| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
01. - 04. Juli 2006
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
-
APIN, Nina (2006): "Diskutieren wir lieber die Klassenfrage".
taz-Serie "Prekäre Leben"
(Teil 4): Inzwischen gilt es schon als schick, prekarisiert zu
leben, sagt Christiane Rösinger, Sängerin von Britta. Die Band singt
über die schwierigen Lebensverhältnisse von Künstlern - und
verarbeitet auch eigene Erfahrungen,
in: TAZ Berlin v. 04.07.
- Inhalt:
Christiane RÖSINGER kritisiert die Debatte
um die "urbanen Penner" und benennt die Ungleichheiten innerhalb
der Gruppe der Prekarisierten:
"Auf
der neuen Britta-Platte »Das schöne
Leben« stellt Ihre Band die Frage:
»Ist das noch Boheme oder schon die
neue Unterschicht?« Wo verläuft
denn die Grenze zur Armut?
Solange
man sich den Latte Macchiato noch leisten kann und abends den Sekt
auf Eis, kann man nicht von wirklicher Armut sprechen. Doch durch
die Finanzknappheit verschieben sich allmählich Grenzen, auch von
persönlichen Beziehungen: Man fährt nicht mehr in Urlaub, man
trennt sich von Freunden, die wesentlich mehr Geld haben.
Eigentlich können auch Beziehungen zwischen Armen und Reichen
nicht funktionieren.
Das
klingt jetzt aber schwer nach Klassenkampf.
Wenn
Akademiker und Kinder aus Mittelschichtsfamilien den Lebensstil
ihrer Eltern nicht mehr erreichen können, ist das ein
Mittelschichtsproblem. Das ist nicht vergleichbar mit einer
Hartz-IV-Familie, die kein Geld hat für Schulausflüge der Kinder.
Die »Generation Praktikum« wird irgendwann ihren Platz in der
Gesellschaft finden. Schon durch ihre Bildung stehen ihnen viel
mehr Chancen offen als einer Textilarbeiterin."
-
APIN, Nina & Felix LEE (2006): Prekäre Arbeit.
Kleines Glossar,
in: TAZ Berlin v. 04.07.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- SPIDER (2006): Morgen werde ich mich
dafür hassen,
in: Berliner Zeitung v. 03.07
- Inhalt:
SPIDER schreibt uns aus der Zukunft:
"Es
hatte mit dem Kölner Wirtschaftswissenschaftler Johann Eekhoff
begonnen, der 2006 gefordert hatte, die Rentenansprüche für
Kinderlose zu kürzen. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert
Geis schlug das vor. Am Anfang waren alle entrüstet, aber es war wie
mit den Studiengebühren, so wie mit dem maschinenlesbaren
Personalausweis und den Kombilöhnen. Ein paar Jahre später war es
bereits eine Tatsache, und die Kürzungen sind mittlerweile auch
vollzogen. Die Gerichte beschäftigen sich im Akkord mit
Vaterschaftsklagen, weil immer wieder Männer versuchen, ihre
Vaterschaft für irgend welche Kinder anerkennen zu lassen, oft sogar
für wildfremde.
Manche schreckten selbst vor Kindesraub nicht zurück."
|
|
| |
|
-
TAZ-Brennpunkt:
Das neue Elterngeld auf dem Prüfstand.
Das
Elterngeld ist heute Thema einer Expertenanhörung im Bundestag. Ein
"Systemwechsel" hat damit gerade erst begonnen. Denn das alte
Mutterbild sitzt fest - in Strukturen und Köpfen: Es fehlt an
Kita-Plätzen und an Müttern, die ihr Kind nach einem Jahr "weggeben"
wollen
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
STAUN, Harald (2006): Und nächstes Jahr
den Nobelpreis!
In Klagenfurt haben sie schon gewonnen: Wie eine Gruppe aus dem
Internet den Literaturbetrieb unterwandert,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.07.
- Inhalt:
Die
Kontroverse zwischen Gnostikern und Empathikern, die sich
zuerst an der Literaturgeschichte "Lichtjahre" von Volker WEIDERMANN
entzündet hat, geht weiter.
Im Mittelpunkt der aktuellen Runde steht die Bachmannpreisträgerin
Kathrin PASSIG:
"Jana
Hensel etwa warf Kathrin Passig
in der Online-Ausgabe der
»Zeit« vor, sie habe keine »Autorenstimme« und tat ihren Text
als »Schreibkurs-Arbeit« und „intellektuelle Spielerei“ ab. Hensels
Kritik ist exemplarisch für die Forderung nach literarischer
Wahrhaftigkeit, die Passig gnadenlos torpediert. Mit der
Authentizitätspose eines Clemens Meyer etwa hat Passigs Text nicht
viel zu tun, es ist ein abgeklärter und zurückhaltender, vor allem
aber ist es ein kalkulierter Text."
STAUN wirkt mit seinem Artikel an
dem Generation
Golf-Mythos vom Netzwerk Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) mit.
Die Agentur gründeten
Holm FRIEBE und Kathrin PASSIG im Jahr 2001.
Zur Agentur gehört auch der Schriftsteller
Wolfgang HERRNDORF.
Die Funktion dieses Netzwerkes schildert STAUN folgendermaßen:
"Sie ist nur der Schutzschild, hinter (und an) dem eine neue
Generation von Autoren arbeitet. Auch sie ist nur eine Tarnung.
Vermutlich
können die einzelnen Mitarbeiter schon lange nicht mehr über sie
lachen. Und trotzdem fühlen sie sich sehr gut aufgehoben in einer
Gemeinschaft, die man heute so gerne Netzwerk nennt, einer flexiblen
Gruppe von Autoren und Kreativen, von Halb- und Wahl- und
Gesinnungsberlinern, die vielleicht am ehesten das teilen, was man
früher bei Suhrkamp und heute bei KiWi eine Kultur nennt: eine
gemeinsame Haltung, einen gemeinsamen Stil - oder zumindest die
Aversion gegen überholte Schreibweisen, gegen das, was Mitarbeiter
Philipp Albers ganz einfach »Erlebnisschrott« nennt."
|
|
| |
|
- DEGENS, Marc (2006): Laufmasche im
Netz.
Grimme-Preis, Bachmann-Preis,
Weltherrschaft: Die Zentrale Intelligenz Agentur ist die Kaderschmiede
der Off-Kultur,
in: Tagesspiegel v. 02.07.
- Inhalt:
Marc DEGENS erzählt seine Version der
Zentrale Intelligenz Agentur-Story:
"Der
ZIA-Geschäftsführer war Fanzinemacher, betrieb ein winziges Label
und übersetzt amerikanische Slacker-Literatur, zu den fünf weiteren
Gründern gehören eine Internetkolumnistin und Übersetzerin, zwei
Kulturwissenschaftler, ein Grafikdesigner und ein Journalist und
Volkswirt. Anfänglich konnte man das Sextett aus Dreißigjährigen
leicht mit den
von Mercedes Bunz so genannten »Urbanen Pennern« verwechseln:
Hierbei handelt es sich um hervorragend ausgebildete
Hochschulabsolventen, die, meist alimentiert von den Eltern, rund um
die Uhr in Berlins Vorzeigevierteln in leeren Ladenlokalen sitzen
und sich laut der
Berliner Bohemeband
»Britta« bis zum Hals mit Arbeit, die es gar nicht gibt,
eindecken. Zwar traf man die ZIA-Leute häufig in der Nähe der
Kastanienallee, doch Büroräume besaßen sie keine(...).
Der
Weltherrschaft entscheidend näher gekommen ist die ZIA schließlich
dank zweier Phänomene.
Im Juli 2003 veranstaltete man im Kurvenstar
»Die
letzte lange Nacht der Popliteratur« zu Ehren Joachim Lottmanns
und an diesem Abend erstrahlte zum ersten Mal der Stern des
Supatopcheckerbunnys am Berliner Bühnenhimmel. Der kurze
Lesungsauftritt begeisterte so nachhaltig, dass (...)
einmal im Monat im NBI die von der ZIA realisierten »Berlin
Bunny Lectures« (stattfanden).
Die unterhaltsame, ebenso kluge wie ironische Themenshow wurde ein
Publikumsmagnet und die beiden Bunnies Kultfiguren des kulturellen
Off. Die ZIA konnte ihren ersten großen Erfolg verbuchen, auch weil
das geschickt gesponnene Netzwerk sich bewährte: In Tageszeitungen
interviewten sie einander, bewarben und besprachen die Veranstalter
ihre eigenen Attraktionen, die Einladung von Gastexperten führte zu
Aufwertung und Ausweitung des eigenen Mitarbeiterpools.
Der
zweite wichtige Schritt zur Erlangung der Weltherrschaft war die
Inbetriebnahme des
Weblogs
»Riesenmaschine« im Juni 2005. Der aus dem Umfeld der ZIA
hervorgegangene, täglich aktualisierte Blog hat sich der Ästhetik
des Alltags und der Technik- und Warenwelt verschrieben. Aufgrund
der originellen, äußerst witzigen Beiträge von handverlesenen
Autoren wurde »Riesenmaschine«
zu einem der beliebtesten Weblogs der Republik und erhielt in diesem
Jahr verdientermaßen den angesehenen Grimme-Online-Award. Auch wenn
es noch schwer ist, aus einer Internetseite mit rund zehntausend
Besuchern pro Tag unmittelbar Gewinn zu schlagen, lohnt sich der
Betrieb insbesondere für die beteiligten Autoren: Die Bekanntheit
wird gefördert und die Seite kann als Werbeplattform für eigene
Veranstaltungen und Bücher genutzt werden.
Letzte
Woche nahm ZIA-Gründerin
Kathrin Passig mit ihrem dem Vernehmen nach
ersten literarischen Text beim Ingeborg-Bachmann-Wettlesen in
Klagenfurt teil und gewann den Hauptpreis. (...). Dass Kathrin
Passig nebenbei auch noch den per Onlineabstimmung ermittelten
Kelag-Publikumspreis gewann, was zwei Jahre vor ihr auch
Wolfgang Herrndorf gelang, ist angesichts der großen
Internet-Community in ihrem Rücken wenig überraschend. Und schon
drängt sich die Frage auf, die auch Musikmanager umtreibt, nachdem
immer mehr Bands ihrer Karriere im Internet den ersten Schub geben,
ob die Schriftsteller-Stars des elektronischen Zeitalters von den
Online-Gesellschaften auserkoren werden. (...).
Auch
an dem Aufstieg von
Holm Friebes Bruder Jens zum deutschsprachigen Popstar und
Kritikerliebling war die ZIA übrigens nicht unbeteiligt."
|
|
| |
|
-
WALTER, Franz (2006): Die Union zerbröselt.
Franz Walter ist Deutschlands
bekanntester Parteienforscher. Er sieht die Christdemokraten in der
Krise, weil ihnen der ideologische Kitt fehlt, die Mitte zu einigen,
in: Welt am Sonntag v. 02.07.
|
|
| |
|
-
PHILLIPS, Caroline (2006): Wanted: Would-be father to co-parent a
child.
Pretty, soulful.
happy and healthy woman, 41, (single and heterosexual), would like to
meet a man prepared to father a child and to have a role in the
child's life. London based. Terms of relationaship to be negotiated.
How does a single woman, longing for a child, go about starting a
family? Here, in an extraordinary and intimate appeal, Jennie Withers
reveals her unorthodox solution,
in: The Oversver Magazine v. 02.07.
|
|
| |
|
-
WALTER, Franz (2006): Mythen für die Oberstufe.
Was haben die 68er eigentlich
hervorgebracht? Guido Westerwelle, ein paar Hochschulpräsidenten und
eine allgemeine Gleichgültigkeit,
in: TAZ v. 01.07.
- Inhalt:
Der Politikwissenschaftler
Franz WALTER, ein Angehöriger der
Single-Generation, klärt sein
Verhältnis zu den
68ern:
"Wegen
meiner zotteligen Haare und dauerpubertären T-Shirts gelte ich als
»68er«. Immer wieder erhalte ich auf meine publizistischen
Meinungsäußerungen wütende Briefe, und ganz regelmäßig werde ich
darin als der ewige »68er« geschmäht. Da ich selbst - wie sagt man -
mitunter kräftig austeile, bin ich gerne bereit einzustecken.
Doch der 68er-Vorwurf trifft mich irgendwie ziemlich hart. Erstens
war ich in jenem berüchtigten Jahr gerade einmal 12 Jahre alt und
interessierte mich ausschließlich für Fußball. Politik reizte mich
überhaupt nicht - erst recht galt dies für die studentischen Roten
Garden. Zweitens wohnte ich auch in den Jahren danach nie in einer
Kommune, rauchte nie einen Joint, schwärmte nie für »Grateful Dead«,
sondern blieb stattdessen über drei Jahrzehnte stets treu und
grundsolide an der Seite der immergleichen Frau.
Schon aufgrund solcher Spießigkeiten und einer zutiefst
proletarischen Herkunft habe ich die »68er«-Zeit meines
postadoleszenten Lebens nicht sonderlich gemocht, ja mehr noch:
regelrecht verachtet. Als umso bitterer empfinde ich es daher,
ausgerechnet dieser Truppe gehätschelter Zöglinge der Bourgeoisie
zugerechnet zu werden.
Dabei konnte ich deren merkwürdige Mischung aus selbstgerechtem
Moralismus und bräsigem Zynismus niemals ausstehen. Ich wundere mich
auch heute noch über ihre intellektuelle Hochnäsigkeit, obwohl sie
nicht einen einzigen klugen Theoretiker von Rang hervorgebracht
haben; ihre wichtigsten Stichwortgeber gehörten allesamt der
Generation zuvor an.
Ich finde es grotesk, wie die 68er
sich alle fünf, zumindest jedenfalls alle zehn Jahre selbst feiern
und dabei am eigenen, wenngleich reichlich verwelkten Mythos
berauschen, aber in all den Jahren nicht einmal eine einigermaßen
lesbare Geschichte ihrer gerne beweihräucherten Revolte zustande
bekommen haben.
Gleichwohl, sie haben es geschafft: Mit Ausnahme einiger
verbiesterter Konservativer glaubt inzwischen eigentlich jeder
halbwegs liberale Mensch dieser Republik, dass erst nach 1968 das
aufgeklärte und tolerante Zeitalter der Bonner Demokratie nach dem
schlimmen autoritären Muff und Mief einer kleinbürgerlichen
Adenauer-Ära begonnen habe."
|
|
| |
|
-
BÖNT, Ralf (2006): Nur die Liebe bleibt.
Überlegungen zum Zustand der
Gefühle, angesichts von Religionshype, Hasspredigern wie Houellebecq
und betäubenden Kondomen - nebst der Frage, warum der Sex trotz
Aufklärung noch immer eine schwache Stelle ist,
in: TAZ v. 01.07.
- Inhalt:
Der Schriftsteller Ralf BÖNT beschäftigt sich
mit der Angst des Mannes vor dem Eros in der
Männerliteratur von Max FRISCH ("Homo Faber")
bis zu Michel HOUELLEBECQ ("Ausweitung der Kampfzone").
Sein Resümee:
"derzeit
mangelt es vor allem an richtigen Kerlen, die sich als liebende
Wesen verstehen könnten, und die Moderne, sie schwächelt eben mal
wieder. Deshalb klingt die Soziologin Dagmar Herzog so überzeugend,
wenn sie erneutes Unbehagen in der Kultur diagnostiziert und
feststellt, was heute wieder viel eher Realität ist:
Make war, not love."
|
|
| |
|
- SCHMID, Hans Bernhard (2006): Sein vor
Sinn.
Vor hundert Jahren wurde der Soziologe René König geboren,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.07.
|
|
| |
|
- WENZEL, Uwe Justus (2006): Die
ärgerliche Tatsache der Gesellschaft.
Ralf Dahrendorfs "Homo Sociologicus" im Rückblick,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 01.07.
|
|
| |
|
-
EMOTION-Titelgeschichte:
Familie heute.
Die große Herausforderung
- Inhalt:
Der Wandel der Familie wird von Gebriela HERPELL &
Doris KUHN anhand von 5 Familienporträts linear erzählt als
Entwicklung von der Großfamilie (30er Jahre) über die konservative
Kleinfamilie (50er Jahre), die alternative Familie (70er Jahre), die
Patchworkfamilie (80er Jahre) bis hin zur Ein-Kind-Familie des
Jahres 2006.
- RÜHLE, Alex (2006): "Viele Männer
sind lieber große Jungen als junge Väter".
Doch das ist kein Wunder. Denn die Vorstellung ist nicht gerade
verlockend: Familie gründen, Haushalt aufbauen, Rentenvorsorge,
Karriere - und das alles gleichzeitig,
in: emotion, Juli
- Inhalt:
Alex RÜHLE schreibt nicht über Normalos, sondern
über die Elite, die über den Luxus der vielen Optionen jammert und
die Qual der Wahl hat.
In dieser
Yuppie-Welt haben sich Kinderlose und Eltern nichts mehr zu sagen,
was, was man bereits bei
Norbert BOLZ nachlesen konnte.
RÜHLE
schneidet ansonsten nochmals das an, was er bereits im
Mai-SZ-Artikel
ausführte, mixt trendigen
Franz-Xaver KAUFMANN
und
Philip LONGMAN dazu, um mit einer Ode an die Elternschaft zu
enden.
- PFEIFER, David (2006): "Die
biologische Uhr tickt auch für Männer".
Männer haben die gleichen Probleme wie Frauen. Die Lösung für
beide: Man sollte einfach seinem Wunsch folgen, Kinder bekommen und
die Konsequenzen trage,
in: emotion, Juli
- EMOTION (2006): "Die Politik zwingen,
Konzepte vorzulegen".
Kinder und Karriere - beides wünschen sich junge Männer ebenso
wie junge Frauen. Einzig das starre System drängt sie wieder in die
klassische Rollenverteilung, meint Wassilios Fthenakis,
in: emotion, Juli
-
LINNARTZ, Mareen (2006): "Wir brauchen ein Ministerium für Männer".
Die Frauen sind doppelt
belastet, die Männer arbeiten so viel wie früher. Um mehr Zeit für
die Familie zu bekommen, müsste die Arbeit umorganisiert werden,
in: emotion, Juli
- Inhalt:
Der Bamberger Soziologe
Hans-Peter BLOSSFELD weist u.a.
darauf hin, dass die Geburtenzahlen von Frankreich und Deutschland
keineswegs so unterschiedlich sind, wie das in der Presse gerne
dargestellt wird:
"Die
Unterschiede in der Geburtenrate betragen ein paar Zehntel. Und
wenn sie in Frankreich und in Deutschland aus den Statistiken die
Migrantengruppen, die die meisten Kinder bekommen, rausnehmen, ist
der Unterschied nur noch minimal."
|
|
| |
|
- FRÖMBERG, Wolfgang (2006): Wolfgang
Welt. Es muss nicht immer Jean Genet sein.
In 300 Spex-Ausgaben steht kein einziger Artikel von Wolfgang Welt.
Höchste Zeit für eine Würdigung des "Universaldilettanten", dessen
gesammelte Werke nun bei Suhrkamp vorliegen. Ein Besuch in Bochum,
zwischen Opel und dem Geist von Buddy Holly,
in: Spex Nr.300, Juli
- Inhalt:
Wolfgang FRÖMBERG erklärt, warum
Wolfgang Welt in der Popliteratur
bislang ein stolzer Außenseiter blieb.
Er
beginnt mit einem Verriss des Romans "Peggy Sue" durch Diedrich
DIEDERICHSEN, der Mitte der 80er Jahre mit
"Sexbeat" die Szene bestimmte. Die Geschichte des Suhrkamp-Buchtitels
reicht bis zum Beginn der 80er Jahre zurück:
"1982
erschien im Kübler Verlag die von Diedrich Diederichsen
herausgegebene Anthologie »Staccato - Musik und Leben«. Darin finden
sich Beiträge aus dem Umfeld der Zeitschrift »Sounds«, u.a. eine
Polemik von Kid P (Andreas Banaski) gegen alles, was gerade angesagt
war: »Übrigens, wer hier nicht erwähnt wird, war es nicht wert,
nicht mal wert, runtergemacht zu werden.« »Staccato« enthält die
erste lange Story von Wolfgang Welt:
»Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe«."
Mit
Peter HANDKE hat Wolfgang WELT einen Fürsprecher gefunden und
der Zeitgeist hat sich mittlerweile gedreht:
"Aus der
Position, deren lautester und versiertester Verfechter Diederichsen
damals war, nämlich Popstorys mit subjektiven Behauptungen
aufzuladen, war ihm eine positive Besprechung von »Peggy Sue« kaum
möglich. Denn WoW kennt keine Behauptung und keinen roten Faden
außer sich selbst.
Das
Zentrum seiner Reflexionen ist das Jugendidol Buddy Holly, das Ziel
all seiner Anstrengungen ist die Eroberung des weiblichen
Geschlechts. (...). Hinter den Versprechungen der Popindustrie kommt
durch Welts »Ehrlichkeit« an der Olympia-Schreibmaschine dröge
Jungswelt-Realität zum Vorschein. Diese Qualität der Welt'schen
Offenheit durfte ein ausgesprochener Szene-Insider wie DD freilich
nicht gutheißen, jedenfalls nicht, dass sie so unvermittelt
daherkam."
|
|
| |
|
- KNIPPHALS, Dirk (2006): Verzweifelt
geliebt.
Schwierige Abschiede von der Deutschen Mutter,
in: Merkur, Juli
- Inhalt:
Die
Prenzlauer Berg-Mütter haben den Weg
vom Medienphänomen zur Touristenattraktion genommen, wenn man
KNIPPHALS glauben darf.
Nicht
als Ausnahme zum deutschlandweiten demografischen Trend, sondern als
Beispiel für eine Entwicklung weg von der kalten
deutschen Mutter hin zur souveränen,
hedonistischen Mutter will KNIPPHALS das Berliner Mütterphänomen
sehen.
Den
Abschied von der Deutschen Mutter sieht KNIPPHALS jedoch als Problem,
weil es an kulturellen Bildern fehle:
"Natürlich
gab es Abarbeitungen an deutschen Durchhalte-Müttern, aber sie haben
sich nicht verfestigt. Peter Weiss' Erzählung
Abschied von den Eltern kann einem einfallen (...). " Der
Streifzug durch die Literatur führt zu Michel HOUELLEBECQ, Uwe TIMM ("Am
Beispiel meines Bruders") und Michael LENTZ' Erzählung
Muttersterben.
Am
Ende steht dann aber doch die Hoffnung:
"Ein
Buch, das in meinem Regal leider fehlt: die Entwicklungsgeschichte
einer Deutschen Mutter. Warum gibt es kein Beispiel für eine Mutter,
der es gelungen wäre, sich aus dem emotionalen Panzer, den die Figur
der Deutschen Mutter bildet, herauszuarbeiten? Statt dessen scheint es
ein Naturgesetz zu sein, daß sich deutsche Autoren erst mit ihren
Müttern beschäftigen, nachdem diese gestorben sind, und daß sie es auf
eine Weise tun, die die Mütter auf ihre Rolle festlegt. Entwicklungen
in der Persönlichkeitsstruktur scheint man ihnen nicht zuzutrauen, was
seltsam ist, weil sich in der Realität natürlich doch etwas tut.
(...).
Aber vielleicht sitzt ja schon eine der coolen Mütter vom Prenzlauer
Berg an einem Exposé, das auch diese zivilisatorischen
Errungenschaften in Anschlag bringen wird."
|
|
| |
|
- RUTSCHKY, Michael (2006): Neue Szenen
der Boheme.
Vom brotlosen Künstler zum freien Webmaster,
in: Merkur, Juli
|
|
| |
|
- SCHLAK, Stephan (2006): Ein aufgetauter
Kälte-Panzer.
50 Jahre nach seinem Tod feiert Gottfried Benn ein "Comebak":
Helmut Lethen, Joachim Dyck, Gunnar Decker und andere schreiben sein
Leben neu. Heute scheint der Dichter im Poesiealbum der Bundesrepublik
angekommen,
in: Literaturen, Juli/August
- Inhalt:
Stephan SCHLAK beschäftigt sich
u.a. mit Gottfried BENN als Sehnsuchtsautor der 68er:
"Die
originellsten kulturwissenschaftlichen Köpfe dieser Generation,
Klaus Theweleit, Friedrich Kittler und nun
Helmut Lethen - alle drei auch »alte Männer« im
bundesrepublikanischen Schutt ihrer früheren Träume und Phantasien -
hatten ihre Affäre mit Benn.
(...).
Es wäre eine spannende geistespolitische Aufgabe, einmal der Frage
nachzugehen, wie Benn zu einem solchen »Durchkreuzungsphänomen« für
die Achtundsechziger-Generation werden konnte: Waren es seine
politischen und libidinösen Seitensprünge, in denen die
Nachfolge-Generation die eigenen frivolen Taten wiedererkannte? Oder
beglaubigte Benns gelungene Resozialisierung in die »verschwommenen
Grenzen« (Lethen) der Lebenswelt die Abkehr der Achtundsechziger von
der verpanzerten ideologischen Formenwelt ihres roten Jahrzehnts,
ihr eigenes verspätetes Ankommen in der Bundesrepublik?
Sein
Resümee:.
Heute scheint Benn ganz im Poesiealbum der
Bundesrepublik angekommen zu sein. Tatsächlich aber ist es nicht der
kalte Dichter der Zwischenkriegszeit, sondern der sentimentale, von
Kitsch nicht freie Sänger der späten Jahre, der heute von allen
Seiten fast bedingungslos geliebt wird."
|
|
| |
|
- BARFUSS, Thomas (2006): Wärmestrom aus
Cool Britannia.
Literatur zwischen Pop und Politik bei Nick Hornby,
in: Das Argument, H.2
- Inhalt:
BARFUSS stellt den britischen Popliteraten
Nick HORNBY als Vertreter eines
literarischen Wärmestroms vor - im Gegensatz zu
Bret Easton ELLIS, der für den
literarischen Kältestrom steht. Seine These:
"Indem
seine Figuren von nichts als von sich selbst schwatzen - ihren
Krisen, ihren Beziehungen, ihrer Musik, ihrem Sex - erzählen sie wie
nebenbei auch die Transformationsgeschichte des linksliberalen
Milieus. Was Hornbys Schilderung vom Leben in Cool Britannia das
Zeug zum Exportschlager verleiht, ist dabei zweierlei: die
Herausbildung eines globalen Pop-Universums macht diesselben Muster,
Bilder und Bezugspunkte einem urbanen Mittelstand weltweit
verfügbar; und die Globalisierung der bürgerlichen Kälte schafft das
Bedürfnis nach Teilhabe an einem neuen gesellschaftlichen
Wärmestrom, bei dessen politischer Fassung New Labour international
eine Vorreiterrolle eingenommen hat."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
NEON -Titelgeschichte:
Wir lassen uns ausbeuten!
Teamwork, Gleitzeit, Chef-Geduze: Wie
Lockerheit im Job dazu verführt, zu viel zu arbeiten |
- SCHRENK, Jakob (2006): Gib das
Letzte.
Früher wurden Arbeitnehmer von ihren Bossen AUSGEBEUTET. Heute
machen sie es selbst. Für den Lebenslauf. Für das nächste Projekt.
Für die Festanstellung. Wie weit wollen wir dabei noch gehen?
in: NEON, Juli
|
|
| |
|
- SCHRÖDER, Vera (2006): "Frauen laufen
vor mir davon!".
Ehrliche Kontaktanzeigen.
Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren
Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
in: NEON, Juli
|
|
| |
|
- ROTEN, Michèle (2006): Sag jetzt
nichts.
Hunderte von Büchern erteilen uns Ratschläge, worüber wir beim
ersten Flirt reden sollen. Aber müssen wir überhaupt reden? Unsere
Autorin ist auf eine QUIET PARTY gegangen: einen Singletreff, bei dem
man gefälligst die Klappe zu halten hat,
in: NEON, Juli
|
|
| |
|
- BLEUEL, Nataly (2006): Der
Übergangspartner.
Nach einer Beziehung verlieben wir uns oft gleich wieder
unsterblich - der einzige Fehler unserer Angebeteten: Sie haben ein
HALTBARKEITSDATUM,
in: NEON, Juli
|
|
| |
|
- JÜRGS, Alexander & Oliver STOLLE
(2006): Der Sommer der Liebe.
Die Jugendzeitschrift "Bravo" wird diesen Sommer 50. Ohne ihn wäre
sie wohl kaum dasselbe gewesen: Martin Goldstein alias DR. SOMMER
spricht über die Qualen der Pubertät, sein erstes Mal und den Kampf
der sexuellen Befreiung,
in: NEON, Juli
- Inhalt:
Martin GOLDSTEIN, Jahrgang 1927, erzählt u.a. über
sein erstes Mal: "das war 1955, ich war 28 Jahre alt".
|
|
| |
|
- EBERT, Michael (2006): Villa
Kunterbunt.
Zu sechst eine Luxus-Finca mieten: Super Idee, kommt ja viel
billiger als normaler Urlaub! Und es werden sich schon alle vertragen.
So beginnt es meistens,
in: NEON, Juli
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- SCHRENK, Jakob (2006): Ach Mann!
Über wenige Spezies wird so viel Unsinn erzählt wie über Männer.
Hart oder soft, metro-, omni- oder ultrasexuell - ständig gibt's was
Neues. Nachdem wir in der vergangen Ausgabe das aktuelle Bild junger
Frauen überprüft haben, ist es nun Zeit zu fragen: Was will der MANN
2006 eigentlich?
in: NEON, Juli
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- WEIDT, Birgit (2006): "Schreiben ist
ein Versuch, Balance zu halten".
Was bewirkt kreatives
Schreiben in uns? Laut dem Schriftsteller und Hochschullehrer
Hans-Ulrich Treichel ersetzt das Schreiben zwar keine Therapie. Es
hilft jedoch, die eigene Biografie auszubalancieren – vorausgesetzt,
man geht diszipliniert und mit Distanz zu sich selbst ans Werk,
in: Psychologie
Heute, Juli
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin (2006):
Einer geht noch: "Die unfruchtbare Nation".
"Genetische Impotenz" attestiert Norbert Bolz Karrierefrauen. Sein
engagiertes Plädoyer für die Familie gerät zu einem verbitterten
Lamento über den Wertezerfall,
in: Psychologie
Heute, Juli
- Inhalt:
"Bolz' verbittertes Lamento über den Wertezerfall
bleibt (...) einem konservativen Strickmuster verhaftet, das die CDU
gerade aufgibt, weil sie eingesehen hat, dass nach dem Vorbild der
traditionellen Familie nun mal immer weniger Kinder geboren werden",
merkt SCHÖNHERR-MANN zum Buch
"Die Helden der Familie" an.
|
|
| |
|
- PETRA (2006): Wollen Männer Kinder?
Momentan diskutieren alle, warum immer weniger Frauen immer weniger
Babys bekommen. Aber da sind ja auch noch die Männer. Die haben wir
mal gefragt, wei sei zum Thema Familie stehen,
in: Petra, Juli
- BRUNS, Meike (2006): "Die wenigsten
Frauen finden Hausmänner sexy".
Walter Hollstein, Professor am Institut für Geschlechter- und
Generationenforschung der Universität Bremen, über Männer, Väter und
Klischees,
in: Petra, Juli
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
29. - 30.
Juni 2006
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|