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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01. - 15. Dezember 2001

 
       
     
       
   
  • BUDE, Heinz (2001): Das Ende der Gesellschaft.
    Intellektuelle in der Ära des "Lebens",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
    • Kommentar:
      Heinz BUDE kritisiert jene Sozialwissenschaftler, die einen kulturalistischen Gesellschaftsbegriff verwenden, anstatt wie Techniksoziologen auch die Dingwelt einzubeziehen oder anthropologische Tatsachen zu berücksichtigen.

                  BUDE sieht einen Paradigmenwechsel von der Physik zur Biologie als neuer Leitwissenschaft. Sozialwissenschaftler müssten deshalb diesen Wechsel mitmachen oder würden ansonsten ins gesellschaftliche Abseits geraten.
                  "Der Mensch ist nicht bloss ein Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern zuerst und zuletzt Ausdruck seines eigenen Seinkönnens", heißt das Credo von BUDE.
                  Während BUDE damit die Ideologiekritik verabschiedet wissen möchte, ist gerade jetzt Ideologiekritik notwendiger denn je zuvor. Diese Art der Sozialwissenschaft hat sich nicht erledigt, sondern muss stattdessen entsprechend den heutigen Verhältnissen neu formuliert werden.
                  Auch innerhalb der von BUDE genannten Techniksoziologie gibt es durchaus Gründe für vielfältige Fragestellungen. Jene, die von BUDE hier bevorzugt wird, ist die Perspektive der Sozialtechnologie: Regieren durch Technik, d.h. es geht um die Herrschaft mittels Technik. Der Begriff "postsoziale Gesellschaft", den BUDE verwendet, deutet darauf hin, dass Soziales etwas Überflüssiges ist, das ignorierbar ist. Diese Vorstellung ist nichts Neuartiges wie BUDE behauptet, sondern eine bereits seit Jahren dominierende Richtung innerhalb der Techniksoziologie.
                  Während jedoch die von BUDE bevorzugten sozialtechnologischen Ansätze im Bereich von Unternehmen, Forschung und Infrastruktureinrichtungen Verwendung finden, werden Fragen der Haushaltstechnisierung bzw. Fragen der Technik im Alltag fast vollständig ignoriert.
                  Konsumenteninteressen finden im Gegensatz zu Politik- und Wirtschaftsinteressen keinen adäquaten Ausdruck in der Forschungslandschaft.
                  Gerade im Bereich der Einpersonenhaushalte würden sich techniksoziologische Fragestellungen anbieten, da die Haushaltstechnologisierung eine der Voraussetzungen für den "Siegeszug" der Einpersonenhaushalte ist. Die Infrastruktureinrichtungen der Telekommunikation haben für Singles und andere mobile Menschen eine wichtige Funktion. Techniken wie Telefon, Anrufbeantworter oder Internet sind Beispiele dafür, aber auch die Modernisierung der Eisenbahn spielt eine zentrale Rolle für mobile Lebensformen.
                  Techniksoziologie und Ökologische Psychologie sind Disziplinen, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen sind.
                  Aus der Sicht von Singles ist eine Biologisierung der Sozialwissenschaften, wie sie BUDE fordert, mit Skepsis zu begegnen.
                  Hier ist eine Ideologiekritik gefragt, die zwischen den Phänomenen und technischen Verfahren einerseits und deren Interpretation andererseits, unterscheidet. Die Interpretationen müssen ideologiekritisch hinterfragt werden.
                  Gerade in der Kontroverse Familien contra Singles, können biologistische Vereinfachungen zur ungerechtfertigten Diskriminierung und Ausgrenzung von Singles missbraucht werden.
 
   
  • MARTENSTEIN, Harald (2001): Vom Stürmer zum Verteidiger.
    Das neue Feuilleton bewahrt Werte - vor allem den Wert der Ironie,
    in: Tagesspiegel v. 15.12.
    • Kommentar:
      Harald MARTENSTEIN sinniert über den Wert des Debattenfeuilletons nach dem 11. September.

                  Während Hans Ulrich GUMBRECHT das Feuilleton als edelste Blüte der Spassgesellschaft bezeichnet, die "intellektuelle Lebenshilfe und gehobene Unterhaltung" bietet, ist das MARTENSTEIN entschieden zu wenig.
                  Zwar ist nach dem 11. September offensichtlich nicht alles ganz anders als vorher, denn: "Jeder sagte genau das, was er oder sie immer sagt. Die Kritiker der Spaßgesellschaft kritisierten die Spaßgesellschaft".
                  Aber etwas hat sich geändert: das Gefühl der Bedrohung ist hinzugekommen und damit muss nach Meinung von MARTENSTEIN das Feuilleton vom "Wertezertrümmerer" zum Wertewächter bzw. Sinnstifter werden.
                  Offensichtlich handelt es sich hier um eine grasse Fehleinschätzung, denn das Zeitungsfeuilleton war seit den 80er Jahren kein "Wertezertrümmerer" mehr, sondern bereits "Wertewächter" geworden. Die so genannte Streitkultur, diente nur der Normalisierung jener vom Privatfernsehen "zertrümmerten Werte".
                  nzwischen ist das Privatfernsehen selbst wiederum zum Verteidiger der Werte geworden und das Internet hat als neuestes Medium die Rolle der Wertezertrümmerung übernommen.
                  Für die Kontroverse Familien verus Singles lässt sich eindeutig belegen, dass Singles im Feuilleton der überregionalen Zeitungen keinen Anwalt besitzen.
                  Stattdessen inszenieren Familienväter oder Mütter als Pseudoanwälte von Singles eine Scheindebatte, die Singles ins gesellschaftliche Abseits drängen soll.
 
   
  • NZZ-Lebensart: "Der «neue» Mann - körperbetont und gesundheitsbewusst?"

    • ARNET, Christa (2001): Gesundheit: weniger Raubbau - länger leben
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
    • WAGNER, Susanne (2001): Schönheit: Macht demonstrieren - Mängel kaschieren,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
      • Kommentar:
        Die NZZ widmet sich dem "neuen Mann", der verstärkt Männerzeitschriften (siehe SCHRENK im Tagesspiegel vom 04.12.2001) konsumiert, um im Wettbewerb der ausgeweiteten Kampfzone (HOUELLEBECQ) seinen Mann zu stehen und gleichzeitig seine mögliche Lebensspanne auszuweiten.
 
   
  • HÜGLI, Martina (2001): Der Tod geht durch den Körper hindurch.
    Notizen zum Leben und Sterben im Altersheim,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.
 
   
  • SPERBER, Katharina (2001): Das verflixte X-Chromosom.
    Warum eine junge Frau mit einem behinderten Bruder sich ein Baby aus dem Reagenzglas wünscht
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.12.
    • Inhalt:
      SPERBER berichtet über eine Frau, die ihr Recht auf ein Kind durchsetzen möchte:
                  "Sie könnte auch ohne PID das Risiko ausschließen, einen Sohn mit Muskeldystrophie Duchenne zu bekommen: »Verzicht auf Kinder«, schlagen die Bischöfe beispielsweise vor (...). Sie kann im christlichen Rat, ganz und gar auf Kinder zu verzichten, um nur ja kein behindertes zu bekommen, nichts Tröstliches finden."
 
   
  • KIELINGER, Thomas (2001): Wider den obszönen Zeitgeist.
    Mary Whitehouse, Kunstlehrerin und Sittenwächterin, war der Stachell im Fleisch der "Swinging Sixties",
    in: Welt v. 15.12.
 
   
  • NIEJAHR, Elisabeth (2001): Die große Not der Kleinen.
    In Deutschland wächst die Kinderarmut. Über eine Million Minderjährige leben bereits von der Sozialhilfe. Das größere Problem aber ist die fehlende Zuwendung,
    in: Die ZEIT Nr. 1v. 14.12.
    • Kommentar:
      Die größte Gruppe der Sozialhilfeempfänger sind die Einpersonenhaushalte (siehe z.B. NÜRNBERGER NACHRICHTEN vom 12.12.2001).
                  Während jedoch deren Bedürftigkeit bestritten wird (z.B. RAFFELHÜSCHEN in der FAZ vom 05.12.2001), gilt die Bedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen unbestritten:
                  "Neu ist (...), wie vehement auch diejenigen bessere Leistungen für Familien fordern, die sonst generell für einen Rückzug des Sozialstaats plädieren: ordoliberale Ökonomen zum Beispiel oder auch die FDP (...).
      Das neue Interesse an bedürftigen Minderjährigen gefällt nicht jedem. 'In der öffentlichen Debatte gelten Kinder mittlerweile als würdige Arme und arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger als Unwürdige, die ruhig schikaniert werden können', schimpft der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge. 'Die Existenz von Armut gilt als normal, Kinderarmut jedoch als Skandal.'"
 
   
  • KOERNER, Swantje-Britt (2001): Herr Nida-Rümelin, leben wir noch in einer Spaßgesellschaft?
    in: FAZ.Net v. 14.12.
    • Kommentar:
      Der Kulturstaatsminister zum Thema Mobilität:
                  "Ich glaube, es wird viel davon abhängen, dass die Politik dem Wunsch vieler junger Frauen - und junger Männer - entspricht, die Karriereorientierung mit den Werten der familiären Gemeinschaft vereinbar zu machen. Das heißt zum Beispiel auch, die beruflich motivierte Mobilität zu beschränken. Ist die Gesellschaft hochmobil, dann leben die Partner nicht lange zusammen, wenn beide berufstätig sind. Das ist nur vorübergehend durch Flugtickets und ähnliches zu überbrücken."
                  Statt Mobilität generell zu verdammen und Immobilität zu idyllisieren, sollte zwischen erwünschter und erzwungener Mobilität bzw. Immobilität unterschieden werden.
 
     
   
  • NAHR, Wolf-Dietrich (2001): Hohe Sozialhilfelast.
    Bei den Pro-Kopf-Ausgaben bayernweit an der Spitze. Allerdings gehen Aufwendungen und Betroffenenzahlen zurück,
    in: Nürnberger Nachrichten v. 12.12.
    • Kommentar:
      NAHR berichtet über die Sozialhilfeausgaben der Stadt Nürnberg:
                  "Während Ende 1997 noch 29 935 Personen Sozialhilfe erhielten, sank die Zahl in den Folgejahren auf 26 795 (31. Dezember 2000). Bis zum Ablauf des dritten Quartals 2001 waren es nochmals über 500 Sozialhilfeempfänger weniger. Nach Singles (6583) bilden Alleinerziehende mit einem Kind (1819) die größte Gruppe."
                  Man fragt sich, welche Kriterien dieser Gruppenbildung zu Grunde liegen, denn wenn die größte Gruppe der Singles im Sinne der Einpersonenhaushalte nur 6.583 Personen umfasst, welchen Gruppen gehören dann die restlichen ca. 18.000 Personen an? Durch die Vermischung der Haushalts- und Personenebene werden die Größenverhältnisse verzerrt.
                  Dieser Beitrag muss im Zusammenhang mit dem Artikel von RAFFELHÜSCHEN in der FAZ vom 05.12.2001 gelesen werden.
 
   
  • NATORP, Klaus (2001): Volk ohne Bevölkerungsbewußtsein.
    Deutschland zwischen niedriger Geburtenzahl und Einwanderungsdruck,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.12.
    • Kommentar:
      NATORP zitiert die Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG und Josef SCHMID.

                  Ersterer möchte ein Bevölkerungsbewusstsein analog zur Herstellung des Umweltbewusstseins in den Köpfen der Deutschen etablieren. Anscheinend ist ihm entgangen, dass eine Generation später ein gewisser Florian ILLIES eine "Anleitung zum Unschuldigsein" geschrieben hat, um sich von diesem Umweltbewusstsein zu befreien. Der Florian Illies der Generation @ hätte also mit dem Bevölkerungsbewusstsein ein ähnlich dankbares Thema zu erwarten.
                  NATORP hält sich auch gar nicht lange mit diesem Gedanken auf. Familienpolitischen Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate steht er eher skeptisch gegenüber. Wirksamer erscheint ihm eine Entwicklungspolitik, die Migranten von Deutschland fernhält, weil sie in ihrer Heimat bleiben wollen.
 
   
  • SCHRIEVER, Silja (2001): Hamburger im Netz.
    Partnersuche im Netz, das war bislang Glückssache. Die Hamburger Online-Partneragentur Parship will dem Prinzip Zufall beim Liebesspiel auf die Sprünge helfen,
    in: Hamburger Morgenpost v. 11.12.
    • Kommentar:
      Die Vorweihnachtszeit belebt das Geschäft der Partnervermittlungen.
                  Parship setzt auf Vorauswahl per psychologischem Fragebogen. Kriterien wie Alter, Wohnort und Charaktereigenschaften sollen garantieren, dass sich Beziehungswillige finden, die zueinander passen. Nach eigenen Angaben der Partneragentur ist die am häufigsten vertretene Altersgruppe jene zwischen 30 und 39 Jahren, d.h. es handelt sich hier um Singles im Sinne von Beate KÜPPER.
                  In der besagten Altersgruppe sind Singles eher selten und die Altersgenossen sind in Partnerschaften oder Familien gebunden, sodass der Leidensdruck in dieser Lebensphase am größten ist.
 
   
  • KAISER, Jost (2001): Ein kleines Rad.
    Urbane Physiognomien: Der Fahrradkurier wähnt sich räudig,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.12.
 
   
  • MAR (2001): Single-Haushalte im Kreis liegen bei 12,7 Prozent.
    Neueste Erhebungen des Statistischen Landesamts,
    in: Main Echo v. 10.12.
    • Kommentar:
      Lobend ist dieser Bericht hervorzuheben, weil er zuerst auf der Personenebene argumentiert,
      indem er hervorhebt, dass "rund 12,7 Prozent der Einwohner in der Region" Untermain allein leben. Auf diese Argumentationsebene zielt auch die etwas missverständliche Schlagzeile ab.

                  Die 48.000 Einpersonenhaushalte stellen "rund 30 Prozent aller Haushalte in der Region" dar. Desweiteren wird die Altersstruktur der Einpersonenhaushalte in 3 Altersgruppen aufgelistet.
                  In Gemeinden unter 10.000 Einwohner stellen die über 60jährigen Alleinlebenden mit einem Anteil von 51 Prozent sogar die Mehrheit der Alleinlebenden.
 
   
  • US (2001): Herr und Frau Suzuki verlieren die Reiselust.
    Ängste und Wirtschaftskrise bremsen Japaner,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 10.12.
    • Kommentar:
      "Zu den Hauptkontingenten des japanischen Auslandtourismus gehören jüngere Singles, die, da sie häufig bei den Eltern wohnen, über ein gut dotiertes Budget für private Vergnügen verfügen, sowie ältere, häufig pensionierte Ehepaare, die, nachdem sie jahrzehntelang hart gearbeitet haben, nun die Welt erfahren wollen", heißt es in diesem Bericht.
                  Singles, die bei den Eltern wohnen, heißen in Deutschland "Nesthocker" und fallen nicht unter die Rubrik "Singles", sondern unter die Familie.
                  Die amtliche Sozialstaatsoptik verhindert einen unverzerrten Blick auf dieses Phänomen. Jene Gruppe, die das "Hotel Mama" gerne in Anspruch nimmt, weil sie dann das Geld für ein teures Single-Appartement spart, ohne sich gleichzeitig im Familienverband sozial engagieren zu müssen, erscheint per se als sozial, während jene Menschen, die sich zwar sozial engagieren, aber einen Einpersonenhaushalt aus unterschiedlichsten Gründen führen, per se als unsozial erscheinen.
 
   
  • Thema "Familienplanung"

    • KOHLENBERG, Kerstin (2001): Grenzenlose Hoffnung.
      Japans Kronprinz Naruhito und Prinzessin Masako sind Eltern einer Tochter geworden - dabei hatte sich das Land nach einem Jungen gesehnt. In den USA ist man schon längst bereit, das Geschlecht nicht mehr dem Zufall zu überlassen. Und dabei wird es nicht bleiben,
      in: Tagesspiegel v. 09.12.
    • TAGESSPIEGEL (2001): Demografie: Gibt es den kleinen Unterschied?
      in: Tagesspiegel v. 09.12.
    • TAGESSPIEGEL (2001): "Bei uns kommt das Thema auch so langsam",
      in: Tagesspiegel v. 09.12.
      • Inhalt:
        Interview mit der Soziologin Giselind BERG
 
   
  • NZZ-Zeitfragen: "Homosexualität und Familie"

    • HEUSSER-MARKUN, Regula (2001): Endlich eine Familie,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.
    • BÜCHI, Eva (2001): Vom Paar zur Familie.
      Wege zur Erfüllung des Kinderwunsches,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.
      • Inhalt:
        BÜCHI berichtet über die Hürden bei Adoptionen in der Schweiz
    • FOUNTOULAKIS, Christiana (2001): Familienähnlichkeit.
      Bewegung in der rechtlichen Stellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.12.
 
   
  • AFR (2001): Verschmähte Väter und verunglimpfte Mütter.
    Eltern führen oft einen erbitterten Kampf um die Kinder,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.12.
    • Inhalt.
      In dem Bericht wird die Situation von Vätern nach der Trennung bzw. Scheidung dargestellt.
                  Im Mittelpunkt steht das Fallbeispiel von Josef ÜBELHÖR, der Mitglied in der "Väterinitiative München" ist.
                  Der Mainzer Soziologe Norbert F. SCHNEIDER kann das Bild vom säumigen Vater - wie es neuerdings auch von Postfeministinnen wie Susanne GASCHKE in der sozialstaatlichen Missbrauchsdebatte verbreitet wird - anhand seiner Studie über Alleinerziehende nicht bestätigen.
                  Wassilios E. FTHENAKIS bescheinigt den Vätern ein männliches Verdrängungsmuster. Der Vater wird sich seiner Vaterrolle erst durch den Verlust derselben bewusst.
 
   
  • NEIDHART, Cristoph (2001): Das Märchen vom Kaiserhaus.
    In Japans Geschichte spiegeln sich die Wunschvorstellungen des Westens. Angebliche Traditionen versperren der Gesellschaft den Weg zur Modernisierung,
    in: Die Weltwoche Nr.49 v. 07.12.
 
   
  • BUSCH, Gerrit (2001): "Männer legen immer Wert auf Jugend",
    in: TAZ v. 07.12.
    • Kommentar:
      Auf die Frage: "Sie sagen, dass Männer sich nur um eigene Kinder wirklich kümmern, weil die Gene es so wollen. Sollten Adoption deshalb vermieden werden?" antwortet Oliver CURRY:
                  "Politiker versuchen, Anreize zu schaffen, und Menschen zu anderem Verhalten zu bringen. Wenn man das tut, muss man wissen, wie die menschliche Natur beschaffen ist. Die Beratung und Unterstützung von Stiefeltern könnte dies berücksichtigen, statt so zu tun, als ob Pflegefamilien dasselbe seien wie genetische Familien. Und zu übersehen, dass der Vater vielleicht nicht dieselbe Liebe fühlt. Statt ihm Schuldgefühle einzureden, was oft Spannungen verschlimmert. Wenn man die Ursachen kennt, kann man mit Problemen besser umgehen, als wenn man so tut, als seien die Probleme nicht da."
                  Eine solche Sichtweise hat zwei Konsequenzen: Zum einen werden Pflegeeltern, d.h. soziale Eltern, und genetische Eltern, d.h. normale Eltern, gegeneinander ausgespielt. CURRY behauptet eine Zweiklassenelternschaft, die er genetisch begründet. Solche biologistischen Deutungen deklassieren die bereits heutzutage benachteiligten Waisenkinder zu Kindern zweiter Klasse. Auf solche selbsternannten "Anwälte des Kindeswohl" können Waisenkinder ganz verzichten.
                  Zum anderen ist das eine schallende Ohrfeige für jeden liebevollen Pflegevater und zementiert einen Müttermythos, der keineswegs der Realität entspricht.
    • BUSCH, Gerrit (2001): Die vermeintliche Diktatur der Gene.
      Wer ist verantwortlich für menschliche Verhaltensweisen? Für Evolutionspsychologen ist die Antwort klar: Nicht Erziehung und gesellschaftliche Verhältnisse machen uns zu dem was wir sind, sondern das aus grauen Vorzeiten stammende genetische Erbe
      in: TAZ v. 07.12.
 
   
  • WINKELMANN, Ulrike (2001): Uns hat das Heulen nicht geschadet.
    Viele Jungs um die 30 leiden am Weltschmerz und an schlechter Laune. Die Armen sind falsch orientiert,
    in: TAZ v. 07.12.
 
   
  • MÄRZ, Ursula (2001): Das Hitchcock-Gefühl.
    Bequem und bedrohlich: In der Kultur des Angenehmen steckt der leise Horror. Zur Überprüfung einer Kategorie
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.12.
    • Kommentar:
      Zwischen dem Song "Angenehm" von Thommie BAYER aus dem Jahr 1980 und diesem Abgesang von MÄRZ auf das Angenehme besteht eine erstaunliche Ähnlichkeit: Beide sehen das Angenehme durch ein "Feindliches Gebiet" (so der damalige LP-Titel) bedroht.
                  Während jedoch bei BAYER der Frontverlauf zwischen Mann und Frau verläuft, fühlt sich nun die Paar- bzw. Familieneinheit durch die physische bzw. soziale Umwelt bedroht.
 
   
  • MAINKA, Iris (2001): Die Leere im Bauch.
    Paare wünschen sich Kinder - notfalls mithilfe einer Samenspende. Manchmal raten Psychologen ab,
    in: Die ZEIT Nr.50 v. 06.12.
  • MAINKA, Iris (2001): Was? Deiner robbt schon?
    Babys sollen schön, klug, nett und musikalisch sein. Und wehe, nicht - dann gerät eine Welt ins Wanken. Über Wunschbilder und andere Hindernisse junger Eltern,
    in: Die ZEIT Nr.50 v. 06.12.
 
   
  • KOSCHORKE, Albrecht (2001): Misstraue Deinen Träumen.
    Wo man sich Kokosnüsse in den Mund fallen lässt: Utopien verschwinden, wenn sie wirklich werden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.12.
    • Kommentar:
      KOSCHORKE stellt den Sammelband "Gelebte Utopien. Alternative Lebensentwürfe" vor.
                  Der von Joachim MEIßNER, Dorothee MEYER-KAHRWEG und Hans SARKOWICZ herausgegebene Band umfasst 19 Beiträge, die aus einer Sendereihe des Hessischen Rundfunk hervorgegangen sind.
                  KOSCHORKE hält Utopien für unzeitgemäß und da er das Wünschen fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, stellt er die kulturpessimistische Sicht der Verlaufskurve von utopischen Projekten an den Anfang seiner Erzählungen: Nach anfänglichem Enthusiasmus enden die Aufbrüche in "Anpassung an die Außenwelt oder Verhärtung des Widerstands bis hin zum inneren Terror". Liest sich wie der Aufstieg und Fall der New Economy, aber das gehört nicht hierher.
                  KOSCHORKE sieht stattdessen in der "Rolle des Sexuellen (...) ein Kernprojekt der utopischen Bewegungen". Bei solcherart von Verkürzung darf natürlich der Liebling der Kulturpessimisten nicht fehlen:
                  "Wie aus Love & Peace bei den Hippies »angestrengte Orgien« und »organisierte Swinger-Partys« hervorgingen, erzählt Peter Kemper unter Berufung auf Houellebecq im Vokabular des Kulturverfalls nach."
 
   
  • RAFFELHÜSCHEN, Bernd (2001): Der Teil und das Ganze.
    Drei folgenreiche Fehleinschätzungen über Grundsicherung und Sozialhilfe,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.12.
    • Kommentar:
      RAFFELHÜSCHEN liefert einen Beitrag zur sozialstaatlichen Neidgesellschaft.

                  Die Hilfe zum Lebensunterhalt ist ihm ein Dorn im Auge. Bezüglich der Kontroverse Familien contra Singles sind es zwei Punkte, die der Autor hervorhebt.
                  Zum einen fallen die Leistungen entsprechend dem Haushaltstyp unterschiedlich aus:
                  "Für Ein-Personen-Haushalte, die fast die Hälfte aller Empfänger stellen, beträgt der Regelsatz in den alten Bundesländern 560 Mark (in den neuen geringfügig weniger). Hinzu kommt monatlich eine 'einmalige Leistung von knapp 100 Mark."
                  Indem RAFFELHÜSCHEN auf der Haushaltsebene statt auf der Personenebene argumentiert, erscheint der Anteil der Sozialhilfeempfänger noch höher als er tatsächlich bevölkerungsmäßig ist.
                  Es wird auch nicht deutlich gemacht, dass es sich dabei in erster Linie um ältere Witwen handelt. So kommt z.B. Margot MÜNNICH in Wirtschaft und Statistik Heft 7/2001 "Zur wirtschaftlichen Lage von Rentner- und Pensionärshaushalten" zum Ergebnis:
                  "Die Analyse der Einkommensverteilung zeigt, dass 1998 15,8 % der Rentnerhaushalte in Deutschland (...) mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens aller privaten Haushalte auskommen mussten und damit in relativer Einkommensarmut lebten. Zum überwiegenden Teil handelte es sich dabei um Einpersonenhaushalte (1,3 Mill), während die Einkommenssituation von Zweipersonenhaushalten (...) insgesamt als gut bezeichnet werden kann." Bei den aufgeführten Transferzahlungen handelt es sich vor allem um Wohngeld."
                  Stattdessen suggeriert RAFFELHÜSCHEN, dass es sich vorwiegend um Erwerbstätige handelt, wenn er schreibt:
                  "Es ist umstritten, ob der gesetzlich gebotene Lohnabstand für Alleinstehende gegeben ist."
                  Davon abgesehen ist natürlich die Kategorie "Alleinstehende" nicht deckungsgleich mit der Kategorie "Einpersonenhaushalt".
 
     
   
  • FUNCK, Gisa (2001): Glücksritter des rechten Augenblicks.
    Gerade mal 40 Prozent der deutschen Einkommen, schätzt der Wuppertaler Soziologe Sighard Neckel, werden überhaupt noch in einem Beruf verdient. Der Rest wird oft genug abgezockt, an der Börse, per Erbschaft, auf Staatskosten - oder in der Tombola,
    in: TAZ v. 05.12.
    • Inhalt:
      FUNCK stellt die Thesen des Soziologen Sighard NECKEL vor. Der Chronist der Neidgesellschaft sieht die althergebrachte Leistungsgesellschaft durch die Erbengeneration und die "Switcher" - Glücksritter der Gelegenheitsökonomie - bedroht. Ohne die Illusion , dass sich Leistung in Form von Lohnarbeit lohnt, sieht NECKEL die Gesellschaft auf dem Weg von der Neid- zur Wutgesellschaft, in der die Modernisierungsverlierer keine tröstende Ausrede mehr für ihr Losertum haben.
 
     
   
  • THOMAS, Gina (2001): Das Jahr, in dem der Geschlechtsverkehr begann.
    Sie war das schlechte Gewissen der Fernsehnation: Zum Tod von Mary Whitehouse, auf die der BBC-Chef mit Pfeilen schoß,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.04.12.
    • Inhalt:
      THOMAS hat eine Hommage an Mary WHITEHOUSE, die erklärte Gegnerin des "Swinging London" der Beatles-Ära, verfasst.
                  Für jene erztraditionellen Fernsehkritiker wie WHITEHOUSE war das Jahr 1963 der Wendepunkt und der Beginn des "permessiven Zeitalters".
                  Seit dieser Zeit ist der viktorianische Mythos der "alten Jungfern, die durch den morgendlichen Nebel zur Kommunion radeln" verblasst.
 
   
  • SCHRENK, Jakob (2001): Vier Kerle, die sich heimlich Brigitte nennen.
    Was macht Männermagazine nur so erfolgreich? Sie erfüllen dieselben Funktionen wie Frauenzeitschriften,
    in: Tagesspiegel v. 04.12.
    • Kommentar:
      SCHRENK berichtet über die 4 Männermagazine "GQ", "Men's Health", "FHM" und "Maxim", die bis auf "GQ" alle Auflagenzuwächse meldeten.
                  Die Anzeigenkunden haben ihr Vertrauen in die Wunschzielgruppe noch nicht verloren: "Junge, konsumorientierte Männer, irgendwo zwischen 25 und 40, die sich ihre Unterhosen alleine kaufen". Das Adjektiv "finanzkräftig" darf man sich getrost hinzudenken.
                  SCHRENK erklärt den Erfolg mit der zunehmenden Verunsicherung des Mannes. Eine solche Erklärung ist jedoch eher irreführend.
            
             Allein die demografische Entwicklung macht eine Auflagenerhöhung wahrscheinlich. Zum einen sind jetzt die geburtenstarken Jahrgänge Mitte der 60er Jahre im mittleren Lebensalter und zum anderen gibt es seit den 90er Jahren einen Männerüberschuss. Es handelt sich hier also um eine ähnliche demografische Ausgangssituation wie jene, die auch die zweite Frauenbewegung hervorgebracht hat.
                  Erst in zweiter Linie sind diese Männerzeitschriften eine Reaktion auf die Frauenbewegung.
                  Unbeachtet bleiben bei der Betrachtung auch die Milieuunterschiede. Eine Zeitschrift wie "GQ" wendet sich an ein anderes Milieu als z.B. "FHM". Diese Schichtunterschiede dürften in Zukunft wesentlich wichtiger werden.
 
   
  • FUCHS, Peter & Jörg MUSSMANN (2001): Lebenswert liebenswert.
    Aufzeichnungen aus Pflegehäusern (6): In einer auf Jugend getrimmten Gesellschaft ist an die Stelle von menschlicher Betreuung ein ökonomisches Altenmanagement getreten, das weder Höflichkeit noch Taktgefühl oder Scham kennt
    in: TAZ v. 04.12.
 
   
  • FOCUS-Titelstory "Verdammt allein. Wie sehr Kinder unter der Trennung ihrer Eltern leiden"

    • PLEWNIA, Ulrike (2001): Das Trauma der Trennung.
      Wenn Mama und papa auseinander gehen, leiden die Kidner oft ein Leben lang - Fachleute fordern jetzt neue Regeln für die Eltern,
      Focus Nr.49 v. 03.12.
    • PLEWNIA, Ulrike (2001): "Traumatisiert fürs Leben".
      Der Münchner Psychologe Serge Sulz fordert, dass Eltern von Kindern unter 14 Jahren sich nur nach zwei erfolglosen Paartherapien trennen dürfen,
      Focus Nr.49 v. 03.12.
    • FOCUS (2001): "Eltern bleibt ihr immer".
      Bundesfamilienministerin Christine Bergmann ermahnt Paare, bei Eheproblemen nicht gleich "die Lappen hinzuwerfen",
      Focus Nr.49 v. 03.12.
 
   
  • KRAUSE, Tilman (2001): Eine schrecklich nette Familie.
    Soap-taugliche Schriftsteller - Mit Heinrich Breloers Dokudrama werden die Manns zum deutschen Modell,
    in: Welt v.03.12.
    • Kommentar:
      Während Susanne GASCHKE noch das positive Familienbild einfordert, hat es Tilman KRAUSE bereits entdeckt: "Unsere Royals sind die Manns", lautet seine Devise:
                  "Es war überfällig, dass die Deutschen sich in einer Familie wiedererkennen, die für Offenheit steht. In der, bei allen Konflikten und Verwerfungen, die es auch gab, doch jene Regel galt, die der dankbare Klaus (...) zitiert hat: 'Komm heim, wenn du elend bist'."
                  Bei den Manns steht gemäß KRAUSE sogar die Wiege unserer heutigen Single-Serien:
                  "Die Wohngemeinschafts-Familie in »Friends« zum Beispiel wurde schon um 1930 vorgeprägt vom Freundeszirkel um Klaus und Erika, zu dem Gründgens, Pamela Wedekind und Ricki Hallgarten gehörten. Und ist nicht jene hübsche Szene, von Thomas im Tagebuch festgehalten, gut in »Sex and the city« vorstellbar, wo Erika dem Papa Tipps gibt, was er beim Anbaggern von Hotelboy Franzl tun oder lassen soll?"
                  Das totgesagte Bildungsbürgertum kann sozusagen durch die "Entbürgerlichung" von Thomas MANN ("private Offenbarungen, die die Vorstellung vom Bilderbuch-Bürger, vom Patriarchen und Leistungsethiker, kräftig ins Wanken brachten") in der neuen Form des Boboisten wiederauferstehen.
                  Dirk KNIPPHALS (TAZ vom 01.12.2001), der Leiter des Kulturressorts der TAZ, hat durch seine Karriere vom antibürgerlichen Literaturstudenten zum Boboisten, Frieden mit MANN schließen können:
                  "Die Zeiten, in denen wir uns gegen Bürgerlichkeit im Leben und in der Kunst wehren zu müssen glaubten, sind irgendwie ausgeleiert und ausgeläppert. Bedenkt man zudem, dass man inzwischen gelernt hat, gegen Künstler, die sich zum Außenseiter stilisieren, skeptisch zu sein, so kann man sogar dem Thomas Mannschen Repräsentationswillen etwas abgewinnen."
                  Warum dann noch Single?
 
   
  • BRAUN, Jörg (2001): Von den widerlichen Ich-Menschen,
    in: Leonberger Kreiszeitung v.03.12.
    • Kommentar:
      Die Kabarettistin Tina TEUBNER tingelt mit "Ich - um nur einige zu nennen" durch die Provinz, um den frustrierten Vorstädtern in ihren eintönigen Reihenhaussiedlungen mit der Identitätsstütze "Single" das triste Paar- und Familienleben etwas aufzuhellen.

                  Am Single-Klischee arbeiten sich zunehmend mehr Kabarettisten ab. Singles schaffen also Arbeitsplätze, die es ohne sie nicht gäbe. Allein aus diesem Grund dürfen also Singles nicht aussterben!
 
   
  • GOOSEN, Frank (2001): Ein schwarzer Tag fürs weiße Album.
    Wo ist der Ort, and em die Beatles noch zusammen sind? Eine Erzählung von Frank Goosen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.12.
    • Kommentar:
      Anlässlich des Todes von Familienvater George HARRISON, dem Ex-Beatle mit der weinenden Gitarre, ist der Kabarettist GOOSEN in die eigene Vergangenheit gereist.

                  Was liegt da näher als dies mit der angebeteten Schulfreundin - nichts weniger als die Schönste der Schule - zu tun? Der arme hässliche Frank ist leidgeprüfter Familienvater geworden, während die Schöne solo und kinderlos sein muss (HOUELLEBECQ lässt grüssen!):
                  "»Weißt du, warum aus mir nichts geworden ist?«
      »Ich bin einsam und unglücklich, habe keinen richtigen Beruf, und meine Lover werden immer jünger«",

                  so sehen die Monologe aus, wenn sich ein Familienvater der "Generation Golf" ein singlehaftes Alter-Ego phantasiert. Ulrike HERMANN hat in der TAZ vom 30.11.2001 dagegen die Single-Perspektive abseits der Klischees beschrieben.
 
   
  • SCHÖNBURG, Alexander von (2001): Die Sucht, sichtbar zu sein.
    Noch nie gab es so viele Berühmtheiten, und noch nie war der Überdruß an ihnen so spürbar wie heute,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.02.12.
    • Kommentar:
      Der triste Royalist VON schönburg schwadroniert über seine nicht minder eitle Konkurrenz: die nicht-adlige Prominenz.

                  In der Überflüssigkeit der "Masse an Prominenzmaterial" reicht bereits das VON als Distinktionsvorteil, wie es DELIUS in "Der Königsmacher" beschrieben hat.
                  Jede Gesellschaft hat die Prominenten, die sie verdient: eine mobile Gesellschaft benötigt Prominenz, die Aufstieg suggeriert. Verona FELDBUSCH wird als Prototyp einer solch "geglückten Fabrikation von Prominenz" genannt.
                  Im unerwähnt bleibenden Umkehrschluss gilt dann aber auch: wenn der Adel wieder sichtbar wird, dann bedeutet dies die Rückkehr zur ständischen Klassengesellschaft...
 
   
  • SCHIPP, Anke (2001): Fernsehen macht schön.
    Die Serie "Sex and the City" liefert ihren Zuschauern ein komplettes Lifestyle-Paket,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.02.12.
    • Inhalt:
      Während Stefanie HENTSCHEL die Serie in der neuesten BRIGITTE als Identitätsstabilisator für unzufriedene Paarfrauen und Mütter einstuft, widmet sich SCHIPP der Serie "Sex and the City" als Serie, die neue Modetrends setzt. Gleichzeitig warnt SCHIPP die deutschen Zuschauer davor, mit der auf PRO7 gezeigten Mode eine hippe New Yorker Bar aufzusuchen, denn diese ist "von der vorletzten Saison".
 
   
  • THB (2001): "Do it yourself" und "Home Entertainment",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.12.
    • Kommentar:
      Der Autor berichtet über den altbekannten "Cocooning"-Trend, von dem Faith POPCORN bereits seit den 80er Jahren gut lebt.
                  "Schock, Trauer und Angst haben ein grosses Bedürfnis geweckt, mehr Zeit mit den engsten Angehörigen zu verbringen. Für die einen heißt das, sich in die Geborgenheit der eigenen vier Wände zurückzuziehen. Für Singles mehr Verbindlichkeit in der Pflege ihrer Freundschaften, aber auch den verstärkten Drang, einen Partner zu finden."
                  Also alles wie immer, wenn Weihnachten vor der Tür steht. Ausgenommen natürlich New York City...
 
   
  • BOVENSCHEN, Silvia (2001): Reparaturbetrieb.
    Rache am Demütiger oder Der Held der frühen Jahre,
    in: Frankfurter Rundschau v. 01.12.
    • Kommentar:
      Vorabdruck eines Essays aus dem neuen Kursbuch Nr.146 "Vorbilder".
                  Einstmals Avantgarde, läuft das Kursbuch heutzutage den Trends hinterher. Silvia BOVENSCHEN liefert Florian ILLIES-Banalitäten für die alternde 68er-Generation nach:
                  "Ein strahlender Ritter zu werden, ist nicht unwahrscheinlicher, als einmal 20 Jahre alt zu werden. Alles steht noch in der Möglichkeitsform.
      Mit der Einsicht in die abnehmenden Möglichkeiten aber beschleicht die meisten von uns eine lächerliche Angst, vor sich selbst lächerlich zu werden."
 
   
  • STIRN, Verena (2001): Wenn ein Traum wahr wird.
    Tessa lebt in Berlin, Leif in Australien. Und das war gut so. Bis sie sich ineinander verliebten und merkten: Es ist mehr als nur ein Urlaubsflirt. Nur: Wie viel mehr? Nach eineinhalb Jahren Fernbeziehung wagen beide die Bewährungsprobe,
    in: MAXI Nr.12, Dezember
    • Inhalt:
      Bericht über eine Fernliebe als Vorstufe zur Nahliebe
 
       
       
   

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Zu den News vom 16.-30. November 2001

 
       
   
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