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News vom 01. -
15. Juli 2003
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NECKEL, Sighard (2003): Kampf um Zugehörigkeit.
Die Macht der Klassifikation in den inoffiziellen Sphären der
Lebenswelt - ein oft übersehender Ungleichheitsfaktor,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.07.
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- ROSENFELD, Dagmar (2003): Land ohne Leute.
Auf einer Wiese stehen rostige Pfosten, hier war mal ein
Fußballplatz. Jetzt brauchen sie keinen mehr, der Nachwuchs fehlt. In
Mecklenburg-Vorpommern entvölkern sich Städte und Dörfer. In 50 Jahren
ist es in ganz Deutschland so, sagen Experten. Ein Blick in die
Zukunft,
in: Tagesspiegel v. 15.07.
- Kommentar:
Mit dem Konstrukt "demografischer Wandel" hat
sich die Politik elegant aus der Verantwortung geschlichen!
War
früher ein Land ohne Leute ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein
Land seine Leute nicht ernähren konnte - strukturschwaches Gebiet
hieß so etwas einmal - , so wird heute einfach die Argumentation
umgekehrt.
Das
Problem der Arbeitslosigkeit wird umgedeutet in das Problem des
Geburtenrückgangs.
In
seinem Buch "Vorbild
Deutschland" deckt der Wirtschaftsjournalist Detlef GÜRTLER
diesen Betrug auf. Dort wo die Menschen solche Arbeit finden, die
eine Familie standesgemäß ernährt, dort wächst auch die Bevölkerung.
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LÖHR, Sandra (2003): Krise schlägt Krise.
Zwei Bücher erinnern an jene gar nicht so ferne Zeit, in der junge
und erfolgreiche Menschen sich plötzlich mit einem Übel wie der
Quarterlife Crisis konfrontiert sahen,
in: TAZ v. 15.07.
- Kommentar:
Nachdem Florian ILLIES in seinem neuen Buch "Generation
Golf zwei" den Begriff "Quarterlife
Crisis" verwendet hat, darf nun Sandra LÖHR die US- und die
deutsche Variante des Phänomens anhand zweier bereits seit längerem
erschienenen Bücher zum Thema auch den TAZ-Lesern vorstellen.
ILLIES
schreibt dazu: "Endlich wurde ein Name für jene Ratlosigkeit
gefunden, die nicht durch zu viele, sondern durch zu wenige
Widerstände entsteht, für jene Erschöpfung, die einen beschleicht,
weil man nicht weiß, wofür man eigentlich kämpfen soll".
Mit
dieser Definition des Quarterlife-Problems betont ILLIES nicht das
Luxusproblem der Optionsvielfalt, sondern beklagt die antiautoritäre
bzw. liberale Erziehung der Eltern.
Sandra
LÖHR atmet angesichts der Wirtschaftskrise auf, denn das
Phänomen Quarterlife-Crisis wird dadurch für sie zu einem Problem
der Vergangenheit:
"Endlich
müssen wir uns nicht mehr den Kopf über unsere Karrieremöglichkeiten
zerbrechen. Jetzt, wo alles wieder vorbei ist und New Economy und
Spaßgesellschaft tot sind, kann man sich einfach wieder, wie damals
unsere Eltern auch, um die ökonomische Zukunft sorgen und ganz in
Ruhe erwachsen werden."
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- AMEND, Christoph &
Stephan LEBERT (2003):
"Meine eigene Wirklichkeit geht niemanden etwas an".
Er ist der Erfinder der verwöhnten Generation Golf. Doch die Zeiten
sind härter geworden. Und auch er polarisiert mehr den je. Wer ist
Florian Illies?,
in: Tagesspiegel v. 13.07.
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WEWER, Antje & Anne PETERSEN (2003): Ja, ich will!
Vorbei die Zeiten, als junge Leute verweigerten und rebellierten.
Bürgerlichkeit wird neu erfunden. Alte Konzepte werden modernisiert.
Und siehe da: Es funktioniert,
in: Welt am Sonntag v. 13.07.
- Kommentar:
Bei Antje WEWER &
Anne PETERSEN werden die
neuen (Wirtschafts-)Bürgerbewegungen
zu Volksbewegungen umgedeutet und Florian ILLIES gar zum Vordenker
der
neuen Bürgerlichkeit
hochstilisiert:
"Die
neuen Volksbewegungen kommen aus dem bürgerlichen Milieu. Insgesamt
25 Initiativen wie der »BürgerKonvent« oder die gemeinnützige
Stiftung »Klarheit in der Politik« folgen derzeit Arnulf Barings Ruf
»Auf die Barrikaden!« und mahnen die Reformunfähigkeit der Deutschen
an, posaunen »Deutschland ist besser als jetzt« oder »Wir mischen
uns ein«.
Einmischung predigt auch Florian Illies, Vordenker der neuen
Bürgerlichkeit. Im jüngst erschienen zweiten Teil seines Bestsellers
»Generation Golf« rätselt er, warum angesichts leerer Rentenkassen
der Protest seiner Generation ausbleibt. Als Feindbild dienen Illies
die 68er, die sich zwar eingemischt haben, aber nun »die
konservativsten Besitzstandwahrer der Nation« geworden sind. Ihre
antibürgerlichen Klischees sind nun moralischer Besitzstand des
Kleinbürgers geworden.
Das durch die Nazis weitgehend ausgerottete Bürgertum wurde durch
die 68er weiter denunziert - und exakt jene Tendenz aufzuhalten und
umzudrehen, ist eine historische Mission. Das Bürgertum findet in
der augenblicklichen Umgründungsphase der Bundesrepublik zu ihren
revolutionären Wurzeln zurück."
Zu
viel Ehre für elitäre Besitzstandwahrer!
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WINKLER, Willi (2003): Wir Angestellten.
Geistig obdachlos, fremdbestimmt, bald wegrationalisiert - ein
zeitgemäßes Sittenbild,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.07.
- Kommentar:
Single-dasein.de hat im Mai anhand der
Romanfigur Abschaffel von Wilhelm GENAZINO
Singles und ihre Ängste
behandelt, nun greift Willi WINKLER das Thema auf, legt jedoch den
Schwerpunkt nicht auf das Single-Sein, sondern auf das
Angestellten-Dasein:
"Wilhelm
Genazinos Held, der Angestellte Abschaffel, hat keinen Vornamen
und diesen lächerlichen Zunamen, der sein weiteres Schicksal
ankündigt. Er wird abgebaut werden, irgendwann wird er
wegrationalisiert, ausgesteuert, eingespart, gefeuert, vom
Stellenplan genommen, sozialverträglich entsorgt, ein – und tschüß!
– Arbeitsloser mehr. Dreißig ist Abschaffel, dann 31, lebt allein,
arbeitet seit zwölf, dreizehn Jahren in einer Spedition, überprüft
Frachtbriefe, schäkert mit den Kolleginnen, rivalisiert ein bisschen
mit den Kollegen und beschäftigt sich, um nicht ganz an der Welt,
also an sich zu verzweifeln, mit der Beobachtung von allem. In
seiner Freizeit wenigstens will er den Bohemien zelebrieren, aber er
bleibt, was er ist: »Angestellter und Alleinwohner«.
Der Single war 1977 noch nicht erfunden, doch lebt ihn Abschaffel
bereits mustergültig vor: hektisches Einkaufen nach Feierabend,
bescheidene Vergnügungsgelüste über den Rand des eigenen Körpers
hinaus, häufig wechselnde, flüchtige Geschlechtskontakte, ein
berufstypisch eher voyeuristisches als tätiges Dasein, also eine
unendlich sinnlose Existenz."
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- WINKLER, Thomas (2003): Verweigerung zu
verkaufen.
"Wir sind Helden" machen die Repolitisierung der Popmusik vor, und
erkennen, dass es nur eine Marktlücke ist,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.07.
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BUCH, Hans-Christoph (2003): Big Sister.
Die Literatur ist weiblicher geworden. Hat ihr das genützt oder
geschadet,
in: Welt v. 12.07.
- Kommentar:
Die Welt lässt den 68er BUCH gegen das von
Frank SCHIRRMACHER diagnostizierte Matriarchat im Kulturbetrieb
wettern:
"Die
Verdrängung des auf Härte und Aggressivität beruhenden männlichen
Über-Ichs durch weibliche Werte wie Konsens und Kompromiss ist auch
im Kulturbetrieb zu beobachten. Das von
Judith Hermann personifizierte »Fräulein-Wunder« der deutschen
Literatur ist hierfür nur ein Symptom", erklärt BUCH und wertet
Frauenliteratur generell als "Wohlfühlliteratur" ab.
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- ERLER, Gisela (2003):
Ein
Herz und eine Seele.
Sind Sie glücklich? Dann leigt das vielleicht daran, dass Sie eine
Familie gegründet haben. Klingt spießig? Im Gegenteil, meint die
Familienforscherin Gisela Erler: Die Kleinfamilie ist ungeheuer
modern,
in: SZ-Magazin. Beilage der Süddeutsche Zeitung v. 11.07.
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- BRAUCK, Markus (2003):
Gott
lacht.
Popkultur: Florian Illies, Chronist der "Generation Golf", trifft
auf Harald Schmidt,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.07.
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- REICHE, Katherina (2003): Von Kindern hängt
alles ab.
Familienpolitik. Max Wingen warnt eindrücklich vor den Folgen des
Geburtenrückgangs,
in: Rheinischer Merkur Nr.28 v. 10.07.
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KNIPPHALS, Dirk (2003): Gegen die Wand gefahren.
Die Heiapopeia-Jugend probt die Selbstkritik: Florian Illies
schreibt eine Fortsetzung seines Bestsellers "Generation Golf" und
entdeckt angesichts der Rezession, etwas verspätet, das melancholische
Bewusstsein. Ein Trendsetter will er nie gewesen sein,
in: TAZ v. 09.07.
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- ZAIMOGLU, Feridun (2003): Frust schieben Mut
proben.
Drei Jahre nach seinem Bestseller "Generation Golf" legt der
Berliner Journalist Florian Illies nun eine Fortsetzung vor.
"Generation Golf zwei" beschreibt Deutschlands Dreißigjährige,
ernüchtert von Brösencrash, 11. September und Irak-Krieg. Private
Schmollfibel oder Zeit-Dokument? Eine Kontroverse zur "GG zwei",
in: Tagesspiegel v. 09.07.
- AMEND, Christoph (2003): Mut proben,
in: Tagesspiegel v. 09.07.
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ZYLKA, Jenni (2003): Fernsehserien, gruselig.
Während sie das Kind kriegt, geht der Olle Schampus trinken - in
den schönen neuen Babyshows,
in: TAZ v. 08.07.
- Inhalt:
Jenni ZYLKA mokiert sich über die mangelnde Repräsentativität der
neuen TV-Gebärwilligen:
"Gibt
es nicht heutzutage eine Menge Frauen über 30, die den Blagensegen
aus guten Gründen relativ weit nach hinten verschoben haben? Gibt es
weiterhin nicht auch immer mehr »Mia hat zwei Mamas bzw.
Papas«-Bücher? Im Privatfernsehen-Paralleluniversum kommt das alles
nicht vor. Da wird allenfalls mit spitzem Mündchen mal das Wort
»Lebenspartner« genuschelt, ansonsten kriegen entweder blutjunge
Pärchen das erste Kind oder gestandenen Familien flutscht gelassen
das dritte heraus."
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STG (2003): Briten, Frauen und die Bewusstseinsindustrie.
Anders als in Deutschland kommen Chefinnen im englischen
Mediengeschäft tatsächlich langsam voran,
in: TAZ v. 08.07.
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MOHR, Reinhard u.a. (2003): Nobel statt Nabel.
In den Zeiten der Krise, des Pisa-Schocks und um sich greifender
Verlotterung ist eine neue Bürgerlichkeit gefragt. Das Einhalten von
Regeln, das Leben mit althergebrachten Tugenden und Ritualen wird
wichtiger,
in: Spiegel Nr.28 v. 07.07.
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- GORRIS, Lothar & Wolfgang HÖBEL (2003):
"Jetzt kommt der Realismus".
Florian Illies über die Irrfahrten und wirtschaftlichen Crashs der
heute Um-die-30-Jährigen, Routenplaner für den Weg aus der Krise und
sein Buch "Generation Golf zwei",
in: Spiegel Nr.28 v. 07.07.
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- SCHMIDBAUER, Wolfgang (2003): Ich.
Eine neue Literatur entsteht - ihr Thema: das eigene Ego. Was
gefällt uns so an diesen Büchern?,
in: Tagesspiegel v. 06.07.
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LOTTMANN, Joachim (2003): Nichts als die Wahrheit.
Ob Goethe, Goetz oder Biller: Literatur ist am besten, wenn sie nah
an der Wirklichkeit ist. Wenn sie aus Liebe entsteht oder aus Wut im
Bauch. Ein Plädoyer für Maxim Billers verbotenen Roman "Esra",
in: TAZ v. 05.07.
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KREKELER, Elmar (2003): Wir waren's nicht, Helmut ist's gewesen.
Vor drei Jahren ging's ihr noch gut. Jetzt ist die Generation Golf
in die Krise geraten. Und Florian Illies, der sie erfand, erzählt in
"Generation Golf II", wie es ihr geht. Wie bisher und gar nicht
schlecht. Eigentlich. Eine Inspektion,
in: Welt v. 05.07.
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- ROLL, Evelyn (2003): Majestät
müssen gar nichts.
Wie die Schriftstellerin Literaturkritiker ärgert, einen
kränkelnden Markt ankurbelt und vor allem eines schaff - Menschen zum
Lesen zu bringen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.07.
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WINKLER, Thomas (2003): "Wir sind nicht allein".
Müssen nur wollen: Judith Holofernes und Pola Roy spielen in der
richtigen Band zur richtigen Zeit, Wir Sind Helden aus Berlin. Ein
Gespräch über Konsumverzicht als Verkaufsschlager, Ende der
Spaßgesellschaft und kontrollierten Imagetransfer,
in: TAZ v. 04.07.
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FLASSBECK, Heiner (2003): Forschen ohne Verstand.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung meint: Je kürzer
Arbeitslose unterstützt werden, je schneller finden sie einen Job.
Doch das ist wissenschaftlich verbrämter Unfug,
in: TAZ v. 03.07.
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- ULRICH, Bernd (2003): Vertreibung aus dem
Paradies.
Noch einmal will die Regierung mit neuen Schulden gute Laune
machen. Eigentlich müsste die Botschaft lauten: Alle müssen sich
einschränken - denn die Wende zum Weniger hat auch Vorteile,
in: ZEIT Nr. 28 v. 03.07.
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- BERG, Michael (2003): Lern mich kennen -
aber schnell!
Speeddating nun auch in Frankfurt: 18 Frauen treffen 18 Männer für
jeweils drei Minuten. Plaudern und Flirten bis zum Gong - nur die
Adresse ist tabu,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.07.
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ADAM, Konrad (2003): Konvente haben Konjunktur.
Bürger kämpfen gegen den Reformstau - Aber jeder marschiert allein,
in: Welt v. 02.07.
- Inhalt:
Singlefeind und MIEGEL-Freund ADAM referiert über die
Kontroverse innerhalb der neuen Bürgerbewegung, die sich nicht auf
ein gemeinsames Vorgehen einigen kann.
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HECHT, Heinrich (2003): Trockenrosette.
Frank Schirrmacher und das Geschlecht,
in: junge welt v. 02.07.
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- SCHIRRMACHER, Frank (2003): Männerdämmerung.
Wer uns denkt: Frauen übernehmen die Bewußtseinsindustrie,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.07.
- Kommentar:
Frank SCHIRRMACHER diagnostiziert den Zerfall der
Gesellschaft, der mit der Übernahme der Bewußtseinsindustrie durch
Frauen bereits im Gange ist. Sein Gewährsmann dafür ist der
Anthropologe Arnold GEHLEN:
"Die
Patriarchen verdämmern, und die Nachfrage nach ihnen sinkt. Frauen
übernehmen die Vermittlung und sogar die Macht in einer zerfallenden
Gesellschaft.
»Kleine zivilisierte Völker«, so hat Arnold Gehlen eines vorhergesagt,
»oder solche, denen alle Knochen zerschlagen sind, streben der Deckung
zu, sie neigen zu Versicherungen, Krankenscheinen, zu sexuellen
Libertisinismen und moralischen Vorträgen an die Außenwelt. Aber
gerade diese Atmosphäre kommt den innersten Bedürfnissen des Weibes
entgegen«."
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DETTLING, Daniel (2003): Sie wollen es nicht mehr besser haben.
Allzu passiv fügen sich die 30-Jährigen in ihr Schicksal als
betrogene Generation,
in: Welt v. 01.07.
- Kommentar:
"Warum steigt die nächste Generation jetzt nicht auf
die Barrikaden, wie es die neue bürgerliche Protestbewegung um die
Meinhard Miegels und Arnulf Barings vormacht? Warum sammeln sich die
30-Jährigen nicht und gründen ebenfalls eine »Reformpartei«?
Stattdessen überlassen sie das Aufbegehren einigen konservativen
68ern. Aber auch von diesen geht keine wirkliche Reformbegeisterung
aus. Sie hatten seit den siebziger Jahren genug Zeit für eine neue
Politik gehabt und sie nicht genutzt",
grenzt sich
DETTLING junior nun
deutlicher auch gegen jene 68er ab, die ihm ideologisch eigentlich
nahe stehen. Offenbar ist nun eine neue Zuspitzung angesagt.
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- SCHRÖDER, Jens (2003): Neid.
Das Gefühl im Hinterhalt,
in: GEO, Juli
- REHLÄNDER, Jens (2003): Psychologie: Warum
Menschen neidisch sind.
Gibt es bestimmte Persönlichkeiten, die für Neid anfälliger sind
als andere?,
- in: GEO, Juli
- REHLÄNDER, Jens (2003): Psychologie: Wie
man sich selbst vom Neid befreit.
Neid vergiftet Lebensglück und Selbstbewusstsein. Doch es gibt
Wege, die aus der Sackgasse führen,
in: GEO, Juli
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- SCHINDHELM, Michael (2003): Generationen
ohne Eigenschaften.
Sie sind in den besten Jahren, sie müßten jetzt dran sein an den
Schalthebeln der Gesellschaft, aber es scheint ihnen an Sendungs- und
Machtbewußtsein zu fehlen. Die Kinder des Kalten Krieges irrlichtern
noch immer umher,
in: Das Magazin, Juli
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- BRAUN, Walter (2003): Die
Bohnenstangenfamilie.
Seit Menschengedenken hatte die Altersstruktur der Gesellschaft die
Form einer Pyramide - viele Kinder an der Basis, wenige alte Menschen
an der Spitze. Nun müssen zum ersten Mal in der Geschichte vier, wenn
nicht gar fünf Generationen miteinander auskommen,
in: Psychologie Heute, Juli
- Kommentar:
BRAUN stellt Sarah HARPER, Direktorin des Oxford
Insitute of Ageing vor, die das Buch "The Family in Ageing Societies"
herausgegeben hat.
HARPER
geht es im Gegensatz zu den üblichen sozialmoralischen
Verurteilungen einer alternden Gesellschaft um die Veränderungen,
die durch die neue Langlebigkeit beeinflusst werden.
Während neoliberale
Sozialstaatskritiker von Jürgen BORCHERT bis Konrad ADAM die
niedrige Geburtenrate als Ausdruck eines familienunfreundlichen
Sozialstaats interpretieren, sieht HARPER die Geburtenrate im
Zusammenhang mit der neuen Langlebigkeit.
So
führt Langlebigkeit zu einer "Verlängerung der einzelnen
Lebensphasen". Wie sich die Langlebigkeit jedoch genau auf das
Fortpflanzungsverhalten auswirkt, das lässt sich dem Artikel nicht
entnehmen.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 21. - 30. Juni 2003
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