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News vom 01. - 06. Februar

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Die Verfügbarkeit auf dem Partnermarkt

"Entgegen üblicher Annahmen stehen auch nicht-verheiratete Personen dem Partnermarkt nur sehr eingeschränkt zur Verfügung, wenn sie in einer Nichtehelichen Lebensgemeinschaft oder einer festen Paarbeziehung ohne gemeinsamen Haushalt zusammenleben. Umgekehrt stehen verheiratete Personen dem Partnermarkt mit bestimmbarer Wahrscheinlichkeit ebenfalls zur Verfügung."
(Johannes Stauder in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, H.4, Dezember 2006, S.617)

 
       
   
 
  • BERTH, Felix (2007): Eine Rechnung für Kinder.
    Wem nützt ein Familiensplitting nach französischem Vorbild - und wem nicht? Eine Steuerfahndung in acht Kapiteln,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.02.
    • Inhalt:
      Felix BERTH greift in die Debatte um die Reform des Ehegattensplittings ein. Er bevorzugt nicht das Familiensplitting à la Frankreich, sondern die Individualbesteuerung, wie in Österreich, Großbritannien oder den skandinavischen Ländern:

                   "ein System, bei dem jeder Erwerbstätige, egal ob verheiratet oder nicht, individuell besteuert wird. (...).
                   Der Staat bezieht mit einem solchen Modell Position. Dafür, dass Männer nicht Alleinverdiener bleiben. Dafür, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt erwünscht sind. Dafür, dass Eltern sich die Erwerbsarbeit teilen. In unsicheren Zeiten ist all dies wichtig".
 
  • VOSS, Britta (2007): Jungs in Not.
    Die Geschlechterdebatte hat ein neues Sorgenkind geschaffen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.02.
    • Inhalt:
      VOSS sieht in der Debatte um die Jungskatastrophe eine neue Variante des "Backlash":

                   "der brachiale Brückenschlag zwischen Geschlecht und Versagen ist Teil einer neuerlichen Backlash-Variation. (...). Die Zwei-Geschlechter-Logik lässt ein Fräuleinwunder in Politk und Wirtschaft nur zum Pries einer ausgewachsenen Jungenkatastrophe zu."
 
  • PRIGOW, Dmitrij (2007): Der Markt, die Sowjets und die Kirche.
    Megacitys - die Städte der Zukunft (V): Moskau - Wie drei Utopien nebeneinander herwuchern,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.02.
 
  • BARTELS, Gerrit (2007): Die Einsamkeit des Ohrlosen.
    Scheitern als Lebenskunst: Wilhelm Genazino verspürt in seinem neuen Roman nur "Mittelmäßiges Heimweh",
    in: Tagesspiegel v. 06.02.
    • Inhalt:
      "
      Dieter Rotmund, 43 Jahre alt, von Beruf Controller in einer kleinen Pharmafirma, ist ein Einzelgänger ohne Freunde, aber mit Ehefrau und ein paar Frauenbekanntschaften. Er leidet an sich, der Welt und seiner Einsamkeit, dazu lebt er auch noch räumlich getrennt von seiner Frau Edith: Sie wohnt mit der gemeinsamen Tochter im Schwarzwald, er in der Großstadt", beschreibt BARTELS den Protagonisten des aktuellen Romans "Mittelmäßiges Heimweh" von Wilhelm GENAZINO.
 
SPIEGEL -Titelgeschichte: Erben statt arbeiten.
Vom unverschämten Glück, steuerbegünstigt reich zu werden
  • DAHLKAMP, Jürgen/FLEISCHHAUER, Jan/NEUBACHER, Alexander/POPP, Maximilian/REUTER, Wolfgang, SAUGA, Michael/VERBEET, Markus (2007): Unverdientes Vermögen.
    Allein in diesem Jahr werden 150 Milliarden Euro vererbt. Doch der Steuerstaat, der die Arbeitenden hoch belastet und die Vermögenden schont, wird davon kaum profitieren: Deutschlands Erben tragen zur Staatsfinanzierung weniger bei als Deutschlands Raucher,
    in: Spiegel Nr. 6 v. 05.02.
    • Inhalt:
      "Was für den Geldadel immer schon stimmte, Geld macht Geld, gilt jetzt für eine ganze Generation, die Erbengeneration", meinen die Autoren anlässlich eines Gerichtsurteils des Bundesverfassungsgerichts.

                   Der Elitenforscher Michael HARTMANN und Soziologe Jens BECKERT werden zum Thema zitiert.
                   Die Autoren kritisieren:
      "Die Arbeitnehmer finanzieren heute mit ihren Sozialbeiträgen praktisch allein die staatlichen Renten- und Krankenkassen und bestreiten über die Lohnsteuer einen wesentlichen Teil des Steueraufkommens. Erben dagegen tragen inzwischen nicht einmal ein Prozent zu den staatlichen Einnahmen bei. (...).

                   Vor allem drei Irrtümer sind es, die das verbreitete Unbehagen an einer höheren Erbschaftssteuer nähren.
      Wer das Erbe besteuert, lautet der erste, besteuert die Bürger doppelt. (...). In Wahrheit ist das Erbe vor allem ein enormer Reichtumszuwachs für den Empfänger, der in wirtschaftlich stärkt, genauso wie eine Jahresprämie seines Arbeitgebers. Entsprechend muss es besteuert werden. (...).

                   Irrtum Nummer zwei ist die Annahme, dass eine höhere Erbensteuer massenhaft Unternehmer aus dem Land triebe. (...).
                   Die Erbschaftssteuer schwächt die Kapitalbildung und den wirtschaftlichen Elan, so lautet der dritte Irrtum. (...). Ganz im Gegenteil scheint es das süße Gift des Erbens zu sein, das die Antriebskräfte zersetzt."
 
  • RASCHE, Uta & BURGER, Reiner (2007): Kinderbetreuung.
    Eine Lobby für die Einverdiener-Familie,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.02.
    • Inhalt:
      "
      Die Frage nach dem Familienbild birgt für die Ministerin einigen Sprengstoff, denn schon länger ist Konservativen in den Unionsparteien ein Dorn im Auge, dass Frau von der Leyen das Leitbild der voll berufstätigen Mutter auch kleiner Kinder propagiert, skandinavischen Modellen nacheifert und sich nicht erkennbar von der Familienpolitik der rot-grünen Regierung unterscheidet.
                   (...).
      Nicht nur inhaltlich, auch personell hat es nach dem Regierungswechsel kaum Veränderungen im Familienministerium gegeben. Die externen Berater der Ministerin, darunter der Soziologe Hans Bertram von der Berliner Humboldt-Universität und der Erziehungswissenschaftler
      Wassilios FTHENAKIS, der früher am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München forschte und nun an der Universität Bozen arbeitet, sind dieselben geblieben
      ", beklagen RASCHE & BURGER, die die Gegner einer CDU/CSU-Politik für berufstätige Mütter vorstellen. 
 
 
 
  • SIEMS, Dorothea & Mariam LAU (2007): "Mehr Teilzeit-Arbeit für Männer".
    Ursula von der Leyen verlangt vom angeblich starken Geschlecht mehr Engagement für die Familie. Im Gespräch erläutert sie, warum sie die verwandtschaftlichen Beziehungen für ein enorm hohes Gut hält und warum auch eine Gesellschaft mit vielen Alten großes Potenzial hat,
    in: Welt v. 03.02.
    • Inhalt:
      Ursula von der LEYEN u.a. über eine stärkere Kinder-Komponente im Steuerrecht:

                   "WELT.de: Sie streben eine Reform des Ehegatten-Splittings an. Nicht der Trauschein, sondern die Kindererziehung soll steuerlich honoriert werden. In der Union stößt das zum Teil auf heftige Kritik: der Wert der Ehe werde so untergraben.
                   Von der Leyen: Das Leitmotiv ist die Kinderkomponente. Bei der Einführung des Ehegatten-Splittings vor 50 Jahren wurden 98 Prozent der Kinder in einer Ehe geboren. 2005 wurde dagegen jedes dritte Kind außerhalb einer Ehe geboren. Wenn wir mehr für Kinder tun wollen, müssen wir über eine stärkere Kinderkomponente im Steuerrecht nachdenken. Und wir müssen Rücksicht auf ältere Eltern und deren Lebensleistung nehmen. Sie haben Kinder erzogen ohne reelle Chance für beide Eltern, eigene Berufsbiografien aufzubauen. Mein Anliegen beim Familien-Splitting ist, dass Menschen, die Kinder haben, nicht so viel Steuern zahlen wie Kinderlose mit gleichen Einkommen. Das wird auch von 68 Prozent der Kinderlosen befürwortet. Schließlich brauchen wir eine Kinderkomponente für die Eltern, die keine Steuern zahlen. Im Niedriglohnbereich heißt das Kombination von eigenem Einkommen und Kinderkomponente, wie zum Beispiel dem Kinderzuschlag."
 
  • SCHNEIDER, Stefanie (2007): Liegt das Glück im Unglück?
    Der Kreislauf der Liebe kann grausam sein: Zwei Menschen verlieben sich, haben eine gute Zeit miteinander, und plötzlich bricht einer aus der Idylle aus. Ist das so, weil Glück so schwer zu ertragen ist? Unsere Autorin hat die Antwort,
    in: Welt v. 03.02.
 
 
  • GEISEL, Sieglinde (2007): "Eine Dirigentin ist für mich keine Frau".
    Über Chefinnen und Mütter am Arbeitsplatz,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.02.
    • Inhalt:
      "
      Dorn liefert Bestätigungsprosa für privilegierte Frauen der oberen Mittelschicht.
                   (...). Doch der neue Feminismus will sich nicht einstellen, sosehr man ihn auch herbeiredet. Die Argumente sind längst bekannt.
                   «Frauen haben seit Jahrhunderten als Spiegel gedient, Spiegel mit der magischen und erhebenden Kraft, die Gestalt eines Mannes in doppelter Grösse wiederzugeben», so heisst es in Virginia Woolfs Essay «Ein eigenes Zimmer» - ein Text, der auch nach fast hundert Jahren noch Massstäbe setzt für Geschlechterdebatten. Die Unterlegenheit der Frau sei für den Status der Männer entscheidend, schreibt Woolf, denn «wenn sie nicht unterlegen wären, würden sie auch nicht mehr vergrössern».
                   Das Problem ist nicht der alte, neue oder mangelnde Feminismus, das Problem sind die Männer", meint Sieglinde GEISEL.
 
  • BOLLMANN, Ralph (2007): Wer ist hier prekär?
    Trotz Abstiegsangst: Der "Generation Praktikum" geht es noch gut,
    in: TAZ v. 02.02.
  • REINBOLD, Fabian (2007): Billig und willig.
    Studie: 37 Prozent der Uniabsolventen machen Praktika, zur Hälfte unbezahlt,
    in: Tagesspiegel v. 02.02.
 
 
  • BALZER, Jens (2007): Es geht um uns.
    "A Weekend in the City": Bloc Party weiten den Britpop-Blick auf die Welt,
    in: Berliner Zeitung v. 02.02.
    • Inhalt:
      "Es geht immer noch um teenage angst und Selbstfindungssorgen; aber bei Bloc Party sind das keine isolierten, biografischen Probleme mehr. Als erste Band des neuen Britpop haben sie den Blick aufs Ganze geweitet, auf Zusammenhänge, die Welt. Es geht nicht mehr um die Melancholie gelangweilter Twens. Es geht um Paranoia, Polarisierung, Rassismus. Um das, was uns alle angeht", meint Jens BALZER.
 
  • HERRMANN, Ulrike (2007): "Wer hat, dem wird gegeben".
    Erbschaften stabilisieren die großen Vermögensunterschiede, hat der Soziologe Jürgen Schupp in einer Studie ermittelt. Nur 4 Prozent der Erben erhalten über 250.000 Euro,
    in: TAZ v. 01.02.
  • SCHMITT, Cosima (2007): Die gefühlte Sicherheit.
    Zur angeblich so prekären "Generation Praktikum" kann sich nur zählen, wer es sich leisten kann - weil eine Erbschaft winkt,
    in: TAZ v. 01.02.
    • Inhalt:
      "
      Die Generation Praktikum hat die Generation Taxischein abgelöst. Historisch gesehen befindet sie sich in einer einmaligen Situation: Sie sind die Kinder derjenigen, die vom Nachkriegs-Aufschwung besonders profitierten - doch sie selbst können kaum auf rasch wachsenden Wohlstand hoffen.
                   Dabei sind es nicht die Kontostände allein, die Zukunftsängste beeinflussen. Wichtiger noch ist der psychologische Effekt. Die Aussicht auf ein Erbe verleiht, bei aller akuten Finanznot, eine gefühlte Sicherheit. Die Zeit der Praktika - so zermürbend sie sein mag - wird als Übergangsphase empfunden. Langfristig erhofft sich der entnervte Dauerpraktikant einen gehobenen Lebensstandard. Die Aussicht auf ein Erbe ist dabei eine wichtige emotionale Stütze - selbst wenn sie sich letztlich als Illusion erweisen mag, etwa weil der demente Vater seine Rücklagen dann doch selbst für ein gutes Pflegeheim braucht", meint Cosima SCHMITT.
 
  • STRAUBHAAR, Thomas (2007): Der Aufstand der Alten findet nicht statt.
    Fatalismus ist falsch. Wenn wir der veränderten Demografie Rechnung tragen, bietet sie sogar eine Bereicherung,
    in: Rheinischer Merkur Nr.5 v. 01.02.
    • Inhalt:
      "
      Es ist wunderbar, dass die deutsche Bevölkerung nicht mehr wächst, sondern sich bis 2050 wieder dem Niveau von 1950 nähert. Ebenso wunderbar ist es, dass die Menschen länger leben. Es ist lebensverachtend, die demografische Alterung als gesellschaftliches Problem zu bezeichnen.
                   Schrumpfung und Alterung werden dann zu einer unglaublichen Bereicherung, wenn die notwendigen wirtschafts- und sozialpolitischen Veränderungen heute in die Wege geleitet würden, statt an völlig unpassenden Vorstellungen festzuhalten, die aus einem Zeitalter stammen, in dem die deutsche Bevölkerung jung war und wuchs. (...).
                   Durch eine bessere Vereinbarung von Mutter- und Berufsrolle könnte zum Beispiel das Problem der fehlenden Fach- und Führungskräfte auf Jahre hinaus schlagartig gelöst werden. Wenn dann noch die Älteren mit ihren Fähigkeiten und der Lebenserfahrung angemessenen Angeboten in Brot und Arbeit gehalten würden, verlöre das demografische Gespenst endgültig seinen Schrecken", erläutert Thomas STRAUBHAAR.
 
  • Achim Bornhak - "Das wilde Leben"

    • MARTENSTEIN, Harald (2007): Das deutsche Blusenwunder.
      Der Uschi-Obermaier-Film "Das wilde Leben" zeigt, wie "Achtundsechzig" wirklich war,
      in: Tagesspiegel v. 01.02.

 
NEON-Titelgeschichte:
Bist du ein guter Freund?
Was die wichtigste Beziehung des Lebens ausmacht - und was sie gefährden kann
  • PFEIFER, David (2007): Bist du ein guter Freund?
    Der Deutsche hat im Durchschnitt 3,3 Freunde. Ist das jetzt viel oder wenig? Kommt drauf an, wie man mit ihnen umgeht,
    in: NEON, Februar
  • EBERT, Michael (2007): "Wahrheit ist dubios".
    Der Regisseur Sebastian Schipper hat schon zwei Filme über die Freundschaft gedreht - »Absolute Giganten« und »Ein Freund von mir«. Der Mann kennt sich aus mit der Verantwortung, ein Freund zu sein,
    in: NEON, Februar
 
  • SCHROEDER, Vera & Lisa ZIMMERMANN (2007): "Mittwochs und freitags ist Putztag".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: NEON, Februar
 
  • MOCEK, Ingo (2007): Unentspannter Patriotismus.
    Um sich von anderen Indiebands abzuheben, müssen Bloc Party keine lustigen Bärte tragen - ihr Sänger ist schließlich schwarz. Kein Thema in der toleranten Welt des Rock? Oh doch!
    in: NEON, Februar
 
PSYCHOLOGIE HEUTE-Titelgeschichte:
Keine Angst vor der Angst!
Die guten Seiten eines gefürchteten Gefühls
  • NUBER, Ursula (2007): Das Fürchten lernen.
    Wir leben in einer Angstgesellschaft: Zunehmend reagieren Menschen auf die Herausforderungen der Zeit mit Sorgen und Befürchtungen. Und immer häufiger wird die Diagnose "Angststörung" von Ärzten und Psychologen gestellt. Woher kommt die Angst? Sind gesellschaftliche Entwicklungen die Ursache? Oder nähren wir die Angst, indem wir falsch mit ihr umgehen?
    in:
    Psychologie Heute Nr.2, Februar
  • USTORF, Anne-Ev (2007): Angst macht kreativ.
    Ob Mozart, Beuys, Bowie oder Allen - viele renommierte Künstler führen ihre Kreativität auf einen Grund zurück: Angst,
    in:
    Psychologie Heute Nr.2, Februar
  • NUBER, Ursula (2007): "Angst ist eine Möglichkeit der Selbstbestimmung".
    Der Psychotherapeut Arnold Retzer plädiert dafür, die Angst als einen Freund zu sehen, der einem sehr viel über einen selbst verraten kann,
    in:
    Psychologie Heute Nr.2, Februar
 
 
  • JONG, Theresia Maria de (2007): Gluttermück.
    Das urdeutsche Phänomen des Mutterglücks ist schuld am Geburtenrückgang, meint Karin Deckenbach,
    in:
    Psychologie Heute Nr.2, Februar
    • Anmerkungen:
      Angesichts des Kampfes der Lebensstile im Medienmilieu, meint JONG, dass die Fronten zwischen Vollzeitjobberinnen und "Nur-Müttern" verhärtet seien. Beispielhaft dafür sei das Buch "Die Mutterglück-Falle" von Karin DECKENBACH.

                   Dagegen sieht der Politikwissenschaftler Claus LEGGEWIE in seinem Beitrag "Eltern - Kinderlose" die Affekte sowohl gegen "Nur-Mütter" als auch gegen Kinderlose abflauen:
                   "Wenige Autorinnen bemühen noch Affekte gegen »Nur-Mütter« wie zu der Zeit, als ein Müttermanifest der GRÜNEN (das für ein Familienleben mit Kindern warb und die Haus- und Erziehungsarbeit aufwertete) noch in die Nähe fashistischen Mütterkults gerückt werden konnte, obwohl doch nur postuliert wurde, es sei »an der Zeit für eine neue Frauenbewegung, (...) die die Wirklichkeit, die Wünsche und Hoffnungen von Müttern mit Kindern ebenso konseqauent und nachdrücklich vertritt wie die Interessen kinderloser Frauen« (...). Im Großen und Ganzen wird der kinderlose Lebensentwurf heute akzeptiert, ohne dass damit andere Lebensentwürfe abgewertet werden müssen." (S.160f.)
                   Diese Einschätzung stammte jedoch vom Februar 2006, d.h. kurz bevor der Frühling des Patriarchen begann und Eva HERMANN mit ihrem "Eva-Prinzip" eine Welle von Anti-Eva-Prinzip-Bücher auslöste, die von Thea DORN über Karin DECKENBACH und Christian RICKENS bis zu Désirée NICK reichte.   
 
  • FRANZEN, Günter (2007): Der Idiot der Familie.
    Über die Unlust der deutschen Männer,
    in: Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, Januar/Februar
    • Inhalt:
      Der Psychoanalytiker Günter FRANZEN arbeitet sich weiter an seiner 68er-Biografie ab und verknüpft diese Aufarbeitung mit schicken, neubürgerlichen Thesen:

                   "Im Verlauf dieses von Deutschland ausgehenden Krieges löste sich das traditionelle Geschlechterverhältnis in Rauch und Asche auf, wurde der auf wechselseitiger Anerkennung und Anziehung der Geschlechter beruhenden biologischen Generativität der Boden entzogen, wartete fortan auf Mann und Frau nur noch das Unglück."
   

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