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Medienrundschau:
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News vom 01. -
15. Mai 2003
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Zitat
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"An einem fremden Ort allein zu sein ist viel
weniger schlimm, als daheim allein zu sein. Es ist
eigentlich gar nicht schlimm. Daheim weiß man, wie
wenig Leute man kennt, in der Fremde dagegen ist es
normal, daß man keinen einzigen kennt, und man ist
es zufrieden."
(aus:
Iris Hanika "Das Loch im Brot", 2003) |
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- LEVEND, Helga (2003): Warum ein Kind?
in: Psychologie Heute, H.6,
Juni
- LEVEND, Helga (2003): Warum kein Kind?
in: Psychologie Heute, H.6, Juni
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HERRMANN, Ulrike (2003): Probleme machen immer die anderen.
Ja, es gibt Arme in Deutschland. Aber das ist kein Grund, sich
aufzuregen. Man sieht sie ja nie,
in: TAZ v. 15.05.
- Kommentar:
Der Kampf gegen die zunehmende Armut in Deutschland gilt heute als
eine Art mildes Irresein, d.h. unerwachsen &
postmaterialistisch:
"Eine andere Freundin
hat mehr Verständnis: »Als ich im Studium noch nicht wusste, was aus
mir werden sollte, da hatte ich auch solche linken Positionen wie
du.« Wir sind übrigens gleich alt, beide berufstätig, trotzdem bin
ich eine Jugendliche für sie. Erwachsene wissen eben, dass nur
Ungerechtigkeit gerecht ist."
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OPIELKA, Michael (2003): Grüne Abstinenz.
Die Ideen der Partei zur Reformdebatte sind bisher blass geblieben.
Michael Opielka über vier Optionen guter Sozialpolitik,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.05.
- Kommentar:
OPIELKA möchte die Grünen zur "politischen
Organisation des »Wertewandels« hin zu »postmatieriellen Werten«
machen.
Das liegt gerade nicht besonders im Trend.
OPIELKA fordert eine
"subjektorientierte,
auf »Empowerment«
setzende Dienstleistungspolitik, die individualisierungsfreundlich
ist und pluralistische Lebensentwürfe respektiert".
Dies ist für OPIELKA jedoch kein
Widerspruch zu seiner bevölkerungspolitischen Zielsetzung:
"So würde eine
»gute«
Sozialpolitik in der neuen Grundsicherung - der überfälligen Fusion
von Arbeitslosen- und Sozialhilfe - für die Erziehenden kleinerer
Kinder beispielsweise deutlich großzügigere Anrechnungsregeln für
Partnereinkommen gelten lassen, und - auch damit - zur Anerkennung
der Erziehungsarbeit beitragen. Letztere - und damit die Erhöhung
der Geburtenrate - fordert beides: mehr öffentliche Kinderbetreuung
und großzügigere Transferleistungen für Erziehende."
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ADAM, Konrad (2003): Bürger und Rebell,
in: Welt v. 15.05.
- Kommentar:
Das neueste Hätschelkind von Konrad ADAM ist der
Bürgerkonvent.
Bürger und Rebell, dafür stehen
bei ADAM in erster Linie der beamtete Feuilleton-Revoluzzer Arnulf
BARING und der neoliberale Grüne Oswald METZGER. Das Wir-Gefühl
dieser Kreuzung beschreibt ADAM folgendermaßen:
"Wir, das heißt: die Selbstständigen, die
Unabhängigen, die Nichtorganisierten, die keine Vertretungsmacht im
Rücken haben und deshalb von den Verbänden, Gewerkschaften und
Parteien über den Löffel balbiert werden".
ADAM zählt sich gewiss zu den
Unabhängigen und Nichtorganisierten, obwohl er als Konzernschreiber
das Gegenteil ist: ein "Organization Man".
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MÖNNINGER, Michael (2003): Klammern an den Staat.
Generalstreik in Frankreich: Die Regierung treibt kleine Reformen
voran, doch die Gegner fürchten Schlimmeres,
in: Die ZEIT Nr.21 v. 15.05.
- Kommentar:
"Bei allem
Nachholbedarf, den die Republik im europäischen Wettlauf um
Schuldenabbau und Sozialreformen hat, kann sie auf einem
entscheidenden Feld den ungeteilten Sieg davontragen: auf dem der
Demografie, die auch die Sozialsysteme rettet. Denn der fortgesetzte
Geburtenrekord mit durchschnittlich 1,9 Kindern pro Frau – gegenüber
gerade mal 1,3 in Deutschland – wird dazu beitragen, dass sich in
Frankreich nicht alles ändern muss, damit das Land so bleiben kann,
wie es ist", behauptet MÖNNINGER.
Benchmarking nennt man das: Man
pickt sich immer den aktuellsten Musterschüler auf einem Gebiet
heraus, um damit angebliche Schwächen aufzuzeigen.
War nicht einmal
Japan ein solcher Musterknabe? Und war nicht noch Anfang des
Jahrzehnts Frankreich gar kein Musterland? Dass Frankreich weniger Probleme
bekommen wird, ist keineswegs ausgemacht.
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NIEJAHR, Elisabeth (2003): Die Feigheit der Flickschuster.
Kanzler Schröder will den Sozialstaat umbauen. Doch er spart nur
innerhalb des alten Systems. Damit die Agenda 2010 länger als ein Jahr
hält, müsste es neu finanziert werden - durch Steuern statt durch
Beiträge,
in: Die ZEIT Nr.21 v. 15.05.
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ULRICH, Bernd (2003): Wenn Tatsachen putschen.
Schröder und Fischer könnten jetzt mehr verändern als je zuvor -
wenn sie nur wollten,
in: Die ZEIT Nr.21 v. 15.05.
- Inhalt:
"Die Macht der
Tatsachen hat den Kanzler aus seiner »Weiter so«-Bahn geworfen und
neue Möglichkeiten geschaffen. Ist das schon die geistig-moralische
Wende? Ob sie es wird, entscheidet sich in den nächsten sechs
Monaten", lautet die Vorgabe von
"Wende-Zum-Weniger"-Bernd ULRICH.
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MENNE, Marion (2003): Jung, ledig,
religiös,
in: Rheinischer Merkur, Nr.20 v. 15.05.
- Kommentar:
Die RM berichtet in mehreren Artikeln über eine
"European Value Study". Die Schlagzeile ist wohl eher als
Vermisstenanzeige zu lesen, denn im Artikel kommen junge, gläubige
Ledige nicht vor.
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DEGES, Stefan (2003): Was leistet und kostet der
Sozialstaat?
in: Rheinischer Merkur, Nr.20 v. 15.05.
- Kommentar:
Warum die Artikelserie unter dem Stichwort "Debatte"
läuft, das weiß wohl nur Gott allein, debattiert wird jedenfalls
nicht, sondern Punkt für Punkt ein fest gefügtes neoliberales
Glaubensbekenntnis abgelegt.
Den Kirchen mangelt es
an Gläubigen, bald gibt es weniger Kirchgänger als
Mobilfunkantennen auf Kirchendächern, da muss gespart werden.
Vielleicht treibt die Not die Menschen dann wieder in die Kirchen,
wie so mancher hoffen dürfte...
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KREYE, Andrian (2003): Sie geben uns Fieber.
Punks von heute: Die "Yeah Yeah Yeahs" erobern New York,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.05.
- Kommentar:
Anfang des Jahres
hatte
Andrian KREYE bereits die New Yorker Bohème verabschiedet, aber
nun hat er doch wieder einen neuen NY-Trend für einen Sommer
entdeckt.
Nick HORNBYs "31 Songs" haben ihm dazu den richtigen Weg
gewiesen:
"um die Yeah Yeah Yeahs wirklich
zu beurteilen, sollte man nicht seine Plattensammlung, sondern einen
Essay konsultieren, den Nick Hornby vor zwei Jahren geschrieben hat.
Dort geißelt er das Besserwissertum des kompetenten
Musikjournalismus als ultimativen Stimmungstöter. In der Popmusik
sei es noch nie um Expertenwissen oder Respekt vor der Vergangenheit
gegangen, schreibt er. Und zitiert Joe Strummer, der auf einer der
ersten Clash-Platten proklamiert hatte: »No Elvis, Beatles or
Rolling Stones in 1977«. Wenn es also nicht um musikalische
Erblasten geht, sondern um Leidenschaften, die jede Generation aus
Neue erlebt, dann sind die Yeah Yeah Yeahs auch kein Trio fotogener
Bildungsbürgerkinder, die sich eine Melange aus Punk-Energien und
Pop-Spaß zusammengebastelt haben, um damit auf eingefahrenen
Schienen zum Erfolg zu schliddern, wie einige Musikjournalisten
maulten. Dann sind sie die Protagonisten eines Lebensgefühls, das
einer Generation so lange als Fluchtpunkt dient, bis das jemand
anderes besser formuliert. Der Sommer 2003, daran besteht kaum
Zweifel, dürfte der Sommer der Yeah Yeah Yeahs werden."
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DRIBBUSCH, Barbara (2003): Rot-Grün: Frauen sollen für ihre Partner
büßen.
Beim Arbeitslosen II zählt das Partnereinkommen stärker mit - und
bringt hunderttausende um ihre Ansprüche,
in: TAZ v. 14.05.
-
DRIBBUSCH, Barbara (2003): Der Schlagzeilen-Faktor.
Arbeitslosenhilfe: Die wichtigsten Kürzungen sind gut versteckt,
in: TAZ v. 14.05.
- Kommentar:
"Die gefühlte Politik ist entscheidend, und dabei
sind einige Faktoren zu berücksichtigen: Rentner, Hunde, Autos -
neuerdings sind auch Familien wieder ein sensibles Thema. Ganz hoher
Bild-Zeitungs-Faktor!
Anders sieht es bei Frauenthemen aus, die greift die Boulevardpresse
eher nicht auf. Nicht, weil es so wenig Frauen gibt, sondern weil
Klagen über die Benachteiligung von Frauen immer noch zu sehr nach
Frustfeminismus klingen, kurz: unsexy wirken", mault DRIBBUSCH.
Nur Singles haben es da noch
schlechter: sie existieren als Akteure in der sozialpolitischen
Debatte erst gar nicht, sondern sind höchstens als Problem der Rede
wert!
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ADAM, Konrad (2003): Wer steckt hinter dem neu gegründeten
Bürgerkonvent?
Meinhard Miegel, Hans-Olaf Henkel und Roland Berger haben eine
parteiübergreifende wirtschaftspolitische Initiative gestartet,
in: Welt v. 14.05.
- Kommentar:
Konrad ADAM klärt die Leser über den neu
gegründeten Bürgerkonvent auf, dessen Sprecher der neoliberale
Besitzstandwahrer Meinhard MIEGEL ist.
Eigentlich sollte
der Angehörige der 68er-Generation bereits im Deutschen Herbst
2002 das Ministerium für Sozialversicherungen übernehmen, aber das "Dreamteam
für Stoiber" (Capital 19/2002) von Hans-Olaf HENKEL scheiterte
bekanntlich.
Jetzt soll der Bürgerkonvent mit
massivem Kapitaleinsatz eine Art Stützkorsett sein, die den Kanzler
vor dem Umfallen in die falsche Richtung schützt:
"Weiter gehende Fragen, insbesondere
solche nach den Sponsoren der nicht ganz billigen Aktion, bleiben
jedoch ohne Antwort, einstweilen jedenfalls. Man habe keine Lust,
sich selbst oder die Angehörigen den Angriffen und Pressionen von
Leuten auszusetzen, die sich dazu berufen fühlen, an Stelle des
Bundeskanzlers die Richtlinien der Politik zu bestimmen, heißt es
zur Begründung."
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RÖSINGER, Christiane (2003): Der Botho Strauß des Rock'n'Roll.
Heinz Rudolf Kunze im Gespräch über Deutschland, Deutschrock und
sein neues Album "Rückenwind",
in: Berliner Zeitung v. 14.05.
- TÖRNE, Lars von (2003): "Ich bin
weiter Pessimist".
Seine Fans halten Heinz-Rudolf KUNZE seit mehr als 20 Jahren die
Treue - obwohl er seine Texte manchmal selbst nicht versteht, wie der
Musiker im Gespräch mit dem Tagesspiegel verriet. Am Donnerstag spielt
Kunze in Berlin,
in: Tagesspiegel v. 14.05.
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TÖRNE, Lars von (2003): Gentrifikation erleben.
Wie ein Berliner, West, die Stadt erleben kann,
in: Tagesspiegel v. 13.05.
- Kommentar:
Journalist Lars von TÖRNE - ein Angehöriger der Generation Golf -
sieht sich in seiner Rolle als
Gentrifier im Szene-Bezirk Prenzlauer Berg von den
Alteingesessenen angefeindet. Die Gruppe
"Herr Nilson"
und der Song "Das Zugezogene" stärkt sein Selbstwertgefühl:
"Ein paar musikalisch begabte Zugezogene, die bei mir
um die Ecke wohnen, haben über die Gentrifikation ein hübsches Lied
geschrieben. »Herr Nilsson« heißt das Quartett, macht eleganten Pop
mit poetisch-verschwurbelten Texten und erzählt Alltagsgeschichten,
wie zum Beispiel im Lied »Das Zugezogene«. Wo im Sommer deine Kneipe
war, ist jetzt die Kneipe für andere Leute, da solltest du lieber
nicht hingehen, heißt es da spöttelnd. Um dann an die
Alteingesessenen zu appellieren, sich trotzdem nicht in in ihren
Nischen zu verkriechen: Bieg um die Ecke, und dann tut was weh, das
ist die Schönheit der Kastanienallee. Setz dich hin, trink Kaffee.
(…) Und das im Wind sind deine Haare. Komm überflieg mit uns die
letzten zwölf Jahre, auf der Schaukel im Mauerpark. Das Zugezogene
sind deine Vorhänge, keine neuen Nachbarn. Hübsches Lied, wie
überhaupt die ganze CD »Einfacher sein«."
Hippieske Versöhnungstour jener,
die mittels ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital
(BOURDIEU) einen Stadtteil besetzen.
Die traditionelle
Gentrificationsforschung à la
HÄUßERMANN ist immer auf Seiten der Alteingesessenen. Zugezogene
("Gentrifier") werden als Eindringlinge und Verdränger angesehen.
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BRAUCK, Markus (2003): Morgens nach Arbeit jagen,
nachmittags den Ertrag abfischen.
Die Gegenwart als Existenz in der Gegenutopie: Die normale
Erwerbsbiographie auf der Suche nach der Zukunft der Freiheit im real
existierenden Kapitalismus,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.05.
- Inhalt:
Markus BRAUCK versucht Karl MARX und die
Gegenwartsgesellschaft aufeinander zu beziehen und scheitert dabei,
weil der Zusammenhang zwischen Kapital und Arbeit ganz anders ist:
"Die einen tun, was sie wollen,
morgens Leute entlassen, nachmittags Kapital um den Globus schießen
und abends in Talkshows politisieren. Und wenn sie eine Yacht haben,
können sie auch fischen gehen. Die anderen putzen Schuhe, in der
Ich-AG Glänzende Sohle - was immer noch besser sein mag als das
gleichnamige Kombinat - bewachen Häuser, polieren Glasfronten und
fahren Pakete aus. Und jedem Sozialhilfeempfänger, der Florian
Gerster fragt, wer denn die armen Schweine sind, die diese Jobs
annehmen müssen, wird der Vorstandschef aller Arbeitsagenturen
antworten: »Das werden Sie sein.«
Das ist nicht mehr der einfache Gegensatz zwischen arm und reich.
Und auch kein Gegensatz zweier Klassen, wie er Marx vorschwebte.
Denn Arbeit und Kapital sind nicht mehr abhängig voneinander, so
dass sie sie sich gegenseitig unter Druck setzen könnten. Für die
Zukunft des Kapitalismus sei ein großer Teil der Arbeit und der
Arbeitenden entbehrlich geworden, schreibt
Ralf Dahrendorf.
(...).
Die Globalisierung hat Karl Marx visionäres Bild in die Wirklichkeit
umgesetzt, wenn auch auf völlig anderen Wegen. Mit einer deutlichen
Änderung: (...) Das Kapital ist auf die Arbeit, die Marx noch
vorschwebte, nicht mehr angewiesen, und eine Solidarisierung der
Schuhputzer-Klasse nicht mehr Erfolg versprechend. So gibt es nur
noch den Kampf der einzelnen, und jeder versucht es eben für sich
allein."
"Die Regierung der Freiheit" von Wolfgang FACH liefert
die Ideengeschichte zur neuen Ungleichheit der Freiheit, die von der
neoliberalen Klasse angestrebt wird. Im
neuesten SPIEGEL gibt es bereits einen Vorgeschmack.
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KUNZ, Harry (2003): Pech für den Nachwuchs.
Heute keinen Job, Rente mit 67 - die Alten kündigen den Jungen den
Generationenvertrag. Doch wer künftig Rentner finanzieren soll,
braucht erst mal Chancen für sich selbst,
in: TAZ v. 12.05.
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BLÜM, Norbert (2003): Lob der Gewerkschaft.
Ein Plädoyer für den Hauptangeklagten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.05.
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- HAGE, Volker (2003): Mit Gudrun auf der
Couch.
In seinem neuen Buch "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" erzählt
Wilhelm Genazino mitreißend vom Erwachsenwerden in der jungen
Bundesrepublik,
in: Spiegel Nr.20 v. 12.05.2003
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- DARNSTÄDT, Thomas & Michael KLOTH (2003)Die
Konsens-Falle
Das Grundgesetz galt lange als Glücksfall der Geschichte - doch
nach 54 Jahren ist sein Glanz erloschen. Experten machen das von
Eingriffen lädierte Regelwerk voller Konstruktionsfehler für die
Blockade dringend notwendiger Reformen in Politik und Gesellschaft
verantwortlich,
in: Spiegel Nr.20 v. 12.05.2003
- Kommentar:
Der politische Neoliberalismus erfordert nicht
nur den Abbau des Sozialstaats, sondern einen rigorosen Umbau des
Staats.
Die Autoren beschreiben, wie die
Legislative gestärkt werden soll. Schwächung des Parteienstaats, des
Verbändestaats und der Länder fordern die Neoliberalen.
Vorbild sind die USA und
Großbritannien, also Länder, die durch große soziale Ungleichheiten
gekennzeichnet sind, die auch hierzulande durchgesetzt werden
sollen.
Das gefährliche Staatsvolk ist
der Gegner eines solchen Staats. Die Rückkehr des Pöbels soll per
Verfassungsreform in Schach gehalten werden.
Der Soziologe Ralf DAHRENDORF hat
diesen neuen Autoritarismus bereits vor längerem beschrieben.
Mit
"Die Regierung der Freiheit" von Wolfgang FACH ist eine
Ideengeschichte dieses neuen Liberalismus erschienen. Dort heißt es:
"Den Pöbel kann man nicht verhindern, man muß mit ihm umgehen".
Dieser modifizierte Krieg aller gegen alle könnte so aussehen:
Die Metapher des bellum ommium
contra omne ist insoweit veraltet, als nicht mehr zahllos viele
Subjekte gleicher (Ohn-)Macht aufeinanderprallen würden, sondern
zwei Kollektive mit vollkommen ungleicher Ausstattung: wenige
Reiche gegen viele Arme, saturierte Minderheiten versus elende
Mehrheiten, hier Eliten, dort Massen. Und man streitet weniger für
Gott denn um Brot - idealistsiche Kriege machen materialistischen
Kämpfen Platz. (S.119)
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SIEMONS, Mark (2003): Partei des Willens.
Agenda SPD: Vom zweiten Godesberg zur permanenten Reform,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.05.
- Inhalt:
Mark SIEMONS hat das Kanzlerinterview im Tagesspiegel
vom 11.05. gelesen. Er beschreibt die SPD-interne Debatte um die
Agenda 2010 als eine defensive Symbolpolitik.
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HANNEMANN, Ulf (2003): Ideale Form des Flirts.
Im Balzrevier Internet turteln Tausende zwischen Lust und Frust.
Neue Kontaktbörsen streben auf den lukrativen Markt,
in: Focus Nr.20 v. 12.05.
- Kommentar:
Wer vorher den Artikel über den
neubürgerlichen Liebesdiskurs von Dirk KNIPPHALS gelesen hat, der
ist smalltalkmässig für die Online-Partnersuche im Neue
Mitte-Milieu gerüstet.
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ALBERS, Markus & Ulf POSCHARDT (2003): Die jammernde Nation.
Reformdebatte, die 1001. Folge. 50 Jahre nach dem Wirtschaftswunder
sind die Deutschen nur noch Weltmeister im Jammern. Warum?
in: Welt am Sonntag vom 11.05.
- Kommentar:
Auf der nach oben offenen Jammerskala hat die
WAMS heute eindeutig den Spitzenplatz inne.
Das Autoren-Tandem aus der Generation
Golf radelt nochmals die ganze Debatte der letzten Monate ab und
blickt dabei auf ein Jammertal.
Es ist kaum zu glauben, dass
Markus ALBERS noch Anfang 2002 ganz andere Sprüche klopfte!
Ein goldenes Zeitalter prophezeite er seiner Leistungs-Generation
Golf.
Und jetzt: Kein Jammern ist zu
nichtig, kein Abstecher zu unwichtig. Und das Wichtigste: Die
Autoren beschimpfen ihre Leistungsgeneration nun als
Besitzstandswahrer-Generation!
Die zitierten Jammernden stammen
alle aus dem Who is Who des Neoliberalismus und wenn nicht, dann
werden sie wenigstens dafür vereinnahmt. Der Rest der Artikel ist
ähnlich jammernd.
Erwähnt werden soll nur noch,
dass
Wolfgang STOCK radikale Reformen fordert. Dazu
ist jedoch bereits alles gesagt!
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SCHIMMANG, Jochen (2003): Zaungäste des Fortschritts.
Teddy, der Inkommensurable (5): Wie ich am Ende der Sechzigerjahre
beinahe von Adorno gerettet worden wäre - dann aber erst nach zwei
verlorenen Berliner Jahren und allerlei politischen Irrungen und
Wirrungen seine Sensibilität und Verletzlichkeiten als Produktivkräfte
des Denkens zu verstehen lernte,
in: TAZ v. 10.05.
- Kommentar:
"Wäre ich Adorno noch
begegnet, selbst so kurz vor seinem Tod, so wäre ich gegen die ganze
Tristesse der kommunistischen Parteikostümierung resistent gewesen,
der ich ein knappes Jahr nach meinem Studienbeginn in Berlin erlag
und die mich zwei Jahre meines Lebens kostete" behauptet der
Schriftsteller Jochen SCHIMMANG.
Während
Stephan WACKWITZ
den Übervater ADORNO aus seinem Leben tilgen möchte, stilisiert
Jochen SCHIMMANG
ihn zum imaginären Retter.
Was es mit den verlorenen Jahren
auf sich hat, das kann jeder in
"Der schöne Vogel Phönix" nachlesen. Dagegen beschreibt
"Die Murnausche Lücke" ein alternatives Szenario. Die
schriftstellerische Tilgung ist also bereits vollbracht.
Es ist wohl kein Zufall, dass
sowohl WACKWITZ als auch SCHIMMANG im "Merkur" - einer Zeitschrift
der "70er-Jahre-Geschädigten" - schreiben. Der bisweilen
missionarische Eifer der Schreibenden muss wohl in den Biografien zu
suchen sein...
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WAGNER, Elisabeth (2003): Anna trauert um ihr Kind.
Wenn sie auf dem Balkon
stand, freute sie sich, wenn ihre Claudia dem Omnibus entstieg. Das
Leben war in Ordnung, denn die Tochter wohnte bei ihr. Dann kam ein
fremder Mann und nahm ihr Liebstes mit zu sich. Seither ist für Anna
nichts wie früher. Keine Hoffnung, keine Zuversicht. Sie wird sich
nicht umbringen, aber sie tut auch nichts mehr für sich. Warum auch?
Nichts kann mehr werden wie einst. Eine Erzählung zum Muttertag
in: TAZ v. 10.05.
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SCHMIDT, Renate (2003): Weniger Versorgung und mehr
Eigenverantwortung.
Was die Agenda 2010 für die Zukunft der Familie und den
Zusammenhalt der Gesellschaft bedeutet,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.05.
- Kommentar:
"Familien sind
die soziale Mitte unserer Gesellschaft. Stärken wir sie, können wir
die gesellschaftlichen Veränderungen besser bewältigen", schreibt
SCHMIDT und schreibt damit die Singles ab.
Mit Renate SCHMIDT hat die
multilokale Mehrgenerationenfamilie (Hans
BERTRAM) die Regierungsrhetorik erreicht:
"Der Zusammenhalt von Familien ist
haushaltsübergreifend: Zwischen Geschwistern, zwischen Enkeln und
Großeltern, vor allem aber zwischen den erwachsenen Kindern und
ihren Eltern. Die unterschiedlichen Generationen wohnen heute
getrennt, aber nicht voneinander isoliert".
Folgen hat dies für das Singlebild indes nur
unzureichend:
"Nur 18 Prozent der Bevölkerung leben in
einem Einpersonenhaushalt. Viele tun es ungewollt, weil sie
verwitwet sind, viele auch absehbar begrenzt, vor allem Studierende.
Deutschland ist also nicht auf dem Weg zu einem Kosmos von
bindungslosen Singles".
Der Alleinlebende gilt weiterhin
als schädlich und defizitär, seine Verbreitung wird jedoch
heruntergespielt, was diese Sicht gegenüber den üblichen
Polarisierern unterscheidet.
Gemeinsam ist beiden Sichtweisen
jedoch die durchweg negative Einschätzung des Alleinlebens.
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KAU (2003): Kinderstimmen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.05.
- Kommentar:
Die FDP ist unsichtbar geworden, um sich
sichtbarer zu machen, haben sich zwei Liberale als Verfechter des
Familienwahlrechts geoutet.
KAU macht sich ernsthafte Gedanken über diese Diktatur der
Eltern:
"dort, wo es (...) zwei
Sorgeberechtigte gibt, kann wohl nicht ganz umstandslos
vorausgesetzt werden, daß diese sich über die Vergabe der einen
Stimme je Kind jederzeit einig werden. Vor Heiraten quer zu
politischen Präferenzen kann nur gewarnt werden".
Peter PRAGAL fordert in der
heutigen Berliner Zeitung gar "Kinder an die Macht. Warum Eltern für
ihren Nachwuchs das Wahlrecht ausüben sollen". Wahlrechtsdebatten
gab es immer wieder, um die angeblich höheren Interessen einer
Klientel durchzusetzen.
Die Familienwahlrechtsdebatte
definiert Singles als Schädlinge und möchte sie als Menschen zweiter
Klasse, die nicht voll gesellschaftsfähig sind, per Wahlrecht
diskriminieren.
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RUTSCHKY, Michael (2003): Das Katakombengefühl der Kritischen
Theorie.
Der Weg nach draußen: Eine studentische Erinnerung im Adorno-Jahr,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.05.
- Kommentar:
Michael RUTSCHKY blickt mit den Augen eines
sozialen Aufsteigers der 68er-Generation auf ADORNO zurück:
"Die Kumpels, ebenso wie ich, waren soziale
Aufsteiger, die Ersten in unserer Familie, die das Abitur abgelegt
hatten. Meine Eltern erfüllten zwar bildungsbürgerliche
Aspirationen, doch fehlten die entsprechenden Praktiken. Wenn ich am
Wochenende nach Hause fuhr mit der völlig unvertrauten Aufgabe, ein
Seminarprotokoll anzufertigen, lächelte weder Vater noch Mutter
begütigend, ach ja, das erinnere man noch ganz genau, wie das erste
Mal so etwas geschrieben werden musste. »Das schaffst du schon.«
Vielmehr gerieten auch Vater und Mutter in Angst, und auch kein
Onkel, keine Tante konnte mit ihren Erfahrungen einspringen. So
fertigte ich nie das Protokoll eines Seminars bei Adorno an, gar ein
Referat, und ich verließ Frankfurt ungeprüft, während die Kumpels
bei ihm Vordiplom machten und nur das Beste zu erzählen wussten."
RUTSCHKY über die Faszination, die ADORNO
ausübte:
"Besetzte den Studenten, der ich damals war, 1963,
auch 1966 noch das bekannte Katakombengefühl: Mitglied einer
esoterischen Gemeinschaft zu sein, die ein geheimes Wissen über den
Gesamtzustand der Gesellschaft eint, ein Wissen, das draußen
abgewehrt wurde, so kamen dann ja immer mehr von draußen hinzu."
Von draußen kam dann auch
Stephan WACKWITZ. Dessen ADORNO-Erfahrungsbericht "Im
Zaubermantel der Verneinung" eröffnet eine ganz andere Perspektive,
diejenige des Zuspätgekommenen.
Während für RUTSCHKY die Philosophie ADORNOs
noch einen Coolness-Gewinn brachte, mussten die männlichen
Angehörigen der Single-Generation und ihre Nachfolger eine andere
Erfahrung machen, die
Roger BEHRENS auf den Punkt bringt:
"die schwierige Sprache von Adornos »Dialektik der
Aufklärung« (kam) gerade recht, ihre Unverständlichkeit war äußerst
reizvoll. Ich wollte Bescheid wissen oder - wie man heute sagen
würde - Distinktionsgewinne sammeln. Damals kursierte, zumal unter
Jungs mit Brille, noch der Irrglaube, dass man, wenn sich schon auf
den Partys nie die tollen Frauen für einen interessierten,
wenigstens durch kluges Dahergerede beeindrucken könne. Der
Feminismus hat das als Kopfwichserei diskreditiert, und heute
verstehen sich die jungen Leute sowieso eher auf eine abgeklärte
Unmittelbarkeit, die prahlt, mit Theorie nichts zu tun zu haben." (Adorno-ABC,
2003, S.24)
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GLOTZ, Peter (2003): Die soziale Selbstgerechtigkeit.
Ohne eine neue Theorie des Wohlfahrtsstaats ist die SPD nicht mehr
regierungsfähig,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
- Kommentar:
Peter GLOTZ, der Hohepriester der
Wissensgesellschaft, lässt auch die letzte Maske fallen.
Die Neue Mitte hat es - mangels
ernstzunehmender Gegner - nicht mehr nötig den Sozialabbau als Umbau
zu kaschieren. GLOTZ spricht deshalb umverblümt vom "Rückbau" des
Sozialstaats. GLOTZ vertritt die Interessen des "produktiven Kerns"
der Gesellschaft. Das sind Symbolanalytiker, zu denen sich GLOTZ
selber zählt.
Die neue Strategie
erfordert die Spaltung der Randgruppen. Nach GOLTZ' Diktion das
Dritte Drittel in der Zweidrittelgesellschaft:
"die
SPD (...) darf den produktivistischen Kern der Gesellschaft nicht
vergessen, missachten oder rechts liegen lassen. Sie braucht die
Leute, die Projekte machen, Risiken eingehen und sich schinden.
Dabei darf sie sich nicht einbilden, dass das dritte Drittel der
Gesellschaft durchweg Fleisch von ihrem Fleische sei. Dort gibt’s
zwar viele Menschen, vom kaputtgearbeiteten Facharbeiter bis zum
schuldlos gestrandeten 52-jährigen Abteilungsleiter, die die
Solidarität der ganzen Gesellschaft verdienen. Ein bestimmter Typus
von anachronistischem Linksliberalismus legt aber an die armen
Bevölkerungsgruppen gönnerhaft niedrigere moralische Maßstäbe an als
an andere Leute. Die politisch korrekte These lautet: »Alles Opfer.«
Damit wird man nicht mehrheitsfähig bei denjenigen, die die
Verzehnfachung des staatlichen Sozialaufwands seit 1950 mit ihren
Steuern und Sozialbeiträgen bezahlt haben."
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NAUMANN, Michael (2003): Die große Katastrophen-Show.
Angst ersetzt Verantwortung: Die neue Öffentlichkeit der Medien
lebt von Weltuntergangsgesängen und ruiniert den Parlamentarismus,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
- Kommentar:
Gerhard SCHRÖDER braucht keinen Parlamentarismus,
dafür sorgt bereits die Neue Mitte-Presse - ergo auch die ZEIT.
NAUMANN gehört zu jenen Heuchlern, die in Blättern schreiben, die
von der Angst ganz gut leben. In Kontrollgesellschaften wird
einerseits Angst geschürt und gleichzeitig Angst verdammt. NAUMANN
trägt aktiv dazu bei, dass wir in einer solchen Gesellschaft leben.
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KRON, Norbert (2003): www.schriftsteller.de.
Der Blick durchs virtuelle Schlüsselloch: Homepages von Autoren
haben Hochkultur,
in: Welt v. 08.05.
- Inhalt:
Norbert Kron stellt u.a. Henryk M. Broder vor:
"Der Mann ist wütend. Der Mann
ist so wütend, dass ihm seine Zeitungsartikel nicht mehr ausreichen,
um die gesellschaftlichen Dummheiten zu brandmarken. Deshalb hat er
sich für seine Schreibwut eine eigene Internetseite eingerichtet -
die »offizielle Homepage von Henryk M. Broder»: »Für mich ist es
purer Spaß. Ich brauche irgendeine Art Bühne, wo ich mich austoben
kann.«
Wie Henryk M. Broder da in seiner Wohnung sitzt, mit
Edelweiß-verzierten Hosenträgern und umstellt von Spielzeugfiguren,
die er von seinen Reisen mitgebracht hat, lacht ihm der Schalk aus
den Augen. Seiner selbstironischen Aggression lässt er auf seiner
Homepage freien Lauf".
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VAHABZADEH, Susan (2003): Wut gemeint.
Jack Nicholson entwickelt heilende Kräfte in der Komödie "Anger
Management",
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.05.
- Kommentar:
Die Filmkritikerin findet den Film gelungen, denn
es war "an
der Zeit, dass das Kino eine Hymne abliefert an den
Behandlungsbedarf und die Segnungen der modernen Seelenklempnerei.
Genau das ist Peter Segals »Die
Wutprobe«, im
Original mit dem schönen, dem entsprechenden Fachlatein
entliehenen Titel »Anger Management« versehen. Wut ist gut".
In dem Film geht es um einen Single
(im Sinne der Familienstandsdefinition), der überängstlich und
schüchtern ist. Solche Eigenschaften sind in
Zeiten des Individualisierungszwangs schädlich für das
Ausschöpfen der eigenen Potenziale.
Single-dasein.de hat diesem
Zukunftsthema Nr.1 eine vierteilige Serie gewidmet.
Der Film zeigt anhand einer Komödie
die Effektivität verhaltenstherapeutischer Techniken, mit denen
die eigenen Ängste bewältigt werden können. Der Protagonist ist
ein typischer Jedermann, der komödienhaft überzeichnet wird:
"Dave (Adam Sandler), ein in New York
aufgewachsener Neurotiker, wird beispielsweise nie wütend. Geistig
gesund ist er aber deswegen noch lange nicht: Er ist nicht in der
Lage, seiner Freundin Linda (Marisa Tomei) am Flughafen einen
Abschiedskuss zu geben, weil ihn ein Kindheitstrauma plagt –
runtergezogene Hose während des ersten Kussversuchs bei einem
Straßenfest. Ob sie ihn heiraten will, kann er Linda auch nicht
fragen, weil sein Selbstwertgefühl sich im nicht messbaren Bereich
befindet. Sein Boss darf ihn rumschubsen".
Im Teil 2 der single-dasein.de-Serie "Singles und ihre Ängste"
wird am Beispiel des allein lebenden Angestellten Abschaffel das
Phänomen der Angst in vielen Facetten dargestellt. Im nächsten
Teil wird dann die Angst des Partnersuchenden im Mittelpunkt
stehen, während im letzten Teil die Bewältigungsmöglichkeiten
vorgestellt werden.
Die Filmkritikerin der SZ hat auch gleich die
negative Kritik in der ZEIT vorweggenommen, die der Linie der
New York Times folgt und die "Rechtfertigung cholerischer
Überreaktionen" bemäkelt:
"Unter der sorgsamen Anleitung seines Therapeuten
trainiert der schüchterne Dave, Frauen aufzureißen, Buddhisten zu
beleidigen und herumzubrüllen. Er bietet seinem schikanösen Chef
die Stirn, schlägt den blasierten Rivalen nieder und lernt, »die
Aggression, die sich immer nach innen richtete, endlich nach außen
zu kehren«."
Gleichzeitig wird in der ZEIT jedoch die Agenda
2010 begrüßt. Dort wird die "Eigenverantwortung" des Einzelnen
eingefordert. Eigenverantwortung ist jedoch nur eine wohlklingende
Umschreibung für das psychologische Erfordernis aggressiven
Verhaltens.
Ein mangelndes Selbstwertgefühl kann sich in dieser
zunehmend sozialdarwinistischen, neoliberalisierten Gesellschaft
bald niemand mehr leisten, der nicht zu den
Modernisierungsgewinnern gehört.
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HERRMANN, Ulrike (2003): Visionen für drei Monate.
Auch bisher wurde bei den sozial Schwachen gekürzt, und die Linken
schwiegen. Die Schieflage wurde geschickten kaschiert. Jetzt ist
Schröder ehrlich - daher der Widerstand,
in: TAZ v. 08.05.
- Inhalt:
HERRMANN kritisiert, dass weiterhin die Fiktion aufrechterhalten
wird, Vollbeschäftigung sei möglich. Sie macht klar, dass
Rationalisierung selbst vor dem Niedriglohnsektor nicht Halt macht:
"Die neueste Idee zum Thema
lautet bekanntlich, dass ein Niedriglohnsektor ganz viele Jobs
schaffen würde. Auch diesmal wird die Realität schlicht
ausgeblendet.
Und diese Realität heißt etwa Metro. Vor zehn Tagen, Rheinberg am
Niederrhein, Geburtsort von Claudia Schiffer: Das Topmodel
unterbrach den Erziehungsurlaub kurz, um einen »Supermarkt der
Zukunft« zu eröffnen. Es ist ein Supermarkt ohne Kassiererinnen. Nun
verdienen Kassiererinnen schon jetzt sehr wenig; es geschieht also
das angeblich Undenkbare: Rationalisierung im Niedriglohnsektor. Der
Mensch hat keine Chance gegen die Maschine."
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KNIPPHALS, Dirk (2003): Das Model und der Märchenprinz.
Von Beziehungsprojekten und Ausweitungen der Kampfzone,
Phantomschmerzen in Sachen Bürgerlichkeit und Emanzipationsgewinnen:
Eine Woche Liebesdiskurs mit Claudia Strunz und Stefan Effenberg,
in: TAZ v. 07.05.
- Kommentar:
Das Buch von Stefan EFFENBERG - den Titel
kennt hoffentlich jeder - hat sich Dirk KNIPPHALS persönlich zur
Brust genommen.
Da sein Publikum Neue Mitte ist und
nicht BILD-Proll, darf der Leser den Entstehungsprozess des Artikels
nachvollziehen. In Tagebuchform wird der Leser zum Endresultat
hingeführt. Das schwankt dann zwischen ein bisschen Bewunderung für
die Kampagne:
"Die Verbindung mit den Sprüchen ist eine geniale
Idee. »Liebe kennt kein Fairplay.« - »In der Liebe bin ich Egoist.«
Vieles an dieser Kampagne ist absehbar, das nicht. Es betont den
asozialen und amoralischen Aspekt, den die Liebe eben auch hat."
Die anfängliche Bewunderung kippt
angesichts eines Kinderspielplatzes in Berlin-Schöneberg ins ratlos
Sozialmoralische um:
"Es ist doch
gerade die Aufgabe unserer Generation, einen Weg zu finden, der
Verantwortung mit den sozialen Emanzipationsgewinnen verbindet. Die
Erzählungen vom großen Verzicht, die man von den Elterngeneration
hört (siehe etwa Gerhard Henschel: »Die Liebenden«), helfen da
wenig. Die amoralische Volte Effenbergs hilft natürlich auch nicht."
Und landet zuletzt beim
populärsten Topos der paarorientierten Gesellschaft:
"Lauer Abend in Berlin. Wie
geschaffen zum Flirten. Wer jetzt keinen Partner hat, wird sich
ziemlich einsam vorkommen."
Da der Artikel zum Feuilletonteil gehört,
dürfen die Gewährsmänner des neubürgerlichen Liebesdiskurs von
Niklas LUHMANN ("Liebe als Passion") bis
Michel HOUELLEBECQ ("Ausweitung der Kampfzone") und
Jonathan FRANZEN ("Korrekturen") nicht fehlen.
Dazwischen geraten ist die Kontingenz in Form
eines Merkur-Artikel des Soziologen Rainer PARIS
("Doing Gender"). Dafür fehlen KNIPPHALS -
im Gegensatz zu single-dasein.de - die Argumente und er begnügt
sich mit Halbstarken-Rhetorik: "haut in die Vollen" und "trägt ein
bisschen dick auf".
Sicherer fühlt sich KNIPPHALS dagegen im
popkulturellen Diskurs. Mit Bryan FERRYs "Fool for Love" kommt ein
bisschen anti-hippieske Mode & Verzweiflung in die Sache.
Tragisch wird es dann bei
Norbert Kron
und dessen AKZENTE-Aufsatz: "Nur wo
mit dem Leben bezahlt wird, ist Liebe groß und wahr." KNIPPHALS
schaut dadurch in die Psyche von seinesgleichen: "Ein Phantomschmerz
in Sachen bürgerlicher Ordnung!".
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- MÜLLER, Walter & Reinhard POLLAK
(2003): Bei der Bildung fängt es an.
Die Leistungskraft unserer Gesellschaft lässt sich nach wie vor nur
durch mehr Chancengleichheit vergrößern,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.05.
- Inhalt:
Ein Beitrag zu den alten und neuen
Ungleichheiten. Diesmal geht es um Bildungsungleichheiten:
"Von der Wiege bis zur Bahre bestimmt die soziale
Herkunft in hohem Maß die soziale Position; die soziale Ungleichheit
wird von der Generation der Eltern zur Generation der Kinder
weitergetragen. In den modernen Gesellschaften verläuft diese
Übertragung hauptsächlich über das Bildungswesen: Kinder
unterschiedlicher sozialer Herkunft sind unterschiedlich erfolgreich
in der Schule und erreichen unterschiedliche Bildungsabschlüsse.
Diese prägen dann entscheidend die spätere berufliche Laufbahn, die
ihrerseits maßgeblich das Einkommen bestimmt.
Die Bildungsforschung hat vor allem zwei Ursachenbündel aufgedeckt,
die für den unterschiedlichen Bildungserfolg verantwortlich sind.
Als erstes besitzen Kinder unterschiedlicher Herkunft Fähigkeiten,
mit denen man es in der Schule zu guten Leistungen bringt, in
unterschiedlichem Maß. (...).
Das zweite, wahrscheinlich wichtigere Ursachenbündel für
unterschiedliche Bildungsabschlüsse stellen die
Bildungsentscheidungen dar, die Eltern (zusammen mit ihren Kindern)
treffen", schreiben MÜLLER & POLLAK.
Der Soziologe
Michael HARTMANN sieht in formalen Bildungsabschlüssen dagegen
nur eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung. Der Habitus
entscheidet über den sozialen Aufstieg.
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- LAGER, Sven (2003): "Ich wollte der
neue Böll werden".
1987 schrieb Joachim Lottmann den Pop-Klassiker "Mai, Juni, Juli".
Seinem Kollegen Sven Lager erzählt er, was seitdem geschah,
in: Tagesspiegel v. 06.05.
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FUCHS, Peter (2003): Knappheit für alle.
Arbeit und nichts anderes soll für jeden Menschen die Teilhabe an
der Gesellschaft gewährleisten. Systemtheoretische Anmerkungen zur
aktuellen Sozialdebatte, die in staubigen Gleisen rangiert,
in: TAZ v. 06.05.
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HAEMMERLI, Thomas (2003): Die weisse Illusion.
Heiraten sei "en vogue" und klassisch "in", verkünden die
Illustrierten. Doch das täuscht, sagen die Experten,
in: SonntagsZeitung v. 04.05.
- Kommentar:
HAEMMERLI hat u.a. Familiensoziologen wie Beat FUX
befragt. Diese Berufspessimisten sehen die Ehe nur aus der Sicht der
Familie, zudem hängen sie einem Ideal der bürgerlichen Familie an,
vor dessen Hintergrund die "moderne Ehe" nur defizitär sein kann.
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- VEIEL, Axel (2003): Die Liebe in Zeiten des
Islamismus.
In Marokko erschweren das Ideal der unberührten Braut und das
Familienrecht die Suche nach Partner und Glück,
in: Frankfurter Rundschau v. 03.05.
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- ZWEIFEL, Stefan (2003): Gesellschaft des
Spektakels.
Guy Debord und die "Situationisten",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.05.
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RUTSCHKY, Michael (2003): Leitmedien.
40 Jahre edition suhrkamp,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.05.
- Kommentar:
RUTSCHKY schwelgt angesichts eines Jubiläums
in Jugenderinnerungen:
"Was bleibt? Am deutlichsten gewiss die frühen
Jahre, der schöne Sommer von '63, als wir, frisch vom Gymnasiasten
in den Studenten verwandelt, im Freibad lagen und uns an der
Radikalität von Adornos Gesellschaftskritik erfreuten. "Die
Kulturindustrie", heißt es in den Eingriffen, "grinst: werde
was du bist, und ihre Lüge besteht gerade in der wiederholenden
Bestätigung und Verfestigung des bloßen Soseins, dessen, wozu der
Weltlauf die Menschen gemacht hat." Nein, mit uns konnte das der
Kulturindustrie nur misslingen. Da war schon die edition suhrkamp
vor."
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- SPINNEN, Burkhard (2003): Doch die
Missverhältnisse, sie sind nicht so.
Warum man derzeit über die Sozialdemokratie und die
Sozialdemokraten nur schwer reden kann,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.05.
- Kommentar:
"Die Lohnschreiberei war, nachdem im achtzehnten
Jahrhundert die »Autonomie der Kunst« erfunden worden war, gründlich
aus der Mode geraten. In Burkhard Spinnen scheint nun der
Hofkünstler, der schreibende Domestik, unter modernen Bedingungen
wiedergekehrt zu sein", schrieb kürzlich
Thomas STEINFELD über
Burkhard SPINNEN und sein neuestes Buch "Der schwarze Grat" (SZ
vom 26.04.2003).
In dem Artikel offenbart nun
SPINNEN seine soziale Herkunft, um damit sein Verhältnis zur
Sozialdemokratie (allgemeiner zur Politik) zu begründen:
"Mein Elternhaus, in dem sich der Aufstieg
meines Vaters vom Hilfsarbeiterkind und Schlossergesellen zum
leitenden Angestellten vollzog,
wurde politisch keimfrei gehalten.
Ich selbst wählte während meiner hormonell bedingten
Widerstandsphase (1972-74) weniger politische als vielmehr
popkulturelle Ausdrucksmittel."
Das Wichtigste am Politiker ist für
SPINNEN der Lebensstil, denn ein Sozialdemokrat sollte ein
"verheiratet bleibender Familienvater" sein.
Vielleicht sollte STOIBER sich um die nächste
Kanzlerkandidatur bei der SPD bewerben!
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CESPEDES, Vincent (2003): Sexe, mensonges et politique.
Après l'amour au temps des cathédrales, l'amour au temps des
hypermarchés. Dans "Je t'aime", un philosophe de 30 ans arpente le
désastre du couple occidental,
in: Nouvel Observateur v. 01.05.
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FOLIO (2003): Altersvorsorge
in: Folio, Beilage der Neuen
Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- Kommentar:
Deutsche Neoliberale schwärmen von der
Alterssicherung in der Schweiz! Die Schweizer sehen das ganz anders.
Auswanderung ist nicht nur in Deutschland ein Thema der
Neuen-Mitte-Presse, sondern auch in der hoch gelobten Schweiz.
- KAPPELER, Beat (2003): Waghalsige Wetten
auf die Zukunft.
Weder die staatlichen Rentenzusagen noch die Versprechungen der
Pensionskassen werden auf Dauer haltbar sein. Neue Arbeits- und
Lebensformen sind der einzige Ausweg aus dem Dilemma der
Altersvorsorge,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 ,
Mai
- FRIEDHOFF, Stefanie (2003): Back to work.
Der Börsencrash hat die amerikanischen Penseionsfonds, einst
Garanten für fette Altersrenten ins Elend gestürzt. Jeder vierte
Rentner kann sich den Ruhestand nicht mehr leisten. Viele sind
gezwungen, sich wieder einen Job zu suchen,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- DIETRICH, Andreas (2003): Ich fühle mich
volatil.
Ein Versicherter auf der Suche nach seinem Vorsorgegeld,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- IMHASLY, Bernard (2003): Die Bank des
armen Mannes.
Ein Haus, etwas Goldschmuck und guterzogene Kinder sind in Indien,
wo die grosse Mehrheit täglich um die Existenzsicherung kämpft,
die wichtigste Vorsorge. Bei finanziellen Engpässen helfen private
Komitees, denen man eher traut als den offiziellen
Finanzinstituten,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- SCHÄR, Markus (2003): Krumme Touren.
Wie Manager einer Pensionskasse Millionen in den Sand setzten und
gleichzeitig ihre eigenen Taschen füllten: der Fall Ascoop,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- JANSSEN, Martin/SCHMID, Adrian/WELTI,
Ernst (2003): Lohnt sich eine dritte Säule? Können Kassen pleite
gehen?,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- HELLER, Andreas (2003): Auf und davon.
Das Pensionskassengeld kassieren und im sonnigen Süden ein neues
Leben beginnen. Tipps für Heimatmüde,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- SCHOETTLI, Urs (2003): Sparen,
sparen, sparen.
Eine Geburtenrate von 1,34 Kindern und bald eine Lebenserwartung
von 90 Jahren: Was die demographische Entwicklung betrifft, ist
Japan Europa einiges voraus. Entsprechend düster sind dort die
Aussichten für künftige Rentner - viele sorgen mit einer vierten
Säule vor,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
- SOMMER, Jürg H. (2003): Die Schweiz im
Jahr 2025.
Was können wir von unseren Sozialwerken noch erwarten? Zwei
Szenarien,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai
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Psychologie Heute-Titelthema:
Beruf und Familie? So gelingt der Balance-Akt
- NUBER, Ursula (2003): Arbeit und Familie:
Wir können beides haben.
Work-Life-Balance nenen
es Wissenschaftler. Vom alltäglichen Wettlauf mit der Zeit sprechen
Paare und Eltern. Beide meinen dasselbe: Die Schwierigkeit,
beruflichen und familiären Anforderungen gleichermaßen gerecht zu
werden. Viele Familien fühlen sich dabei alles andere als "in
Balance". Sie sehen in Arbeit und Familie zwei Bereiche, die sich
grundsätzlich gegenseitig behindern. Diese Sichtweise fordern nun
Wissenschaftler heraus, die behaupten: Wir können beides haben - ein
erfülltes Familienleben und Zufriedenheit im Beruf,
in: Psychologie Heute, H.5, Mai
- KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2003): Jongleure
des Alltags.
Die Arbeit ist einem wichtig. Der Partner und die
Familie auch. Vorankommen möchte man im Beruf, aber gleichzeitig
will man ausreichend Zeit für Freunde und Hobbys haben. Viele
Menschen wissen aus leidvoller Erfahrung, wie schwer es ist, Arbeit
und Beruf miteinander zu vereinbaren. Welche Wege sie dabei
erproben, haben Sozialwissenschaftler erforscht,
in: Psychologie Heute, H.5, Mai
- Kommentar:
KRUMPHOLZ-REICHEL berichtet im wesentlichen
über die Ergebnisse der Münchner Yuppiesoziologie im Umfeld von
Ulrich BECK.
Anfang der 90er Jahre haben dort
Soziologinnen wie Maria S. RERRICH und Karin JURCZYK das Konzept
der Alltäglichen Lebensführung entwickelt. Im Artikel werden die
strategische und situative Lebensführung gegenübergestellt.
In den
Dual-career couples (Jürgen SCHULTE) sieht KRUMPHOLZ-REICHEL
eine Trendwende:
"Diesen Paaren gelingt es,
Doppelkarriere und Familie zu vereinbaren. Ihr Erfolgsrezept:
Beide Partner nehmen abwechselnd Karriereeinschränkungen hin und
kümmern sich gleichberechtigt um die Familie. Bei Engpässen wird
externe Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung in
Anspruch genommen."
Die Kehrseite ist, dass hierzu ein haushaltsnaher
Niedriglohnsektor notwendig ist :
"Professionelle Dienstleister
sollen übernehmen, wozu Eltern keine Zeit mehr haben - Haushalt,
Kinderbetreuung, die Pflege der Schwiegermutter."
- KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2003): "Vielen
geht es bei der Arbeit besser als zu Hause".
Ein Gespräch mit Arlie Russell Hochschild, Soziologin
und Direktorin des Center for Working Families an der
Universität von Kalifornien,
in: Psychologie Heute, H.5, Mai
- ROHMANN, Elke & Gabriele ROHMANN (2003):
Und drinnen waltet die fleißige Hausfrau.
Hausarbeit ist Frauensache. Auch heute noch wirkt diese
traditionelle Vorstellung in den Köpfen von Männern und Frauen und
führt zu einer enormen Ungleichverteilung der privaten Arbeit,
in: Psychologie Heute, H.5, Mai
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 16. - 30. April 2003
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Bitte beachten Sie:
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