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Medienrundschau:
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News vom 01.
- 15. November 2001
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GREINER,
Ulrich (2001): Warum wollen wir Kinder?
In
den alten Zeiten kamen sie von selber, heute
können wir darüber bestimmen. Das ist für
manche ein Segen, für andere ein Fluch. Für die
Zukunft unserer Gesellschaft ist die Antwort von
entscheidender Bedeutung
in: Die ZEIT Nr.47 v. 15.11.
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- PETER,
Stefanie (2001): In der Pole-Position.
Wie der Lifestyle die
Osterweiterung vorwegnimmt,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 15.11.
- Kommentar:
PETER berichtet
über das Oktober-Heft von Wallpaper, das
Polen zum Trend erhebt. Die Zielgruppe
von Wallpaper - eine der international,
führenden Lifestyle-Zeitschriften -
umschreibt die Autorin als
"Stadtbewohner, weit gereist,
Single, zwischen fünfundzwanzig und
vierzig, erfolgreich, markenbewußt und
gut betucht".
Dafür hat sich
mittlerweile auch der Begriff
"globaler Nomade"
eingebürgert. "Single" dürfte
hier jedoch weniger im Sinne von
Partnerlosigkeit, sondern eher im Sinne
von jenseits der Normalfamilie lebend,
gemeint sein.
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- KÖLNISCHE RUNDSCHAU
(2001): Wo steckt Mr. oder Mrs. Right?
Singles gehen vermehrt
online auf Pirsch,
in: Kölnische Rundschau v.
15.11.
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- RIEDI,
Stephanie & Thomas WIDMER (2001): Tabu!
Wir
wähnen uns in einer aufgeklärten Gesellschaft,
in der man über alles reden kann. Ein Irrtum:
Abseits des kollektiven Gequassels wuchern
zahlreiche Tabus weiter.
in: Facts Nr.26 v. 15.11.
- Kommentar:
Die Autoren liefern
einen Beitrag zum Tabuwandel, bleiben
dabei aber an der Oberfläche des
Zeitgeistes.
Nur so ist
es verständlich, wenn sie die Demontage
der Tabus auf das Datum 1968 festlegen
wollen. Der Tabubegriff wird
identitätspolitisch verkürzt, und damit
als Kampfbegriff gegen die Pluralisierung
der Lebensformen missbraucht.
Was als
Tabu bezeichnet wird, das sind deshalb
die derzeitigen Modethemen: das
Verdrängte der Spassgesellschaft oder
die Attackierung des positiven Images von
Alleinerziehenden (schließlich ist die
NORMALfamilie der Leistungsträger der
Gesellschaft!).
Prominente
werden nach den großen Tabus unserer
Gesellschaft befragt. Einzig Ida GUT
kommt dem nahe, was der Begriff nahelegt:
«Vieles, aber darüber spricht man
nicht, sonst wären es ja keine Tabus».
Die
anderen Prominenten betätigen sich als
"Tabubrecher" und kämpfen
damit an der Tabufront.
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- HOLZAPFEL,
Helmut (2001): Neue Beliebigkeit.
Tendenzen in der
Stadtplanung und der Glaube an die Verheißungen
einer "New Gründerzeit",
in: Frankfurter Rundschau
v. 15.11.
- Inhalt:
Eine Kritik an
Harald
BODENSCHATZ in der FAS vom 28.10.2001: der
"New Urbanism" verfälscht die
Prinzipien der Gründerzeitviertel, indem
das Gegenteil der "durchlässigen
und durchschaubaren Prinzipien der
Gründerzeit" erreicht wird.
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- RÜHLE, Alex
(2001): Flugzeuge im Bauch.
Nach dem Unglück von
Queens: Der Mensch kehrt auf die Erde zurück,
in: Süddeutsche Zeitung v.
14.11.
- Kommentar:
Ein weiterer
Abgesang (siehe auch
FAS vom 21.10.2001) auf den
globalen Nomaden im
Zeitalter des Fliegens
anlässlich des Flugzeugabsturzes in New
York am 12.11.2001.
RÜHLE
liest uns aus einem imaginären
geschichtlichen Nachschlagewerk des 22.
Jahrhunderts vor und imitiert damit die
Rahmenhandlung von
HOUELLEBECQs
"Elementarteilchen". Er blickt
jedoch nur auf den Untergang der
"Ikariden" zurück, das sind
jene fiebrigen Wesen, die "nirgends
zuhause, immer in Eile" sind und
sich in "Denglisch"
unterhalten.
RÜHLE
greift bei seiner Technikkritik bis zur
griechischen Mythologie zurück: Uns wird
Daidalos als "Homo Faber" und
sein Sohn Ikarus, der für die Hybris
seines Vaters sterben muss, vorgestellt.
RÜHLEs Zukunftsszenario ist Balsam auf
die geschundenen Seelen der
Entschleuniger:
"Der
ungläubige Leser wird aus dem Fenster
seines Dorfhäuschens in den
kondensstreifenfreien Himmel schauen und
denken, was es doch für verrückte
Mythen und Märchen gibt; oder er sitzt
an Bord des neuen, atlantiküberquerenden
Liners, der für die Überfahrt nur
sensationelle drei Tage braucht".
Und aus
den Modernisierungsgewinnern von gestern
werden die Modernisierungsverlierer von
morgen:
"Das
dezentrale Wuchern krakenhafter
Suburbsiedlungen dürfte zunehmen. An
deren fernem Horizont wird dann auch die
verarmte Kaste all der ehemaligen
Airline-Mitarbeiter hausen: Der Pilot und
die Stewardess, ehedem Sexsymbole,
markige Helden, freie Männer, teilen
sich dann von ihrer Arbeitslosenhilfe ein
Apartment in der Setzkastenarchitektur
der globalen Vorstadt, die, tief im
Gedächtnis ihrer Steine, noch die
Erinnerung an einstürzende Hochbauten
trägt."
Und
natürlich war
Michel
HOUELLEBECQ wie immer
seiner Zeit voraus und phantasierte
bereits Mitte der 90er Jahre vom
"globalen Dorf" (RÜHLE
erwähnt nur die kulturpessimistische
Variante von POSTMAN und nicht dessen
Verfechter Marshall McLUHAN) New York:
"Mir
war danach, in meinem Hotelzimmer zu
bleiben, die Möwen anzuschauen, die quer
über die verlassenen Hafenanlagen an den
Ufern des Hudson River flogen. Ein
sanfter Regen fiel auf die Lagerhäuser
aus Ziegelstein; es war sehr
besänftigend. Ich konnte mir durchaus
vorstellen, mich unter einem dreckigen
Himmel in einer riesigen Wohnung zu
verschanzen, während am Horizont letzte
sporadische Kämpfe verglühen."
RÜHLE
nennt INROCKUPTIBLES als Quelle, aber die
Passage findet sich auch in dem
Essayband
"Die Welt als Supermarkt"
unter der Überschrift "Leerer Himmel". Dort heißt es auch:
"In New York wie in Rom
spürt man trotz der scheinbaren Dynamik eine eigenartige
Verfalls- und Todesstimmung, eine Endzeitstimmung."
Wo bleiben
die Propheten der Erneuerung jenseits
dieser zivilisationskritischen
Nullsummenspiele?
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BRIGITTE-Dossier:
Einsamkeit - das große Tabu.
Einsamkeit
raubt uns das Selbstbewusstsein und stempelt uns
zu Versagern. Einsamkeit kann jeden treffen,
trotzdem wird sie verschwiegen. Sechs Frauen
brechen das Schweigen,
in: Brigitte Nr.24 v.
14.11.
- WERDES,
Alexandra (2001): "In meiner Clique
war ich nur noch Gast",
in: Brigitte Nr.24 v. 14.11.
- HAEGELE,
Anja (2001): "Wer verzweifelt nach
Freunden sucht, der findet keine",
in: Brigitte Nr.24
v. 14.11.
- Inhalt:
Umzug in
eine fremde Stadt ist - trotz
fester Partnerschaft - ein
kritisches Lebensereignis wie
HAEGELEs Beispiel zeigt.
- HELD,
Monika (2001): Einsamkeit tut weh.
Alleinsein ist eine
Kunst, Einsamkeit ein Makel. Man ist
nicht einsam. Nicht in unserer
Spaßgesellschaft,
in: Brigitte Nr.24
v. 14.11.
- WOLFF,
Harriet (2001): "Durch die Krankheit
funktionierte ich nicht mehr in der
Rolle",
in: Brigitte Nr.24 v. 14.11.
- KOHL,
Susanne (2001): "Plötzlich wurde
ich nicht mehr zu Partys
eingeladen",
in: Brigitte Nr.24 v. 14.11.
- SCHÖNBERGER,
Birgit (2001): "Einsamkeit ist ein
verkleideter Tod",
in: Brigitte Nr.24 v. 14.11.
- WIEDEN,
Lotta (2001): "Da war immer diese
Glaswand zwischen mir und den
anderen",
in: Brigitte Nr.24 v. 14.11.
- HAAKS,
Nikola (2001): "Ich hatte nicht
einmal mehr mich selbst".
Barbara Thillmann
erlitt einen totalen Gedächtnisverlust,
der ihre letzten 35 Jahre einfach
auslöschte. Wie einsam ist man ohne
Erinnerungen?,
in: Brigitte Nr.24
v. 14.11.
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FUCHS,
Peter & Jörg Mussmann (2001): Die
fortlaufende Produktion der Scham.
Aufzeichnungen
aus Pflegehäusern (3): Die Beobachtung, die der
gealterte Körper erfährt, inflationiert. Es
gibt keine Stufen der intimen Zugänglichkeit,
die an bestimmte Personen gebunden wären, keinen
Intimpass, mit dem sich regulieren ließe, vor
wem man sich nun schämen müsste oder auch nicht
in: TAZ v. 14.11.
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- KANTROWITZ,
Barbara & Keith NAUGHTON (2001):
Generation
9-11.
The
kids who grew up with peace and prosperity are
facing their defining moment,
in: Newsweek v. 12.11.
- Kommentar:
Douglas
COUPLAND nannte sie
"Generation Y", also jene
Generation, die der
"Generation
X" nachfolgt. NEWSWEEK
nennt sie nun nach dem 11. September
"Generation 9-11".
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- KUPCZIK,
Ingrid (2001): Die Frau im Haus erspart den
Psychotherapeuten.
Wissenschaftlich
erwiesen: Nicht berufstätige Hausfrauen sind gut
für die Gesellschaft,
in: Welt am Sonntag v.
11.11.
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- DECKERT, Marc
(2001): Okay, extrem okay.
Bücher, Filme und die
Werbung beschäftigen sich mit den 30-Jährigen.
Die stellen fest: Wir wollen so bleiben, wie wir
sind,
in: Süddeutsche Zeitung v.
10.11.
- Inhalt:
DECKERT, ein
Angehöriger der
Generation Golf, ist die
"Thirtysomething-Kultur" in den
Medien leid.
Von
"Bridget
Jones" über
"Mondscheintarif" bis zu
"Sex
and the City"
entsprechen die 30-Jährigen dem
"Du-Darfst-Margarine-Werbung"-Klischee.
Ihre Protagonistinnen haben alle moderne
Berufe und sind finanziell abgesichert.
Auf diesen
Grundvoraussetzungen basiert die
"neue Kultur der
Selbstvergewisserung", die
Florian
ILLIES mit seinem neuen
Bestseller
"Anleitung zum Unschuldigsein" auf den
Punkt gebracht hat. Das ernüchternde
Fazit von DECKERT:
"die
Komödien unserer Generation lösen die
Krisen eines Lebensalters, von denen sie
angeblich handeln, überhaupt erst aus:
Wenn so das Dasein als Erwachsener ist,
dann wären wir nämlich lieber wieder
jugendlich."
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- MONATH,
Hans (2001): "Französinnen schütteln da
nur mit dem Kopf".
SPD-Politikerin
Renate Schmidt fordert den Mentalitätswechsel
zugunsten der Familien und EU-Standard in
Deutschland
in: Tagesspiegel v. 10.11.
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- KAST,
Bas (2001): Wie funktioniert Verliebtheit?
in:
Tagesspiegel v. 10.11.
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- HEUSSER-
MARKUN, Regula (2001): Die Alterung der
Welt,
in: Neue Zürcher Zeitung v.10.11.
- Inhalt:
HEUSSER-MARKUN
beleuchtet u.a. die Irrtümer der
Demografen:
"Prognosen aus den frühen
sechziger Jahren stellten
angesichts des damaligen
Babybooms für die achtziger
Jahre eine Bevölkerung von gegen
10 Millionen in Aussicht. Schul-
und Spitalplanung richteten sich
danach, manches musste später
modifiziert werden, um
Überkapazitäten zu vermeiden.
Bereits 1985 erschien dann ein
Report unter dem Titel «Sterben
die Schweizer aus?», gemäß
welchem um 2010 nur mehr etwas
über 4 Millionen Schweizer das
Land bewohnen würden.
Bevölkerungspolitische
Maßnahmen wurden angeregt:
Steuererleichterung,
Mutterschutz, Kinderkrippen
sollten die Gebärfreudigkeit
heben.
Inzwischen leben über 7
Millionen Menschen in der
Schweiz, davon rund 6 Millionen
Schweizer."
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GROSS,
Peter (2001): Grauer, aber bunter - kein
Widerspruch.
Das neue Altern und
die Grenzen des Rechnens,
in: Neue Zürcher
Zeitung v.10.11.
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MÜNZ,
Rainer & Ralf ULRICH (2001): Die
Schweiz im 21. Jahrhundert.
Politik und
Gesellschaft im Licht demographischer
Prognosen,
in: Neue Zürcher
Zeitung v.10.11.
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- REIMER,
Melanie (2001): Ledig, 30 Jahre alt, mit
häuslichen Fähigkeiten.
Sven Stöter mit Besen auf
dem Rathausplatz
in: Schweriner Volkszeitung
v. 09.11.
- Inhalt:
Bericht über das
Junggesellen-Brauchtum in Hagenow
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- TOMORROW
(2001): Kult: "Sex and the
City"-Sites.
Die besten und bösesten
Links für Singles: Alles über die Erfolgsserie
"SatC" im Web - zum Mitreden und
Chatten,
in: Tomorrow Nr. 24/25 v.
08.11.
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MAYER,
Susanne (2001): Jetzt bitte: Ein Ruck für die
Familien.
Wir
brauchen eine bessere Politik für Kinder und
ihre Eltern,
in: Die ZEIT Nr.46 v.08.11.
- THADDEN,
Elisabeth von (2001): Gesucht: Fachkraft mit
Familiensinn.
Der
alternden Gesellschaft drohen junge Arbeitnehmer
auszugehen. Väter und Mütter, die wegen der
Kinder zu Hause bleiben, werden bald gebraucht in
den Firmen. Doch wo gibt es gute Jobs für gute
Eltern? Ein Ausflug in moderne Betriebe
in: Die ZEIT Nr.46 v.08.11.
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- SAARBRÜCKER
ZEITUNG (2001): Bär sucht Honigtopf.
Kontaktanzeigen als Spiegel
der Gesellschaft?
in: Saarbrücker Zeitung v.
07.11.
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- Kommentar:
Alle Jahre wieder,
so verlässlich wie Weihnachten,
erscheint im November das Neueste aus dem
Hause
OPASCHOWSKI, dem
B.A.T.-Freizeitforschungsinstitut. Mit dem Sexappeal
eines Paukers der 50er Jahre verkündet der Pädagoge seine
Umfrage, die nichts anderes als der Widerhall der Medien in
den Köpfen der Befragten ist.
Der "Cocooning-Forscher"
OPASCHOWSKI ist der geistige Bruder von
HOUELLEBECQ, der
dieser Tage forderte Afghanistan mit
Miniröcken und Seidenstrümpfen zu
bombardieren, um die Moral der Taliban zu
zersetzen. OPASCHOWSKI macht nichts
anderes, nur dass er uns mit seinen
"Immer mehr"-Verkündungen
bombardiert, die bereits seit Monaten
unablässig aus den Medien schallen:
"Single war gestern" heißt es.
Es gibt nur ein Problem:
Einstellungen und
Verhalten haben wenig miteinander zu tun!
Mit der
Umfrageforschung erfasst man in erster
Linie, ob die Leute auch behalten haben,
was ihnen die Medien so die Tage und
Wochen vor der Befragung ins Ohr gepustet
haben. Fragt man einen Raucher danach, ob
Rauchen gesund sei, so wird er sofort
wissen, was er als moralisch korrekte
Antwort aufzusagen hat, was ihn jedoch
nicht daran hindert, sofort darauf eine
Zigarette anzuzünden.
"Der Zenit der Vereinzelung, der
Kinderlosigkeit und Anti-Familienstimmung
ist überschritten", wird
OPASCHOWSKI im Tagesspiegel zitiert. Dazu bedarf
es keiner Umfrageforschung, sondern nur soziodemographischer
Daten.
Der Anstieg der Singles im
mittleren Lebensalter wird nicht mehr in dem Masse
stattfinden wie bisher. Das hat jedoch nichts mit
Einstellungsänderungen zu tun, sondern mit der
Altersstruktur der Bevölkerung.
Kinderlosigkeit wird
weiterhin ein beliebtes Thema sein, denn dafür sorgt bereits
die sozialpolitische Debatte. Die Anti-Familienstimmung ist
in erster Linie ein Medienprodukt zur Stärkung des
Familialismus. Das Feindbild Single dient zur Stärkung der
familiären Identität. Sobald sozialpolitische Entscheidungen
anstehen wird das Klischee "Single-Gesellschaft" wieder
aktualisiert.
Entscheidender für
Singles sind die Bedingungen auf dem
Arbeitsmarkt und gesetzliche Änderungen,
die Singles diskriminieren. Um darüber
informiert zu sein, benötigen wir
OPASCHOWSKIs Umfrageergebnisse ebenfalls
nicht. Eine Studie für den Mülleimer
also...
- DOHMEN,
Holger (2001): Die jungen
Sinnsucher.
Familie,
Pflicht, Fleiß - traditionelle
Werte erleben eine Renaissance,
in:
Hamburger Abendblatt v. 07.11.
- TAGESSPIEGEL
(2001): Der Trend geht wieder zur
Familie.
Freizeitforscher:
Deutsche besinnen sich auf alte
Werte,
in:
Tagesspiegel v. 07.11.
- DPA
(2001): Auf der Suche nach dem
inneren Frieden.
Umfrage: Die
Deutschen ziehen sich ins Private
zurück und beschäftigen sich
mit Sinnfragen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 07.11.
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- MICHELS,
Claudia (2001): Neue Inhaber, neues Konzept, neue
Zielgruppe.
Zeil-Galerie will
verstärkt junge Familien mit Geld und Singles
ins Haus locken - auch mit dem Skyline-Blick,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.11.
- Kommentar:
Die Zeil-Galerie in
Frankfurt soll attraktiver werden für die
"Urban Shoppers", d.h. Singles
und "junge Familien mit gutem
Einkommen".
Was Monika ALISCH mit
dem
Begriff
"Family-Gentrification" in die
deutsche Soziologie eingeführt hat, das
ist inzwischen auch bei den
Marketingstrategen angekommen, einzig
Sozialpolitiker leugnen die Tatsache,
dass auch Familien zu den
Modernisierungsgewinnern gehören. Noch
immer nicht angekommen, weder bei den
Marketingstrategen noch bei den
Sozialpolitikern ist die Tatsache, dass
viele Singles - in erster Linie
männliche Alleinlebende - zu den
Modernisierungsverlierern gehören.
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FUCHS,
Peter & Jörg MUSSMANN (2001): Die Realität
der Hochglanzbroschüren.
Aufzeichnungen
aus Pflegehäusern (2): Der Altenbetrieb ist nur
effizient, wenn es ihm gelingt, Zeit in
unentwegte Repetition gerinnen zu lassen. Am
besten wäre es, alles könnte mit allen
gleichzeitig verrichtet werden, aber da dies
nicht geht, muss in schmalen Zeitfenstern
sequenziert werden
in: TAZ v. 07.11.
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- FORD, Richard
(2001): In der Angstfalle.
Amerikas Vorstädte im Licht
der Katastrophe,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 06.11.
- Inhalt:
Der 68er Richard
FORD sieht in der
multilokalen
Mehrgenerationen-Familie
und den amerikanischen Vorstädten eine Sackgasse:
"Wir haben Homogenität,
die Isolation der Generationen, einen unreservierten
Sitzplatz im Frühzug und das Mantra des 'Hier wird schon
nichts passieren' in Kauf genommen, um sorglos leben zu
können. Die Vororte sind das Nirwana der urbanen Neurosen".
FORD
fordert deshalb ein Umdenken:
"Wir sollten in dieser
Situation versuchen, in großem und kleinem Maßstab darüber
nachzudenken, wer zu uns gehört und wer nicht und was wir
überhaupt unter einer Gemeinschaft verstehen."
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- HERMANN, Lutz
(2001): Allein, aber nicht einsam.
Immer mehr Singles in
Frankreich suchen einen Partner. In jeder dritten
Pariser Wohnung lebt mittlerweile ein
Alleinstehender,
in: Kölner Stadt-Anzeiger
v. 06.11.
- Kommentar:
HERMANN hat in Paris
einen Swinging Single gefunden,
natürlich eine Frau. Und welche Sendung
schaut sich diese Solistin an? Für alle,
die es nicht sofort erraten haben:
Hier ist
die Lösung.
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- EICHHORN,
Roland (2001): Auch Einsamkeit macht krank.
Für Herzinfarkte sind zahlreiche
psycho-soziale Faktoren mitverantwortlich
in: Frankfurter Rundschau
v. 06.11.
- Kommentar:
"Der US-Arzt
Dean Ornish hat in einer Vielzahl von
Studien aus aller Welt den großen
Einfluss von sozialer Isolation und
fehlendem menschlichen Rückhalt
herausgestellt. Auch für die
Herzerkrankungen gilt: Isolation macht
krank, Verbundenheit und Nähe (sogar mit
Haustieren) wirkt als
Gesundheitsschutz", schreibt
EICHHORN.
Normalerweise wird zwischen sozialer
Isolation als objektivem Tatbestand der
Kontaktlosigkeit und Einsamkeit als einem
subjektiven Gefühl unterschieden.
Der
Slogan
"Lieber allein, als gemeinsam
einsam" weist
darauf hin, dass der Zusammenhang
zwischen beiden Phänomen nicht sehr eng
ist. Unerwünschte Unterstützung ist
ebenfalls ein Stressfaktor, dem aber
angesichts der sozialpolitisch verzerrten
Single-Debatte keine Aufmerksamkeit
zuteil wird. Gerade Untersuchungen, die
mit objektiven Faktoren arbeiten, sitzen
gravierenden Fehlschlüssen auf.
Wenn es um
das subjektive Phänomen Einsamkeit geht,
dann ist durchaus mit negativen Folgen im
Sinne von ORNISH zu rechnen.
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- DEGEN, Rolf (2001):
Selbstverliebte sind die schlechteren Lover.
Die
Neigung zur eigenen Person überträgt sich nicht
auf andere,
in: Tagesspiegel v. 06.11.
- Kommentar:
DEGEN interpretiert
das psychoanalytische Konzept
"Narzissmus" im Sinne des
sozialpsychologischen Konzepts
"Selbstwert", um daraus zu
folgern, dass die narzisstische
Selbstliebe keine Steigerung der
Liebesfähigkeit, sondern zunehmende
Gewalt zur Folge hat.
Dies passt
zum gegenwärtigen Zeitgeist, der das
Etikett "Narzissmus" zu
dämonisieren versucht. Deshalb ist es
nicht verkehrt, wenn man einen Artikel
von
Thomas ZIEHE aus dem Jahr 1978
heranzieht, denn die damalige historische
Situation trägt durchaus vergleichbare
Züge zur heutigen Situation.
In dem
Essay "Warum sich mir die Feder
sträubt. Bedenken über den Zusammenhang
Neue Lebensformen - Neuer
Sozialisationstyp" wehrt sich der
Erfinder des Terminus "Neuer
Sozialisationstyp" gegen die
Vereinnahmung seiner Narzissmus-These:
"Ich
frage mich (...) warum wir so begierig
sind, die Diskussion über Subjektivität
zu führen. Sicherlich nicht nur aus
intellektueller Redlichkeit (...). Ich
glaube schon, daß in der Beschäftigung
mit solcher Thematik eigene,
exhibitionistisch aufgeblähte oder intim
verborgene Emanzipationshoffnungen
miteingehen. Wenn man schon
Intellektueller ist und soviel am
Schreibtisch sitzen muß - dann
wenigstens 'über die Wünsche'
schreiben. Nur, was ist, wenn sich dieses
Schreiben über die Wünsche als derart
absorbierend herausstellt, daß man nicht
einmal den (theoretisch als arg
zugerichtet erkannten) höchsteigenen
Bedürfnissen nachzukommen vermag? Man
wird traurig. Und einige werden
rachsüchtig.
Bezogen auf die Narzißmus-Diskussion
heißt das meines Erachtens: Die nicht
mehr ganz so jungen Linken (und von
denen, die veröffentlichen, dürften
fast alle dazu zählen) sollten gewahr
werden, daß sie sich in der
begrifflichen Erarbeitung der Sehnsucht
nach Symbiose, des 'ozeanischen
Gefühls', der idealisierenden Spiegelung
brisanten Tiefendimensionen des eigenen
arbeitssamen und damit irgendwie
entsagungsreichen Lebens nähern. Sollte
mancher von der Angst beschlichen werden,
je älter er würde, desto weiter
entferne er sich von den
Regressionsmöglichkeiten in die
narzißtischen Geborgenheiten, so lasse
er dies bitteschön nicht an den
Jüngeren aus.
Ich schreibe dies in
der Sorge, die Rede vom Neuen
Sozialisationstyp könne zum schillernden
Instrument reduziert werden: einerseits
fasziniert die Narzißmus-Dimension vor
dem Hintergrund eigener Hoffnungen und
-erinnerungen, andererseits kriegt der
Jüngere, der 'NST', einen drüber, daß
es so ja nun auch nicht ginge.
Die These über den
Neuen Sozialisationstyp will
narzißtische Motivstrukturen,
Leidensdimensionen und Modi von
Objektbeziehungen verstehbar machen
(...). Die These will nicht
diskriminieren und schon gar nicht eine
neue Folie für die immerwährende Klage
der Älterwerdenden abgeben, daß die
Jugend nicht mehr so sei, wie man selbst
meint, gewesen zu sein." (aus: Ästhetik
und Kommunikation. Neue Lebensformen -
Wunsch und Praxis,
Dezember 1978, S.49-54).
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- KOHLENBERG,
Kerstin (2001): Der Tod des Klapperstorchs.
Kinder
werden immer häufiger im Labor gemacht. Manchmal
bleibt dabei ein Embryo übrig. Man darf ihn
nicht wegwerfen oder der Forschung spenden. Und
die Politik hat keine Zeit, das Problem zu
lösen.
in: Tagesspiegel v. 06.11.
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- HAGER, Angelika & Edith
MEINHART (2001): "Mann und Frau sind
verschieden".
Trendforscherin
Faith Popcorn über Lifestyle, Luxus und
Statussymbole nach dem 11. September,
in: Profil Nr.45 v. 05.11.
- Kommentar:
POPCORN ist das One-Word-Wonder der
Trendforschung.
Sie hat in
den 80er Jahren den Begriff
"Cocooning" erfunden und lebt
seitdem gut davon. Wäre sie in der
Steinzeit geboren worden, dann wäre uns
der Begriff wahrscheinlich unter alten
Höhlenzeichnungen begegnet. POPCORN
beherrscht die Kunst, aus der simplen
Tatsache, dass Menschen in Häusern
leben, eine Cocooning-Industrie gemacht
zu haben. Seit den 80ern ist Cocooning
der Trend und nach dem 11. September?
Klar doch! Noch mehr Trend vom gleichen.
"Faith Popcorn Cocooning Home
Office" heisst die neueste Kreation
aus dem Cocooning-Imperium.
Würde man
einen Alt-68er fragen, dann hat der Trend
bereits Ende der 60er Jahre begonnen,
denn Cocooning ist schlichtweg die These
vom Rückzug ins Private, gewendet in die
Lifestyle-Sprache.
(Der
"Trendforscher"
Holger RUST hat seiner
"Kollegin" POPCORN ein ganzes
Kapitel in seiner Kritik an der
Trendforschung gewidmet)
Es gibt jedoch einen
Bedeutungswandel des Begriffs
"Cocooning" und das ist das
eigentlich Interessante.
Im Jahr
1997 erschien das SPIEGEL SPECIAL
"Wohnen 2000: Heim ins Heim",
das sich ausführlich mit dem Phänomen
"Cocooning" beschäftigt. Im
Artikel "Wohnen statt Leben"
wird der Freizeitforscher
OPASCHOWSKI
zum trendigen
"Cocooning-Forscher". Es ist
eine übellaunige "Reportage",
die heute unter die Formel vom "Ende der
Spassgesellschaft"
fallen würde.
Im Mittelpunkt steht die 56jährige
alleinlebende Single-Frau Gerlinde,
arbeitslose Ex-Mitarbeiterin einer
Werbeagentur (also eine Story, die dem
Yuppie-Skript folgt),
die im Hamburger Stadtteil St.Georg
wohnt. Rezessionsbedingt ist sie zum
erzwungenen Cocooning verdammt:
"Doch neben das Luxus-Cocoonging im
Penthouse der Gesellschaft tritt,
rezessionsbedingt, mehr und mehr
erzwungenes Cocooning in den unteren
Etagen: Wo die Abgaben steigen und die
Kaufkraft schrumpft während Bus und
Bier, Konzert und Kino teurer werden,
sehen sich die Ärmeren gleichsam zu
Wohn-Haft verurteilt, im Extremfall gar
lebenslänglich."
Der Autor
subsumiert "gated communities"
genauso unter das Phänomen wie das
Stubenhockertum der
"Cocooning-Generation". Solches
Cocooning führt nach Ansicht des Autors
bei "unreifen Hedonisten" sogar
zu kriminellen Handlungen.
Im Beitrag
"Einsame Adler. Cyber-Cocooning: Der
Computer bringt jedem die City ins
Haus" von Gundolf S. FREYERMUTH wird
bereits der Trend beschrieben, für den
jetzt POPCORN mit ihrem "Faith
Popcorn Cocooning Home Office" die
Infrastruktur verkaufen möchte. Die
sogenannte "City of Bites"
(William J. MITCHELL) ist kein neuer
Trend, sondern Ziel der
New-Economy-Aktivitäten.
Demografen
behaupten, dass der Geburtenrückgang zu
einem verstärkten Kampf um Wohnraum in
wenigen florierenden Städten führen
würde. Demografen beziehen in ihre
Überlegungen dabei jedoch nicht die
Folgen der Netzwerkgesellschaft mit ein,
d.h. ihre Szenarios gehen an der
zukünftigen Entwicklung vorbei.
In dem
Artikel "Loft und Liebe" wird
das Gegenmodell zum Cocooning entworfen:
die Mischung von Leben und Arbeiten im
Rahmen der Familie. Bei POPCORN fällt
aber auch dieses Loft-Living unter die
Rubrik "Cocooning". Während
also der SPIEGEL das Cocooning als übles
Phänomen der Single-Gesellschaft einer
Familienidylle gegenüberstellt, wird es
nun von POPCORN als Errungenschaft der
Familiengesellschaft gepriesen.
Das ist
alles nicht neu, sondern nur der Spot der
Aufmerksamkeit belichtet jetzt nicht mehr
den bösen Single, sondern die heilige
Familie.
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- ESSIG,
Rolf-Bernhard (2001): Der unglückliche Mann.
Tiefschürfende
"Herrengeschichten" von
Sibylle Berg,
in: Berliner Illustrierte
Zeitung. Beilage zur Berliner Morgenpost
v. 04.11.
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PEITZ,
Christiane (2001): Außer Atem.
Keine
Kompromisse: Nach seinem hochgelobten Film
"Die Unberührbare" schockiert Oskar
Roehler seine Fans jetzt mit der trashigen
Berlin-Farce "Suck my dick". Besuch bei
einem ungeduldigen Kino-Junkie
in: Tagesspiegel v. 04.11.
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- ME
(2001): Sind Männer vom Aussterben bedroht?
Die
Lebensspanne zwischen Mann und Frau öffnet sich
immer weiter. Bericht vom ersten Weltkongress zur
Gesundheit des männlichen Geschlechts
in:
Welt am Sonntag v. 04.11.
- Kommentar:
Die Schlagzeile ist
irreführend, denn es geht nicht ums
Aussterben, sondern um die statistische
Tatsache, dass Männer eine geringere
Lebenserwartung haben als Frauen.
Es sieht
ganz danach aus, dass die
Gesundheitsindustrie an dieser
"statistischen Tatsache"
verdienen möchte, wenngleich das Problem
nicht mit einer besseren Prävention zu
lösen ist. Man muss nur nach New York
und die USA blicken. Dort sind
FeuerwehrMÄNNER gestorben und es sind
SoldatEN, die nach Afghanistan geschickt
werden!
Paul-Hermann
GRUNER hat das als
"Ganzkörper-Prostitution der
Männer" bezeichnet.
"Eine
Verbesserung der Klonierungs-Techniken
und kürzlich gemeldete Erfolge zur
Vermehrung eines Säugetiers aus
unbefruchteten Eizellen könnten sogar
die biologische Rechtfertigung zur
Existenz von Männern infrage stellen.
Vielleicht spüren Männer diese Gefahr
bereits. Unter der Überschrift 'Sind
Männer die neuen Frauen?' untersuchte
eine kanadische Journalistin kürzlich
das Phänomen, dass immer mehr
Frauenthemen in bekannten
Männerzeitschriften erscheinen."
Was beide
Sachverhalte miteinander zu tun haben, ist
nicht ersichtlich. Letzteres ist jedoch
tatsächlich festzustellen (was nicht nur
auf Männerzeitschriften beschränkt ist!
Siehe z.B. KUMMER in der
COSMOPOLITAN vom November 2001). Das hat
aber in erster Linie mit der Tatsache der
vermehrten finanziellen Autonomie von
Frauen und der damit verbunden
Veränderung der Machtbalance zu tun und
nichts mit der biologischen
Rechtfertigung von Männern.
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- TEMPERLI,
Silvio (2001): Das Zuhause für betagte Menschen.
Selbständig älter werden
in einer günstigen Wohnung: Das ermöglicht die
Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich. Doch
die Wartelisten sind lang,
in: Tages-Anzeiger v.
03.11.
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- PEN (2001):
Mehr Rentner als Kinder in Japan
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.11.
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- NOLTE,
Barbara (2001): Neue Mütter hat das Land.
Und
Gruner + Jahr hat für sie eine Zeitschrift
entwickelt: "Mom",
in: Tagesspiegel v. 02.11.
- Kommentar:
NOLTE versucht die
Zielgruppe von "Mom" anhand der
Soaps "Dallas" und
"Lindenstraße" einzugrenzen.
"Mom" richtet sich an die
"Lindenstraße"-Fraktion.
Man kann
die Zielgruppe aber auch anders
eingrenzen: das neue Frauenmagazin
richtet sich an die "Generation
Kombi", d.h. an die
"Generation
Golf" in der
Lebensphase "junge Familie".
Deshalb kann man bei einem Spiel auch
eine
Haushaltshilfe für ein
Jahr gewinnen. Bleibt abzuwarten, ob
diese pragmatischen Mütter ein solches
Blatt benötigen. Hessen entscheidet das
für die ganze Republik.
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- SCHRÖDER,
Susanne (2001): Generation?
X, @, E, Golf, Silver
Surfer, Fanta: Wissen Sie, zu welcher Generation
Sie zählen? Eine spielerische Bestandsaufnahme
eines Lifestyle-Phänomens,
in: Madame Nr.11, November,
S.50-54
- Inhalt:
SCHRÖDER fasst
Generationen als Lifestyle-Gruppen auf,
die nach Meinung der Autorin im Zeitalter
der Globalisierung und multikultureller
Nationen bedeutungslos geworden sind. Vom
Yuppie bis zum
Bobo wird alles
abgehandelt, was sich irgendwie ins
Generationenklischee pressen lässt.
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- WILHELM,
Ulrike (2001): Flieg in meine Arme.
Wieviel Nähe braucht die
Liebe? Wie viel Distanz kann sie ertragen? Vier
Paare, die zwischen 15 und 6500 Kilometer
auseinander leben, erzählen von Sehnsucht,
Leidenschaft - und warum es (trotzdem) klappt,
in: Cosmopolitan Nr.11,
November
- Kommentar:
WILHELM hat
Ergebnisse der Studie von
Norbert F.
SCHNEIDER in ihren
Bericht über
Distanzbeziehungen (Living
apart together/LAT)
einfließen lassen und einige
besser verdienende Paare befragt.
Mehr
Erfahrungsberichte finden sich bei
Karin
FREYMEYER & Manfred OTZELBERGER sowie bei
Franziska
PFEIFFER.
Wilhelm
sieht in diesen LAT-Beziehungen keinen
Ausdruck von Karrieresucht und Egoismus
der "Generation
Golf" (davon
abgesehen ist das auch gar keine
Erfindung dieser Generation, sondern eine
Folge der Bildungsreform in den 60er
Jahren, von der in erster Linie Frauen -
und nicht die Arbeiterschicht -
profitierten).
WILHELM
stimmt mit
Michael
MARY damit überein,
dass LAT-Paare dem romantischen
Liebesideal folgen. MARY sieht in der
Distanz eine Voraussetzung für
Leidenschaft. Nähe ist dagegen ein
Leidenschaftskiller. Die
Nähe-Distanz-Thematik ist aber nur eine
von vielen Faktoren, die solche
Beziehungen bestimmen.
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- KUMMER,
Gerhard (2001): Solo-Auftritt.
Wer
nach Jahren im Doppelpack plötzlich allein ist,
muss sich in der Welt der Liebesabenteurer erst
mal neu zurechtfinden. Einsichten eines frisch
gebackenen Singles,
in: Cosmopolitan Nr.11,
November
- Kommentar:
Der männliche
"swinging Single" ist bei
COSMOPOLITAN out. Der männliche Single
will eine feste Partnerschaft. KUMMER
erzählt deshalb wie er verlassen wurde
und danach erst einmal ins "swinging
Single"-Schema der Pubertät
zurückfiel.
Es findet
sich eine schöne Anekdote zum
Bedeutungswandel des Single-Begriffs:
"»Single-Toast«. Mir fiel vor
Schreck die Packung aus der Hand.
Natürlich braucht eine halbe Beziehung
nur halb so viel Toast, aber müssen die
einem das auch unter die Nase reiben? Wie
wär's mit »Freedom-Toast«? Glücklich, ledig, knackig.
Irgendwas Nettes, Aufmunterndes. Aber »Single-Toast« klingt
nach Leuten, die beim Frühstück seit Jahren nur noch mit
ihrem Salzstreuer flirten. Ich nahm die Familienpackung."
Das
bringt das
Problem der
Marketing-Branche bei der
Zielgruppenansprache genau auf den Punkt.
KUMMER ist
der Prototyp des Abonnementen von
"Fit for Fun" ("Men's
Health"), dessen dunkle Seite
John VON
DÜFFEL in seinem neuen
Roman
"Ego"
beschreibt. Das Single-Dasein muss zur
Stählung des Bodies genutzt werden, um
den Marktwert auf dem Partnermarkt zu
steigern.
Damit
nicht genug!
Die "männliche Unbehaustheit" steht
zur Disposition. Mit einem gemütlichen Zuhause verbindet man
traditionellerweise nur die Single-Wohnung von Frauen, das
war auch der Tenor aller Single-Studien, die ab den 80er
Jahren im feministischen Umfeld durchgeführt wurden.
"Am nächsten Morgen fuhr
ich direkt zu Ikea und kaufte den schicken PS-Teppich.
Knallrot und kreisrund. Wohngefühl ist projiziertes
Selbstgefühl."
Eine
solche Aussage hätte man blindlings einer Frau
zugeschrieben.
KUMMER
folgt in seinen Vorstellungen quasi dem
feministischen Ideal des Alleinwohnens
als Vorbedingung für die
Partnerschaftsfähigkeit. Fast! Das Thema
Hausarbeit fehlt...
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- LÜDERS,
Kristin (2001): Wenn Schnucki putzt.
Alle Männer, die das Putzen
nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählen,
können sich für die Länge dieses Textes
zurücklehnen. Wenigstens eine Frau vergibt
ihnen,
in: Men's Health Nr.11,
November
- Kommentar:
Hier erfährt man,
warum KUMMER (siehe COSMOPOLITAN) das
Thema
Hausarbeit nicht
erwähnt...
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- JEPSEN, Jan
(2001): Auch Liebe kann man lernen.
Ein Seminar für Singles. Es
lehrt "die 7 goldenen Schlüssel, mit denen
Liebe beginnt".
in: Men's Health Nr.11,
November
- Kommentar:
Hier merkt man
gleich, dass ein Mann für eine Männer-
und nicht für eine Frauenzeitschrift
schreibt! Men's Health-Leser sind
ansonsten geplagt mit fremdgehenden
Frauen, zumindest in der Phantasie. In
einem Artikel wird ihnen der Zusammenhang
zwischen Haarfarbe und Fremdgehfrequenz
beigebracht und in einem anderen Beitrag
erzählt ein Kinderloser, dem ein
"Kuckuckskind" ins Nest gelegt
wurde. Möglicherweise haben sie ja
donnerstags den
STERN gelesen
oder im
MAX.
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- JACKSON, Joe
(2001): It's Cocktale Time.
Zu Besuch in Sodom und
Gomorrha: Ein Gespräch mit "Sex and the
City-Autorin Candace Bushnell,
in: Rolling Stone Nr.11,
November
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BIZZ
-Titelgeschichte: Was uns Mut macht.
Trotz Terror, Börsenflaute,
Konjunkturtief. Das neue Wir-Gefühl der Ich-Gesellschaft |
- MERX, Stefan
& Christian PIETSCHNER (2001): Was
jetzt zählt.
Werte. Terror,
Kriegsangst, Börsensturz,
Konjunkturkrise - in einem Jahr hat sich
das Blatt gewendet. In der hedonistischen
Generation hat Besinnung den Spaß
verdrängt: Was ist noch wichtig? Sechs
Menschen sprechen über ihre ganz
persönlichen Werte,
in: BIZZ Nr.11,
November
- Kommentar:
Das
Wirtschaftsmagazin BIZZ, dessen
Hauptzielgruppe die "Generation
Golf" ist, hat MAX
imitiert und das Themenspektrum um
gesellschaftliche Themen erweitert.
Wie
bereits in
MAX
(04.10.2001) wird auch
in BIZZ ein Wechsel von der Ich- zur
Wir-Gesellschaft verkündet. Dahinter
steckt jedoch nicht primär der
Terroranschlag und das
Ende der
Spaßgesellschaft, sondern
eine schlichte demografische
Tatsache: die Generation Golf tritt
massenhaft in die Lebensphase "junge
Familie" ein ("Generation
Kombi").
Es ist
nicht das erste Mal, dass der
Lebensphasenwechsel einer Generation zum
Gesellschaftswandel hochstilisiert wurde.
Bereits vor 6 Jahren hat der Soziologe
Holger RUST in seinem
Buch
"Trendforschung" den
Werdegang der amerikanischen Baby-Boomer
und deren mediale Inszenierung vom
Yuppietum bis zur Familiengründung
beschrieben.
In
Deutschland ging es Anfang der 90er Jahre
dagegen um die so genannten
"78er" (Reinhard
MOHR). Damals wurden
ebenfalls Schwangere massenmedial
inszeniert.
Jetzt ist
die Generation Golf dran...
- MERX, Stefan
& Christian PIETSCHNER (2001): Was
jetzt zählt.
Werte. Terror,
Kriegsangst, Börsensturz,
Konjunkturkrise - in einem Jahr hat sich
das Blatt gewendet. In der hedonistischen
Generation hat Besinnung den Spaß
verdrängt: Was ist noch wichtig? Sechs
Menschen sprechen über ihre ganz
persönlichen Werte,
in: BIZZ Nr.11,
November
- NORMANN-SCHMITZ,
Rüdiger (2001): Alles bleibt anders.
Acht Lebenswelten,
acht Tabus, die der Terror geschaffen
hat. Sie sind nicht lang haltbar, sagen
Experten. Die Ich-Gesellschaft kehrt zur
Normalität zurück - mit neuem
Selbstverständnis,
in: BIZZ Nr.11,
November
- PETERS,
Stefanie (2001): Der Fluch der späten
Geburt?
Nachgefragt. Die
Welt hat sich mit den Terroranschlägen
verändert. Und die junge
Spaßgesellschaft? Muss sie wieder
politischer werden? Zwei Interviews, zwei
Meinungen: Florian Illies, Autor des
Bestsellers "Generation Golf",
fordert zum Umdenken auf. Wolf Biermann,
68er und Liedermacher, sagt, wir könnten
gar nicht genug Spaß haben,
in: BIZZ Nr.11,
November
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom Oktober 2001
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