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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 01. - 15. März 2002

 
       
     
       
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • ZUCKER, Alain (2002): Und sie paaren sich doch.
      Trotz sinkenden Heiratszahlen lassen sich Männer und Frauen schneller und länger auf einen Partner ein, als für sie optimal wäre. Sagen zumindest Ökonomen,
      in: Weltwoche Nr.11 v. 15.03.

    • SANIDES, Silvia (2002): Wie die Mathematik beim Flirten hilft,
      in: Weltwoche Nr.11 v. 15.03.

    • FEHR, Marianne (2002): Allein bin ich stark.
      Freche Töchter, beleidigte Mütter: Eine neue Frauengeneration nimmt sich alles und sagt niemandem danke. Doch die Grenzen sind noch immer dieselben, mit denen sich schon die lila Mütter schwer taten. Auch heute werden hoffnungsvolle Karrieren abrupt unterbrochen, wenn die toughen Frauen Kinder kriegen, Teilzeitstellen sind wenig attraktiv, Tagesschulen dünn gesät. Die Irritationen kommen mit dreissig,
      in: Weltwoche Nr.11 v. 15.03.

Katja Kullmann - Generation Ally

 
       
   
  • Die Neidgesellschaft in der Debatte

    • ÖHLER, Andreas (2002): Ich gönn' dir nix!
      Die Liste mit den 100 reichsten Deutschen ist noch druckfrisch, der Druck auf Langzeitarbeitslose auch. Und immer ist die berühmte Todsünde im Spiel. Warum ist Neid so wichtig? Und warum hat es Amerika mal wieder besser?
      in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 15.03.

    • FLORIN, Christiane (2002): Ich gönn' dir nix!
      in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 15.03.

 
       
   
  • Das Single-Dasein in Österreich

    • OÖN (2002): Heuer noch weniger Geburten.
      Bringt Kindergeld mehr Babys?
      in: Oberösterreichische Nachrichten v. 15.03.

    • BOCK (2002): Weiterer Rückgang der Geburten droht in Oberösterreich,
      in: Oberösterreichische Nachrichten v. 15.03.

 
       
     
       
   
  • BROST, Marc (2002): Konjunktur ohne Kinder.
    Wie die Babyboomer für Wachstum sorgen,
    in: Die ZEIT Nr.12 v. 14.03.

"Sie sind jung? Sind verheiratet und haben keine Kinder? Schämen Sie sich!
Längst ist es zum Schimpfwort geworden, ein Dink zu sein:
double income, no kids,"

so beginnt Marc BROST seine Verteidigung der Marketingzielgruppe "DINK". Die Volkswirte der Investmentbank UBS Warburg haben dieses Phantom der Sozialpolitiker angeblich studiert. Der Autor liefert jedoch keinerlei demografische Daten, sondern schließt aus der zahlenmäßigen Stärke der 30- 49jährigen, dass sich in dieser Gruppe besonders viele DINKS tummeln müssen. Falls dies zuträfe, dann ergäbe sich folgender positive Effekt:

"Viele Dinks bedeuten (...) hohe Produktivität und hohe Wachstumsraten, sagen die Investmentbanker. Und weil die Rente unweigerlich näher rückt und weil die Dinks das wissen, sparen sie verhältnismäßig viel - und hohe Sparquoten drücken die Inflation."

Die DINKs sind jedoch ein Phantom, das sich einerseits aus der Differenz zwischen Haushaltsstatistik und Verheiratetenziffern und andererseits aus der Ausblendung der Lebenslaufperspektive ergibt. Per Haushaltsstatistik werden Eltern in Kinderlose umdefiniert, d.h. die älteren DINKs sind mehrheitlich Doppelverdiener, deren Kinder nicht mehr in der elterlichen Wohnung leben. Bei den jüngeren DINKs handelt es sich dagegen mehrheitlich um Paare vor der Familiengründung. Lebenslang Kinderlose sind - entgegen dem Gerede der Sozialstaatsgegner - weiterhin eine Minderheit, die garantiert keinen Wachstumsschub auslösen wird.

 
       
     
       
     
       
   
  • Das Single-Dasein in den USA

    • SCHMITT, Uwe (2002): Mama liebt mich, Papa vermiss' ich.
      Das Elend allein erziehender Mütter rührt amerikanische Hip-Hopper und George W. Bush. Der will nun die Ehe fördern,
      in: Welt v. 14.03.

Die Popmoderne ist mittlerweile zum Schauplatz des "Kriegs der Lebensstile" geworden. Uwe SCHMITT berichtet über den US-amerikanischen Kampf gegen Alleinerziehende, der im Zeichen der "Familie als Leistungsträger" auch auf Deutschland übergreift.
Katharina Liebsch - Panik und Puritanismus

LISCHKA, Konrad (2002): Aus Angst geboren.
Die Reichen und ihre Wächter: Bald werden elf Millionen Amerikaner in umzäunten Wohnsiedlungen mit bewachten Einfahrten leben. Privilegierte soziale Gruppen verabschieden sich damit aus der Gesellschaft. Hauptsache, man ist unter sich und nicht Teil der heterogenen, nivellierten Masse,
in: TAZ v. 13.03.

 
       
   
  • DÜCKERS, Tanja (2002): Stil und Styling.
    Der Literaturbetrieb fördert und fordert den narzisstischen Autor. Was passiert mit all den Jungschriftstellern, wenn das Young-and-Pretty-Image bröckelt?
    in: Jungle World Nr.12 v. 13.03.

 
       
   
  • WEIGEND, David (2002): Tanz der Termine.
    Die Macher von Gratis-Magazinen erproben sich selbst, ihre Leser greifen gerne zu - so setzt sich ein Großstadttrend durch,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.

David WEIGEND stellt Münchner Stadtmagazine als notwendige Infrastruktur der städtischen Erlebnis- und Spaßgesellschaft vor. Das Spektrum reicht von Curt (expandiert gerade von Nürnberg nach München) über Clash, Partysan (Flyer für die Techno-Raver), go, s.e.p.p. bis zum "Universalüberblick in-münchen" und dem deutschlandweiten Prinz, der jetzt mit Extraheft "Flirtguide" die Partnerlosen gezielter ansprechen möchte.
 
       
   
Lothar Böhnisch - Die Generationenfalle oder mit Kinderpolitik zur Meinungsführerschaft
 
       
     
       
     
       
     
       
   
  • SPIEGEL (2002): Wendige Nomaden.
    Die Einsätze im Ausland formen einen neuen Soldatentypus bei der Bundeswehr. Möglichst bindungslos und mobil sollen die Uniformierten sein - zu Hause schafft das Probleme,
    in: Spiegel Nr.11 v. 11.03.

Bislang galten die bösen Yetties als Prototyp des flexiblen Menschen (SENNETT), doch nach dem 11. September ist der gute Soldat zum Sinnbild des modernen Nomaden geworden. Im Gegensatz zum karrieregeilen Jobnomaden, geht es nun um unsere heroischen Helden (siehe Focus-Titelgeschichte vom 25.02.2002). Mobilität kann nun endlich zu einem positiven Wert werden.

Schließlich lässt selbst Edmund STOIBER für den Kampf an der Berliner Front seine Plakat-Familie in Bayern im Stich und nimmt für Deutschland ein Opfer auf sich. Für den Kanzlerposten wird auch STOIBER zum Single. Wenn die Pflicht ruft, dann klingt das besser als wenn es um die schnöde Karriere geht.

 
       
   
  • ZILM, Kerstin (2002): Horst W. Opaschowski: Wir werden es erleben. Zehn Zukunftstrends für unser Leben von morgen,
    in: BuchTipp. Eine Sendung des DeutschlandRadio v. 10.03.

 
       
     
       
     
       
   
  • Rainer Merkel - Das Jahr der Wunder

    • HILLGRUBER, Katrin (2002): Die Agentur ist ein Blumenhaus.
      Alles wunderbar: Rainer Merkels Debütroman erzählt aus der Angestelltenwelt
      in: Tagesspiegel v. 10.03.

 
       
     
       
   
  • PEITZ, Christiane (2002): Wir sind nicht die neuen Hofnarren.
    Geheimtreffen beim Bundeskanzler: Junge Künstler und Intellektuelle wollen die Generation Grass ablösen,
    in: Tagesspiegel v. 09.03.

Der Kanzler hat Schriftsteller der Flakhelfer-Generation (Günter GRASS & Co.) und der 68er-Generation (z.B. Peter SCHNEIDER) ins Kanzleramt geladen. Jetzt durften auch Filmemacher (Esther GRONENBORN) und Schriftsteller (Wladimir KAMINER) der Generation Golf bei SCHRÖDER vorsprechen. Die Schriftsteller der Single-Generation bleiben dagegen ihrer von Reinhard MOHR zugeschriebenen Rolle der Zaungäste treu.
 
       
     
       
     
       
   
  • STAHL, Eric (2002): Nie mehr allein!
    "Ally McBeal" und die Folgen: Immer mehr Sendungen zielen auf Singles ab. Jüngstes Beispiel ist "Alicia!"
    in: TV Today Nr.6 v. 09.03.

Eric STAHL interpretiert den Single-Begriff psychologisch und nicht statistisch. Damit kommt er der Zielgruppe näher, die sich von den Single-Serien angesprochen fühlen:

Sex and the City und Ally McBeal werden "natürlich nicht nur Partnerlose vor die Glotze ziehen: Die Erfahrung des Autors zeigt, dass auch zahlreiche fest verkuppelte Zeitgenossen auf die Dienstagswonnen nicht verzichten wollen - weil sie nämlich daran erinnert werden, dass es doch irgendwie ganz cool war, Single zu sein."

STAHL berichtet über zwei neue Serien: zum einen über Alicia! auf Pro Sieben und zum anderen über Die Couchcowboys auf Sat1. Letztere ist eine Adaption der britischen Comedyserie Men Behaving Badly und wendet sich an den vernachlässigten Chauvinisten.

Ulrike Fleischmann (2002): Single-Dasein - Kein Einzelfall
 
       
   
Was ist der Unterschied zwischen dem Internationalen Frauentag und dem Muttertag? Wenn man die heutigen Tageszeitungen durchliest, dann kommt man zu den Schluss: es gibt keinen mehr!

Zur Einstimmung hat die Süddeutsche Zeitung (07.03.) den Frauensenator Gregor GYSI befragt und dazu getitelt: Ich beneide die Frauen ums Kinderkriegen. Alle Zeitungen haben begierig den neuesten "Vorstoß" der grünen Kinderpolitiker aufgegriffen. Der Tagesspiegel hat den bevölkerungspolitischen Imperativ gleich mehrfach auf die Agenda gesetzt und Ursula MÄRZ (Frankfurter Rundschau) hat die Frau um 40 zur neuen Symbolfigur geadelt, um die "fortschreitende Kultur der Entbiologisierung" geißeln zu können, denn:

"Die einzig biografisch wirklich unaufschiebbare Frage, die sie beschäftigen muss (...), ist die, ob sie noch ein Kind bekommt."

Kurz vor der Abschaffung der Frau als Gebärmaschine - wenn man Jeremy RIFKIN glauben darf - wird sie noch einmal auf eine Gebärmaschine reduziert.

  • MÄRZ, Ursula (2002): Älter als Heike Makatsch und jünger als Senta Berger.
    Dieses erfahrene, karriere- und noch strandtaugliche weibliche Wesen: Der neueste Biografiekult um die Frau um die 40. Eine Bestandsaufnahme,
    in: Frankfurter Rundschau v. 08.03.

  • SAH/ADE/VS (2002): Kinder, Krippe, Karriere.
    In Europa gibt es dort viele Geburten, wo der Staat für Betreuung sorgt - und so Berufschancen für Mütter bestehen

    in: Tagesspiegel v. 08.03.

  • ULRICH, Bernd (2002): Hehre Worte, leere Wiege.
    Warum die Familienpolitik schlecht ist für das Kinderkriegen,
    in: Tagesspiegel v. 08.03.

 
       
     
       
   
  • Das Single-Dasein in der Schweiz

    • KESSLER, Helga (2002): Schön alt werden.
      Zwischen dem Traum von der ewigen Jugend und dem Alptraum des langen Alters vermittelt neu das Antiaging,
      in: Facts Nr.10 v. 07.03.

Bericht über die Anti-Aging-Bewegung in der Schweiz. Im Bericht wird die Hormonbehandlung kritisch gesehen und als Königsweg zum Altwerden ein gesundheitsbewusster Lebensstil empfohlen. Der Soziologe François HÖPFLINGER wird zum Thema interviewt.
 
       
     
       
   
  • Alleinerziehende in der Debatte

    • KUTTER, Kaija (2002): Hamburger Frauen fertig beraten.
      Die Hansestadt fällt frauenpolitisch um Jahrzehnte zurück: Die neue Frauensenatorin Schnieber-Jastram will nur noch "Vater-Mutter-Kind"-Familien fördern. Alle Beratungsprojekte büßen Mittel ein. Wer geht morgen zum 8.-März-Empfang ins Rathaus?
      in: TAZ v. 07.03.

Kaija KUTTER berichtet aus Hamburg, wo der konservative Senat das umsetzt, was in den USA bereits seit der Clinton-Ära Normalität ist: allein stehende Mütter werden als leistungsunfähige, unvollständige Familien attackiert. Katja GELINSKY hat diese konservative Doktrin in der FAZ vom 06.03. so zusammengefasst:

"staatliche Einflußnahme und Kontrolle des Privatlebens erzwängen jene, die Sozialhilfe, Jugendämter und Gerichte in Anspruch nähmen, weil sie kein geordnetes Familienleben führten. Wer vom Staat in Ruhe gelassen werden wolle, dem sei vor allem eines zu empfehlen: heiraten und verheiratet bleiben."

Mit der Formel von der "Familie als Leistungsträger der Gesellschaft" wird die Durchökonomisierung der Familie im Einklang mit den neoliberalen Forderungen nun auch auf die Familie selbst angewandt. Nach dem Markt wird damit das angeblich "letzte Bollwerk gegen den Kapitalismus" (HOUELLEBECQ) ebenfalls marktförmig modernisiert.

Wenn also die organisierten allein stehenden Mütter mit der Aktion Ich bin kein Single ihr Heil in der Abgrenzung gegen Kinderlose suchen, dann zeugt das von einer gewissen Kurzsichtigkeit.

Susanne GASCHKE, eine Angehörige der Generation Berlin, hat die US-amerikanische Rhetorik bereits in der ZEIT vom 29.11. 2002 auf Deutschland übertragen und wenn man KUTTER glauben darf, dann setzt die CDU-Familiensenatorin Birgit SCHNIEBER-JASTRAM diese Linie bereits in Hamburg um.

 
       
     
       
   
  • MASCHER, Dietmar (2002): "Da kann ich gleich Wettergegner sein".
    Trendforscher Matthias Horx über Markenkult und Globalisierung,
    in: Oberösterreichische Nachrichten v. 07.03.

 
       
     
       
     
       
     
       
   
  • Annegret Held - Hesters Traum

    • FALCKE, Eberhard (2002): Uralte Zeiten.
      Annegret Held erzählt von einer rheinischen Landkommune,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 06.03.

 
       
   
  • Ulrike Heider - Keine Ruhe nach dem Sturm

    • PLATEN, Heide (2002): Brötchen mit Adorno.
      Ulrike Heider erinnert sich an ein ausgeflipptes Leben. Ihr biografischer Entwicklungsroman ist ein schmerzhaftes und authentisches Dokument der wilden Jahre in der Frankfurter Sponti-Szene,
      in: TAZ v. 05.03.

 
   
  • FILSER, Hubert (2002): Wir sind wieder mehr
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.03.

 
       
     
       
   
  • KECK, Annette (2002): Kuscheln oder Coaching.
    Akademisches Heldenleben: Auf dem Beratungs-Trip,
    in: Berliner Zeitung v. 04.03.

Annette KECK hat einen Bewerbungs-Workshop besucht und wurde mit der für sie schockierenden Sichtweise des Trainees konfrontiert:

"Um die anderen zu beruhigen, lenkt Daniel ein. Viele Unternehmen hätten inzwischen begriffen, 'dass ein glücklicher Familienvater, der auch Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern verbringen kann, ein besserer Mitarbeiter ist als einer der depressiven Singles, die irgendwann Selbstmord begehen'".

Eine solche Sichtweise ist jedoch keineswegs neu. Die Rede von der Single-Gesellschaft täuscht darüber hinweg, dass im Topmanagement immer noch der Familienvater mit traditioneller Ehe dominiert.

  • FUCHS, Claudia (2002): Null Drei Null.
    Zeit für Depressionen,
    in: Berliner Zeitung v. 04.03.

    • Claudia FUCHS beneidet die Partnerlosen, denn sie haben im Gegensatz zu den Paaren ihr ganzes Glück noch vor sich.
 
       
     
       
   
  • Die globalisierte Dienstleistungsgesellschaft in der Debatte

    • DIPPEL, Dennis (2002): Von der schnellen Mark ins soziale Aus.
      Nur ein Prozent der Haushaltshilfen sind angemeldet · Bußgelder und sozialer Abstieg als Folgen von Schwarzarbeit,
      in: Oberhessische Presse v. 04.03.

      • Dennis DIPPEL berichtet über die Entstehung von Dienstleistungszentren, über die Haushaltshilfen bequem gebucht werden können.
 
       
   

JSC (2002): Die Alten: umworben, aber nicht ernst genommen.
"Best Agers" wollen keine neuen Namen, sondern bessere Produkte,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.03.

 
       
   
  • Jim Knipfel - Blindfisch

    • FREULER, Regula (2002): Blinder Karpfen im Haifischbecken.
      Jim Knipfel hat die unsentimentale Autobiografie eines allmählich Erblindenden geschrieben,
      in: SonntagsZeitung v. 03.03.

 
       
   
  • ZEILINGER, Sabine (2002): "Ich habe mir eine Karriere zugetraut".
    Soziologieprofessorin Marlis Buchmann über beruflichen Erfolg und Kinder

    in: SonntagsZeitung v. 03.03.

 
       
   
  • FELDMANN, Lisa (2002): "Die Menschen sind verurteilt zum Irren".
    Der deutsche Autor Ulf Poschardt hat ein Buch «Über Sportwagen» geschrieben. Selten hat jemand so klug über Tempo 315 philosophiert,
    in: SonntagsZeitung v. 03.03.

 
       
   
  • Das Single-Dasein in Italien

    • MUMELTER, Gerhard (2002): "Die Wiegen sind leer".
      Italiens Gemeinden locken mit Finanzhilfen die Frauen zum Kinderkriegen,
      in: Der Standard v. 02.03.

 
       
     
       
   
Gerd HABERMANN ist ein Vertreter des apologetischen Liberalismus, sozusagen jener Typus des Liberalen, den der Sozialrichter Jürgen BORCHERT im Blick hat, wenn er die Ausbeutung der Familie beklagt.

HABERMANN verteidigt den Yuppie gegen den gefräßigen Sozialstaat. Seine simple Neidökonomie behauptet, dass die Marktgesellschaft produktiven Neid (Konkurrenz) und der Sozialstaat destruktiven Neid erzeugt. Seine Neidrhetorik ist identisch mit jener von Konrad ADAM, nur dass ADAM die Familie als Beute des Staates thematisiert, während HABERMANN den Yuppie als Beute des Staates sieht.

Während Adam SMITH noch im Egoismus das edelste Motiv des Menschen sah, heißt dies neudeutsch bei HABERMANN Selbstverwirklichung.

HABERMANN und BORCHERT sind Gegenspieler, deren Argumentationen jeweils den anderen als Feindbild benötigen. Heißt BORCHERTs Schlachtruf "Die Kosten der Familie werden privatisiert", so ist HABERMANN's Replik: "die Kosten der Familie werden sozialisiert". Beide können ihre Positionen jedoch nur behaupten und nicht belegen.

Die Prämissen von HABERMANNs Neidökonomik hat der Chronist der Neidgesellschaft Sighard NECKEL in seinem Kursbuch-Artikel Deutschlands gelbe Galle ausführlich beschrieben und auf die dahinterstehenden interessenpolitischen Motive zurückgeführt.

Eine grundlegende Kritik des apologetischen Liberalismus ist bei Jens BECKERT nachzulesen (Kursbuch 135 "Die Erbengesellschaft" vom März 1999). Dort zeigt BECKERT die Dilemmata liberalen Denkens und deren jeweils einseitigen Lösungen auf, die er als apologetischer, konfiskatorischer und gemeinschaftlicher Liberalismus bezeichnet.

Aber auch die Position von BORCHERT hat ihre blinden Flecken. SCHUMACHER (SZ vom 01.03.2002) bringt eines der Probleme der Kontroverse auf den Punkt:

"Gerne bezichtigen Eltern Singles und Paare ohne Nachwuchs, auf ihre Kosten der Spaßgesellschaft zu frönen. Die Kinderlosen wiederum beklagen ihre exorbitante Steuer- und Abgabenlast und sehen die Nachkommen fremder Leute als Ursache beträchtlichen Konsumverzichts. Jeder vermag ihm genehme Zahlen zu präsentieren, womit das Übel beginnt: Selbst Wirtschaftsweise, Ministerialbeamte oder Sozialpolitiker vermögen nicht präzise zu beziffern, wie viel Geld der Staat unter dem Strich für die Familien ausgibt. Das System ist total intransparent".

Die Intransparenz ist zum Teil aber die Folge der Begriffspolitik, die Familienrhetoriker wie BORCHERT betreiben. Die Umdefinition von Eltern in Kinderlose, die von der amtlichen Haushaltsstatistik unterstützt wird, vergrößert die an sich schon bestehende Intransparenz der Transferleistungen.

 
       
     
       
   
  • Die Grünen als Familienpartei in der Debatte

    • SCHUMACHER, Oliver (2002): Die Entdeckung der Kinder,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 01.03.

    • SCHUMACHER, Oliver & Nico FRIED (2002): "Wir müssen Eltern aus der Schmuddelecke holen".
      SZ-Interview mit Katrin Göring-Eckardt. Die Grünen-Politikerin über die Initiative ihrer Partei für Familien, bessere Kinderbetreuung - und die Kosten,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 01.03.

 
       
   
  • Alleinerziehende in der Debatte

    • OTT, Ursula (2002): Mutter, Kind und Vater Staat.
      Nicht alle Alleinerziehenden sind wirklich solo: Modernes Beziehungspatchwork und Vier-Eltern-Familie überfordern die deutsche Finanzbürokratie
      in: Die Woche Nr.10 v. 01.03.

Ein lesenswerter Artikel, der sich den Problemen der Alleinerziehenden von der begrifflichen Ebene nähert. Ausgangspunkt der Problembeschreibung ist für Ursula OTT die Definition der Alleinerziehenden durch das Statistische Bundesamt. Die familienhaushaltszentrierte Statistik interessiert sich nicht für die Partnerschaftsverhältnisse derjenigen, die Alleinerziehende genannt werden.

Konservative Staatsrechtler wie Paul KIRCHHOF haben diesen Umstand genutzt, um im Bundesverfassungsgerichtsurteil den Missbrauch zum Ausgangspunkt ihrer Revision (Streichung der Steuerklasse II für Alleinerziehende) zu machen. OTT nennt die verschiedenen Möglichkeiten, die Alleinerziehende besitzen, um sich Vorteile gegenüber Ehepaaren zu verschaffen:

"Viele gut verdienende Mittelschichtler haben in den vergangenen Jahren ganz bewusst auf den Gang zum Standesamt verzichtet. Nicht weil sie die Ehe spießig finden, sondern weil der Alleinerziehenden-Status eine Menge Vorteile bringt: Man rückt auf der Warteliste für die Kinderkrippe nach oben, man bezahlt weniger Kindergartenbeitrag. Und bis vor kurzem bezahlte man auch weniger Steuern, weil man vom 'Haushaltsfreibetrag' profitierte."

Während also unverheiratete Paare mit Kind zu den Gewinnern der bisherigen Gesetzeslage gehörten, sind die allein erziehenden Partnerlosen die Verlierer der Neuordnung. Zwischen den Yuppie-Moms unter den Alleinerziehenden (z.B. Stella BETTERMANN) und den "Welfare-Families" liegen Welten, die bei OTT jedoch nur ungenügend berücksichtigt werden.

 
       
     
       
   

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Zu den News vom 15. - 28. Februar 2002

 
       
   
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