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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 04. Februar 2006

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Während weibliche Kinderlosigkeit vor allem ein Phänomen höherer Bildungsschichten ist, zeigt sich die männliche Kinderlosigkeit vor allem bei den unteren Bildungsschichten. Je prekärer die Arbeitssituation, desto verbreiteter ist bei Männern die Kinderlosigkeit. (...). Dies deutet auf die Wirksamkeit des normativen Modells des männlichen Familienernährers hin. Wer diesen Status nicht ausfüllen kann, wird seltener Vater.
          
Angelika Tölke vom Deutschen Jugendinstitut in München ergänzte vor dem Hintergrund des DJI-Familien-Surveys 2000 diese empirischen Befunde. Es sind nicht nur Männer mit niedrigem Schulabschluss, die eher ohne Kinder sind, sondern ebenso die männlichen Selbständigen und Teilzeitbeschäftigten, die dies betrifft. Offenbar erweist sich die fehlende sichere berufliche Etablierung für Männer als ein entscheidender Faktor, der Vaterschaft biografisch verzögert oder aber auch völlig verhindert."
(Lotte Rose im "Tagungsbericht: »Kinderlosigkeit - nur eine Frage der Demografie?«" in der Zeitschrift Feministische Studien Nr.2, November 2005, S.331)

 
 
 
 
  • Der singlefeindliche Artikel:
    BERTH, Felix (2006): Sehnsucht nach Familie,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.02.
    • Kommentar:
      Felix BERTH verkündet das Ende der Ideologien in der Familiendebatte. Dies ist ein übler Scherz!

                
      BERTH baut erst einmal ein Feindbild auf, das spätestens seit Anfang der 90er Jahre nur noch ein Pappkamerad war: Der Kampf des konservativen Patriarchen gegen die linke Kämpferin.
                
      Sicher, als Vernebelung des Kampfes der Lebensstile zwischen "alter" und "neuer Mitte", waren diese Pappkameraden Motor einer Entwicklung, die im heutigen Familienfundamentalismus endete.
                
      Der Soziologe Ulrich BECK hat mit seiner Individualisierungsthese das Skript für diese Scheindebatte geliefert.
                
      Der Paradigmenwechsel von Ulrich BECK zu Gösta ESPING-ANDERSEN ist gleichzeitig ein Wechsel von der Familien- zur Bevölkerungspolitik. Gemeinsam ist beiden jedoch die Ökonomisierung des Sozialen.
                
      Nicht das Ende der Ideologien ist gekommen, sondern nur die Ablösung einer alten durch eine neue Ideologie.
                
      Dies hat Konsequenzen, denn wir haben es mit einer neuen historischen Allianz der Besitzstandswahrer von "alter" und "neuer Mitte" zu tun.
                
      Die Folge sind Umverteilungen von unten nach oben. Die Rente mit 67 und das Elterngeld sind Ausdruck eines neuen Klassenbewusstseins. Die Zeche zahlen die Geringverdiener. ESPING-ANDERSEN schreibt dazu:
                
      "Die viel bedeutsamere Verteilungsfrage ist intra-generationeller Natur: In allen OECD-Ländern beruht die Rentenfinanzierung gegenwärtig nicht auf Gegenseitigkeit, sondern sie ist degressiv; je mehr sie auf den Lohn- und Gehaltszahlungen beruht, desto degressiver ist sie. Denn man darf nicht vergessen, dass Langlebigkeit und Sterblichkeit nicht gleichmäßig verteilt sind. Die sozial gehobenen Schichten leben durchschnittlich etwa fünf bis sieben Jahre länger als die Durchschnittsarbeiter. Und diejenigen, die die Sonnenseite des Alterns genießen werden, sind eben jene, die das privilegierste Leben geführt, die größten Einkommen und die meiste Lebenszeit akkumuliert haben. Es werden die Reichen sein, die sowohl hinsichtlich der Altersbezüge als auch hinsichtlich der Altenpflege profitieren."
                
      BERTH fordert, dass Kinderlose im Rentensystem stärker belastet werden:
                
      "Wer heute auf Nachwuchs verzichtet, muss im Alter keine Risiken fürchten. Diese Trittbrettfahrer des Systems stärker zu belasten wäre sinnvoll - schließlich verfügen sie über Geld und Zeit, die andere zur Kindererziehung benötigen."
                
      BERTH outet sich damit als Sympathisant der Nationalkonservativen und einer Biologisierung des Sozialen.
                
      Von wem aber schreibt BERTH hier überhaupt? Doch offensichtlich nicht von den 68ern, die zwar Teil des Problems sind, sich aber gerade jeglicher Verantwortung entziehen.
                
      Betroffen werden also die Nach-68er sein. Diese sind jedoch durch die Arbeitsmarktkrisen seit Mitte der 70er Jahre, den Wertverfall von Bildungsabschlüssen und die Abschottung des ersten Arbeitsmarktes im besonderen Maße betroffen. Sie waren also gar nicht in der Lage jene Rentenansprüche aufzubauen, die BERTH hier anprangert.
                
      Die 68er-Generation wird die letzte "reiche" Rentnergeneration mit den geringsten intra-generationellen Unterschieden in Deutschland gewesen sein.
                
      Wenn jetzt BERTH versucht die Nach-68er in Kinderlose und Eltern zu spalten, dann mag das den Staat und die Unternehmen entlasten (das ist der Hauptzweck eines katholischen Sozialstaats), nur das Problem der ungewollter Kinderlosigkeit wird sich dadurch nicht lösen lassen.
                
      Was nützt das Elterngeld den jungen Singles der Generation Praktikum, die ihr Dasein als "Lebenspraktikanten" (Nikola RICHTER) fristen? Was nützt eine Kinderbetreuung, wenn der Arbeitsplatz fehlt, der eine Familie ernähren könnte?
                
      Es gibt ja Optimisten, die behaupten, dass in Zukunft Arbeitskräftemangel herrschen wird. Dieses Argument ist ungefähr genauso alt wie die Arbeitsmarktkrise selbst! Es wird keinen generellen Arbeitskräftemangel geben, selbst bei Rückgang des Erwerbskräftepotentials.
                
      Die beste Familienpolitik ist jene, die Arbeitsplätze schafft, die eine Familie ernähren können.
                
      Wer dagegen Kinderlose bestrafen möchte, der übersieht, dass der Aufschub des Kinderkriegens kein Mentalitäts- sondern ein Strukturproblem ist.
                
      Und er erweckt die gefährliche Erwartung, dass lebenslang Kinderlose einen relevanten Beitrag zur finanziellen Entlastung von Eltern leisten könnten (Die besser verdienende, globale Elite der Kinderlosen hat längst die Exitoption gewählt).
                
      Lebenslange Kinderlosigkeit ist jedoch mittlerweile in steigendem Maße die Folge von Chancenungleichheit und fehlenden Ressourcen, wenn man die kinderlosen Karrierefrauen einmal außer Acht lässt. Oder wie es GASCHKE in ihrem Buch "Die Emanzipationsfalle" ausdrückt: Es handelt sich um Männer, die unzumutbar sind! 
 
  • YOUNG, Marc (2006): Mrs. Baby-Boom im Kabinett.
    Deutschlands alternde Gesellschaft bräuchte dringend mehr Kinder. Familienministerin Ursula von der Leyen geht lächelnd mit gutem Beispiel voran. Dennoch schlägt ihr Misstrauen entgegen. Wieso? Ein Amerikaner sucht Antworten,
    in: Spiegel Online v. 04.02.
    • Kommentar:
      Bevor Spiegel Online Amerikaner an die deutsche Demografiefront schickt, sollten sie wenigstens mit den neusten Statistiken  versorgt werden. Selbst in der ZEIT verbreitet man nicht mehr unbedarft die Lügen über die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen.

                
      In der Europa-Ausgabe des Time-Magazins vom 30. Januar wurde die deutsche Frage gestellt: Warum zwingt Deutschland Frauen sich zwischen Beruf und Familie entscheiden zu müssen. Ein Hauptproblem wurde dort jedoch im mangelnden Ausbau der Kinderbetreuung gesehen.
 
 
  • HAHN, Ulla (2006): Aufstiegsträume: "Rumpelstilzchen",
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.02.
    • Inhalt:
      Ulla HAHN stellt ihr Lieblingsmärchen "Rumpelstilzchen" vor":

                
      "Höhepunkt (...), der mich als Kind immer wieder in Ekstase versetzte. Namen geben! Namen raten! Namen, die verderben, Namen, die erlösen. Wissen ist Macht. Sprache All-Macht. Wie verrückt hüpfte ich umher, murmelte die vier magischen Zeilen des Männchens, drehte und wendete sie, erfand neue. Abwehrzauber gegen alle, die nicht glaubten, daß ich Stroh zu Gold spinnen konnte."
 
  • RUTSCHKY, Michael (2006): System Ubw lebt noch.
    K-Gruppen, Lacan-Schüler, selbst Onkologen: sie alle haben Freuds Psychoanalyse wirkungsgeschichtlich fortgeschrieben. Und nun?
    in: TAZ v. 04.02.
    • Kommentar:
      Der 68er Michael RUTSCHKY schreibt über die 68er und ihre Begeisterung für die Psychoanalyse, so als ob er nie dazu gehört hätte: "an nichts glaubten bekanntlich die Achtundsechziger inniger als an Wissenschaft und Theorie."
 
 
  • SCHMIDT, Thomas E. (2006): Das große Kuddelmuddel.
    Was kann, will, soll, darf Familienpolitik? Umverteilen? Arbeit für Supernannys schaffen? Oder doch die Vergreisung der Gesellschaft verhindern?
    in: Die ZEIT Nr.6 v. 02.02.
    • Kommentar:
      Für Thomas E. SCHMIDT ist alles eindeutig! Warum ist Familienpolitik dann so mehrdeutig?

                
      SCHMIDT will nicht von Familienbildern, sondern von der Familienwirklichkeit ausgehen, aber es zeigt sich immer wieder, dass das Familienbild auch die Interpretation der so genannten Familienwirklichkeit bestimmt. Statistik ist immer schon Interpretation:
                
      "Die Geburtenrate verharrt hartnäckig bei 1,3 Kids pro Paar, und auch wenn die viel beklagte Kinderlosigkeit von Akademikerinnen eine Mär sein sollte, bleibt der Mangel an größeren Familien eklatant", hat nun SCHMIDT ganz nebenbei bemerkt.
                
      Offenbar ist nun auch bei der ZEIT eine neue statistische Linie angesagt: nicht mehr die hohe Kinderlosigkeit, sondern der Mangel an kinderreichen Familien der Mittelschicht steht nun auf der Medien-Agenda.
                
      Was interessieren mich meine Lügen von gestern? Neue Lügen braucht das Land!
                
      "Es ist recht eindeutig: Die Deutschen leben nach wie vor überwiegend in Familienverbänden, auch wenn die heute anders aussehen als zu Wuermelings Zeiten", schreibt SCHMIDT.
                
      Möglichweise ist das eher mit einem nostalgischen Trugbild der 50er Jahre verbunden.
                
      Die Beschwörung der Familie in den 50er Jahren entspricht haargenau den heutigen Beschwörungen, mit einem einzigen Unterschied: Sollten damals die Frauen aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden, sollen sie nun in den Arbeitsmarkt integriert werden.
                
      Damals wie heute ist das Stichwort die vergreisende Gesellschaft:
                
      "Der Kanzler führte aus, Westdeutschland habe eine rasch alternde Bevölkerung. Dies stelle eine Bedrohung für das künftige Wirtschaftswachstum und die Stabilität der Sozialversicherung dar", schreibt Robert G. MOELLER über die Rede ADENAUERs im Jahr 1953 ("Geschützte Mütter", 1997, S.201)
                
      Es ist offenbar gerade die Nähe zur ADENAUER-& WUERMELING-Rhetorik, die unsere neuen Reaktionäre dazu treibt, ADENAUER das Zitat unterzujubeln, dass Leute immer Kinder bekämen.     
 
  • FR-Thema des Tages: Ist Vater Staat ein guter Papa?

    • SPERBER, Katharina (2006): "Die Quadratur des Kreises".
      Bert Rürup, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen, erwartet vom Koalitionskompromiss kaum Entlastung für Familien
      in: Frankfurter Rundschau v. 02.02.
    • IRLE, Katja (2006): Vom Kind aus denken.
      Die Betreuungseinrichtungen für kleine Kinder müssten verbessert werden - in Zahl und Qualität. Das wäre einfacher und im Sinne des Chancenausgleichs gerechter als komplexe Steuersparmodelle,
      in: Frankfurter Rundschau v. 02.02.
    • AP (2006): Wer profitiert?
      Der Bund der Steuerzahler hat Beispielrechnungen zur Neuregelung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten vorgelegt,
      in: Frankfurter Rundschau v. 02.02.
 
 
  • FRANK, Arno (2006): Wie wir uns jetzt ins Netz gehen.
    Was machen all die einsamen Menschen, die im Internet auf Partnersuche gehen? Sie treffen dort auf andere einsame Menschen und werden glücklich. Das moderne Geschäft mit dem "Online-Dating" boomt, weil es sehr klassische Bedürfnisse bedient - und die Liebe nicht mehr dem Zufall überlässt,
    in: TAZ v. 01.02.
 
  • WERBER, Niels (2006): Die neue Volksgemeinschaft.
    Der ultimative Test zur Einbürgerung: Nur wer im Ernstfall bereit ist, für Deutschland zu sterben, ist Deutscher. Wo die aktuelle Integrationspolitik landet, wenn sie "Du bist Deutschland" mit Gemeinschaftstheoretikern wie Udo di Fabio kombiniert,
    in: TAZ v. 01.02.
    • Inhalt:
      Niels WERBER führt seine Kritik an Udo Di FABIO weiter aus:

                
      "Di Fabio, der gelegentlich als Systemtheoretiker bezeichnet wird, weil er Luhmann zitiert, würdigt zwar die nach »sozialen Funktionen gegliederte Gesellschaft« als effizient, doch erzeuge dieses sozialtechnische »Ensemble« weder ein »Gemeinschaftsethos« noch ein »auch positive Inhalte umfassendes Wertesystem«. Die Gesellschaft lasse den Menschen »bindungslos« allein, die »Autonomie« der Systeme sei zu einer »argen Last« geworden.
                
      Luhmanns kühle Beschreibung der Moderne wird so an entscheidender Stelle revidiert: Der ganze Mensch, den die Systemtheorie links liegen lässt und nur in Form seiner Funktionsrollen beobachtet, soll wieder integriert werden, und da sich die funktionsdifferenzierte Gesellschaft zwar für Steuerzahler, Patienten, Klienten, Kunden oder User, nicht aber für »den Menschen« hinter den Rollen interessiert, soll die Gemeinschaft den Menschen substanziell als ihren Teil aufnehmen.(...). Hierzulande seien leider die naturwüchsigen »Grundlagen der Gemeinschaft erodiert« (...). Um sie zu erneuern, müsse Deutschland wieder zu einer »vitalen und selbstgewissen« Gemeinschaft werden (...).
                
      Genau dieses Ziel hat sich die nach eigenen Angaben »größte Social-Marketing-Kampagne in der Mediengeschichte der Bundesrepublik« gesetzt. (...) »Du bist 82 Millionen.« Du bist Teil einer »Schicksalsgemeinschaft«, wie di Fabio formuliert, die gemeinsam erinnert, jubelt, arbeitet und teilt.
      Prima, aber »Schicksalsgemeinschaft zu sein« heißt im Zweifel auch, so di Fabio weiter, »sein Leben im Kampf für die Gemeinschaft zu opfern«. Dieser Gemeinschaftsbegriff löst sich von ethnischen, sozialen oder religiösen Differenzierungen (...). Wer im Ernstfall bereit ist, für Deutschland zu sterben, ist Deutscher. Wer nicht, dem mangelt es an Integrationsbereitschaft."
 
  • HARTWIG, Ina (2006): Wir haben alles vermasselt.
    Ein Hippie-Businessman zieht Bilanz: Bernd Cailloux findet in seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69" einen neuen Ton, über seine Zeit zu sprechen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 01.02.
    • Inhalt:
      Ina HARTWIG lobt den neuen Ton, den Bernd CAILLOUX in seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/1969" angeschlagen hat:

                
      "der Ich-Erzähler lamentiert nicht - und darin liegt eines der Geheimnisse dieses Buchs. Die Perspektive des Szenejargons von früher wird gewissermaßen beibehalten; keine Revision, kein Bedauern. Auch keine Illusionen, die schon damals eher unterentwickelt waren. Statt dessen Lakonie und jede Menge Situationskomik. Wenn hier ein Zeitkolorit eingefangen wird, dann nicht das der Polit-Slogans, nicht das der Revolte, sondern das der Kulturrevolution, von der Hans Christoph Buch klug bemerkte, sie sei der Revolte vorausgegangen, habe sie begleitet und überdauert."
 
  • BRAUCK, Markus (2006): Reiz der Rabenmütter.
    Der mediale Umgang mit Ursula von der Leyen und Susanne Osthoff - ein Zerrspiegel,
    in: Frankfurter Rundschau v. 01.02.
    • Kommentar:
      Für wie dämlich hält die Presse eigentlich ihre Leser?

                
      Wer wie Markus BRAUCK das Image einer Person mit ihrer Persönlichkeit gleichsetzt, der möchte lediglich davon ablenken, dass die entscheidende Frage eine ganz andere ist: Für welche Politik tritt von der LEYEN ein und wird diese Politik gerade für gut oder schlecht befunden?
                
      Gegner der Familienpolitik von der LEYEN werden auch Frau von der LEYEN abwerten. Umgekehrt werden Befürworter der Politik Frau von der LEYEN aufwerten. Dies ist die Konsequenz einer politischen Berichterstattung, die sich der Identitätspolitik verschreibt.
                
      BRAUCKs  Imagedesign bewegt sich hier auf Boulevardzeitungsniveau. 
 
  • SCHUMACHER, Hajo (2006): Eine Frau für alle.
    Familienministerin Ursula von der Leyen verkauft Politik wie eine Marketing-Expertin,
    in: Welt v. 01.02.
    • Kommentar:
      Hajo SCHUMACHER, der Biograf von Roland KOCH, kann Ursula von der LEYEN nicht so viel abgewinnen wie das SZ-Magazin oder die ZEIT.

                
      Für SCHUMACHER besitzt sie das "Image der Perfektfrau (...), die Versatzstücke aller Stile und Epochen vereint, von Pam Anderson über Magda Goebbels bis Antje Schäffer-Kühnemann".
                
      Am Ende schadet ihr das Image der perfekten Frau, glaubt SCHUMACHER :
                
      "Kann dieses Spiel lange gut gehen? Eher nicht. Denn Frau von der Leyen wird mit jeder Marketing-Offensive, die sie noch eine Spur unwirklicher erscheinen läßt, ihre sicher geglaubten Verbündeten verlieren: Frauen. Gerade Mütter, die Beruf, Erziehung, Familie und eigenes Leben im täglichen Kampf organisieren müssen, reagieren zunehmend allergisch auf Hinweise von Männern, daß das bißchen Kinder, Karriere und Küche ja wohl locker zu schaffen sei. Die von der Leyen könne das ja auch. Die sei sogar Ministerin. Und sehe auch noch toll aus dabei. "
 
 
 
  • HARTMANN, Andreas (2006): Let's talk about Spex.
    Während ein neues Buch zu klären versucht, was Popjournalismus überhaupt ist, feiert die Spex, das ehemalige Cheforgan der Poprezeption, sich schon mal selbst,
    in: Jungle World Nr.5 v. 01.02.
    • Kommentar:
      Popkultur ist immer noch hauptsächlich ein Spielplatz für große Jungs, weswegen es unfreiwillig komisch ist, wenn sich HARTMANN darüber mokiert, dass im Jubelheft der Spex fast nur Jungs schreiben und dass auch die Popbeobachtung - genauso wie in der Jungle World - von Jungs betrieben wird.
 
DAS MAGAZIN-Titelgeschichte:
Kuß und Schluß
 
  • SCHROEDER, Vera (2006): "Meine Transusigkeit nervt"
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit, 14. Teil: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: Neon, Februar
 
  • FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2006): Späte Mütter.
    Mit 40 das erste Kind? Immer mehr Frauen entscheiden sich spät für die Mutterschaft - oftmals kritisch beäugt von ihrem sozialen Umfeld. Welche Risiken sind mit später Mutterschaft verbunden? Welche Auswirkungen hat das Alter der Mutter auf die Entwicklung des Kindes?
    in: Psychologie Heute, Nr.2, Februar
    • Inhalt:
      Die österreichische Soziologin Petra FOSEN-SCHLICHTINGER, selber Spätgebärende, verteidigt die späte Mutterschaft gegen ihre Kritiker. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Trend zur späten Mutterschaft:

                
      "Waren es in Deutschland 1990 noch knapp über 70000 Kinder, die von Frauen über 35 geboren wurden, so hat sich diese Zahl bis zum Jahr 2003 mehr als verdoppelt. (...). Und es handelt sich dabei nicht nur um Frauen, die bereits Kinder haben, sondern (...) vielfach um Erstgebärende."
 
  • DATH, Dietmar (2006): Madonna.
    Für Erwachsene - Warum Madonna so saugut schlecht spielt: Zehn Skizzen.
    in: Spex, Nr.1, Februar
    • Inhalt:
      Dietmar DATH stilisiert Madonna zur Ikone des Adult-Pop. Er findet bei ihr eine "Parteinahme für Reife und Verantwortung", die sich als Subtext durch ihr Werk zieht. Gegen diese geradlinige Aufsteigerin wirken selbst coole Männer wie unreife Halbstarke.
   

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