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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 04. Juli 2006

 
 
     
 
 

Zitat des Monats:

"Anfang Juni 1986, erschien »The Marriage Crunch« (»Die Heiratskrise«). Das angesehene US-Nachrichtenmagazin (Anm.: Newsweek) behauptete unter Berufung auf eine neue Studie: »Weiße Frauen mit College-Ausbildung, die in der Mitte der 50er-Jahre geboren wurden und die mit 30 noch Single sind, haben nur eine 20-prozentige Chance auf Verheiratung ... 40-Jährige werden eher von einem Terroristen getötet: Sie haben eine winzige Chance von 2,6 Prozent, den Bund fürs Leben zu schließen.«
(...). Genau 20 Jahre später distanzierte sich »Newsweek« jetzt in einer neuen Coverstory nicht nur von dem Satz, sondern auch von den damaligen Zahlen. Mit einem gewissen Stolz stellt man aber fest: »Der Vergleich schlug feste Wurzeln in der Popkultur und wird immer noch routinemäßig in Fernsehshows und Nachrichtenbeiträgen zitiert.« Das gilt nicht nur für die USA - auch hierzulande fand die kesse These Eingang in Presseartikel und Partygespräche."
(Frank Gerbert im Focus Nr.24 vom 12.06.2006)

   
   
 
 
  • TAZ-Berlinserie: Prekäre Leben

    • APIN, Nina (2006): "Diskutieren wir lieber die Klassenfrage".
      taz-Serie "Prekäre Leben" (Teil 4): Inzwischen gilt es schon als schick, prekarisiert zu leben, sagt Christiane Rösinger, Sängerin von Britta. Die Band singt über die schwierigen Lebensverhältnisse von Künstlern - und verarbeitet auch eigene Erfahrungen,
      in: TAZ Berlin v. 04.07.
      • Inhalt:
        Christiane RÖSINGER kritisiert die Debatte um die "urbanen Penner" und benennt die Ungleichheiten innerhalb der Gruppe der Prekarisierten:

                  
         "Auf der neuen Britta-Platte »Das schöne Leben« stellt Ihre Band die Frage: »Ist das noch Boheme oder schon die neue Unterschicht?« Wo verläuft denn die Grenze zur Armut?
                  
         Solange man sich den Latte Macchiato noch leisten kann und abends den Sekt auf Eis, kann man nicht von wirklicher Armut sprechen. Doch durch die Finanzknappheit verschieben sich allmählich Grenzen, auch von persönlichen Beziehungen: Man fährt nicht mehr in Urlaub, man trennt sich von Freunden, die wesentlich mehr Geld haben. Eigentlich können auch Beziehungen zwischen Armen und Reichen nicht funktionieren.
                  
         Das klingt jetzt aber schwer nach Klassenkampf.
                  
         Wenn Akademiker und Kinder aus Mittelschichtsfamilien den Lebensstil ihrer Eltern nicht mehr erreichen können, ist das ein Mittelschichtsproblem. Das ist nicht vergleichbar mit einer Hartz-IV-Familie, die kein Geld hat für Schulausflüge der Kinder. Die »Generation Praktikum« wird irgendwann ihren Platz in der Gesellschaft finden. Schon durch ihre Bildung stehen ihnen viel mehr Chancen offen als einer Textilarbeiterin."
    • APIN, Nina & Felix LEE (2006): Prekäre Arbeit.
      Kleines Glossar,
      in: TAZ Berlin v. 04.07.
 
 
  • SPIDER (2006): Morgen werde ich mich dafür hassen,
    in: Berliner Zeitung v. 03.07
    • Inhalt:
      SPIDER schreibt uns aus der Zukunft:

                
       "Es hatte mit dem Kölner Wirtschaftswissenschaftler Johann Eekhoff begonnen, der 2006 gefordert hatte, die Rentenansprüche für Kinderlose zu kürzen. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis schlug das vor. Am Anfang waren alle entrüstet, aber es war wie mit den Studiengebühren, so wie mit dem maschinenlesbaren Personalausweis und den Kombilöhnen. Ein paar Jahre später war es bereits eine Tatsache, und die Kürzungen sind mittlerweile auch vollzogen. Die Gerichte beschäftigen sich im Akkord mit Vaterschaftsklagen, weil immer wieder Männer versuchen, ihre Vaterschaft für irgend welche Kinder anerkennen zu lassen, oft sogar für wildfremde.
      Manche schreckten selbst vor Kindesraub nicht zurück.
      "
 
  • TAZ-Brennpunkt: Das neue Elterngeld auf dem Prüfstand.
    Das Elterngeld ist heute Thema einer Expertenanhörung im Bundestag. Ein "Systemwechsel" hat damit gerade erst begonnen. Denn das alte Mutterbild sitzt fest - in Strukturen und Köpfen: Es fehlt an Kita-Plätzen und an Müttern, die ihr Kind nach einem Jahr "weggeben" wollen

 
 
 
  • STAUN, Harald (2006): Und nächstes Jahr den Nobelpreis!
    In Klagenfurt haben sie schon gewonnen: Wie eine Gruppe aus dem Internet den Literaturbetrieb unterwandert,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.07.
    • Inhalt:
      Die Kontroverse zwischen Gnostikern und Empathikern, die sich zuerst an der Literaturgeschichte "Lichtjahre" von Volker WEIDERMANN entzündet hat, geht weiter.

                
       Im Mittelpunkt der aktuellen Runde steht die Bachmannpreisträgerin Kathrin PASSIG:
                
       "Jana Hensel etwa warf Kathrin Passig in der Online-Ausgabe der »Zeit« vor, sie habe keine »Autorenstimme« und tat ihren Text als »Schreibkurs-Arbeit« und „intellektuelle Spielerei“ ab. Hensels Kritik ist exemplarisch für die Forderung nach literarischer Wahrhaftigkeit, die Passig gnadenlos torpediert. Mit der Authentizitätspose eines Clemens Meyer etwa hat Passigs Text nicht viel zu tun, es ist ein abgeklärter und zurückhaltender, vor allem aber ist es ein kalkulierter Text."
                
       STAUN wirkt mit seinem Artikel an dem Generation Golf-Mythos vom Netzwerk Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) mit.
                
       Die Agentur gründeten Holm FRIEBE und Kathrin PASSIG im Jahr 2001. Zur Agentur gehört auch der Schriftsteller Wolfgang HERRNDORF.  Die Funktion dieses Netzwerkes schildert STAUN folgendermaßen:
                
       "Sie ist nur der Schutzschild, hinter (und an) dem eine neue Generation von Autoren arbeitet. Auch sie ist nur eine Tarnung.
                
       Vermutlich können die einzelnen Mitarbeiter schon lange nicht mehr über sie lachen. Und trotzdem fühlen sie sich sehr gut aufgehoben in einer Gemeinschaft, die man heute so gerne Netzwerk nennt, einer flexiblen Gruppe von Autoren und Kreativen, von Halb- und Wahl- und Gesinnungsberlinern, die vielleicht am ehesten das teilen, was man früher bei Suhrkamp und heute bei KiWi eine Kultur nennt: eine gemeinsame Haltung, einen gemeinsamen Stil - oder zumindest die Aversion gegen überholte Schreibweisen, gegen das, was Mitarbeiter Philipp Albers ganz einfach »Erlebnisschrott« nennt."
 
  • DEGENS, Marc (2006): Laufmasche im Netz.
    Grimme-Preis, Bachmann-Preis, Weltherrschaft: Die Zentrale Intelligenz Agentur ist die Kaderschmiede der Off-Kultur,
    in: Tagesspiegel v. 02.07.
    • Inhalt:
      Marc DEGENS erzählt seine Version der Zentrale Intelligenz Agentur-Story:

                
       "Der ZIA-Geschäftsführer war Fanzinemacher, betrieb ein winziges Label und übersetzt amerikanische Slacker-Literatur, zu den fünf weiteren Gründern gehören eine Internetkolumnistin und Übersetzerin, zwei Kulturwissenschaftler, ein Grafikdesigner und ein Journalist und Volkswirt. Anfänglich konnte man das Sextett aus Dreißigjährigen leicht mit den von Mercedes Bunz so genannten »Urbanen Pennern« verwechseln: Hierbei handelt es sich um hervorragend ausgebildete Hochschulabsolventen, die, meist alimentiert von den Eltern, rund um die Uhr in Berlins Vorzeigevierteln in leeren Ladenlokalen sitzen und sich laut der Berliner Bohemeband »Britta« bis zum Hals mit Arbeit, die es gar nicht gibt, eindecken. Zwar traf man die ZIA-Leute häufig in der Nähe der Kastanienallee, doch Büroräume besaßen sie keine(...).
                
       Der Weltherrschaft entscheidend näher gekommen ist die ZIA schließlich dank zweier Phänomene. Im Juli 2003 veranstaltete man im Kurvenstar »Die letzte lange Nacht der Popliteratur« zu Ehren Joachim Lottmanns und an diesem Abend erstrahlte zum ersten Mal der Stern des Supatopcheckerbunnys am Berliner Bühnenhimmel. Der kurze Lesungsauftritt begeisterte so nachhaltig, dass (...) einmal im Monat im NBI die von der ZIA realisierten »Berlin Bunny Lectures« (stattfanden). Die unterhaltsame, ebenso kluge wie ironische Themenshow wurde ein Publikumsmagnet und die beiden Bunnies Kultfiguren des kulturellen Off. Die ZIA konnte ihren ersten großen Erfolg verbuchen, auch weil das geschickt gesponnene Netzwerk sich bewährte: In Tageszeitungen interviewten sie einander, bewarben und besprachen die Veranstalter ihre eigenen Attraktionen, die Einladung von Gastexperten führte zu Aufwertung und Ausweitung des eigenen Mitarbeiterpools.
                
       Der zweite wichtige Schritt zur Erlangung der Weltherrschaft war die Inbetriebnahme des Weblogs »Riesenmaschine« im Juni 2005. Der aus dem Umfeld der ZIA hervorgegangene, täglich aktualisierte Blog hat sich der Ästhetik des Alltags und der Technik- und Warenwelt verschrieben. Aufgrund der originellen, äußerst witzigen Beiträge von handverlesenen Autoren wurde »Riesenmaschine« zu einem der beliebtesten Weblogs der Republik und erhielt in diesem Jahr verdientermaßen den angesehenen Grimme-Online-Award. Auch wenn es noch schwer ist, aus einer Internetseite mit rund zehntausend Besuchern pro Tag unmittelbar Gewinn zu schlagen, lohnt sich der Betrieb insbesondere für die beteiligten Autoren: Die Bekanntheit wird gefördert und die Seite kann als Werbeplattform für eigene Veranstaltungen und Bücher genutzt werden.
                
       Letzte Woche nahm ZIA-Gründerin Kathrin Passig mit ihrem dem Vernehmen nach ersten literarischen Text beim Ingeborg-Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt teil und gewann den Hauptpreis. (...). Dass Kathrin Passig nebenbei auch noch den per Onlineabstimmung ermittelten Kelag-Publikumspreis gewann, was zwei Jahre vor ihr auch Wolfgang Herrndorf gelang, ist angesichts der großen Internet-Community in ihrem Rücken wenig überraschend. Und schon drängt sich die Frage auf, die auch Musikmanager umtreibt, nachdem immer mehr Bands ihrer Karriere im Internet den ersten Schub geben, ob die Schriftsteller-Stars des elektronischen Zeitalters von den Online-Gesellschaften auserkoren werden. (...).
                
       Auch an dem Aufstieg von Holm Friebes Bruder Jens zum deutschsprachigen Popstar und Kritikerliebling war die ZIA übrigens nicht unbeteiligt."
 
  • WALTER, Franz (2006): Die Union zerbröselt.
    Franz Walter ist Deutschlands bekanntester Parteienforscher. Er sieht die Christdemokraten in der Krise, weil ihnen der ideologische Kitt fehlt, die Mitte zu einigen,
    in: Welt am Sonntag v. 02.07.
 
  • PHILLIPS, Caroline (2006): Wanted: Would-be father to co-parent a child.
    Pretty, soulful. happy and healthy woman, 41, (single and heterosexual), would like to meet a man prepared to father a child and to have a role in the child's life. London based. Terms of relationaship to be negotiated. How does a single woman, longing for a child, go about starting a family? Here, in an extraordinary and intimate appeal, Jennie Withers reveals her unorthodox solution,
    in: The Oversver Magazine v. 02.07.
 
  • WALTER, Franz (2006): Mythen für die Oberstufe.
    Was haben die 68er eigentlich hervorgebracht? Guido Westerwelle, ein paar Hochschulpräsidenten und eine allgemeine Gleichgültigkeit,
    in: TAZ v. 01.07.
    • Inhalt:
      Der Politikwissenschaftler Franz WALTER, ein Angehöriger der Single-Generation, klärt sein Verhältnis zu den 68ern:

                
       "Wegen meiner zotteligen Haare und dauerpubertären T-Shirts gelte ich als »68er«. Immer wieder erhalte ich auf meine publizistischen Meinungsäußerungen wütende Briefe, und ganz regelmäßig werde ich darin als der ewige »68er« geschmäht. Da ich selbst - wie sagt man - mitunter kräftig austeile, bin ich gerne bereit einzustecken.
                
       Doch der 68er-Vorwurf trifft mich irgendwie ziemlich hart. Erstens war ich in jenem berüchtigten Jahr gerade einmal 12 Jahre alt und interessierte mich ausschließlich für Fußball. Politik reizte mich überhaupt nicht - erst recht galt dies für die studentischen Roten Garden. Zweitens wohnte ich auch in den Jahren danach nie in einer Kommune, rauchte nie einen Joint, schwärmte nie für »Grateful Dead«, sondern blieb stattdessen über drei Jahrzehnte stets treu und grundsolide an der Seite der immergleichen Frau.
                
       Schon aufgrund solcher Spießigkeiten und einer zutiefst proletarischen Herkunft habe ich die »68er«-Zeit meines postadoleszenten Lebens nicht sonderlich gemocht, ja mehr noch: regelrecht verachtet. Als umso bitterer empfinde ich es daher, ausgerechnet dieser Truppe gehätschelter Zöglinge der Bourgeoisie zugerechnet zu werden.
                
       Dabei konnte ich deren merkwürdige Mischung aus selbstgerechtem Moralismus und bräsigem Zynismus niemals ausstehen. Ich wundere mich auch heute noch über ihre intellektuelle Hochnäsigkeit, obwohl sie nicht einen einzigen klugen Theoretiker von Rang hervorgebracht haben; ihre wichtigsten Stichwortgeber gehörten allesamt der Generation zuvor an.
                
       Ich finde es grotesk, wie die 68er sich alle fünf, zumindest jedenfalls alle zehn Jahre selbst feiern und dabei am eigenen, wenngleich reichlich verwelkten Mythos berauschen, aber in all den Jahren nicht einmal eine einigermaßen lesbare Geschichte ihrer gerne beweihräucherten Revolte zustande bekommen haben.
                
       Gleichwohl, sie haben es geschafft: Mit Ausnahme einiger verbiesterter Konservativer glaubt inzwischen eigentlich jeder halbwegs liberale Mensch dieser Republik, dass erst nach 1968 das aufgeklärte und tolerante Zeitalter der Bonner Demokratie nach dem schlimmen autoritären Muff und Mief einer kleinbürgerlichen Adenauer-Ära begonnen habe."
 
  • BÖNT, Ralf (2006): Nur die Liebe bleibt.
    Überlegungen zum Zustand der Gefühle, angesichts von Religionshype, Hasspredigern wie Houellebecq und betäubenden Kondomen - nebst der Frage, warum der Sex trotz Aufklärung noch immer eine schwache Stelle ist,
    in: TAZ v. 01.07.
    • Inhalt:
      Der Schriftsteller Ralf BÖNT beschäftigt sich mit der Angst des Mannes vor dem Eros in der Männerliteratur von Max FRISCH ("Homo Faber") bis zu Michel HOUELLEBECQ ("Ausweitung der Kampfzone"). Sein Resümee:

                
       "derzeit mangelt es vor allem an richtigen Kerlen, die sich als liebende Wesen verstehen könnten, und die Moderne, sie schwächelt eben mal wieder. Deshalb klingt die Soziologin Dagmar Herzog so überzeugend, wenn sie erneutes Unbehagen in der Kultur diagnostiziert und feststellt, was heute wieder viel eher Realität ist: Make war, not love."
 
  • SCHMID, Hans Bernhard (2006): Sein vor Sinn.
    Vor hundert Jahren wurde der Soziologe René König geboren,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.07.
 
  • WENZEL, Uwe Justus (2006): Die ärgerliche Tatsache der Gesellschaft.
    Ralf Dahrendorfs "Homo Sociologicus" im Rückblick,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.07.
 
  • EMOTION-Titelgeschichte: Familie heute.
    Die große Herausforderung

    • Inhalt:
      Der Wandel der Familie wird von Gebriela HERPELL & Doris KUHN anhand von 5 Familienporträts linear erzählt als Entwicklung von der Großfamilie (30er Jahre) über die konservative Kleinfamilie (50er Jahre), die alternative Familie (70er Jahre), die Patchworkfamilie (80er Jahre) bis hin zur Ein-Kind-Familie des Jahres 2006.
    • RÜHLE, Alex (2006): "Viele Männer sind lieber große Jungen als junge Väter".
      Doch das ist kein Wunder. Denn die Vorstellung ist nicht gerade verlockend: Familie gründen, Haushalt aufbauen, Rentenvorsorge, Karriere - und das alles gleichzeitig,
      in: emotion, Juli
      • Inhalt:
        Alex RÜHLE schreibt nicht über Normalos, sondern über die Elite, die über den Luxus der vielen Optionen jammert und die Qual der Wahl hat.

                  
         In dieser Yuppie-Welt haben sich Kinderlose und Eltern nichts mehr zu sagen, was, was man bereits bei Norbert BOLZ nachlesen konnte.
                  
         RÜHLE schneidet ansonsten nochmals das an, was er bereits im Mai-SZ-Artikel ausführte, mixt trendigen Franz-Xaver KAUFMANN und Philip LONGMAN dazu, um mit einer Ode an die Elternschaft zu enden.
    • PFEIFER, David (2006): "Die biologische Uhr tickt auch für Männer".
      Männer haben die gleichen Probleme wie Frauen. Die Lösung für beide: Man sollte einfach seinem Wunsch folgen, Kinder bekommen und die Konsequenzen trage,
      in: emotion, Juli
    • EMOTION (2006): "Die Politik zwingen, Konzepte vorzulegen".
      Kinder und Karriere - beides wünschen sich junge Männer ebenso wie junge Frauen. Einzig das starre System drängt sie wieder in die klassische Rollenverteilung, meint Wassilios Fthenakis,
      in: emotion, Juli
    • LINNARTZ, Mareen (2006): "Wir brauchen ein Ministerium für Männer".
      Die Frauen sind doppelt belastet, die Männer arbeiten so viel wie früher. Um mehr Zeit für die Familie zu bekommen, müsste die Arbeit umorganisiert werden,
      in: emotion, Juli
      • Inhalt:
        Der Bamberger Soziologe Hans-Peter BLOSSFELD weist u.a. darauf hin, dass die Geburtenzahlen von Frankreich und Deutschland keineswegs so unterschiedlich sind, wie das in der Presse gerne dargestellt wird:

                  
         "Die Unterschiede in der Geburtenrate betragen ein paar Zehntel. Und wenn sie in Frankreich und in Deutschland aus den Statistiken die Migrantengruppen, die die meisten Kinder bekommen, rausnehmen, ist der Unterschied nur noch minimal."
 
  • FRÖMBERG, Wolfgang (2006): Wolfgang Welt. Es muss nicht immer Jean Genet sein.
    In 300 Spex-Ausgaben steht kein einziger Artikel von Wolfgang Welt. Höchste Zeit für eine Würdigung des "Universaldilettanten", dessen gesammelte Werke nun bei Suhrkamp vorliegen. Ein Besuch in Bochum, zwischen Opel und dem Geist von Buddy Holly,
    in: Spex Nr.300, Juli
    • Inhalt:
      Wolfgang FRÖMBERG erklärt, warum Wolfgang Welt in der Popliteratur bislang ein stolzer Außenseiter blieb.

                
       Er beginnt mit einem Verriss des Romans "Peggy Sue" durch Diedrich DIEDERICHSEN, der Mitte der 80er Jahre mit "Sexbeat" die Szene bestimmte. Die Geschichte des Suhrkamp-Buchtitels reicht bis zum Beginn der 80er Jahre zurück:
                
       "1982 erschien im Kübler Verlag die von Diedrich Diederichsen herausgegebene Anthologie »Staccato - Musik und Leben«. Darin finden sich Beiträge aus dem Umfeld der Zeitschrift »Sounds«, u.a. eine Polemik von Kid P (Andreas Banaski) gegen alles, was gerade angesagt war: »Übrigens, wer hier nicht erwähnt wird, war es nicht wert, nicht mal wert, runtergemacht zu werden.« »Staccato« enthält die erste lange Story von Wolfgang Welt: »Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe«."
                
       Mit Peter HANDKE hat Wolfgang WELT einen Fürsprecher gefunden und der Zeitgeist hat sich mittlerweile gedreht:
                
       "Aus der Position, deren lautester und versiertester Verfechter Diederichsen damals war, nämlich Popstorys mit subjektiven Behauptungen aufzuladen, war ihm eine positive Besprechung von »Peggy Sue« kaum möglich. Denn WoW kennt keine Behauptung und keinen roten Faden außer sich selbst.
                
       Das Zentrum seiner Reflexionen ist das Jugendidol Buddy Holly, das Ziel all seiner Anstrengungen ist die Eroberung des weiblichen Geschlechts. (...). Hinter den Versprechungen der Popindustrie kommt durch Welts »Ehrlichkeit« an der Olympia-Schreibmaschine dröge Jungswelt-Realität zum Vorschein. Diese Qualität der Welt'schen Offenheit durfte ein ausgesprochener Szene-Insider wie DD freilich nicht gutheißen, jedenfalls nicht, dass sie so unvermittelt daherkam."
 
  • KNIPPHALS, Dirk (2006): Verzweifelt geliebt.
    Schwierige Abschiede von der Deutschen Mutter,
    in: Merkur, Juli
    • Inhalt:
      Die Prenzlauer Berg-Mütter haben den Weg vom Medienphänomen zur Touristenattraktion genommen, wenn man KNIPPHALS glauben darf.

                
       Nicht als Ausnahme zum deutschlandweiten demografischen Trend, sondern als Beispiel für eine Entwicklung weg von der kalten deutschen Mutter hin zur souveränen, hedonistischen Mutter will KNIPPHALS das Berliner Mütterphänomen sehen.
                
       Den Abschied von der Deutschen Mutter sieht KNIPPHALS jedoch als Problem, weil es an kulturellen Bildern fehle:
                
       "Natürlich gab es Abarbeitungen an deutschen Durchhalte-Müttern, aber sie haben sich nicht verfestigt. Peter Weiss' Erzählung Abschied von den Eltern kann einem einfallen (...). " Der Streifzug durch die Literatur führt zu Michel HOUELLEBECQ, Uwe TIMM ("Am Beispiel meines Bruders") und Michael LENTZ' Erzählung Muttersterben.
                
       Am Ende steht dann aber doch die Hoffnung:
                
       "Ein Buch, das in meinem Regal leider fehlt: die Entwicklungsgeschichte einer Deutschen Mutter. Warum gibt es kein Beispiel für eine Mutter, der es gelungen wäre, sich aus dem emotionalen Panzer, den die Figur der Deutschen Mutter bildet, herauszuarbeiten? Statt dessen scheint es ein Naturgesetz zu sein, daß sich deutsche Autoren erst mit ihren Müttern beschäftigen, nachdem diese gestorben sind, und daß sie es auf eine Weise tun, die die Mütter auf ihre Rolle festlegt. Entwicklungen in der Persönlichkeitsstruktur scheint man ihnen nicht zuzutrauen, was seltsam ist, weil sich in der Realität natürlich doch etwas tut.
                
       (...).
      Aber vielleicht sitzt ja schon eine der coolen Mütter vom Prenzlauer Berg an einem Exposé, das auch diese zivilisatorischen Errungenschaften in Anschlag bringen wird." 
 
  • RUTSCHKY, Michael (2006): Neue Szenen der Boheme.
    Vom brotlosen Künstler zum freien Webmaster,
    in: Merkur, Juli
 
  • SCHLAK, Stephan (2006): Ein aufgetauter Kälte-Panzer.
    50 Jahre nach seinem Tod feiert Gottfried Benn ein "Comebak": Helmut Lethen, Joachim Dyck, Gunnar Decker und andere schreiben sein Leben neu. Heute scheint der Dichter im Poesiealbum der Bundesrepublik angekommen,
    in: Literaturen, Juli/August
    • Inhalt:
      Stephan SCHLAK beschäftigt sich u.a. mit Gottfried BENN als Sehnsuchtsautor der 68er:

                
       "Die originellsten kulturwissenschaftlichen Köpfe dieser Generation, Klaus Theweleit, Friedrich Kittler und nun Helmut Lethen - alle drei auch »alte Männer« im bundesrepublikanischen Schutt ihrer früheren Träume und Phantasien - hatten ihre Affäre mit Benn.
                
       (...).
      Es wäre eine spannende geistespolitische Aufgabe, einmal der Frage nachzugehen, wie Benn zu einem solchen »Durchkreuzungsphänomen« für die Achtundsechziger-Generation werden konnte: Waren es seine politischen und libidinösen Seitensprünge, in denen die Nachfolge-Generation die eigenen frivolen Taten wiedererkannte? Oder beglaubigte Benns gelungene Resozialisierung in die »verschwommenen Grenzen« (Lethen) der Lebenswelt die Abkehr der Achtundsechziger von der verpanzerten ideologischen Formenwelt ihres roten Jahrzehnts, ihr eigenes verspätetes Ankommen in der Bundesrepublik?

                
       Sein Resümee:.
      Heute scheint Benn ganz im Poesiealbum der Bundesrepublik angekommen zu sein. Tatsächlich aber ist es nicht der kalte Dichter der Zwischenkriegszeit, sondern der sentimentale, von Kitsch nicht freie Sänger der späten Jahre, der heute von allen Seiten fast bedingungslos geliebt wird." 
 
  • BARFUSS, Thomas (2006): Wärmestrom aus Cool Britannia.
    Literatur zwischen Pop und Politik bei Nick Hornby,
    in: Das Argument, H.2
    • Inhalt:
      BARFUSS stellt den britischen Popliteraten Nick HORNBY als Vertreter eines literarischen Wärmestroms vor - im Gegensatz zu Bret Easton ELLIS, der für den literarischen Kältestrom steht. Seine These:

                
       "Indem seine Figuren von nichts als von sich selbst schwatzen - ihren Krisen, ihren Beziehungen, ihrer Musik, ihrem Sex - erzählen sie wie nebenbei auch die Transformationsgeschichte des linksliberalen Milieus. Was Hornbys Schilderung vom Leben in Cool Britannia das Zeug zum Exportschlager verleiht, ist dabei zweierlei: die Herausbildung eines globalen Pop-Universums macht diesselben Muster, Bilder und Bezugspunkte einem urbanen Mittelstand weltweit verfügbar; und die Globalisierung der bürgerlichen Kälte schafft das Bedürfnis nach Teilhabe an einem neuen gesellschaftlichen Wärmestrom, bei dessen politischer Fassung New Labour international eine Vorreiterrolle eingenommen hat."
 
 
NEON -Titelgeschichte:
Wir lassen uns ausbeuten!
Teamwork, Gleitzeit, Chef-Geduze: Wie Lockerheit im Job dazu verführt, zu viel zu arbeiten
  • SCHRENK, Jakob (2006): Gib das Letzte.
    Früher wurden Arbeitnehmer von ihren Bossen AUSGEBEUTET. Heute machen sie es selbst. Für den Lebenslauf. Für das nächste Projekt. Für die Festanstellung. Wie weit wollen wir dabei noch gehen?
    in: NEON, Juli
 
  • SCHRÖDER, Vera (2006): "Frauen laufen vor mir davon!".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: NEON, Juli
 
  • ROTEN, Michèle (2006): Sag jetzt nichts.
    Hunderte von Büchern erteilen uns Ratschläge, worüber wir beim ersten Flirt reden sollen. Aber müssen wir überhaupt reden? Unsere Autorin ist auf eine QUIET PARTY gegangen: einen Singletreff, bei dem man gefälligst die Klappe zu halten hat,
    in: NEON, Juli
 
  • BLEUEL, Nataly (2006): Der Übergangspartner.
    Nach einer Beziehung verlieben wir uns oft gleich wieder unsterblich - der einzige Fehler unserer Angebeteten: Sie haben ein HALTBARKEITSDATUM,
    in: NEON, Juli
 
  • JÜRGS, Alexander & Oliver STOLLE (2006): Der Sommer der Liebe.
    Die Jugendzeitschrift "Bravo" wird diesen Sommer 50. Ohne ihn wäre sie wohl kaum dasselbe gewesen: Martin Goldstein alias DR. SOMMER spricht über die Qualen der Pubertät, sein erstes Mal und den Kampf der sexuellen Befreiung,
    in: NEON, Juli
    • Inhalt:
      Martin GOLDSTEIN, Jahrgang 1927, erzählt u.a. über sein erstes Mal: "das war 1955, ich war 28 Jahre alt".
 
  • EBERT, Michael (2006): Villa Kunterbunt.
    Zu sechst eine Luxus-Finca mieten: Super Idee, kommt ja viel billiger als normaler Urlaub! Und es werden sich schon alle vertragen. So beginnt es meistens,
    in: NEON, Juli
 
 
  • SCHRENK, Jakob (2006): Ach Mann!
    Über wenige Spezies wird so viel Unsinn erzählt wie über Männer. Hart oder soft, metro-, omni- oder ultrasexuell - ständig gibt's was Neues. Nachdem wir in der vergangen Ausgabe das aktuelle Bild junger Frauen überprüft haben, ist es nun Zeit zu fragen: Was will der MANN 2006 eigentlich?
    in: NEON, Juli
 
Dummy -Thema: Frauen
 
  • WEIDT, Birgit (2006): "Schreiben ist ein Versuch, Balance zu halten".
    Was bewirkt kreatives Schreiben in uns? Laut dem Schriftsteller und Hochschullehrer Hans-Ulrich Treichel ersetzt das Schreiben zwar keine Therapie. Es hilft jedoch, die eigene Biografie auszubalancieren – vorausgesetzt, man geht diszipliniert und mit Distanz zu sich selbst ans Werk,
    in: Psychologie Heute, Juli
 
 
  • SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin (2006): Einer geht noch: "Die unfruchtbare Nation".
    "Genetische Impotenz" attestiert Norbert Bolz Karrierefrauen. Sein engagiertes Plädoyer für die Familie gerät zu einem verbitterten Lamento über den Wertezerfall,
    in: Psychologie Heute, Juli
    • Inhalt:
      "Bolz' verbittertes Lamento über den Wertezerfall bleibt (...) einem konservativen Strickmuster verhaftet, das die CDU gerade aufgibt, weil sie eingesehen hat, dass nach dem Vorbild der traditionellen Familie nun mal immer weniger Kinder geboren werden", merkt SCHÖNHERR-MANN zum Buch "Die Helden der Familie" an.
 
  • PETRA (2006): Wollen Männer Kinder?
    Momentan diskutieren alle, warum immer weniger Frauen immer weniger Babys bekommen. Aber da sind ja auch noch die Männer. Die haben wir mal gefragt, wei sei zum Thema Familie stehen,
    in: Petra, Juli
  • BRUNS, Meike (2006): "Die wenigsten Frauen finden Hausmänner sexy".
    Walter Hollstein, Professor am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen, über Männer, Väter und Klischees,
    in: Petra, Juli
   

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Zu den News vom   29. - 30. Juni 2006

 
 
   
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