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Medienrundschau:
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News vom 1.
bis 15. Juni 2001
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- ARMBRUSTER,
Irene (2001): Dieter Oberndörfer. Der Zorn der
späten Jahre.
Der
Politologe kämpft für die multikulturelle
Gesellschaft,
in: Tagesspiegel
v. 14.06.
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NIEJAHR,
Elisabeth (2001): Ohne Familiensinn und Verstand.
Die
staatliche Förderung von Kindern und Eltern wird
chaotisch,
in: Die ZEIT Nr.25
v. 13.06.
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- STEINKOHL,
Sibylle (2001): Die Lego-Familie.
Zerlegt, vermischt und neu
zusammengesetzt: Warum manche Verwandtschaften so
verwickelt sind,
in: Süddeutsche Zeitung v.
12.06.
- NOBEL, Inga
(2001): Ein Recht auf beide Eltern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.06.
- STEINKOHL,
Sibylle (2001): "Nicht gleich Ersatzpapa
sein",
eine Psychologin rät neuen
Partnern zu Geduld,
in: Süddeutsche Zeitung v.
12.06.
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- DEGEN,
Rolf (2001): Sich oft vergleichen - kein gutes
Zeichen.
Glückliche
Menschen messen ihre Leben seltener an anderen,
Miesepeter umso häufiger,
in: Tagesspiegel
v. 12.06.
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- PAPIER,
Hans-Jürgen (2001): Das Rentenversicherungsrecht
vor dem Grundgesetz.
Eigentum, Gleichheit und
Schutz der Familie,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 11.06.
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- SOHN, Manfred
(2001): Das Einfache, das so schwer zu machen
ist.
Wo Kapitalismus sich
ausbreitet, sinkt die Geburtenrate. Und seit 1989
breitet sich der Kapitalismus weltweit ungehemmt
aus (Teil 3),
in: junge Welt v. 11.06.
- Kommentar:
SOHN ist ein
Vertreter der Wohlstandstheorie. Nach
dieser Theorie sind die Geburtenraten
dort am geringsten, wo der Wohlstand am
größten ist. Die Lösung des Problems
ist für SOHN eine Umverteilung, die er
in einem 5-Punkte-Programm zusammenfasst:
"1. Gesetzliche Durchsetzung eines
mindestens 50- prozentigen Zeitanteils
der Männer an der Erziehungsarbeit ihrer
Kinder von deren Geburt an.
2. Parallel dazu radikale Reduzierung der
gesellschaftlich tolerierten
Erwerbsarbeit auf die 25 Wochenstunden,
die bei Vollbeschäftigung und rationaler
Arbeitsorganisation schon heute
ausreichen würden, um den in den
entwickelten kapitalistischen Ländern
erreichten Lebensstandard zu sichern.
3. Aufbau einer umfassenden staatlichen
Kinderversorgung ab dem dritten
Lebensjahr als Angebot an die Eltern ohne
Pflicht, so daß sie die Nutzung dieser
Einrichtung nicht von der Not der
Versorgung, sondern von deren
qualitativer Überlegenheit gegenüber
der Erziehung zu Hause abhängig machen -
und/oder Aufbau von
Kinderbetreuungsdiensten für zu Hause.
4. Pflicht aller Betriebe und Behörden,
die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten an
deren Kinderbetreuungsbedürfnisse
anzupassen statt umgekehrt.
5. Bezahlung der Erziehenden in den
Kindereinrichtungen mit Gehältern, die
mit denen in der nichtreproduktiv
tätigen Wirtschaft des Landes mindestens
gleich sind."
Die Alternative zur Durchsetzung dieser
Forderungen ist für SOHN das Aussterben
der Deutschen.
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- BOHNKE,
Brigitte (2001): Zum lebendig alt werden gehört:
"Nicht jammern, vorwärts schauen".
"Alltag im Alter": Lebensläufe. Dem
leben alleine eine verlässliche Struktur geben,
in: Oberhessische Presse v.
11.06.
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- FOSEN,
Griselda (2001): Ein Großteil der neuen Bewohner
sind Singles,
in: Oberösterreichische Nachrichten v. 11.06.
- Kommentar:
Selten wird der
Zusammenhang zwischen Haushaltszahlen und
kommunalen Interessen erwähnt:
"Ein
Rohrbacher ist 7000 Schilling wert, für
die Stadt bedeuten die 220 zusätzlichen
Bewohner ein Zusatzeinkommen von 1,54
Millionen Schilling. (...)
In einigen wenigen Fällen ist die
Hauptwohnsitzfrage noch unklar, in den
nächsten Wochen wird Stadtchef Josef
Oyrer (VP) mit seinen Mitstreitern
entscheiden, ob diese beeinsprucht werden
sollen. Mit vielen Studenten sind die
Stadtväter zufrieden. Immerhin ließen
diese die vielen Zuckerln der
Universitätsstädte kalt, mit denen sie
geködert werden sollten."
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- RÖHRS,
Christine-Felice (2001): Fünf Etagen Berlin.
Ein
Mietshaus in Prenzlauer Berg: Einer aus dem
Osten, sechs aus dem Westen, drei Ausländer,
sechs Singles, ein Pärchen und eine Familie
erzählen, wie sich ihre Stadt anfühlt,
in: Tagesspiegel
v. 10.06.
- Kommentar:
repräsentativ ist
das nicht, aber es passt zu den
Klischees!
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- SOHN, Manfred
(2001): Die Emanzipation ist schuld?
Wo Kapitalismus sich
ausbreitet, sinkt die Geburtenrate. Und seit 1989
breitet sich der Kapitalismus weltweit ungehemmt
aus (Teil 2),
in: junge Welt v. 09.06.
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- BOMMARIUS,
Christian (2001): Der Ehevertrag.
Vom
Nutzen und Nachteil notariell beurkundeter
Ernüchterung,
in: Berliner Zeitung v.
09.06.
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- BASLER
ZEITUNG (2001): Viele Senioren wollen gemeinsam
wohnen,
in: Basler Zeitung v. 09.06.
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- STEIN,
Christiane (2001): Singles bekommen eigene Messe.
Bundesweit erste
Veranstaltung in Wiesbaden. Vom
Ein-Personen-Kochtopf bis zum Bügelkurs,
in: Allgemeine Zeitung v.
09.06.
- Inhalt:
Bericht über die
"SingleWorld - Messe für das
Single-Leben", die vom 28. Juni bis
1. Juli in Wiesbaden stattfindet.
-
Kommentar:
Die Zahlen,
die von den Veranstaltern auf der
Homepage präsentiert werden,
scheinen doch allzu optimistisch.
Die einzelnen Statistiken
beziehen sich zudem auf
unterschiedliche Altersgruppen.
Einmal werden die 25-45jährigen,
dann wieder die 25-55jährigen
als Zielgruppe genannt.
Indem die
hohe Kaufkraft in den Vordergrund
gestellt wird, möchte man
suggerieren, dass es sich vor
allem um
Yuppies
handelt.
Die
Kaufkraft ist jedoch bei den
Alleinlebenden
sehr ungleichmäßig verteilt.
Man muss vor allem zwischen
Männern und Frauen
unterscheiden. Die Männer
dominieren im mittleren
Lebensalter. Sie sind jedoch zum
einen weniger gut gebildet als
die Frauen und sie gehören zum
anderen in höherem Masse zu den
Geringverdienenden.
Davon
abgesehen ist die Messe nicht nur
für Alleinlebende, sondern vor
allem für individualisierte
Paare interessant. Hier liegt
wohl auch das eigentliche
Konsumentenpotenzial.
Doppelverdienende Paare,
sogenannte DINKs (Double Income
No Kids) sind diejenige Gruppe,
die den höchsten Lebensstandard
in Deutschland haben. Nach Abzug
der Miete bleibt den
Alleinlebenden wesentlich weniger
als diesen DINKs, deren Zahl auch
bedeutend höher ist, da sie zwar
haushaltstatistisch oftmals zu
den Einpersonenhaushalten
gezählt werden, aber nicht
alleine, sondern zusammenwohnen.
Das
Statistische Bundesamt kennt
keine Paare, sondern nur
Wirtschaftsgemeinschaften.
Diese Verzerrung führt zu
falschen Vorstellungen bei
Produzenten und Dienstleistern
über ihre Zielgruppe.
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- PFEIFFER,
Franziska (2001): Lass mich Dein Untermieter
sein.
Sie sind jung, ledig, vermögend
und suchen eine Stadtwohnung? Geben Sie es auf.
Drei Zimmer, Küche, Bad gibt es nur in
Verbindung mit Ehefrau, Babys oder schrulligen
Wirtinnen. Falls es Sie tröstet: Sie sind nicht
allein.
in: Frankfurter Rundschau
v. 09.06.
- Kommentar:
In den Zeiten der
Familienpolitik ein politisch unkorrekter
Artikel über den Wohnungsmarkt für
Singles.
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- SCHAYANI,
Isabel (2001): Mädchen, schon mal was von der
Pille gehört?
Ich bekomme ein drittes Kind
- und von meinen Kollegen und Kolleginnen jede
Menge Ratschläge. Ein Erfahrungsbericht,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 09.06.
- Kommentar:
Medienalltag in der
Mediengesellschaft. Da können nur
Klischees herauskommen...
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- EXLER, Andrea
(2001): Erst Kinder machen aus einem Paar eine
Familie.
Das Ehegattensplitting geht
zu Lasten der heranwachsenden Generation - In
anderen europäischen Ländern hat man das
längst erkannt,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 09.06.
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- SOHN, Manfred
(2001): Das Reproduktionsproblem.
Wo Kapitalismus sich
ausbreitet, sinkt die Geburtenrate. Und seit 1989
breitet sich der Kapitalismus weltweit ungehemmt
aus (Teil 1),
in: junge Welt v. 08.06.
- Kommentar:
SOHN sieht die
wahrscheinlichste Lösung des Reproduktionsproblem im
Entstehen einer Klonindustrie:
"Mit Hochdruck arbeiten
gegenwärtig bekanntlich Labore in allen drei
kapitalistischen Zentren am Klonen von Säugetieren und
betrachten das ganz unverhohlen als Testfeld für die
künstliche Reproduktion von Menschen. In den USA ist eine
heftige Diskussion um die damit zusammenhängenden ethischen
Fragen entbrannt. Türöffner für die Legitimität dieser
Versuche sind die 3,5 Millionen ungewollt kinderlosen Paare
in den USA, denen auf diesem Wege geholfen werden könnte,
Kinder zu bekommen. Der Schritt, das Klonen von Menschen als
Lösung nicht nur der Kinderlosigkeit von Millionen
Einzelpaaren, sondern einer kinderlosen Gesellschaft
anzubieten, dürfte bald folgen."
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- MONATH,
Hans (2001): Alternativ - und konservativ.
Die
Grünen entdecken die Kinder - und versöhnen
sich nebenbei mit sich selbst,
in: Tagesspiegel
v. 08.06.
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- GAULAND,
Alexander (2001): Wo sind die deutschen
Konservativen?
Parteiübergreifend macht
sich haltloser Ökonomismus breit - und die Union
gibt klein bei,
in: Welt v. 08.06.
- KOMMENTAR:
GAULAND sehnt sich
nach einem Bollwerk gegen
Zivilgesellschaft und Markt. Dies ist
für ihn nicht die Familie, sondern der
deutsche Konservatismus (z.B. die
royale
Tristesse des Geists von 1914), an dem
auch die deutsche Familie genesen soll:
"Eine
konservative Position darf nicht länger
auf die Zersetzung der Vorurteile setzen,
sondern muss auch Vorurteile auf ihre
gesellschaftliche Nützlichkeit prüfen.
Ist es wirklich so schwer verständlich,
warum finanzielle Familienpolitik nichts
mehr ausrichtet? Eine Gesellschaft, die
sich nicht mehr im Burkeschen Sinne als
die Gemeinschaft der Lebenden, der Toten
und der noch nicht Geborenen begreift,
kann kein Interesse am biologischen
Fortbestand haben. Warum soll ich die
Mühsal der Fortsetzung des Volkes in der
Familie auf mich nehmen, wenn ein paar
Millionen Einwanderer das
Fortbestandsproblem auch lösen? Die
Wiedergewinnung der Transzendenz könnte
deshalb mehr für den Generationenvertrag
bewirken als die großzügigste
finanzielle Ausstattung."
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LINTZEL, Aram
(2001): Im Klub mit der Regierung.
Generation Berlin und ihre
Popkultur in Berlin-Mitte.
Berlin-Mitte ist ein Reagenzglas, in dem Pop und
Establishment, Mainstream und Underground stets
neue Mischungsverhältnisse bilden. Dabei hat es
den Anschein, als entstehe hier die nächste
Generation jener Bobos («Bourgeoise Bohemians»),
die der Amerikaner David Brooks beschreibt,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 07.06.
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- HONNIGFORT,
Bernhard & Franz SCHMIDER (2001): Zur Arbeit
ohne Rückfahrkarte.
Eine
ostdeutsche Familie: Der Vater jobbt in Bayern,
die Mutter in Sachsen und die Töchter in
Baden-Württemberg,
in: Frankfurter Rundschau
v. 07.06.
- Kommentar:
"Living
apart together"
nannte sich Anfang der 90er Jahre die
freiwillige Bindungsform der
"Aristokraten der Liebe"
(HORX), heutzutage stehen dagegen die
berufsbedingten Formen der "Spagatfamilie"
(Ulrich BECK), "Commuter-Ehe"
(PEUCKERT) oder "Fernliebe" im
Brennpunkt.
Die
Romantisierung der Familienpolitik - wie
sie z.B. im Imagewandel der Grünen zum
Ausdruck kommt (siehe
TAZ vom 07.06.2001) -
verkennt die Realitäten in Deutschland.
Fehlende Arbeitsplätze und damit
verbundene Abwanderungsprozesse führen
genauso zum Bevölkerungsrückgang wie
die Hoffnungslosigkeit der
Daheimgebliebenen:
"was
Tochter Nicole in Lörrach auffiel (...):
'Man sieht hier so viele Kinder
überall.' Im letzten Jahr vor der Wende
wurden in den ostdeutschen Ländern noch
220 000 Kinder geboren. 1994 waren es
gerade noch 79 000, im vergangenen Jahr
104 000. Nirgendwo sonst auf der Welt
werden weniger Kinder geboren als in
Ostdeutschland: 1,1 pro Frau (...). Die
fünf ostdeutschen Länder haben in den
vergangenen zehn Jahren eine Million
Einwohner verloren. Hält der Trend an,
wird die Bevölkerungszahl bis 2020 noch
einmal um eine halbe Million sinken.
Europaweit haben Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen die höchsten
Abwanderungsraten. Nur die portugiesische
Armenregion Alentejo weist vergleichbare
Zahlen auf. Noch schmerzlicher als die
reine Zahl ist, dass vor allem die hoch
qualifizierten und jungen Menschen den
Osten verlassen."
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- BÖHM,
Andrea (2001): Kalifornien - Im Land der
Kindermacher.
Wo
ein Wille zum Baby ist, ist auch ein Weg. Amerika
führt vor, was eugenische Raffinesse ist.
Elitestudentinnen als Eizellen-Verkäuferinnen,
Tote als Samenspender - Reise durch die
Fortpflanzungsfabriken Kaliforniens,
in: Die ZEIT Nr.24 v.
07.06.
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- WEILAND,
Severin (2001): Grüne kennen nur noch Kinder.
Eine
Gruppe von Bundes- und Landespolitikern der
Grünen legt ein Papier zur Kinder- und
Familienpolitik vor. Flügelübergreifend wird
jede Sparte der Politik von Umwelt bis Soziales
mit kinderfreundlichem Blick betrachtet. Fazit:
Was den Kleinen nutz, ist sowieso grün,
in: TAZ
v. 07.06.
- WEILAND,
Severin (2001): Grüne entdecken die Familie.
Für
einen Augenblick haben die Grünen ihre
Flügelkämpfe beiseite gelegt: In einem Papier
fordern Bundes- und Landespolitiker eine
kindgerechte Politik - mit Familien als
"Verantwortungsgemeinschaften" sowie
kostenlosen Kitas und Ganztagsschulen,
in: TAZ
v. 07.06.
- PÖTTER,
Bernhard (2001): Harte Politik, kein Kinderspiel.
Die
Grünen sind auf dem Weg zu einer gerechteren
Familienpolitik,
in: TAZ
v. 07.06.
- Kommentar:
Die Grünen
betreiben eine Romantisierung der
Familienpolitik.
Der
Begriffswandel von der
"Familienpolitik" zur
"Kinderpolitik" soll einen
Politikwechsel andeuten. Nicht mehr
Frauen- oder Eheförderung, sondern
Kinderförderung und damit die
Lebensqualität von Kindern soll nach
WEILAND im Zentrum der neuen grünen
Politik stehen.
Fragt sich
nur, wie dies durchgesetzt werden soll.
Wer kann verhindern, dass das Kindergeld
nicht den Eltern, sondern den Kindern
zugute kommt? Ein Kasten Bier mehr für
den Familienvater, eine Flasche
Champagner für die Mutter. Schließlich
sind die Eltern die neuen
Leistungsträger der Gesellschaft und das
Kindergeld quasi Ersatzlohn!
Wie soll
verhindert werden, dass die Kluft
zwischen den benachteiligten Kindern -
also den familienlosen Kindern sowie den
ungewollten Kindern - und den
besser gestellten Kindern fördernder
Eltern nicht noch größer wird?
Durch einen
Kinderschutzbeauftragten wie PÖTTER
fordert? Dagegen spricht die bürgerliche
Privatreligion "Kind". Der
Staat soll zwar die Familie fördern,
aber gefälligst die Privatsphäre
Familie unangetastet lassen, denn die
Familie ist in romantischer Sicht das
letzte Bollwerk gegen den globalen,
digitalen Kapitalismus wie es
Peter GLOTZ oder
Michel
HOUELLEBECQ
formulieren.
Auch die
demographische Entwicklung erfordert
gemäß deutschem Mainstream mehr Kinder,
um den Wohlstand der heutigen Erwachsenen
zu sichern. Es erstaunt jedoch, dass
selbst ostdeutsche Politiker fehlende
Kinderbetreuungseinrichtungen für den
Kindermangel verantwortlich machen.
Gerade die
neuen Bundesländer zeigen jedoch, dass
sich Geburtenausfall und Vorhandensein
von Kinderbetreuungseinrichtungen
keineswegs ausschließen.
In Ostdeutschland
mit seiner kinderfreundlichen
Infrastruktur liegt die Geburtenrate
gegenwärtig bei 1,1, während sie in
Westdeutschland mit seiner
kinderfeindlichen Infrastruktur bei 1,5
liegt.
Die
Babyflaute muss also auch andere Ursachen
haben, die sich nicht mit einer
Familienpolitik für wohlhabende
Großstadtyuppies mit Kinderwunsch (Die
Stadtsoziologin
Monika ALISCH hat
hierfür den Begriff "Family-Gentrification"
geprägt) aus der Welt schaffen lassen.
Die
Schaffung sicherer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze, mit denen
sich Familien ernähren lassen, ist möglicherweise die
bessere Familienpolitik. Eine Kindergrundsicherung ist
dagegen das Eingeständnis, dass die Wirtschafts- und
Arbeitsmarktpolitik versagt hat.
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- DRIBBUSCH,
Barbara (2001): Wo Liebe hinfällt - und wann,
in:
TAZ v.
07.06.
- Kommentar:
Die "Onkel-Ehe"
besitzt eine erstaunliche Kontinuität im
Nachkriegsdeutschland:
"'Die nichteheliche
Lebensgemeinschaft ist ein Schlager unter den Älteren', sagt
Sozialforscher Christian Alt vom Deutschen Jugendinstitut in
München. Späte Liebschaften enden oft nicht vor dem
Traualtar, weil Witwen und Geschiedene nicht ihre Renten-
oder Versorgungsansprüche mindern wollen." Die "Ehe ohne
Trauschein" ist also keine Erfindung der 68er, wie das
fälschlicherweise angenommen werden könnte, sondern ein
Nebenprodukt der Sozialgesetzgebung. Die Vorbildwirkung der
Onkel-Ehen war erstaunlicherweise nie ein Thema. DRIBBUSCH
geht auch auf den Heiratsmarkt in Verbindung mit
traditionellen Rollenvorstellungen von Mann und Frau ein:
"Umfragen haben ergaben, dass die Partner in nichtehelichen
Lebensgemeinschaften, in denen die Frau wirtschaftlich
stärker ist, eher dazu tendieren, nicht zu heiraten, selbst
wenn ein Kind da ist".
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- ALEXANDER,
Robin (2001): Not- und Hilfsgemeinschaft.
Friedrich Schiller und die
Geschichte lehren uns, wie wichtig gute
Nachbarschaft ist. Nur: Das Leben spricht
dagegen,
in: TAZ
v. 07.06.
- Inhalt:
Ein Beitrag aus der
Perspektive linksalternativer Stadtteil-
und Wohnkultur.
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LOHSE, Eckart
(2001): Noch hat das schöne Papier vom
Kinderparadies keine Flecken.
Über die Finanzierung ihrer
Vorschläge beraten die jungen Grünen ein
andermal,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v.
07.06.
- Kommentar:
LOHSE vergleicht das
Thesenpapier der Familiengrünen mit den
"romantisierenden Zeilen" des
Popstars Herbert GRÖNEMEYER
("Kinder an die Macht"). LOHSE
spricht von einem
"Formelkompromiss", der sowohl
den Realos als auch dem linken Flügel
gerecht wird. Der Preis dafür ist jedoch
die Ausklammerung der Finanzierungsfrage.
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- BRÜDERLIN,
Ruth (2001): Alles bestens?
30
Jahre Frauenbewegung: Die Tänzerin Anisch und
die Feministin Alice Schwarzer über die Rolle
der Frau heute,
in: Facts Nr.23 v. 07.06.
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- BENDKOWSKI,
Halina (2001): "Herstory" - ohne
Geschichte.
Alice
Schwarzer warb einst für das Recht der Frauen
auf Selbstbestimmung nicht Mitleid heischend,
sondern emanzipatorisch. Heute ist sie berührt -
aber wofür steht sie noch?,
in: TAZ
v. 06.06.
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MARTENSTEIN,
Harald (2001): Ein Herz für Kinder.
Über
das neue Lieblingsthema der Grünen,
in: Tagesspiegel
v. 06.06.
- Kommentar:
MARTENSTEIN nimmt
das
Interview
der SZ vom 05.06.2001 mit Renate KÜNAST und den
Imagewandel
der Grünen zum
Anlass, um den Wandel von der "individualisierten
Single-Gesellschaft" zur
Gesellschaft der Neuen-Mitte-Familie
nachzuzeichnen:
"Es ist wirklich
erst ein paar Jahre her - damals hießen
die Modewörter 'Yuppie',
'Selbstverwirklichung' und 'Erlebnisgesellschaft'. Das
waren die Achtziger, das Ego-Jahrzehnt,
in dem auch die Grünen groß wurden.
Später kam die
Leitfigur des
jungen, selbstverständlich ungebundenen
und kinderlosen Internet-Unternehmers dazu, der
sein Leben ganz der Firma opfert. Mit
vierzig ist er Millionär oder tot.
Inzwischen hat der Wind sich gedreht. Die
Gesellschaft hat nicht nur die Kinder als
Thema wieder entdeckt (man braucht sie
schließlich, aus
demographischen
Gründen). Es
tauchen wieder Begriffe wie 'Familie',
'Verantwortung' oder 'Gemeinschaft' auf,
bei Personen, von denen man es nicht
erwartet hätte. Egoismus ist nicht mehr
modern."
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- STEIN,
Rosemarie (2001): Der verheimte Mensch.
Die
Pflege von Hilfsbedürftigen leidet unter
Personalmangel,
in: Tagesspiegel
v. 06.06.
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- FRIED,
Nico & Andreas HOFFMANN (2001):
"Glückliche Eltern produzieren glückliche
Kinder".
Die
grüne Agrarministerin fordert eine
Neuausrichtung der Politik am Wohl der Familie /
600 Mark Kindergeld, bessere Spielplätze, mehr
Wohnraum,
in: Süddeutsche Zeitung v.
05.06.
- Inhalt:
Interview mit Renate
KÜNAST über grüne Familienpolitik:
"Der traditionelle Familienbegriff
gilt nicht mehr. Familie ist heute, wo
Kinder sind.
SZ:
Die potenzielle Wählerschaft der Grünen
verbindet man nicht unbedingt mit
Kinderreichtum. Das sind vor allem junge
Leute, Studenten, Singles...
Künast: ...auch
Singles können Kinder haben, wenn ich
mir diesen Hinweis erlauben darf."
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- PCA (2001):
Geburtenrückgang und wachsende Mobilität in
Sachsen.
Der Bevölkerungsrückgang
ist nur bedingt auf die Abwanderung in die alten
Bundesländer zurückzuführen,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 02.06.
- Inhalt:
Bericht über eine
Untersuchung zu den Ursachen den Bevölkerungsrückgangs in
Sachsen.
"Wesentlich für den
Bevölkerungsrückgang ist die Tatsache, dass in Sachsen
weniger Kinder zur Welt kommen als früher, die Geburtenrate
liegt bei 1,2, im Westen beträgt sie etwa 1,5".
- Kommentar:
Was in der
familienpolitischen Debatte immer
verschwiegen wird: der
wiedervereinigungsbedingte Geburtenausfall in
den neuen Bundesländern drückt die gesamtdeutsche
Geburtenrate.
Das ganze
Ausmaß ist auch hier nicht sichtbar, sondern nur in
einem Vergleich über die Jahre von 1989 bis heute.
Eine Familienpolitik, die diesen Aspekt ausblendet,
muss scheitern.
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- LAU,
Mariam (2001): Mit den Kleidern fällt das
Kollektiv.
Noch
ein Paradigmenwechsel: Von der Öffnung des
Badezimmers in Richtung Wohnraum,
in: Welt v. 02.06.
- Kommentar:
Mariam LAU hat einen
Paradigmenwechsel in den Paarbeziehungen
der Neuen Mitte wahrgenommen, dessen Ort
das Badezimmer ist: vom Konflikt zwischen
Mann und Frau zum Konsens von Schwestern
(und Brüdern). Der Mann wird zum Bowlen
geschickt, welches gemäß
Robert D.
PUTNAM ("Bowling alone") seinen
Charakter ebenfalls verändert hat...
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- KÖSTER,
Klaus (2001): Plön hat ein Männerproblem.
Statistische Schieflage zu
Lasten der Frauen,
in: Kieler
Nachrichten v. 02.06.
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- DAHLHELM,
Holger (2001): Vom Siechenhaus zum Jungfernstift.
Von alters her tragende
Säulen der Gesellschaft: Stiftungstag in
Reutlingen stellt soziale und kulturelle
Leistungen vor,
in: Reutlinger
Generalanzeiger v. 02.06.
- Textauszug:
"Neben der
Kranken- und Armenfürsorge war die
Unterstützung der Ausbildung
Benachteiligter ein Stiftungszweck, der
zum Beispiel durch das »Gregor
Zieglersche Stipendium und Stiftung für
zwei Arme Jungfrauen, welche sich
verehelichen« verfolgt wurde. Im
Zeitraum zwischen 1527 und 1811 konnten
sich würdige Jungfrauen zu einem
jährlichen Termin bewerben. Kriterium
für die Vergabe von Stiftungsmitteln an
jeweils zwei junge Frauen war die
Tugendhaftigkeit, die bei Kinderlosigkeit
als gegeben angesehen wurde."
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- GERMIS,
Carsten (2001): Ganz schnell auf der Matte.
Richter
Borchert fordert Entlastungen für Familien in
der Rentenversicherung und droht mit Klagen,
in: Tagesspiegel
v. 02.06.
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FOCUS-Titelgeschichte:
Böse Männer, gute Frauen? |
- GERBERT,
Frank (2001): Adam ist an allem schuld.
Sind sie bloß
gewaltbereite Gefühlskrüppel? Männer
erkennen ihre Abwertung durch den
weiblichkeitsseligen Zeitgeist - und
einige wehren sich sogar,
in: Focus Nr.23
v. 02.06.
- Inhalt:
"Für
Männer kommt es einer Mutprobe
nahe, gegen all die Vorurteile
anzugehen, auf die sich die
Feindlichkeit gegen ihr
Geschlecht beruft. Paul-Hermann
Gruner und das Autorenduo Peter
Köpf und Alexander Provelegios haben es in ihren
Büchern (...) dennoch getan; ihre Argumente sind
nicht leicht von der Hand zu weisen", schreibt
GERBERT.
- GERBERT,
Frank (2001): Expedition ins Land
Masculinia.
Dietrich Schwanitz erklärt die Freuden
und Tücken des Mannseins - und warum es
Frauen so schwer fällt, Männer zu
verstehen,
in: Focus Nr.23 v.
02.06.
- GERBERT,
Frank (2001): Vorbild Gentleman.
Dietrich Schwanitz
über männliche Krisenerscheinungen und
die Auswirkung des weiblichen
Kommunikationsstils auf die Gesellschaft,
in: Focus Nr.23
v. 02.06.
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- JÄHNER,
Harald (2001): Das Glück schien machbar.
Heute
vor vierzig Jahren wurde die Anti-Baby-Pille
erstmals in der Bundesrepublik verkauft,
in: Berliner Zeitung v.
01.06.
- Kommentar:
"In Westdeutschland fiel trotz
steigender sexueller Aktivität die Geburtenrate
zwischen 1964 und 1978 um 46 Prozent. Nach dem
statistischen Pillenknick, zeitlich identisch mit der so
genannten sexuellen Revolution,
stieg die Geburtenrate wieder kontinuierlich an."
JÄHNER
meint offensichtlich nicht die GeburtenRATE, sondern die
GeburtenZAHLEN. Die GeburtenRATE hatte ihr Minimum Mitte der
80er Jahre erreicht.
- EHRENSTEIN,
Claudia (2001): Frauen werden immer später zu
Müttern.
40
Jahre Antibabypille - Auch die Gene bestimmen
Zeitpunkt des Kinderwunsches,
in: Welt v. 01.06.
- Kommentar:
Im Gegensatz zu
JÄHNER vermeidet EHRENSTEIN den Eindruck einer Wende in
der Geburtenentwicklung:
"Die Pille ermöglichte es
den Frauen erstmals, Zeitpunkt der ersten Geburt und Zahl
der Kinder mit großer Zuverlässigkeit selbst zu bestimmen
(...). Tatsächlich zeichnete sich Mitte der sechziger Jahre
ein deutlicher Geburtenrückgang ab, der mit Sicherheit auch
auf die Einführung der Pille zurückzuführen ist. Zwischen
1963 und 1978 sank in Deutschland die durchschnittliche Zahl
der Kinder pro Frau von 2,5 auf 1,4".
EHRENSTEIN
nimmt den Gipfelpunkt des Baby-Booms,
also einer historischen
Ausnahmesituation, um den Eindruck der
Normalität zu vermitteln. Danach
wechselt sie geschickt das Thema von der
Kinderzahl pro Frau auf das
Durchschnittsalter der Erstgebärenden.
Dadurch kann sie den Eindruck erwecken,
dass es 1978 keine Wende bei der Geburtenentwicklung gab.
Danach
lässt sie einen Professor zu Wort kommen, der an ihre
Argumentation des "sinkenden Sinkens" anknüpft:
"Der Anteil der Frauen,
die kinderlos bleiben, nimmt ständig zu, schreibt Professor
Johannes Dietl von der Universität Würzburg im 'Deutschen
Ärzteblatt'. Nur jede zehnte der Frauen, die zwischen 1930
und 1950 geboren wurden, hatte keine Kinder, und das oft
unfreiwillig. Heute, so Dietl, werde dagegen auch freiwillig
auf ein Kind verzichtet. Von den Frauen, die nach 1965
geboren wurden, dürfte jede dritte kinderlos bleiben."
So etwas
nennt man Dramatisierung des
Geburtenrückgangs!
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- SIEMS,
Dorothea (2001): Die Überalterung ist
unaufhaltsam,
in:
Welt v. 01.06.
- Kommentar:
Zwei Mythen tischt SIEMS dem Leser auf.
Paare, "die
sich erst einmal für ein Kind
entschieden haben, bekommen in den
meisten Fällen zwei und mehr Kinder. Und
zwar unabhängig davon, welcher sozialen
Schicht sie angehören (...), schreibt
SIEMS, um dann darauf hinzuweisen, dass
(...) "der Anteil der
Akademikerinnen, die kinderlos bleiben
werden, mittlerweile doppelt so hoch wie
der der Hauptschulabsolventinnen"
ist.
Dies ist
die so genannte
"Polarisierungsthese", die von
den
Theoretikern
des Familiensektors vertreten
wird, die aber in dieser Form nicht
haltbar ist. Die Anzahl der Kinder pro
Frau ist schichtabhängig.
Mittelschichtfrauen haben weniger Kinder
als Unterschicht- und Oberschichtfrauen.
Der zweite
Mythos ist noch gravierender:
"Jahrhundertelang waren Kinder für
die Menschen unverzichtbar, um das eigene
Alter abzusichern. Inzwischen hat hier zu
Lande und weit gehend auch in allen
anderen europäischen Staaten der
Sozialstaat diese Funktion des eigenen
Nachwuchses abgelöst. Damit ist die
Entscheidung für oder gegen Kinder
erstmals völlig losgelöst vom
ökonomischen Zwang zur Vorsorge."
Die
Rentenversicherung wurde erst notwendig,
weil die Lebenserwartung gestiegen ist,
d.h. die Lebensphase "Alter"
ist neu.
Der
Altersforscher
Martin KOHLI weist darauf
hin, dass vor 120 Jahren kaum jemand das
Rentenalter von damals 70 Jahren
erreichte (siehe Weser Kurier vom
31.05.2001). Er weist zudem darauf hin,
dass die junge Generation von
Transferzahlungen aus dem Rentensystem
profitiert: "Der Wohlfahrtsstaat
verdränge die familiären Leistungen
daher nicht, sondern ermögliche sie
erst", wird KOHLI zitiert.
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TUTT,
Cordula (2001): Aktiendepot statt Kinder.
Folge 5: Länger
leben kostet - Warum die Rentenreform
nicht ausreicht,
in: Financial
Times Deutschland
v. 01.06.
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- TAYLOR,
Laurie & Matthew Taylor (2001): Politics for
Babies,
in: Prospect v. 01.06.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 16. bis 31. Mai 2001
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