| |
|
[ News-Hauptseite ] [
Suche ] [
Homepage ]
|
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom 01.
- 15. Juli 2002
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
"Einer
meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der
freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der
Frankfurter Prinz-Redaktion.
Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht
beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie
wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst
da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(Katja Kullmann
in
"Generation
Ally", 2002) |
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- SCHMIDT,
Renate (2002): Ein Herz für Kinder - und
Mütter.
Die
stellvertretende SPD-Vorsitzende antwortet
auf Konrad Adam,
in: Welt 15.07.
|
|
| |
|
-
- BÜSCHER,
Wolfgang (2002): Katherinas Welt.
Geburtsort:
Luckenwalde. Familienstand: ledig, ein
Kind. Beruf: Chemikerin und
CDU-Bundestagsabgeordnete. Ein Besuch bei
Katherina Reiche und ihrem geliebten,
ironischen Großvater,
in: Welt 15.07.
- FACIUS,
Gernot (2002): Ein Bekenntnis zur Ehe,
aber kein Angriff auf Stoiber.
Das
"Wort zur Wahl" der
Bischofskonferenz soll erst Ende August
erscheinen. Schon jetzt schießen
Spekulationen ins Kraut, und führende
Kirchenvertreter positionieren sich,
in: Welt 15.07.
- LEERSCH,
Hans-Jürgen (2002): Das "C"
wird nicht gestrichen.
Deutsche
Milieus,
in: Welt 15.07.
- Inhalt:
Interview mit dem
CSU-Generalsekretär Thomas GOPPEL.
- HEINEN,
Guido (2002): Sich zum C bekennen.
Die
Union erweckt den fatalen Eindruck, als
laufe sie in der Familienpolitik
Rot-Grün hinterher. Das haben die
Bischöfe offen ausgesprochen,
in: Welt 15.07.
|
|
| |
|
- KOHLER, Georg
(2002): Ist Autorität unmöglich geworden?
Eine Aufforderung zum
Nachdenken über die Differenzierung von E- und
U-Kultur,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 15.07.
- Kommentar:
KOHLERs
Vorstellungen knüpfen nahtlos an die
Überlegungen von Paul
NOLTE (FAS vom 14.07.2002) zur
Rückkehr der Klassengesellschaft an.
KOHLER beschäftigt sich mit dem Aspekt
"Konsum von Kulturgütern":
"der
Affekt und Widerstand gegen die
Verachtung des massenhaft Erfolgreichen
ist heute so verbreitet, dass es nicht
länger nötig ist, diese
Geringschätzung zu kritisieren",
behauptet KOHLER und spricht stattdessen
lieber von der "Diktatur der
vielen".
Angesichts
der bildungsbürgerlichen Kanonbildung
ist eher vom Gegenteil auszugehen. Es
scheint auf alle Fälle Ewigkeiten her,
dass
Joachim
LOTTMANN in "Deutsche Einheit" schrieb:
"Vielleicht
hatte sich meine und Andy Warhols
Botschaft durchgesetzt, alle sollten
schreiben dürfen? Wirklich alle! So daß
der Unterschied zwischen Schriftsteller
und Mensch wegfiel und so weiter. Man
mußte den kleinen, wackeren Krauchern
Mut machen, indem man als eingeborener
Schriftsteller, von Gott gesandt und
geliebt wie sein einziger Sohn,
leibhaftig vor die Leute trat und ganz,
ganz schlecht schrieb, als könnte man es
gar nicht besser. Es wäre die Erlösung
... wer wußte das besser als Joseph
Beuys."
Und
hinzufügen ließe sich: Punk ist
inzwischen entweder
rückwärtsgewandt oder
nur noch
Retro!
|
|
| |
|
-
- SCHWILK,
Heimo (2002): Katholische Bischöfe
drohen Stoiber mit Hirtenbrief.
Der
Streit um die Berufung von Katherina
Reiche ins Kompetenzteam des
Unions-Kanzlerkandidaten spitzt sich zu.
Die Bischofskonferenz will beraten.
Meinungsforscher erwartet Unions-Verluste
bei Stammwählern,
in: Welt am Sonntag v. 14.07.
- VOWINKEL,
Heike (2002): Was kann eine Frau alles
gleichzeitig?
Die
perfekte Mutter soll Familie und Karriere
problemlos miteinander vereinbaren, so
wie Stoibers Vorzeigefrau Katherina
Reiche. Doch in der Realität ist das
fast unmöglich,
in: Welt am Sonntag v. 14.07.
|
|
| |
|
- MÖNCH,
Regina (2002): Alleinerziehung - ein Vorurteil.
Kinder, die nur von einem
Elternteil erzogen werden, haben es schulisch
schwerer. Heißt es. Die Pisa-Studie, das
Handorakel neuester Pädagogik, hat dafür keine
Belege,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 14.07.
|
|
| |
|
- NOLTE,
Paul (2002): Wieviel Zumutung braucht der Mensch?
Plädoyer
für eine neue bürgerliche Gesellschaft, für
Reformfreude und Machbarkeitsskepsis, kurz für:
Schwarz-Grün,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 14.07.
- Kommentar:
Der Historiker
Paul NOLTE formuliert
den Sozialabbau als Kernelement einer
neuen Klassengesellschaft, die ihm
vorschwebt. Dazu ist der "'Umbau'
von 'Denkweisen und
Sozialmentalitäten" notwendig, der
den "Abschied vom bequemen
Kollektivismus ebenso wie vom falsch
verstandenen Individualismus"
beinhaltet.
Sein
Gegenentwurf "lässt sich mit dem
Prinzip der Verantwortung beschreiben. Es
bedeutet Verantwortung für die eigenen
Lebensführung, die durch Reformen
gestärkt werden muss, im Arbeitsmarkt
oder in der Krankenversicherung ebenso
wie im Konsum von Lebensmitteln oder
Kulturgütern."
Den Kernbereich
sieht NOLTE im Prinzip der Verantwortung für Dritte:
"Familie und die verantwortliche
Kindererziehung, ob mit oder ohne Trauschein".
|
|
| |
|
- BUCHSTEINER,
Jochen (2002): Alles, was zählt,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
14.07.
- Kommentar:
Seit auch bei der
altehrwürdigen Frankfurter Allgemeine
Entlassungen anstehen, ist
Arbeitslosigkeit plötzlich auch für die
Eliten ein Thema:
"Nun
hat die Wirtschaftskrise auch das
Nervenzentrum der Gesellschaft erreicht,
die etablierte Mittelschicht: Ehrwürdige
Unternehmen (...) entlassen (...)
Mitarbeiter (...).
Besonders hart trifft es die
Berufsanfänger, die - deutscher
Betriebsratslogik entsprechend - am
einfachsten zu kündigen sind. Viele von
ihnen gelten als solche, die 'alles
richtig gemacht' haben: studiert an
ausländischen Eliteschulen, fließend
bewandert in mehreren Fremdsprachen,
leistungsbereit und oft auch noch begabt.
Menschlich wiegt ihr Schicksal nicht
schwerer als das eines entlassenen
Bauarbeiters bei Holzmann oder eines
gekündigten Paketausträgers bei der
Deutschen Post. Politisch aber bedeutet
der Betrug an den nachwachsenden Eliten
eine neue Dimension.
Wenn denjenigen, die dafür erzogen
wurden, Verantwortung in diesem Land zu
übernehmen, die Perspektive geraubt
wird, ist mehr als der 'soziale Frieden'
in Gefahr. Dann droht das Fundament des
Gemeinwesens zu bröckeln: der Bestand an
gemeinsamen Werten, der sich über alle
Generationswechsel hinweg erhalten hat -
allen voran das Vertrauen in die
Qualität des politisch-wirtschaftlichen
Systems."
Früher
hieß es "geboren, um zu
führen". Im FAZ-Neusprech heißt es
nun unverfänglicher "dafür
erzogen, Verantwortung zu
übernehmen". Verantwortung
übernehmen, das hieß in den letzten
Jahren oftmals Beschäftigte
wegzurationalisieren. Wenn aus
Rationalisierern selber
Wegrationalisierte werden, das hat u.a.
Georg M. OSWALD in seinem Roman
"Alles was zählt", den
BUCHSTEINER zitiert, beschrieben.
Als die New
Economy noch ein Thema war, da nannte man
die gut gebildeten Berufsanfänger
Yuppies.
Yuppies wurden
unter dem Sammelbegriff
"Single" bzw.
"Yetties" als
flexibel und arbeitswillig beschrieben.
Heutzutage
gelten Singles nicht mehr als
"Helden der Arbeit", sondern
als arbeitsunwillig, weshalb die HARTZ-Kommission
Vorschläge macht, wie man diese
immobilen Singles zu mehr Mobilität
zwingt:
"Die
Zumutbarkeit muss auch in Abhängigkeit
vom Familienstatus des Arbeitslosen
durchgesetzt werden (jungen,
alleinstehenden Arbeitslosen kann mehr
zugemutet werden als
Familienvätern)."
Im Arbeitslosen-Forum darf darüber
debattiert werden!
|
|
| |
|
Thema
Rentenkrise in der Schweiz
- Kommentar:
Das Rentensystem der
Schweiz gilt
Atomisierungstheoretikern wie z.B.
Jürgen
BORCHERT als
vorbildlich. In der Schweiz zeigen sich
gegenwärtig die Schwächen des Systems.
- RUTISHAUSER,
Arthur & Yves CARPY (2002): Renten in
Schieflage.
Steigt die
Rentenanstalt aus, bringt sie das
Vorsorge-System ins Wanken,
in: SonntagsZeitung
v. 14.07.
- HERTIG,
Dave & Roger MÜLLER (2002): Freier
Wettbewerb und Transparenz.
Wie die Vorsorge
künftig sichergestellt werden kann: Die
Forderungen der SonntagsZeitung,
in: SonntagsZeitung v. 14.07.
|
|
| |
|
- MÜLLER,
Felix E. (2002): Eine Generation kämpft gegen
den materiellen Abstieg.
Die Aussichten für die
scheinbar verwöhnten 68er sind mässig,
in: Neue Zürcher am
Sonntag v. 14.07.
- Kommentar:
"Heute verfügt
die Generation der über 80- jährigen
Schweizerinnen und Schweizer
beispielsweise über mehr Vermögen als
die Altersklasse der 40 bis
49-jährigen",
schreibt MÜLLER.
Damit bezieht sich MÜLLER datenmäßig
jedoch nicht auf die
68er-Generation, sondern
auf die
Single-Generation.
Dies steht
dann auch im Einklang mit den empirischen
Ergebnissen der
Berliner
Altersforscher um Martin KOHLI.
Für die
Zukunft sieht MÜLLER einen
Generationenkonflikt heraufziehen:
"die
gegenwärtige Diskussion um die zweite
Säule verrät keinerlei Anzeichen eines
«Generationenkriegs». Einzig die SVP
spielt mit den ihr nahestehenden
Seniorenparteien, die mit dem Klischee
der vom Schicksal benachteiligten
Aktivdienstgeneration operieren, auf
diesem Klavier. Die 68er entfalten wohl
so lange kein kollektives
Protestpotenzial, wie sie eine Chance
sehen, wenigstens individuell den
Aufstieg zu besseren Verhältnissen zu
schaffen. Die neuste wirtschaftliche
Abkühlung, die unverhältnismässig
rasch der langen Stagnation des letzten
Jahrzehntes gefolgt ist, könnte
allerdings vielen endgültig die Augen
dafür öffnen, dass die materiellen
Zukunftserwartungen für den Rest ihres
Lebens ausgesprochen limitiert
sind."
|
|
| |
|
- SCHÄUBLE,
Wolfgang (2002): Wir-Gesellschaft statt Ich AG,
in:
Tagesspiegel v. 14.07.
- Kommentar:
Das Wort zum Sonntag verkündet heute
Wolfgang SCHÄUBLE:
"Unsere
Probleme begründen sich nicht zuerst in
einem Mangel an materiellen
Möglichkeiten. Keine Generation hat wohl
jemals über größere verfügt. Und
dennoch haben wir zum Beispiel weniger
Kinder und größere Schwierigkeiten, sie
zu erziehen. Und trotz hoher
Sozialausgaben, die die
Leistungsfähigkeit der öffentlichen
Haushalte wie der Steuer- und
Beitragszahler zunehmend erschöpfen,
nehmen Armut und Entwurzelung in Teilen
der Gesellschaft zu. Deshalb muss
menschlicher Egoismus eingebunden
bleiben, in Regeln und in Verantwortung.
Nur so kann aus Wohlstand auch soziale
Gerechtigkeit werden und persönliche
Zufriedenheit am Ende auch."
|
|
| |
|
- KAMANN,
Matthias (2002): Loveparade statt Ruck.
Trotz
Krise ignorieren die Deutschen die Unkenrufe der
Kulturkritik - und tun recht daran,
in: Welt v. 13.07.
- Kommentar:
KAMANN lobt die
Spassgesellschaft, weil sie
eine Rückkehr zur Klassengesellschaft
ohne Klassenkämpfe garantiert:
"Deutschland
nimmt an einem beispiellosen und
großartigen Experiment teil. Versucht
wird, eine in kürzester Zeit
stattfindende Revolution - den Übergang
zur Informations- und
Dienstleistungsgesellschaft im
globalen Maßstab - zu bewältigen, ohne
dass es zu extremen sozialen Verwerfungen
oder gar Klassenkämpfen kommt."
|
|
| |
|
- FACIUS,
Gernot (2002): Kritik an Reiche auch aus den
evangelischen Kirchen.
Union
weiche von langjährigen
"Grundpositionen" ab. Ebenso kritisiert
Justizministerin Däubler-Gmelin: "Zu wenig
christlich geprägt",
in: Welt v. 12.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- EICHENBERGER,
Reiner (2002): Die Überalterung ist unser
Glück.
Die
«Alten» bringen die Gesellschaft voran
wenn man sie nur liesse. Ein Plädoyer für ein
Leben ohne verordneten Arbeitsschluss
in: Weltwoche Nr.28 v.
12.07.
|
|
| |
|
-
- ADAM,
Konrad (2002): Was christlich ist,
bestimmen wir.
Die
CDU ist eine Volkspartei wie jede andere,
und weil das Volk, zumindest im Osten,
nicht mehr christlich ist, will es die
CDU dort auch nicht sein,
in: Welt v. 11.07.
- GIERTH,
Matthias (2002): Familienpolitik.
Auf das Leitbild
kommt es an,
in: Rheinischer
Merkur Nr.28 v. 11.07.
|
|
| |
|
- MÜLLER,
Thomas & Albert STECK (2002): Übersicht
verloren.
Die
tiefere Rentenverzinsung bringt Bundesrat und
Versicherungen in Bedrängnis. Der Proteststurm
ist gewaltig,
in: Facts Nr.28 v. 11.07.
|
|
| |
|
- BILLERBECK,
Liane von (2002): Stoibers Mädchen und
Schröders Frau für Gedöns.
Gegen
Jugend- und Familienministerin Christine Bergmann
(SPD) schickt die Union Katherina Reiche ins
Rennen. Beide sind aus dem Osten - aber
grundverschieden. Beginn einer ZEIT-Serie über
Minister und ihre Herausforderer,
in: Die ZEIT Nr.29 v. 11.07.
|
|
| |
|
-
MAYER,
Susanne (2002): Und wer macht sauber? Mutti? Des
nachts?
In
Deutschland leben rund sechs Millionen Kinder
weniger als vor 30 Jahren. Trotz aller
Familienpolitik sieht die Lage so aus: Niedrige
Geburtenraten, hohe Armutsquoten in den Familien
und viele unerfüllte Wünsche nach Kindern.
Warum nur?
in: Die ZEIT Nr.29 v. 11.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- DIEDERICHSEN,
Diedrich (2002): Doconstructing Martin.
Wo
Unbewusstes war, soll Diskurs werden:
Dekonstruktion und Diskursanalyse stoßen bei uns
auf Widerstand. Dabei wären diese Verfahren bei
der gegenwärtigen Walser-Debatte hilfreich. Im
Kontext der aktuellen documenta offenbart sich
allerdings auch die Gefahr einer Kulturalisierung
von Politik
in: TAZ v. 10.07.
- Kommentar:
Anlässlich der
WALSER-Debatte
beschäftigt sich der
Poptheoretiker
DIEDERICHSEN mit der
politischen Korrektheit in Deutschland.
In der BOHRER-HABERMAS-Kontroverse um
Tabus verteidigt er HABERMAS gegen
BOHRER:
"Heutiges
Spießertum wird (...) daran kenntlich,
mit welcher Verve es auf erledigte
politische Gegner eindrischt, dies als
Tabubruch ausgibt und sich längst warm
um den Konsens gruppiert hat, dass
Eliten was
Feines, die
Familie
heilig und Lernen endlich
wieder anstrengend sein müsse. Sieht
denn der Mann seit 15 Jahren keine
Talkshows? Wer, wenn nicht der neuerdings
als Bildungstheoretiker auffällige,
nicht ganz unspießige Günther Jauch
wäre eine Verkörperung
zeitgenössischen deutschen Konsenses -
der eben von diesem über Bohrer bis zu
Harald Schmidt reicht."
Des
weiteren übt DIEDERICHSEN Kritik an der
"Kultur-Linken", die
Nancy
FRASER (USA) und
Jean-Claude
GUILLEBAUD
(Frankreich) bereits pointierter
vorgetragen haben:
"Eine
politische Arbeit im Dienste von
identitären Entwürfen, sei es die
minoritäre sexuelle Orientierung, sei es
die unterdrückte Ethnie, droht indes
immer zu kulturalisieren. Über die
kulturelle Zelebrierung der eigenen
Differenz und so gewonnenen Identität
kann die politische Natur des
bürgerrechtlichen und antihegemonialen
Anliegens aus dem Auge geraten".
|
|
| |
|
- HEINEN,
Guido (2002): Das Schweigen der Mutter Reiche.
Bei
Sabine Christiansens Familien-Runde wurde über
vieles geredet, aber nicht auf alles eine Antwort
gegeben,
in: Welt v. 09.07.
|
|
| |
|
- KNÖPFEL,
Ulrike (2002): Blick zurück auf den Zorn.
Ihr
Ziel war die Attacke auf Bürgergemüt und
Hippie-Seligkeit - 25 Jahre nachdem sich auch in
Deutschland junge Menschen mit Sicherheitsnadeln
die Wangen piercten, feiert eine Düsseldorfer
Schau die Rebellion der Punker als kreative
Explosion,
in: Spiegel
Nr.28 v. 08.07.
|
|
| |
|
- KRAUEL,
Torsten (2002): Die Ich-Gesellschaft,
in:
Welt v. 08.07.
- Kommentar:
KRAUEL möchte wie
Konrad ADAM den
Konflikt zwischen Jung und Alt in der
Gesellschaft forcieren. Sein Ideal ist
die Marktgesellschaft, in der die
Ungleichheit innerhalb der jungen
Generation genauso wenig ein Thema sein
soll wie innerhalb der älteren
Generation.
|
|
| |
|
- LACHMANN,
Günther (2002): Der neue Bürgersinn:
Deutschland entdeckt die Wir-Gesellschaft.
Das
Ehrenamt lehrt Solidarität. Arbeit für die
Armen, Schwachen und Kranken wird als sozialer
Kitt der Wohlstandsgesellschaft immer wichtiger,
in: Welt am Sonntag v.
07.07.
|
|
| |
|
- BEBBER,
Werner van (2002): Fischer und Reiche sind die
neuen Eltern.
Verheißungsvoll: Die
Bundespolitik feiert die Familie,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 07.07.
|
|
| |
|
- PAULUS,
Jochen (2002): Hurra, hurra, der Nachbar flennt.
Warum Sozialneid gut für
die Gesellschaft ist,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 07.07.
- Kommentar:
PAULUS berichtet
über spieltheoretische Erkenntnisse von Ökonomen:
"Vor allem die zu kurz Gekommenen
zielten auf die Neureichen. Sie ließen sich ihr
Gerechtigkeitsempfinden (...) etwas kosten, obwohl sie
dadurch ihr ohnehin schlecht gefülltes Konto belasteten."
Das Problem
dieser Art von Theorie ist, dass sie die
Mediengesellschaft ausblendet. Denn nicht
die tatsächliche, sondern bereits die
massenmedial behauptete Ungerechtigkeit
reicht. Journalisten wie
Konrad ADAM machen
sich diesen Mechanismus zunutze.
|
|
| |
|
- KIRCHHOF,
Paul (2002): Deutsche Selbstaufgabe.
Kinder sind Garanten für
die Zukunft von Freiheit, Rechtsstaat und
Wohlstand. Das haben wir vergessen,
in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung v. 07.07.
|
|
| |
|
NZZ-Zeitfragen
- HE
(2002): Jeweils modern,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.
- SCHMUGGE,
Susanne (2002): Bunt und widerständig.
Frauenpresse
zwischen marktgängigen Konventionen und
fröhlicher Subversion,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 06.07.
- Inhalt:
SCHMUGGE
prognostiziert das Ende der
klassischen Frauenzeitschrift:
"Der
gemeinsame Nenner 'Frau' ( oder
'Mann') überwiegt mitunter nicht
mehr das Trennende von sonst
völlig verschiedenen
Lebenswelten. Bildung und
Einkommen haben in dieser
Hinsicht einen wesentlich
einigenderen Charakter."
Die
Lebensstile von Frauen und
Männer des gleichen Milieus
unterscheiden sich damit weniger
als jener von Frauen
verschiedener Milieus.
Frauenzeitschriften sind
Zeitschriften für
Mittelschichten:
"Die
Fokussierung auf die schier
unerschöpflichen Möglichkeiten
des Einzelnen gleicht dabei der
eitlichen Nabelschau einer
privilegierten Elite."
- HORVATH,
Dora (2002): Weiblichkeit als Lebensziel
der Frau.
Das Frauenideal der
Nachkriegszeit in der
"Brigitte",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.07.
|
|
| |
|
-
MANGOLD,
Ijoma (2002): Wenn es zu groß wird, tut es weh.
Unmöglich zärtlich,
erfreulich grell: Bodo Kirchhoffs herrlicher
"Schundroman",
in: Süddeutsche Zeitung v.
06.07.
- Kommentar:
"Den Kitsch,
den wir schon immer erträumten, aber nie
danach zu verlangen wagten", hat
nach Meinung von MANGOLD jetzt Bodo
KIRCHHOFF mit dem
"Schundroman" geliefert.
Während
Jonathan
FRANZEN einen Groschenroman
im Gewand der Hochliteratur geschrieben
hat, hat KIRCHHOFF einen
hochliterarischen Trivialroman verfasst.
Popmoderne
pur...
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- GÜRTLER,
Detlef (2002): Alte Mütter, neue Männer.
Körper,
Sex, Markt (3): Heute brauchen besonders Frauen
immer länger, bis sie sich entschließen, Kinder
zu kriegen. Das kann zu einem Mehr an
Menschlichkeit beitragen,
in: TAZ v. 06.07.
- Inhalt:
Detlef GÜRTLER behauptet,
dass das steigende Erstgebäralter die
evolutionären Selektionskriterien
verändert, denn nicht mehr die
Partnerwahl, sondern die Vaterwahl steht
damit für Frauen im Mittelpunkt.
|
|
| |
|
- HILBERT,
Iris/LINNARTZ, Mareen/VORNBÄUMEN, Axel (2002):
"Baccara-Rosen, seit 34 Jahren".
Karin Stoiber über öffentliche
Küsse, private Entbehrungen und Geschenke zum
Hochzeitstag.
in: Frankfurter Rundschau
v. 06.07.
|
|
| |
|
- SCHLAG,
Beatrice (2002): Männer nach den besten Jahren.
Der
Geist ist noch willig, aber das Fleisch wird
schwach. Männer um die Fünfzig. Die Power
lässt nach im Beruf, die Potenz nimmt ab im
Bett, die Melancholie nimmt zu,
in: Weltwoche Nr.27 v.
05.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- TÄUBNER,
Mischa (2002): Vom Stamme Nimm und Gib.
In
lokalen Tauschringen verwirklichen Menschen ihre
Idee von einer gerechteren Wirtschaft. Die
Bewegung wächst,
in: Die ZEIT Nr.28 v. 04.07.
|
|
| |
|
- FINIS
(2002): Das Letzte,
in:
Die ZEIT Nr.28 v. 04.07.
|
|
| |
|
- PIEPGRAS, Ilka & Andrea
THILO (2002): Hausfrau und Mutter.
Welches
Frauenbild würde mit Karin Stoiber als First
Lady im Kanzleramt einziehen? Ein Gespräch mit
Mutter und Tochter über ihr Verhältnis
zueinander, über Haarfarben und Rocklängen,
Rebellion und unerfüllte Sehnsüchte,
in: Die ZEIT Nr.28 v.
04.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- TT (2002):
"Es ist erschreckend, was da
herausgearbeitet wurde".
Armutsbericht betont
besondere soziale Situation Gießens -
Sozialhilfequote übertrifft alles,
in: Gießener Anzeiger v.
04.07.
- Kommentar:
Der Armutsbericht
der Stadt Gießen offenbart, dass
Kinderlose und Singles nicht mit Yuppies
gleichgesetzt werden können:
"oberhalb
des Sozialhilfeniveaus leben viele
Gießener in Armutsnähe. Dies drückt
sich laut Silke Mardorf auch in der Zahl
der Wohngeldempfänger aus:
Hauptbetroffen sind hierbei vor allem
Singlehaushalte, Kinderlose und
Erwerbstätige sowie Rentner."
|
|
| |
|
- AP (2002):
Medizin macht Deutsche älter.
Kölner Untersuchung:
Lebenserwartung steigert sich ständig,
in: Saarbrücker Zeitung v.
04.07.
- Inhalt:
Das Seminar für
Wirtschafts- und Sozialstatistik der
Universität Köln hat eine
Modellrechnung erstellt, die im Gegensatz
zum Statistischen Bundesamt in Wiesbaden
eine höhere Lebenserwartung für die
Deutschen ergeben hat.
|
|
| |
|
-
- BAHNERS,
Patrick (2002): Die Braut, die sich was
traut.
Edmund Stoibers
Grundsatzentscheidung für Katherina
Reiche,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 04.07.
- Inhalt:
BAHNERS
vertritt die Alte Mitte und damit
die Gegner von REICHE:
"Wie soll die Wünschbarkeit
der auf die Ehe gegründeten Familie von einer Mutter
repräsentiert werden, der die 'feste Beziehung' zum
Vater ihrer Kinder genug ist?"
Nach
Meinung von BAHNERS muss eine Familienexpertin das
Familienideal und nicht die Familienrealität
verkörpern:
"Die
Kompetenz in Stoibers Team ist
eine symbolische Größe. Frau
Reiche ist jung, östlich,
Naturwissenschaftlerin. Wenn
alles Persönliche zum Argument
wird, dann kann nicht
ausgerechnet der Zivilstand die
Privatsache sein, die er
rechtlich ohnehin nicht ist. In
der Familienpolitik geht es nun
einmal um private Umstände,
deren Gestaltung öffentliches
Interesse ist. Auf die 'Basis des
christlichen Menschenbildes'
stellt sich die Union im
'Regierungsprogramm'. Sie
verpflichtet sich nicht auf das
Apostolische Glaubensbekenntnis.
Gleichwohl würde sie zum
Beauftragten für Kirchenfragen
kein Mitglied machen, das sich
als Christ versteht, aber keiner
Konfession angehören
möchte."
- HÖLL,
Susanne (2002): Reiche ist nun doch
Familienexpertin Stoibers,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.07.
- DAUSEND,
Peter (2002): Katherina Reiche
überraschte alle - nur Stoiber nicht.
Doch volle
Familienkompetenz für Brandenburgerin,
in: Welt v. 04.07.
- GRAW,
Ansgar (2002): Wo Familie ist.
Stoiber hat
Katherina Reiche in sein Kompetenzteam
geholt und die Mutter ohne Trauschein mit
dem Thema Familie betraut,
in: Welt v. 04.07.
- TAZ-Thema:
Katherina Reiche und ihre Berufung in
Stoibers Schattenkabinett.
Seit
gestern ist Katherina Reiche Mitglied im
Team des Unionskandidaten. Der profitiert
nun von ihrem Image als junge,
erfolgreiche Ostdeutsche. Und weil er die
unverheiratete Mutter trotz Kritik zur
Familienexpertin machte, hat er gleich
noch seine Ankunft im 21. Jahrhundert
signalisiert
in: TAZ v. 04.07.
- VORNBÄUMEN,
Axel (2002): Per Machtwort knapp der
Klischeefalle entwischt.
Stoiber beruft
Reiche - Mutter, unverheiratet - nun doch
ohne Abstriche als Familienexpertin,
in: Frankfurter
Rundschau v. 04.07.
- KRÖTER,
Thomas (2002): Katherina und die
Machtfrage.
Im Kampf um die
"Familienministerin" in
Stoibers Kompetenzteam standen die
Kernkompetenzen des Kandidaten: sein
Image als moderner Kandidat der Mitte und
seine Führungskraft,
in: Frankfurter
Rundschau v. 04.07.
- VON
STOSCH, Simone (2002): Mädchen mit
Macht.
Der Fall Katherina
Reiche ist noch nicht ausgestanden,
in: Tagesspiegel v.
04.07.
|
|
| |
|
- BERHORST,
Ralf (2002): Soziale Kohorte.
Wildwuchs eines Begriffs:
Generation-Tagung in Berlin,
in: Süddeutsche Zeitung v.
04.07.
|
|
| |
|
- ALTMEYER,
Martin (2002): Ego und Alter ego.
Narzissmus im Subtext der
neuesten Literaturdebatte,
in: Frankfurter Rundschau
v. 03.07.
- Inhalt:
Martin
ALTMEYER betrachtet
den Literaturbetrieb als symbiotisches
Verhältnis von Schriftsteller und
Kritiker. Als Beispiele dienen ihm John
UPDIKE ("Bech in Bedrängnis"),
Martin
WALSER und
Bodo
KIRCHHOFF:
"Im
Sog der medialen Skandalisierung verkauft
sich
Schundroman glänzend.
Die Erstauflagen sind bereits vergriffen
(...). Alle sind verletzt, keiner ist
gestorben; auf dem zeitgenössischen
Markt der Eitelkeiten ist offenbar für
viele Platz. Die Wunden am Selbst
gezeigt, die Aufmerksamkeit des Publikums
geweckt, das geheime Ziel der
Inszenierung erreicht: Im unbewussten
Zusammenspiel von Ego und Alter Ego ist
der gemeinsame Ruhm gemehrt und wieder
ein Stück Unsterblichkeit erworben
worden. Videor ergo sum - die
narzisstische Kollusion hat
funktioniert."
|
|
| |
|
Debatte
um Katherina REICHE (CDU)
- LEVINE,
Tom (2002): Die Unverheiratete.
Katherina
Reiche ist 28 Jahre alt, Mutter und aus
dem Osten. Sie ist die Neue in Stoibers
Kompetenzteam - obwohl sie da eigentlich
nicht reinpasst
in: Berliner
Zeitung v. 03.07.
- MENG,
Richard & Axel VORNBÄUMEN (2002):
Die "Ayatollahs" der CDU lassen
die SPD frohlocken.
Konservative Vorbehalte
gegen die unverheiratete Abgeordnete
Katherina Reiche bieten eine schöne
Angriffsfläche
in: Frankfurter
Rundschau v. 03.07.
- MONATH,
Hans (2002): Der Sowohl-als-auch-Mann.
Stoibers
Kompetenzteam zeigt: Der Kandidat drückt
sich vor Eindeutigkeiten,
in: Tagesspiegel v.
03.07.
- OESTREICH,
Heide (2002): Die Noltisierung der Frau
Reiche,
in: TAZ v. 03.07.
- HÖLL,
Susanne (2002): Familienbild von anno
dunnemals.
Im Streit um das
"Kompetenzteam"-Mitglied
Katherina Reiche dekuvriert sich die
Union,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 03.07.
- DETTLING,
Warnfried (2002): Dribbelt sich die Union
ins Abseits?
Die Wende im
Wahlkampf hat Namen: Peter Hartz und
Katherina Reiche,
in: Welt v. 03.07.
- WEIMER,
Wolfram (2002): Reiche und Hartz.
Konter bleiben
stecken, weil sei als taktische Manöver
vom Publikum durchschaut werden,
in: Welt v. 03.07.
- GRAW,
Ansgar/LEERSCH, Hans-Jürgen/STURM,
Daniel Friedrich (2002): Familienbande.
Heute
wird Katherina Reiche als Mitglied im
Kompetenzteam vorgestellt, zuständig
für Frauen, Jugend und - etwas - Familie
in: Welt v. 03.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- RATH,
Christian (2002): "Kein Anreiz zur
Scheidung".
Vor
25 Jahren erhielt Deutschland ein neues
Scheidungsrecht. Die feministische
Rechtsprofessorin Marianne Breithaupt zur Frage,
was hat es für Frauen gebracht?,
in: TAZ v. 02.07.
- HÖGE,
Helmut (2002): Die Dotcoms gingen am
Scheidungsrecht zugrunde!
Chill-out
im Bobo-Bezirk,
in: TAZ v. 02.07.
- Inhalt:
HÖGE berichtet
über einen
Kinder-Boom im Szene-Bezirk
und bringt dies in Zusammenhang mit einer
geplanten Reform des Scheidungsrechts und
den Zusammenbruch der New Economy:
"Der
Einzelhandel in Prenzlauer Berg hat sich
bereits auf (...) Techno- und
Tattoo-Mütter eingestellt: Überall
machen Läden mit
Secondhand-Kinderklamotten auf und die
Kreativ-Galerien richten Spielecken ein.
Selbst die Partymanager sind alarmiert
und denken über neue Angebote -
'Kid-Events' 'Mother-Daughter-Kisses via
Camera' etc. - nach.
Gleichzeitig klagen immer mehr
Partyveranstalter und Location-Manager
über Besucherschwund - der allzu
aufwändig aufgemotzte Veranstaltungsort
Kulturbrauerei musste bereits Konkurs
anmelden. Die meisten Freizeit-Urbanisten
gehen jedoch davon aus, dass die jungen
Ehefrauen schon in wenigen Jahren wieder
solo ausfliegen - nachts.
Dem möchte das deutsche Scheidungsrecht
derzeit zuvorkommen! Bisher war man im
Familienministerium fast feministisch
eher auf materielle und soziale
Gleichstellung der Frauen bei Sorgerecht
und Unterhaltspflicht nach der Trennung
aus. (...). Nun schlug jedoch bei den
entscheidenden Ministerien der Widerstand
der neuen Gutverdiener männiglich durch.
Und so ist auch hier bereits die Rede von
einer 'Mattusek-Rente'. Gemeint ist damit
ein Verdachtsausgleich bei solchen
Fällen, in denen die junge Frau sich mit
einem Kind nach der Scheidung finanziell
weitaus besser stellt als bei staatlicher
Mindestalimentierung. Bis dahin wurde
eher umgekehrt die Unterstützung für
allein erziehende Mütter regelmäßig
angehoben. Dies ermunterte dann wiederum
die noch-fast-frisch-verheirateten
Geschäftsführer der E-Commerce-Firmen
und des E-Designs, gleich reihenweise
Konkurs anzumelden, um sich so
rechtzeitig und gänzlich vorm
Ehegattensplitting zu drücken."
Auch
Jochen-Martin GUTSCH hat sich in der
Berliner
Zeitung vom Wochenende mit dem
Kinderboom befasst:
"Ich
habe gelesen, dass Prenzlauer Berg der
kinderreichste Bezirk in Ostdeutschland
ist. Vielleicht habe ich es auch im
Fernsehen gesehen, oder irgendjemand hat
es mir nur erzählt, und es ist gar nicht
wahr, aber ich habe nicht daran
gezweifelt. Es überraschte mich nicht.
Wahrscheinlich gibt es bereits mehr
Kinderwagen als Autos in meiner Straße.
Wer die Gegend um den Helmholtzplatz
kennt, weiß, was das heißt."
|
|
| |
|
-
KELLER,
Harald (2002): War da was?
Sie
werden uns nicht fehlen. Ein tränenfreier
Nachruf aus der Provinz auf die "Berliner
Seiten" der FAZ,
in: TAZ v. 02.07.
- Kommentar:
Die Neue Mitte -
speziell die
Generation
Golf (Florian ILLIES) - hält
sich für den Nabel der Welt. Dagegen
wendet sich KELLER:
"Wo
keine Bedeutung besteht, muss welche
aufgeschäumt werden, nicht zuletzt, um
die eigene Anwesenheit zu rechtfertigen.
So wurden pure Nichtigkeiten zur
Verhandlungssache der Feuilletons und
bekamen allein deshalb popkulturelle
Bedeutung zugesprochen, weil sie in
Berlin stattfanden. (...). Ansonsten
schreibt die zugereiste Blase über
ihresgleichen, nimmt das eigene
beschränkte Milieu fürs Ganze und maßt
sich an, auf diesem Wege Restdeutschland
mit verbindlichen Verhaltensregeln zu
versorgen."
Thierry
CHERVEL sieht im PERLENTAUCHER
(29.06.2002) gar das
Ende der Berliner Seiten als Konsequenz
eines
gesellschaftlichen
Wandels, der nun die
Printmedien erreicht:
"Das Ende der Berliner Seiten der
FAZ ist ein Einschnitt in der Geschichte
des deutschen Journalismus. Es markiert
zugleich das Ende jener Popironie, die
die deutschen Medien in den neunziger
Jahren prägte und die möglicherweise
schon das Symptom jener Krise war, die
nun ausbricht."
Nach CHERVEL gilt das auch
für die ZEIT und die SÜDDEUTSCHE:
"Hier
herrscht die Atmosphäre der siebziger
Jahre, eine unerschütterliche
existenzielle Sicherheit, die die Medien
- wie sie es der Politik vorwerfen - von
den Realitäten des Landes längst
entfernte." Das Dilemma der
Generation Golf beschreibt er
folgendermaßen:
"Die jetzige Leitungs-Generation
erbte in einem Moment der Dynamik und
Expansion und konnte sich weitaus
größere Frechheiten erlauben. Die
Generation Golf erbt in einem Moment des
Niedergangs, und ihr fällt die
unmögliche Aufgabe zu, auf Geheiß der
Leitungsetagen die Oberfläche
aufzurauhen, ohne sie anzukratzen. Wir
leben in Zeiten, wo es sehr viel schwerer
ist als seinerzeit, noch Aufnahme in die
bestehenden und so alternativlos
wirkenden Institutionen der
Bundesrepublik zu finden. Die Popironie
ist die Ironie derjenigen, die es gerade
noch hinein geschafft haben und sich nun
mit der - trügerischen - Perspektive des
Fortkommens innerhalb der Hierarchien des
Systems befassen müssen."
CHERVEL
verkündet nichts anderes als das
Ende der
Spassgesellschaft und eine
Neue Ernsthaftigkeit:
"Bei
ernsten Anlässen soll man schweigen. Das
ist Ironie des ironisierten
Schicksalsmotivs: Wenn es ernst wird,
fehlt dieser Generation die Form."
Die Rede
von Generationen geht aber
möglicherweise völlig am Problem
vorbei. In
"Irres
Wetter" hat
Kathrin
RÖGGLA - altersmäßig
Angehörige der gescholtenen Generation
Golf - bereits im Jahr 2000 das Schicksal
der Berliner Seiten vorweggenommen und
das Ende der Medienhypes vorausgesehen.
Die Neue Mitte kann man als Szene
beschreiben, die nach den Prinzipien In
und Out dem Fortgang der Geschichte
unterliegt:
"ja,
sabine, das ausrufen von generationen,
das ausrufen, ausufern der
gleichaltrigkeit kann mitunter zu
problemen führen, denn immer
gleichaltriger muß heute alles werden,
immer gleichaltriger sind wir miteinander
bekannt. gerade sie hat da stets den
vogel abschießen müssen, doch gerechnet
hat sie damit nicht: szenen haben nicht
nur was gleichaltriges, szenen sind auch
immer innerhalb. dann und wann kommt es
zu ausschlußlisten: peng! hat es wieder
eine erwischt, das war sabine, und jetzt
ist es nichts."
Oder auf
den Punkt gebracht: "die fetten
jahre sind vorüber, kein hahn kräht
mehr nach dieser Stadt."
|
|
| |
|
- LEITSCHUH-FECHT,
Heike (2002): Ein guter Nachbar fährt keinen
Porsche.
Freiburg zeigt mit dem neu
gebauten Stadtteil Vauban, wie das Wohnen in der
Zukunft aussehen könnte,
in: Frankfurter Rundschau
v. 02.07.
- Inhalt:
LEITSCHUH-FECHT
berichtet über ein Freiburger
Modellprojekt, das vor allem von jungen
Neue-Mitte-Familien getragen wird:
"Kaum Autos, viel Ökologie und eine
stabile soziale Gemeinschaft, das sind die wichtigsten
Ziele." Egoistische Individualisten sind hier unerwünscht.
|
|
| |
|
- MOSES, Dirk
(2002): Das Pathos der Nüchternheit.
Die Rolle der
45er-Generation im Prozess der Liberalisierung
der Bundesrepublik
in: Frankfurter Rundschau
v. 02.07.
- Inhalt:
Im Mittelpunkt von
MOSES' Essay steht die 45er-Generation
(z.B.
Martin
WALSER und
Günter
GRASS), die von Helmut
SCHELSKY als
"skeptische
Generation" und von
Heinz BUDE als
"Flakhelfer-Generation" bezeichnet
worden ist.
Er hebt
deren Verdienste für eine
"Verwestlichung" der alten
Bundesländer hervor und erklärt den
Generationenkonflikt zwischen den 45ern
und den 68ern aus den "Erfahrungen
von Weimar".
MOSES
rechtfertigt außerdem die
"Integration der
Täter-Generation" durch die 45er
als notwendig, um die
"bundesrepublikanische Gesellschaft
funktionsfähig zu machen".
|
|
| |
|
Debatte
um Katherina REICHE (CDU)
- ENSMINGER,
Petra (2002): Die Benennung der
CDU-Abgeordneten Katherina Reiche.
Gespräch mit
Heiner Geißler, CDU-Politiker,
in: Interview am
Morgen. Sendung des DeutschlandRadio v.
02.07.
- BIRNBAUM,
Robert (2002): Trau keiner ohne
Trauschein.
Union streitet
um Katherina Reiches Kompetenz für
Familie,
in: Tagesspiegel v.
02.07.
- DAUSEND,
Peter (2002): Katherina Reiche und das C.
Eine
28-jährige, evangelische, ostdeutsche,
unverheiratete Mutter, die zwar keinen
Hochzeits-, dafür aber schon den zweiten
Geburtstermin vorweisen kann
in: Welt v. 02.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- WEBER,
Lilo (2002): Für und Wider die Götter.
Derwische,
Tea Dance, Techno: Die verschiedenen
Tanzszenen einer Stadt erzählen, weshalb
die Menschen seit Urzeiten tanzen - und
was sie damit alles in Bewegung gesetzt
haben,
in: NZZ Folio,
Nr.7, Juli
- Inhalt:
Lilo WEBER
geht der Frage nach, warum
Menschen tanzen. Aber der Tanz
erzählt auch etwas über die
jeweiligen
Geschlechterverhältnisse:
"Der
Charleston führte die Paare
zurück in die Reihe, im
Lindy-Hop, später im Rock'n'Roll
trennen sie sich kurz, bleiben
aber klar ein Paar. Doch 1960
singt Chubby Checker «The
Twist», und mit dem
Händchenhalten ist Schluss. In
der Folge ist Freestyle angesagt,
in jeder Beziehung: keine festen
Schrittfolgen, keine feste
Paarung mehr, kein Führen, kein
Geführtwerden - keine Regeln
eben. 1968 zeichnet sich ab, jene
Rebellion, welche die
Verhältnisse der Geschlechter
und die Beziehung der Menschen zu
Autoritäten und Institutionen
grundlegend verändern wird.
Disco-Solo hat sich gehalten, hat
die Wiesenfeste der Hippies
ebenso überlebt wie die
Disco-Flaute der Siebziger und
die Pogo-Anfälle der Punks und
ist, uniformer geworden, auch an
die
Parties der Techno-fans
geladen."
- TREICHLER,
Hans Peter (2002): Vom Ballsaal zur
Hölle.
Der
Walzer sei das Vorspiel zum «sündigen
Werk der Nacht», warnten Sittenwächter
im 19. Jahrhundert. Als später aus den
«Kaschemmen der Neuen Welt alle
Augenblicke ein neuer Niggertanz
auftauchte», sehnten sie sich nach dem
Dreiviertel-Gewirbel zurück,
in: NZZ Folio,
Nr.7, Juli
- HELLER,
Andreas (2002): Kesse Sohlen.
Wenn
im Tanzpavillon des Hotels Luitpold
Damenwahl angesagt ist, schlägt die
Stunde der Wahrheit. In Bad Wörishofen
ist Stolpern beim Quickstep nicht erlaubt
- auch mit über 70 nicht,
in: NZZ Folio,
Nr.7, Juli
- MÜLLER,
Tobi (2002): Wenn die Nacht es gut mit
mir meint.
Ein narzisstischer
Pakt auf Zeit: Die Lust des Ravers,
in: NZZ Folio,
Nr.7, Juli
- ZEHNDER,
Raphael (2002): Der House-Mann.
Platte für Platte
zur Klimax: Wie ein DJ die Leute zum
Tanzen bringt,
in: NZZ Folio,
Nr.7, Juli
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 15. - 30. Juni 2002
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|