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Medienrundschau:
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News vom 01. - 06. Dezember
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Zitate
des Monats:
Die Bedeutung von
Internetforen für Menschen ohne Beziehungserfahrung
"Ungeachtet der Ignoranz
seitens der Öffentlichkeit, der Medien und der Wissenschaft bot
sich mit dem Aufkommen des Internets den unfreiwillig
Beziehungslosen erstmals eine Plattform an. Es kam zur
Entstehung mehrerer einschlägiger Diskussionsforen, in welchen
sie mit anderen Menschen in gleicher Lage Probleme diskutieren,
sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung gewähren und Gedanken
austauschen konnten."
(aus: Olaf Wickenhöfer
"Unfreiwillig Single", 2004, S.9f.)
Die Keuschheitsbewegung
zielt auf eine weltweite Vormachtstellung
"Viele Stimmen in den
Vereinigten Staaten warnen, das Thema Enthaltsamkeitserziehung
sei keines, über das sich der Rest der Welt erhaben fühlen
sollte. Die politischen und religiösen Gruppierungen, die
Lobbyarbeit für die Enthaltsamkeitserziehung betreiben, geben
sich nicht damit zufrieden, lediglich die Politik des eigenen
Staates zu beeinflussen. »Viele realisieren nicht, wie
einflussreich genau diese Gruppen auf der internationalen Bühne
geworden sind. In Afrika, Asien, West- und Osteuropa spielen sie
eine immer größere Rolle.« Was sie in diesen Ländern zu sehen
wünschen, ist eine Nachbildung dessen, was in den Vereinigten
Staaten bereits umgesetzt wurde: »Ihr vorrangiges Ziel bleibt
dasselbe: Förderung des tradierten Familienmodells, Einführung
von Programmen deren einziger Inhalt die Aufforderung ist, bis
zur Ehe enthaltsam zu bleiben; Neuausrichtung der
HIV/Aids-Aufklärung [auf Enthaltsamkeitserziehung];
Einschränkung des Zugangs zu Verhütungsmitteln und restrikivere
Abtreibungsgesetze.«"
(aus: Anke Bernau
"Mythos
Jungfrau", 2007, S.179f.)
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BERG, Jean-Michel (2007): Wer lebt, stört.
Wird Klimaschutz zur neuen Religion? Mit wachsendem
Umweltbewusstsein erscheint menschliches Verhalten generell als Fehler
- der CO2-Ausstoß wird zum Maß aller Dinge. So punktet etwa Hillary
Clinton mit karbonneutralem Wahlkampf,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.12.
- Inhalt:
Eine "Scheidung
muss man fortan nicht nur vor Gott, sondern ebenso vor dem Klima
verantworten, denn Ehehaushalte sind ökologischer als die von
Singles", meint BERG.
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PTS (2007): "zwei" - Neue Single-Zeitung startet in der Schweiz durch,
in: pressetext.ch v. 05.12.
- Anmerkungen:
Es gibt unzählige Versuche ein Single-Magazin
auf dem deutschsprachigen Markt zu lancieren. Kein einziges davon
gibt es noch. Und niemand trauert dem nach!
Der
Werbetext für die Single-Zeitung "zwei" lässt wenig Hoffnung, dass
dies ausgerechnet mit dieser Single-Zeitung anders wird.
Die
Macher trauen nicht einmal ihrer Zielgruppe über den Weg und richten
ihre Zeitung an Singles und Nicht-Singles ab 35.
Trendiges
wird versprochen. Wer kein Konzept hat, der verspricht heutzutage
Trendiges.
"Solos" hieß
im Oktober 2000 ein solches Trendprodukt, das bereits in der
Startphase floppte.
Wer
Kontaktanzeigen sucht, der wird heute von unzähligen Billigblättchen
bedient - kostenlos. Warum also 2 Franken dafür bezahlen? Und bei
einem Verlag, der sich Venus nennt, denkt man sowieso weniger an die
Liebesgöttin, sondern an professionelle Sex-Anzeigen.
People
Magazine wie Vanity Fair bieten haufenweise Porträts von
Menschen. Braucht es da noch eine Billigversion namens "zwei"?
Bereits
im März 2005 startete in der Schweiz das erste Single-Magazin
"Super-Solo", das bereits nach 5
Ausgaben vor dem Aus stand. Grund dafür soll nicht das mangelnde
Leserinteresse gewesen sein, sondern der Werbemarkt, wie das
St. Gallener Tagblatt am 16.09.2006
berichtete.
Single-dasein.de
lässt sich natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen...
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- Anmerkungen:
"Die
»Ruhestandsfamilie« kann durchaus zu einer allgemein akzeptierten
sozialen Institution werden",
schrieb der Zukunftsforscher Alvin TOFFLER bereits 1970. Die
reproduktionstechnischen Voraussetzungen sind mittlerweile
geschaffen.
Nun
kommt die Anpassung der Moral an die neuen Möglichkeiten auch in
Deutschland
in Gang. Noch herrschen die Abwehrreflexe vor, aber in einem
Land, in dem großmäulige Leitartikler die
Methusalem-Gesellschaft ausrufen und nationalkonservative
Familienfundamentalisten Kinderlosen mit Kürzung der
Sozialversicherungsleistungen drohen, wird sich nicht verhindern
lassen, dass sich die späte Mutterschaft als mögliche Strategie von
immer mehr Paaren durchsetzt.
-
DEGEN, Marieke (2007): Mit Risiko zum späten Mutterglück.
Reproduktionsmediziner Klaus Diedrich sieht späte künstliche
Schwangerschaft kritisch,
in: DeutschlandRadio v. 03.12.
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AKYOL, Cigdem (2007): Zu den Dritten das Erste.
Eine 64-jährige Rentnerin hat nach künstlicher Befruchtung in
Aschaffenburg ihr erstes Kind geboren. Beide sind wohlauf. Aber ist,
was technisch machbar ist, auch moralisch wünschenswert?
in: TAZ v. 04.12.
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BARTENS, Werner (2007): Die Last der späten Mutterschaft.
Der Fall der 64-Jährigen, die in Aschaffenburg ein Kind bekommen
hat, bringt die herkömmliche Vorstellungen von Familie und
Generationenfolge durcheinander,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.
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CHARISIUS, Hanno (2007): Eine "egoistische Lösung".
Dass eine 64-jährige Frau ein Kind zur Welt gebracht hat, wird von
Berufsverbänden und Fachärzten kritisiert,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.12.
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GASEROW, Vera (2007): Oma im Baby-Glück,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.12.
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HETRODT, Ewald (2007): Nur die Eltern sind glücklich,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.12.
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SEIBEL, Andrea (2007): Allzu alt,
in: Welt v. 04.12.
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SCHMITT, Cosima (2007): Mutter kämpft gegen das Elterngeld.
Vier Kinder, 300 Euro Elterngeld: Eine Mutter will mit einer
Musterklage gegen die Unterstützung bis vors Verfassungsgericht
ziehen. Die konservative Splitterpartei ödp unterstützt sie dabei. Die
Leistung bevorzuge reiche Eltern, argumentieren beide,
in: TAZ v. 04.12.
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TAGESSPIEGEL (2007): Not am Mann.
Zum Beispiel in Großharthau, Sachsen: Auf 100 Männer kommen hier
nur 46 Frauen. "Die Mädels haben sich einfach fortgemacht", heißt es
an vielen Orten Ostdeutschlands. Es entsteht eine Gesellschaft von
Junggesellen, die sich oft als Versager fühlen, sagt eine Studie. Und
manche driften in die rechte Szene ab,
in: Tagesspiegel v. 03.12.
- Anmerkungen:
Die unzähligen Presse-Geschichten über die
"Not am Mann" gleichen sich wie ein
Ei dem anderen: Sie spielen im Osten, sie handeln vom
Männerüberschuss und sie bedienen die Angstlust des Lesers am (Rechts-)extremismus,
die der Soziologe Gunnar HEINSOHN mit seinem Pamphlet
"Söhne und Weltmacht" auf die
Spitze getrieben hat.
Mit
dieser
Demografisierung gesellschaftlicher Probleme
wird man jedoch dem Thema
Menschen ohne Beziehungserfahrung
nicht gerecht, denn gerade in Westdeutschland, wo durch die sexuelle
Revolution Beziehungsunerfahrenheit zur Domäne von Jugendlichen
unter 18 geworden ist, gibt es eine beachtliche Minderheit von
Beziehungsunerfahrenen, die unfreiwillig bis Mitte zwanzig, seltener
darüber hinaus partnerlos geblieben sind.
Wer
dieses Problem auf spektakuläre Fälle im Osten reduziert, der
verkennt, dass unfreiwillige Partnerlosigkeit weniger mit
Ungleichgewichten auf dem Partnermarkt zu tun hat, sondern mit den
Mechanismen des modernen Partnermarktes an sich.
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PROFIL-Titelgeschichte:
Schlachtfeld Familie. |
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HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2007): Happy Crshmas!
Schlachtfeld Familie: Fliegende Fetzen und purzelnde Fassaden.
Friede & Besinnlichkeit? Weihnachten ist der Crash-Test für
marode Beziehungen und kriselnde Ehen,
in: Profil Nr.49 v. 03.12.
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MARTENSTEIN, Harald (0207): Letzte Chance für die Liebe.
Weihnachten - das Fest der Familie. Was, Sie haben keine? Macht
nichts. Wozu gibt es Weihnachtsagenten,
in: Tagesspiegel v. 02.12.
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MINGELS, Annette (2007): Lob der Wahlverwandten.
Als Kind erfuhr die Autorin Annette Mingels, dass sie adoptiert
wurde. Was sie nicht störte. Erst mit dreißig Jahren entschloss sie
sich, ihre biologische Mutter zu treffen - eine Fremde. Ein
Erfahrungsbericht,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.12.
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MÜLLER, Christa (2007): Nicht Kontrolle, sondern Hilfe.
Erziehungsarbeit muss bezahlt werden,
in: Welt v. 01.12.
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PSYCHOLOGIE
HEUTE-Titelgeschichte:
Ich ändere mich!
Die Kunst, seinem Leben eine neue Richtung
zu geben |
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NUBER, Ursula (2007): Ein anderer Mensch werden.
Selbstveränderung ist möglich, aber alles andere als einfach,
in: Psychologie Heute, Dezember
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KOPP-WICHMANN, Roland (2007): Warum es so verdammt schwer ist, sich
zu verändern.
Ändern würde man ja gerne so manches. Aber alle bisherigen
Anläufe sind früher oder später gescheitert. Lag es daran, dass man
sich Unmögliches vorgenommen hatte?
in: Psychologie Heute, Dezember
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NUBER, Ursula (2007): "Jeder Neuanfang kann enorme Kräfte
freisetzen".
Der Coach und Autor Horst Conen macht Mut: Er beschreibt, warum wir uns nicht nur
mit einem Leben zufrieden geben sollten und wie es gelingen kann,
eingefahrene Bahnen zu verlassen,
in: Psychologie Heute, Dezember
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GEUTER, Ulfried (2007): Selbstveränderung - ein Zwang von
"ungeheurer Härte".
Die New Economy verlangt von den Menschen, sich als eine Art
Unternehmer ihrer selbst zu begreifen. Sie müssen ihr Selbst fit
machen für den Wettbewerb und ständig in Bewegung bleiben. Welche
Auswirkungen das auf den Einzelnen hat, beschreibt der Soziologe
Ulrich Bröckling,
in: Psychologie Heute, Dezember
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LEHNART, Judith & Franz J. NEYER (2007): Wer sich bindet, wächst daran.
In keinem anderen Lebensabschnitt verändert sich die Persönlichkeit
so einschneidend wie im Übergang von der Jugend zum Erwachsenenalter.
Doch was ist die treibende Kraft hinter diesem Wandel? In
Längsschnittstudien haben deutsche Psychologen jetzt die Antwort
gefunden: Die Bindung an einen Lebenspartner lässt Menschen in jungen
Jahren reifen,
in: Psychologie Heute, Dezember
- Exklusiv-Story von
single-dasein.de:
"Seit einigen Jahrzehnten bleibt ein nicht
unwesentlicher Prozentsatz der Bevölkerung ohne dauerhaften Partner.
Der Anteil der Singles unter den 20- bis 30-Jährigen liegt seit Ende
der 1960er Jahre konstant bei etwa 25 Prozent", behaupten LEHNART &
NEYER.
Wie
viele Singles es gibt, hängt entscheidend von der Definition des
Paares ab.
SCHMIDT/MATTHIESEN/DEKKER/STARKE
haben in ihrer Studie "Spätmoderne Beziehungswelten" an der
Selbstdefinition der Befragten angeknüpft, während beim
Familiensurvey Partner, deren
Beziehung kürzer als ein Jahr bestand, den Partnerlosen zugerechnet
wurden. Quantitativ ausgedrückt bedeutet dies:
"In
unserer Studie stiege der Anteil der Singles in der Gesamtstichquote
von 23 % auf 28 %, bei den 30-Jährigen sogar von 26 % auf 36 %"
SCHMIDT
u.a. haben festgestellt, dass sich der Single-Anteil von den 68ern
(1942Geborene) über die Single-Generation (1957Geborene) bis zur
Generation Golf (1972 Geborene) nicht erhöht hat. Die Änderung im
Bindungsverhalten beschreiben sie folgendermaßen:
"-
Feste Partnerschaften beginnen heute früher als vor 30 Jahren (...).
- Bis zum Alter von 30 Jahren haben die drei Generationen beinahe
unterschiedslos 9-10 Jahre lang in festen Beziehungen gelebt (...)."
Die
Anzahl der Partnerschaften, die jemand im Laufe seines Lebens
durchlebt, hat sich also im Laufe der letzten Jahrzehnte erhöht.
Singlephasen sind überwiegend das Nebenprodukt dieser häufigeren
Partnerwechsel.
LEHNART
& NEYER sehen die erste Partnerschaft als wichtigsten Schritt zu
einer "reiferen" Persönlichkeit:
"Unsere
Ergebnisse legen (...) nahe, dass die mit dem Übergang zur
Partnerschaft erzielten Reifungsprozesse auch durch die Trennung
nicht mehr gefährdet und rückgängig gemacht werden können. Wer eine
Partnerschaft eingeht, gewinnt - zumindest im Hinblick auf seine
Persönlichkeit!"
Menschen
ohne Beziehungserfahrung
wären in dieser Sicht unreifer als Beziehungserfahrene. Was im
Hinblick auf Beziehungen ja unbestreitbar stimmt.
Die
Unreife-Zuschreibung geht jedoch darüber hinaus. Die reife
Persönlichkeit ist ein normatives Konstrukt, das ganzheitlich
angelegt ist und zudem ein bestimmtes Beziehungsideal impliziert.
So
wird z.B. Gewissenhaftigkeit nicht kognitiv, sondern sozial
definiert. Wer keine Partnerschaft hat, ist nach dieser Definition
also per se nicht gewissenhaft - auch nicht an seinem Arbeitsplatz
oder in anderen Dingen.
Introvertierte
Menschen gelten nicht als anders, sondern als Menschen zweiter
Klasse, weil sie sich bei der Kontaktaufnahme nicht extravertiert
genug verhalten.
Wer
den Partner wechselt, der ist per se neurotischer als jener, der
sich dauerhaft an seinen ersten Partner bindet.
Das
Persönlichkeitsmodell ist also nicht wertfrei, sondern normativ.
Den
Unterschied zwischen Gebundenen (Personen in
Langzeitpartnerschaften) und Ungebundenen (dauerhaften Singles)
erklären LEHNART & NEYER durch den persönlichen Bindungsstil, der
Ausdruck der Persönlichkeit ist. Eine solche Sichtweise wird jedoch
einer umfassenden Analyse des Single-Daseins nicht gerecht.
SCHMIDT
u.a. erklären die Beziehungsinstabilität und die damit verbundene
Zunahme der Singles dagegen als Konsequenz des hohen Stellenwerts
von Beziehungen:
"Neben
die Wertvorstellung »Dauer« tritt ein zweiter, konkurrierender Wert,
den man »Beziehungsqualität« oder »Beziehungsintensität« nennen kann
(...). Es geht dann icht um Dauer an sich, sondern um Dauer bei
hoher emotionaler, intimer und (seltener) sexueller Qualität. Die
Instabilität heutiger Beziehungen resultiert nicht aus
Bindungsunfähigkeit oder -unlust; sie ist vielmehr die Konsequenz
des hohen Stellenwertes, der Beziehungen für das persönliche Glück
beigemessen wird und der hohe Ansprüche an ihre Qualität. "(2006,
S.33f.).
LEHNART
& NEYER bewerten moderne Beziehungen aus der Perspektive
traditioneller Liebesbeziehungen, wodurch sie zu "richtigen/reifen"
und "falschen/unreifen" Bindungsstilen kommen. SCHMIDT u.a. sehen in
der geringeren Dauerhaftigkeit von Beziehungen dagegen die
Durchsetzung eines modernen Beziehungsideals. Der französische
Soziologe Jean-Claude KAUFMANN sieht im
pragmatischen Liebesmodell sogar
die bessere Alternative.
Die
entscheidende Frage ist also, ob Dauerhaftigkeit per se ein Maßstab
für Beziehungsfähigkeit sein kann, oder ob die Beziehungsqualität
und damit die Paarebene miteinbezogen werden muss.
Die
Studie
"spätmoderne Beziehungswelten" von SCHMIDT u.a. zeigt ein
differenziertes Bild moderner Lebensweisen. Im Gegensatz zu den
meisten älteren Studien werden nicht nur zusammenwohnende Paare
betrachtet, sondern auch Paare ohne gemeinsame Wohnung, die
insbesondere bei unter 30-Jährigen besonders weit verbreitet sind.
Durch den Vergleich dreier Generationen und verschiedener
Lebensphasen geraten die Unterschiede des Single-Daseins und des
Paarlebens viel umfassender in den Blick als dies psychologische
Ansätze vermögen. Die Bedeutung von Bindungsstilen wird damit
relativiert.
Die
Zunahme der Singles ist in erster Linie die Konsequenz eines neuen
Beziehungsideals. SCHMIDT u.a. haben nur bei 10 % einen alternativen
Single-Lebensstil ausmachen können, wobei dieser Anteil über die
Generationen konstant geblieben ist.
Nur
für diese Gruppe der Langzeitsingles mit mehr oder weniger
Kurzzeitbeziehungen, könnte tatsächlich von einem anderen
Bindungsstil im Sinne von LEHNART & NEYER gesprochen werden. Der
überwiegende Teil dieser Singles sind aber keine hedonistischen
swinging Singles (der Anteil wird auf 3 - 4 % geschätzt), für die
ein häufiger Partnerwechsel kennzeichnend ist. Zu den
Langzeitsingles gehören auch
Menschen ohne Beziehungserfahrung
oder ältere Frauen, die sich ohne Partner im Alleinleben
eingerichtet haben.
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SZ
Wissen-Thema:
Bloss nicht erwachsen werden. |
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LEHNARTZ, Sascha (2007): Nie mehr erwachsen.
Die Jugend hält heute immer länger an. Das sieht bei vielen
Menschen lächerlich aus – ist es aber nicht. Jung im Kopf zu bleiben
und die Weichen des Lebens erst spät zu stellen, ist die beste
Strategie, um in der Welt des 21. Jahrhunderts zu bestehen,
in: SZ Wissen, Dezember
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DU-Thema:
Ein Alphabet des Verschwindens. |
- KLÄUI, Andreas (2007): Editorial,
in: Du, Nr.11 Dezember/Januar
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KIENLE, Dela (2007): Der Liebe hinterher ziehen.
Warum die Krise meist nach dem Umzug kommt,
in: Neon, Dezember
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 24
- 30. November 2007
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