| |
|
[ News-Hauptseite ] [
Suche ] [
Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom 01. -
15. April 2003
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
"Der
Zynismus, der sich in den letzten zehn Jahren gesellschaftlich
breit gemacht hat, ist klammheimlich biologisch unterfüttert
worden. Die Hilflosigkeit, mit der wir den gnadenlosen
Marktgesetzen gegenüber stehen, entspricht derjenigen, mit der
wir uns den Hormonen ausgeliefert sehen.
(...).
Wer die neue sexuelle Revolution zuende denkt, weiß, dass es im
Krieg der Geschlechter bald zu einem Wettrüsten der Hormone
kommen wird. Gerade der Feminismus dürfte sich da Hoffnungen
machen: Die Waffen der Frauen können auch Biowaffen sein. Dann
heißt es: Hormontherapie für alle"..
(aus: Norbert
Kron im Tagesspiegel vom 04.04. 2003) |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
Tagesthema: Die SPD im Streit um die Sozialreformen
-
HERRMANN, Ulrike (2003): Mit Zuspitzung wider den Teppichhandel.
Die SPD-Basis bekommt ihren Sonderparteitag - soll dort aber
nicht diskutieren, sondern das Reformpaket des Kanzlers nur
absegnen,
in: TAZ v. 14.04.
- Kommentar:
Der Sonderparteitag der SPD ist bereits
jetzt eine Farce. Einzig ein Mitgliederbegehren ermöglicht allen
Parteimitgliedern Einflussnahme auf die Reform:
Parallel läuft immer noch das
»Mitgliederbegehren«, das neun linke SPDler am letzten Freitag
gestartet haben. Die Initiatoren haben jetzt drei Monate Zeit, um
etwa 67.000 Unterschriften zu sammeln. Denn sie müssen 10 Prozent
der Genossen hinter sich versammeln, damit der Vorstand alle
Parteimitglieder befragen muss, ob sie zum Beispiel gegen die
Kürzung des Arbeitslosengeldes sind. (...). Scholz nannte es
gestern »nicht den feinen Stil« (...). Hinter vorgehaltener Hand
geben aber viele Genossen zu, dass sie den Linken so viel
konspirative Energie gar nicht zugetraut hätten. Schon ein starkes
Stück, am Dienstag in der Fraktion zu schweigen, während
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement seine Kürzungsprogramme
vorstellt - um dann drei Tage später einfach zwei
Nachrichtenagenturen zu informieren. Und nicht etwa Fraktionschef
Franz Müntefering. Auch der Internet-Auftritt (www.mitgliederbegehren.de)
überrascht: Dank der Computerkenntnisse der Münchner Jusos ist er
mustergültig organisiert. Da hatte man sich zum Beispiel
langfristig eine Domain gesichert, und die Homepage bietet einfach
alles, was der Basisaktivist so braucht - nicht zuletzt die
fertige Unterschriftenliste oder den Kampagnentext für die
Lokalzeitung".
-
WALTER, Franz (2003): Die verdrossene Republik.
Selbst in finsteren Zeiten hatte die SPD immer ein Ziel vor
Augen. Doch wofür kämpft sie heute? Sie weiß es selbst nicht,
in: TAZ v. 14.04.
|
|
| |
|
-
RATH, Christian (2003): "Keine Bremser".
Hans-Jürgen Papier, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts,
über Karlsruhes Rolle beim Reformkurs und die Gefahr des
Kommissionswesens,
in: TAZ v. 14.04.
- Inhalt:
PAPIER u.a. zu Kinderlosen und Rente:
CDU-"Parteichefin Angela
Merkel hat jüngst vorgeschlagen, dass Kinderlose nur noch halb so
hohe Renten bekommen sollen wie Eltern. Sind solche Ideen im Sinne
der Karlsruher Vorgaben?
Man kann Kindererziehung bei den Beiträgen oder bei den
Leistungen anrechnen. Wir haben bei den Beiträgen angesetzt, weil so
die Entlastung schon dann wirkt, wenn Familien durch die
Kindererziehung noch materiell belastet sind. Die Leistung wird ja
erst Jahrzehnte später ausgezahlt. Aber es ist gut, dass die Politik
jetzt über die demografischen Probleme der Sozialversicherung
diskutiert".
|
|
| |
|
-
- SCHNEIDER, Wolfgang (2003): Lesefehler.
Jugend horcht: Ein Berliner Symposion über Popliteratur,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.04.
- Inhalt:
SCHNEIDER kommt nach Referierung der
Pop-Wissenschaftler
Moritz BAßLER,
Thomas ERNST, Andreas SCHUMANN
und Eckhard SCHUMACHER angesichts der Unschärfe des Begriffs
"Popliteratur" zum Schluss:
"In ihm kann sich inzwischen
alles wiederfinden, was nicht nach Literaturpreis-Literatur und
Wasserglas-Lesung aussieht. Insofern muß man wohl doch sagen:
Popliteratur wird es immer geben".
- BISKY, Jens (2003): Der
Junggesellendiskurs.
Generation Pop: Neues vom literarisch-philologischen Komplex,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.04.
- Kommentar:
Singlefeind und Popliteratur-Hasser
Jens BISKY liefert einen
SZ-typischen, seniorengerechten Stimmungsbericht vom Festival:
"Viel wurde getrunken in den Geschichten – »wir
tranken, damit wir uns nachher darüber unterhalten konnten«
(Kolja Mensing) –, aber die reichhaltige Welt der Biersorten,
die feinste Distinktionen ermöglicht, blieb unbeschrieben.
Erstaunlich wenig Musik kam vor, dafür viele Eltern und Freunde.
Es hatte während des Symposions Verwunderung darüber gegeben, dass
überwiegend Männer bei der Sache waren. Es handele sich nun
einmal, so Moritz Baßler, um einen »Junggesellendiskurs«. Es müssen, so
eine nahe liegende Vermutung, viele Autoren inzwischen geheiratet
oder den inneren Junggesellen anderweitig überwunden haben".
-
DeutschlandRadio Berlin (2003): Generation POP?
Symposium zu Fragen junger deutscher Literatur. Gespräch mit Dr.
Moritz Baßler,
in: Fazit - Kultur vom Tage. Sendung des DeutschlandRadio
Berlin v. 13.04.
|
|
| |
|
-
Bevölkerungsentwicklung in Europa
- Kommentar:
Mit der letztjährigen
Titelgeschichte im
Economist ist das Aussterben Europas auf die europäische Agenda
gesetzt worden.
Bevölkerungspolitik ist nunmehr
nicht nur nationale, sondern auch eine europäische Angelegenheit.
Die
Bevölkerungspolitik in jenen Staaten, die sich durch die
nationalsozialistische Politik in ihrem Offensivdrang gehemmt fühlt,
setzt inzwischen verstärkt auf die internationale Vernetzung.
Der Profilbericht stellt eine
neue Studie vor, die späte Mutterschaft in den Mittelpunkt rückt.
Während
in den USA das Thema längst kein Tabu mehr ist, sind die
Propagandisten früher Mutterschaft hierzulande noch zurückhaltend.
Eine Gemeinschaftsstudie des
Instituts für Demografie der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften und des Internationalen Instituts für Angewandte
Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg hat nun die "verspätete
Mutterschaft" und den damit verbundenen "Tempoeffekt" als
hauptverantwortlichen Faktor für die niedrige Geburtenrate
hervorgehoben.
Der Tempoeffekt ist nur ein
anderer Begriff für das mittlere Gebäralter von Frauen. Der Anstieg
ist seit langem bekannt. Wenn dies jetzt besonders propagiert wird,
dann liegt das daran, dass dies zur angestrebten Politik der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie passt.
-
BUCHACHER, Robert & Heiko MEYER (2003): Geburtsschmerz.
Die europäische Bevölkerung altert und schrumpft in weit höherem
Maß als bisher angenommen. Der in der Geschichte einmalige Knick
nach unten sei soeben passiert, sagt ein internationales
Forscherteam,
in: Profil Nr.16 v. 14.04.
- MEYER, Heiko (2003): "Europa wird
verlieren".
Der Wiener Bevölkerungswissenschaftler Wolfgang Lutz über seine
jüngste Studie zur beschleunigten Vergreisung Europas,
in: Profil Nr.16 v. 14.04.
- Inhalt:
Der Bevölkerungswissenschaftler
Wolfgang LUTZ umschreibt das Ziel
der Bevölkerungspolitik:
"Bisher war die Frage, wie weit
der Staat auf die Geburtenentwicklung einwirken soll, hierzulande
wegen der Bevölkerungspolitik der Nazis tabu. Das Ziel muss daher
lauten: verstärkte Förderung der Vereinbarkeit von Familie und
Beruf und eine Flexibilisierung der typischen, an Männern
orientierten Karrieremuster. Wenn Frauen dadurch wieder früher
Kinder bekommen können, ohne ihre berufliche Zukunft zu gefährden,
trägt das nachhaltig zu einem Anstieg der Geburtenrate bei, ohne
dass man gleich in die Nähe der Mutterkreuz-Befürworter gerückt
wird".
|
|
| |
|
-
HERRMANN, Ulrike (2003): "Das steht so nicht im Wahlprogramm".
Schröders Reformkurs "benötigt zusätzliche Legitimation", meint
Hans-Peter Bartels - und will einen Sonderparteitag,
in: TAZ v. 14.04.
- Kommentar:
Die SPD-Führung will die Basis für den Abbau
des Sozialstaats in die Pflicht nehmen.
Wer nach dem Sonderparteitag sein
SPD-Parteibuch nicht zurück gibt - obwohl er gegen den rigorosen
Sozialabbau ist, der hat sein Recht verwirkt sich zu beschweren,
wenn die Reformen so durchgesetzt werden, wie es die selbstgefällige
Neue Mitte für richtig hält.
-
HERRMANN, Ulrike (2003): Hilferuf statt Rebellion.
Auch ein Parteitag kann die Fragen der SPD-Basis nicht beantworten,
in: TAZ v. 14.04.
|
|
| |
|
- STIEFEL, Susanne (2003): Schluss mit dem
eitlen Gejammer.
Es ist ein Kreuz: Älter werden wir alle - doch keine will es
werden. Denn die verbleibende Lebenszeit wird immer kürzer - und die
Chancen zugleich geringer. Persönliche Anmerkungen jenseits der Klage
über Falten und Kinnbehaarung,
in: TAZ v. 12.04.
|
|
| |
|
-
SCHÄFER, Thomas (2003): Wenn einer stellvertretend für andere denkt.
Teddy, der Inkommensurable (4): Theodor W. Adorno hielt es nicht
für das Recht, sondern sogar für die Pflicht des Intellektuellen, das
falsche Leben und Bewusstsein der Mitmenschen unnachsichtig zu
verdammen. Das macht seine Philosophie angreifbar für den Vorwurf des
Meisterdenkertums,
in: TAZ v. 11.04.
- Inhalt:
Thomas SCHÄFER beschreibt den
Distinktionsgewinn von ADORNOs Theorie für postpubertäre Nerds:
"Was die Horrorvisionen Adornos damals
nicht nur attraktiv, sondern für manch einen geradezu
unwiderstehlich machte, war (...) vor allem eines: Man fühlte sich -
insbesondere nach der Lektüre - in der auf Ausbeutung, Herrschaft
und Klischeehaftigkeit gegründeten bürgerlichen Gesellschaft zwar
nicht besonders wohl, aber man konnte sich nun, dank der neuen
Perspektive, als Teil einer geistigen Avantgarde begreifen. Hatte
man damit doch das Privileg, auf der richtigen Seite zu stehen, und
das ergab einen moralischen Selbstwert - oder Mehrwert -, der
sozusagen das funktionale Äquivalent für ein glückliches und
zufriedenes Leben in der etablierten Gesellschaft darstellte".
Unter dem Stichwort "Adorno lesen" hat
Roger BEHRENS in seinem ADORNO-ABC das einstige Bescheidwissen
von Adorniten beschrieben:
"Damals kursierte, zumal unter
Jungs mit Brille, noch der Irrglaube, dass man, wenn sich schon auf
den Partys nie die tollen Frauen für einen interessierten,
wenigstens durch kluges Dahergerede beeindrucken könne. Der
Feminismus hat das als Kopfwichserei diskreditiert, und heute
verstehen sich die jungen Leute sowieso eher auf eine abgeklärte
Unmittelbarkeit, die prahlt, mit Theorie nichts zu tun zu haben".
Ehemalige Adorniten wie
Stephan WACKWITZ
machen heutzutage gar ADORNO für ihr postpubertäres
Nerdtum
verantwortlich und missionieren
nun die Jugend.
|
|
| |
|
- GRAUPNER, Heidrun (2003): Die
Wohlfahrtsverbände warnen vor drastischem Abbau des Sozialstaates -
und niemand hört sie.
"Wenn es für alle nicht mehr reicht, springen die Armen ein". Mit
den geplanten Sparmaßnahmen der Bundesregierung verringern sich weiter
die Chancen für benachteiligte Jugendliche,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.04.
|
|
| |
|
-
BÖTTGER, Martin (2003): Einstiegstaktik ändern.
Entgegenkommen, Fortkommen, Ankommen. Die Deutsche Bahn ist etwas
für Masochisten,
in: Freitag v. Nr.16 v. 11.04.
- Inhalt:
Erlebnisbericht eines alleinreisenden
Pendlers, der durch die Bahnreform zum rücksichtslosen Einzelkämpfer
wurde:
"Meine Überlebenstechniken
funktionieren auch unter (...) erschwerten Bahnbedingungen. Als
körperlich-bisher-noch-nicht-Behinderter im besten Mannesalter
schaffe ich es, noch. Auf Kleine, Alte, Behinderte achte ich jedoch
dabei sowenig wie alle andern. Am Ende einer Fahrt bin ich angefüllt
mit Aggression. Bei der morgendlichen Ankunft am Arbeitsplatz dauert
es gut eine Viertelstunde, bis alle »Abenteuer« im Kollegenkreis
erzählt und psychisch verarbeitet sind. Bei der abendlichen
Heimfahrt hat sich vom Bahnhof aus ein längerer Umweg mit dem
Fahrrad nach Hause als Aggressionsabbau bewährt".
|
|
| |
|
-
STEFFEN, Johannes (2003): Schröders Systemwechsel.
Agenda 2010. Die Pläne des Kanzlers beinhalten drastische
Kürzungen, die in ihrer Dimension an die Kohl-Ära erinnern - und die
Substanz der sozialen Sicherung angreifen,
in: Freitag v. Nr.16 v. 11.04.
- Inhalt:
STEFFEN rechnet u.a. vor, was die neuen
Zumutbarkeitskriterien für Singles bedeuten:
"»Wer zumutbare Arbeit ablehnt - wir
werden die Zumutbarkeitskriterien verändern -, der wird mit Sanktionen
rechnen müssen«, heißt es weiter. Kaum vorstellbar, dass die
Daumenschrauben an dieser Stelle noch stärker angezogen werden können.
Schon heute ist unserem Durchschnittsverdiener mit einem Monatsbrutto
von 2.436 Euro als Single nicht nur der bundesweite Umzug zumutbar;
auch die Rutschbahn des zumutbaren Bruttoentgelts ist rasant: In den
ersten drei Monaten runter bis auf 1.949 Euro, im vierten bis sechsten
Monat bis auf 1.705 Euro und ab dem siebten Monat der Arbeitslosigkeit
jede Beschäftigung mit einem Brutto von wenigstens 1.061 Euro. Künftig
brechen selbst diese Dämme - jede Arbeit, selbst Pflichtarbeit, wäre
unabhängig vom Entgelt zumutbar. Falls Arbeitslose eine Arbeit
ablehnen - oder, wenn Nachweise fehlen, dass sie sich um Arbeit bemüht
haben, - soll die Leistung, beim mittellosen Single etwa 595 Euro, um
knapp 90 Euro gekürzt werden; so jedenfalls das Mehrheitsvotum der AG
»Arbeitslosenhilfe/Sozialhilfe« der Gemeindefinanzreformkommission.
Als Sonderaktion für unter 26-Jährige wird im erwähnten Fall in
Aussicht gestellt, die Leistungen sogar völlig zu entziehen".
-
AREND, Ingo (2003): Torso.
Linksbündig. Die SPD ruiniert ihre kulturelle Hegemonie,
in: Freitag v. Nr.16 v. 11.04.
- Inhalt:
AREND rechnet mit dem "Dritten Weg" der
Sozialdemokraten ab:
"Bei diesem ominösen Wanderpfad
wird gern von Individualisierung und Flexibilisierung geredet. Der
Künstler ist da gar zum neuen Arbeits-Leitbild avanciert. Nun ist nach
dem gescheiterten Staatssozialismus eine neue Balance von
Individualität und Sozialität die wichtigste Denkherausforderung für
einen demokratischen Sozialismus. Doch in Schröders »Agenda 2010« wird
Individualisierung - wie bei der Privatisierung des Krankengeldes -
wie Individualisierung des Risikos buchstabiert. Die Wunderwaffe der
Ich-AGs soll die schwer Vermittelbaren aus der Statistik schießen.
Derweil dürfen diverse Bankgesellschaften weiter die Verluste
sozialisieren. Vorschriften oder Zwangsflexibilisierung statt neue
Wahlmöglichkeiten überall: Wie bei der Deutschen Bahn, wo individuelle
Spontanentscheidungen neuerdings mit Platzverweis und Horrorpreisen
belohnt werden, soll auch der unverschuldet Arbeitslose nach einem
Jahr seine freigesetzte Kreativität im Korsett der Sozialhilfe
entfalten. Saß Schröder-Vorgänger Björn Engholm noch einer
SPD-Kommission »Arbeit und Muße« vor, droht heute der angebliche
SPD-Linke Ludwig Stiegler Akademikern mit Sozialabstieg und
Arbeitszwang - der Sozialstaat als autoritäres Wohlfahrtsregime".
|
|
| |
|
- Der singlefeindliche
Bericht
POP/MUT (2003): Schön, erfolgreich und dennoch Single.
Prominente auf der Suche nach dem Richtigen: Heute die Schauspieler
Rosalind Baffoe und Daniel Fehlow,
in: Welt Berlin v. 10.04.
- Kommentar:
"Als Single ist man in Berlin auch niemals richtig
alleine, weil in der Hauptstadt noch ungefähr 860 000 andere Singles
wohnen. Schauen Sie Ihren Nachbarn ruhig mal ins Fenster. Wetten,
dass mindestens zwei Drittel der Wohnungen »Ein-Personen-Haushalte«
sind und dort Pizza-Packungen für Singles im Tiefkühlfach liegen?"
Diese Wette würden
POP & MUT garantiert verlieren!
Erstens liegt der Anteil der
Einpersonenhaushalte in der
Dienstleistungsmetropole Berlin unter 50 % und zweitens leben
weniger als 30 % der Berliner in einem "Single"-Haushalt. Da es
viele Wohngemeinschaften in Berlin gibt, führen oftmals Singles zwar
einen eigenen Haushalt, wohnen aber nicht in einer eigenen Wohnung
(Alleinwirtschaften ist nicht gleich
Alleinwohnen).
Auch die Tiefkühlpizza auf
Single-Haushalt-Tischen ist ein Mythos, den z.B. die
Konsumsoziologin Doris Rosenkranz in Frage stellt.
Immer noch sind
allein lebende Witwen die größte Gruppe und nicht der "Swinging
Single" wie er von den beiden Journalisten vorgestellt wird.
Und nicht zuletzt sind
Alleinlebende im mittleren nicht unbedingt
partnerlos.
-
POP (2003): "Ich will keine Trophäe sein",
in: Welt Berlin v. 10.04.
-
MUT (2003): "Ich würde mich gern neu verlieben",
in: Welt Berlin v. 10.04.
|
|
| |
|
-
RM: Pro und Contra:
Sollen Kinderlose weniger Rente erhalten?
Die CDU-Vorsitzende
Angela Merkel will Ehepaaren ohne Nachwuchs ihre Ansprüche im
Alter halbieren. Dieser brisante Vorschlag findet nicht nur in der
Union heftigen Widerspruch. Angesichts der Ebbe in der Rentenkasse
erhält der Plan jedoch zusätzliche Virulenz,
in: Rheinischer Merkur Nr.15 v. 10.04.
-
SINN, Hans-Werner (2003): PRO - Ja, sie
sparen genug Geld, um zusätzlich vorzusorgen
- Kommentar:
MERKEL will nicht nur Ehepaaren ohne Kindern,
sondern - wie SINN - allen Kinderlosen die Rente kürzen. SINN
spielt mit der falschen Gleichung Kinderlose = Besserverdienende.
SINN leugnet, dass soziale Ungleichheit quer zur Frage des
Kinderhabens liegt.
- MEURER, Anne (2003): CONTRA - Nein,
Familien werden bereits enorm begünstigt
- Inhalt:
MEURER weist darauf hin, "dass Familien bereits
heute für eine geringere Beitragsbelastung relativ höhere
Leistungen erhalten als Kinderlose". MEURER fordert, dass der
Familienlastenausgleich von allen zu bezahlten ist, d.h. per
Steuern finanziert werden muss.
|
|
| |
|
-
DEGES, Stefan (2003): Wir sind wieder wer, nur wer?
Antiamerikanismus. Detlef Gürtler wettert gegen die USA und meint
damit die wenigen liberalen Elemente unserer Wirtschaft,
in: Rheinischer Merkur Nr.15 v. 10.04.
- Kommentar:
Was für Linke der Begriff "Faschismus" ist, das ist
für Rechte der Begriff "Antiamerikanismus". Beide Vokabeln sollen
rechtfertigen, dass man nicht genauer hinsehen muss, sondern ein
Buch vorab verurteilen kann.
Aber der Rezensent schert sich
genauso wenig um den dummen RM-Untertitel wie für Detlef GÜRTLER der
Vorwurf Antiamerikanismus zutreffend wäre.
DEGES hebt hervor, dass GÜRTLER
hart mit den Demografen ins Gericht geht, "die das Schrumpfen
der deutschen Gesellschaft für die neunziger Jahre ankündigten.
Tatsächlich wuchs Deutschland um mehr als drei Millionen Bürger,
weshalb Gürtler sich zum Schutzschirm gegen alle derzeit geforderten
Reformen macht: »Die Deutschen werden nicht aussterben. Der
Sozialstaat wird weiter lebenswert und finanzierbar bleiben.«"
|
|
| |
|
-
NAHLES, Andrea (2003): Wir brauchen "Flexicurity".
Reformbedarf. Junge Leute sind oft enttäuscht. Viele wollen heute
Beruf und Familie miteinander vereinbaren. Eine neue
Arbeitsversicherung kann jungen Eltern die nötigen Rechte geben,
in: Rheinischer Merkur Nr.15 v. 10.04.
- Kommentar:
Andrea NAHLES hat sich das neoliberale
Begriffsvokabular vom aktivierenden Sozialstaat angeeignet.
"Flexicurity" ist mittlerweile das
Zauberwort derjenigen, die den Neoliberalismus jenen schmackhaft
machen sollen, die zu den Reformverlierern gehören werden.
Das Idealbild der "Flexicurity"
liest sich dann so:
"Erforderlich ist eine Konzeption, die
Flexibilisierung zulässt, aber gleichzeitig neue Sicherheiten
bietet.
Das kann im Einzelfall auch ein Absenken des Leistungsniveaus in
bestimmten Teilen vorsehen (etwa Abbau des Ehegattensplittings,
degressiv gestaltetes Arbeitslosengeld). Andererseits ginge es aber
vor allem um die Schaffung einer Brückenfunktion an den Übergängen
verschiedener Lebensphasen".
|
|
| |
|
-
NIEJAHR, Elisabeth (2003): Schleudersitz zur Macht.
Früher galten die Sozialexperten im Parlament als fleißig, mächtig
und nicht selten unpolitisch. Jetzt rücken selbstbewusste Generalisten
nach,
in: Die ZEIT Nr.16 v. 10.04.
- Kommentar:
Elisabeth NIEJAHR beschreibt wie jeglicher Widerstand
gegen die Neue-Mitte-Politik durch einen neuen Ressortzuschnitt von
vorneherein verhindert wurde:
"Der Neuzuschnitt der
Sozialministerien sollte nach den Vorstellungen des Kanzlers auch
die gewerkschaftsnahe Beamten-Bastion im alten Sozialministerium
knacken. Sie schwächte den alten Sozialpolitiker-Verbund in den
Ausschüssen gleich mit, denn deren Zuschnitt richtet sich nach den
Ministerien. Jetzt verteilen sich die Sozialexperten auf zwei
Fachzirkel: Zum einen auf den Ausschuss für Gesundheit und Soziale
Sicherung, in dem besonders viele Parlamentsneulinge sitzen. Zum
anderen auf den Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft, dem auch viele
Mittelstandspolitiker angehören, woran sich alle Beteiligten immer
noch gewöhnen müssen".
|
|
| |
|
-
KIJOWSKA, Marta (2003): Der blinde Fleck in der
Familiengeschichte.
Stephan Wackwitz reist in sein unsichtbares Land,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 10.04.
- Inhalt:
KIJOWSKA beschreibt das
neue Buch "Ein unsichtbarer Land" von Stephan WACKWITZ als Reise
in die eigene Vergangenheit:
"In jene Jahre, als Wackwitz, damals
Germanistikstudent in Stuttgart, für Rudi Dutschke und die 68er
Bewegung schwärmte. Heute allerdings betrachtet er diese Zeit aus
der Distanz eines Intellektuellen, der sich darüber nur wundern
kann, «wie das möglich war, dass ich und auch viele andere in den
siebziger Jahren diese abwegigen, linksradikalen Lebensläufe
einschlagen wollten». Und erst seitdem er mehr über seinen
Grossvater wisse und die historischen Zusammenhänge besser verstehe,
sei es ihm klar, dass «dieser linksradikale Karneval eine verspätete
Antwort auf die Konstellation im Leben der Generation meines
Grossvaters war»".
|
|
| |
|
-
HERRMANN, Ulrike (2003): Wer arbeitet, bleibt arm.
Rot-Grün geht ein gewagtes Experiment ein: Bei den Arbeitslosen
wird gekürzt und dafür Vollbeschäftigung versprochen. Der Nachteil:
Die meisten bekämen nur Niedriglohn
in: TAZ v. 10.04.
- Inhalt:
HERRMANN kritisiert den Zynismus der
Sozialstaatsreform:
"Während ein offizieller Arbeitsloser eine
Mahnung an die Gesellschaft ist, ein statistischer Vorwurf, hat sich
ein »working poor« nicht zu beklagen. Er hat doch einen Job. Dass er
dabei kaum etwas verdient, dafür kann dann niemand etwas. Mehr als
einen Niedriglohn ist seine Arbeit eben nicht wert.
Vollbeschäftigung, so wird suggeriert, sei ein Versprechen an die
Arbeitslosen. Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Es ist auch die
Hoffnung der Begüterten, dass nicht bemerkt wird, wie ungerecht
Wohlstand und Chancen verteilt sind".
|
|
| |
|
-
WACKWITZ, Stephan (2003): Geheime Signale kindlicher Gesten.
Das Innenleben eines Gründervaters unserer Republik: Die Tagebücher
Rudi Dutschkes sind ein berührendes Dokument. Sie sind das
Arbeitsjournal eines unermüdlich lesenden Intellektuellen. Rudi
erweist sich zudem als Genie der Freundschaft,
in: TAZ v. 09.04.
- Kommentar:
Stephan WACKWITZ wandelt auf den Spuren von
Michael RUTSCHKY ("Lebensromane") und beschreibt die Passung
zwischen der vaterlosen 68er-Generation und dem Studentenführer
Rudi
DUTSCHKE:
"Es ist (...) kein Zufall, dass Rudi
Dutschke - die charismatischste und sympathischste Führergestalt der
von diesem Familienroman bewegten Studenten - vor allem durch die
kindlichen Züge in seiner medialen Selbstdarstellung und
autobiografischen Selbststilisierung gewirkt hat und heute noch
wirkt. Der bubenhafte Vorname; die rebellenhaft herausgewachsene
Konfirmandenfrisur; der Ringelpullover. Man muss in der nun
erschienenen (...) Ausgabe von Rudi Dutschkes Tagebüchern und
autobiografischen Aufzeichnungen noch einmal die Bilder betrachten,
um zu wissen, auf welche Weise, aber auch in welchen emotionalen
Tiefen dieser Mann seine Generation gerührt hat: das Kinderglück im
Gesicht des Studentenführers, wie er auf dem legendären
Vietnamkongress im Februar 1968 neben seinem Freund Gaston Salvatore
(unglaublich gut aussehende junge Männer der eine wie der andere)
lachend die Fäuste hochhebt, als habe die E-Jugend des FC
Luckenwalde gerade ein Tor geschossen".
Stephan WACKWITZ schwärmt Zeile
für Zeile von der "authentischen, nie kitschig oder
phony wirkenden, vielleicht wirklich fast jesuanischen oder
franziskanischen Kindlichkeit, Unschuld und Vertrauensseligkeit Rudi
Dutschkes".
|
|
| |
|
- SEIBT, Gustav (2003): Die halbbitteren
Lehren des Lebens.
"Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman": Wilhelm Genazinos
Bildungsroman im Bonsai-Format,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.
- Kommentar:
Gustav SEIBT bleibt sich treu und liest
GENAZINOs Roman als
Kritik an der Spaßgesellschaft der adenauerschen
Wirtschaftswunderzeit.
Spaß hieß damals jedoch noch Frohsinn
und die Popkultur bestand aus Rex GILDO und Peter ALEXANDER.
"Der Titel spielt
unüberhörbar auf eine ehrenfeste bürgerliche Maxime an: Drei Dinge
solle ein Mensch in seinem Leben tun – ein Haus bauen, ein Kind
zeugen und ein Buch schreiben", meint SEIBT.
Man kann das aber
auch ganz anders sehen.
Die Wohnung steht für die
Befreiung aus der Enge des Elternhauses und die Vorteile des
Alleinlebens als Voraussetzung dafür, überhaupt ein eigenes Projekt
- den Roman - in Angriff nehmen zu können.
Was es mit der Frau auf
sich hat, das darf jeder selbst herausfinden.
|
|
| |
|
-
-
OBERSCHELP,
Malte (2003): "Goodbye Ally".
Ally McBeal lässt's endlich gut sein,
in: TAZ v. 08.04.
- PAVLOVIC, Milan (2003): Schneemanns
Schicksal.
Ally McBeal verabschiedet sich auch in Deutschland,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.04.
- KOHLENBERG, Kerstin (2003): Ciao Ally!
Kerstin Kohlenberg findet, dass es mit der Serie "Ally McBeal"
jetzt auch reicht,
in: Tagesspiegel v. 08.04.
|
|
| |
|
- BUHR, Elke (2003): Weltwissen eines Popfans.
In "31 Songs" enthüllt Nick Hornby, der Meister der Liste, seine
Privatcharts,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.04.
- Inhalt:
Elke BUHR meint, dass Nick HORNBY als Meister
der Liste ("High Fidelity") genau weiß, was Pop für das Leben eines
Mannes bedeutet, der die Welt nach dem Modell der Charts
organisiert:
"Guter Pop ist (...) einer, der einem
etwas über sich selbst erzählt und der einem hilft, in allen
Lebenslagen. Ein Popsong ist wahlweise das weiche Taschentuch, das
einem den Rotz der Lebenskrise abwischt, er ist der Panzer, der ein
weinerliches Jüngelchen zum starken Ritter macht, er ist das
Gleitmittel für die Liebe und der kühlende Eiswürfel im Drink
danach. Und weil Nick Hornby um dieses absolute Eingebundensein des
Pop in funktionale Zusammenhänge weiß, versucht er sich gar nicht
erst in zweifelhaften Beweisketten zum Thema »Die Beatles sind doch
besser als die Stones« oder: »Warum Bob Dylan immer der größte sein
wird«.
Zudem kennt sich Elke BUHR im Fantum aus:
"Nick Hornbys Fantum ist denkbar
undogmatisch und deshalb symphatisch. Wahrscheinlich werden seine
eigenen Fans die Gelegenheit trotzdem nicht auslassen, aus 31 Songs
eine Bibel für mindestens das nächste Jahr zu machen. Im Anhang
finden auch sie das nötige Material dazu: Die Liste aller erwähnten
Songs in Reinform, mit Erscheinungsort und Tipps, wo es sie zu
kaufen ist. Kann man gleich in die nächste mail kopieren und an all
die anderen notorischen Auflister weiterschicken".
|
|
| |
|
- WERNEBURG, Brigitte (2003): rohstoff
pornografie: thomas ruff "nudes" (1),
in: TAZ v. 08.04.
|
|
| |
|
-
CREVELD, Martin van (2003): Das arme starke Geschlecht: Schon vor der
Geburt diskriminiert.
Männer arbeiten schwer, sterben früher und haben weniger Rechte als
Frauen,
in: Welt v. 08.04.
- Kommentar:
Die Welt liefert den Text zum gestrigen
Focus-Artikel von KLONOVSKY & SCHERER nach.
Martin van CREVELD greift einerseits die
Kritik der 70er-Jahre-Feministinnen auf:
"Ein und dasselbe Verhalten, z.B.
Weinen, wird bei einem Jungen missbilligt und gerügt, während es bei
einem Mädchen dazu führt, dass man es in den Arm nimmt und tröstet.
So war es schon im alten Sparta, als die Mütter (nicht die Väter)
ihre Söhne aufforderten, mit ihren Schildern zurückzukehren oder auf
ihnen".
Andererseits greift er die Errungenschaften
der 70er-Jahre-Feministinnen an:
"Ein Mann, der sich wegen sexueller Belästigung oder
eines sexuellen Übergriffs zu verantworten hat, muss sich einer
genauen Prüfung seiner Vergangenheit unterziehen, damit ermittelt
werden kann, ob ein »Verhaltensmuster« vorliegt; dasselbe Gericht,
das eine solche Untersuchung als Beweismittel anerkennt, wird sich
jedoch weigern, der Frage nachzugehen, ob sie eine Schlampe ist oder
ihn provoziert hat".
Man darf auf die Reaktion von
Alice SCHWARZER gespannt sein...
|
|
| |
|
-
KLONOVSKY, Michael & Martin SCHERER (2003): Das privilegierte
Geschlecht.
Frauen, heißt es ständig, werden benachteiligt. Stimmt das
wirklich, fragten sich unabhängig voneinander ein israelischer und ein
deutscher Forscher. Ihre Antwort: nein!
in: Focus Nr.15 v. 07.04.
- Kommentar:
Der FOCUS setzt sich an die Spitze der neuen
Männerbewegung, die im Windschatten des Postfeminismus surft. Die
Autoren stellen die Bücher von
Martin van CREVELD ("Das bevorzugte Geschlecht") und Arne
HOFFMANN ("Sind Frauen bessere Menschen?")
|
|
| |
|
-
ALANYALI, Iris (2003): Generation Hexenbesen.
Vergesst "Ally": Die Frau von morgen hat keine Neurosen, sondern
Zaubertränke und eine Botschaft,
in: Welt v. 07.04.
- Kommentar:
ALANYALI preist puritanische Prüderie an:
"Es wächst eine Generation von
Frauen heran, die sich weder für Sex noch für die City sonderlich
interessieren, und der Ally McBeal gehörig auf die Nerven geht".
Ally McBeal war - wenn überhaupt - nur eine Identifikationsfigur
für unfreiwillige Singlefrauen und zuletzt für Popintellektuelle wie
DIEDERICHSEN.
Ob man Karrierefrauen im
mittleren Lebensalter mit Mädchenfilmen abspeisen kann, das werden
diese Frauen per Knopfdruck selbst entscheiden.
|
|
| |
|
-
MERKEL, Andreas (2003): "Bewusst so drastisch gelassen".
"Never trust the author, trust the tale": Eike Schönfeld hat J. D.
Salingers Roman "Der Fänger im Roggen" neu ins Deutsche übertragen.
Ein Gespräch über das Geschäft des Übersetzens, über fehlende Sätze
und die Tücken der Umgangssprache,
in: TAZ v. 07.04.
|
|
| |
|
-
SCHWAIGER, Rosemarie (2003): Die Mama aller Schlachten.
Die schwer angeschlagene niederösterreichische FPÖ bekommt eine
neue Chefin: Barbara Rosenkranz, stramm national und Mutter von zehn
Kinder, soll das Chaos in der Partei beenden,
in: Profil Nr.15 v. 07.04.
- Kommentar:
Die neue niedersächsische Familienministerin Ursula
von LEYEN hat nur sieben Kinder zu bieten. Die neue FPÖ-Chefin
bietet nun 10 Kinder! Wer bietet mehr?
|
|
| |
|
-
KIMMEL, Wolfgang & Ulla SCHMID (2003): Pension brutal.
Langsam wird das Ausmaß der Pensionspläne der Wenderegierung
sichtbar. Für heute 30-Jährige könnte sich die Altersrente halbieren.
Für Menschen knapp vor dem Ruhestand kommt jede Eigenvorsorge zu spät,
in: Profil Nr.15 v. 07.04.
- Kommentar:
Werden in Deutschland noch große Reden
geschwungen, dass es nicht so hart kommen wird, ist man in
Österreich schon weiter.
Die Autoren legen dar, wieviel Geld welche
Gruppe weniger Rente erhält. Zwischen 14 und 40 % weniger Rente sind
geplant.
|
|
| |
|
-
AVA (2003): Besser dran ohne Mann?
Erfolgreich und Single. Immer mehr Frauen entscheiden sich für ein
Leben ohne das starke Geschlecht,
in: Welt am Sonntag v. 06.04.
- Kommentar:
Was haben Katarina WITT, Michelle HUNZIKER und
eine Kriegerwitwe gemein?
Gar nichts würde man meinen, außer dass es
sich um Frauen handelt. Aber
die Statistik macht es
oberflächlich gesehen möglich:
"Die Grundthese der US-Soap
»Sex and the City«
scheint sich zu bestätigen: Frauen brauchen Männer nur, um
festzustellen, dass sie ohne sie glücklicher sind.
Fakt ist zumindest: 13,5 Millionen Bundesbürger leben solo. Davon
sind 7,8 Millionen Frauen".
Fakt ist vor allem, dass die meisten dieser
allein lebenden Frauen Witwen sind und keine Karrierefrauen!
Fakt ist auch, dass viele der Frauen im mittleren
Lebensalter zwar allein wohnen, aber trotzdem einen Partner haben.
Fakt ist, dass Partnerlose im mittleren Lebensalter
vor allem unter den Geringverdienern zu finden sind.
Fakt ist, dass man nicht zu genau
hinschauen darf, denn sonst könnte man das Single-Bild nicht mehr
aufrecht erhalten!
|
|
| |
|
- ALF/UWE (2003): Wer verliert, wer gewinnt -
und wo Verlierer gewinnen.
Die Profiteure der Kanzler-Pläne sind noch nicht wahlberechtigt.
Und bei den anderen kommt es auf die Perspektive an,
in: Tagesspiegel v. 06.04.
- Kommentar:
Nur die Rhetorik stimmt hier...
|
|
| |
|
-
SCHÜMANN, Helmut (2003): Hinter deutschen Türen.
Hier lebte die Kommune 1, die berühmteste Wohngemeinschaft des
Landes. Doch die Geschichte des Hauses am Stuttgarter Platz beginnt
früher. Sie endet mit einem kubanischen Mieter namens Casanova,
in: Tagesspiegel v. 06.04.
|
|
| |
|
-
RUTSCHKY, Katharina (2003): Sweet Little
Sixteen.
Der erste aller Popromane in einer neuen Übersetzung: Jerome D.
Salingers "Der Fänger im Roggen",
in: Tagesspiegel v. 06.04.
- Kommentar:
RUTSCHKY hat im MERKUR gerade den Poproman als
unerkanntes Genre beschrieben. Dort firmierte GOETHEs Werther als
Urbild des Popromans. Dort stellte sie die Behauptung auf:
"die Popliteratur konzentriert
sich auf den Abschied von der unschuldigen Kindheit und den Eintritt
in die Welt der Erwachsenen, die eine Welt der Schuld ist".
An der Übersetzung von
"Fänger im Roggen" kritisiert RUTSCHKY erstens, dass Holden -
für eine Gymnasiastenprosa - nicht elitär genug geraten sei und
zweitens sich Holden bestimmt nicht hippiemäßig angebiedert hätte,
weswegen sie lieber das distanzierte SIE bevorzugt hätte.
|
|
| |
|
- ANK (2003): Was sind Kinder wert?
Kinder sind nicht mit Geld zu verrechnen. Doch unsere Politiker tun
es. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel will die Rente von Kinderlosen
halbieren. Wer kein Humankapital zeugt, müsse eben Realkapital
schaffen, will er im Alter die dieselben Leistungen. Denn Familien,
so heißt es, sorgen doppelt vor: Sie finanzieren die heutigen Alten
und stellen sicher, daß die Rentner von morgen nicht arm dastehen.
Sind also Kinder die halbe Rente wert? Wer verrechnet, muß mit der
Gegenrechnung rechnen. Wir liefern die Daten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.04.
- Kommentar:
Wie sieht heutzutage der Qualitätsjournalismus
aus? Der Artikel ist beispielhaft dafür.
Erstens: große Überschrift. Zweitens:
Lange Untertitel. Drittens: Bilder. Viertens: Grafiken. Fünftens:
Kurzer Text, den auch noch Angehörige der Infoelite lesen.
Sechstens: Mehr Ankündigen als dann tatsächlich geboten wird.
Wer meint ANK würde die
versprochene Gegenrechnung liefern, der wird enttäuscht.
Zuerst wird langatmig die Rechnung der
Singlefeinde präsentiert, die man sowieso überall nachlesen kann.
Das nimmt 50 % des Textes ein. Dann kommt die Gegenrechnung der
Singlefeinde. Auf beiden Seiten wird ausschließlich der Ökonom
Hans-Werner SINN persönlich genannt. Und die Quellen der Grafiken
weisen u.a. das IFO-Institut - also wieder nur SINN - aus.
Im letzten Absatz kommen dann die
nicht genannten Skeptiker zu Wort:
"Doch den Skeptikern geht das nicht weit
genug (...). Hätten sie recht, müßten die Renten der Kinderlosen
eigentlich höher ausfallen".
Auf diesen Qualitätsjournalismus
können Singles gut verzichten!
|
|
| |
|
- ANK (2003): Kompartive Vorurteile,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.04.
- Kommentar:
Da sich ANK bei obigem Artikel nicht verausgabt hat, wird noch eine
Rezension geliefert. Es handelt sich dabei um
"Vorbild Deutschland" von Detlef GÜRTLER.
GÜRTLER stört die neoliberale
Wirtschaftelite bei ihrer gerade begonnenen Besitzstandwahrung, die
Reform genannt wird, weil nur andere die Nachteile davon spüren
sollen.
ANK sieht in dem Buch eine Pflichtlektüre für die Wirtschaftselite,
damit sie weiß mit welchen Vorurteilen (Urteile stehen nur der Elite
zu!) sie es zu tun bekommt.
Eine "Apologie des Rheinischen
Kapitalismus" soll das sein. Rheinischer Kapitalismus ist in den
Kreisen von ANK ein Schimpfwort, steht es doch für den Erhalt der
Errungenschaften unseres Sozialstaates.
|
|
| |
|
- OCHS, Birgit (2003): Der kleine Unterschied.
Erst kam die Theorie, dann folgen die Projekte. Inzwischen ist die
Hochzeit der Frauenwohnmodelle vorbei, doch vieles gilt als
wegweisend,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.04.
- Inhalt:
OCHS berichtet über städtebauliche
Frauenprojekte.
Darüber hat Barbara ZIBELL von
der Universität Hannover die Studie "Auf den zweiten Blick"
veröffentlicht.
OCHS berichtet über zwei
unterschiedliche Ansätze frauen- bzw. müttergerechten Wohnens.
Zum einen geht es um den
Beginenhof in Bremen, der von der Witwe Erika RIEMER-NOLTENIUS
initiiert wurde, weil sie im Alter nicht allein leben wollte. Mit
dem Verständnis zwischen den Generationen ist es gemäß OCHS nicht
gut bestellt.
Als zweites Projekt wird die
Wohnanlage Hugenmatt in Lörrach vorgestellt. Diese steht in der
Tradition des sozialen Wohnungsbaus und ist besonders ideal für
alleinerziehende Mütter.
|
|
| |
|
- SCHAAF, Julia (2003): Die neue Ruhe nach dem
Sturm.
Schluß mit Jammern: Die Deutschen haben die Krise satt und fangen
an, sie als Chance zu nutzen. Wem Luxus nichts geben kann, der kriegt
Kinder und übt Yoga,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.04.
- Kommentar:
Die Ausgabe der FAS ist ein einziges
Jammertal.
Im Politikteil wird gejammert, u.a. jammert Rainer
HANK über die Reformer. Im Wirtschaftsteil wird gejammert: "Düstere
Aussicht: Alles wird schlimmer" ist ein Artikel von HANK und GERMIS
betitelt.
Da sehnt man sich nach dem Gesellschaftsteil,
wo endlich einmal nicht gejammert wird, sondern Auswege aus dem
Jammertal gezeigt werden.
Ist der Arbeitsmarkt verstopft, wendet
sich der Bürger dem Privaten zu. Wenn es nach SCHAAF geht, dann
haben wir in 9 Monaten einen Babyboom. Und die neue Bescheidenheit,
die Julie ZEH aufgespürt hat, kostet auch nicht viel. Wellness ist
in der Krise immer gut.
"Cocooning" nennt sich dieser
Trend, der seit 1968 immer wieder einmal im Trend ist. Trendforscher
liegen damit nie ganz verkehrt, weshalb der Begriff nichts von
seiner Beliebtheit verlieren wird.
|
|
| |
|
- MARGUIER, Alexander (2003): "Der
Neoliberalismus ist eine Provokation".
SPD-Vordenker Johano Strasser über die Vorzüge des Müßiggangs und
die Sehnsucht der Jugend nach erfülltem Leben,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.04.
- Kommentar:
Einzig die Überschrift enthält eine
Provokation.
Ansonsten SPD-Neue-Mitte eines 68er, der
den nachfolgenden Generationen Umdenken empfiehlt. Schließlich kann
der Sozialstaat nur noch für die 68er im ausreichenden Maße
aufkommen!
|
|
| |
|
- STAHL, Enno (2003): Popliteratur - Phänomen
oder Phantasma,
in: ndl - neue deutsche literatur, H.2
- Kommentar:
STAHL widmet sich dem Gespenst Popliteratur.
Ausgangspunkt ist das, was in den
Feuilletons alles unter diesen Begriff subsumiert wird und von
Johannes ULLMAIER dokumentiert wurde.
Wie so manches Gespenst der
Vergangenheit, beginnt dessen Geschichte auch im Jahr 1968. Leslie
A. FIEDLER, der vor kurzem verstorben ist, gilt gemeinhin als
Erfinder des Begriffs.
Einige Handbücher später -
und auch die britische Cultural Studies nicht vergessend - ist
STAHL bei
"Faserland" von Christian KRACHT angelangt.
Bei den Romanen von KRACHT folgt
er dem Germanisten Moritz BAßLER, der KRACHT die - inzwischen gar nicht mehr
willkommene - Anerkennung als Popliterat verweigert hat.
Nicht fehlen darf in einer
Abhandlung über Popliteratur der Name
Hubert WINKELS, das weiß auch STAHL und tut dem genüge.
Dass die kommerzielle
Popliteratur etwas mit dem ursprünglichen Konzept
Subversion durch Affirmation zu tun haben könnte, darüber könnte
die Second Order Generation durchaus streiten.
STAHL legt diese Ansicht aber
gleich wieder zu den Akten, nicht ohne vorher alle diejenigen
aufzuzählen, die zum elitären Club dazu gehören.
STAHL weiß zum Zeitpunkt des
Schreibens noch nicht, dass gerade bei SPEX die
Popliteratur neu erfunden wird.
Wenn STAHL - im Gegensatz zu
Katharina
RUTSCHKY - keine inhaltlichen Gemeinsamkeiten der
Popliteratur entdecken kann, dann muss woanders gesucht werden.
STAHL sieht das Gemeinsame in der
Transferierung von Marketing-Strategien der Musikindustrie auf die
Literatur. Am offensichtlichsten erscheint dies bei Benjamin
von STUCKRAD-BARRE plausibel:
"Nicht die Literatur ist also
wirklich Pop, sondern die Inszenierung der Autoren, ihre
Beanspruchung der Pop-Rolle".
Thomas STEINFELD
ist wohl derjenige Literaturkritiker, der dies am konsequentesten
anwendet. Besonders gerne bei Michel HOUELLEBECQ.
|
|
| |
|
-
- STELZNER, Holger (2003): Kinder als
Rentenfaktor,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.
- Kommentar:
STELZNER ist gegen eine "Ergänzung der
Rentenformel um einen Strafabschlag für Kinderlose", denn:
"Es gibt eine Vielzahl guter Gründe für
einen finanziellen Ausgleich der privaten Kosten der
Kindererziehung (...). Die Rentenversicherung ist jedoch der
falsche Ort für den Lastenausgleich der Kindererziehung.
gesellschafts- und ordnungspolitisch richtig kann dieser Ausgleich
nur über Steuern erfolgen".
Das Ansinnen der
Bevölkerungsökonomen, die gemäß ihrer Produktionsideologie
kinderlose Rentner als ökonomische Schmarotzer betrachten,
bezeichnet er als "moralisch gefährliche Saat".
Die "Zeugungs- und Gebärpflicht
für alle Deutschstämmige" - wie sie z.B. von
Konrad ADAM impliziert wird - könne das Schrumpfen der
Bevölkerung nicht verhindern.
Zum Abschluss fordert STELZNER:
"Anstatt das generative Verhalten der Menschen zu
steuern, sollten wir unser Rentensystem um eine kapitalgedeckte
Vorsorge ergänzen".
Eine solche kapitalgedeckte
Vorsorge benachteiligt jedoch arme Kinderlose, während sie Yuppies
und Doppelkarriere-Paare - siehe FUHRMANN in
der FAZ vom 01.04. - Vorteile verschafft.
|
|
| |
|
- LOVENBURG, Felicitas von (2003):
Doppelleben, halbbitter.
Wilhelm Genazino und der süße Duft der Vergeblichkeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.
- Inhalt:
LOVENBURG vermisst etwas den Glamour (stattdesssen
ist der Protoganist "linkisch bis zur Verhaltenslosigkeit"). Die
Rezensentin sieht Parallelen zwischen Autor und Roman. Wie der
jugendliche "Held" in GENAZINOs neuem
Roman "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" hat GENAZINO
journalistisch gearbeitet und als 20 Jähriger den Roman "Laslinstraße"
verfasst, der die "Ausbruchsträume eines Schülers gegen Ende der
Adenauerära schildert". Der neue Roman endet jedoch noch vor
Schreibbeginn.
|
|
| |
|
-
JACOBI, Robert (2003): Auf dem Weg ins Abseits.
Die Gewerkschaften stehen vor einer historischen Wegscheide,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.04.
- Kommentar:
Robert JACOBI sieht
nicht nur die Deutschen aussterben, sondern auch die
Gewerkschaftsmitglieder, wenn die Gewerkschaften nicht -
wie bereits die
evangelische Kirche - auf den neoliberalen Neue-Mitte-Zug
aufspringen:
"Statt gegen den Sozialumbau mit
alten Mitteln zu kämpfen, müssen sich auch die Gewerkschaften der
Aufgabe stellen, den Faktor Arbeit zu entlasten, weil sonst keine
Arbeitsplätze entstehen. Nur wenn sie zu einer schrittweisen
Anpassung an den Paradigmenwechsel vom fürsorgenden zum
leistungsfördernden Sozialstaat fähig sind, kehren sie in den
Gestaltungskern der Gesellschaft zurück. Andernfalls degenerieren
sie zu Rentnerverbänden, die klassenkämpferisch auftreten, aber
dahinsiechen und aussterben. Hochgerechnet werden sie in vierzig
Jahren das letzte Mitglied verabschieden".
Totgesagte leben bekanntlich am
längsten!
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
STEIN, Hannes (2003): "A fight for love and glory".
Der Völkermordexperte Gunnar Heinsohn im Gespräch über Krieg und
Demographie,
in: Welt v. 05.04.
- Kommentar:
In der demografischen Theorie gilt eine klassische
Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Beim Thema Geburtenrate
werden nur Frauen betrachtet, während beim Thema Krieg nur die
Männer eine Rolle spielen.
Gunnar HEINSOHN liefert plumpe
demografische Erklärungen für zukünftige Kriege. Die Grundlage dazu
liefert HUNTINGTON.
|
|
| |
|
-
KRON, Norbert (2003): Ein Hormon kommt selten allein.
Wechseljahre der Gesellschaft: Wie die Neue Biologie im
Geschlechterkampf die Moral des Alltags verändert - und wie Frauen
Männer gegen ihren Willen glücklich machen,
in: Tagesspiegel v. 04.04.
- Kommentar:
Norbert KRON widmet sich dem Siegeszug des neoliberalen
Kapitalismus, der mit einer Soziobioligisierung der
Geschlechterverhältnisse einhergeht:
"Alles Testosteron, oder was? In der Tat
lässt sich die Karriere, die der »Hormonismus« in den letzten zehn
Jahren gemacht hat, mit der des Kommunismus in den 60er Jahren
vergleichen. Im selben Maß, in dem alle Utopien der Steuerbarkeit
des Gesellschaftlichen (ob sozialdemokratisch oder sozialistisch)
abgewirtschaftet haben, ist die Welt auf einen Sozialdarwinismus
umgestiegen, der sich zunehmend als biologisch fundiert erweist. Ist
es ein Zufall, dass seit der friedlichen Revolution von 1989 nicht
nur die neoliberale Marktwirtschaft ihren Siegeszug antrat, sondern
auch ein neodarwinistisches Verständnis der Privatverhältnisse?
(...).
Tatsächlich gibt es verblüffende Parallelen zwischen dem
Turbokapitalismus (der das Marktprinzip zur letzten ethischen
Instanz erhebt) und dem neuen Soziobiologismus. Die Bereitschaft,
mit der wir den allumfassenden struggle for life als
gesellschaftlichen Motor akzeptieren (und den Glauben an die
Steuerbarkeit sozialer Prozesse aufgegeben haben) trägt Züge eines
neuen historischen Materialismus. Fehlt nur noch, dass der
Soziobiologismus in die politische Diskussion Einzug hält. Mit
Sicherheit ließen sich für den neoliberalen Kapitalismus und seine
Ethik gewichtige Argumente mithilfe der testosteronellen Logik
finden.
(...).
Der Zynismus, der sich in den letzten zehn Jahren gesellschaftlich
breit gemacht hat, ist klammheimlich biologisch unterfüttert worden.
Die Hilflosigkeit, mit der wir den gnadenlosen Marktgesetzen
gegenüber stehen, entspricht derjenigen, mit der wir uns den
Hormonen ausgeliefert sehen.
(...).
Wer die neue sexuelle Revolution zuende denkt, weiß, dass es im
Krieg der Geschlechter bald zu einem Wettrüsten der Hormone kommen
wird. Gerade der Feminismus dürfte sich da Hoffnungen machen: Die
Waffen der Frauen können auch Biowaffen sein. Dann heißt es:
Hormontherapie für alle".
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
PASTEGA, Nadja & Harald FRITSCHI (2003): Suche Arbeit!
Niemand braucht sie. In der Schweiz sind 25.000 Junge ohne Arbeit -
und es werden täglich mehr. Sogar gut Qualifizierte finden keine
Stelle. Die sozialen Folgen sind gravierend,
in: Facts Nr.14 v. 04.04.
- Kommentar:
Hat hierzulande die
Jobkrise der Generation Golf die Neue-Mitte-Medien erregt, so
ist es nun in der Schweiz die Generation @, der vom Schweizer
Nachrichtenmagazin eine Coverstory gewidmet wird.
"Besonders stark von der
Erwerbslosigkeit betroffen sind junge Männer im Alter zwischen 20
und 24", schreiben die Autoren.
Die Folgen der
Arbeitslosigkeit werden folgendermaßen beschrieben:
"Wenn die junge Generation arbeitslos
wird, verliert sie mehr als einen Job. Eine eigene Wohnung liegt oft
nicht drin, viele wohnen bei den Eltern. Kontakte zu andern Menschen,
während der Arbeit eine Selbstverständlichkeit, gibts deutlich
weniger. Plötzlich ist es schwierig, einen Partner zu finden. Für
den Ausgang, Bars, Discos und Dancings fehlt meist das Geld. Neue
Kleider kann man sich nicht mehr kaufen, Ferien werden schon gar
nicht in Betracht gezogen. Im Konkurrenzkampf mit ihren
Altersgenossen, die Geld verdienen, unterliegen sie an allen
Fronten".
|
|
| |
|
-
BARBIER, Hans D. (2003): Tief im Abseits.
Zur Ordnung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.
- Inhalt:
BARBIER kritisiert die Position von
Hans-Werner SINN und seiner Adeptin MERKEL aus wirtschaftsliberaler
Sicht:
"Wo liegt die Ratio der halben
Rente für Kinderlose, wenn Nachkommen der Zeugenden in der
Sozialhilfekarriere anstatt im Erwerbspotential landen oder wenn sie
als Hochbegabte nach dem subventionierten Studium dem deutschen
Sozialstaat den Rücken kehren, um ihren Lebensweg im Ausland zu
suchen?"
|
|
| |
|
-
BEGLINGER, Martin & Michael KROBATH (2003): "Liebe ist..."
Jürg Willi forscht seit 40 Jahren über die Zweierbeziehung und hat
Tausende von Paaren therapiert. Der Psychiater über den Hang der
Männer zu Asiatinnen, über die Biologie und warum es manchmal besser
ist, etwas zu verschweigen,
in: Weltwoche Nr.14 v. 03.04.
|
|
| |
|
-
MAYER, Susanne (2003): Strafsteuer für Kinderlose?
Angela Merkel hat Recht: Familien müssen entlastet werden,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 03.04.
|
|
| |
|
-
Ein Blick auf die Familie in
Deutschland anlässlich der Vorstellung der Datensammlung "Die Familie
im Spiegel der amtlichen Statistik"
- OTTO, Annett (2003): Die Normalfamilie -
ein Auslaufmodell?
Ministerin Renate Schmidt stellt einen neuen Datenreport vor,
in: Berliner Zeitung v. 03.04.
- Inhalt:
OTTO regt sich darüber auf, dass Ehepaare ohne
Kinder von den Statistikern zur Familie gezählt werden.
-
SIEMS, Dorothea (2003): Die traditionelle Familie bleibt in
Deutschland der Normalfall.
Ergebnisse aus dem Datenreport "Die Familie im Spiegel der
amtlichen Statistik",
in: Welt v. 03.04.
-
SIEMS, Dorothea (2003): Der verpasste Kinderwunsch.
Ein Drittel der jüngeren deutschen Frauen bleibt kinderlos - mit
dramatischen Folgen,
in: Welt v. 03.04.
- Kommentar:
Der unerfüllte Kinderwunsch ist ein
volkswirtschaftlicher Kollateralschaden meint SIEMS und zitiert
Renate SCHMIDT.
-
BLOME, Nikolaus (2003): Alles ganz normal, Kinder
in: Welt v. 03.04.
- Kommentar:
BLOME ist der einzige Normale in Deutschland, denn
- wie er betont - er hat DREI Kinder! Alle sonstigen Informationen
dienen nur der Hervorhebung dieser Normalität...
|
|
| |
|
-
KOPETZKY, Steffen (2003): Im Baumarkt der Lust.
Deutschland extrem (13). Ein Besuch im Kölner "Pascha", dem größten
Bordell der Republik,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.04.
- Inhalt:
"Das Gebäude atmet nach wie vor den für die siebziger
Jahre typischen Optimismus im großzügigen Umgang mit viel Beton, der
in rechte Winkel gebracht, steil, unermüdlich, siebenstöckig und
neongekrönt in den Kölner Nachthimmel hineinragt," schreibt KOPETZKY
und wer genaueres wissen will, der muss in der SZ nachlesen...
|
|
| |
|
-
RHEINISCHER MERKUR (2003): Hat die umlagefinanzierte
Pflegeversicherung noch Zukunft?
Pro und Contra. Die Rürup-Kommission streitet an diesem Donnerstag
über die Pflegeversicherung, die zuletzt mit einem
400-Millionen-Euro-Minus im Jahr 2002 Schlagzeilen machte. Statt über
Beiträge könnten die Kosten auch über Steuern finanziert werden,
glauben viele Experten,
in: Rheinsicher Merkur Nr.14 v. 03.04.
-
BLÜM, Norbert: Pro - Ja, wir dürfen
arme Familien nicht im Stich lassen
- STOLTERFOHT, Barbara: Contra - Nein, sie
erhöht lediglich die Lohnnebenkosten
|
|
| |
|
-
GLÜCK, Alois (2003): Gerechtigkeit neu definieren,
in: Welt v. 02.04.
- Kommentar:
Der CSU-Politiker benutzt die Begriffe "Chancen- und
Generationengerechtigkeit" als Rückzugsformeln für Sozialabbau.
Solidarität heißt heutzutage in erster
Linie:
"Schutz der Stärkeren vor Ausbeutung durch
Leistungsbezieher oder den Staat".
|
|
| |
|
-
STÖTZEL, Regina (2003): Kleines Übel, großes Übel.
Ob Schröders "Agenda 2010" oder Stoibers "Sanierungsplan für
Deutschland": Der Sozialstaat soll weiter abgebaut werden. Widerstand
regt sich kaum. Ein Grund dafür ist der Irakkrieg,
in: Jungle World Nr.15 v. 02.04.
|
|
| |
|
- KOHSE, Petra (2003): Die historische
Notwendigkeit, anderen die Schokolade wegzuessen.
Jener Aspekt der 68er-Bewegung, der siegreich gewesen ist:
Rückblick auf das Kommunarden-Projekt im Big-Brother-Format,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.04.
- Inhalt:
Petra KOHSE über die
Sucht nach dem Harem:
"Gerade im Gegenteil war es der radikale
Unterschied zum Bestehenden, der einen regelmäßig einschalten ließ.
Während Privatheit im Fernsehen üblicherweise ohne eine Entsprechung
zur (...) Wirklichkeit stattfindet, bilden die »Kommune«-Szenen ein
authentisches, weil prinzipiell an der öffentlichen Äußerung
orientiertes und sich selbst andauernd reflektierendes Zusammenleben
ab. Die Getty-Langhans-Ritter-Streubel-Werner-Winkelmann-Kommune hat
(...) für die Dauer der Ausstrahlung dieser Sendungen gewissermaßen
im Richtigen gelebt. So konträr der fortgesetzte Glauben dieser
Gruppe an ein hierarchieloses Zusammenleben der Geschlechter zur
aktuellen Tendenz in der Gesellschaft ist und als wie offenkundig
unwahr er sich ja auch in ihren eigenen Verhältnissen manifestiert -
fernsehdramaturgisch ist das wirksam. Ebenso Rainers regressive
Rechthaberei. Dass er etwa, wenn er anderen die Schokolade wegisst,
nicht sagt, tut mir Leid, mir war so, sondern das
Anderendiescholoadewegessen umstandslos zur historischen
Notwendigkeit erklärt, galoppiert jedem Realität simulierenden
Dialogbuch meilenweit voran".
|
|
| |
|
-
SEIBT, Gustav (2004): Das Wellensittich-Attentat.
Andrè Kubiczeks böser Ost-West-Berlin-Roman,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.04.
- Kommentar:
Eigentlich wäre die Rezension keinen Kommentar wert, aber da
Gustav SEIBT gerne die Generationengerechtigkeit gegen soziale
Gerechtigkeit ausspielt, mag es erstaunen, dass in dieser Rezension
zu
"Die Guten und die Bösen" von Andrè KUBICZEK so viel von Klassen
zu lesen ist, denn bis vor kurzem war dieser Begriff vollkommen
verpönt:
"Der Roman zeigt das konsumästhetische Universum der
feinen Unterschiede durchgehend aus der Sicht von unten, mit den
Augen jener, die es nicht beherrschen und es sich nicht leisten
können. Distinktion ist Gewalt, das ist eine der Erfahrungen, die
diesem Buch wichtig sind. Geschmack, gute Manieren, die ganze
westliche Zivilisiertheit ist nur eine ganz alt-neue Gestalt von
Klassendünkel und Einschüchterung".
Und als Fazit:
"Klassenkampf ist keine Lösung, das sagt der Autor
Kubiczek durch seine überraffinierte Konstruktion, die jede
Karikatur gleich auch als Karikatur bezeichnet, durch das Scheitern
aller seiner einzelkämpferischen Helden. Aber Klassenhass ist doch
der Treibstoff seines Erzählens, das, was es schockierend und
bewegend, also interessant macht".
|
|
| |
|
-
-
ADAM, Konrad (2003): Ohne Kinder keine Rente,
in: Welt v. 01.04.
- Kommentar:
Singlefeind
Konrad ADAM verteidigt Angela MERKELs Vorstoß, indem er
Christian WULFFs Kritik an MERKELs Position in der Rentenpolitik
kritisiert.
Für ADAM ist der Staat ein
Nachtwächterstaat, der nichts als die Konstanz der DEUTSCHEN
Bevölkerungszahl im Sinne hat (Das sagt er hier nicht explizit,
aber gemeint ist es so, wenn man das hinzu nimmt, was ADAM bereits
in anderen Zusammenhängen geschrieben hat).
Soziale Gerechtigkeit hat den
Staat deshalb nicht zu interessieren.
- FUHRMANN, Wilfried (2003): Von Kindern,
Kinderlosen und Renten.
Der Zeitgeist ist kein guter Ratgeber,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.04.
- Kommentar:
FUHRMANN, der an der Potsdamer Universität Makroökonomische
Theorie und Politik lehrt, ist ein
falscher Freund
der Singles.
Er hält ein Plädoyer im Sinne der
Interessen von Doppelkarriere-Paaren (benutzt jedoch den weiter gefassten
Begriff der DINKs, der auch geringverdienende Doppelverdienerpaare
beinhaltet) und Yuppies, d.h. gut verdienender Singles. Deshalb
droht er:
"Wer im Rentensystem keine
Nettobelastung, sondern einen ausnutzbaren Vorteil bei
Kinderlosigkeit sieht, sollte im Sinne der Glaubwürdigkeit die
Zwangsmitgliedschaft für Kinderlose aufheben".
Nichtsdestotrotz finden sich auch
Argumente, die für Singles interessant sind, z.B.:
"Solange wir Versicherungen mit
Beiträgen auf Familienbasis und nicht nach Köpfen (...) haben,
tragen Kinderlose auch diese Kosten zumindest, als ob sie Kinder
hätten".
- LÜDEKE, Reinar (2003): Rente nach
Leistung.
Die umlagefinanzierte Rentenversicherung lebt davon, dass in die
künftige Generation investiert wird. Das sollte bei den
Versorgungsansprüchen ganz systematisch berücksichtigt werden,
in: Financial Times Deutschland v. 02.04.
- Inhalt:
Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der
Universität Passau und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des
Bundesfamilienministeriums verteidigt die kinderzahlbezogene Rente
im Sinne von Hans-Werner SINN.
|
|
| |
|
-
MAD (2003): Das Ende des Sozialworts,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.04.
- Kommentar:
MAD zeichnet die sozialpolitische Wende der
Evangelischen Kirche anhand des Ratsvorsitzenden
Manfred KOCK nach:
"Im Jahr 2003 (...) muss niemand mehr
mogeln – Kock selber hat sich für die Kürzung der Arbeitslosenhilfe
auf Sozialhilfe-Niveau ausgesprochen, »wenn damit die Arbeitskosten
sinken«. (...).
MAD hat einen Wandel der
Kirchenpolitik vom Wächteramt zur Politikberatung festgestellt, und
fordert deshalb auch einen Rhetorikwechsel:
"Früher konnte die Betonung des
Wächteramts nerven: Immer Nein zu sagen hilft auch nicht weiter.
Jetzt aber droht die Kirche vor Begeisterung über ihre neue
Politikfähigkeit eine wichtige
Aufgabe zu vergessen: Lobby zu sein für Menschen ohne Lobby. Dann
aber sollten die Kirchen ehrlich sein und ihr Sozialwort offiziell
in die Mottenkiste
packen – als Text aus den fernen Neunzigern".
|
|
| |
|
-
SEIBT, Gustav (2003): Berliner Leben,
in: Merkur, April
- Kommentar:
Für Gustav SEIBT ist der Roman "Rome" von Émile ZOLA das bis
heute unerreichte "Vorbild eines politisch-soziologischen
Hauptstadtromans".
Und weil niemand kompetent genug
ist, versucht sich SEIBT wenigstens an einer Vorlage für Literaten,
die nun dank seiner Anleitung den ultimativen Hauptstadtroman
schreiben sollen.
Einzig die
kulturpessimistische Perspektive auf die Spaßgesellschaft ist für
SEIBT am Berlinbild wichtig.
So entdeckt er "moussierende"
Subkulturen, das von Punks besetzte Kreuzberg, die "vermüllten
Interieurs der Westberliner New-Wave-Kneipen" usw.
Natürlich waren all diese
Sonderkulturen, die der unverstandene GROßBÜRGER SEIBT verächtlich
als kleinbürgerlich abwertet, nicht amused über den Mauerfall - im
Gegensatz zu SEIBT, der endlich die Spaßgesellschaft verabschieden
möchte.
Man möchte diesen Hauptstadtroman
also keineswegs lesen, es reicht bereits diese Skizze...
|
|
| |
|
-
RUTSCHKY, Katharina (2003): Traditionen, Generationen: ein
Stimmungsbild.
Humaniorakolumne,
in: Merkur, April
- Kommentar:
Katharina RUTSCHKY erregt sich über den
Popjournalismus, der ihr die morgendliche Freude an der Zeitung
verdirbt.
Man erwartet aber als Leser vergeblich
eine Kritik am Popjournalismus, sondern erstaunt wird zuerst Wilhelm
HEITMEYER ("Sendungsbewußtsein in puncto rechtsradikaler männlicher
Jugendlicher aus dem Milieu des moralisch zerfallenden
Proletariats") abgwertet, danach die Quotenfeministinnen.
Mit einem Umweg über den eigenen
Großvater wird dann endlich der Hauptpunkt erreicht: die etwas
verspätete Verteidigung SCHRÖDERs gegen seine Kritiker, z.B. Harald
JÄHNER und Gustav SEIBT. Beides wahrlich keine
Popjournalisten. Mit den Avantgardisten von 1980 soll also der dröge
SEIBT gemeint sein?
Nach dieser unbefriedigenden Rätselauflösung lobt
RUTSCHKY den neoliberalen Kulturpessimisten und Besitzstandwahrer
Meinhard MIEGEL:
"Anders als die affektgesteuerte
mittlere Generation operiert der Politikberater (...) mit harten
Fakten und Zahlen, die das Desaster unseres Sozial- und
Wohlfahrtsstaats nüchtern beleuchten".
Auf das dann folgende Wörtchen
"sollen" kommt es besonders an, denn "unterm Strich (bleibt) der
Eindruck einer Panikmache ohne Perspektive".
Leider hat die
Generationsgenossin RUTSCHKY auch nicht mehr zu bieten. Statt der
nationalistischen Sorge über die Bevölkerungszahl hat sie nur die
ebenso perspektivlose These vom Geburtenrückgang als Ausdruck der
"Traumatisierung einer Gesellschaft von Tätern und untätigen
Zuschauern (»bystander«)" zu bieten.
|
|
| |
|
-
HENSCHEL, Gerhard (2003): Emsfelde regiert.
Der Erzähler Hans-Ulrich Treichel,
in: Merkur, April
- Kommentar:
HENSCHEL will nichts mehr von den "armseligen
Erzählern" der bisherigen Romane von
Hans-Ulrich TREICHEL lesen, den er als gebildeten
"Hagestolz" charakterisiert, sondern ihn interessiert "wie der
nächste Held mit dem Glück und dem Erfolg zurechtkommt". Ob TREICHEL
daran bereits arbeitet, das werden wir dann beim nächsten Roman
erfahren.
|
|
| |
|
-
-
STEMMER, Nikolaus (2003): Der Single im Mediendschungel.
Steigende Ansprüche dank Golf,
in: Fluter, April
-
GEHRMANN, Alva (2003): Ist die Familie am Ende?
Berufsleben vs. Kinderglück,
in: Fluter, April
-
SCHULZ, Kirsten (2003): Erst 17 und schon Mutter.
"Manchmal bin ich selbst noch Kind",
in: Fluter, April
-
WURSTER, Stephanie (2003): Alles wird anders.
Douglas Couplands Familienkonzepte,
in: Fluter, April
-
MENSING, Kolja (2003): Das ist ein Heimatlied.
Von der Hässlichkeit der Vororte,
in: Fluter, April
|
|
| |
|
-
- STÜTTGEN, Tim (2003): Elend und Anomie
sind nicht okay.
Kein Generationen-Clash par excellence, sondern ein zeitlich arg
begrenztes Interview aus Anlass der Wiederveröffentlichung von
"Sexbeat", das - wie könnte es anders sein - auch um Fragen zu
diesem Magazin kreist. Ein Gespräch außerdem über die Möglichkeiten,
in der Diskurs-Produktion verschiedene Welten zu addieren und die
stets bestehende Notwendigkeit interventionistischen Schreibens.
heute ist längst nicht alles gut und früher war auch nicht alles
besser, meint nicht bloß Diedrich Diederichsen,
in: Spex, April
- Kommentar:
Der Interviewer outet sich erst einmal als
Erstleser von "Sexbeat":
"Immer noch (und immer wieder) aktuell empfundene
Begriffe und Strategien, Momentaufnahmen und Reflexionen werden in
kleinen Essays zur polemischen Minima Moralia-Version von einer
Popkultur, welche Anfang der 80er so viel Bewegendes versprach".
Der wieder aktuellen Rock-Ideologie der
Authentizität stellt DIEDERICHSEN den Anti-Authentizismus als
"authentische Form für nicht-authentische Menschen" gegenüber.
Zum Pop-Diskurs in den Feuilletons merkt DIEDERICHSEN an:
"Natürlich ist das ein schrecklicher Diskurs
geworden, dieser Pop-Diskurs in den Feuilletons. Aber ja, das ist
halt eine Herausforderung. Darauf müsste reagiert werden, wie es
Dietmar Dath am 13. Februar in der FAZ getan hat. Das hätte zwar
auch schon früher jemand machen können, aber immerhin."
Ganz zum Schluss ein typischer
DIEDERICHSEN-Spagat:
"Die Dynamik von Kapitalismus kann ja
auch eine sein, die alte Machtstrukturen wegspült. Und in dem
Moment ist mit dieser Dynamik im Prinzip alles okay. Hinterher
entsteht meist allerdings nichts außer Elend und Anomie - und das
ist natürlich nicht okay."
- STRUNZ, Christoph (2003): Trivialmythen.
Der Pop und der Abfall,
in: Spex, April
- Kommentar:
Benjamin von STUCKRAD-BARRE und
Rolf-Dieter
BRINKMANN zusammenzubringen, das ist das Kunststück, an dem sich
STRUNZ versucht.
Das ist so etwas wie die Widerlegung
der popkulturellen Variante der HUNTINGTON-These vom Clash der
Kulturen.
STRUNZ geht dazu weit zurück und
zwar bis zum Buch "Trivialmythen", das Renate MATTHAEI 1970 im
März-Verlag herausgegeben hat.
Oberflächlich gesehen steht
STUCKRAD-BARRE für "Lebensstilbücher" wie
das gerade
verfilmte "Soloalbum" und BRINKMANN steht für die Verneinung
jeglichen Lebensstils. So würde das gewiss auch
Johannes ULLMAIER sehen.
Mit einem Umweg über Dietmar
DATHs FAZ-Artikel kommt STRUNZ zum Punkt:
"die heutige Assoziation von Pop
mit Grundsatz als Theorie, und pop mit Inhalt und Bildung,
(stützt) sich auf Programme um 1970 (...), die damals eigentlich
viel widersprüchlicher funktionierten."
Diesen angeblichen Widerspruch
versucht STRUNZ dann mit STUCKRAD-BARREs "Deutsches Theater" zu
widerlegen. Damit versucht STRUNZ Bezüge zum Projekt
"Trivialmythen" herzustellen.
Darüber dürfen sich nun die
Pop-Intellektuellen streiten.
Anlass der
STRUCKRAD-BARRE-Verteidigung sind Leserreaktionen auf einen Text
des Popliteraten im Septemberheft der SPEX gewesen:
"Vielen Reaktionen (...) ist
anzusehen, dass sie die Kombination von Stuckrad-Barre und SPEX
als unüberwindlichen Gegensatz sehen, der vor allem Anlass zu
deutlich konturierter Positionierung gibt."
|
|
| |
|
-
LITERATUREN-Schwerpunkt:
Mütter - Dichtung und Wahrheit
-
NEUBAUR, Caroline (2003): Mutter ohne Mythos.
"Der Lilith-Komplex" und andere Versuche, das Konzept
Weiblichkeit zu fassen. Neue Mütterbilder in der Psychoanalyse,
in: Literaturen Nr.4, April
- MEYER-GOSAU, Frauke (2003): Sag
gefälligst Mutti zu mir.
Zwischen Schnuller-Schock und weiblichem Eigenleben. Neue
Mütterbilder in der jüngsten Literatur,
in: Literaturen Nr.4, April
-
LÖFFLER, Sigrid & Frauke MEYER-GOSAU (2003): Mütter, Kunst und
Kinder.
Ein Literaturen-Gespräch mit Zsuzsa Bánk, Antje Kunstmann und Eva
Mattes über Rollenerwartung, Selbstwahrnehmung und Wirklichkeit im
Leben von Frauen,
in: Literaturen Nr.4, April
|
|
| |
|
-
RÜHMEIER, Olaf (2003): Der Eckrentner sagt leise Servus.
Es geht nicht mehr um Barbourjacken: Der Streit um die
Generationengerechtigkeit wird mit immer mehr Gift und Galle
ausgetragen. Immerhin, der Krawall lenkt den Blick auf die Zukunft -
und auf den größeren Umbau, der noch kommen muss,
in:
Berliner Republik, H.2, März/April
- Kommentar:
RÜHMEIER, Jahrgang 1965, geht es um den
"Krawall der Generationen", den er gerne für die kommenden
einschneidenden Reformen nutzen möchte.
Polarisierer wie
Walter WÜLLENWEBER ("Die Last mit den Alten", Stern v.
21.11.2002) kommen ihm da gelegen, während er besänftigende
Stimmen wie jene von Marc SZYDLIK für kontraproduktiv hält:
"Private Solidarität als Verlängerung
bestehender Ungleichheit - ob damit die Zukunft der sozialen
Sicherung beschrieben ist?"
Ganz offensichtlich möchte
RÜHMEIER den Soziologen missverstehen!
SZYDLIK geht es nicht um die Verlängerung, sondern um die
Umverteilung bestehender Ungleichheit. Er plädiert deswegen für eine
Reform der Erbschaftssteuer.
Im Gegensatz zu RÜHMEIER möchte SZYDLIK
soziale Gerechtigkeit nicht auf Generationengerechtigkeit
reduzieren.
Zu dieser Website merkt RÜHMEIER
an:
"Die Zerwürfnisse sind vielfältig.
Sollen Singles jetzt einen Kinderabschlag erleiden, wie
Hans-Werner
Sinn, Direktor des Münchner ifo-Instituts kürzlich forderte? Sollen
Familien vielleicht bei Wahlen Stimmen für ihre minderjährigen
Kinder abgeben dürfen? Diese und andere Marginalien zur Lage der
Nation kann man unter
www.single-dasein.de nachlesen - mit den Kommentaren der Singles
dazu. Da wächst kein Konsens."
RÜHMEIER hätte sich lieber weniger mit den
Marginalien auf dieser Site beschäftigt, sondern mit den zentralen
Aussagen oder z.B. genauer unter
Marc SZYDLIK nachgelesen...
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 21. - 31. März 2003
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[Suche] [
Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|