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News vom 01. - 05. August

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Den Deutschen fehlt die Gelassenheit in Sachen demografischer Wandel

"Fehlprognose nach Fehlprognose hinderte Demographen und andere Publizisten nicht daran, die Katastrophe an die Wand zu malen. Für fünf bis 20 Jahre kann man sinnvolle Prognosen stellen, auf Generationen voraus aber sagen sie seit je den Untergang vorher - denn nur durch die Wahl »möglichst weite[r] Zeiträume für statistische Berechnungen [kann] die konstatierte Bedeutungsschwere der Bevölkerungsentwicklung überhaupt publikumswirksam« dargestellt werden.
             Noch im Jahre 2005 wiederholen die deutschen Medien unverdrossen die alten Schreckensmeldungen - »Kontinent ohne Kinder«, »Land ohne Kinder«, »Land der Greise«, »Den Deutschen fehlt der Wunsch zum Kind«, »Lieber kinderlos als arbeitslos«, »Die kinderarme Gesellschaft« - wie ein Mantra.

aus: Thomas Etzemüller (2007, S.147) - Weltuntergang
             (...).
Ja, wie soll man eigentlich nicht in allertiefste Lebensangst verfallen, wenn Deutschlands Publizisten sich zu derart schrillen Geißelungszügen durch die Republik aufmachen? Sie vereinnahmen jedes Problem, jede Veränderung.

             (...).
Wie erleichternd ist es da, schwedische Tageszeitungen zu lesen. Dank Viggo und Jakob und Elisa wächst die Bevölkerung. Ausländer gehören dazu, man muß sie nur zu integrieren. Immer wieder gibt es einen baby boom, in den 1960ern, 1990ern und just nach der Jahrtausendwende. Junge Akademikerpaare ziehen in die Großstadt, heiraten nicht, arbeiten beide und bekommen trotzdem Kinder, oft mehr als zwei. Die drohende Flut der Alten? Ein Mythos, schreibt der Chefökonom des Arbeitgeberverbandes (...). Die Alten lebten länger und seien gesünder als früher, man müsse sie nur ins Arbeitsleben integrieren, jeden nach seinem Vermögen. Ohnehin habe die Kategorie des Alters etwas Willkürliches, deshalb könne man sie auch neu definieren. (...). Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. (...). Die schwedische Geburtenrate ist die niedrigste in Nordeuropa, so etwas wurmt. (...). Aber (...) die Gelassenheit, mit der etwas als Problem beschrieben wird, wenn es wirklich ein Problem aufgefasst wird, um es dann zu lösen, sollte man auch in Deutschland etwas mehr pflegen."
(aus: Thomas Etzemüller "Ein ewigwährender Untergang" (2007, S.146ff.)

 
       
       
   
  • RATHGEB, Eberhard (2007): Über Väter.
    Annäherung an eine Wesen, das in den gegenwärtigen Debatten um Kind und Karriere im Schatten steht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.08.
 
   
  • MINKMAR, Nils (2007): Und, wann haben Sie Ihre erste Milliarde?
    Wohlstand und Erfüllung, das waren einemla die bürgerlichen Lebensziele. Wer heute aber jung ist, gut ausgebildet und ehrgeizig, hat die Chance, richtig reich zu werden, superreich sogar. Was kein Glück sein muss,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.08.
    • Inhalt:
      Nils MINKMAR schreibt über die fragmentierte Gesellschaft, in der sich die Eliten aus ihrer Verantwortung verabschiedet haben

                  "Nach Japan und den Vereinigten Staaten leben in Deutschland die meisten reichen Menschen, und wie dort entwickeln sich auch die Reichen zu einer eigenen Zwei-Klassen-Gesellschaft: Einmal die klassisch Wohlhabenden (...); und dann die Superreichen
                  (...).
      Ordentlich Kohle machen, das wird zum Mantra der frustierten Eliten (...). Hass und nicht das Streben nach Glück waren sein wahrer Antrieb.

                  (...).
      Eine Autorin, die vor solch einer Entwicklung, vor dem Abhauen der Superreichen und solcher, die es werden wollen, warnt, ist die amerikanischen Kolumnistin Peggy Noonan. Bereits vor anderthalb Jahren veröffentlichte sie einen düsteren Text über den »Separatfrieden«, den die amerikanischen Eliten mit einem vermutlich unguten Schicksal schließen: »Ich hege den Verdacht, dass die Geschichte, auch die großen historischen Romane der Zukunft, zurückblicken und zu dem Schluss kommen werden, dass viele aus unseren Eliten beschlossen haben, einfach ihr Leben zu leben, während sie auf das nächste große Kapitel des Schreckens warten. (...).« Hier schreibt keine Attac-Aktivistin: Frau Noonan war in jungen Jahren Reagans Redenschreiberin und arbeitet, wenn sie nicht gerade die Republikaner berät, heute für das »Wall Street Journal«. Das ist vielleicht die letzte Ecke, aus der Kritik an der Einstellung der ökonomischen und politischen Eliten noch wirksam und möglich ist."

                  MINKMAR plädiert, angesichts der Tatsache, dass in Deutschland der Anteil des Vermögens, der im vergangenen Jahr durch Arbeitseinkommen erzielt wurde, von 72 auf 62 Prozent gefallen ist, für ein Umdenken, das jedoch mehr als vage formuliert ist:
                  "es ist nun dringend erforderlich, sich für das Geld und seine vielen Besitzer einen angemessenen Platz ind er Gesellschaft auszudenken, statt deren Ausstiegsmöglichkeiten zu bejubeln. Denn reich sein macht dann am meisten Spaß, wenn das Land, in dem man lebt, nicht arm ist".  
 
   
  • FREUD, Esther (2007): Aus Scham nicht protestiert.
    Teil 5 der FR-Sommerserie: Unsere Jugend,
    in: Frankfurter Rundschau v. 04.08.
 
     
   
  • SCHULZE, Gerhard (2007): Neues Bild der Tugend.
    Affären wie die von Horst Seehofer sind kein Stoff für große Skandale mehr. Verübelt wird dem CSU-Politiker vielmehr die Art, wie er seine Zweitbeziehung beendete,
    in: Welt v. 04.08.
 
   
  • LAU, Mariam (2007): Was Eltern wollen,
    in: Welt v. 04.08.
  • SIEMS, Dorothea (2007): "Wir müssen die Zahl der Krippenplätze deutlich erhöhen".
    Niedersachsens Sozialministerin Ross-Luttmann über familienfreundliche Politik und Wahlfreiheit der Eltern,
    in: Welt v. 04.08.
  • SIEMS, Dorothea (2007): Krippenplätze in allen deutschen Kommunen,
    in: Welt v. 04.08.
 
   
  • BOECKER, Arne (2007): Haus der Geborgenheit.
    Wie sich die ostdeutsche Stadt Eggesin mit ihrem Bürgermeister gegen Abwanderung und Überalterung stemmt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.08.
 
   
  • KEGEL, Sandra (2007): Der Atomstreit war harmlos dagegen.
    Armin Laschet, CDU-Familienminster in Nordrhein-Westfalen, über berufstätige Frauen, fehlende Einwanderer und Betreuungsplätze für unter Dreijährige,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.08.
 
   
  • SCHMIDT, Renate (2007): Rechtsanspruch für alle Kinder.
    Streit um das Betreuungsgeld,
    in: Welt v. 03.08.
 
     
   
  • PRÜFER, Tillmann (2007): WM Baby.
    Während der Fussball-WM wurden mehr Kinder als sonst gezeugt. Auch Greta. Unser Autor erklärt seiner vier Monate alten Tochter die Euphorie jener Tage, an die sie wohl ihr Leben lang erinnert werden wird, wie viele andere auch,
    in: ZEIT Magazin Nr.32 v. 02.08.
 
   
  • WELT-Serie: Besser Altern

    • REENTS, Heino (2007): Hoffnungszeichen für Eigenheimbesitzer.
      Teil 3: Warum der demografische Wandel nicht automatisch zum Preisverfall bei Wohnimmobilien führt,
      in: Welt v. 01.08.
 
     
     
   
  • WILSDORF, Sandra (2007): Wenn sich der Traum vom Kind nicht erfüllt.
    Special Kinderlosigkeit, Teil 1: Viele Paare hofen vergeblich auf ein Baby. Daran kann selbst die moderne Medizin oft nichts ändern. Von Wünschen und Enttäuschungen,
    in: emotion,
    August
 
     
   
NEON-Titelgeschichte:
Planen oder treiben lassen?
Ehrgeizalarm! Wie du merkst, ob du dir zu viel oder zu wenig Gedanken über dein Leben machst
  • KIENLE, Dela (2007): Planen oder treiben lassen?
    Wir wollen Erfolg, Spaß, Geld und dazu die wahre Liebe - am besten gleichzeitig. Aber was ist uns wirklich wichtig im Leben und was ist verzichtbar? Sollen wir unser Leben strategisch angehen, die Karriere vorantreiben - oder einfach mal schauen, was passiert? Schwierige Fragen? Aber es gibt eine Lösung,
    in: Neon,
    August
 
   
  • SCHROEDER, Vera & Alexandra EUL (2007): "Torschlusspanik und Komplexe".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: Neon, August
 
   
  • KOCH, Christoph (2007): Halb zusammen.
    Der Übergang zwischen Affäre und Beziehung ist heikel. Noch heikler wird es, wenn er nicht nur ein klärendes Gespräch lang, sondern Tage, Wochen oder Monate dauert. Denn dann steckt man plötzlich mitten drin: in der Halbbeziehung,
    in: Neon,
    August
 
   
  • KOCH, Christoph (2007): Liebe Eltern!
    Während Ursula von der Leyen noch so tut, als müsse man mit Geldgeschenken für einen Bewusstseinwandel der Gesellschaft kämpfen, ist diese längst viel weiter: Fortpflanzung ist so cool geworden, dass man sich ohne Säugling kaum noch auf die Straße traut. Doch Eltern können auch nerven. Der offene Brief eines Nachwuchslosen,
    in: Neon,
    August
 
   
  • MOCEK, Ingo (2007): Schafft die Jugend ab!
    Vor einhundert Jahren setzte sich der erste Pfadfinder der Welt ans Lagerfeuer - der Jugendliche war erfunden. Heute nervt Jugendlichkeit nur noch. Zeit, sich von dem Konzept zu verabschieden,
    in: Neon,
    August
 
     
   
  • HENNING, Peter (2007): Am Ende der Fahrbahn.
    Zum 20. Todestag von Jörg Fauser sind die letzten 169 Seiten Roman erschienen, die er geschrieben hat: Fragment eines ehrgeizigen Projekts - und eines Abschieds,
    in:
    Rolling Stone, August
    • Inhalt:
      "169 Seiten: zu wenig, um damit die Sehnsucht all derer zu stillen, die nicht genug haben können von seinem amerikanisch-knappen Ton, wie ihn seine großen (Lebens)-Romane »Das Schlangenmaul« und »Der Schneemann« bis heute konservieren; mehr als genug jedoch, um uns ein letztes trauriges Mal vor Augen zu führen,w elch herben Verlust dieses (...) Autors für all jene bedeutet, die abonniert sind auf genau beschleunigte (...) Prosa ohne ein Gramm Fett", meint Peter HENNIG zum Romanfragment "Die Tournee", das erstmals veröffentlicht wird.
 
   
  • FRÖMBERG, Wolfgang (2007): Kerstin Grether/Jörg Heiser.
    Es nennt sich leider Popdiskurs,
    in:
    Intro, August
    • Inhalt:
      Kerstin GRETHER rechnet u. a. mit der ehemaligen Spex-Avantgarde ab:

                   "Die Spex-Zeit der mittleren 90er kriegt man oft verklärend nachgetragen. Das ist nett, aber es herrscht davon eine falsche Vorstellung. Ich war damals - in meinen zwei, drei Jahren als Kulturredakteurin - sehr jung und habe es als meine Aufgabe gesehen, den sogenannten Theorie-Import in der Zeitschrift stattfinden zu lassen. Die Redaktion wurde von etablierten Egomanen getragen, die für sich die Wahrheit, den Diskurs, die Theorie, die Musik und die Gegenbewegung gepachtet hatten. Sie haben behauptet, im Prinzip könne keiner, außer ihnen, den »großen Kulturartikel« schreiben. Das stelle sich mal einer vor: Jörg, Dietmar Dath, Sandra Grether, Barbara Kirchner und alle, die wir gut fanden - Leute wie Sascha Kösch, Mark Sikora oder Mercedes Bunz -, sollten den großen Kulturartikel nicht schreiben können! Ich fand das total lächerlich und anmaßend und auch den überradikalsierten Spex-Begriff von Avantgarde zum Kotzen."
 
   

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webmaster@single-generation.de Stand: 16. April 2010