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Medienrundschau:
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News vom 01. - 10. Juni
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MÖNCH, Regina (2007): Frau Doktors unsichtbares Kind.
Gestritten wird viel, zuverlässig gewusst wenig: Den Befunden zur
Kinderlosigkeit in Deutschland fehlt die exakte Datenbasis,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
- Inhalt:
Regina MÖNCH stellt das Buch
"Ein Leben ohne Kinder",
herausgegeben von Dirk KONIETZKA & Michaela KREYENFELD, vor:
"irrsinnigerweise werden immer wieder
nur bis zu 39 Jahre alte Frauen zum Kinderwunsch oder Kinderglück
befragt (...). Wer sein erstes Kind also später bekommt - wie gerade
Akademikerinnen -, wird von der deutschen Statistik ignoriert und in
ideologisch aufgeladenen Debatten als Kinderlose gebrandmarkt."
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PERGANDE, Frank (2007): Umgekehrte Annäherung.
In der Familienpolitik ist die deutsche Einheit nicht erreicht.
Dieses Mal aber übernimmt der Westen das Modell des Ostens,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
- Inhalt:
Frank PERGANDE berichtet über die
Ost-West-Unterschiede bei der Familiengründung in Deutschland, die
auch ein zentrales Thema des Buches
"Ein Leben ohne Kinder"
sind.
Der Rückgang der zusammengefassten
Geburtenziffer - "zeitweise sogar auf 0,8 Kinder pro Frau" -
verdeckte die Tatsache, dass es in den neuen Bundesländer weiterhin
weniger Kinderlose gab als in Westdeutschland. Ursache ist der
"Tempoeffekt", d.h. der Anstieg des mittleren Gebäralters der
Frauen.
Die zusammengefasste
Geburtenziffer - in der öffentlichen Debatte neben den
Geburtenzahlen jene Maßzahl, die am häufigsten im Mittelpunkt
demographischer Debatten steht - ist kein zuverlässiger Indikator
für die Entwicklung der Geburten in Deutschland, wie Michaela
KREYENFELD und Dirk KONIETZKA in dem Buch
"Ein Leben ohne Kinder" aufzeigen.
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ECHT/HEIER/SPRE/UVR (2007): Wir können auch anders.
Vor einer Revolution der Fortpflanzung,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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ALBRECHT, Jörg/HEIER, Magnus/KARBERG, Sascha/SIEHOFF, Jonas (2007):
Männer, alles halb so wild.
Vergangene Woche wurde ein neuer Weg beschrieben, Stammzellen zu
gewinnen. Er könnte auch die Fortpflanzung auf den Kopf stellen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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KÖPF, Nike (2007): Mach es wie der Hammerhai.
Parthenogenetische Fortpflanzung ist im Tierreich gang und gebe,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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FAS-Vorabdruck: Die Hauptstadt der Barbaren.
Ist menschliches Leben möglich in der deutschen Hauptstadt - und wenn
ja: Wird die Zivilisation dort jemals ankommen? Das sind so die
Fragen, die sich stellen im Berliner Alltag. Und weil die schnellen
Antworten meist die falschen sind, haben Georg Diez, Nils Minkmar,
Peter Richter, Claudius Seidl und Anne Zielke ein Buch geschrieben:
"Schaut auf diese Stadt!"
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ZIELKE, Anne (2007): Der Aufzug,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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DIEZ, Georg (2007): Das Licht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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RICHTER, Peter & Claudius SEIDL (2007): Kunst,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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MINKMAR, Nils (2007): Der Neue,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.
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SIRLESCHTOV, Antje (2007): FDP findet bei der Familienpolitik nicht
zusammen,
in: Tagesspiegel v. 10.06.
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SCHULZE, Gerhard (2007): Jenseits von Haben und Sein.
Nicht nur Gefühl, nicht nur Kalkül -zukunftsgerichtete
Lebensentwürfe müssen das eindimensionale Denken sprengen,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.06.
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GÜNTNER, Joachim (2007): Opfer einer Damenwahl,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.06.
- Inhalt:
"Noch lässt sich der ostdeutsche Mann in Not mit
hängenden Schultern darstellen. Steht er bald stramm, wie es bereits
heute einige tun, reckt den geschorenen Kopf und die Hand zum
unheilvollen Gruss? Über Skinheads und Neonazis sang die
Punkrock-Band «Die Ärzte» 1993 sinnig: «Deine Gewalt ist nur ein
stummer Schrei nach Liebe / Deine Springerstiefel sehnen sich nach
Zärtlichkeit.»", fragt sich GÜNTNER angesichts der Studie
"Not am Mann", die von FAZ und Spiegel gehypt
wird.
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SIRLESCHTOV, Antje (2007): Zulasten der Familie.
Trübe Aussichten: Die zugesagten Gelder kommen in einen Sondertopf,
in: Tagesspiegel v. 09.06.
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RM-Pro & Contra: Soll es ein Betreuungsgeld geben?
- PFLÜGER, Friedbert (2007): Nein, es
entsteht die Versuchung, die Kinder vor den Fernseher zu setzen und
das Geld zu kassieren,
in: Rheinischer Merkur Nr.23 v. 07.06.
- STEWENS, Christa (2007): Ja, denn nur so
können Eltern wirklich wählen, ob sie ihre Kleinstkinder in eine
Kita geben wollen oder sie zu Hause erziehen,
in: Rheinischer Merkur Nr.23 v. 07.06.
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MAYER, Susanne (2007): Mädels, darf es etwas mehr sein?
Die Frauenbewegung kommt als Buch. Vier neue Titel! Sie geben sich
erstaunlich moderat,
in: Die ZEIT Nr.24 v. 06.06.
- Inhalt:
Susanne MAYER hat an allen besprochenen
Büchern etwas auszusetzen.
Zu Katrin GÖRING-ECKARDT
("Leichter gesagt als getan") heißt es lapidar:
"Das Buch dokumentiert, warum nichts war mit
Frauenpolitik bei Rot-Grün".
Am Buch
"Schwestern" von Silvana KOCH-MEHRIN missfällt MAYER deren Kritik an der
Alleinverdienerfamilie, speziell die hohen Transfergelder für
Familien.
Ausführlicher wird MAYER nur bei Ursula von der
LEYEN ("Wir
müssen unser Land für die Frauen verändern"):
"Es ist übrigens keineswegs wahr,
dass in Skandinavien das Elternjahr zum Durchbruch in der
Familienpolitik führte. Es war ein Dreiklang, der das schaffte:
Abschaffung der Ehesubvention, Qualifizierung aller Krippen, Kitas
und Schulen zu fördernden Ganztagsinstitutionen,
Individuelabesteuerung von Mann und Frau.
Vor so viel Konsequenz schreckt
das Buch zurück."
Auch Alice SCHWARZER ("Die
Antwort") ist ihr gleichstellungspolitisch zu defensiv:
"Politisch sähe Mut so aus: keine
Staatsaufträge an Firmen, die Gleichstellung nicht umsetzen. Steht
doch im Grundgesetz".
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EMUNDTS, Corinna (2007): Geld macht nicht schlau.
Familienministerin Ursula von der Leyen will sozial benachteiligte
Kinder fördern - mit Gutscheinen für Tagesmütter und Kitas. Die CSU
droht mit Boykott,
in: Die ZEIT Nr.24 v. 06.06.
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OESTREICH, Heide (2007): Mama soll's richten.
Um die demografische Wachstumsschwäche der kommenden Jahre
auszugleichen, muss deutschen Müttern die Berufstätigkeit erleichtert
werden, fordern einmütig Experten und auch die EU-Kommission. Doch das
hiesige Steuersystem arbeitet dagegen,
in: TAZ v. 05.06.
- Anmerkungen:
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat eine
Studie erstellt, die einen Zusammenhang zwischen demografischer und
wirtschaftlicher Entwicklung behauptet. Der "USA mit ihrer
Traumgeburtenquote von 2,1 Kindern pro Frau" wird eine günstigere
Entwicklung zugeschrieben.
Der Soziologe Karlo Otto HONDRICH hat in seinem Buch
"Weniger sind mehr" die enge Kopplung zwischen Geburten- und
Wirtschaftsentwicklung widerlegt.
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DRIBBUSCH, Barbara (2007): Berufstätigkeit lohnt sich für Mütter kaum.
DIW-Institut: Steuern und Betreuung schlucken Einkommen der Mütter.
Teilzeitjobs zahlen sich nur langfristig aus,
in: TAZ v. 05.06.
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SIRLESCHTOV, Antje (2007): Krippen hui, Steuern pfui,
in: Tagesspiegel v. 05.06.
- Inhalt:
"Eine Reform des Ehegattensplittings, ein Hauptgrund
für mangelhafte Mütterbeschäftigung in Deutschland, will die
CDU-Familienministerin in den nächsten Jahren nicht anpacken. Je
mehr Mütter arbeiten gehen können, weil sie kostengünstige
Kinderbetreuung finden, umso weniger Gewicht werde das Splitting
haben, argumentiert die Ministerin zur Begründung. Eine Reform, etwa
hin zum Familiensplitting, erscheint ihr daher weniger drängend als
der Ausbau der Kinderbetreuung", berichtet SIRLESCHTOV.
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HOFFMANN, Andreas & Jens SCHNEIDER (2007): Pflegereform trifft
Privatversicherte.
Prämien von Selbständigen und Gutverdienern könnten um mehr als 60
Prozent steigen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.06.
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BERTH, Felix & Bernd DÖRRIES (2007): Teure Tagesmütter.
Alle Betreuerinnen müssen Gehalt künftig versteuern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.06.
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JSC (2007): Gutscheine für Bildung.
Von der Leyen schlägt Coupons statt "Herd-Prämie" vor,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.06.
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REITSCHUSTER, Boris (2007): Die Schule der Luder.
Anhimmeln, anbaggern, anschmiegen: wie die Elevinnen der Moskauer
Anmach-Akademie lernen, Männern zu gefallen,
in: Focus Nr.23 v. 04.06.
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SIRLESCHTOV, Antje (2007): Wenn der Job nicht lohnt.
Familien stehen mit einem Alleinverdiener bisweilen besser da, als
wenn beide Eltern arbeiten gehen,
in: Tagesspiegel v. 04.06.
- Inhalt:
SIRLESCHTOV berichtet über eine Studie des
DIW, in der die Bevorzugung der Alleinverdienerehe gegenüber der
Doppelverdienerehe belegt wird. Es geht u. a. um das
Ehegattensplittung und die Mitversicherung von Ehefrauen. Einzig
Doppelkarrierepaare mit privatem Netz stehen besser:
"am allerschlimmsten trifft es
diejenigen, die dort wohnen, wo die Infrastruktur für
Kinderbetreuung schlecht ausgebaut ist. Denn dort müssen Familien
für Babysitter oder andere Privatbetreuung mehr Geld ausgeben.
Arbeitet eine Mutter 20 Wochenstunden, errechnet das DIW, ist die
Netto-Bilanz der Familie immer noch negativ. Erst bei einer
40-Stunden Vollzeitstelle bleibt netto mehr übrig. Aber auch nur
rund 14 Prozent. Viel besser stellt sich eine Familie finanziell
nur, wenn beide Eltern Akademiker mit höherem Einkommen sind, die
Mutter nach der Babypause gleich wieder Vollzeit in die Arbeit
einsteigt und am besten noch eine Oma bei der Kinderbetreuung
aushilft"
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- DORN, Thea (2007): Lila Rost.
Alice Schwarzer zertrümmert die Kernsätze des Patriarchats und gibt
Eva Herman eine altlinke, antibürgerliche Antwort,
in: Welt v. 02.06.
- Inhalt:
"Besonders ärgerlich werden sachliche Ungenauigkeiten
an Stellen, an denen die Autorin Recherchegenauigkeit demonstriert:
»Der wahre Kinderknick hat nicht heute stattgefunden, sondern
zwischen 1970 und 1975. In diesen Jahren ist die Statistikkurve in
Deutschland von 2,5 Durchschnittskindern pro Frau auf 1,5 gefallen
(heute 1,4)« In Zeiten, in denen selbst ernannte Reiter der
demografischen Apokalypse mit schriller Stimme Halbwahrheiten
verbreiten, freut man sich über Sätze wie diesen. Der einzige Haken:
Auch dieser Satz ist nur halb wahr. Ein Blick in die deutsche
Geburtenstatistik zeigt, dass der korrekt bezifferte Rückgang von
durchschnittlich 2,5 auf 1,5 Kinder pro Frau nicht zwischen 1970 und
1975 stattgefunden hat. Sondern zwischen 1964 und 1975. Dass dieser
Fehler nicht schlichter Schlampigkeit geschuldet ist, sondern
Methode hat, wird klar, sobald man weiter liest: »Kein Vertun also:
Es war nicht die Pille, die ab Mitte der 60er Jahre das
Sexualverhalten veränderte, es war die Frauenbewegung.« - Und die
gab es im Gegensatz zur Pille eben erst in den 70ern, weshalb die
Jahreszahlen frisiert werden", kritisiert Thea DORN.
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BRAUN, Adrienne (2007): Frauen ziehen sich wie Männer an.
Hannelore Schlaffer beschreibt das Ende der Weiblichkeit,
in: Stuttgarter Zeitung v. 02.06.
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- MESSMER, Susanne (2007): Im Bauch der
Bassistin.
Verlieren und lieben: Ein Besuch bei dem amerikanischen
Schriftsteller in Brooklyn,
in: Tagesspiegel v. 02.06.
- Inhalt:
"Es ist ein warmer, sonniger Tag, an dem Jonathan
Lethem zu sich nach Hause in Brooklyn bittet. Kommt man mit dem Taxi
vom Szeneviertel Williamsburg nach Boerum Hill, stechen zunächst die
vielen Waschsalons, Burgerfilialen und billigen Haushaltswarenläden
ins Auge. Die Dichte stilvoll abgewetzter Cafés und schlampiger
Plattenläden ist viel geringer als in Williamsburg, hier hat sich in
den letzten zwanzig Jahren nicht so viel verändert wie anderswo",
schildert Susanne MESSMER den Weg zu
Jonathan LETHEM, der ansonsten kaum zu Wort kommt, stattdessen
bringt MESSMER den Inhalt des neuen Romans selber auf den Punkt:
"»Du
liebst mich, du liebst mich nicht« ist ein Buch, das goldene
Fäden um einen kurzen, magischen Moment spinnt, wie ihn jeder einmal
erlebt hat oder zu erleben hofft. Kurz sieht es so aus, als könnte
diese Band berühmt werden – aber wie im wirklichen Leben zerstäubt
am Ende der Zauber. (...).
Trotz anderer Spielplätze und einer
neuen Leichtigkeit geht es wie so oft bei Jonathan Lethem um das
Leben der Boheme, um Subkulturen und Nachbarschaften, die zumindest
zeitweise kleine, utopische Blasen bilden. Schade, dass sie am Ende
platzen und die Kapitulation folgt."
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HÖGE, Helmut (2007): Vom Glück, der Verberuflichung zu entgehen.
Die Vereinigung von Mensch und Maschine schreitet voran: Die
digitale Boheme sieht sich an der Spitze einer Bewegung, die urbanen
Penner versuchen sie aufzuhalten,
in: TAZ v. 01.06.
- Inhalt:
"Es war das Jahr 1996, als das
manager-magazin vom neuen elektronischen Zeitalter - und
namentlich von seinem Vorreiter Don Tapscott und seinem Bestseller
»Die digitale Revolution« schwärmte. Die neuen Medien, prophezeit
er, werden eine völlig neue Ökonomie hervorbringen(...).
Als »Avantgarde des Sozialraubs«
bezeichnete dagegen der Kultursoziologe Thomas Wagner in der
Jungen Welt (hier
und
hier) die »digitale Boheme«, wie die mit Handys und Coffee to go
ausgerüsteten jungen kreativen »Laptopper« von den
Berliner Autoren Holm Friebe und Sascha Lobo genannt werden.
Wagner führt deren »Kreativideologie« bzw. »Neoliberale
Klassentheorie« auf die Thesen des US-Ökonomen Richard Florida
zurück, der in seinem Bestseller
»Der Aufstieg der kreativen Klasse« allen Ernstes einen »Boheme-
und Schwulenindex« zur Messung des neuen Kreativ-Potenzials von
Großstädten erfand. Danach würde Berlin ganz gut dastehen!
Die Chefredakteurin von Tagesspiegel-Online
Mercedes Bunz sprach in bezug auf diese Kreativszene jedoch eher
pessimistisch von »urbanen Pennern«. (...). Kürzlich gab sie jedoch
zu bedenken, dass die Problematik der »urbanen Penner« nun vom
Aufschwung überlagert werde. Der alte Marxist André Gorz sieht in
dieser Kreativszene, die feste Arbeitsstellen ablehnt und beweglich
bleiben will, sehr viel optimistischer: Auch er geht von einem
unaufhaltsamen Verschwinden der Dauerarbeitsplätze aus. Was danach
käme? Die Generation X, wie bei Douglas Coupland, namenlose Helden des
Prekären und Pioniere der Wiederaneignung von Zeit. (...)."
Helmut HÖGE fragt sich
kurz, wie soziologisch relevant diese
Eliten der beschleunigten Gesellschaft
sind, nur um anschließend eine Utopie des Schriftstellers Kurt
VONNEGUT zur neuen Klassengesellschaft vorzustellen:
"Die Massen werden
scheinbeschäftigt und sozial mehr schlecht als recht endversorgt,
während eine kleine Elite mit hohem IQ, vor allem »Ingenieure und
Manager« (Problemlöser/Kreative), die Gesellschaft bzw. das, was
davon noch übrig geblieben ist - »Das höllische System« (so der
deutsch Titel des Romans) -, weiter perfektioniert. Schon bald sind
alle Sicherheitseinrichtungen und -gesetze gegen Sabotage und Terror
gerichtet. Trotzdem organisieren sich die unzufriedenen
Deklassierten im Untergrund, sie werden von immer mehr »Aussteigern«
unterstützt - und irgendwann schlagen sie los, d. h. sie sprengen
alle möglichen Regierungsgebäude und Fabriken in die Luft. Ihr
Aufstand scheitert jedoch. Nicht zuletzt deswegen, weil die Massen
nur daran interessiert sind, wieder an »ihren« geliebten Maschinen
zu arbeiten."
Die digitale Bohème und die
urbanen Penner (Beschleuniger und Entschleuniger im Sinne von Peter
GLOTZ) sind für HÖGE zwei Eliten, die den Weg in diese schöne neue
Welt ebnen:
"Die »digitale Boheme« nun ist bemüht,
sich an die Spitze dieser Entwicklung zu setzen bzw. dort zu halten,
während die »urbanen Penner« wohl eher versucht sind, sich dem
Widerstand dagegen anzuschließen."
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MARTENSTEIN, Harald (2007): Über den Frauenmangel,
in: Tagesspiegel v. 01.06.
- Inhalt:
"Ich bin für Emanzipation und all das. Gleichzeitig sehe ich, dass
die Chancengleichheit den Karrieredruck auf uns Männer wahnsinnig
erhöht. Einerseits haben wir jetzt all die ehrgeizigen Frauen als
Konkurrentinnen, andererseits werden wir, wenn wir es nicht nach
oben schaffen, dadurch zusätzlich bestraft, dass wir keine Partnerin
finden oder sogar Nazis werden müssen. Es gibt wirklich sehr nette
Fensterputzer!" meint Harald Martenstein zur
Not am Mann.
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BERNARD, Andreas (2007): Pop-Literatur,
in: SZ-Magazin v. 01.06.
- Anmerkungen:
Der Popjournalist Andreas BERNARD erläutert
das Grundprinzip der Pop-Literatur
in Anlehnung an Hubert WINKELS,
der zwischen Empathikern (Authentizität von Autor und Werk) und
Gnostikern (Differenz von Autor und Werk) unterschied.
Pop-Literaten verkörpern
ihr Buch und nehmen damit die "Rolle einer Geschmacksinstanz im
alltäglichen Leben" ein.
Gibt es aber überhaupt noch ein Außen des Pop?
"Das ermüdendste und mittlerweile
unglaubwürdigste Kriterium ist zweifellos jenes, dass Pop-Autoren
die wilde Antithese zum literarischen Kanon bilden würden. (...).
Außenseiter ist als junger Lektor oder Redakteur inzwischen nicht,
wer sich für Goetz oder Biller begeistert, sondern für Stifter,
Mörike und Immermann."
Anti-Pop lebt einzig aus der Differenz zu Pop
und ist damit nichts anderes als Pop.
Im gegenwärtigen
Kulturklassenkampf um die Hegemonie im Kulturbetrieb spielen die
feinen Unterschiede der Erlebnisklassen eine entscheidende Rolle.
Wer nicht zur
Unterschicht der Erlebnisgesellschaft
gehören will, der muss sich inzwischen auf eine sinnige Weise zum
Pop abgrenzen. Dass diese Abgrenzung mit den Mitteln des Pop
geschieht ist der Unterschied zu den 1950er Jahren.
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JARDINE, Anja (2007): Aschenputtels harte Nuss.
Die Reichen heiraten auch irgendwann – warum also nicht dich? Ginie
Sayles hat es erlebt und gibt ihre Erfahrungen nun gewinnbringend
weiter. Eine private Konsultation,
in: NZZ Folio, Juni/Juli
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WZB-Mitteilungen-Titelgeschichte:
Wenig Platz für den Nachwuchs.
Kinderbetreuung und Frauen-Erwerbstätigkeit in Deutschland |
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BLOME, Agnes & Wolfgang KECK (2007): Mehr Staat, weniger Mama.
Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern im Ländervergleich,
in: WZB-Mitteilungen, Heft 116, Juni
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INTRO-Titelgeschichte:
Party mit Tocotronic |
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GRETHER, Kerstin & Sandra GRETHER (2007): Tocotronic.
Verschwör dich gegen dich - und deine Wunden öffnen sich!
in: Intro Nr.150, Juni
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HEINSOHN, Gunnar (2007): Die demografische Kapitulation.
Nur mit ihrem eigenen Nachwuchs werden die westlichen
Hightechnationen ihren Lebensstandard nicht halten können,
in: Cicero, Juni
- Anmerkungen:
"Von demografischer Kapitulation spricht die
Forschung, wenn in einer Population auf 100 Männer zwischen 40 und
44 Jahren nur noch 80 oder weniger Knaben zwischen null und vier
Jahren folgen. In Deutschland liegt die Zahl derzeit bei 50 Knaben
pro 100 Männern im beschriebenen Altersrahmen. Das große Brimborium
um Elterngeld und Kinderkrippen dreht vor diesem Hintergrund an
Stellschrauben im Mikrometerbereich", verkündet uns
Gunnar HEINSOHN.
Woher er seine Eingebungen hat, das verschweigt er uns. Tippt man
den Begriff in die Suchmaschine Google ein, dann findet man
einen einzigen Treffer (Stand: 27.05.2007), der ebenfalls auf
HEINSOHN verweist. Es spricht also anscheinend weniger "die
Forschung", sondern einzig HEINSOHN. Der Begriff
"Kapitulation" ist derzeit linkspopkulturell der
angesagteste Begriff, wenn das mal kein Zufall ist.
Um das Problem der demografischen Kapitulation zu lösen, hat
HEINSOHN auch gleich die Lösung parat: eine gezielte und selektive
Zuwanderungspolitik.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
25.
- 31. Mai 2007
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