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Medienrundschau:
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News vom
01. - 10. Juni 2005
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Zitat
des Monats:
"Sie
wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die
Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles
heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des
Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die
Felskanten schien.
Gegen Mittag glühte der Körper
mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher
zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In
Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die
Gischt und das Gesicht."
(aus:
Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.) |
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- RÄFLE, Claus (2005): Nach Kiew der Liebe
wegen.
Warum einsame Westler in die Ukraine reisen? Weil rund 1000
Agenturen Hochzeiten vermitteln,
in: Tagesspiegel v. 10.06.
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HOFFMANN, Andreas (2005): Union will Sonderbeitrag für Kinderlose
kippen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.06.
- Kommentar:
Die Überschrift führt in die Irre. Kinderlose
sollen keineswegs entlastet werden, sondern Eltern:
"Die Union will stattdessen den
Beitrag für alle Arbeitnehmer um 0,1 Prozentpunkte erhöhen. Wer
Kinder erzieht, soll dann pro Kind mit fünf Euro im Monat entlastet
werden."
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LESSENICH, Stephan (2005): Der ganz normale Irrsinn.
Popularklage gegen die SPD. Die
Reformsozialdemokratie macht uns geistig und moralisch krank. Es ist
höchste Zeit, sich dagegen zu wehren,
in: Freitag Nr.23 v. 10.06.
- Inhalt:
Der Politikwissenschaftler
Stephan LESSENICH kritisiert u.a.
den Umgang mit dem Generationengerechtigkeits- und
Demografieargument:
"Der
Begriff Umverteilung gilt (...) nur dann als Unwort der
gegenwärtigen Reformpolitik, wenn nicht von der »Gerechtigkeit
zwischen den Generationen« die Rede ist. Hier nämlich steht völlig
außer Frage, dass Ressourcen und Belastungen zwischen der
derzeitigen Rentner- und der gegenwärtigen beziehungsweise
zukünftigen Erwerbstätigengenerationen ungleich verteilt sind und
eben umverteilt gehören. Plötzlich fängt man an, nach den Renditen
der Gesetzlichen Rentenversicherung zu fragen, bilden sich
parteiübergreifend unheilige Allianzen berufsjugendlicher
Parlamentarier, denen im Kampf um Gerechtigkeit für ihre
»Generation« keine Polemik zu billig ist und umgekehrt kein
Hüftgelenk für einen der gierigen Alten billig genug sein kann. Auch
hier könnte man fragen, welchen Sinn wohl intertemporale
Generationenbilanzen haben mögen, die die eigene, fiktive (bloß
prognostizierte) Verteilungsposition im Alter mit der tatsächlichen
Verteilungsposition der heute alten Menschen abgleichen - und
stattdessen darauf hinweisen, dass die Idee des Generationenvertrags
darauf zielt, allen Bevölkerungsgruppen (gleich welchen Alters) die
angemessene Teilhabe am hier und heute gesellschaftlich
erwirtschafteten Wohlstand zu gewährleisten. Eigentlich eine recht
einfache und eingängige Vorstellung - aber leider nicht passend zum
derzeit in Deutschland grassierenden und massenmedial geschürten
demografischen Fieber.
Mit dem Demografieargument wird man in den kommenden Jahren
hierzulande wohl ohnehin alles verkaufen können. Nachdem
insbesondere die Medieneliten entdeckt haben, dass Deutschland
altert und die Frauen unter uns weder genug arbeiten noch
ausreichend Kinder kriegen, werden wir Zeugen der öffentlichen
Inszenierung eines - wie immer - deutschen Dramas, das
seinesgleichen sucht."
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SINN, Hans-Werner (205): Führt die Kinderrente ein!
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.06.
- Kommentar:
Hans-Werner SINN stellt ein modifiziertes
Konzept der
Rente nach Kinderzahl vor.
Dass bei SINN Kinderlose jedoch
ausschließlich als Doppelverdiener in den Blick kommen, beweist,
dass es ihm nicht um eine faire Behandlung von Kinderlosen geht,
sondern im Vordergrund steht das Schüren von Ressentiments.
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Urteil zum Elternunterhalt
- MIHM, Andreas (2005): Die Pflege wird zum
Lebensrisiko.
Die Folgen des Karlsruher Urteils,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.06.
-
REICHERT, Martin (2005): Die Rückkehr zum Rudel.
Karlsruhe hat entschieden, dass wir für unsere pflegebedürftigen
Eltern nicht mehr mit persönlichem Vermögen haften müssen. Das
bedeutet: neue Lebensformen auf dem fernen Planeten des Alters,
in: TAZ v. 08.06.
- WEIDENFELD, Ursula (20059:
Unterhaltspflicht.
Die Rechnung geht nicht auf,
in: Tagesspiegel v. 08.06.
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- GRETHER, Kerstin (2005): Kopf und Kragen.
Der britische Pop-Autor Nick Hornby und sein Selbstmörderroman,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.06.
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OTTENSCHLÄGER, Madlen (2005): Die Hungrigen erhoffen sich nichts.
Macht aber nichts,
in: TAZ v. 07.06.
- Inhalt:
Die TAZ widmet der Neuen Mitte eine Serie, in
denen verschiedene Gruppen und ihre politische Präferenzen
ausgelotet werden.
Heute steht die "Generation
Praktikum" auf dem Prüfstand.
Marion (26, Medienwissenschaftlerin,
unbezahltes Praktikum bei einer PR-Agentur), Matthias (Pfarrersohn,
28, Volkswirtschaftler und Politikwissenschaftler, Praktikant einer
Bank), Jonas (25, Sportökonomiestudent, Versicherungspraktikant),
Juliane (22, Praktikantin bei der CDU) und Nadine (26, Psychogin,
Praktikantin) werden vorgestellt.
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- MARTENSTEIN, Harald (2005): Im Auge des
Flamingos.
"Park Avenue" ähnelt mehr Grzimeks Zeitschrift "Das Tier" als
"Vanity Fair",
in: Tagesspiegel v. 07.06.
- Inhalt:
Alexander von SCHÖNBURGs neuestes Produkt
heißt "Park Avenue".
Harald MARTENSTEIN findet darin nur hübsche
Fotos:
"»Park Avenue« gehört zu den Heften, in
denen man den Anzeigenteil vom redaktionellen Teil nur schwer
unterscheiden kann, mit schönen Fotos und Texten von bekannten
Autoren, bei deren Lektüre man aber oft denkt: »Das hat er jetzt
ganz schnell für viel Geld und mit relativ wenig Leidenschaft
geschrieben. Normalerweise ist er besser.» (...).
Die Geschichten sind oft recht
seltsam geschrieben, so, als ob die Autoren total zugekokst gewesen
wären."
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- BINDER, Elisabeth (2005): Lust aufs
Single-Leben.
Ursula Wagner lehrt die Kunst des Alleinseins,
in: Tagesspiegel v. 06.06.
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- MARTENSTEIN, Harald (2005): Zwei linke
Hände.
Was bleibt: Kulturell ist Rot-Grün eine Erfolgsgeschichte –
politisch haben es die Achtundsechziger nicht geschafft,
in: Tagesspiegel v. 06.06.
- Inhalt:
Harald MARTENSTEIN zieht ernüchtert Bilanz:
"Ich gehöre zu dieser Generation, besser
gesagt: zu dieser sozialen Gruppe, die jetzt wahrscheinlich
abgewählt wird. Wir sind wie ein Stamm, wir erkennen einander an
Verhaltensweisen oder Äußerlichkeiten, ähnlich wie Ostdeutsche oder
Großbürgerkinder einander erkennen. Man hat an WG-Tischen gesessen,
Beziehungsdebatten geführt, in K-Gruppen gewirkt ... Wir sind
kulturell geprägt, auch wenn viele von uns inzwischen politisch ganz
anders denken, oder sogar, wie ich, keine Angst mehr vor der CDU
haben.
Im Grunde, behaupte ich, war
Achtundsechzig eher eine kulturelle als eine politische Bewegung. Es
ging, wie man heute sagen würde, um einen neuen Lifestyle, der sich
auch unwiderruflich durchgesetzt hat, um Veränderungen im Verhältnis
zwischen den Geschlechtern, der Umgangsformen, um Sexualität, um
eine Liberalisierung des alltäglichen Lebens – das alles ist auch
politisch, das stimmt, aber eben nicht politisch im engeren,
konkreten Sinn, nicht politisch im Sinne einer Regierungspolitik.
Man muss sich noch einmal die
Programme und die Flugblätter der damaligen Zeit in Erinnerung
rufen. Fast alle Westdeutschen, die unter Rot-Grün etwas wurden,
kamen ja aus K-Gruppen oder von den Spontis oder den
Jungsozialisten."
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- DIECKMANN, Dorothea
(2005): Die Erfindung der Vergangenheit.
Vom Nutzen und Nachteil der Erinnerung in der Literatur,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.06.
- Inhalt:
Dorothea DIECKMANN sieht hinter der
Erinnerungsbedürftigkeit von Autoren wie Sophie DANNENBERG, Rainer
MERKEL und Bernd CAILLOUX das gleiche Motiv wirken wie hinter den
negativen Utopien eines KAFKA oder BECKETT oder den Endzeitvisionen
von JELINEK bis HOUELLEBECQ: "ein allzu berechtigter Mangel an
Zuversicht".
DIECKMANN beunruhigt sowohl das eine als auch
das andere:
"Die Unheils-Projektionen sind die Kehrseite einer
Sehnsucht nach Heilung in (und von) der Welt, die in beiden
Zeitrichtungen leicht zur Sucht nach einer heilen Welt führt - einer
herrlichen Zukunft, einer vollendeten Vergangenheit."
DIECKMANN fordert dagegen den Möglichkeitssinn
eines MUSIL oder das Prinzip Hoffnung (BLOCH) ernst zu nehmen:
"Noch, und immer wieder noch, ist das Gewesene nicht
zu Ende. Die Erzählform der Erinnerung, die das Vergangene
weiterschreibt, wäre die unvollendete Vergangenheit."
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- FUNK, Albert (2005): Niedrige Steuern, hohe
Abgaben.
Familien sind in Deutschland im internationalen Vergleich gering
belastet, für Singles gilt das Gegenteil,
in: Tagesspiegel v. 05.06.
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MARGUIER, Alexander (2005): "Wir denken uns ärmer, als wir sind".
Der Historiker Paul Nolte über Unterschichtenfernsehen und unsere
Angst vor dem Niedergang,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.06.
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NZZ-Zeitfragen: Kinderwünsche
- HE (2005): Kinderwünsche
in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.06.
- RANDERIA, Shalini (2005): Zwang gegen
Einsicht.
Ethnologische Forschungen zu Kultur und Bevölkerungspolitik,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.06.
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RÖSINGER, Christiane (2005): Trullas und Mittelschichtsspießer.
Rot-Grün, wir danken dir (6): Nein! Eine Geschichte mit den Grünen,
die immer unter einem schlechten Stern stand,
in: TAZ v. 04.06.
- Inhalt:
Christiane RÖSINGER zieht Bilanz:
"Als ich längst hätte Schluss machen
müssen, habe ich weiter zu den Grünen gehalten, und es gibt heute
keinen Grund für ein »Danke, Rot-Grün«, höchstens für ein »Es war
nicht alles schlecht bei Rot-Grün«.
Natürlich wird jetzt einiges schlechter und noch hässlicher als
zuvor werden, aber diesmal ist es nicht meine Schuld."
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SCHWARZ, Patrik (2005): Sigmar lass das Nörgeln sein, komm herunter,
reih doch ein!
Aua, die An-Gie-Dos kommen (II): Die Front verläuft künftig nicht
mehr zwischen rechts und links, sondern zwischen Schwätzern und
Denkern. Die karrieristischen Anhänger von Angie M. und Guido W.
plappern nach, Neokonservative wie Frank Schirrmacher denken vor. Die
Chance der Linken: Nicht mit Ersteren hadern, sondern mit Zweiteren
streiten,
in: TAZ v. 04.06.
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WALTER, Klaus (2005): Der Krebs als
moralische Anstalt.
She should be so lucky: Kylie Minogues kranke Brust, der Boulevard
und das antifeministische Rollback,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.06.
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- MANGOLD, Ijoma (2005): Körper der
Bundesrepublik.
Urbane Weltläufigkeit und Anmut der Neuen Mitte: Abschied vom
regierenden rot-grünen Phänotyp,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.06.
- Inhalt:
Für
Ijoma MANGOLD ist die Neue Mitte in erster
Linie eine ästhetische Kategorie:
"1998 nahm die Neue Mitte Gestalt
an. Und es war klar, dass diese und weniger ein sozial-ökologisches
Reformmilieu das moderne Deutschland ausmachte."
Für den Herbst
prognostiziert MANGOLD, dass die Neue Mitte sich für die
Besitzstandswahrung entscheidet:
"Die neue Mitte wird sich eine neue
Heimat suchen. Und dabei werden möglicherweise nicht wenige lernen,
dass ihre materiellen Interessen durch den, in dem sie sich
ästhetisch nicht wiedererkennen, sogar wirkungsvoller wahrgenommen
werden."
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ENGELMANN, Jan (2005): Papa halt.
Kinder ja oder nein? Galt es bislang als Privileg der Singles, das
Leiden an sich und den Umständen in Erfolg umzumünzen, betätigen sich
nun einige Schriftsteller als Analytiker eines neuen Bewusstseins: Was
heißt das eigentlich, Vater zu sein?
in: TAZ v. 03.06.
- Kommentar:
Jan ENGELMANN freut sich darüber, dass
Kinderlose (fälschlicherweise wird hier der Begriff Single
verwendet) in die Defensive geraten sind.
ENGELMANN bleibt jedoch den
Beweis schuldig, dass Kinderlose - außerhalb der reaktionären
Publizistik oder der Anspruchshaltung der Wirtschaft - je NICHT in
der Defensive waren.
Mit Klaus MODICKs
"Vatertagebuch" stellt ENGELMANN einen geläuterten 68er vor, der
sich nun als Familienfundamentalisten outet:
"Beim
staunenden Lesen gewinnt man den Eindruck, als habe sich da einer
mal zum Ziel gesetzt, den Spieß umzudrehen, die etwas schal
gewordenen Befreiungsrhetoriken umzupolen in ein flammendes Plädoyer
für ein neues Wir-Gefühl und Familienbande.
Galt es bislang als Privileg der Singles, das Leiden an sich und den
Umständen in beruflichen Erfolg umzumünzen, so käme es heute
darauf an, die gesellschaftliche Anerkennung für Familien zu
verbessern. Denn die »Wichtigtuerei des Individuums« - die Modick
freilich als künstlerischen Antrieb selber kennt - führe in letzter
Konsequenz zu einer »Form gesellschaftlicher Impotenz«.
Mit diesem Outing als Familienfundi setzt der Autor eine Zäsur in
der väterlichen Erbauungsliteratur, die in den letzten Jahren
zunehmend grassierte."
Unter Verweis auf so
unterschiedliche Publikationen wie jene von Sven REGENER ("Herr
Lehmann"), Joachim LOTTMANN ("Die
Jugend von heute") und Joachim BESSINGs Pamphlet
"Rettet die Familie" behauptet
ENGELMANN:
"In
jüngeren Publikationen geht es immer häufiger um die Stärkung der
Vater-Kind-Beziehung und damit um einen neuen Rollenentwurf, der die
Gleichgültigkeit postmoderner Hedonisten hinter sich lässt".
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WINKELMANN, Ulrike (2005): Spenden sammeln für mehr Markt.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft will die "Reform"-Bereitschaft
auch im Wahlkampf fördern. Um ihre "Überparteilichkeit" zu
unterstreichen, gründet sie einen Förderverein und sucht Anschluss an
die Universitäten,
in: TAZ v. 03.06.
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SCHWARZ, Patrik (2005): Aua, die An-Gie-Dos kommen.
Warum es keine Generation Guido gibt, aber eine Generation Frank.
Warum die wahren Verehrer der Linken konservativ sind. Warum die
generation gabriel jetzt kleine Buchstaben schreiben muss. Und wie und
warum es für Leute 40 plus unter einer Kanzlerin Angela Merkel und
einem Vizekanzler Guido Westerwelle dennoch aufwärts geht,
in: TAZ v. 03.06.
- Kommentar:
SCHWARZ behauptet allen Ernstes, dass bisher in
Deutschland ein "liberal-alternatives Milieu" die Medienthemen
bestimmt hätten. Ab Herbst würde dann die neukonservative Generation
Frank SCHIRRMACHER die Themen bestimmen. Man wundert sich hier
höchstens über den fortgeschrittenen Realitätsverlust eines Milieus,
das man guten Gewissens weder als liberal, noch als alternativ
beschreiben kann.
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ILLOUZ, Eva (2005): Berechnung und Hingabe.
Der Kapitalismus hat einst die Trennung von Ökonomie und
Leidenschaft ermöglicht. Darin lag seine Kreativität. Heute
verschmelzen wieder Markt und Gefühl,
in: ZEIT Nr.23 v. 02.06.
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WALTER, Franz (2005): Republik im Abschied.
Die Deutschen sind erschöpft vom schneidigen Vokabular des
Reform-Establishments - und werden trotzdem die liberalen
Marktreformer wählen. Skizze einer paradoxen Stimmungslage,
in: ZEIT Nr.23 v. 02.06.
- Inhalt:
Franz Walter sieht die Grünen im politischen
Abseits:
"Einige Zeit galt der
Postmaterialismus als Erbfolger des auslaufenden Industrialismus. In
dieser Zeit galt Rot-Grün als das Modernisierungsbündnis, als der
kongeniale kulturelle Ausdruck einer Gesellschaft des Wertewandels
diesseits vom überständigen Konservatismus, Konfessionalismus,
Honoratiorenliberalismus und gewerkschaftsbürokratischen
Sozialetatismus. Grün war die Farbe der Avantgarde. Doch auch das
scheint nur passé zu sein. Die Grünen sind an keinem Länderkabinett
mehr beteiligt, zum Ende des Jahres werden sie, ganz ohne
Regierungsmacht, einsam und verlassen in der politischen Landschaft
stehen."
Aber auch Schwarz-Gelb und
den Marktradikalismus sieht WALTER mittelfristig in der Krise:
"Die modernen europäischen
Gesellschaften haben keinen Mangel an Wettbewerb, an Märkten, an
Freiheitsräumen, an Individualisierung, an Autonomie: All das ist im
Überfluss vorhanden. Zur Mangelware aber sind, als Folge der
Überproduktion im neuliberalistischen Wandel, die Bindungswerte
geworden. Es fehlt an Kohäsion, an Sinn, an Zielen, an
Orientierungen, an intakten und integrativen Institutionen. Die
Nachfrage nach dieseen unterangebotenen Stoffen wird in den nächsten
Jahren explosiv ansteigen. Aber der Westerwelle-Merkel-Liberalismus
hat dafür keine Fertigungskonzepte."
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KAST, Bas (2005): Vertrau mir.
Das Kuschelhormon Oxytocin hilft uns, Brücken zu anderen Menschen
zu bauen,
in: Tagesspiegel v. 02.06.
- Kommentar:
Sieht so die schöne neue Welt des Geschlechterzusammenlebens aus?
Mann und Frau streiten sich nicht mehr mit Worten, sondern besprühen
sich mit Kuschelhormonen. Friede, Freude, Eierkuchen...
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HOLERT, Tom (2005): Die regierende Opposition.
Rot-Grün, wir danken dir (5): Spontanpolitik, Krisenverwaltung -
einmal aber setzten sich Schröder und Fischer an die Spitze der
Zivilgesellschaft,
in: TAZ v. 02.06.
- Kommentar:
Tom HOLERT missbraucht das
Demografieargument als mildernden Umstand für Rot-Grün. Für
jemanden, der Beiträge zum
"Glossar der Gegenwart" schreibt,
ist dies ein intellektuelles Armutszeugnis!
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- FUCHS, Oliver (2005): Dies also ist des
Pudels Club.
Wieso ist ausgerechnet Hamburg die deutsche Pophauptstadt? Ein
Besuch bei Andreas Dorau, DJ Koze und der Revolution,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.06.
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- LETHEN, Helmut (2005): Die Evidenz des
Schmerzes,
in: Merkur Nr. 674, Juni
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NEON-Titelgeschichte:
Freunde fürs Leben!
Erster Job, neue Stadt, enig Zeit - wie wir
uns trotzdem nicht aus den Augen verlieren |
- NEON (2005): Für immer Freunde?
Schwer zu finden und leicht zu verlieren: FREUNDE. Wir haben neun
Autoren gebeten, für uns die Geschichte einer verlorenen
Freundschaft aufzuschreiben. Traurig, aber auch sehr schön - denn
echte Freundschaft darf auch mal wehtun,
in: Neon, Juni
- Kommentar:
Die Titelgeschichte ist diesmal nur Magerkost.
Sollten wir zu viele Feiertage haben? Informativer ist die
Titelgeschichte über Freundschaft in
Psychologie Heute
vom Mai.
- WEWER, Antje (2005): Freunde mit
Verfallsdatum.
Das gibt es, sagt die Soziologin und Freundschaftsexpertin Jan Yager.
Aber nicht immer bedeutet ein Verrat ein Ende,
in: Neon, Juni
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- SCHRÖDER, Vera (2005): "Ich bin
Neurotiker und eine Heulsuse".
Ehrliche Kontaktanzeigen.
Nichts als die Wahrheit, 7. Teil: NEON-Singles erzählen aufrichtig von
ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
in: Neon, Juni
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- KNÜPLING, Friederike (2005): Das erste Mal
im Fitness-Studio.
Eigentlich will unsere Kolumnistin nur ihre Rückenschmerzen
bekämpfen und in Ruhe Sport machen. Doch dann kommen die
Schmeißfliegen, die sie unbedingt kennen lernen wollen,
in: Neon, Juni
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KREYE, Andrian (2005): Das geheime Wissen.
Was ist Hip? In seinem neuen Buch versucht der amerikanische
Popkritiker JOHN LELAND eine historische Definition. Er hat die
Geschichte des Wortes "Hip" bis zu ihren afrikanischen Wurzeln
zurückverfolgt. Und findet es schade, dass man Hipness heute kaufen
kann,
in: Neon, Juni
- Kommentar:
John LELAND hat in seinem Buch
"Hip - The History" die Geschichte
des Hip in sechs Phasen unterteilt.
Am Anfang stehen EMERSON, MELVILLE und
WHITMAN Mitte des 19. Jahrhunderts. Dann sind wir bereits im Paris
der 1920er Jahre bei der Lost Generation. Die dritte Phase wird von
der Beat Generation in den 1950er Jahren bestritten. Norman MAILER
lieferte dazu 1957 mit "White Negro" jene Geschichte des Hip, die
immer noch zum Standard der Hip-Erzählungen gehört. Punk und Hip Hop
werden von LELAND zur vierten Phase gezählt. Danach kommen die
Nerds, die nicht immer ihr schlechtes Image hatten.
Die Jetzt-Zeit ist geprägt
durch den Hip-Konsumerismus, den
Thomas FRANK in "The Conquest of Cool" als Konsequenz des
Erfolgs der Gegenkultur beschrieben hat. Die
Bobos (David BROOKS) sind der Inbegriff dieser neuen Kultur des
Kapitalismus. Mit ihnen ist jedoch dieser Zyklus der Hipness an
seinem Ende angelangt. Soziale Aufsteiger, die im Establishment
angekommen sind, sind alles andere als hip. Damit sind wir aber
bereits mitten in der siebten Phase, deren Coming-Out noch bevor
steht. Wer wird diesen neuen Kulturkampf gewinnen?
Hipness ist - vereinfacht
ausgedrückt - die Vorstellung, dass nicht die Oberschicht, sondern
die Unterschicht der Motor kultureller Erneuerung ist.
Aber diese Unterschicht ist nichts ohne ihre Interpreten aus der
Gegenelite...
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- MOCEK, Ingo/RÜTH, Steffen/STURM, Rüdiger/WEWER,
Antje (2005): Wie werde ich...?
Es gibt Menschen, die als Prototyp Karriere machen, als Sexgöttin,
Angeber oder coole Sau. Aber lohnt ein Leben als Dandy wirklich?
Welche Strapazen nimmt ein Gentleman auf sich?
in: Neon, Juni
- Inhalt:
Die Autoren stellen sechs Prototypen vor: von Diane
BRILL (Sexgöttin) über Daft Punk (cool), Tom WOLFE (Dandy), 50 Cent
(Angeber), Jeremy IRONS (Gentleman), Eva GREEN (Traumfrau) bis zu
Anne WILL (Souveränität).
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PSYCHOLOGIE
HEUTE-Titelgeschichte:
Wie viel Sex braucht die Liebe?
Warum Lustlosigkeit so normal ist |
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SYDOW, Kirsten von (2005): Willkommen im Club.
Dass die anfängliche Leidenschaft im Laufe der Beziehung abflaut,
kennen die meisten Paare aus eigener Erfahrung. Geringeres sexuelles
Interesse wird neuerdings als funktionelle Sexualstörung gedeutet.
Aber: Gelegentliche Unlust ist ein normaler Bestandteil des Lebens
und sollte nicht pathologisiert werden. Wie kann man mit der Flaute
im Bett umgehen?
in:
Psychologie Heute Nr.6, Juni
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CLEMENT, Ulrich (2005): Erotik - eine Frage der Entscheidung.
Sexuelle Selbstverwirklichung statt sexueller Lustlosigkeit,
in:
Psychologie Heute Nr.6, Juni
-
NUBER, Ursula (2005): Das Kabarett, das eine Therapie ist.
Bernhard Ludwig gibt in seiner "Anleitung zur sexuellen
Unzufriedenheit" erotischen Nachhilfeunterricht,
in:
Psychologie Heute Nr.6, Juni
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LEYEN, Ursula von der (2005): Demografischer Wandel - Zukunft der
Sozialsysteme.
Generationennetzwerke und gelebte Solidarität heißen die Antworten
auf die veränderte Altersstruktur der Gesellschaft. Eine aktive
Bevölkerungspolitik ist gefordert,
in: Die Politische Meinung, Nr.160, Juni
-
HONDRICH, Karl Otto (2005): Die mittleren Jahre.
Die Zeit aktiver Berufstätigkeit verkürzt sich in den
Einzelbiografien immer mehr. Zu gesellschaftlichen Veränderungen
durch die Logik der Produktivitätssteigerung (Teil 1),
in: Die Politische Meinung, Nr.160, Juni
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom
24. - 31. Mai 2005
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