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Medienrundschau:
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News vom 01.
- 15. Dezember 2001
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- BUDE,
Heinz (2001): Das Ende der Gesellschaft.
Intellektuelle
in der Ära des "Lebens",
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 15.12.
- Kommentar:
Heinz BUDE kritisiert
jene Sozialwissenschaftler, die einen
kulturalistischen Gesellschaftsbegriff
verwenden, anstatt wie Techniksoziologen
auch die Dingwelt einzubeziehen oder
anthropologische Tatsachen zu
berücksichtigen.
BUDE sieht
einen Paradigmenwechsel von der Physik
zur Biologie als neuer Leitwissenschaft.
Sozialwissenschaftler müssten deshalb
diesen Wechsel mitmachen oder würden
ansonsten ins gesellschaftliche Abseits
geraten.
"Der
Mensch ist nicht bloss ein Ensemble der
gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern
zuerst und zuletzt Ausdruck seines
eigenen Seinkönnens", heißt das
Credo von BUDE.
Während
BUDE damit die Ideologiekritik
verabschiedet wissen möchte, ist gerade
jetzt Ideologiekritik notwendiger denn je
zuvor. Diese Art der Sozialwissenschaft
hat sich nicht erledigt, sondern muss
stattdessen entsprechend den heutigen
Verhältnissen neu formuliert werden.
Auch
innerhalb der von BUDE genannten
Techniksoziologie gibt es durchaus
Gründe für vielfältige
Fragestellungen. Jene, die von BUDE hier
bevorzugt wird, ist die Perspektive der
Sozialtechnologie: Regieren durch
Technik, d.h. es geht um die Herrschaft
mittels Technik. Der Begriff
"postsoziale Gesellschaft", den
BUDE verwendet, deutet darauf hin, dass
Soziales etwas Überflüssiges ist, das
ignorierbar ist. Diese Vorstellung ist
nichts Neuartiges wie BUDE behauptet,
sondern eine bereits seit Jahren
dominierende Richtung innerhalb der
Techniksoziologie.
Während
jedoch die von BUDE bevorzugten
sozialtechnologischen Ansätze im Bereich
von Unternehmen, Forschung und
Infrastruktureinrichtungen Verwendung
finden, werden Fragen der
Haushaltstechnisierung bzw. Fragen der
Technik im Alltag fast vollständig
ignoriert.
Konsumenteninteressen
finden im Gegensatz zu Politik- und
Wirtschaftsinteressen keinen adäquaten
Ausdruck in der Forschungslandschaft.
Gerade im
Bereich der Einpersonenhaushalte würden
sich techniksoziologische Fragestellungen
anbieten, da die
Haushaltstechnologisierung eine der
Voraussetzungen für den
"Siegeszug" der
Einpersonenhaushalte ist. Die
Infrastruktureinrichtungen der
Telekommunikation haben für Singles und
andere mobile Menschen eine wichtige
Funktion. Techniken wie Telefon,
Anrufbeantworter oder Internet sind
Beispiele dafür, aber auch die
Modernisierung der Eisenbahn spielt eine
zentrale Rolle für mobile Lebensformen.
Techniksoziologie
und Ökologische Psychologie sind
Disziplinen, deren Bedeutung nicht zu
unterschätzen sind.
Aus der
Sicht von Singles ist eine Biologisierung
der Sozialwissenschaften, wie sie BUDE
fordert, mit Skepsis zu begegnen.
Hier ist
eine Ideologiekritik gefragt, die
zwischen den Phänomenen und technischen
Verfahren einerseits und deren
Interpretation andererseits,
unterscheidet. Die Interpretationen
müssen ideologiekritisch hinterfragt
werden.
Gerade in
der Kontroverse Familien contra Singles,
können biologistische Vereinfachungen
zur ungerechtfertigten Diskriminierung
und Ausgrenzung von Singles missbraucht
werden.
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- MARTENSTEIN,
Harald (2001): Vom Stürmer zum Verteidiger.
Das
neue Feuilleton bewahrt Werte - vor allem den
Wert der Ironie,
in:
Tagesspiegel v. 15.12.
- Kommentar:
Harald MARTENSTEIN sinniert
über den Wert des Debattenfeuilletons
nach dem 11. September.
Während
Hans Ulrich GUMBRECHT das Feuilleton als
edelste Blüte der
Spassgesellschaft
bezeichnet, die "intellektuelle
Lebenshilfe und gehobene
Unterhaltung" bietet, ist das
MARTENSTEIN entschieden zu wenig.
Zwar ist
nach dem 11. September offensichtlich
nicht alles ganz anders als vorher, denn:
"Jeder sagte genau das, was er oder
sie immer sagt. Die Kritiker der
Spaßgesellschaft kritisierten die
Spaßgesellschaft".
Aber etwas
hat sich geändert: das Gefühl der
Bedrohung ist hinzugekommen und damit
muss nach Meinung von MARTENSTEIN das
Feuilleton vom
"Wertezertrümmerer" zum
Wertewächter bzw. Sinnstifter werden.
Offensichtlich
handelt es sich hier um eine grasse
Fehleinschätzung, denn das
Zeitungsfeuilleton war seit den 80er
Jahren kein
"Wertezertrümmerer" mehr,
sondern bereits "Wertewächter"
geworden. Die so genannte Streitkultur,
diente nur der Normalisierung jener vom
Privatfernsehen "zertrümmerten
Werte".
nzwischen ist das
Privatfernsehen selbst wiederum zum Verteidiger der Werte
geworden und das Internet hat als neuestes Medium die Rolle
der Wertezertrümmerung übernommen.
Für die
Kontroverse Familien verus Singles lässt
sich eindeutig belegen, dass Singles im
Feuilleton der überregionalen Zeitungen
keinen Anwalt besitzen.
Stattdessen
inszenieren Familienväter oder Mütter
als Pseudoanwälte von Singles eine
Scheindebatte,
die Singles ins gesellschaftliche Abseits
drängen soll.
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NZZ-Lebensart:
"Der «neue» Mann - körperbetont und
gesundheitsbewusst?"
- ARNET, Christa
(2001): Gesundheit: weniger Raubbau -
länger leben
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
- WAGNER,
Susanne (2001): Schönheit: Macht
demonstrieren - Mängel kaschieren,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
- Kommentar:
Die NZZ
widmet sich dem "neuen
Mann", der verstärkt
Männerzeitschriften (siehe
SCHRENK im
Tagesspiegel vom 04.12.2001)
konsumiert, um im Wettbewerb der
ausgeweiteten Kampfzone (HOUELLEBECQ)
seinen Mann zu stehen und
gleichzeitig seine mögliche
Lebensspanne auszuweiten.
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- HÜGLI, Martina
(2001): Der Tod geht durch den Körper hindurch.
Notizen zum Leben und
Sterben im Altersheim,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 15.12.
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- SPERBER, Katharina
(2001): Das verflixte X-Chromosom.
Warum
eine junge Frau mit einem behinderten Bruder sich
ein Baby aus dem Reagenzglas wünscht
in: Frankfurter Rundschau
v. 15.12.
- Inhalt:
SPERBER berichtet
über eine Frau, die ihr Recht auf ein
Kind durchsetzen möchte:
"Sie
könnte auch ohne PID das Risiko
ausschließen, einen Sohn mit
Muskeldystrophie Duchenne zu bekommen:
»Verzicht auf Kinder«, schlagen die
Bischöfe beispielsweise vor (...). Sie
kann im christlichen Rat, ganz und gar
auf Kinder zu verzichten, um nur ja kein
behindertes zu bekommen, nichts
Tröstliches finden."
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- KIELINGER,
Thomas (2001): Wider den obszönen Zeitgeist.
Mary
Whitehouse, Kunstlehrerin und Sittenwächterin,
war der Stachell im Fleisch der "Swinging
Sixties",
in: Welt v. 15.12.
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- NIEJAHR,
Elisabeth (2001): Die große Not der Kleinen.
In
Deutschland wächst die Kinderarmut. Über eine
Million Minderjährige leben bereits von der
Sozialhilfe. Das größere Problem aber ist die
fehlende Zuwendung,
in: Die ZEIT Nr. 1v. 14.12.
- Kommentar:
Die größte Gruppe
der Sozialhilfeempfänger sind die
Einpersonenhaushalte (siehe z.B. NÜRNBERGER
NACHRICHTEN vom 12.12.2001).
Während
jedoch deren Bedürftigkeit bestritten
wird (z.B.
RAFFELHÜSCHEN in
der FAZ vom 05.12.2001), gilt die
Bedürftigkeit von Kindern und
Jugendlichen unbestritten:
"Neu
ist (...), wie vehement auch diejenigen
bessere Leistungen für Familien fordern,
die sonst generell für einen Rückzug
des Sozialstaats plädieren: ordoliberale
Ökonomen zum Beispiel oder auch die FDP
(...).
Das neue Interesse an bedürftigen
Minderjährigen gefällt nicht jedem. 'In
der öffentlichen Debatte gelten Kinder
mittlerweile als würdige Arme und
arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger als
Unwürdige, die ruhig schikaniert werden
können', schimpft der Kölner
Politikwissenschaftler
Christoph Butterwegge. 'Die Existenz von Armut gilt
als normal, Kinderarmut jedoch als
Skandal.'"
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- KOERNER, Swantje-Britt
(2001): Herr Nida-Rümelin, leben wir noch in
einer Spaßgesellschaft?
in: FAZ.Net v. 14.12.
- Kommentar:
Der
Kulturstaatsminister zum Thema
Mobilität:
"Ich
glaube, es wird viel davon abhängen,
dass die Politik dem Wunsch vieler junger
Frauen - und junger Männer - entspricht,
die Karriereorientierung mit den Werten
der familiären Gemeinschaft vereinbar zu
machen. Das heißt zum Beispiel auch, die
beruflich
motivierte Mobilität zu
beschränken. Ist die Gesellschaft
hochmobil, dann leben die Partner nicht
lange zusammen, wenn beide berufstätig
sind. Das ist nur vorübergehend durch
Flugtickets und ähnliches zu
überbrücken."
Statt
Mobilität generell zu verdammen und
Immobilität zu idyllisieren, sollte
zwischen erwünschter und erzwungener
Mobilität bzw. Immobilität
unterschieden werden.
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- O'HAGAN,
Andrew (2001): Everythin Must Go!
in:
London Review of Books v. 13.12.
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- NAHR,
Wolf-Dietrich (2001): Hohe Sozialhilfelast.
Bei
den Pro-Kopf-Ausgaben bayernweit an der Spitze.
Allerdings gehen Aufwendungen und
Betroffenenzahlen zurück,
in: Nürnberger Nachrichten
v. 12.12.
- Kommentar:
NAHR berichtet über
die Sozialhilfeausgaben der Stadt
Nürnberg:
"Während
Ende 1997 noch 29 935 Personen
Sozialhilfe erhielten, sank die Zahl in
den Folgejahren auf 26 795 (31. Dezember
2000). Bis zum Ablauf des dritten
Quartals 2001 waren es nochmals über 500
Sozialhilfeempfänger weniger. Nach
Singles (6583) bilden Alleinerziehende
mit einem Kind (1819) die größte
Gruppe."
Man fragt
sich, welche Kriterien dieser
Gruppenbildung zu Grunde liegen, denn
wenn die größte Gruppe der Singles im
Sinne der Einpersonenhaushalte nur 6.583
Personen umfasst, welchen Gruppen
gehören dann die restlichen ca. 18.000
Personen an? Durch die Vermischung der
Haushalts- und Personenebene werden die
Größenverhältnisse verzerrt.
Dieser
Beitrag muss im Zusammenhang mit dem
Artikel von
RAFFELHÜSCHEN in
der FAZ vom 05.12.2001 gelesen
werden.
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- NATORP, Klaus (2001):
Volk ohne Bevölkerungsbewußtsein.
Deutschland zwischen
niedriger Geburtenzahl und Einwanderungsdruck,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 12.12.
- Kommentar:
NATORP zitiert die
Bevölkerungswissenschaftler
Herwig BIRG und Josef
SCHMID.
Ersterer
möchte ein Bevölkerungsbewusstsein
analog zur Herstellung des
Umweltbewusstseins in den Köpfen der
Deutschen etablieren. Anscheinend ist ihm
entgangen, dass eine Generation später
ein gewisser
Florian
ILLIES eine
"Anleitung
zum Unschuldigsein"
geschrieben hat, um sich von diesem
Umweltbewusstsein zu befreien. Der
Florian Illies der Generation @ hätte
also mit dem Bevölkerungsbewusstsein ein
ähnlich dankbares Thema zu erwarten.
NATORP
hält sich auch gar nicht lange mit
diesem Gedanken auf. Familienpolitischen
Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate
steht er eher skeptisch gegenüber.
Wirksamer erscheint ihm eine
Entwicklungspolitik, die Migranten von
Deutschland fernhält, weil sie in ihrer
Heimat bleiben wollen.
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- SCHRIEVER, Silja
(2001): Hamburger im Netz.
Partnersuche im Netz, das
war bislang Glückssache. Die Hamburger
Online-Partneragentur Parship will dem Prinzip
Zufall beim Liebesspiel auf die Sprünge helfen,
in: Hamburger Morgenpost v.
11.12.
- Kommentar:
Die
Vorweihnachtszeit belebt das Geschäft
der Partnervermittlungen.
Parship
setzt auf Vorauswahl per psychologischem
Fragebogen. Kriterien wie Alter, Wohnort
und Charaktereigenschaften sollen
garantieren, dass sich Beziehungswillige
finden, die zueinander passen. Nach
eigenen Angaben der Partneragentur ist
die am häufigsten vertretene
Altersgruppe jene zwischen 30 und 39
Jahren, d.h. es handelt sich hier um
Singles im Sinne von Beate
KÜPPER.
In der
besagten Altersgruppe sind Singles eher
selten und die Altersgenossen sind in
Partnerschaften oder Familien gebunden,
sodass der Leidensdruck in dieser
Lebensphase am größten ist.
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- KAISER, Jost (2001):
Ein kleines Rad.
Urbane Physiognomien: Der
Fahrradkurier wähnt sich räudig,
in: Süddeutsche Zeitung v.
11.12.
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- MAR (2001):
Single-Haushalte im Kreis liegen bei 12,7
Prozent.
Neueste Erhebungen des
Statistischen Landesamts,
in: Main Echo v. 10.12.
- Kommentar:
Lobend ist dieser
Bericht hervorzuheben, weil er zuerst auf
der Personenebene argumentiert,
indem er
hervorhebt, dass "rund 12,7 Prozent
der Einwohner in der Region"
Untermain allein leben. Auf diese
Argumentationsebene zielt auch die etwas
missverständliche Schlagzeile ab.
Die 48.000
Einpersonenhaushalte stellen "rund
30 Prozent aller Haushalte in der
Region" dar. Desweiteren wird die
Altersstruktur der Einpersonenhaushalte
in 3 Altersgruppen aufgelistet.
In
Gemeinden unter 10.000 Einwohner stellen
die über 60jährigen Alleinlebenden mit
einem Anteil von 51 Prozent sogar die
Mehrheit der Alleinlebenden.
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- US (2001): Herr und
Frau Suzuki verlieren die Reiselust.
Ängste und Wirtschaftskrise
bremsen Japaner,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 10.12.
- Kommentar:
"Zu den
Hauptkontingenten des japanischen
Auslandtourismus gehören jüngere
Singles, die, da sie häufig bei den
Eltern wohnen, über ein gut dotiertes
Budget für private Vergnügen verfügen,
sowie ältere, häufig pensionierte
Ehepaare, die, nachdem sie jahrzehntelang
hart gearbeitet haben, nun die Welt
erfahren wollen", heißt es in
diesem Bericht.
Singles,
die bei den Eltern wohnen, heißen in
Deutschland
"Nesthocker" und
fallen nicht unter die Rubrik
"Singles", sondern unter die
Familie.
Die
amtliche Sozialstaatsoptik verhindert
einen unverzerrten Blick auf dieses
Phänomen. Jene Gruppe, die das
"Hotel Mama" gerne in Anspruch
nimmt, weil sie dann das Geld für ein
teures Single-Appartement spart, ohne sich
gleichzeitig im Familienverband sozial
engagieren zu müssen, erscheint per se
als sozial, während jene Menschen, die
sich zwar sozial engagieren, aber einen
Einpersonenhaushalt aus
unterschiedlichsten Gründen führen, per
se als unsozial erscheinen.
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Thema
"Familienplanung"
- KOHLENBERG,
Kerstin (2001): Grenzenlose Hoffnung.
Japans
Kronprinz Naruhito und Prinzessin Masako
sind Eltern einer Tochter geworden -
dabei hatte sich das Land nach einem
Jungen gesehnt. In den USA ist man schon
längst bereit, das Geschlecht nicht mehr
dem Zufall zu überlassen. Und dabei wird
es nicht bleiben,
in: Tagesspiegel v.
09.12.
- TAGESSPIEGEL
(2001): Demografie: Gibt es den kleinen
Unterschied?
in:
Tagesspiegel v. 09.12.
- TAGESSPIEGEL
(2001): "Bei uns kommt das Thema
auch so langsam",
in:
Tagesspiegel v. 09.12.
- Inhalt:
Interview
mit der Soziologin Giselind BERG
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NZZ-Zeitfragen:
"Homosexualität und Familie"
- HEUSSER-MARKUN,
Regula (2001): Endlich eine Familie,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.
- BÜCHI, Eva
(2001): Vom Paar zur Familie.
Wege zur Erfüllung
des Kinderwunsches,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 08.12.
- Inhalt:
BÜCHI
berichtet über die Hürden bei
Adoptionen in der Schweiz
- FOUNTOULAKIS,
Christiana (2001): Familienähnlichkeit.
Bewegung in der
rechtlichen Stellung
gleichgeschlechtlicher Partnerschaften,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 08.12.
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- AFR (2001):
Verschmähte Väter und verunglimpfte Mütter.
Eltern führen oft einen
erbitterten Kampf um die Kinder,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 07.12.
- Inhalt.
In dem Bericht wird
die Situation von Vätern nach der
Trennung bzw. Scheidung dargestellt.
Im
Mittelpunkt steht das Fallbeispiel von
Josef ÜBELHÖR, der Mitglied in der
"Väterinitiative München"
ist.
Der Mainzer
Soziologe Norbert F. SCHNEIDER kann das
Bild vom säumigen Vater - wie es
neuerdings auch von Postfeministinnen wie Susanne
GASCHKE in der
sozialstaatlichen Missbrauchsdebatte
verbreitet wird - anhand seiner Studie
über Alleinerziehende nicht bestätigen.
Wassilios
E. FTHENAKIS bescheinigt den Vätern ein
männliches Verdrängungsmuster. Der
Vater wird sich seiner Vaterrolle erst
durch den Verlust derselben bewusst.
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- NEIDHART,
Cristoph (2001): Das Märchen vom Kaiserhaus.
In
Japans Geschichte spiegeln sich die
Wunschvorstellungen des Westens. Angebliche
Traditionen versperren der Gesellschaft den Weg
zur Modernisierung,
in: Die Weltwoche Nr.49 v. 07.12.
- Inhalt:
NEIDHART bezweifelt
die Lieblingsthesen der
Monarchisten
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- BUSCH,
Gerrit (2001): "Männer legen immer Wert auf
Jugend",
in:
TAZ v. 07.12.
- Kommentar:
Auf die Frage:
"Sie sagen, dass Männer sich nur um
eigene Kinder wirklich kümmern, weil die
Gene es so wollen. Sollten Adoption
deshalb vermieden werden?" antwortet
Oliver CURRY:
"Politiker
versuchen, Anreize zu schaffen, und
Menschen zu anderem Verhalten zu bringen.
Wenn man das tut, muss man wissen, wie
die menschliche Natur beschaffen ist. Die
Beratung und Unterstützung von
Stiefeltern könnte dies
berücksichtigen, statt so zu tun, als ob
Pflegefamilien dasselbe seien wie
genetische Familien. Und zu übersehen,
dass der Vater vielleicht nicht dieselbe
Liebe fühlt. Statt ihm Schuldgefühle
einzureden, was oft Spannungen
verschlimmert. Wenn man die Ursachen
kennt, kann man mit Problemen besser
umgehen, als wenn man so tut, als seien
die Probleme nicht da."
Eine solche
Sichtweise hat zwei Konsequenzen: Zum
einen werden Pflegeeltern, d.h. soziale
Eltern, und genetische Eltern, d.h.
normale Eltern, gegeneinander
ausgespielt. CURRY behauptet eine
Zweiklassenelternschaft, die er genetisch
begründet. Solche biologistischen
Deutungen deklassieren die bereits
heutzutage benachteiligten
Waisenkinder zu Kindern
zweiter Klasse. Auf solche
selbsternannten "Anwälte des
Kindeswohl" können Waisenkinder
ganz verzichten.
Zum anderen
ist das eine schallende Ohrfeige für
jeden liebevollen Pflegevater und
zementiert einen Müttermythos, der
keineswegs der Realität entspricht.
- BUSCH,
Gerrit (2001): Die vermeintliche Diktatur
der Gene.
Wer
ist verantwortlich für menschliche
Verhaltensweisen? Für
Evolutionspsychologen ist die Antwort
klar: Nicht Erziehung und
gesellschaftliche Verhältnisse machen
uns zu dem was wir sind, sondern das aus
grauen Vorzeiten stammende genetische
Erbe
in: TAZ v. 07.12.
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- WINKELMANN,
Ulrike (2001): Uns hat das Heulen nicht
geschadet.
Viele
Jungs um die 30 leiden am Weltschmerz und an
schlechter Laune. Die Armen sind falsch
orientiert,
in: TAZ v. 07.12.
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MÄRZ, Ursula (2001):
Das Hitchcock-Gefühl.
Bequem
und bedrohlich: In der Kultur des Angenehmen
steckt der leise Horror. Zur Überprüfung einer
Kategorie
in: Frankfurter Rundschau
v. 07.12.
- Kommentar:
Zwischen dem Song
"Angenehm" von
Thommie
BAYER aus dem Jahr 1980
und diesem Abgesang von MÄRZ auf das
Angenehme besteht eine erstaunliche
Ähnlichkeit: Beide sehen das Angenehme
durch ein "Feindliches Gebiet"
(so der damalige LP-Titel) bedroht.
Während
jedoch bei BAYER der Frontverlauf
zwischen Mann und Frau verläuft, fühlt
sich nun die Paar- bzw. Familieneinheit
durch die physische bzw. soziale Umwelt
bedroht.
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- MAINKA,
Iris (2001): Die Leere im Bauch.
Paare
wünschen sich Kinder - notfalls mithilfe einer
Samenspende. Manchmal raten Psychologen ab,
in: Die ZEIT Nr.50 v.
06.12.
- MAINKA,
Iris (2001): Was? Deiner robbt schon?
Babys
sollen schön, klug, nett und musikalisch sein.
Und wehe, nicht - dann gerät eine Welt ins
Wanken. Über Wunschbilder und andere Hindernisse
junger Eltern,
in: Die ZEIT Nr.50 v. 06.12.
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- KOSCHORKE, Albrecht
(2001): Misstraue Deinen Träumen.
Wo man sich Kokosnüsse in
den Mund fallen lässt: Utopien verschwinden,
wenn sie wirklich werden,
in: Süddeutsche Zeitung v.
05.12.
- Kommentar:
KOSCHORKE stellt den
Sammelband "Gelebte Utopien.
Alternative Lebensentwürfe" vor.
Der von
Joachim MEIßNER, Dorothee MEYER-KAHRWEG
und Hans SARKOWICZ herausgegebene Band
umfasst 19 Beiträge, die aus einer
Sendereihe des Hessischen Rundfunk
hervorgegangen sind.
KOSCHORKE
hält Utopien für unzeitgemäß und da
er das Wünschen fürchtet wie der Teufel
das Weihwasser, stellt er die
kulturpessimistische Sicht der
Verlaufskurve von utopischen Projekten an
den Anfang seiner Erzählungen: Nach
anfänglichem Enthusiasmus enden die
Aufbrüche in "Anpassung an die
Außenwelt oder Verhärtung des
Widerstands bis hin zum inneren
Terror". Liest sich wie der Aufstieg
und Fall der New Economy, aber das
gehört nicht hierher.
KOSCHORKE
sieht stattdessen in der "Rolle des
Sexuellen (...) ein Kernprojekt der
utopischen Bewegungen". Bei
solcherart von Verkürzung darf
natürlich der Liebling der
Kulturpessimisten nicht fehlen:
"Wie
aus Love & Peace bei den Hippies
»angestrengte Orgien« und
»organisierte Swinger-Partys«
hervorgingen, erzählt Peter Kemper unter
Berufung auf
Houellebecq im
Vokabular des Kulturverfalls nach."
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- RAFFELHÜSCHEN,
Bernd (2001): Der Teil und das Ganze.
Drei
folgenreiche Fehleinschätzungen über
Grundsicherung und Sozialhilfe,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 05.12.
- Kommentar:
RAFFELHÜSCHEN liefert
einen Beitrag zur sozialstaatlichen
Neidgesellschaft.
Die
Hilfe zum Lebensunterhalt ist ihm ein Dorn im Auge.
Bezüglich der Kontroverse Familien contra Singles sind es
zwei Punkte, die der Autor hervorhebt.
Zum einen
fallen die Leistungen entsprechend dem
Haushaltstyp unterschiedlich aus:
"Für Ein-Personen-Haushalte, die
fast die Hälfte aller Empfänger
stellen, beträgt der Regelsatz in den
alten Bundesländern 560 Mark (in den
neuen geringfügig weniger). Hinzu kommt
monatlich eine 'einmalige Leistung von
knapp 100 Mark."
Indem
RAFFELHÜSCHEN auf der Haushaltsebene
statt auf der Personenebene argumentiert,
erscheint der Anteil der
Sozialhilfeempfänger noch höher als er
tatsächlich bevölkerungsmäßig ist.
Es wird
auch nicht deutlich gemacht, dass es sich
dabei in erster Linie um ältere Witwen
handelt. So kommt z.B. Margot MÜNNICH in
Wirtschaft und Statistik Heft 7/2001
"Zur wirtschaftlichen Lage von
Rentner- und Pensionärshaushalten"
zum Ergebnis:
"Die Analyse
der Einkommensverteilung zeigt, dass 1998
15,8 % der Rentnerhaushalte in
Deutschland (...) mit weniger als der
Hälfte des Durchschnittseinkommens aller
privaten Haushalte auskommen mussten und
damit in relativer Einkommensarmut
lebten. Zum überwiegenden Teil handelte
es sich dabei um Einpersonenhaushalte
(1,3 Mill), während die
Einkommenssituation von
Zweipersonenhaushalten (...) insgesamt
als gut bezeichnet werden kann." Bei
den aufgeführten Transferzahlungen
handelt es sich vor allem um
Wohngeld."
Stattdessen
suggeriert RAFFELHÜSCHEN, dass es sich vorwiegend um
Erwerbstätige handelt, wenn er schreibt:
"Es ist umstritten, ob der
gesetzlich gebotene Lohnabstand für Alleinstehende gegeben
ist."
Davon
abgesehen ist natürlich die Kategorie "Alleinstehende" nicht
deckungsgleich mit der Kategorie "Einpersonenhaushalt".
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- HAAS, Franz (2001):
Ein Ungeheuer mit Namen Franz.
Margit Schreiners
Männermonolog "Haus, Frauen, Sex",
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 05.12.
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- FUNCK,
Gisa (2001): Glücksritter des rechten
Augenblicks.
Gerade
mal 40 Prozent der deutschen Einkommen, schätzt
der Wuppertaler Soziologe Sighard Neckel, werden
überhaupt noch in einem Beruf verdient. Der Rest
wird oft genug abgezockt, an der Börse, per
Erbschaft, auf Staatskosten - oder in der
Tombola,
in: TAZ v. 05.12.
- Inhalt:
FUNCK stellt die
Thesen des Soziologen
Sighard
NECKEL vor. Der Chronist
der
Neidgesellschaft sieht die
althergebrachte Leistungsgesellschaft
durch die Erbengeneration und die
"Switcher" - Glücksritter der
Gelegenheitsökonomie - bedroht. Ohne die
Illusion , dass sich Leistung in Form
von Lohnarbeit lohnt, sieht NECKEL die
Gesellschaft auf dem Weg von der Neid-
zur Wutgesellschaft, in der die
Modernisierungsverlierer keine tröstende
Ausrede mehr für ihr Losertum haben.
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- THOMAS,
Gina (2001): Das Jahr, in dem der
Geschlechtsverkehr begann.
Sie
war das schlechte Gewissen der Fernsehnation: Zum
Tod von Mary Whitehouse, auf die der BBC-Chef mit
Pfeilen schoß,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v.04.12.
- Inhalt:
THOMAS hat eine
Hommage an Mary WHITEHOUSE, die erklärte
Gegnerin des "Swinging London"
der Beatles-Ära, verfasst.
Für jene
erztraditionellen Fernsehkritiker wie
WHITEHOUSE war das Jahr 1963 der
Wendepunkt und der Beginn des
"permessiven Zeitalters".
Seit dieser
Zeit ist der viktorianische Mythos der
"alten
Jungfern, die durch
den morgendlichen Nebel zur Kommunion
radeln" verblasst.
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- SCHRENK,
Jakob (2001): Vier Kerle, die sich heimlich
Brigitte nennen.
Was
macht Männermagazine nur so erfolgreich? Sie
erfüllen dieselben Funktionen wie
Frauenzeitschriften,
in: Tagesspiegel v. 04.12.
- Kommentar:
SCHRENK berichtet
über die 4 Männermagazine
"GQ", "Men's Health",
"FHM" und "Maxim",
die bis auf "GQ" alle
Auflagenzuwächse meldeten.
Die
Anzeigenkunden haben ihr Vertrauen in die
Wunschzielgruppe noch nicht verloren:
"Junge, konsumorientierte Männer,
irgendwo zwischen 25 und 40, die sich
ihre Unterhosen alleine kaufen". Das
Adjektiv "finanzkräftig" darf
man sich getrost hinzudenken.
SCHRENK
erklärt den Erfolg mit der zunehmenden
Verunsicherung des Mannes. Eine solche
Erklärung ist jedoch eher irreführend.
Allein die
demografische Entwicklung macht eine
Auflagenerhöhung wahrscheinlich. Zum
einen sind jetzt die geburtenstarken
Jahrgänge Mitte der 60er Jahre im
mittleren Lebensalter und zum anderen
gibt es seit den 90er Jahren einen
Männerüberschuss. Es handelt sich hier
also um eine ähnliche demografische
Ausgangssituation wie jene, die auch die
zweite Frauenbewegung hervorgebracht hat.
Erst in
zweiter Linie sind diese
Männerzeitschriften eine Reaktion auf
die Frauenbewegung.
Unbeachtet
bleiben bei der Betrachtung auch die
Milieuunterschiede. Eine Zeitschrift wie
"GQ" wendet sich an ein anderes
Milieu als z.B. "FHM". Diese
Schichtunterschiede dürften in Zukunft
wesentlich wichtiger werden.
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FUCHS,
Peter & Jörg MUSSMANN (2001): Lebenswert
liebenswert.
Aufzeichnungen
aus Pflegehäusern (6): In einer auf Jugend
getrimmten Gesellschaft ist an die Stelle von
menschlicher Betreuung ein ökonomisches
Altenmanagement getreten, das weder Höflichkeit
noch Taktgefühl oder Scham kennt
in: TAZ v. 04.12.
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- PLEWNIA,
Ulrike (2001): Das Trauma der Trennung.
Wenn Mama und papa
auseinander gehen, leiden die Kidner oft
ein Leben lang - Fachleute fordern jetzt
neue Regeln für die Eltern,
Focus Nr.49 v.
03.12.
- PLEWNIA,
Ulrike (2001): "Traumatisiert fürs
Leben".
Der Münchner
Psychologe Serge Sulz fordert, dass
Eltern von Kindern unter 14 Jahren sich
nur nach zwei erfolglosen Paartherapien
trennen dürfen,
Focus Nr.49 v.
03.12.
- FOCUS (2001):
"Eltern bleibt ihr immer".
Bundesfamilienministerin
Christine Bergmann ermahnt Paare, bei
Eheproblemen nicht gleich "die
Lappen hinzuwerfen",
Focus Nr.49 v.
03.12.
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- KRAUSE, Tilman (2001):
Eine schrecklich nette Familie.
Soap-taugliche
Schriftsteller - Mit Heinrich Breloers Dokudrama
werden die Manns zum deutschen Modell,
in: Welt v.03.12.
- Kommentar:
Während
Susanne
GASCHKE noch das positive
Familienbild einfordert, hat es Tilman
KRAUSE bereits entdeckt:
"Unsere
Royals sind die
Manns", lautet seine Devise:
"Es
war überfällig, dass die Deutschen sich
in einer Familie wiedererkennen, die für
Offenheit steht. In der, bei allen
Konflikten und Verwerfungen, die es auch
gab, doch jene Regel galt, die der
dankbare Klaus (...) zitiert hat: 'Komm
heim, wenn du elend bist'."
Bei den Manns steht
gemäß KRAUSE sogar die Wiege unserer
heutigen Single-Serien:
"Die
Wohngemeinschafts-Familie in »Friends«
zum Beispiel wurde schon um 1930
vorgeprägt vom Freundeszirkel um Klaus
und Erika, zu dem Gründgens, Pamela
Wedekind und Ricki Hallgarten gehörten.
Und ist nicht jene hübsche Szene, von
Thomas im Tagebuch festgehalten, gut in
»Sex and
the city«
vorstellbar, wo Erika dem Papa Tipps
gibt, was er beim Anbaggern von Hotelboy
Franzl tun oder lassen soll?"
Das
totgesagte Bildungsbürgertum kann
sozusagen durch die
"Entbürgerlichung" von Thomas
MANN ("private Offenbarungen, die
die Vorstellung vom Bilderbuch-Bürger,
vom Patriarchen und Leistungsethiker,
kräftig ins Wanken brachten") in
der neuen Form des
Boboisten
wiederauferstehen.
Dirk
KNIPPHALS (TAZ
vom 01.12.2001), der
Leiter des Kulturressorts der TAZ, hat
durch seine Karriere vom
antibürgerlichen Literaturstudenten zum Boboisten, Frieden mit MANN
schließen können:
"Die
Zeiten, in denen wir uns gegen
Bürgerlichkeit im Leben und in der Kunst
wehren zu müssen glaubten, sind
irgendwie ausgeleiert und ausgeläppert.
Bedenkt man zudem, dass man inzwischen
gelernt hat, gegen Künstler, die sich
zum Außenseiter stilisieren, skeptisch
zu sein, so kann man sogar dem Thomas
Mannschen Repräsentationswillen etwas
abgewinnen."
Warum dann
noch Single?
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- BRAUN, Jörg (2001):
Von den widerlichen Ich-Menschen,
in: Leonberger Kreiszeitung v.03.12.
- Kommentar:
Die Kabarettistin
Tina TEUBNER tingelt mit "Ich - um
nur einige zu nennen" durch die
Provinz, um den frustrierten Vorstädtern
in ihren eintönigen Reihenhaussiedlungen
mit der
Identitätsstütze
"Single" das triste
Paar- und Familienleben etwas
aufzuhellen.
Am
Single-Klischee arbeiten sich zunehmend
mehr Kabarettisten ab. Singles schaffen
also Arbeitsplätze, die es ohne sie
nicht gäbe. Allein aus diesem Grund
dürfen also Singles nicht aussterben!
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- GOOSEN, Frank (2001):
Ein schwarzer Tag fürs weiße Album.
Wo ist der Ort, and em die
Beatles noch zusammen sind? Eine Erzählung von
Frank Goosen,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 02.12.
- Kommentar:
Anlässlich des
Todes von Familienvater George HARRISON,
dem Ex-Beatle mit der weinenden Gitarre,
ist der
Kabarettist
GOOSEN in die eigene
Vergangenheit gereist.
Was liegt
da näher als dies mit der angebeteten
Schulfreundin - nichts weniger als die
Schönste der Schule - zu tun? Der arme
hässliche Frank ist leidgeprüfter
Familienvater geworden, während die
Schöne solo und kinderlos sein muss (HOUELLEBECQ lässt
grüssen!):
"»Weißt
du, warum aus mir nichts geworden ist?«
»Ich bin einsam und unglücklich, habe
keinen richtigen Beruf, und meine Lover
werden immer jünger«",
so sehen
die Monologe aus, wenn sich ein
Familienvater der
"Generation
Golf" ein
singlehaftes Alter-Ego phantasiert.
Ulrike HERMANN hat in der TAZ vom
30.11.2001 dagegen
die Single-Perspektive abseits der
Klischees beschrieben.
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- SCHÖNBURG, Alexander
von (2001): Die Sucht, sichtbar zu sein.
Noch nie gab es so viele
Berühmtheiten, und noch nie war der Überdruß
an ihnen so spürbar wie heute,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v.02.12.
- Kommentar:
Der
triste
Royalist VON
schönburg schwadroniert über seine
nicht minder eitle Konkurrenz: die
nicht-adlige Prominenz.
In der
Überflüssigkeit der "Masse an
Prominenzmaterial" reicht bereits
das VON als Distinktionsvorteil, wie es
DELIUS in
"Der
Königsmacher"
beschrieben hat.
Jede
Gesellschaft hat die Prominenten, die sie
verdient: eine mobile Gesellschaft
benötigt Prominenz, die Aufstieg
suggeriert. Verona FELDBUSCH wird als
Prototyp einer solch "geglückten
Fabrikation von Prominenz" genannt.
Im
unerwähnt bleibenden Umkehrschluss gilt
dann aber auch: wenn der Adel wieder
sichtbar wird, dann bedeutet dies die
Rückkehr zur ständischen
Klassengesellschaft...
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- SCHIPP, Anke (2001):
Fernsehen macht schön.
Die Serie "Sex and the
City" liefert ihren Zuschauern ein
komplettes Lifestyle-Paket,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v.02.12.
- Inhalt:
Während
Stefanie
HENTSCHEL die Serie
in der neuesten BRIGITTE als
Identitätsstabilisator für unzufriedene
Paarfrauen und Mütter einstuft, widmet
sich SCHIPP der Serie
"Sex
and the City" als Serie,
die neue Modetrends setzt. Gleichzeitig
warnt SCHIPP die deutschen Zuschauer
davor, mit der auf PRO7 gezeigten Mode
eine hippe New Yorker Bar aufzusuchen,
denn diese ist "von der vorletzten
Saison".
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- THB (2001): "Do
it yourself" und "Home
Entertainment",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.12.
- Kommentar:
Der Autor berichtet
über den
altbekannten
"Cocooning"-Trend, von dem
Faith POPCORN bereits seit den 80er
Jahren gut lebt.
"Schock,
Trauer und Angst haben ein grosses
Bedürfnis geweckt, mehr Zeit mit den
engsten Angehörigen zu verbringen. Für
die einen heißt das, sich in die
Geborgenheit der eigenen vier Wände
zurückzuziehen. Für Singles mehr
Verbindlichkeit in der Pflege ihrer
Freundschaften, aber auch den
verstärkten Drang, einen Partner zu
finden."
Also alles
wie immer, wenn Weihnachten vor der Tür
steht. Ausgenommen natürlich New York
City...
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- BOVENSCHEN, Silvia
(2001): Reparaturbetrieb.
Rache am Demütiger oder Der
Held der frühen Jahre,
in: Frankfurter Rundschau
v. 01.12.
- Kommentar:
Vorabdruck eines
Essays aus dem neuen Kursbuch Nr.146
"Vorbilder".
Einstmals
Avantgarde, läuft das Kursbuch
heutzutage den Trends hinterher.
Silvia BOVENSCHEN liefert Florian
ILLIES-Banalitäten für die alternde
68er-Generation nach:
"Ein
strahlender Ritter zu werden, ist nicht
unwahrscheinlicher, als einmal 20 Jahre
alt zu werden. Alles steht noch in der
Möglichkeitsform.
Mit der Einsicht in die abnehmenden
Möglichkeiten aber beschleicht die
meisten von uns eine lächerliche Angst,
vor sich selbst lächerlich zu
werden."
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- STIRN, Verena (2001):
Wenn ein Traum wahr wird.
Tessa lebt in Berlin, Leif
in Australien. Und das war gut so. Bis sie sich
ineinander verliebten und merkten: Es ist mehr
als nur ein Urlaubsflirt. Nur: Wie viel mehr?
Nach eineinhalb Jahren Fernbeziehung wagen beide
die Bewährungsprobe,
in: MAXI Nr.12, Dezember
- Inhalt:
Bericht über eine
Fernliebe als
Vorstufe zur Nahliebe
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 16.-30. November
2001
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