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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 22.-31. März 2017
News 12.-21. März 2017
News 01.-11. März 2017
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News 15.-26. September 2016
News 07.-14. September 2016
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom April 2017: [01.04.] [02.04.] [03.04.] [04.04.] [05.04.] [06.04.] [07.04.] [08.04.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Facetten der Einsamkeit

"Einsam ist der Teenager in der Kleinstadt, der das Gefühl hat, irgendwie anders zu sein als alle, die er hier kennt. Einsam ist der Mann, der von seiner Frau verlassen wurde und mit keinem über seinen Kummer redet, sondern sich stattdessen in One-Night-Stands flüchtet. Einsam ist die Frau, die realisiert, dass sie zwar mit ihrem Partner noch zusammen lebt, aber er sein Leben schon seit Jahre nicht mit ihr teilt. Einsam ist der Mann, der denkt:  »Die anderen sind sowieso nur Idioten, ich brauche gar keinen davon« - und nur manchmal nachts, ganz leise, in sich spürt, dass das vielleicht nicht seine hundertprozentige Wahrheit ist."
(aus: Sonja Niemann "Niemand da" in der Zeitschrift Brigitte Nr.8 v. 29.03.2017, S.105)

 
       
       
   

08.04.2017

 
       
   

Die Familienförderung in der Debatte

SCHÄFER, Christoph & Johannes PENNEKAMP (2017): Ein Herz für die Familie.
Lounge: Die Parteien überbieten sich mit Versprechen, mit denen sie Familien nach der Wahl beglücken wollen. Doch durchdacht und durchgerechnet ist fast nichts. Und auf die wirklich Bedürftigen zielen die Vorschläge nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.04.

"Wer zwei Kinder hat und in der falschen Gegend Deutschlands lebt, muss schnell 800 Euro und mehr von seinem monatlichen Netto abtreten.
Sogar das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln findet das ungerecht. Der Direktor Michael Hüther sagt, dass »alles bis zum Abitur den Charakter eines öffentlichen Gutes hat. Das muss der Staat finanzieren.«",

berichten SCHÄFER & PENNEKAMP über die Interessenidentität von Wirtschaft, SPD-Kanzlerkandidat und der betroffenen Eltern. Als Kritiker wird Holger BONIN vom IZA aufgeführt, der uns "partnerlose" Alleinerziehende als die wirklich Bedürftigen präsentiert:

"Allen voran sind da die Alleinerziehenden. Jede Dritte, der ein Kind ohne Partner großzieht, ist von Armut gefährdet, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. (...). Kitas zum Nulltarif und Steuererleichterungen gingen an dieser Problemgruppe weitgehend vorbei, sagt Bonin. Denn die unteren Einkommensgruppen zahlten schon heute kaum Steuern und Kita-Gebühren."

Ob Alleinerziehende partnerlos sind oder einen neuen Partner haben, mit dem sie zusammenwohnen, aber nicht zusammenwirtschaften, wird aus politischen Gründen in der amtlichen Statistik nicht erfasst. Die Kluft innerhalb der Gruppe der Alleinerziehenden wird dadurch verharmlost. Davon profitieren in erster Linie besserverdiendende Alleinerziehende mit neuem Partner.

"Gegenwind kommt auch von den Kommunen. Sie könnten nicht auf die Kita-Gebühren verzichten, sagte Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds",

wird uns ein weiterer Gegner kostenloser Kitas präsentiert. Als gerechtere Lösung wird uns - wieder mit BONIN und mit Blick auf die relative Armut - der Unterhaltsvorschuss präsentiert:

"»Die relative Armut kann dadurch sogar zunehmen«, sagt Forscher Bonin. Mittel- und Gutverdiener würden entlastet, für Ärmere verändere sich nichts. Eine »sehr zielgenaue Leistung« für Alleinerziehende sei dagegen der »Unterhaltsvorschuss«."

Das Konzept der "relativen Armut" wird von der FAZ in der Regel abgelehnt - nur, wenn es wie hier zu den eigenen Interessen passt, wird es vereinnahmt.

Die sonstigen Wahlkampfversprechen, die auch in den anderen Medien mangels aussagekräftiger Details breitgetreten werden,  sind für die Autoren dagegen nur Staffage.

Fazit: Aus neoliberaler Sicht muss Sozialpolitik möglichst günstig sein. Die Metapher dafür ist "zielgenaue Leistung", mit der Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt werden können. Bei Steuersenkungen und Freibeträgen ist Zielgenauigkeit dagegen kein Kriterium, denn davon profitieren in erster Linie Besser- und Spitzenverdiener!

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

KROHN, Philipp (2017): Die Tücken der alternativen Garantieformen.
Versicherer preisen die neuen Garantiemodelle in der Altersvorsorge. Sie sind aufwendiger gebaut als traditionelle Varianten. Doch auch sie kosten Rendite,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.04.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

WOLFF, Volker (2017): Langes Halten lohnt sich nicht.
Die Vermögensfrage: Steigen die Zinsen, sinken die Kurse der Anleihen und ihrer Fonds. Mit Short-ETF kann man an diesem Kursverfall verdienen. Das Problem dabei: Short-ETF sind unberechenbar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.04.

 
       
   

Heribert Prantl in der Debatte

PRANTL, Heribert (2017): Schlüssel-Worte.
Hohle Parolen oder Wegweiser zu einer besseren Gesellschaft? In der Sozial-Rhetorik des Kanzlerkandidaten Schulz und seinen Ruf nach mehr Gerechtigkeit stimmen auch andere Parteien ein,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.04.

 
       
   

Grundeinkommensmodelle in der Debatte

FROMM, Thomas & Lea HAMPEL (2017): Glück gegen Geld.
1.000 Euro, jeden Monat, für jeden Bürger - diese Idee elektrisiert gerade die westliche Welt. Die Riege der Befürworter reicht vom Firmenboss bis zum IT-Angestellten. Das zeigt: Grundeinkommen ist nicht gleich Grundeinkommen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 08.04.

 
       
   

Gerhard Henschel in der Debatte

SPECKMANN, Guido (2017): Humor aus dem Leitz-Ordner.
Zu Besuch bei Gerhard Henschel, dem Autor der Martin-Schlosser-Romane,
in:
Neues Deutschland v. 08.04.

 
       
   

07.04.2017

 
       
   

Die Krise des Finanzkapitalismus in der Debatte

SCHLOEMANN, Johan (2017): Die Welt ist noch nicht genug.
Globalisierung am Ende? (1): Jahrzehntelang schien das Fortschreiten der Globalisierung unaufhaltsam. Doch mit dem Erstarken des Nationalismus und der Wahl von Donald Trump hat sich die Lage geändert. Eine neue Serie im SZ-Feuilleton,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 07.04.

Kann man über ein Phänomen diskutieren, das Johan SCHLOEMANN nicht einmal einer Definition für würdig hält? Der Begriff ist zur Leer- oder Beschwörungsformel verkommen - und genauso wird er von SCHLOEMANN auch verwendet. Die Serie hat anscheinend nur einen einzigen Zweck: Die Rettung der Leer- und Beschwörungsformel "Globalisierung". Der Einführungstext strotzt von Namedropping und Bewertungen, Informationen bleibt er dagegen schuldig. Es wird einfach nur das neoliberale Mantra, dass Deutschland "zu den großen Gewinnern der Globalisierung" gehöre, wiederholt. An unseren Eliten prallt jegliche Kritik ab. Wer der Meinung ist, dass die Verfechter der Leer- und Beschwörungsformel gefälligst Fakten liefern sollten, statt mit Globalisierung nur die Vorteile neoliberaler Politik zu benennen, um von den Nachteilen zu schweigen, der wird von vornherein ausgeschlossen oder wird diffamiert. Wenn alle Artikel der Serie derart öde sind, lässt sich die Zeit gewinnbringender verbringen!

 
       
   

Multilokalität in der Debatte

BLECHSCHMIDT, Peter (2017): Ummelden oder zahlen.
Immer mehr deutsche Kommunen verlangen eine Zweitwohnungssteuer. Berlin tut das schon länger - und will den Satz jetzt sogar verdreifachen. Aus gutem Grund: Für jeden Einwohner mit Erstwohnsitz gibt es Geld aus dem Finanzausgleich,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 07.04.

Peter BLECHSCHMIDT polemisiert gegen die Erhebung von Zweitwohnungssteuern. Mitstreiter sind der Bund der Steuerzahler und Eigentümer-Zentralverband Haus und Grund, also die Lobbyorganisationen von Besser- und Spitzenverdienern, die für eine Abschaffung plädieren - aber keine Alternativen anbieten wie z.B. der kommunale Finanzausgleich sozial gerechter gestaltet werden könnte.

"Die Zweitwohnungssteuer (...) ist relativ jung; erst 1972 wurde sie erfunden. Mittlerweile wird sie nach den Erkenntnissen von Haus und Grund in 517 Städten erhoben, wobei Bayern mit mehr als 100 Kommunen Spitzenreiter ist. (...).
Die Stadt Überlingen am Bodensee, die als Erste überhaupt die Steuer einzog, hat den Satz kürzlich auf 23 Prozent erhöht",

erläutert uns BLECHSCHMIDT. Die Zweitwohnungsteuer wird also nur in sehr wenigen Kommunen Deutschlands überhaupt erhoben - und vor allem nur von attraktiven Kommunen. Obwohl also nur wenige betroffen sind, will uns BLECHSCHMIDT weismachen, dass davon die Republik im Mark erschüttert wird, denn:

"Das trifft besonders hart gering verdienende Berufspendler und Studenten, die häufig fernab ihres ersten Wohnsitzes eine Universität besuchen".

Berufspendler benötigen jedoch keinen Zweitwohnsitz, sondern nur das multilokale Wohnen von Shuttles und Fernpendlern wird tangiert. Studenten gehören dagegen meist nicht zu den Armen, sondern haben meist Akademiker-Elternhäuser im Hintergrund. BLECHSCHMIDT vertritt also vorwiegend die Interessen seines Wohlstandsakademikermilieus. Denn warum wollen sich die Studenten nicht mit ihrem Erstwohnsitz anmelden? Diese Frage klammert BLECHSCHMIDT aus, denn mit der Ummeldung könnten sie die Steuer umgehen. Zudem sind Doppelkarrierepaare der oberen Mittelschicht, die meist verheiratet sind, durch das Bundesverfassungsgericht vor der Steuer beschützt. Unverheiratete Doppelkarrierepaare können die Ausgaben von der Steuer absetzen. Dazu passt, dass für BLECHSCHMIDT Mobilität nur als Aufwärtsmobilität in den Blick kommt, während jene, die gegen den sozialen Abstieg ankämpfen, außen vor bleiben, obgleich gerade jene besonders hart betroffen wären und durch die Hartz-Gesetzgebung sogar ein Mobilitätszwang geschaffen wurde.  

 
       
   

Die Riester-Rente in der Debatte

HOYER, Niklas (2017): Premium sind nur die Provisionen.
Riester-Rente: Niedrigzins, Kosten und schädliche Regeln bremsen die staatlich geförderte Altersvorsorge. Die Renditen sind bescheiden - mit einer Ausnahme,
in:
Wirtschaftswoche Nr.15 v. 07.04.

Niklas HOYER präsentiert uns Zahlen zur Rendite von Riester-Verträgen, aber nur wer das Kleingedruckte unter einer Tabelle liest, erfährt, dass die Zahlen keinen Durchschnitt darstellen, sondern einem Tarifprodukt der Allianz entnommen sind und zudem eine Reihe von Annahmen enthalten, die die Aussagekraft enorm einschränken. Es geht also nicht um Information, sondern um eine Polemik, denn derzeit wird mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz auch an Änderungen der privaten Altersvorsorge gearbeitet. In diesem Zusammenhang muss man die Kritik der Finanzmarktakteure betrachten.

"Einige Versicherer, wie Cosmos-Direkt, bieten mittlerweile kein Riester mehr an (...). Andere schicken ältere Interessenten nach Hause. Bei Ergo werden neuerdings nur noch Neukunden bis 50 Jahre bedient, bei der Hannoverschen liegt das Höchstalter bei 49 Jahren",

berichtet HOYER über Einzelfälle der Branche, die offenbar eine Tendenz suggerieren sollen.

"Dabei ist Altersvorsorge wichtiger denn je. Angesichts der schrumpfenden Bevölkerung wird die Rente künftig weniger stark steigen als die Löhne",

verkündet uns der Witzbold. Die Renten steigen bereits seit Jahren weniger stark als die Löhne, was uns die Wirtschaftsteile der Mainstreamzeitungen ständig unter die Nase reiben, wenn es darum geht eine Stabilisierung des Rentenniveaus zu verhindern! Ob die Bevölkerung überhaupt schrumpfen wird, ist ebenfalls noch nicht ausgemacht.

"Wie es nach der Bundestagswahl im September weitergeht, hängt von CDU und SPD ab - ohne wenigstens eine der Parteien wird es keine neue Bundesregierung geben. Im Fokus ihrer Rentenreformen wird aber die gesetzliche Rente stehen, nicht Reister",

klagt uns HOYER als Lobbyist der Finanzmarktakteure. Während bei der betrieblichen Altersvorsorge ein Garantieverbot geplant ist, soll bei Riester-Verträgen nach deren Willen auch eine Abweichung von den Garantien möglich sein. Geht man 15 Jahre zurück, dann wurde die Riester-Rente nur durchsetzbar, weil Garantien versprochen wurden.

Fazit: Auf die Akteure der privaten Altersvorsorge ist kein Verlass. Sie verkaufen uns nur das, was ihnen die höchsten Profite verspricht und verlagern die Risiken auf die Versicherten. Es gilt deshalb die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, statt zu schwächen.       

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

REICHEL, Reiner (2017): Förderung vertreibt Investoren.
Sozialwohnungsbau: Bezahlbarer Wohnraum wird dringend gesucht. Doch die Zahl der Sozialwohnungen nimmt ab. Zu geringe Renditen halten Bauträger vom Neubau ab,
in:
Handelsblatt v. 07.04.

Der Artikel zeigt eines ganz klar: Der Sozialwohnungsbau darf nicht privaten Investoren überlassen werden, sondern muss wieder zur staatlichen Aufgabe werden.

 
       
   

Die politische Kultur in der Debatte

DEMLING, Alexander (2017): Herrschaft der Hooligans.
Auch die völlig Ahnungslosen dürfen in der Demokratie abstimmen. Der US-Politikwissenschaftler Jason Brennan will sie daher abschaffen - und stattdessen den gut informierten mehr Macht geben,
in:
Handelsblatt v. 07.04.

Mit Postdemokratie können Bestrebungen beschrieben werden, mit denen die Bevölkerung sogar noch von den minimalen demokratischen Teilhabemöglichkeiten ausgeschlossen werden sollen. Dazu gehören alle Formen der Einschränkungen des Wahlrechts genauso wie die Verlängerung von Wahlperioden bzw. die Einführung von Pseudomitbestimmungsmöglichkeiten. Neoliberale setzen vor allem auf Expertokratien als Demokratieersatz.

Alexander DEMLING stellt uns das Buch Gegen Demokratie des Poolitikwissenschaftler Jason BRENNAN vor, dessen elitäres Machwerk bereits durch seine Typologie der Wähler (Hobbits, Hooligans und Vulkanier) entlarvt wird.

"Brennan will die »Ein Mensch, eine Stimme«-Demokratie durch die sogenannte Epistokratie, die Wissensherrschaft, ersetzen. Bürger würden darin einen Test ablegen, der Grundwissen über politische, soziale und wirtschaftliche Fakten und Zusammenhänge prüft",

erklärt uns DEMLING diese Variante der neoliberalen Expertokratie. Familienpolitiker setzen auf ein Familienwahlrecht, andere wollen Sozialtransferempfänger ausschließen. Da fragt man sich nur noch, wann sich unsere Eliten selber wählen werden. Vielleicht sollte man in diesem Zusammenhang an die französische Revolution erinnern!   

 
       
   

Die Wahlkampfrhetorik in der Debatte

WERMKE, Christian (2017): Der Sound des Herausforderers.
Martin Schulz - der Kandidat,
in:
Handelsblatt v. 07.04.

Christian WERMKE droht uns mit einer Flut von SPD-Kanzlerkandidats-Büchern, deren erstes er vorstellt. Können diese gehaltvoller sein, als das Nichtssagende des Kandidaten? Eher nicht! Martin SCHULZ steht für die neoliberale EU-Agenda und das Wahlkampfgeschwafel kann darüber nicht hinwegtäuschen. Schon Peer STEINBRÜCK ließ sich nicht als Anwalt der kleinen Leute verkaufen.

 
       
   

Die Pflege in Deutschland in der Debatte

NEIßE, Wilfried (2017): Der Pflege geht der Nachwuchs aus.
Brandenburg: Debatte im Landtag offenbar dringenden Handlungsbedarf in der Kranken- und Altenpflege,
in:
Neues Deutschland v. 07.04.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

KROHN, Philipp (2017): Alte Leipziger setzt Wettbewerb unter Druck,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04.

KROHN, Philipp (2017): Aufsicht Eiopa verärgert Europas Versicherer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

DÖRR, Julian (2017): EU-Strukturpolitik auf Abwegen.
Einst nur für arme Regionen gedacht, fließen die Fördergelder heute bis ins reiche Bayern - mit absurden Verteilungseffekten. Höchste Zeit für die Reform der heimlichen Ersatzwirtschaftspolitik,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04.

 
       
   

J.D. Vance - Hillbilly-Elegy

HOCHGESCHWENDER, Michael (2017): Diesen Weißen geht es ähnlich wie den Schwarzen.
Ins wahre Leben: J. D. Vance führt in seiner Autobiographie "Hillbilly Elegy" zu den Armen in den Appalachen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04.

 
       
   

06.04.2017

 
       
   

Kinderlose in der Debatte

PAUER, Nina (2017): Ihr wolltet es so.
Zwischen  Eltern und Kinderlosen herrscht ein harter Wettbewerb um das richtige Lebensmodell. Warum sind alle beleidigt?
in:
Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.

 
       
   

Heinz Bude - Soziologie der Berliner Republik

AUGSTEIN, Jakob (2017): "Wozu der ganze Mist!".
Im Gespräch: Was ist los in einer gereizten Gesellschaft, wenn jede Verständigung scheitert? Heinz Bude und Jakob Augstein über Stimmung,
in:
Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.

Der Soziologe Heinz BUDE darf zum wiederholten Male seine bekannten Thesen breittreten. Mit dem SPD-Kanzlerkandidaten und Stimmungspolitiker Martin SCHULZ meint er die SPD auf dem richtigen Weg. SCHULZ ist der Liebling der Agenda-Elite, die meint, dass ein bisschen Face-Lifting genügt, um so weitermachen zu können wie bisher.

"In den USA sinkt die Lebenserwartung von Männern ohne College-Abschluss seit zehn Jahren",

weiß nun selbst Heinz BUDE. Vor 10 Jahren interessierte ihn das als Vordenker der Berliner Republik und des Selbstunternehmertums nicht. Jetzt spricht er von "vergessenen Männern und Frauen" als dem "neuen Proletariat" und meint damit, was früher als "working poor" oder Beschäftigte im Niedriglohnsektor des Dienstleistungssektors bezeichnet wurde.    

 
       
   

Der Berufsbildungsbericht 2017 in den Medien

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Fleischer und Bäcker finden keine Lehrlinge.
Wer eine Lehrstelle sucht, muss nicht mehr lange suchen. Im Gegenteil: In Ostdeutschland oder Bayern kann jede zehnte Lehrstelle nicht mehr besetzt werden,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.04.

Dietrich CREUTZBURG betrachtet die Ausbildungssituation in Deutschland in erster Linie aus der Perspektive der Arbeitgeberlobby, die an billigen Arbeitskräften interessiert sind, weshalb er das Schlagwort vom "Fachkräftemangel" benutzt, denn nur eine große Reservearmee und der Kampf vieler um eine Stelle garantiert Profitsteigerungen.

Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel ist jedoch nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass es beliebte bzw. unbeliebte und unlukrative bzw. lukrative Ausbildungsberufe gibt, zeigt, dass das Passungsproblem von Angebot und Nachfrage in erster Linie hausgemacht ist. CREUTZBURG nennt deshalb Möglichkeiten, um die Attraktivität von Ausbildungen zu steigern:

"So könne noch mehr dafür getan werden, um junge Frauen für technische Berufe zu begeistern. Auch gelte es, die Mobilität der jungen Menschen stärker zu unterstützen - »zum Beispiel auch dadurch, dass der Betrieb dem Azubi einen Führerschein finanziert«, so die Ministerin." 

PETER, Tobias (2017): Ausbildungschancen "so gut wie nie".
Bundesregierung: Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Angebot und Nachfrage passen häufig nicht zusammen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 06.04.

"Die Alternative zur Ausbildung kann zum Beispiel eine berufsvorbereitende Maßnahme oder ein Praktikum sein",

erklärt uns Tobias PETER. Immerhin ca. 60.000 junge Erwachsene geben sich nicht mit einer unbeliebten bzw. unlukrativen Ausbildung zufrieden, sondern greifen lieber zur Alternative - oder studieren lieber gleich. 

ÖCHSNER, Thomas (2017): Viele bleiben draußen.
Eigentlich sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz gut. Trotzdem gehen mehr als 20.000 Jugendliche leer aus. Das zeigt der neue Berufsbildungsbericht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.04.

"Es gibt wegen des Geburtenknicks weniger Schulabgänger und um fast 200.000 weniger Bewerber als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig beginnen etwa 150.000 junge Menschen mehr als vor einem Jahrzehnt ein Studium",

erklärt uns Thomas ÖCHSNER die angebliche Demografie der Ausbildungssituation. Im Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017 heißt es:

"Zwischen 2004 und 2015 war die bundesweite Zahl der der Abgänger/-innen und Absolventen/Absolventinnen aus allgemeinbildenden Schulen bereits um 119.400 auf 826.000 gesunken. (...). Dabei sank seit 2004 insbesondere die Zahl der nicht studienberechtigten Schulabgänger/-innen, die die Hauptklientel der dualen Berufsausbildung bilden. 714.800 Abgängerinnen und Abgängern im Jahr 2004 standen nur noch 543.300 im Jahr 2015 gegenüber (-171.500)". (2017, S.18)

Das sind offenbar jene Zahlen, die ÖCHSNER uns präsentiert, ohne jedoch darauf hinzuweisen, dass sich das Defizit durch die Zuwanderung von minderjährigen Geflüchteten verringert. Zudem werden weitere Gruppen unterschlagen, die der Berufsbildungsbericht 2017 folgendermaßen beschreibt:

"Zu beachten ist, dass neben den Schulabgängerinnen und Schulabgängern aus allgemeinbildenden Schulen auch weitere Gruppen wie insbesondere Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus beruflichen Schulen, Altbewerberinnen und Altbewerber, Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher eine Ausbildung nachfragen" (2017, S.46 Fn 38),

Der Berufsbildungsbericht 2017 schweigt sich ansonsten über den demografisch bedingten Schulabgängerrückgang aus.

Fazit: Das Potenzial der Nachfrager wird durch den angeblichen demografischen Wandel als zu niedrig ausgewiesen und die hausgemachten Probleme der deutschen Wirtschaft verharmlost.

 
       
   

Marcel Fratzscher - Verteilungskampf

FRATZSCHER, Marcel (2017): Zufriedenheit und Ungleichheit.
Standpunkt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.04.

 
       
   

Die Ostrentenangleichung in der Debatte

LASCH, Hendrik (2017): Wider den Stachel der Demütigung.
Sächsische Ministerin will mehr Respekt für ostdeutsche Lebensleistungen - und einen "Gerechtigkeitsfonds",
in:
Neues Deutschland v. 06.04.

Hendrik LASCH berichtet über die sächsische SPD-Ministerin Petra KÖPPING, die einen "Gerechtigkeitsfonds" ins Spiel gebracht hat:

"Es gehe etwa um Rentenansprüche von Reichsbahnern, Bergleuten und geschiedenen Ost-Frauen."

 
       
   

Die Entwicklung der Armut in Deutschland in der Debatte

POELCHAU, Simon (2017): Unten kommt zu wenig an.
EU-Kommission rügt Bundesregierung wegen unsozialer Verteilungspolitik,
in:
Neues Deutschland v. 06.04.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2017): Gespaltene Schweizer BVG-Welten.
Kommentar: Publica senkt Umwandlungssatz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.04.

 
       
   

05.04.2017

 
       
   

Das Single-Dasein in Frankreich

THIEL, Thomas (2017): Aufschrei der Unberührbaren.
Lief Michel Foucault in seiner Gouvernementalitätstheorie dem Neoliberalismus in die Arme - mit gravierenden Folgen bis heute? Die Debatte um den Vordenker der Identitätspolitik ist neu entflammt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.

 
       
   

Die Medienkultur als Problem

BÄHR, Sebastian (2017): Randthema soziale Gerechtigkeit.
SPD-Bundestagsabgeordneter Marco Bülow über die Themenauswahl in den politischen Talksendungen in ARD und ZDF,
in:
Neues Deutschland v. 05.04.

"Mit seinem Team untersuchte er zwischen Oktober 2015 bis Anfang März 2017 insgesamt 204 Sendungen der Formate »Maischberger«, »Anne Will«, »Hart aber fair«, »Günther Jauch« und »Maybritt Illner«. 52 Mal ging es um Flüchtlinge, 22 Mal um den Terror des IS, Altersarmut und Rente waren dagegen nur vier bzw. drei Mal Gegenstand der Diskussion",

berichtet Sebastian BÄHR über die Untersuchungen des Forschungsteams um Marco BÜLOW.

 
       
   

Die Armutsdefinition in der Debatte

DAS, Lilian & Stefanie HERGERT (2017): Wenn das Geld nicht reicht.
Armut und soziale Gerechtigkeit werden zwei zentrale Themen im Bundestagswahlkampf 2017 sein. In vielen Debatten geht es aber erst einmal darum, wie man Armut misst. Denn mit wenig Geld ist man nicht überall arm. Wird das regionale Preisniveau berücksichtigt, ist da Stadt-Land-Gefälle stärker als das zwischen Ost und West,
in:
Handelsblatt v. 05.04.

Das Schlagwort von der "Kaufkraftarmut", mit dem DAS & HERGERT den relativen Armutsbegriff diffamieren, ist ein Kampfbegriff der Arbeitgeberlobbyorganisation IW Köln. Dem unterliegt die Vorstellung, dass sich Arme gefälligst aus den begehrten urbanen Zentren zurückziehen sollen, um ihr Armutsdasein in den peripheren Gebieten unseres Landes zu fristen.

Fazit: Gelänge die Ghettoisierung der Armen an der deutschen Peripherie, dann würde sich die Armutsquote in Deutschland senken lassen, so die neoliberale Vorstellung von kostengünstiger Armutsbekämpfung.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

REZMER, Anke (2017): Weniger Anleihen bitte!
Betriebsrenten: Vermögensverwalter und Berater empfehlen Managern von Pensionsvermögen Alternativen zu Zinspapieren,
in:
Handelsblatt v. 05.04.

Anke REZMER macht PR für die Unternehmensberater von Willis Towers Watson und die Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, die das Geschäftsfeld Betriebsrente beackern.

 
       
   

Das Single-Dasein in Japan

WELTER, Patrick (2017): Arbeitskräftemangel in Japan.
Umfrage der Notenbank bestätigt einen gemässigten Erholungstrend,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.04.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHOECHLI, Hansueli (2017): Weshalb die Männer früher sterben.
Die neuesten Daten zur Lebenserwartung rufen nach Rückfragen zum Frauenbonus,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.04.

 
       
   

04.04.2017

 
       
   

Christoph Butterwegge in der Debatte

BUTTERWEGGE, Christoph (2017): Ein politisches Armutszeugnis.
Soziales: Der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung beschönigt die Lage - trotzdem wird die Spaltung im Land darin offensichtlich,
in:
TAZ v. 04.04.

"Nach den gesellschaftlichen, sozioökonomischen und politischen Ursachen der Einkommens- und Vermögensspreizung im Land wird in dem Bericht (...) gar nicht gefragt, genauso fehlen auch Empfehlungen zu deren Beseitigung. Gegenstand der Betrachtung sind allein die individuellen Auslöser persönlicher Notlagen (...), wohingegen die strukturellen Ursachen für soziale Auf- und Abstiege weitgehend im Dunkeln bleiben",

kritisiert der Politikwissenschaftler Christoph BUTTERWEGGE den Armuts- und Reichtumsbericht. Er wirft dem Bericht zudem vor, den wahren Reichtum durch die Definition "Einkommensreich" zu verschleiern, weil dadurch die Vermögenden im Lande außen vor bleiben.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

FREUDENBERG, Sandra (2017): An der Schwelle zum Paradies.
Reportage: Die "Zuagroasten" gehen sonntags nicht in die Kirche. Das Wirtshaus am Marktplatz serviert vegane Gerichte. Ein kleines Haus kostet 850.000 Euro. Wie Holzkirchen versucht, sich mit dem Umbruch zu arrangieren,
in:
TAZ v. 04.04.

 
       
   

Die Familienpolitik der Parteien in der Debatte

DELHAES, Daniel/GREIVE, Martin/SPECHT, Frank (2017): Ein Herz für Familien.
Union und SPD überbieten sich mit Versprechen für eine bessere Familienförderung,
in:
Handelsblatt v. 04.04.

SPECHT, Frank (2017): Die heile Welt der SPD.
Kommentar: Die SPD geht mit ihrer Familienarbeitszeit einen Schritt zu weit,
in:
Handelsblatt v. 04.04.

CREUTZBURG, Dietrich & Manfred SCHÄFERS (2017): Wettstreit um die Gunst der Familien.
Die CSU lockt mit dem Kindersplitting. Die SPD umwirbt Eltern mit mehr Leistungen. Was kosten die Versprechen? Wie passen sie in das Steuerrecht?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.

SCHÄFERS, Manfred (2017): Seehofers Kinderstück.
Kommentar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.

 
       
   

Die Präsentation des Wahlprogramms der Linkspartei in den Medien

CREUTZBURG, Dietrich & Hendrik WIEDUWILT (2017): Billig wohnen, Reiche besteuern.
Die Linkspartei stellt ihr Wahlprogramm vor,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.

CREUTZBURG & WIEDUWILT stellen eine sehr selektive Auswahl aus dem Wahlprogramm der Linkspartei vor.

 
       
   

Die Ruhrgebietsstädte in der Debatte

KAHL, Jürgen (2017): Duisburgs Rettung kommt aus dem Fernen Osten.
Die Zugverbindung zwischen China und Deutschland weckt in der armen Ruhrpott-Stadt viel Hoffnung - und etwas Skepsis,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 04.04.

 
       
   

03.04.2017

 
       
   

Die Linke und die soziale Frage in der Debatte

MAUER, Heike (2017): In die Gedöns-Falle getappt.
Populismus: Die aktuelle Debatte um den Zusammenhang von Sozialer Frage und Rechtspopulismus blendet Reproduktionsverhältnisse aus,
in:
TAZ v. 03.04.

Heike MAUER versucht davon abzulenken, dass in Deutschland der neoliberale Elitenfeminismus dominiert. Es geht nicht um eine ökonomistische Verkürzung der sozialen Frage, die MAUER den Linken vorwirft, sondern darum, dass unter dem Mäntelchen der Geschlechtergleichheit die Doppelkarrierefamilie der oberen Mittelschicht zum Ideal erhoben  und damit die Gesellschaft gespalten wird.

Nichts davon lesen wir bei MAUER, die sich auf Nancy FRASER beruft, die jedoch in einem aktuellen Aufsatz genau jenen neoliberalen Elitenfeminismus kritisiert, den MAUER in ihrem Artikel verharmlost, um dieser Art von elitärem Feminismus einen sozialen Anstrich zu verpassen!    

 
       
   

Das Ehegattensplitting in der Debatte

PRANTL, Heribert (2017): Die Steuer, ein Kinderfeind.
Kommentar: Bevorzugung nur der Ehe ist Benachteiligung der Familie,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 03.04.

 
       
   

Die Rentenanpassungen in der Debatte

STEFFEN, Johannes (2017): Rentenanpassung 2017.
Mindestlohn wirkt im Osten abermals anpassungssteigernd,
in:
sozialpolitik-portal.de v. 03.04.

 
       
   

Stephan Hebel in der Debatte

HEBEL, Stephan (2017): Linke CDU, dumme Wähler?
Der Aufstieg der AfD, der Kurs der Kanzlerin und die unverdiente Beliebtheit gängiger Erklärungen,
in:
Neues Deutschland v. 03.04.

Auszug aus dem neuen Buch Mutter Blamage und die Brandstifter von Stephan HEBEL. Der Linksruck der CDU wird als Neoliberalismus beschrieben und der Politikwissenschaftler Herfried MÜNKLER als Teil der herablassenden Elite, die in den Wählern der Linken und Rechten nur dumme und unwissende Menschen sieht. 

 
       
   

Demoskopie und Wahlentwicklung in der Debatte

DECKERS, Daniel (2017): Besser als ihr Ruf.
Meinungsumfragen beeinflussen die Bürger - warum auch nicht?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.04.

Daniel DECKERS hofiert die Meinungsforscher von ZDF und Bildzeitung. In der Retrospektive werden deren Ergebnisse so umgedeutet, dass sie den rechten Sinn ergeben. Entscheidender ist jedoch die Prospektive, denn diese Deutungen, die von den Medien unters Wahlvolk gestreut werden, haben rein wahlkampfstrategische Bedeutung. Sie können die Wähler mobilisieren oder beruhigen und beeinflussen dadurch auch den Wahlausgang. Das findet DECKERS ganz in Ordnung. 

 
       
   

Lebensqualität in einer Gesellschaft der Langlebigen. Eine neue Sicht auf den Wohlfahrtsstaat und seine möglichen Weiterentwicklungen

ETTEL, Anja (2017): Einfaches Rezept für mehr Glück.
Seit die Regierung 2016 ergründete, was die Deutschen zufrieden macht, ist wenig passiert. Laut einer Studie wäre es für die Politik relativ leicht, die Lebensqualität spürbar zu steigern,
in:
Welt v. 03.04.

Umverteilung kostet, Glück gibt es dagegen günstig, weshalb Lebensqualität im neoliberalen Zeitalter zur neuen Wunderwaffe avanciert ist. Anja ETTEL berichtet über den ehemaligen Deutsche Bank-Ökonomen Stefan BERGMANN (dessen Biografie für den Aufbau einer  Denkfabrik mit wohlklingendem Namen auf eine Saulus-Paulus-Konvertitengeschichte getrimmt wurde) und dessen Studie, über die ETTEL exklusiv berichten darf. In dem Artikel geht es fast ausschließlich um das Sicherheitsgefühl der Deutschen, das mit der objektiven Faktenlage nicht übereinstimme. Bei der Armut interessiert sie nur die Armut der Vollzeitbeschäftigten.   

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

AMREIN, Marcel (2017): Die Männer holen auf.
Lebenserwartung für beide Geschlechter bei über achtzig Jahren,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 03.04.

 
       
   

02.04.2017

 
       
   

Soziale Herkunft, Bildungsaufstiege und soziale Mobilität in der Debatte

WAGNER, Gerald (2017): Später Umstieg ist immer möglich.
Den Schulen wird vorgeworfen, sei würden soziale Unterschiede festigen, statt sie zu verringern,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.

In einem unfreiwillig komischen Artikel zeigt Gerald WAGNER genau das Gegenteil von dem, was er verlautbaren lässt. In Deutschland ist die soziale Herkunft der entscheidende Faktor für eine Bildungskarriere, weil sich das in der präsentierten Studie nicht widerlegen lässt, kommt er zu dem Schluss:

"Den Schulen (...) ist eine niedrige Bildungsherkunft ihrer Schüler (...) nicht vorzuwerfen."

Oder anders formuliert: WAGNER ist der Auffassung, dass es durchaus richtig ist, wenn Kinder aus bildungsfernen Schichten keine Karriere machen und seinesgleichen unter sicht bleiben kann. So freut er sich darüber, dass Migranten aus einem Akademikerelternhaus hierzulande einen sozialen Aufstieg schaffen, während Arbeiterkinder durch ihr bildungsfernes Elternhaus auf der Strecke bleiben. Normalerweise gilt nur als sozialer Aufsteiger, wer einen höheren Bildungsabschluss erreicht als seine Eltern. Das aber sieht WAGNER nicht als Aufgabe von Schulen! 

 
       
   

01.04.2017

 
       
   

Klassengesellschaft oder nivellierte Mittelschichtgesellschaft?

HAGELÜKEN, Alexander (2017): Boom ohne Boomer.
Samstagsessay: Die deutsche Politik ignoriert die Mittelschicht schon lange - gefährlich lange für die Demokratie. Bei der Bundestagswahl lässt sich das endlich ändern. Doch die Volksparteien zaudern,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 01.04.

STEINFELD, Thomas (2017): Wenn sein starker Arm es will.
Donald Trump, die neuen Rechten und Martin Schulz: Sie alle beschwören den Mythos vom Arbeiter. Über die seltsame Wiederkehr des Proletariats,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 01.04.

 
       
   

Die rentenpolitische Lösung der Altersarmut in der Debatte

REICHERT, Martin (2017): So wie wir heute arbeiten.
Die These: Nehmt uns die Angst, gebt uns die Einheitsrente,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.04.

Martin REICHERT hat im bürgerlichen Wohlfühlorgan Die ZEIT einen Artikel von David SHELDRICK gelesen, der sich mit 21 Jahren darüber beklagt, dass er und seine Frau monatlich nur 5.000 Euro netto verdienen. Ein kinderloses Paar gehört mit diesem Einkommen zur oberen Mittelschicht. Der Mann hat also Luxussorgen, die kein Normalo nachvollziehen kann, höchstens taz-Journalisten wie REICHERT, der angesichts dieser Situation von Prekariat und Geringverdienern spricht und damit all jene beleidigt, die tatsächlich arm in diesem Land sind.

Weil sich also dieser Yuppie Sorgen um seine Altersversorgung macht, schlägt REICHERT eine "vernünftige Altersgrundversorgung" bzw. Einheitsrente vor. SHELDRICK hat voraussichtlich noch gut 45 Jahre bis zur Rente vor sich, will aber jetzt schon genau wissen, dass er keine staatliche Rente bzw. kein sicheres Alterseinkommen mehr erhalten wird. Geht man 40 Jahre zurück, da gab es bereits schon einmal eine Generation, die sich Sorgen um ihre Zukunft machte: Jene für die in der Begriff Jugendarbeitslosigkeit Mitte der 1970er Jahre und Akademikerarbeitslosigkeit Anfang der 1980er Jahre erfunden wurde. Die Zukunft ist offenbar immer eine andere als jene, die man sich ausmalt!

 
       
   

Die Rentenanpassungen in der Debatte

BRANDSTETTER, Barbara (2017): Abrechnen, bitte!
Für immer mehr Ruhständler wird das Finanzamt zum lebenslangen Begleiter. Allein durch die Rentenerhöhung 2016 sind rund 160.000 Rentner in die Steuerpflicht gerutscht,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.04.

 
       
   

FRANKFURTER RUNDSCHAU-Tagesthema: Wohnungsnot - Kein Platz für Studenten.
Wenige Tage vor Vorlesungsbeginn suchen viele Studierende noch nach einer Bleibe. Der Asta der Goethe-Uni beklagt, dass die Mieten so hoch sind, dass sich manche kein Studium mehr in Frankfurt leisten können.

HENKE, Judith & Chrsitoph MANUS (2017): Am Markt vorbei.
Wer in Frankfurt ein Wohnheimzimmer sucht, hat ein Problem. Es gibt zu wenig Plätze. Und was entsteht, ist zu teuer,
in:
Frankfurter Rundschau v. 01.04.

HENKE, Judith (2017): "Das ist Kapitalismus".
Asta fordert mehr günstigen Wohnraum. Gespräch mit Valentin Fuchs und Felix Sauer,
in:
Frankfurter Rundschau v. 01.04.

HENKE, Judith (2017): Veganer, hochintelligenter Kletterer gesucht.
Wer in Frankfurt ein WG-Zimmer sucht, muss sich oft hohen Anforderungen stellen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 01.04.

 
       
   
NEON-Titelgeschichte: Wer sind deine wahren Freunde?
Wie man merkt, wer im Leben wichtig ist und wann man besser einen Schlussstrich zieht

SKROBALA, Jurek (2017): Ein Hoch auf euch.
Sie spenden Trost und Schnaps: Das macht wahre Freunde aus, oder? Woran wir sie auch in Zeiten von Facebook und Instagram noch erkennen,

in: Neon, April

STEEG, Lena (2017): "Es hilft, wenn einem dieselben Dinge peinlich sind".
In ihrer Fernsehserie "Jerks" spielen die Kindheitskumpel Christian Ulmen und Fahri Yardim sich selbst. Ein Gespräch über Freundschaft und was sie alles aushalten muss,

in: Neon, April

STEEG, Lena & Hatice INCE (2017): Freundschaften zu pflegen ist eine Kunst. Sich aus ihnen zu befreien aber auch. Unsere Autorinnen haben beides versucht,
in: Neon, April

 
       
   

Kontaktanzeigen in der Debatte

NEON (2017): Ehrliche Kontaktanzeigen,
in: Neon, April

 
       
 

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Zu den News vom 22. - 31. März 2017
 

   
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