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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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News vom 01. - 15. November 2002

 
       
     
   
Spruch des Monats:
"Vereinfacht formuliert gibt es unter den sogenannten »Alleinlebenden« eine Art sozialer Polarisierung: Auf der einen Seite finden sich unter den Alleinlebenden - und dies gilt primär bei Männern - beruflich-sozial klar desintegrierte Menschen, und es ist beispielsweise diese Gruppe sozial desintegrierter alleinlebender Männer, welche - etwa im Vergleich zu gleichaltrigen verheirateten Männern - ein überdurchschnittliches Sterblichkeitsrisiko aufweisen. Auf der anderen Seite findet sich unter den Alleinlebenden - und dies gilt primär bei Frauen - um eine bedeutsame Gruppe hoch integrierter, beruflich-sozial hoch kompetenter Menschen. Das Alleinleben bei dieser Gruppe ist ein spezielle Form des beruflich-sozialen Erfolgs."
(Elisa Streuli in "Alleinleben in verschiedenen Lebensphasen" 2002)
 
       
   
  • Thema des Tages: Sozialversicherung

    • SCHUMACHER, Oliver (2002): "Die Lasten gerecht verteilen".
      Stoiber für Beitrag der Rentner,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
    • BAIER, Tina (2002): Im Land der Greise.
      Die Überalterung der Bevölkerung birgt gesellschaftliche Sprengkraft,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
    • BERTHOLD, Norbert/BÖRSCH-SUPAN, Axel/FRANZ, Wolfgang/SINN, Hans-Werner: Hartz-Pläne sind nicht bezahlbar, 
      in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
    • KOCH, Claus (2002): Macht aus den Rentnern brauchbare Bürger!
      Noten und Notizen,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
 
   
  • STERZINSKY, Georg Kardinal (2002): Lebenszelle für die Gesellschaft.
    Familienpolitik - eine Stellungnahme zum jüngsten Regierungsmodell der Erziehung und Kinderbetreuung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
 
   
  • Schwerpunktthema: "Was wird aus der Rente"

    • MUNSBERG, Hendrik & Regine ZYLKA (2002): Ältere sollen länger arbeiten.
      Familienministerin Schmidt kritisiert Personalpolitik der Unternehmen. Höhere Lebensarbeitszeit gefordert. Miegel für steuerfinanzierte Rente,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • KRAMM, Jutta (2002): Phantom der Rente,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • ESCH, Christian (2002): Sparen? Zwecklos.
      Über die ideologischen Ursprünge unseres Rentensystems,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • MIELKE, Ralf (2002): "Da ist viel Heuchelei".
      Jürgen Sinn, Chef der Seniorenzeitschrift Lenz über die Medien in der Rentendebatte,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • AHNE, Petra (2002): "Von wegen, jetzt kommt das Leben".
      Großmutter und Enkelin unterhalten sich - über leere Sozialkassen, reisende Rentner und Freude am Alter,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • STROHMAIER, Brenda (2002): Vorbildliche Arbeiter.
      Die Rolling Stones schuften immer noch. Rentenexperten sollten sie dafür lieben,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • MUNSBERG, Hendrik (2002): "Deshalb quietscht und knirscht es".
      Der Bonner Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel über Zustand und Reformmöglichkeiten der deutschen Sozialkassen,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • ZYLKA, Regine (2002): Alte in die Produktion.
      Die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt (SPD), hält nichts davon, die Generationen gegeneinander auszuspielen,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
    • BOMMARIUS, Christian (2002) Aufforderung zum Tanz.
      Kommentar,
      in: Berliner Zeitung v. 15.11.
 
   
  • AMEND, Christoph (2002): Wo bleibt die Hate Parade?
    Der Rentenstreit,
    in: Tagesspiegel v. 15.11.
 
     
     
     
     
     
   
  • GROß, Thomas (2002): Wie früher, aber anders.
    Folkmusic war einmal. In New York spielt man jetzt Antifolk: gegen den öden Wohlklang und den Zwang zum Konformismus. Szenen aus dem Leben der neuesten Boheme,
    in: Die ZEIT Nr.47 v. 14.11.
 
   
  • BÜSER, Wolfgang (2002): Pflegeurteil.
    Wo liegen die Grenzen der Unterhaltspflicht? Kinder haften für ihre Eltern,
    in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 14.11.
 
   
  • KLEIS, Constanze (2002): Verweile doch, Playboy - Du bist so schön!
    Elegie auf eine aussterbende Spezies,
    in: Welt v. 14.11.
 
   
  • ADAM, Konrad (2002): Die falschen Rentenkonzepte
    in: Welt v. 14.11.
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Abwehrleser.
    Jonathan Franzen "Anleitung zum Einsamsein"
    in: TAZ v. 13.11.
    • Kommentar:
      KNIPPHALS nutzt die Besprechung des Essaybands "Anleitung zum Einsamsein", um die Negativkritik von Iris RADISCH und Mariam LAU an seinem Liebling FRANZEN ins Positive zu wenden. Zugleich stilisiert er FRANZEN als Autor, der sich gerade vom Abwehrleser (Saulus) zum Paulus wandelt:

                  "Shirley Brice Heath (...) hat (...) den Typus des »Abwehrlesers« erfunden. Das sind Leser, die als Kinder Einzelgänger waren und in Büchern eine Fantasiewelt fanden, die sie mit niemandem teilen können. Aus diesen Abwehrlesern entstehen, Frau Heath zufolge, häufig Schriftsteller des »antisozialen« Typs - auf die deutschen Verhältnisse übertragen wären das wohl diejenigen, die ständig »Gegenbücher« schreiben müssen.
      Jonathan Franzen, scheints, ist ein Abwehrleser, der sich dagegen wehrt, ein antisozialer Schriftsteller sein zu müssen.
      "
                  So kreiert man Helden im Zeitalter der Normalisierung! FRANZEN als eine Art Joschka FISCHER der Literatur... 
 
   
  • WALTER, Franz (2002): Sinnfrei und matt.
    Die Union hat den Hegemonialkampf um das moderne Deutschland aufgenommen. Und schon verloren. Denn sie ist isoliert vom säkularisierten, modernen Bürgertum,
    in: TAZ v. 13.11.
 
     
   
  • MOHR, Reinhard (2002): Also sprach Jedediah.
    Mit seinem Buch über das "Elend der Ironie" erregt der junge amerikanische Autor Jedediah Purdy nun auch in Deutschland Aufsehen. Doch so treffend die Kritik am zynischen Kult der Oberfläche ist - zum politischen Diskurs steuert Purdy kaum mehr als guten Willen bei,
    in: Spiegel Nr.46 v. 11.11.
 
     
   
  • SCHWARZ, Patrik (2002): "Absurder Optimismus".
    Die zentrale Erfahrung wird die Ungleichheit innerhalb der Generation sein: Der amerikanische Philosoph Jedediah Purdy über die Zukunft der Dreißigjährigen, das Ende der New Economy und darüber, warum es okay ist, seine Eltern zu verteidigen,
    in: TAZ v. 11.11.
 
   
  • LÜDER, Almut (2002): "Familienpolitik wird Teil des Bündnisses für Arbeit".
    Die neue Familienministerin Renate Schmidt will den Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kinder vorantreiben,
    in: Welt v. 11.11.
    • Kommentar:
      Renate SCHMIDT formuliert zuerst ein Defizit:
                  "die einzigen, die bisher nicht direkt angesprochen sind, waren die allein stehenden Männer zwischen 50 und 60."
                  Und droht dann an:
                  "Für die wird uns noch etwas einfallen."
 
     
   
  • MECK, Georg (2002): Retter der Nation.
    Wer nicht für ihn ist, ist ein Querulant. Amt nächsten Mittwoch versammelt er alle Gutwilligen: 4600 beten für mehr Arbeit,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.11.
 
   
  • INACKER, Michael (2002): "Der SPD geht es um einen Kulturkampf".
    Ministerpräsident Roland Koch setzt auf die Wut der Wähler über Schröder und sieht die CDU fest an der Seite Amerikas,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.11.
    • Inhalt:
      INACKER interviewt den Hoffnungsträger der kulturellen Modernisierungsverlierer (DETTLING).
      Mit markigen Worten tröstet der brutalstmögliche Aufklärer Roland KOCH seine Klientel:
                  "Der SPD geht es eben nicht - wie der Union - um die Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf und bessere Betreuungsangebote, sondern um einen Kulturkampf, um die schleichende Aushöhlung der Familie zugunsten sozialistischer Volksheim-Modelle".
                  Zuvor hat KOCH Hessen zum Modelland erklärt:
                  "Als Landesregierung, die konkret etwas tut, um Hessen zum Land der Tagesmütter zu machen, die die Zahl der Betreuungsangebote an Grundschulen verdreifacht hat, haben wir es leichter als die Bundes-CDU in der Opposition."
 
   
  • NONNENMACHER, Günther & Alexander MARGUIER (2002): "Schröder und Fischer sind Zyniker".
    Helmut Kohl über das transatlantische Verhältnis, die Wahlniederlage seiner Partei und deren konservatives Tafelsilber,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.11.
    • Inhalt:
      Helmut KOHL gibt aus seinem Schmollwinkel die alte familienpolitische Leitlinie zur Verteidigung der Managerhausfrauenehe aus:

                  "Die rot-grüne Bundesregierung übt eine ganz neue Form des Zwangs aus, indem sie die Hausfrauen, die Verantwortung in der Familie tragen, zu diskreditieren versucht. Wenn Rot-Grün zudem das Prinzip der Familie in Frage stellt, indem andere Lebensformen für gleichrangig erklärt werden, ist eine Grenze überschritten. (...). Wir müssen klar sagen, daß diejenigen, die die Verantwortung in der Familie auf Krippen und Ganztagsbetreuungen verlagern wollen, eine Politik gegen die Mehrheit in unserem Lande machen".
 
   
  • DPA (2002): In Kontaktanzeigen wird zu viel gelogen.
    Wissenschaftliche Studie untersucht Partnersuche,
    in: Welt am Sonntag v. 10.11.
    • Kommentar:
      DPA berichtet von den Ergebnissen des Kommunikationswissenschaftlers Jörg STIMPFIG, der den Arbeitskreis Human- und Medienkommunikation an der Universität Stuttgart leitet.

                  Nach seinen Untersuchungen ist das Internet mit seinen Chats den Kontaktanzeigen überlegen.
                  Wer auf seine Anzeige nicht nur einen Brief eines professionellen Partnervermittlungsinstituts oder gar eines professionellen Liebesbriefschreibers erhält, der kann sich glücklich schätzen.
 
   
  • LACHMANN, Günther (2002): Wie funktioniert eine alternde Konsumgesellschaft?
    Die Alten müssen in Zukunft länger und mehr arbeiten und werden eine wichtige Zielgruppe mit neuen Ansprüchen und Möglichkeiten,
    in: Welt am Sonntag v. 10.11.
    • Kommentar:
      Die Werbewirtschaft hat sich wohlklingende
      Begriffe wie "Best Ager", "Golden Generation" oder auch "Silver Surfer" für die jungen Alten ausgedacht. Die längere Lebensarbeitszeit soll ihnen mit Konsum versüßt werden.
                  Das Problem ist nur: Die Massenarbeitslosigkeit wird erst in frühestens 10 - 20 Jahren spürbar zurückgehen - wenn überhaupt.
                  Bis dahin dient eine Ausweitung der Lebensarbeitszeit nur der problemloseren Durchsetzbarkeit des Niedriglohnsektors.
 
     
     
   
  • SUTER, Martin (2002): Verhütung beginnt mit dem Ehevertrag.
    Reiche Amerikaner verpflichten ihre Bräute juristisch zur Fruchtlosigkeit,
    in: SonntagsZeitung v. 10.11.
 
   
  • LVT (2002): Es war einmal in SO36.
    Sein Kreuzberg-Roman "Herr Lehmann" machte Element-of-Crime-Sänger Sven Regener zum Literaturstar. Jetzt verfilmt Leander Haußmann den Bestseller mit Detlev Buck und Christian Ulmen,  
    in: Tagesspiegel v. 10.11.
 
   
  • Tag der Ostalgie: Die ersten Wessis aus dem Osten treffen die ersten Ossis aus dem Westen

    • GUTSCH, Jochen-Martin (2002): Man begibt sich in so eine Art Erinnerungsrausch.
      Jana Hensel hat ein Porträt der Generation von Mittzwanzigern geschrieben, die im Osten ihre Kindheit erlebten und dann im Westen ihre Jugend,
      in: Berliner Zeitung v. 09.11.
    • LEINEMANN, Susanne & Antje SCHMELCHER (2002): Generation Trabant.
      Angekommen im neuen Deutschland? "Zonenkinder im Gespräch,
      in: Welt v. 09.11.
    • LEINEMANN, Susanne (2002): Mauer weg. Wieder eingeschlafen.
      Es war eine große, friedliche Revolution. Damals, im November 1989, sorgten junge Menschen dafür, dass die Grenze geöffnet wurde. Aber die Generation der inzwischen um die 30-Jährigen wird nicht mehr beachtet. Es fehlt ihr etwas Entscheidendes: eine Haltung,
      in: Frankfurter Rundschau v. 09.11.
    • LINNARTZ, Mareen & Barbara MAUERSBERG (2002): "Ich bin der Osten".
      Nina Hagen über den Mauerfall, Einläufe für die PDS und Drogen-Trips mit Honecker,
      in: Frankfurter Rundschau v. 09.11.
 
     
     
   
  • DETTLING, Warnfried (2002): Im 30-Prozent-Turm.
    Nach ihrem schlechten Wahlergebnis muss die Union neues Land gewinnen, ohne das alte zu entvölkern - im Augenblick sieht es nicht so aus, als hätte sie das begriffen,
    in: TAZ v. 09.11.
 
   
  • MENSING, Kolja (2002): Wie komme ich hier raus?
    Aufgewachsen in der Provinz. Jede Menge Erfahrungen aus einer anderen Welt. Heimatliches vor winterlichen, ja weihnachtlichen Tagen. ein mono.mag von Kolja Mensing (Text) und Thomas Dashuber (Fotos),
    in: TAZ v. 09.11.
 
   
  • WINKLER, Willi (2002): Früher war alles besser!
    Die Alten waren noch nie so rüstig wie heute. Leider wird das noch böse enden...,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.11.
 
   
  • BECK, Ulrich (2002): Mit der Macht der Feinde.
    Protest in Florenz: Das Globalisierungsparadox
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.11.
 
   
  • KAISER, Jost (2002): Die Stadt des schnellen Wohlgefallens.
    Sydney bietet die Kulisse für die neuen Großstadt-Bohemiens, die alles Gegensätzliche zur schicken Pose verwandeln,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.11.
    • Inhalt:
      Jost KAISER ist in Sydney dem postbürgerlichen Lebensstil der Neuen Mitte auf der Spur:
                  "vielleicht ist Sydney längst das Biotop jener, vom amerikanischen Historiker David Brooks beschriebenen neuen Schicht der „Bourgeois Bohemiens“, die die Revolutionen des vergangenen Jahrhunderts, die Hippierevolution der 60er und die Finanzrevolutionen der 80er und 90er längst zu einem postbürgerlichen Lebensstil zusammengefasst hat, gegen den Widerstand zwecklos ist, weil er alles umfasst und zu einer neuen bürgerlichen Universalkultur verschmilzt".
 
     
     
     
   
  • LÜHE, Marion (2002): Oden auf den Goldbroiler.
    Mag auch die DDR historisch erledigt sein, in den Herzen mancher Jungliteraten ist sie wieder auferstanden,
    in: Rheinischer Merkur Nr.45 v. 07.11.
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Für meinen Geldbeutel sehe ich blau.
    Geiz ist geil! - behauptet der aktuelle Werbespot einer Multimediakette. Das Geldausgeben ist in Verruf geraten - schreiben junge Schriftstellerinnen. Statt Konsumfreudigkeit zu propagieren, entdeckt die werbetreibende Branche derzeit den Spaß an der Sparsamkeit. Es ist eben Rezession, Baby,
    in: TAZ v. 07.11.
    • Inhalt:
      KNIPPHALS hat den SPIEGEL-Essay von Juli ZEH gelesen und im Wirtschaftsteil der SZ einen Bericht über einen Werbespot gefunden. Nun entlarvt er die neue Bescheidenheit der Leistungsgeneration Golf als aggressive Verteidigungshaltung:

                  "Mit derselben inszenierten Brutalität, mit der noch vor zwei Jahren das Geldverdienen etwa am neuen Markt gepusht wurde - »Mein Haus, meine Frau, mein Auto« -, geht es jetzt darum, das Erreichte zu verteidigen. Während die Haffas in München vor Gericht stehen, retten ihre einstigen Fans - während sie auf den Titelbildern als »Generation arbeitslos« auftauchen - gerade, was zu retten ist: ihr Erspartes. Dass das Geld nicht mehr unbedingt für einen arbeitet, hat man verstanden; nun geht es darum, es zumindest zu behalten."
                  Wurde bisher mit Rainer Maria RILKEs Gedicht "Herbsttag" die Einsamkeit der Alleinlebenden beschworen, so bekommt es nun im Kontext der rot-grünen Bevölkerungspolitik eine neue Bedeutung:
                  "Wer jetzt kein Haus hat, der kriegt auch keine Eigenheimzulage mehr."
 
   
  • FRISCHEN, Konstanze (2002): Der Sieg des Aldi-Prinzips.
    Discount-Geschäfte sind die Gewinner der Krise im Einzelhandel. Mit Designertaschen, Schokotrüffeln und Biomöhren locken sie selbst Wohlhabende vor ihre Regale,
    in: Die ZEIT Nr.46 v. 07.11.
    • Inhalt:
      Passend zum Artikel von KNIPPHALS in der TAZ und dem SPIEGEL-Essay von Juli ZEH hat die ZEIT den "Smart Shopper" in den Discount-Läden entdeckt:

                  "Gerwin Eck, Geschäftsführer des Mode-Discounters Takko Holding, denkt inzwischen wie ein Soziologe. »Die mittlere Einkommensschicht polarisiert sich zunehmend. Aus der Dreischichtengesellschaft wird eine Zweischichtengesellschaft«, sagt er.
      Die Konsequenz aus dieser Annahme? Die heutigen Normal- und Besserverdiener wollen billig kaufen, geben ihre alten Ansprüche aber nicht völlig auf."
 
   
  • KRUGMAN, Paul (2002): Der amerikanische Albtraum.
    Vom Millionär zum Milliardär: Befreit von allen Gleichheitsidealen, reißen die Reichen in den USA immer mehr Wohlstand an sich. Die Mittelschicht löst sich auf,
    in: Die ZEIT Nr.46 v. 07.11.
    • Kommentar:
      1989 erschien "Angst vor dem Absturz" von Barbara EHRENREICH über das Dilemma der Mittelklasse.

                  Der US-amerikanische Ökonom Paul KRUGMAN behauptet nun, dass sich die Mittelklasse in den USA inzwischen tatsächlich polarisiert hat:
                  "das Amerika der fünfziger und sechziger Jahre, in dem ich aufwuchs, war eine Mittelklassegesellschaft. Die großen Einkommens- und Wohlstandsunterschiede des Goldenen Zeitalters waren verschwunden.
                  (...).
      Doch das ist lange her. Heute leben wir wieder in einem Goldenen Zeitalter - ähnlich extravagant wie das Original. Villen und Paläste erleben ihr Comeback. (...).
      Nur wenigen Leuten ist bewusst, wie sehr sich in diesem Land die Kluft zwischen den sehr Reichen und dem Rest innerhalb relativ kurzer Zeit verbreitert hat. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, setzt sich unweigerlich dem Verdacht aus, "Klassenkampf" oder eine "Politik des Neides" zu betreiben. Und nur wenige Leute sind tatsächlich willens, über die weitgehenden Auswirkungen dieser sich immer weiter öffnenden Schere zu sprechen - ökonomische, soziale und politische Auswirkungen."

                  Was für die USA gilt, das existiert in Ansätzen auch in der Berliner Republik. Nur wenige wie Paul NOLTE sprechen jedoch offen von einer deutschen "Klassengesellschaft".  
 
     
     
   
  • STEINFELD, Thomas (2002): Das Türmchenspiel.
    Schneller, höher, weiter: Die Rentenbeiträge und die Bahn AG,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.11.
    • Inhalt:
      Thomas STEINFELD beschreibt die Bahn AG als Profiteur der "immer unangenehmer, ja unerträglicher werdenden Schwundstufen eines angeblichen Generationenvertrags".
 
     
     
   
  • Thema Familienkunde und Familienwahlrecht

    • AP (2002): Renate Schmidt fordert neues Schulfach "Familienkunde".
      Erziehung zu Partnerschaft und Familie soll auch in Schulen stattfinden,
      in: Welt v. 05.11.
    • HEINEN, Guido (2002): Wenn der Staat das Lieben lehrt,
      in: Welt v. 05.11.
    • HEBEL, Stephan (2002): Vater Staat und Mutter Schmidt.
      Renate Schmidt als perfekte Symbiose: Die Ministerin gibt uns fortan das Gefühl, in einer großen, friedlichen Familie zu leben,
      in: Frankfurter Rundschau v. 05.11.
      • Inhalt:
        Ein bissiger Kommentar zu den Vorstellungen der Familienministerin:

                    "Eine wahnwitzig schöne Vorstellung, wie Klein Fritzchen von Vater Staat via Lehrerin erfährt, was sein realer Papi, falls vorhanden, ihm partout nicht verraten will: ». . . was Partnerschaft bedeutet, . . . wie man Hausarbeit teilt und was Kinder brauchen«. Es wird etwas dauern, bis Fritzchens Vorstellungen vom Teilen der Hausarbeit mit denen von Renate Schmidt übereinstimmen. Aber irgendwann wird der Kleine schon verstehen, dass Vater Staat nicht beim Geschirrspülen »helfen kann« und auch nicht so recht bei Schule und Gedöns, aber dafür durch Einführung des Lehrfachs »Familienkunde«. (...). Als »Privatfrau« fordert sie nebenbei ein Wahlrecht von Geburt an. Nach der Familienkundestunde geht Papi für Fritzchen wählen. Das wird ihn trösten." 
    • CAS (2002): So ein Gedöns.
      Ministerin für Familienkunde,
      in: Tagesspiegel v. 05.11.
 
     
   
  • FRANZEN, Jonathan (2002): Du sagst Kunst, ich sage Unterhaltung.
    Mr. Difficult oder Der gefährliche Pakt zwischen dem Autor und seinem Leser: Wie ich lernte, die Romane von William Gaddis zu lesen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.11.
 
     
     
   
  • BULLION, Constanze von (2002): Vital bis zur Erschöpfung.
    Ohne Vorwarnung hat sie der Kanzler aus ihrer Nürnberger Behaglichkeit ins Kabinett geholt. Auf einmal war sie Familienministerin. Sie hat nicht Nein sagen können. Jetzt muss Renate Schmidt wieder die unermüdliche Karrierefrau geben - und bezahlt dafür einen hohen Preis,
    in: Tagesspiegel v. 04.11.
 
     
     
   
  • TIGGES, Claus (2002): "Wir heiraten nur aus Berechnung".
    Nobelpreisträger Gary Becker über die Effizienz der Ehe, die Nachfrage nach Kindern und die Ökonomie der Polygamie,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.11.
 
   
  • BEBBER, Werner van (2002): Nur die lohnarbeitende Mutter ist eine gute Mutter.
    Der Staat gibt, der Staat nimmt: Die rot-grüne Familienpolitik verteilt um. An der wirklich unabhängigen Familie ist sie nicht interessiert,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.11.
 
     
   
  • BANZE, Sonja (2002): Hurra, wir leben noch - und das sogar sehr gut,
    Jung, ehrgeizig, erfolgreich: Die Macher unter 45 Jahren lassen sich durch die Wirtschaftskrise nicht unterkriegen. Die Protzer sind verschwunden, übrig geblieben ist die Generation Fleiß
    in: Welt am Sonntag v. 03.11.
 
   
  • NIEMANN, Sonja (2002): Wie oft? Wie lange? Wie gut?
    Abstruse Studien, seltsame Theorien - wenn es um Sex geht, darf alles geschrieben werden. Wer aber produziert die harten Fakten zum Thema GV (Geschlechtsverkehr)? Ein Seitensprung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 02.11.
 
     
   
  • KOCH, Christine & Johannes WERRES (2002): Das Saarland altert schneller.
    Arbeitsgruppe befasst sich mit Bevölkerungsentwicklung. Alternsforscher Baltes: Reform statt Reparatur,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 02.11.
  • SERINGHAUS, Peter (2002): Selbstbewusste Senioren.
    Die Sicht aufs Alter beginnt sich zu wandeln,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 02.11.
 
   
  • SAARBRÜCKER ZEITUNG (2002): Die ersten Wessis aus dem Osten.
    Die 26-jährige Jana Hensel über ihr Buch "Zonenkinder",
    in: Saarbrücker Zeitung v. 02.11.
 
     
   
  • MENSING, Kolja (2002): Hoffnung kann gebaut werden.
    Familienfreundliche Grundrisse und ökologisch korrekte Holzschutzmittel: Im Einfamilienhaus spiegelt sich seit eh und je der Wunsch nach einer besseren Gesellschaft. Jetzt hat das rot-grüne Reformprojekt sich der Eigenheimzulage angenommen,
    in: TAZ v. 02.11.
 
     
     
     
     
   
  • SCHAAKE, Monika (2002): Herz-Schmerz nach Feierabend.
    Das Herz übervoll, aber das Papier bleibt weiß - aus dieser Not befreien professionelle Liebesbrief-Schreiber ihre Kunden. Ein lohnender Nebenjob für Romantiker, die ihr Talent für gefühlvolles Schreiben in bare Münze umsetzen wollen,
    in: Die Geschäftsidee Nr.11, November

 
   
  • BITTELMEYER, Andrea (2002): Speed-Dating: Flirten gegen die Eieruhr.
    Zehn Männer an einem Abend kennen lernen? Andrea Bittelmeyer hat es beim neuen TREND-FLIRTEN ausprobiert, 
    in: Tomorrow Nr.11, November

 
   
  • KUNTERDING, Kathrin (2002): Web-Tagebücher: Der neue Kult.
    WEBLOGS sind voll im Trend. Eine halbe Million Menschen schreibt täglich auf, was sie bewegt - und die Welt liest mit,
    in: Tomorrow Nr.11, November

 
       
       
   

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