[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 22.- 28. Februar 2005
News 18.- 21. Februar 2005
News 10.- 17. Februar 2005
News 05.- 09. Februar 2005
News 01.- 04. Februar 2005
News 26.- 31. Januar 2005
News 21.- 25. Januar 2005
News 16.- 20. Januar 2005
News 11.- 15. Januar 2005
News 01.- 10. Januar 2005
News 26.-31.Dezember 2004
News 21.-25.Dezember 2004
News 16.-20.Dezember 2004
News 11.-15.Dezember 2004
News 01.-10.Dezember 2004
News 16.-30.November 2004
News 01.-15.November 2004
News 21.-31. Oktober 2004
News 16.-20. Oktober 2004
News 11.-15. Oktober 2004
News 05.-10. Oktober 2004
News 01.-04. Oktober 2004
News 24.-30. September 2004

News 16.-23. September 2004
News 11.-15. September 2004
News 05.-10. September 2004
News 01.-04. September 2004
News 25.-31. August 2004
News 16.-24. August 2004
News 06.-15. August 2004
News 01.-05. August 2004
News 22.-31. Juli 2004
News 16.-21. Juli 2004
News 11.-15. Juli 2004
News 06.-10. Juli 2004
News 01.-05. Juli 2004
News 23.-30. Juni 2004
News 16.-23. Juni 2004
News 01.-15. Juni 2004
News 22.-31. Mai 2004
News 11.-21. Mai 2004
News 05.-10. Mai 2004
News 01.-04. Mai 2004
News 21.-30. April 2004
News 15.-20. April 2004
News 06.-14. April 2004
News 01.-05. April 2004
News 24.-31. März 2004
News 16.-23. März 2004
News 09.-15. März 2004
News 01.-08. März 2004
News 20.-29. Februar 2004
News 15.-19. Februar 2004
News 08.-14. Februar 2004
News 01.- 07. Februar 2004
News 25.- 31. Januar 2004
News 15.- 24. Januar 2004
News 08.- 14. Januar 2004
News 01.- 07. Januar 2004
 

News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 01. - 03. März 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Typisch für Wochenendpendler ist das »Sonntagsgefühl«. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Hälfte des klassisch »letzten gemeinsamen Tages« vor der routinemäßigen Trennung besonders harmonisch gestaltet werden soll. Zugleich aber ist die zweite Hälfte des Tages bereits eingetrübt von der bevorstehenden Trennung - und kann somit auch nicht mehr unbeschwert erlebt werden. Dabei handelt es sich um eine vorweggenommene (prospektive) Trauer. (...). Die mögliche Unbeschwertheit der gemeinsamen Zeit ist dann vorbei, obwohl vielleicht die Abreise erst gegen Abend geplant ist. (...). Mit dieser Anforderung muss das Fern-Beziehungspaar umzugehen lernen bzw. einen eigenen Weg finden".
(aus: Peter Wendl "Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt - zusammen - wachsen", 2005, S.40f.)
 
 
 
  • ZEIT-Thema: Was ist weiblich?

    • GASCHKE, Susanne (2005): Wir Töchter des Feminismus.
      Frei, aber weit weg vom Ziel,
      in: Die ZEIT Nr.10 v. 03.03.
    • BUSSE, Tanja (2005): Frauen haben Höhenangst.
      Sind es die bösen Männer – oder wollen die Frauen einfach nicht? Die meisten Managerinnen brechen ihre Karriere ab, bevor sie ganz oben ankommen,
      in: Die ZEIT Nr.10 v. 03.03.
    • HENSEL, Jana (2005): Schön schwach.
      Der Erfolg der Emanzipation ist ein Märchen. In Zeitschriften und Büchern für Frauen wird ein Rollenverständnis von vorgestern propagiert. Eine Anklage,
      in: Die ZEIT Nr.10 v. 03.03.
      • Inhalt:
        "
        Der Feminismus hierzulande ist in den letzten zehn Jahren zu seiner eigenen, steinernen Erfolgsgeschichte geworden. (...). Man blickt in die bunten Bilder der Frauenmagazine wie in einen großen, leeren Kleiderschrank, in dem nichts hängt außer dem Hochzeitskleid aus den noch glücklichen Fünfzigern und der alte Sommermantel der Emanzipation. Ansonsten gähnt Leere.
        »Projekt große Liebe! – Raus aus den alten Mustern! Neue Strategien, um jetzt wirklich den Richtigen zu finden«. Das ist nur eine von ziemlich wahllos zusammengesuchten Headlines der Woman, Cosmopolitan, Elle, Glamour, Brigitte, Brigitte Kultur und Young Miss (sieben von 85 deutschen Frauentiteln) aus dem letzten Monat (...).
        Der Mann bildet den natürlichen Kulminationspunkt allen physischen und psychischen Bestrebens. Sind wir, wider Erwarten, nicht mehr Single, droht uns täglich sein Abgang
        ", klagt das Zonenkind Jana HENSEL unversöhnt.
 
  • SEILER, Nina (2005): Die beste Freundin.
    Selig im Weiberhimmel,
    in: WochenZeitung Nr.9 v. 03.03.
  • GERHARD, Ute (2005): Neuer Feminismus.
    Identisch? Gleich!
    in: WochenZeitung Nr.9 v. 03.03.
    • Inhalt:
      Ute GERHARD schreibt über die dritte Welle des Feminismus:

            
        "Westliche Feministinnen beklagen seit den achtziger Jahren aus unterschiedlichen Gründen den Niedergang oder gar das Ende auch des neuen Feminismus. Spätestens seit dem Fall des Eisernen Vorhangs erleben die Frauenbewegungen und ihre Politik einen Rückschlag, weil die politischen Prioritäten neu gesetzt wurden und ein marktförmiger Neoliberalismus unter dem Schlagwort «Globalisierung» den Sieg davonträgt. Gleichzeitig aber sind unabhängig von westlichen Feminismen lokal und global Frauenbewegungen und feministische Initiativen entstanden, von denen neuerdings als der globalen «dritten Welle» des Feminismus gesprochen wird - nach der ersten Welle zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der zweiten nach 1968."
 
  • REBHANDL, Bert (2005): Tricksen vor der Hochzeit.
    In der romantischen Komödie "Hitch - Der Date Doktor" betreibt Will Smith Verliebeberatung,
    in: Berliner Zeitung  v. 03.03.
    • Inhalt:
      "
      Die Menschen in New York sind, wie aus einschlägigen Fernsehserien bekannt ist, besonders modern und deswegen auch besonders einsam. Sie finden einander schwer, obwohl sie sich dauernd mit jemandem treffen. Die Anforderungen an das jeweils andere Geschlecht sind hoch, die Versagensängste auch. In diesem Milieu wirkt Hitch", erklärt REBHANDL zum Kinofilm "Hitch - Der Date-Doktor".
  • FRICKE, Harald (2005): Hitch - Der Date Doktor,
    in: TAZ  v. 03.03.
    • Inhalt:
      "Im Grunde könnte »Hitch - Der Date Doktor« eine Karikatur auf Beziehungen in Zeiten von Ich-AGs sein, wo eben auch die sexuellen Verhältnisse flexibilisiert werden müssen - und damit neue Berufszweige geschaffen werden. Doch der Film zeigt etwas anderes, er stilisiert New York zu einem szenigen Downtown-Manhattan", hadert FRICKE.
 
 
 
  • SCHLAG, Beatrice (2005): Ein Unglück kommt selten allein.
    Jeder Streit endet wie der letzte, nur hässlicher. Sex ist auch keine Lösung mehr. Aber Trennung kommt nicht in Frage. Warum Paare trotz allem zusammenbleiben,
    in: Weltwoche Nr.9  v. 03.03.
 
  • ZELLNER, Josef (2005): Qualen der Wahlen.
    Viele träumen noch immer vom 300-Prozent-Leben: 100 Prozent Partnerschaft, 100 Prozent Familie, 100 Prozent Beruf. Bald droht ein böses Erwachen,
    in: Rheinischer Merkur Nr.9 v. 03.03.
    • Inhalt:
      "Eine Neuauflage der »Querelle des anciens et des modernes« erschüttert die Republik: Als Rabenmütter verdächtigte Mütter verdächtigen andere Mütter, Rabenmütter zu sein. Und die normative Kraft des Faktischen lässt keinen Zweifel daran, dass wie immer die »Modernen« sich durchsetzen werden. Ursula von der Leyen zum Beispiel, Tochter des früheren CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, siebenfache Mutter und niedersächsische Ministerin, geht daran, auch ihrer Partei ein zeitgemäßeres Frauen- und Familienprofil zu zimmern", klagt ZELLNER.
 
 
 
  • SUNDERMEIER, Jörg (2005): Deutsche werden Dinos,
    in: Jungle World Nr.9 v. 02.03.
    • Inhalt:
      Jörg SUNDERMEIER widmet sich Frank SCHIRRMACHERs bevölkerungspolitischen Ambitionen:

            
        "In der vergangenen Woche führte Schirrmacher eine neue Serie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein, in welcher über die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Auskunft gegeben wird. Es sei dies ein »Grundkurs für Staatsbürger«, denn: »Es ist dreißig Jahre nach zwölf, heute kann selbst ein Anstieg der Geburtenrate auf die ideale Zahl von zwei Kindern je Frau die Alterung für Jahrzehnte nicht abwenden.« Denn die deutsche Frau hat wie die Regierung versagt, es wurden dem Land zu wenig »geborene Menschen« geboren, und somit werde, wenn »wir« alt sind, niemand für »uns« zahlen. Das allerdings sei nicht »klassische Bevölkerungspolitik«, wie man Mahnern wie Schirrmacher aus »deutschem Selbsthass« immer wieder vorwerfe, nein, hier wird das Mutterkreuz pink angemalt und modern genannt."
 
 
  • RECHEL, Ulrike (2005): "Wir sind stramm links sozialisiert".
    Dirk von Lowtzow von Tocotronic über peinlich politische Songs und die neue Heimatliebe,
    in: Frankfurter Rundschau  v. 02.03.
    • Inhalt:
      Dirk von LOWTZOW bekennt sich ohne wenn und aber zur Linken:

            
        "Wenn man sich als Musiker plötzlich einem politischen Lager klar zurechnet, haben Sie keine Bedenken davor, sich damit einzuzementieren?
            
        Ganz ehrlich gesagt: Vor vielleicht fünf Jahren noch hätte ich dieses »Links-Sein« vermutlich ambivalenter gesehen als heute und hätte überlegt, ob man sich überhaupt als politisch betrachten muss. Kurz: Noch vor fünf Jahren waren wir viel weiter, weil der Diskurs aufgespaltener war. Doch in den letzten zwei Jahren hat es einen extremen Backlash Richtung Neokonservativismus und Reaktion gegeben. Wenn plötzlich alle um einen herum anfangen, die Heimat, und das schöne Deutschland für sich zu erkennen, und wenn du Zeitschriftentitel siehst, wo draufsteht "Kopf hoch, Deutschland" (Anm.: gemeint ist die Titelgeschichte des Magazins NEON vom September 2004), dann wandert man schon durch die Welt und denkt: Was ist denn bitte jetzt los? Auf die Gefahr hin, dass Kritiker so eine Haltung als tendenziell paranoid ansehen und sagen »Aber, man wird doch mal …«"
 
  • RULFF, Dieter (2005): Der Anti-Achtundsechziger.
    Hajo Schumacher schildert Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch als den Kopf einer ganzen Politikergeneration,
    in: Frankfurter Rundschau  v. 02.03.
 
  • BIRG, Herwig (2005): Demografische Konflikte.
    Grundkurs Demographie - Achte Lektion,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung  v. 02.03.
    • Kommentar:
      Der von BIRG vorhergesagte Verteilungsstress ist keine demografische Zwangsläufigkeit, sondern eine politische Entscheidung unserer Eliten.

            
        Wie die Politik bewusst Konflikte in der Arbeitnehmergesellschaft erzeugt, wurde von single-generation.de am Beispiel der Rente nach Kinderzahl erläutert.
            
        Unsere Eliten bleiben dabei außen vor, solange sie nicht durch eine Bürgerversicherung zur Solidarität gezwungen werden.
            
        "Bei einem Anteil der Kinderlosen von einem Drittel bei den Jahrgängen ab 1965 erodieren nicht nur die sozialen Sicherungssysteme, sondern es entsteht ein neuer Typ von sozialer Ungerechtigkeit - »die Transferausbeutung der Familien« (Jürgen Borchert) - durch die verfassungswidrige Bevorzugung von Menschen ohne Nachkommen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung (Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 3. April 2001)", schreibt BIRG.
            
        Diese Aussage ist ein typisches Beispiel für die gezielten Halbwahrheiten, die BIRG immer wieder unwidersprochen verbreiten darf.
            
        Nicht einmal in der linken Presse ist hierzu Widerspruch zu vernehmen. Stillhalten heißt in diesen Fall jedoch Einverstanden sein. Oder fehlt es der deutschen Linken etwa am notwendigen Sachverstand?
            
        Für den Jahrgang 1965 ist bereits bewiesen, dass von einem Drittel lebenslang kinderloser Frauen nicht gesprochen werden kann.
            
        Was die jüngeren Jahrgänge betrifft, handelt es sich um reine Spekulation, die wissenschaftlich nicht beweisbar ist.  
 
 
  • FUREDI, Frank (2005): Die Peter-Pan-Leitkultur.
    Das Erwachsensein findet kaum noch jemand attraktiv,
    in: Welt v. 01.03.
    • Kommentar:
      Dieser Artikel trägt dazu bei, dass man auf keinen Fall erwachsen sein möchte.

            
        Willi WINKLER behauptet, dass durch unsere Republik der Geist der 50er Jahre weht. Wenn das wahr wäre, dann trifft es jedenfalls nicht auf das Auftreten unserer selbsternannten Werteeliten zu. In den 50er Jahren hätte kein Erwachsener ein derart erbärmliches Bild abgegeben wie die Diskutanten in dieser infantilen Peter-Pan-Debatte.
            
        Erwachsen werden, bei solchen Vorbildern, nein danke! Professoraler Stammtisch statt fundierte Gesellschaftsanalyse...
 
  • CROLLY, Hannelore (2005): Muttersein oder Managerin.
    Frauen müssen immer noch zwischen Nachwuchs und Beruf wählen. Beides auf einmal bekommen viele nicht in den Griff. In Berlin wird das Thema auf einem internationalen Kongreß debattiert,
    in: Welt v. 01.03.
    • Kommentar:
      "
      Bei den Müttern der Generation Ally macht sich Ernüchterung breit. Aus dem Babyboomer-Triumph »Wir können alles haben« ist ein enttäuschtes »Wir kriegen all das, was wir haben, gar nicht in den Griff« geworden", schreibt CROLLY.
            
        Die SZ ist bereits einen Schritt weiter. Gerhard MATZIG sieht dort einen Trend zur Rückkehr des "Heimchen am Herd".
 
  • GÖRING-ECKARDT, Katrin (2005): Vererbte Chancenlosigkeit.
    Eine Million Kinder in Armut sind zu viel,
    in: Tagesspiegel v. 01.03.
 
 
  • KRUGMAN, Paul (2005): America's Senior Moment,
    in: The New York Review of Books Nr.4 v. 10.03.
    • Inhalt:
      Der US-amerikanische Ökonom KRUGMAN kritisiert das Buch "The Coming Generational Storm" von Laurence J. KOTLIKOFF & Scott BURNS. KRUGMANN teilt nicht deren demografischen Pessimismus.
 
  • PAULSEN, Susanne (2005): Familie im Wandel.
    200 000 Paare lassen sich allein in Deutschland jedes Jahr scheiden. Doch der Traum von der Familie bleibt. Patchwork-Familie heißt die neue Form des häuslichen Miteinanders. Was bedeuten sie für Familien-Mitglieder und die Gesellschaft?
    in: Geo, März
 
  • Der lesenswerte Artikel:
    BOLLMANN, Stefan (2005): Die jugendliche Gesellschaft.
    Über die Desorganisation der Lebensverhältnisse,
    in: Merkur, März
    • Kommentar:
      Im Gegensatz zu
      Claudius SEIDLs Buch "schöne junge welt" ist Stefan BOLLMANNs Essay geradezu begriffsanalytisch klar.
            
        BOLLMANN unterscheidet zwischen Jugend als Lebensphase und Jugendlichkeit als Lebenshaltung.
            
        Jugend wird von ihm als zunehmendes Auseinanderdriften dreier Reifungsprozesse beschrieben:
            
        "Heranwachsen (ist) ein psychosoziales Moratorium. Beschreiben lässt es sich als ein zeitliches Auseinandertreten der drei Formen von physischer (sexueller), psychischer (mentaler) und sozialer (beruflicher) Reife, die vor Zeiten einmal zum gleichen Termin fällig gewesen sein mögen."
            
        Auf den ersten Blick ist sichtbar, dass BOLLMANN bei der sozialen Reife die Familiengründung ausklammert, die z.B. bei Erik H. ERIKSON noch mitgedacht wird und die von neokonservativen Werteeliten und Bevölkerungsexperten zur Zeit massiv eingeklagt wird.
            
        BOLLMANN beschreibt die Entstehung der Jugendkultur aus dem Geiste der Pubertät mit ihren typischen Diskrepanzen zwischen den einzelnen Reifegraden.
            
        Jugend ist für ihn in erster Linie ein Produkt langer Ausbildungszeiten, d.h. ein Bildungsmoratorium. Im Anschluß an den amerikanischen Soziologen Talcott PARSONS bezeichnet er die Verlängerung der Ausbildung weit über das sexuelle Reifealter hinaus als "pädagogische Revolution".
            
        "Die immer stärkere Massierung von annähernd Gleichaltrigen and er Universität" macht er verantwortlich für den Generationenkonflikt im Zuge der Studentenrevolte in den 60er Jahren.
            
        Im Anschluss an den amerikanischen Soziologen Ralph TURNER sieht er in der Revolte einen Kampf um persönliche Würde:
            
        "Junge Menschen würden der Welt erklären, daß sie sich selbst nicht gefunden haben, darüber ihre Empörung zum Ausdruck bringen und eine Reform der Institutionen verlangen - nicht etwa mit dem Ziel der Redefreiheit oder der Sicherung der wesentlichen Lebensbedingungen, sondern um ihnen ein Gefühl persönlicher Würde zu garantieren".
            
        BOLLMANN stimmt dem zu, will aber die Anfänge dieser "Empörungsgesellschaft" bereits in der Weimarer Republik verortet wissen.
            
        Im Anschluss an Sebastian HAFFNERs "Geschichte eines Deutschen"  sieht er in den 1900 bis 1910 Geborenen die eigentliche Generation des Nazismus. Diese erlebten den ersten Weltkrieg nicht an der Front, sondern als fernes Abenteuerspiel.
            
        Dies legte bereits Stephan SCHLAK mit Bezug auf Michael WILDT im Kursbuch über die 30jährigen dar ("Die Bedingten und die Unbedingten"), was BOLLMANN nicht erwähnt.
            
        Der Nationalsozialismus war in dieser Sicht das Produkt einer Jugendbewegung:
            
        "Ihre Vorhut stellten Studenten, nicht selten jene, die eine drohende Dauermisere aufgrund hoher Akademikerarbeitslosigkeit dadurch lösten, daß sei wie ihr Führer beschlossen, Politiker zu werden.
            
        Die Macht der Jugend resultierte gemäß BOLLMANN aus dem Bankrott von Alter und Erfahrung.
            
        Die Yuppies der Weimarer Republik wurden durch ihr "Impulshandeln und schnelles Erfassen einer neuen Lage mit plötzlichem ungeheurem Reichtum belohnt".
            
        Für BOLLMANN war die Jugendbewegung der 30er Jahre viel erfolgreicher und machtvoller als die 68er-Bewegung.
            
        Bei der Machtübernahme der Jugend spielen nach BOLLMANN die Medien eine entscheidende Rolle. Die Durchsetzung der Jugendlichkeit (im Gegensatz zur Jugend!) ist ein Produkt der Mediengesellschaft, die zur All-Age-Gesellschaft führt.
            
        Der 1904 geborene polnische Schriftsteller Witold GOMBROWICZ wird von BOLLMANN als Prototyp des neuen Menschen vorgestellt: des jungen Alten.
            
        Wie SEIDL bezieht sich BOLLMANN bei seinen Ausführungen auf das Phänomen der Neotonie, d.h. der Entwicklungsverzögerung. Dieses evolutionäre Prinzip soll sich auch im Verhalten äußern und in der "Juveniliserung" seinen Ausdruck finden.
            
        Angesichts des demografischen Wandels sieht BOLLMANN einen Übergang vom Jahrhundert der Jugend zum Jahrhundert der Alten bevorstehen.
            
        Die Konsequenzen dieses Übergangs beschreibt er folgendermaßen:
            
        "Der Status des fertigen und reifen, des erwachsenen Menschen wird nun in die Zange genommen, von den Jungen wie von den Alten. Von einer Verjugendlichung der Gesellschaft wäre dann als von jenem Prozeß zu sprechen, in dessen Verlauf Verhaltensformen der Unreife in der Gesellschaft stilbildend wirken und sich durchsetzen. Die Medien, insbesondere das Fernsehen, in zunehmenden Maße aber auch das Internet, haben in diesem Prozeß eine katalysatorische, vor allem aber modellierende und nicht zuletzt immunisierende Funktion."
            
        BOLLMANN verweist darauf, dass mit der Umstellung des Bildungswesens (kürzere Erstausbildung, dafür aber lebenslanges Lernen) auch die Lebenslaufstruktur eine Änderung erfährt.
            
        Er beschließt seinen Essay in MERKUR-Tradition mit alarmistischen Befürchtungen angesichts der sich verändernden Bildungs- und Arbeitsmarktverhältnisse:
            
        "Neue, chronische Bedrohungen der Verhaltenssicherheit und des Selbstwertgefühls werden die Folge sein. Nicht ein wie auch immer motivierter Krieg der Generationen ist das Schreckensszenario der näheren Zukunft, sondern eine tiefgreifende Desorganisation der Lebensverhältnisse, in welcher der Verlust trauter Orientierungsmuster bei Jung und Alt zu sozialer Isolierung und Radikalisierung führt."    
 
NEON-Titelgeschichte:
Trennen oder kämpfen?
Wann eine Beziehung noch Chancen hat - und wann du besser gehst
  • KNIEBE, Tobias (2005): Lohnt sich die Liebe noch?
    Irgendwann zweifelt fast jeder mal an seiner Beziehung: Ist mein Partner der Richtige? Liebe ich sie noch? Der einfache Weg ist, sich sofort zu trennen. Der schwierige: zusammenbleiben und um die Liebe kämpfen. Beides kann richtig sein. Oder falsch,
    in: Neon, März
  • KISTERS, Sebastian (2005): Was wird eigentlich aus... dem Schlussmachen?
    Der neueste Trend für Feiglinge: Break-up-Services - Schlussmach-Agenturen. Für 100 Dollar ruft etwa ein Geschäftsmann Brian Noris bei Nichtsahnenden an und sagt ihnen, dass Freund oder Freundin sie nie mehr sehen wollen. Vor allem Männer nutzen den Service,
    in: Neon, März
 
  • JAEGER, Anne-Céline (2005): Nur anfassen!
    Kein Alkohol, keine Drogen, kein Sex: Kuschelpartys werden in den USA zahlreicher besucht als gewöhnliche Orgien. Die Besucher versprechen sich menschliche Nähe und echte Gefühle. Wir sind samt Pyjama nach New York geflogen, um eine Runde mitzuschmusen,
    in: Neon, März
 
  • SCHRÖDER, Vera (2005): "Gebildet bin ich nicht!".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit, 4. Teil: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: Neon, März
 
  • WEISER, Prisca & Randolph OCHSMANN (2005): Du fehlst!
    Ein Freund oder eine Freundin ist gestorben. Der Verlust schmerzt. Doch für die Umwelt scheint er nicht so groß zu sein wie der Verlust eines Angehörigen. Die Situation der Trauernden wird dadurch noch schwerer,
    in: Psychologie Heute, Nr.3, März
 
 
  • BILLER, Maxim (2005): Hamburg, fremde Stadt,
    in: Cicero, Nr.3, März
    • Inhalt:
      Maxim BILLER erinnert sich an seine Hamburger Zeit:

            
        "In keiner Stadt, die ich kenne, ist es so leicht, sich einsam zu fühlen, wie in Hamburg. Ich habe mich zehn Jahre lang in Hamburg einsam gefühlt, obwohl ich hier zur Schule gegangen bin. Ich habe Judo gemacht und Handball gespielt, ich war ein paar Jahre jede Nacht aus, ich habe Drogen genommen und Sex gehabt, ich war oft verliebt, hatte eine Band, und in zwei Theaterstücken bei uns an der Schule habe ich auch mitgespielt. Ich war trotzdem allein, und es kann doch nicht sein, dass ich nur deshalb allein war, weil ich schwarze Haare, eine Woody-Allen-Brille und eine Weile einen komischen Akzent in meinem Deutsch hatte?"
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom  22. - 28. Februar 2005

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2006
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 05. März 2006 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002