[ News-Hauptseite ] [Suche] [ Homepage ]

 
   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01. - 15. Januar 2002

 
       
     
       
   
  • ERBE, Barbara, DPA (2002): In der Single-Gesellschaft laufen Katzen den Hunden den Rang ab,
    in: Märkische Allgemeine v. 15.01.
    • Kommentar:
      Katzen gehören als "pflegeleichte und trotzdem verschmuste Hausgesellen" zum Stereotyp des berufstätigen Singles wie es z.B. durch die TATORT-Kommissarin Lena Odenthal in den 90er Jahren populär gemacht wurde.
 
   
  • PAUL, Markus (2002): Bevölkerungsexperte:
    Zuwanderung sichert unsere Lebensqualität
    in: Nürnberger Nachrichten v. 15.01.
    • Inhalt:
      Interview mit dem Bevölkerungswissenschaftler Rainer MÜNZ.
 
     
   
  • DEGEN, Rolf (2002): Doch nicht "ganz der Papa".
    Babys gleichen ihrem Vater nicht - die Anonymität schützt Kuckuckskinder vor Vernachlässigung
    in: Tagesspiegel v. 15.01.
    • Kommentar:
      DEGEN beschäftigt sich mit einem Topthema der Männerzeitschriften: dem Kuckuckskind (nicht zu verwechseln mit den Väterzeitschriften!).
 
   
  • I.M. (2002): Hausarbeit geht auch Väter etwas an.
    Das Gleichstellungsbüro ruft zu "Fairplay at home" auf,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.01.
    • Kommentar:
      "Singles, Alleinerziehende sowie unverheiratete, aber in festen Partnerschaften lebende Männer verrichten fast drei Viertel des von Frauen geleisteten Pensums an Hausarbeit, wissen (...) sehr wohl, wie man mit Bügeleisen, Schrubber und Abwaschbürste umgeht. Die Heirat sowie die Geburt von Kindern lassen die Männer jedoch vergessen, was sie einmal konnten. Oder wie sonst lässt sich erklären, dass der Beitrag an die Haus- und Familienarbeit mit steigender Kinderzahl sinkt?"
                  Dieses Rätsel hat bereits viele FeministInnen und Machos umgetrieben. Entsprechend unterschiedlich fällt die Antwort aus.
                  Der französische Soziologie Jean-Claude KAUFMANN, von dem dieses Jahr das Buch "Singlefrau und Märchenprinz" erscheinen wird, hat diesem Thema seine Erkundungen über die "Schmutzige Wäsche" gewidmet.
 
   
  • KOLONKO, Petra (2002): "Ein-Kind-Politik" wird in China Gesetz.
    Die Regelung gilt schon seit 23 Jahren, doch immer noch wächst die Bevölkerung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.01.
    • Kommentar:
      Während in Deutschland die Erziehungskosten für Kinder der Staat tragen soll, geht China den entgegen gesetzten Weg:
                  "Für Familien, die ohne Erlaubnis mehr Kinder bekommen, gibt es in Zukunft keine Bußgelder mehr. Statt dessen müssen sie 'öffentliche Erziehungskosten' bezahlen."
                  Weniger streng reglementiert das Gesetz die besser verdienende, großstädtische Bevölkerung, z.B. von Shanghai.
 
   
  • REPKE, Irina/WASSERMANN, Andreas/WINTER, Steffen (2002): Wieder der doofe Rest?
    Eine Billion Euro Fördergelder verhinderten nicht, dass der Osten zum Mezzogiorno Deutschlands wurde. Alle Bemühungen, die Flucht der Menschen gen Westen zu stoppen, sind gescheitert - die Folgen werden immer dramatischer,
    in: Spiegel Nr.3 v. 14.01.
    • Inhalt:
      Bericht über die Abwanderung aus den Neuen Bundesländern.
                  Der Soziologe Wolfgang WEIß wird mit einer Radikalkur zitiert. Nach seinen Vorstellungen soll das Unvermeidliche vorweggenommen werden, d.h. "aus der Region 'das Seniorenparadies Deutschlands' zu machen und die verbleibenden Flächen für den künftig verlangten ökologischen Landbau zu nutzen - 'denn ein Altersheim wird das Land sowieso'.
 
   
  • HOROWITZ, Nina (2002): "Dann ist Ruhe im Karton".
    Interview. Vergangenen Samstag hatte "Hund Frau Mann" von Sibylle Berg im Kasino am Schwarzenbergplatz Premiere. Ein Gespräch mit der Zeitgeist-Dichterin über Pessimismus, die Liebe und Kakerlaken,
    in: Profil Nr.3 v. 14.01.
 
   
  • WELT AM SONNTAG (2002): "Scheidung" auf katholisch.
    In Deutschland lassen sich im Durchschnitt täglich 533 Paare scheiden,
    in: Welt am Sonntag v. 13.01.
  • HOLLSTEIN, Miriam & Heike VOWINKEL (2002): Sex in der Ehe ist Pflicht.
    Scheidungen sind Alltag. Nur nicht in den großen Religionen. Dort herrschen Gesetze wie vor 100 Jahren, und die gehen meist zulasten der Frauen,
    in: Welt am Sonntag v. 13.01.
 
   
  • FREUND, Michaela (2002): Immer mehr kriminelle Kinder kommen aus gutem Hause.
    In Deutschland gelten 500000 Jugendliche als verwahrlost. Auch berufstätige, erfolgreiche Eltern unterlassen oft die Fürsorge
    in: Welt am Sonntag v. 13.01.
    • Inhalt:
      "Viele Eltern sind einfach nicht mehr für ihre Kinder da. Sie sind im Büro, im Fitness-Studio, in der Kneipe. Sie schenken ihren Töchtern lieber ein Täschchen von Gucci, als deren Probleme zu besprechen. Sie fahren am Wochenende lieber ins Ferienhaus an die Nordsee und lassen die pubertierenden Söhne allein in der Luxus-Wohnung zurück. Was den Kindern fehlt ist Zeit. Zeit, in der ihre Eltern für sie da sind, um mit ihnen ihre Freuden und Nöte zu durchleben", schreibt FREUND mit Blick auf das Phänomen "Wohlstandsverwahrlosung".
 
   
  • SIMON, Ulrike (2002): Spiegel schlägt Stern.
    Erstmals verkauft das Montagsmagazin mehr Hefte als die Donnerstagsillustrierte,
    in: Tagesspiegel v. 12.01.
    • Kommentar:
      Eine erfreuliche Nachricht für Singles: Das Heft 19 des STERN vom 03.05.2001 über die kinderlosen Sozialschmarotzer hat nur 1.027.823 Käufer gefunden und liegt damit auf dem vorletzten Platz der STERN-Verkaufsliste des Jahres 2001. Ob der Stern etwas daraus gelernt hat, das wird sich dieses Jahr zeigen müssen.
 
   
  • ABI (2002): HR-Stadtgespräch.
    Die Einsamkeit in der Spaßgesellschaft,
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.01.
    • Kommentar:
      "'Einsam allein oder glücklich allein?' Das Stadtgespräch des Hessischen Rundfunks am Donnerstag, 17. Januar dreht sich um Singles - freiwillige und unfreiwillige."
                  Die Ankündigung lässt eine der üblichen Veranstaltungen der Kulturpessimisten erwarten. Das Thema dürfte auch vollkommen verfehlt sein, da es um Einsamkeit geht und davon sind in erster Linie Nicht-Singles betroffen.
                  Ein Terminus wie "Spassgesellschaft" lockt auch nicht unbedingt Singles in diesen Gesprächskreis. Da Pessimismus ansteckt, sollte man die Kulturpessimisten sich selbst überlassen...
 
   
  • BERG, Sibylle (2002): Gepflegte Ellenbogen.
    Männer haben die Macht. Frauen haben gar keine Zeit für den Umsturz. Die Schriftstellerin Sibylle Berg jedenfalls muss sich um ihren Körper kümmern,
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.01.
 
   
  • MURAKAMI, Haruki (2002): Herr Asahara wollte unbedingt mit mir schlafen.
    Nachrichten vom Leben im Untergrund: Über Harumi Iwakura, geboren 1965, Mitglied der Aum-Sekte von 1990 bis 1995,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.01.
    • Inhalt:
      Der japanische Schriftsteller Haruki MURAKAMI hat ein Buch über die AUM-Sekte veröffentlicht und dazu mehrere Interviews verfasst, u.a. mit der Singlefrau Harumi IWAKURA, die man zur "Kristall-Generation" zählen kann. Diese Generation hat Yasuo TANAKA in seinem Roman "Kristall Kids" beschrieben.
 
   
  • WOLBER, Cornelia (2002): Regierung plant Reform des Ehegattensplittings.
    Unterscheidung von Versorgungsgemeinschaft und Familie geplant,
    in: Welt v. 12.01.
  • BRUNS, Tissy (2002): Mehr Geld nur für Kinder.
    Zur neuen Neid-Diskussion
    in: Welt v. 12.01.
 
   
  • HIG (2002): Die SPD-Fraktion will das Ehegatten-Splitting abschaffen.
    Steuervorteile für kinderlose Ehepaare "grundsätzlich nicht gerechtfertigt". Finanzvolumen umstritten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.01.
 
     
   
  • GEBHARDT, Miriam (2002) Trauer und Glück der Überlebenden.
    Verwitwete Frauen bleiben oft über Jahrzehnte allein. Wie sie leben - danach fragt niemand in einer Gesellschaft, die den Tod verdrängt,
    in: Die ZEIT Nr.3 v. 10.01.
    • Inhalt:
      GEBHARDT berichtet aus dem Mittelschichtleben von 3 Witwen. Zwei Witwen können zum normalen Witwenleben gezählt werden, während die dritte Witwe mit ihren 30 Jahren zu den atypischen Witwen gehört. Sie gehört zu rund 250.000 Witwen und Witwern unter 50 Jahren in Deutschland. Weitere 250.000 Menschen dieses Alters haben ihren Partner durch Tod verloren.
                  Martina NICOLAIDIS hat aufgrund dieser Erfahrung eine Selbsthilfeorganisation für verwitwete Mütter & Väter gegründet, die auch im Web unter www.verwitwet.com präsent ist.
 
   
  • BINDER, Christiane & Stephanie RIEDI (2002): Überforderte Eltern.
    Sie schütteln ihre Babys, schlagen die kleinen Trotzköpfe. Wenn Eltern nicht mehr weiter wissen, rasten sie aus,
    in: Facts Nr.2 v. 10.01.
  • MARTI, Michael (2002): "Wiegenlied singen".
    Das Wissen über den Umgang mit Kleinkindern sei im Zeitalter der Kleinfamilie viel kleiner geworden, sagt Professor Heinz Stefan Herzka,
    in: Facts Nr.2 v. 10.01.
    • Inhalt:
      Das Schweizer Nachrichtenmagazin berichtet in seiner Titelgeschichte über den berühmten 42jährigen Bergsteiger Erhard LORETAN, der sein einziges 7Monate altes Kind so kräftig schüttelte, dass es starb.
 
     
   
  • KRANICH, Michael (2002): Schönbohm hält Baby-Begrüßungsgeld für fragwürdig.
    Kommunen mit üppig gefüllter Gemeindekasse können Bargeldzuwendungne an Neugeborene als "Patenschaftsgeld" deklarieren,
    in: Märkische Allgemeine v. 09.01.
    • Inhalt:
      Bericht über den Streit um die Geburtenprämie, die von der Gemeinde Basdorf in Brandenburg eingeführt wurde:
                  "Um dem Kinderwunsch Nachdruck zu verleihen, hatte Basdorf auf eigene Faust beschlossen, neue Erdenbürger mit 1000 Mark Begrüßungsgeld zu empfangen. Das war Bestandteil eines ganzen Systems von kinder- und familienfreundlichen Maßnahmen und hat Familienminister Alwin Ziel (SPD) so gut gefallen, dass er Basdorf im Mai 2001 sogar zur familienfreundlichsten Gemeinde des Landes Brandenburg gekürt hat."
 
     
   
  • HOFFMANN, Franziska (2002): Von der Fremdheit zur Intimität.
    Dresdener Soziologen wollen das Geheimnis der Paarbildung lüften,
    in: Tagesspiegel v. 08.01.
  • Inhalt:
    Bericht über das Forschungsprojekt "Institutionalisierungsprozesse in Zweierbeziehungen", das Teil des Sonderforschungsbereiches 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit" ist.
  • Karl Lenz - Die Paarbildung
 
   
  • Bücher und Themen:

    • ANGELE, Michael (2002): 1977, im Frühjahr unseres rottenscharfen Mißvergnügens.
      Vor fünfundzwanzig Jahren entstand Punk: Häßliches als modisch stets Verläßliches und lebende T-Shirts gegen die Langeweile der Kreisstädte,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.01.
 
   
  • SCHIESSL, Michaela (2002): Amerika - ganz unten.
    Inkognito tauchte die US-Sozialkritikerin Barbara Ehrenreich in die Welt der Billigjobs ab. Ihre Erfahrungen als Putzfrau und Verkäuferin wurden in den Vereinigten Staaten zum Bestseller,
    in: Spiegel Nr.2 v. 07.01.
 
   
  • RUOSS, Christiane (2002): Die Mehrheit wird immer grauer.
    Weil die Gesellschaft zunehmend altert, muss sich vieles ändern, was den Deutschen bisher selbstverständlich war - und das wird weh tun,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.01.
    • Kommentar:
      RUOSS beginnt die Rezension von Herwig BIRGs Buch "Die demographische Zeitenwende" und "Die Alterspyramide steht Kopf" mit dem Standardsatz der Polarisierer:
                  "Inzwischen bleibt ein Drittel der Frauen und Männer in diesem Land lebenslang ohne Nachwuchs, und es werden von Jahr zu Jahr mehr."
                  RUOSS ist nicht auf dem neuesten Stand, denn die deutschen Demographen müssen ihre Prognosen ständig nach unten korrigieren.
                  Der deutsche Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ muss in den Mitteilungen des Bundesinstituts für Bevölkerungswissenschaften vom 09.03.2001 gestehen, dass
      "wir für den Geburtsjahrgang 1965 vor einigen Jahren noch Kinderlosenanteile von mehr als 30 % erwartet (haben). Die neueren Schätzungen zeigen, dass sich über späte Erstgeburten die Kinderlosenanteile auf 27 % verringert haben."

                  Weitere Korrekturen nach unten sind vorprogrammiert. Internationale Demografen wie Ron LESTHAEGHE kritisieren diese deutsche Praxis, bei der das steigende Erstgebäralter nicht ausreichend berücksichtigt wird.
 
   
  • HAß, Frauke (2002): Mehr Einwohner, und die Frauen sind in Überzahl.
    Statistiker zählen 650 705 Frankfurter / Babyboom,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.01.
    • Inhalt:
      "Die Einwohnerzahl Frankfurts ist nach einem kurzen Abrutschen im Jahr 1999 auf 646 083 im Jahr 2000 wieder angestiegen auf 650 705. Damit ist allerdings noch lange nicht der Höchststand in den vergangenen 20 Jahren erreicht. Der betrug 1992 660 492 Einwohner. Im gesamten 20. Jahrhundert wurden 1961 die meisten Bürger in Frankfurt gezählt: 683 081 am Tag der Volkszählung, dem 6. Juni 1961. Von da an nahm die Bevölkerungszahl stetig ab, bis sie 1984 auf einen Tiefststand von 612 061 sank, um von da an wieder zuzunehmen," schreibt HAß.
 
   
  • DW (2002): Schröders jüngste Schwester ist verärgert über Rot-Grün.
    Die allein Erziehende macht ihrem Bruder politische Vorwürfe,
    in: Welt v. 07.01.
    • Kommentar:
      "Alleinerziehende sind keine Singles" nennt sich die Aktion des VAMV. Vielleicht findet sich ja im Schröder-Clan auch noch ein Single, der kein Alleinerziehender sein möchte. Damit wäre der Clan-Pluralismus dann vollständig.
 
   
  • KEIL, Frank (2002): Land der Väter.
    Männermagazine: Am Kiosk tritt Paps gegen Papi! an,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.01.
    • Kommentar:
      Statt Männermagazine nun die Gattung Vätermagazine für den verunsicherten Mann. In der ZEIT vom 27.12 hat HENARD gerade diese Gattung vermisst.
                  Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 06.01. hat dazu den passenden Artikel geliefert: "Nur echte Kerle tragen Rock" von Julia SCHAAF.
                  Auch ansonsten bietet diese FAS etwas für Männer: Nostalgie ("Von der unschuldigen Liebe zum ersten Auto") oder einen alternativen Bericht für Bangkokreisende von Eckhart NICKEL und Christian KRACHT ("Der Schneider von Bangkok"). Sextouristen à la HOUELLEBECQ kommen dagegen nicht auf ihre Kosten.
 
   
  • OCHS, Birgit (2002): Platz ist in der kleinsten Hütte.
    Sie sind klein, passen in Baulücken und eignen sich als Wohnungen auf Zeit: Minihäuser. Beispiele aus Deutschland, Japan und Österreich zeigen, wie man kleinen Baugrund nutzen kann,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.01.
    • Kommentar:
      OCHS präsentiert mobile Minihäuser für mobile Menschen, so z.B. ein "'one-man house', dessen Quadratmeterpreis zwischen 2000 bis 2500 DM liegt, im Prinzip auch als vorübergehende Stadtwohnung für Singles denkbar" ist.
 
   
  • SCHERER, Sigrid (2002): ...bis daß die Kirche Euch scheidet.
    Ein evangelischer Pfarrer in Bayern erprobt Trennungsrituale für Ehepaare. Um ihnen die Chance zu geben, ein neues Leben zu beginnen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.01.
 
   
  • SCHNEPPEN, Anne (2002): Shoganai - es kommt, wie es kommt.
    Geldnöte und Arbeitslosigkeit sind in Japan eine Schande - mit der Zahl der Konkurse steigt die Selbstmordrate,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.01.
    • Kommentar:
      Das Gegenstück zum männlichen Selbstmörder mittleren Alters ist für SCHNEPPEN der weibliche Single:
                  "Auf Tokios teurer Omotesando entsteht schon wieder ein Palast des Überflusses. Die typische Kundin ist freilich nicht die Hausfrau, sondern vielmehr die junge Büroangestellte. Meist leben die noch - mit freier Kost und Logis - bei ihren Eltern. 'Single-Parasiten' nennt der Volksmund diese Frauen, die ihren ganzen Verdienst dem Vergnügungen widmen können."
 
   
  • SESSLEN, Georg (2002): Hinter deutschen Gardinen.
    Das Fernsehen taugt nicht als Geschichtsschreiber. Lieber zeigt es Gesichter und erzählt die Geschichten von Familien. Denn dem Medium fehlt der "weite Blick". Es kennt nur den Blick durchs Schlüsselloch.
    in: Tagesspiegel v. 06.01.
 
     
   
  • PIT (2002): "Singles existieren scheinbar gar nicht."
    Angebote gibt es meist nur für Junge oder Alte,
    in: Südkurier v. 05.01.
    • Kommentar:
      PIT stellt die berechtigte Frage danach wie Singles im ländlichen Raum leben. In den Medien steht der großstädtische Single im Mittelpunkt. Für Dörfer im Bodenseeraum nennt PIT folgende Daten:
                  "In Oberteuringen kommen auf eine Einwohnerzahl von 4100 über 400 Einpersonenhaushalte von Menschen zwischen 30 und 60 Jahren. In Illmensee sind es über 200 bei zirka 2000 Einwohnern und in Wilhelmsdorf gar über 600 bei etwa 5000 Einwohnern".
                  Es kommen drei Partnerlose im Alter von 45 - 50 Jahren zu Wort, die das fehlende Angebot jenseits der traditionellen Vereine kritisieren. Den Bürgermeistern der Gemeinden ist das Problem überhaupt nicht bewusst, d.h. Alleinstehende sind für die Politik kein Thema. Dies verwundert angesichts des Politikerfeindbilds Single nicht besonders!
 
   
  • WEISSE, Ina (2002): Ein Leben an fremden Tischen.
    Jahrzehntelang haben sie Kühe gemolken, mit der Sense gemäht. Jetzt könnten die alten Mägde und Knechte endlich das Schuften sein lassen. Doch im Dienstbotenheim im schweizerischen Koppigen melken und mähen sie einfach weiter. Letzte Zeugen einer untergehenden Welt.
    in: Tagesspiegel v. 05.01.
 
     
   
  • BUDE, Heinz (2002): Die normative Kraft des Physischen.
    Die Soziologie hat ausgedient. Sie taugt nicht mehr zur Erklärung des Gen- und Computerzeitalters. Fragen nach dem Anfang des Lebens und der Herkunft des Geistes können nur die Biowissenschaften beantworten,
    in: Tagesspiegel v. 05.01.
 
   
  • KOERNER, Swantje-Britt (2002): Zukunftsforscher Retzbach
    "Jetzt kommt die Hype(r)-Generation",
    in: FAZ.Net v. 04.01.
    • Kommentar:
      Der Trendforscher Roman RETZBACH nennt die 16-25jährige Hyper:
                  "Der Grund dafür ist, dass sie diese Hypes setzt. "Hype(r)" steht für "Fun" und "Free" und die Einstellung, dass die Spaßgesellschaft noch lange nicht am Ende ist und gerade jetzt, in Zeiten tiefster Verunsicherung, gelebt werden will."
                  Und auch die Lieblingsvokabel der Trendforscher fehlt nicht: Cocooning.
 
   
  • ROEDIG, Andrea (2002): Mein eigen Fleisch und Blut.
    Auslaufmodell Familie. Über den Streit zwischen kinderlosen Egoisten und selbstlos Gebärenden, die neue Romantik der ehelichen Gemeinschaft und das bombenfeste Modell der Paarbeziehung,
    in: Freitag Nr.2 v. 04.01.
    • Kommentar:
      "Wir rebellieren nicht gegen die Institution Familie, wir sind so ratlos wie sie selbst, wir ziehen nicht in die nächste Landkommune, wir konsultieren den Paartherapeuten. Bleib Single oder bilde ein Paar, das ist die Alternative, die sich stellt" behauptet ROEDIG als Teil eines Wer-auch-immer "Wir".
                  Die statistischen Daten, die ROEDIG liefert sind jedoch ungeeignet, um jene Singles von den Paaren zu unterscheiden. Diese Unschärfe verdankt sich Ulrich BECK, der zusammen mit Elisabeth BECK-GERNSHEIM das von ROEDIG erwähnte Buch "Das ganz normale Chaos der Liebe" verfasst hat.
                  "Die Debatte wird sich in absehbarer Zukunft noch verschärfen und es scheint, als neige sich die Waagschale der Argumente beträchtlich auf Seite eines neuen Familienglücks", prophezeit ROEDIG für die kommende Kontroverse Familien contra Singles.
 
   
  • STEINBERGER, Petra (2002): Auszeit.
    "Generation 9/11": Vom Leben und Sterben eines Begriffs,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.01.
    • Inhalt:
      STEINBERGER bezieht sich in ihrem Beitrag auf Barbara KANTROWITZ & Keith NAUGHTON, die in der Newsweek vom 12. November über die "Generation 9-11" berichtet haben.
                  Diese "Generation Y", wie sie von Douglas COUPLAND genannt wurde, soll durch die Terroranschläge zur neuen Ernsthaftigkeit bzw. zum Idealbild der Kommunitaristen konvertiert sein.
                  Wertkonservative wie David BROOKS, der im Jahr 2000 den "Bourgeois Bohemiens" mit seinem Buch "Bobos in Paradise" ein Denkmal gesetzt hat, haben eifrig an diesem neuen Bild der amerikanischen Jugend gebastelt.
                  STEINBERGER hat jedoch ihre Zweifel an dieser Kehrtwende. Aus diesem Grunde ist sie auch skeptisch gegenüber dem britischen Wirtschaftsmagazin Economist ("Singles and the City: The Bridget Jones Economy", 20.12.2001),
      das "gerade die '
      Bridget-Jones-Ökonomie' ausgerufen (hat); deren Erfolg beruhe auf der Bedürfnisbefriedigung der jungen Singles, welche große Städte bevölkern und kulturell wie wirtschaftlich so einflussreich seien wie nie zuvor."
 
   
  • KRAUSE, Tilman (2002): Vom Zaungast zum Star.
    Schluss mit dem Jugendwahn, fordert der Kanzler. Und eine Besinnung auf die Qualitäten der 50-Jährigen. Der Geduldigen, der Nachdenklichen, der Erprobten - kurz: der 78er-Generation
    in: Welt v. 04.01.
    • Kommentar:
      Man glaubt es kaum: Tilman KRAUSE lobt die Single-Generation!
                  Das Etikett "78er-Generation" hat zwar Reinhard MOHR erfunden, aber Matthias HORX hatte zuvor bereits das Bild der Single-Generation geprägt. Die Hymne von KRAUSE liest sich folgendermaßen:
                  "Die 78er, die erste wirklich antiautoritäre Generation in Deutschland, sind vor allem eines: die geborenen Mittler. Sie haben, auf der Schulbank und an den Universitäten, noch den 68ern zugehört (...), sich ihren eigenen Vers gemacht, in jener Haltung permanenter Reflexion, die ihnen den Ruf der Zögerlichkeit, des Zauderns einbrachte (...).
      Als die Protestkultur der siebziger, achtziger Jahre in den Neunzigern abgelöst wurde von jener Repräsentationskultur, die seit der Wiedervereinigung vor allem in Berlin von den neuen Reichen des Internet- und Baugeschäfts in Saus und Braus zelebriert wurde, waren es wiederum die 78er, die zur Mäßigung rieten.

                  Auch mit der Erschütterung der Spaßgesellschaft durch die Ereignisse vom 11. September kamen die 78er noch am besten zurecht. Ihre lange Lehrzeit, ihr Geübtsein im kritischen Beobachten hatte sie von jeher vor der Identifikation mit herrschenden Trends bewahrt. Darüber hinaus lief das ausgestellte Lustigsein ihrem Hang zur performativen Unauffälligkeit zuwider, und vor jenem Aufgehen im Konsumrausch, worin sich die seichte 'Generation Golf' so gefällt, bewahrt sie der Restbestand an 'kritischem Bewusstsein', das für den Post-68er nun einmal zum mentalen Gepäck dazugehört."
 
   
  • BUTTA, Carmen (2002): Die handgemachte Frau.
    Cindy Jackson wollte schön sein. Deshalb legte sie sich unters Messer, 38-mal. Jeder Eingriff steigerte ihr Glücksgefühl. Sie hat ihr Ideal erreicht, jetzt muss sie es vor dem Altern bewahren. Geschichte eines Kampfes wider die Natur
    in: Die ZEIT Nr.2 v. 03.01.
    • Inhalt:
      BUTTA schildert Lust und Frust von Cindy JACKSON:
                  "Obwohl sie längst das Paarungsideal erreicht hat, lebt Cindy Jackson allein mit zwei Katzen. Je schöner sie im Laufe der zwölf Jahre wurde, desto schneller zerbrachen ihre Lieben".
 
   
  • Thema: "Männer in Deutschland"

    • GEHLEN, Martin (2002): Mit dem Beruf verheiratet.
      Weniger Arbeiten und mehr Familienleben. Väter mit solchen Wünschen finden immer noch kaum Verständnis. In den meisten Firmen zählt nur der Beruf. Der Preis, den Männer dafür zahlen, ist hoch - und er wird höher.
      in: Tagesspiegel v. 03.01.
    • STOLLOWSKY, Christoph (2002): Windeln wechseln in der U-Bahn.
      Das Babyjahr: Ein Kick für das väterliche Selbstbewusstsein,
      in: Tagesspiegel v. 03.01.
    • GEHLEN, Martin (2002): "Emotionaler, aber nicht weicher".
      Warum sich heutige Männer nach den Erfahrungen des Familienpsychologen Marry nur wenig von ihren Vätern unterscheiden,
      in: Tagesspiegel v. 03.01.
 
     
   
  • GERSDORFF, Alexander von (2002): "In den Großstädten werden sich die Deutschen integrieren müssen".
    Der Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg warnt vor Hoffnungen auf eine Lösung der Wirtschaftsprobleme durch verstärkte Zuwanderung,
    in: Welt v. 02.01.
 
     
     
   
  • BRAUN, Walter (2002): Verlängerte Jugend.
    Junge Leute werden heute frühestens mit 35 erwachsen,
    in: Psychologie Heute, Januar
    • Kommentar:
      Walter BRAUN berichtet über das "Hotel Mama". BRAUN spricht von einer Tendenz, "dass Kinder immer länger zu Hause wohnen, sich versorgen lassen, keine Miete zahlen und auch bei der Hausarbeit nicht mithelfen. Kurz gesagt: sich weigern, für ihr Leben Verantwortung zu übernehmen und erwachsen zu werden."
                  Er zitiert die britischen Psychologen Stephen RICHARDSON und Helen HASTE, die für die späten "Reifeprozesse" die hohen Mietkosten bzw. lange Bildungswege verantwortlich machen.
                  Auch in Japan sind Nesthocker ein weit verbreitetes Phänomen. Dort werden die weiblichen Nesthocker von Professor Michiko Miyamoto, die an der Chiba Universität lehrt, als "parasitäre Singles" bezeichnet.
      In Deutschland gerät diese Gruppe aufgrund der Sozialstaatsoptik nicht in den Blickpunkt.
 
   
  • BRAUN, Walter (2002): Ich kaufe, also bin ich (etwas wert)
    in: Psychologie Heute, Januar
    • Kommentar:
      BRAUN zitiert den britischen Konsumpsychologen Paul BUCKLEY, für den demonstrativer Konsum Ausdruck von geringem Selbstwertgefühl ist.
                  Eine Studie im Auftrag des britischen Wirtschaftsministeriums hat die Ursachen steigender privater Zahlungsunfähigkeiten untersucht:
                  "Waren in den 60er Jahren Bankrotts ausschließlich Männern vorbehalten, machen Privatpleiten von Frauen heute bereits ein Viertel aller Fälle aus."
                  Angesichts der Tatsache, dass Ehefrauen in den 60er Jahren keine Verfügungsgewalt über Bankkonten hatten und auch die Berufstätigkeit weit geringer war, ist diese Entwicklung verständlich. Man muss sich deshalb wohl eher fragen, warum so viele Männer nicht mit Geld umgehen können. Darüber verliert BRAUN jedoch kein einziges Wort.
                  Nach einer Typologie von Schuldnerinnen werden 3 Gruppen unterschieden:
      1) "Junge Singles, die ihren beruflichen Erfolg durch Kleider und Luxusartikeln sichtbar machen."
      2) "Gelangweilte Hausfrauen" und
      3) "Frauen, deren Kinder das Haus verlassen haben."(Empty-Nest).
 
       
       
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 16.-31. Dezember 2001

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
    [ Suche ] [ Homepage ]  
   
 
   
© 2000-2007
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 23. Oktober 2011 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002