.-31. August 2005
News 24.-26. August 2005
News 18.-23. August 2005
News 11.-17. August 2005
News 05.-10. August 2005
News 01.-04. August 2005
News 25.-31. Juli 2005
News 20.-24. Juli 2005
News 16.-19. Juli 2005
News 11.-15. Juli 2005
News 06.-10. Juli 2005
News 01.-05. Juli 2005
News 28.-30. Juni 2005
News 20.-27. Juni 2005
News 01.-19. Juni 2005
News 01.-10. Juni 2005
News 24.-31. Mai 2005
News 18.-23. Mai 2005
News 10.-17. Mai 2005
News 06.-09. Mai 2005
News 01.-05. Mai 2005

News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 22. März 2006

 
 
     
 
       
   

Zitat des Monats:

"Frauen, die einsam sind, haben in der Wahrnehmung der Außenwelt »keinen abbekommen«. Außer sie sehen aus wie Cameron Diaz, lachen wie Penélope Cruz und haben einen Körper wie Helena Christensen. Einsame Frauen haben ein massives Imageproblem. Während Männer sich als »einsame Wölfe« in ihrer Selbstversunkenheit suhlen und stilisieren dürfen (...), müssen Frauen noch sehr häufig defensiv auftreten. Die selbstbewußte Singlefrau ohne tristen feministischen Überbau und verhärmte Jungfern-Ideologie wurde Anfang des 21. Jahrhunderts erst durch TV-Serien wie »Sex and the City« salonfähig. Die einsame Frau wurde sexy und aufregend, für Männer jeden Alters Herausforderung wie Verlockung. Und dennoch scheint sich dies noch nicht herumgesprochen zu haben.
          
In Deutschland haben einsame Frauen noch das größte Emanzipationspotential. Insofern kann man dieses Buch auch als feministisches lesen. Über Jahrhunderte waren einsame Frauen als Hexen oder alte Jungfern Außenseiter. Im Laufe der Emanzipation des 20. Jahrhunderts hat sich das langsam geändert, aber erst jetzt werden Frauen, die zu ihrer Einsamkeit stehen, selbstverständlich.
          
(...).
          
Der einsame Mann mißversteht sich als Held und verkennt, daß er in einer auf Familie und Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaft ein Mängelwesen ist. Gleichzeitig fungiert er in bürgerlichen Gesellschaften als Leitbild eines konsequenten Individualismus: Sein Freiheitsdrang schreckt auch vor den Härten absolut verstandener Bindungslosigkeit nicht zurück. Aber souverän und nicht pathologisch ist das Einsam-sein-Können nur, wenn ihm gleichwertig das Mit-anderen-sein-Können gegenübersteht."
(aus: Ulf Poschardt "Einsamkeit", 2006, S.48f. & 74f.)

 
 
 
     
   
  • BIEDENKOPF, Kurt (2006): Familie als Firma.
    Privathaushalte werden in Zukunft Bastionen der Selbsthilfe und des Zusammenhalts gegen staatliche Bevormundung,
    in: Welt v. 22.03.
    • Kommentar:
      BIEDENKOPF verkauft den neuen Zwang zur Familie, den der Staat z.B. bereits durch die Hartz-Gesetze für Teile der Bevölkerung vorschreibt, als Befreiung von der Bevormundung durch den Staat:

                
      "Ohne den Schutz der Familie und der kleinen Lebenskreise ist es für den einzelnen weit schwieriger, sich der Konsumverführungen und derjenigen des vormundschaftlichen Staates zu erwehren."
                
      Die politisch forcierte Verarmung großer Teile der Bevölkerung wird zum Kuschelparadies der von der Individualisierung Erlösten erklärt:
                
      "Im Zuge der Individualisierung unserer Gesellschaft hat sich die Bevölkerung förmlich atomisiert. Man ist auseinandergerückt und hat auf diese Weise seine Selbständigkeit begründet. Dies gilt für die Singles, die Jugend wie die Alten. Um diese Erfahrung einer Gesellschaft im Wohlstand sind wir inzwischen reicher geworden. Aber auch um die Erkenntnis, daß es keine aufwendigere Form des Lebens gibt als die in kleinen und Kleinsthaushalten. Nirgends sind die Fixkosten einer angemessenen Lebensführung höher als im Einpersonenhaushalt. Vieles spricht deshalb dafür, daß nach einer gewissen Erschöpfung des Triebes zur Selbständigkeit und Vereinzelung die Haushaltsgrößen wieder zunehmen werden. Zum einen ist es auf die Dauer schöner, in Gemeinschaft zu leben, vor allem, wenn man älter wird. Zum anderen enthält die jetzige Haushaltsstruktur eine erhebliche Rationalisierungsreserve."
                
      Der Einpersonenhaushalt ist in vielen Fällen nur eine amtlich beglaubigte Fiktion, denn Alleinwirtschaftende wohnen vielfach nicht allein.
                
      Wenn die Zahl der Einpersonenhaushalte zukünftig kleiner wird, dann könnte dies auch mit der gegenwärtigen Umstellung der amtlichen Statistik zu tun haben.
                
      BIEDENKOPFs Kritik an der Individualisierung hat nichts im Geringsten mit der hier vertretenen Kritik an der Individualisierungsthese zu tun, vielmehr ist BIEDENKOPFs Darstellung geradezu symptomatisch für den Terror der Individualisierungsthese, der im Gewande der Single-Rhetorik zur Single-Lüge führt.
                
      BIEDENKOPF erhofft sich von der politisch gewollten Verarmung der Bevölkerung ganz unmissverständlich größeren Kinderreichtum:
                
      "Der funktionalisierten Familie fehlt die Kraft, ihre Vernunft gegen die Macht des Marktes oder die Verführungen der Vormundschaft zu behaupten. Und ihr fehlt die Kraft zur Erziehung der Kinder. Aber wir fragen nicht, ob auch dies ein Grund dafür sein könnte, daß so viele junge Männer keine Kinder wollen."
                
      Singles wird offen damit gedroht, dass sie auch gegen ihre eigene Einsicht - durch den Abbau des Sozialstaats - auf ihr eigenes Netzwerk bzw. die Familie zurückverwiesen werden:
                
      "Wir werden lernen - der Not gehorchend, wenn nicht der eigenen Einsicht -, daß wir die Entgrenzungskrise ohne die Hilfe der begrenzenden Kraft der Familie und der kleinen Lebenskreise nicht überwinden können. Deshalb werden wir sie wieder in ihr eigenes Recht einsetzen."
                
      In der FAZ konnte man bereits vor einem Jahr einen Vorgeschmack auf den kommenden Krieg gegen die pluralistische Gesellschaft erhalten.
 
   
  • GOEHLER, Adrienne (2006): Kleine Lösungen.
    Handeln heißt anfangen können. Wie lassen sich in einer Welt, der die Arbeit ausgeht, soziale Kräfte bündeln und gestalten? Dabei sollten KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen mitmischen: Wege und Umwege in die Kulturgesellschaft. Ein Plädoyer,
    in: TAZ v. 22.03.
    • Kommentar:
      Heute ist der Tag der großen Gesellschaftsentwürfe. Zwischen Rechts und Links gibt es keine Unterschiede in der Gegenwartsdiagnose: der Sozialstaat wird als vormundschaftlicher Ammenstaat abgelehnt.

                
      Bei den Zukunftsentwürfen gibt es dagegen Differenzen.
      Während BIEDENKOPF die alte Mitte bedient, spricht GOEHLER die neue Mitte an und hier speziell die kreative Klasse und die Wissensarbeiter.

                
      Gemeinsam ist beiden wiederum der Glaube, dass unser Heil in der postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft liegt.
                
      Diese sieht jedoch jeweils anders aus. BIEDENKOPFs Vorstellungen sind orientiert am vormodernen Modell des "Ganzen Haus". Produktions- statt Konsumgemeinschaft heißt seine Devise.
      GOEHLER dagegen orientiert sich am postmodernen Modell des Projekts.

                
      Beide Modelle sind als Klassengesellschaften konstruiert.
                
      Bei BIEDENKOPF ist das offensichtlicher: "großbürgerliche" Haushalte werden Arbeitgeber. Dies setzt große Einkommensunterschiede voraus.
      GOEHLERs Klassengesellschaft setzt den flexiblen Selbstunternehmer voraus. Für Arbeitnehmermentalitäten ist da kein Platz.
 
   
  • NUTT, Harry (2006): Inländer,
    in: Frankfurter Rundschau v. 22.03.
    • Inhalt:
      "
      Die große Medienerzählung vom Aussterben der Deutschen bedarf dringend eines Bewusstseins davon, dass Migration ein irreversibler Vorgang ist. Getreu des ersten soziologischen Hauptsatzes, dem zufolge soziale Systeme nicht sterben können, bedeutet der Rückgang der Geburtenrate keineswegs den Tod einer Gesellschaft. Der demographische Wandel birgt soziale Konflikte, deren Konturen sich erst schwach abzuzeichnen beginnen. Die Welt wird bunt, und das wird nicht nur lustig werden.
                
      (...).
      Die Geburt eines Kindes bedarf einer Atmosphäre der Ankunftserwartung. Die gegenwärtige Diskussion erweckt jedoch den Anschein, sich in einem Taumel der Zukunftsangst zu befinden
      ", meint NUTT.
 
   
  • DANNENBERG, Sophie (2006): Zu Besuch in der Zombiewerkstatt,
    in: DeutschlandRadio v. 22.03.
    • Kommentar:
      Sophie DANNENBERG hat nun das "Bleiche Herz der Revolution" in einem Berliner Gymnasium entdeckt: selbstzufriedene Verwahrlosung bei der zukünftigen Elite. Das kann nicht gut gehen:

                
      "Jetzt, wo die demographische Katastrophe sich über uns zusammenbraut, sollen plötzlich alle Kinder kriegen, möglichst schnell und möglichst viele. Das soll die Lösung sein. Aber sind denn dies die Kinder, die uns einst retten werden?" fragt DANNENBERG besorgt.
                
      Iris RADISCH hat ihr die Augen geöffnet! Nur noch RABENMÜTTER und -VÄTER wohin man blickt. Und die Rendite muss stimmen:
                
      "Hier passt alles. Auf der einen Seite die hassenden Eltern, auf der anderen Seite die hassenswerten Kinder. Diesen Eltern fehlt augenscheinlich die entfernteste Vorstellung von dem, was ein Kind bedeutet: Liebe und ein Versprechen an die Zukunft. (...).
                
      Wie sollen Kinder neugierig werden, wenn nicht einmal ihre eigenen Eltern auf sie neugierig sind?(...). Früher gab es das viel sagende Wort vom Menschen als Kanonenfutter; unsere nun plötzlich herbeigesehnten Kinder sind so was Ähnliches: Rentenfutter. Die Beziehung zwischen ihnen und uns gibt sich ganz offen instrumentell, auf einen einzigen Zweck reduziert. Die Kinder sollen was abwerfen, sie sollen uns retten, vor Armut und Überalterung, vielleicht auch vor Überfremdung."
 
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom   21. März 2006

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2007
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 14. Juni 2007 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002