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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 02. Juni 2014

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Über den Zusammenhang zwischen dem demografischen Wandel und der Entwicklung von Kommunen gibt es aufgrund der katastrophalen Datenlage in Deutschland keine gesicherten Erkenntnisse

"Wie groß die Steuereinnahmen einer Kommune sind, scheint kaum von kurzfristigen Bevölkerungsentwicklungen und noch weniger von der Altersstruktur der Kommunen abzuhängen. Dass Kommunen mit einer älteren Bevölkerung grundsätzlich geringere Steuereinnahmen haben, lässt sich entgegen der Alterungsthese nicht eindeutig nachweisen. (...).
Für die Berücksichtigung langfristiger demographischer Entwicklungen müsste aber erst eine Datengrundlage geschaffen werden. Es besteht nach wie vor eher ein Mangel an validen Daten für interkommunale Vergleiche, deshalb befürwortet ein aktuelles Fachgutachten (Gerlach/Hehl/Juncke 2010: 86, 196f.) die Schaffung einer Datenbank, die Konzepte kommunaler Familienpolitik und ihre Evaluationen zusammenführt (vgl. Kreyenfeld 2004). Außerdem wird ein bundesweit einheitliches Monitoring mit klaren Indikatoren nach dem Beispiel des kommunalen Audits in Nordrhein-Westfalen gefordert (Gerlach/Hehl/Juncke 2010: 102)."
(Christian Rademacher in "Deutsche Kommunen im Demographischen Wandel", 2013, S.235)

 
 
       
   

Sind Singles Schuld an der Wohnungsnot in Deutschland?

DESTATIS (2014): 58 % aller Paare mit Kindern leben in den eigenen Wänden,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes v. 02.06.

Einer der Mythen lautet, dass junge Singles den größten Anteil von Wohnflächen für sich beanspruchen. Der Zensus 2011 belegt nun, was auf single-dasein.de bereits seit Bestehen dieser Website sagt:

"Überdurchschnittlich viel Platz pro Person hatten allein lebende verwitwete Seniorinnen und Senioren: Witwen lebten auf 82 m², Witwer sogar auf durchschnittlich 86 m",

meldet das Statistische Bundesamt. Witwen bzw. Witwer behalten oftmals ihre Paar- bzw. Familienwohnung. Da überdurchschnittlich viele Familien (ausgenommen Alleinerziehende) und Paare in Eigentumswohnungen bzw. eigenen Häusern wohnen im Gegensatz zu ledigen Singles sind sie z.B. von Gentrifizierungsprozessen wesentlich seltener betroffen als Singles:

"Wie das Statistische Bundesamt (...)  mitteilt, wiesen von allen Haushaltstypen Paare mit minderjährigen Kindern den höchsten Eigentümeranteil (58 %) auf. Jedes zweite Kind unter 18 Jahren (54 %) lebte im selbst genutzten Wohneigentum des Haushalts. Bei Paaren ohne Kind lag der Eigentümeranteil bei 54 %, während er bei Einpersonen-Haushalten nur 28 % betrug. Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren wohnten mit einem Anteil von 23 % weit seltener im Eigentum."

Über 1.000.000 Singles lebten 2011 in Einzimmerappartements, während die meisten Zweipersonenhaushalte 4 Räume für sich beanspruchen. Auf 200 und mehr Quadratmetern wohnen meist Zweipersonenhaushalte geht aus der Zensusdatenbank hervor.  

 
       
   

POPP, Maximilian (2014): "Besser als Einheimische".
Integration: Demografieexperte Reiner Klingholz, 60, schwärmt von einer neuen Generation Einwanderer. Ohne sie seinen Firmen nicht überlebensfähig,
in:
Spiegel Nr.23 v. 02.06.

 
       
   

OESTREICH, Heide (2014): Koalition will Kindesunterhalt neu berechnen.
Unterhaltsrecht: Union und SPD möchten getrennten Vätern und Müttern helfen, die viel Zeit mit ihrem Kind verbringen,
in:
TAZ v. 02.06.

 
       
   

BOUHS, Daniel (2014): Stadt aus Glas.
Transparenz: Lange hielten Behörden ihre Aktenschränke konsequent vor den Bürgern verschlossen. Nun muss Hamburg ab Oktober viele Unterlagen frei ins Netz stellen - selbst dann, wenn niemand danach fragt,
in:
TAZ v. 02.06.

Mehr Transparenz, das wäre wünschenswert. Vor allem hinsichtlich des demografischen Wandels herrscht Intransparenz und skandalöses Nichtwissen. Wie kann es z.B. sein, dass eine private Stiftung wie die Bertelsmann Stiftung eine gängige Quelle für interkommunale Vergleiche in der Wissenschaft ist und deren Demografietypen im Wegweiser Kommune sogar mit Handlungsempfehlungen für Kommunen verbunden sind, auf einer Grundlage erstellt werden, die nicht öffentlich zugänglich sind? Die wissenschaftliche Studie Deutsche Kommunen im Demographischen Wandel belegt das ganze Ausmaß dieser Misere.

Wo bleiben die kritischen Berichte über diesen ungeheuerlichen Skandal? Und wann wird die Stiftung gezwungen ihre Datengrundlage öffentlich zugänglich zu machen? Wenn Transparenz, dann auch für private Stiftungen, die eine zentrale Stellung in öffentlichen Belangen einnehmen. Die Bertelsmann Stiftung schmückt sich mit angeblichem Einsatz für das Allgemeinwohl. Das sollte empirisch überprüfbar sein. An den Taten soll man sie messen können, nicht an salbungsvollen Worten!     

 
       
   

WAWATSCHEK, Veronika (2014): Die wollen doch nur spielen.
Krippe oder Familie? Der Streit über die Betreuung von Kleinkindern wird oft ideologisch geführt. Viel wichtiger wäre es, auf die Qualität der Einrichtungen zu achten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 02.06.

 
       
   

Die Kinderbetreuung in der Debatte

KAISER, Tobias & Anne KUNZ (2014): Nur die Krippe bringt's.
Die Forschung belegt: Mehr Krippenplätze sorgen für mehr Geburten. Dafür kann woanders leicht gespart werden,
in:
Welt am Sonntag v. 01.06.

Die Datenlage zur Geburtenentwicklung in Deutschland ist immer noch unzureichend. Nur alle 4 Jahre werden seit 2008 im Mikrozensus die Geburten richtig erfasst. Dies geschah erst 2012 zum zweiten Mal. Erst 2016 werden erneut solche Daten erhoben. Wenn jetzt also Daten zum Zusammenhang von familienpolitischen Maßnahmen und Geburten aus dem Hut gezaubert werden, die einen Vergleich von Daten vor 2008 mit neueren Daten beinhalten, dann sollte das kritisch gesehen werden. Der Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER spricht in diesem Zusammenhang von Demographismus, d.h. die unzureichende Faktenlage zur Geburtenentwicklung wird durch politische Ideologien hinsichtlich des demografischen Wandels geprägt.

Aus dieser Sicht ist es erforderlich, dass die Geburten im Mikrozensus jährlich erhoben werden. Es kann nicht sein, dass weiterhin ein Haushalt ohne Kinder mit lebenslanger Kinderlosigkeit gleich gesetzt wird, wie das immer noch gängige Praxis in Deutschland ist, weil nur alle 4 Jahre Daten zu den Geburten erhoben werden.

 
       
   

Lügen mit Zahlen: Die Folgen der Demographisierung gesellschaftlicher Probleme - gravierende kommunale Unterschiede im Landkreis Eichstätt werden zu einer stetig wachsenden Bevölkerung umgedeutet

KLOEPFER, Inge (2014): Glanz und Elend.
Eichstätt in Oberbayern boomt, Gelsenkirchen im Ruhrgebiet schrumpft. Kann es sein, dass das mit zwei sehr unterschiedlichen Einstellungen zum Leben zu tun hat?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.06.

Der Artikel von Inge KLOEPFER zeigt, wie unseriöse Berichterstattung über wachsende und schrumpfende Kommunen in Deutschland aussieht. KLOEPFER vergleicht nicht die Stadt Eichstätt im Landkreis Bayern mit der Großstadt Gelsenkirchen, sondern den Landkreis Eichstätt mit der Großstadt Gelsenkirchen anhand der Arbeitslosenquote:

Landkreis Eichstätt: "Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 1,4 Prozent Prozent. Hinter Eichstätt verbirgt sich nicht bloß das barocke Juwel. Es ist ein blühender Landreis mit 125 000 Einwohnern. (...).
Steht Eichstätt am einen Ende der Arbeitsmarktstatistik, befindet sich Gelsenkirchen am anderen. Die Arbeitslosigkeit beträgt hier 15,5 Prozent.
Eigentlich sind beide Zahlen schwer vergleichbar (...). Aber man kann jeweils die gleiche Frage stellen: Woher kommt der dauerhafte Erfolg, woher die so nachhaltige Misere? Und man kann in jedem der Fälle von einer Pfadabhängigkeit sprechen, von Entwicklungsprozessen, die sich im Laufe der Zeit nahezu verselbständigen."

KLOEPFER redet von Pfadabhängigkeit, d.h. es wird ein Muster unterstellt, dass der Niedergang von Kommunen quasi vorprogrammiert sei. Der Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER kritisiert in seiner exzellenten Studie Deutsche Kommunen im Demographischen Wandel gerade solche geschichtskonservativen Annahmen, die einer Empirie oftmals nicht standhalten.

"Eichstätt hat, was viele gerne hätten: eine stetig wachsende Bevölkerung, seit Jahren die niedrigste Arbeitslosigkeit",

verklärt KOEPFER die Entwicklung des Landkreis Eichstätt. Wie aber sieht die Wirklichkeit aus? Der Landkreis besteht gemäß Wikipedia (online abgerufen am 4. Juni 2014) aus zwei Städten (Eichstätt und Beilngries), 17 Gemeinden, 11 Märkten, 4 Verwaltungseinheiten und einem kreisfreien Gebiet.

Die Bundesagentur für Arbeit führt gemäß RADEMACHER die Arbeitslosenquote nur bis auf Kreisebene, d.h. amtliche Daten stehen für die Städte und Gemeinden des Landkreises nicht zur Verfügung. Lediglich der Wegweiser Kommune der Bertelsmann Stiftung weist für Kommunen über 5000 Einwohner eine Schätzung aus, die gemäß RADEMACHER einigermaßen stimmig ist (vgl. 2013, S.184f.). Lediglich 7 Kommunen (Eichstätt, Beilngries, Altmannstein, Gaimersheim, Kipfenberg, Kösching und Großmehring haben im Jahr 2012 mehr als 5000 Einwohner und können verglichen werden. KLOEPFERs Berichterstattung beruht also in erster Linie auf Spekulationen. Widerspricht nur eine einzige Kommune dem Bild einer stetig wachsenden Bevölkerung, das KLOEPFER zeichnet, dann fällt ihre Argumentation zusammen wie ein Kartenhaus. Hier die Daten für die Kommunen:

Kommune Merkmal  Wikipedia Wegweiser
EICHSTÄTT
(Stadt)
Bevölkerung 2012 13 146 13 684
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  + 6,0 %
  Jugendquotient   29,0
  Altenquotient   31,3
  Arbeitslosen- quote   2,5 %
BEILNGRIES Bevölkerung 2012 8 781 8 796
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  + 1,1 %
  Jugendquotient   32,0
  Altenquotient   27,2
  Arbeitslosen- quote   1,6 %
GAIMERSHEIM Bevölkerung 2012 11 339 11 601
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  + 5,9 %

 

  Jugendquotient   36,1
  Altenquotient   28,3
  Arbeitslosen- quote   1,2 %
KÖSCHING Bevölkerung 2012 9 101 9 157
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  + 10,3 %
  Jugendquotient   35,7
  Altenquotient   26,5
  Arbeitslosen- quote   2,1 %
ALTMANNSTEIN Bevölkerung 2012

6 778

6 754
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  - 2,9 %
  Jugendquotient   33,4
  Altenquotient   33,3
  Arbeitslosen- quote   1,8 %
GROßMEHRING Bevölkerung 2012 6 655 6 6696
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  + 4,5 %
  Jugendquotient   31,8
  Altenquotient   24,4
  Arbeitslosen- quote   1,8 %
KIPFENBERG Bevölkerung 2012 5 587 5 757
  Bevölkerungs-entwicklung
2005-2012
  + 0,6
  Jugendquotient   31,9
  Altenquotient   25.0
  Arbeitslosen- quote   1,5 %

Man sieht auf den ersten Blick, dass die Kommunen des Landkreis Eichstätt keineswegs von einer stetig wachsenden Bevölkerung geprägt sind, wenn man die Kommunen über 5.000 Einwohner betrachtet. Die Bertelsmann Stiftung ordnet 6 Kommunen dem Demografietyp 1 (Kleinere stabile ländliche Städte und Gemeinden) zu. Lediglich Gaimersheim wird dem Demografietyp 3 (Prosperierende Kommunen im Umfeld dynamischer Wirtschaftszentren) zugeordnet. Die Demografietypen der Bertelsmann Stiftung sind umstritten, weil die Datengrundlage intransparent ist. Aufgrund der mangelhaften Datenlage in Deutschland bieten sie jedoch zumindest einen ersten Anhaltspunkt für die Betrachtung kommunaler Entwicklungen.

Für den Landkreis Eichstätt wird für 2012 im Wegweiser Kommune eine Arbeitslosenquote von 1,7 % angegeben, liegt also um 0,3 % höher als bei KLOEPFER angegeben. Vernachlässigt man diese Differenz, dann lässt sich zumindest zeigen, dass sich die einzelnen Kommunen über 5.000 Einwohner im Landkreis Eichstätt stark unterscheiden. Die Arbeitslosenquote differiert zwischen 1,2 % (Gaimersheim) und 2,5 % (Eichstätt), d.h. die Arbeitslosigkeit in Eichstätt ist mehr als doppelt so hoch wie in Gaimersheim.

KLOEPFER suggeriert, dass die Unterschiede zwischen schrumpfenden und wachsenden Kommunen auf Mentalitätsunterschieden zwischen Stadt und Land beruhen:

"Das Wunder von Eichstätt erklärt sich (...) durch die Kleingliedrigkeit des Landkreises mit vielen Gemeinden.
(...).
In Gelsenkirchen regiert indes die Anonymität einer Großstadt."

Demnach müssten kleinere Kommunen besser da stehen als größere Kommunen. Gaimersheim hat mit 1,2 % die niedrigste Arbeitslosenquote im Landkreis Eichstätt. Sie ist nach Eichstätt aber die zweitgrößte Kommune des Landkreises. Die kleinste Kommune mit mehr als 5.000 Einwohnern hat dagegen eine Arbeitslosenquote von 1,5 %.

Fazit: Es besteht kein linearer Zusammenhang zwischen "Mentalität" (Land vs. Stadt) und kommunaler Entwicklung.

Das größte Bevölkerungswachstum von Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern (2005 - 2012) weist im Landreis Eichstätt die Kommune Kösching mit 10,3 % auf, obwohl sie dem Demografietyp 1 ("stabil") zugeordnet wird, genauso wie Altmannstein (- 2,9 %). Die Demografietypen der Bertelsmann Stiftung wären also falsch interpretiert, wenn man sie im Sinne eines einfachen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsentwicklung und kommunale Entwicklung interpretiert.

Fazit: Bevölkerungsrückgänge bzw. -anstiege sind kein geeigneter Indikator, die die weitere Entwicklung von Kommunen bestimmen ("Entwicklungspfade" gemäß KLOEPFER). Stattdessen bedarf es eines genaueren Blicks auf die demografische und ökonomische Situation von Kommunen sowie auf das kommunale Handeln. Dies legt auch die exzellente Studie Deutsche Kommunen im Demographischen Wandel von Christian RADEMACHER nahe.

Stadt und Landkreis Eichstätt werden zukünftig auf dieser Website genauer unter die Lupe genommen, denn nur die Empirie bewahrt vor Demographisierungen, die fatal für die Betrachtung von Kommunen im demografischen Wandel sind.   

 
       
   

BOLLMANN, Ralph (2014): Wir lassen keinen mehr in unsere Stadt.
Alles drängt in große Städte. Doch dort geben die Einheimischen den Platz nicht her. Chronik eines immer härteren Verteilungskampfes,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.06.

 
       
   

WAGNER, Marie Katharina (2014): Deutschland blüht.
Woche für Woche kommen neue Erfolgsmeldungen aus der deutschen Wirtschaft. Vor gut zehn Jahren hätte das wohl keiner geglaubt. Was ist passiert?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.06.

 
       
   

BIRKWALD, Matthias W. (2014): Neue Renten, ohne Niveau,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Juni

Matthias W. BIRKWALD, rentenpolitischer Sprecher der Linkspartei, kritisiert das beschlossene Rentenpaket unter drei Gesichtspunkten: 1. Rücknahme der Rentenanpassungsformel aus dem Jahr 2001, 2. Senkung der Regelaltersgrenze von 67 auf 65 Jahre und 3. Schaffung einer armutsfesten Erwerbsminderungsrente. Im Hinblick auf diese Ziele hält BIRKWALD das Rentenpaket für kontraproduktiv.

BIRKWALD weist insbesondere auf die fatale Kopplung zwischen Beitragssatz und Rentenniveau hin, die vor allem aufgrund der falschen Finanzierung der Mütterrente zu einem niedrigeren Rentenniveau - auch für junge Mütter - führt. Ausführlich nachzulesen ist die Wirkungsweise in der Ausschussdrucksache 18(11)82:

"Der »Riester-Faktor« – als Teil der Rentenanpassungsformel gemäß § 68 SGB VI – mindert bei steigenden Beitragssätzen zur allgemeinen Rentenversicherung die Rentenerhöhung im Folgejahr. Kurzfristig (im Jahr 2015) stiegen die Renten um 0,8 Prozent weniger als vorgesehen, langfristig blieben sie rund 0,6 Prozent hinter der bisherigen Hochrechnung zurück. Bei einer Standardrente (»Eckrente«) entspräche dies kurzfristig monatlich einer rund zehn und langfristig einer rund sieben Euro geringeren Bruttorente (in heutigen Werten). Kurzfristig wären Dreiviertel (langfristig über die Hälfte) dieser Rentendämpfung auf die nicht sachgerechte Finanzierung der »Mütter-Renten« zurückzuführen."
(Ausschussdrucksache 18(11)82, S.15).

Neben dem Riester-Faktor wirkt auch der Nachhaltigkeitsfaktor rentenniveausenkend:

"Steigen die auf Kindererziehungszeiten beruhenden Rentenzahlungen an, sinkt das Rentenniveau. Also ausgerechnet dann, wenn die begünstigten Eltern in Rente gehen (oder bei Leistungsausweitung bereits sind). Damit wird aber zumindest teilweise die „Anerkennung der Kindererziehung“ kon-terkariert. Dies gilt insbesondere im vorliegenden Fall, da die Anzahl der Kinder, die vor 1992 geboren wurden, bereits feststeht und so ausschließlich der niveausenkende Effekt des Nachhaltigkeitsfaktors zum Tragen kommt."
(Ausschussdrucksache 18(11)82, S.16).

In der Verteidigung der Mütterrente in der Wochenzeitung Die ZEIT durch eine fünffache Mutter wird dieser Aspekt verschleiert. 

 
       
   

BIB (2014): Zwei Beitragszahler pro Rentenbezieher,
in: Pressemitteilung Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Juni

 
       
   

BAIERL, Andreas (2014): Wussten Sie ....
... von der Diskrepanz zwischen Heiratswunsch und Wirklichkeit?
in: beziehungsweise, Juni

 
       
   

NUBER, Ursula (2014): "Nur nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen!".
Zeitmangel, Alltagsstress und fehlende "Investitionsbereitschaft" sind für den Paarforscher Guy Bodenmann die Hauptgründe, warum Partnerschaften in die Krise geraten,
in: Psychologie Heute, Juni

KRÜGER, Wolfgang (2014): Aus Romanen die Liebe lernen.
Was tun, wenn es in der Beziehung kriselt? Brauchen wir gleich eine Paarberatung? Nicht unbedingt. Vielleicht reicht schon ein Griff zum richtigen Roman,
in: Psychologie Heute, Juni

 
       
   

LENZEN, Manuela (2014): Der Zeitgeist ist wieder da!
Eine ganze Weile hatte es so ausgesehen, als sei die Zeit über den Zeitgeist hinweggegangen. Er galt als unwissenschaftliches Konzept, das alles und nichts erklärt. Doch inzwischen erklärt der Zeitgeist eine Renaissance. Warum ticken Menschen in jeder Ära so zeittypisch?
in: Psychologie Heute, Juni

Der Zeitgeist war weg? Das können nur Naive behaupten. Unser Zeitgeist heißt Demographismus. Wir leben in einer Zeit, in der uns langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen tagtäglich um die Ohren gehauen werden. Wir sollen uns auf eine Zukunft vorbereiten, die angeblich vorbestimmt ist. 2030! 2050! 2060! Die Zukunft ist gewiss, behaupten Bevölkerungspolitiker und Ökonomen und ihre Glaubensgemeinschaften. Aber die Zukunft ist ungewiss, was im Zeitalter der Demografiepolitik verdrängt werden soll. 

 
       
   

FRIES, Teresa (2014): Eine unerwünschte Liebe.
Unsere Autorin ist sehr verliebt. Ihre Eltern sind gegen die Beziehung. Seine sollen nicht einmal davon erfahren. Eine Geschichte über die Macht der Familie,
in: Neon, Juni

 
       
   

BUCHHOLZ, Jenny (2014): "Ich bringe Leute zum Heulen".
Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen,
in: Neon, Juni

 
       
   

EILENBERGER, Wolfram (2014): Wieviel Ich tut mir gut?
Unser Zeitalter ist bestimmt von Imperativen der Selbstsorge. Sie sollen die Grundlage für ein gelingendes Leben bilden. Aber tut sie das wirklich? Die Schriftstellerin Julia Franck ergründet mit dem Philosophen Dieter Thomä die Abgründe der modernen Ich-Sucht,
in:
Philosophie Magazin, Juni/Juli

 
       
 

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Zu den News vom 21. - 31. Mai 2014
 

   
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