| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
01. - 04. November 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
KURZ, Robert (2005): Lebenslänglich Arbeit.
Nachspielzeit am Band oder im Büro.
Keine hedonistischen
Rentner mehr, sondern Soldaten der Verwertung, die gewissermaßen in
den Stiefeln sterben,
in: Freitag Nr.44 v. 04.11.
- Inhalt:
Robert KURZ, der sich selber einer "sozialen
Linken" zuordnet und zu Beginn der rot-grünen Ära mit der
Lifestyle-Linken abrechnete, widmet sich der schönen neuen
Arbeitsgesellschaft:
"Kinderlose
Paare werden von Nachbarn schon mal angemacht, weil sie keinen
dereinst sozialversicherungspflichtigen Nachwuchs hecken. Zugleich
sind Eltern verbittert, weil ihre Kinder keine Lehrstellen bekommen
und in eine prekarisierte Zukunft hineinwachsen. Die Basis der
kapitalproduktiven Arbeit schmilzt ab, während die Masse der
Transferempfänger anschwillt. Das kann nicht gut gehen und verweist
auf den inneren Widerspruch der heutigen Produktions- und
Lebensweise.
Ein
Ansatz für die sozialpolitische Quadratur des Kreises ist die
Verlängerung der Lebensarbeitszeit; zunächst bis 67 Jahre, womöglich
bis 70, wie es der neoliberale Diskurs vorzeichnet."
|
|
| |
|
-
AREND, Ingo (2005): Rote Socken.
Bonvivant. Ein "Dokumentarfilm" über Klaus Wagenbach,
in: Freitag Nr.44 v. 04.11.
- Kommentar:
"Der
interessante Widerspruch, wie ausgerechnet im linken
Wagenbach-Verlag der 68er-Hasser Michel Houellebecq groß werden
konnte, bekanntlich erschien hier 1999 die sagenumwobene
Ausweitung der Kampfzone, ist den Filmemachern aber keine
Nachfrage wert",
wundert sich AREND.
Wir
wundern uns überhaupt nicht. Schließlich steht
Thomas SCHMID, einst 68er-Revoluzzer, dann bei Wagenbach
Lektor und ökolibertärer Renegat, Wendegewinner und nun in der
FAS für 68er-Fragen zuständig, paradigmatisch für einen
68er-Heilsweg, zu dem HOUELLEBECQ genauso ideal passt wie das
sophiedannenhafte Spießertum.
Es
gibt keinen Widerspruch, denn die 68er Bewegung war von Anfang an
schizophren...
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
GERNERT, Johannes (2005): Köhlers eigenes Heim.
Jetzt noch beginnen zu bauen,
damit die Eigenheimzulage gezahlt wird! So denken viele, die in den
Musterhauspark bei Berlin kommen. Zum Beispiel die Köhlers: Die Zulage
wäre ihr einziges Kapital. Wenn sie den Stichtag Ende Dezember
verpassen, können sie das Haus "Berlin" vergessen,
in: TAZ v. 04.11.
- Inhalt:
GERNERT liefert eine Reportage aus der
Familienrepublik:
"Familie
Köhler war vor ein paar Jahren schon mal in der
Musterhausaustellung. Da konnten sie aber noch nicht bauen. Sie
hatten erst ein Kind, die Chantal. »Jedes Kind mehr ist von der
Eigenheimzulage her gesehen 'ne interessante Sache«, sagt Markus
Köhler. Nun fetzen Chantal und Marcel um den dunklen BMW in der
Auffahrt. Köhler wird kurz sehr laut und energisch. Seine Frau
schaut die Kinder strafend an und zieht an ihrer Zigarette. »Mit
zwei Kindern ist es schon am optimalsten«, sagt er."
|
|
| |
|
- MARKL, Hubert (2005): Unberechenbare
Freiheit.
Aus jedem Kleinkind könnte
etwas ganz Besonderes werden. Deshalb schadet zu frühe Auslese der
ganzen Gesellschaft,
in: Welt v. 04.11.
- Kommentar:
Der Biologe MARKL argumentiert im Sinne der
nationalkonservativ-bevölkerungspolitischen Leitlinie von
Franz-Xaver KAUFMANN (Schrumpfende
Gesellschaft):
"Ich
kann mir (...) nicht versagen, darauf hinzuweisen, daß die erste
Voraussetzung für Kinderbildung die Kindererzeugung sein sollte (und
zwar auch nicht durch Adoption aus nachwuchsfreudigeren Breiten,
denn von Leihkindern kann eine Gesellschaft sowenig florieren wie
von Leihmüttern). Eines aber sollte schon auch klar sein: Allein
eine gesteigerte Vermehrungsrate erzeugt auch noch nicht mehr
qualifizierte Kinder, Studenten oder Berufstätige. Dazu muß man den
freilich dringend nötigen Aufwuchs erst einmal durch Erziehung,
Bildung und Ausbildung zur Leistungsfähigkeit führen: Sonst werden
aus mehr Kindern nur mehr Sozialhilfeempfänger."
|
|
| |
|
-
LAU,
Jörg & Stephan LEBERT (2005): Kinder statt Urlaub.
Ein Gespräch mit
Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio über die Wiederentdeckung der
Familie, seine Herkunft aus dem Arbeitermilieu und über die Fehler der
Konservativen,
in: Die ZEIT Nr.45 v. 03.11.
- Kommentar:
Im ZEIT-Interview geht es einmal quer durch den
konservativen Gemüsegarten.
Udo
DI FABIO outet sich als später Vater und liegt damit in jenem Trend,
der Autorinnen wie WINKELMANN oder DINKLAGE von einem
Zeugungsstreik reden lässt.
DI
FABIO hält "eine Fehlgewichtung der Werte" für die Ursache des
Kinderlosigkeit.
Vielleicht
ist die hohe Kinderlosigkeit aber einerseits auch nur ein
statistisches Artefakt und
andererseits das Ergebnis einer
geschlossenen Gesellschaft?
DI
FABIOs Lebenslauf weist ja darauf hin, dass Aufsteiger offenbar erst
relativ spät Kinder bekommen.
Dabei
war DI FABIO im Gegensatz zu heutigen Karrieristen ein Glückskind.
Wir
werden im Zusammenhang mit unserer
Kritik an Susanne
GASCHKE genau diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit widmen.
|
|
| |
|
-
NIEJAHR, Elisabeth (2005): Altersbeschwerden.
Müntefering und Merkel wollen
nicht bei der Rente, sehr wohl aber bei den Rentnern sparen,
in: Die ZEIT Nr.45 v. 03.11.
- Inhalt:
Elisabeth NIEJAHR referiert verschiedene Modelle für
zukünftige Rentenreformen. Das Spektrum reicht von Minusanpassungen
über längere Lebensarbeitszeiten bis zu einer Rentenformel, die
Geringverdienern eine höhere Rendite ermöglicht.
|
|
| |
|
- FLORIN, Christiane (2005): Ein
ehrenwertes Haus, ein ehrenwerter Haushalt.
Rot-Grün hat erreicht, was
Moralisten nicht zu träumen wagten: Die wilde Ehe ist am Ende,
in: Rheinischer Merkur Nr.44 v. 03.11.
- Kommentar:
Christiane FLORIN ist der Meinung,
dass Hartz IV das Ende der wilden Ehe ist:
"Die
rot-grüne Bundesregierung hat mit ihrer Arbeitsmarktreform erreicht,
wovon Moralisten seit der Abschaffung des Kuppeleiparagrafen im
Jahre 1974 immer geträumt haben: Die wilde Ehe ist nicht mehr
zeitgemäß. Das war einmal anders: Der bürgerliche Mensch guckte Ende
der Sechziger voll Abscheu und Entsetzen durchs Fernglas ins Fenster
gegenüber".
Darauf
setzt insgeheim auch der Verfassungsrichter Udo DI FABIO, wie wir
aufgrund einer
Analyse seines Spiegel-Interviews
nachgewiesen haben.
|
|
| |
|
- THIELMANN, Wolfgang (2005): Weisheit
kommt von oben.
Termin mit Peter Hahne,
in: Rheinischer Merkur Nr.44 v. 03.11.
- Kommentar:
THIELMANN porträtiert den
Schluss-mit-lustig-HAHNE.
Genüsslich breitet er die FAZ-Doppelmoral aus:
"»Orientierungsliteratur«
nannte die »FAZ« den Titel, den sie verriss, während ihr Verlag den
Sofortbestellern des Titels 100 Treuepunkte gutschrieb."
THIELMANN
vergisst jedoch zu erwähnen, dass sich FAS-Schreiber Sascha
LEHNARTZ in
"Global Players" als popkulturelle
Ausgabe von Peter HAHNE versteht.
Überhaupt
schreiben bei der FAZ einige Peter-Hahne-Klone, die dessen
Kernbotschaft mittig stylen...
|
|
| |
|
-
MÜLLER, Franziska K. (2005): So sexy kann Entspannungspolitik sein.
Darf es zwischen einer
Christin und einem Juden zum Äussersten kommen? Und wann? Und ist es
okay, wenn er den Akt unterbricht, weil seine Mutter anruft? Heikel.
Aber auch schön, wie Andersgläubige zueinander finden und die Luft
zwischen Zürich und Tel Aviv zum Tanzen bringen,
in: Weltwoche Nr.44 v. 03.11.
- Inhalt:
MÜLLER stellt die New Yorker Vogue-Autorin Kristina
GRISCH vor, die den Bestseller
"Boy Vey! The Shiksa’s Guide to
Dating Jewish Men" also einen "Schicksen-Ratgeber für Verabredungen
mit jüdischen Männern" geschrieben hat, der "von Tel Aviv bis London
im Kreuzfeuer der jüdischen Kritik steht".
|
|
| |
|
- GASEROW, Vera (2005): Das Megathema
Geburtenmangel stellt alles in den Schatten.
Herausforderungen an die Grosse Koalition (8),
in: Frankfurter Rundschau v. 02.11.
|
|
| |
|
-
NEWMAN, Andrew Adam (2005): Der Männer-Mann.
Stark, entschlossen, fair: Drei Frauen entdecken eine moderne
Version des "wahren Mannes",
in: Süddeutsche Zeitung Online v. 02.11.
- Kommentar:
SZ Online hat einen Artikel aus der New York
Times vom 24.10.2005 rechtzeitig zum Weltmännertag übersetzt.
Schon
seit einigen Tagen wird diese neueste
Marketing-Wunschmänner-Kreation der US-Trendforscherinnen Marian
SALZMAN, Ira MATATHIA und Ann O'REILLY durch die deutschen Medien
gezerrt.
Im
Buch The Future of Men propagieren die 3 geschäftstüchtigen
Damen ihr Nachfolgemodell des Metrosexuellen, das sie vor einigen
Jahren auch schon entdeckt hatten: den Übersexual.
Wir
werden also bis zum nächsten Buch warten müssen, um zu erfahren, wer
den Übersexual ablöst.
Wer
so lange nicht warten möchte, dem sei Steve JONES zu empfehlen,
der serviert den Mann gleich ganz ab...
|
|
| |
|
- BUDE, Heinz (2005): Fuchs in der Falle.
Schröder muss den Willy Brandt machen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.11.
- Inhalt:
Der Soziologe Heinz BUDE sieht uns im "Übergang von
einer leer gewordenen Rede von Reformen und Modernisierung zu einem
glaubhaften Denken über die europäische Moderne. Dazu bedarf es für
BUDE eines Gerhard SCHRÖDER als neuem Parteivorsitzenden und eines
Friedrich MERZ im Kabinett MERKEL.
|
|
| |
|
-
FRANZEN, Günter (2005): Vom Nutzen der Kinder,
in: DeutschlandRadio v. 01.11.
- Kommentar:
Günter FRANZEN, der zuletzt mit
Die Söhne sterben vor den Müttern
erregte, springt nun Paul KIRCHHOF
und Udo DI FABIO zur Seite, um deren Familienbild zu verteidigen:
"Dass
mit Udo di Fabio nun ein zweiter leibhaftiger Verfassungsrichter in
den Ring klettert, um sich mit seinem Buch »Die Kultur der Freiheit«
und dem Plädoyer für die Wiedergewinnung des Kindes als
gesellschaftliches Leitbild den Zorn der Menschen einzuhandeln, die
keine Kinder haben oder keine wollen, spricht für die erstaunlichen
Nehmerqualitäten eines Berufsstandes, dessen Quartier bislang eher
auf dem entrückten Karlsruher Olymp als in den Niederungen des
Berliner Marktplatzes vermutet wurde",
erklärt uns FRANZEN bewundernd.
Single-dasein.de
sieht die Sache anders. Nicht etwa, weil Udo DI FABIO für das
Kinderkriegen plädiert (das ist sein unbestreitbares Recht), ist der
Verfassungsrichter zu kritisieren, sondern weil er sich dabei einer
VERLOGENEN SINGLE-RHETORIK bedient.
Wir
haben DI FABIOs
Interview im Spiegel vom 31.10.2005
analysiert.
Dort
wird eben nicht nur gegen Kinderlose polemisiert, sondern die
Attacke richtet sich implizit auch gegen Eltern in modernen
Familienverhältnissen.
Diesen
Schluss muss man ziehen, wenn man DI FABIOs Single-Rhetorik - wie
wir - wortwörtlich nimmt.
Mit
der vordergründigen Kritik an der Single-Ästhetik geht bei DI FABIO
zugleich eine Single-Rhetorik einher, die als Affront gegen
Alleinerziehende, Mitglieder von Patchwork-Familien und angeblich
kinderlose Alleinlebende zu verstehen ist.
Eltern,
die keine Wirtschaftsgemeinschaft führen, gelten DI FABIO
schlichtweg als verantwortungslos.
Dies
müssen wir aus seinem Fingerzeig auf die Einpersonenhaushalte
schließen, denn dahinter verbergen sich u.a. diese modernen
Familienverhältnisse.
Wer
wie DI FABIO im Spiegel-Interview
behauptet, dass in deutschen Großstädten 50 %
der Menschen Singles sind, worunter üblicherweise allein
lebende Partnerlose bzw. Kinderlose verstanden werden, der sollte
sich dafür rechtfertigen müssen, denn wir haben nachgewiesen, dass
dies falsch ist.
Wir
haben für jeden nachvollziehbar aufgezeigt, dass
DI FABIO Lügen verbreitet, deren Verbreitung
keineswegs geduldet werden darf. Schon gar nicht, wenn
Werte wie Anständigkeit und Aufrichtigkeit von DI FABIO eingefordert
werden.
|
|
| |
|
-
KAMANN, Matthias (2005): Feindbild Volkszählung,
in: Welt v. 01.11.
- Kommentar:
Der einstige Volkszählungs-Gegner KAMANN
fordert für die geplante Volkszählung eine plausible Begründung:
"Allerdings
muß Schäuble erklären, warum Hunderte von Millionen für eine
datenschutzrechtlich notwendigerweise beschränkte Volkszählung
ausgegeben werden sollen, obwohl der Mikrozensus sowie die
Erhebungen der Demoskopen und Sozialwissenschaftler bereits jetzt
eine derartige Datenfülle produzieren, daß selbst Experten kaum noch
etwas mit all den Zahlen anzufangen wissen."
Dazu
ließe sich anmerken, dass auch die teuerste Volkszählung nichts
nützt, wenn wieder nur Daten erhoben werden, die das traditionelle
Familienmodell - gegen die Familienwirklichkeit - normativ stützen
sollen.
Dagegen
wäre es sinnvoll, jene Daten zu erheben, die der modernen
Familienwirklichkeit gerecht würden.
Sowohl
die nationalkonservative Demografie als auch die
Familienfundamentalisten missbrauchen ihr Deutungsmonopol dazu,
Singles und "Single-Familien" zu diskriminieren. Eine Volkszählung
könnte hier einen Beitrag zur Normalisierung moderner
Familienverhältnisse leisten.
Ob
dies jedoch politisch gewollt ist, das muss stark bezweifelt werden.
|
|
| |
|
-
DATH, Dietmar (2005): Weltverbessserwissen.
Schwarzgrün denken: Martin Heidegger hat alles vorausgewußt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.11.
- Inhalt:
Dietmar DATH denkt
Botho STRAUSS weiter:
"Der
späte Heidegger (...) empfahl nicht Wissen, sondern etwas, das er
»Denken« nannte (...). Als besonderen Zug der Moderne hat er (...)
ausgemacht, daß sie zwar nicht mehr sehr viel glaubt, aber noch
längst nicht alles weiß."
Unsere
Zeit charakterisiert DATH risiskogesellschaftlich als "Zeit, die
spiegelsymmetrisch zur Frühmoderne zwar nicht mehr viel weiß aber
auch noch nicht wieder alles glaubt."
Für
DATH ergibt sich aus dieser Situation ein Auftrag an die Eliten als
Wissende und Avantgarde.
Letztlich
geht es DATH jedoch nur um eines, nämlich die Rettung des
gesellschaftlichen Privilegiensystems der Eliten vor den
barbarischen Massen:
"Die
Welt von »manufactum« und die Ideologie des ökologischen
Häusle-Bauerns für Kleinbesitzer entspringen am selben Punkt - dem
Horror vor der Kollektivierung. Schwarzgrün ist darum die logische
Option aller, die Heideggers Nachkriegs-Technikphilosophie
verstanden haben und in der Frage »Industrie oder stabile
Hierarchien« sich zugunsten der Hierarchien entscheiden. Denn die
Nichtbesitzer werden sich nur dann daran hindern lassen, die Eliten
zu enteignen und für die Masse größere Kuchenstücke zu fordern, wenn
man ihnen den Verzicht auf die Früchte der Industrialisierung als
etwas moralisch Hochwertiges, als eine neue Frömmigkeit verkaufen
kann. Genau dafür braucht die Elite die grüne Option."
|
|
| |
|
NEON-Titelgeschichte:
Glaubst du an ewige Liebe?
Jeder träumt vom großen Glück zu zweit...
HEY, AUFWACHEN! Alles spricht dagegen! |
- EBERT, Michael (2005): Diesmal für
immer.
Vier von fünf jungen Deutschen glauben an die LIEBE FÜRS LEBEN.
Es muss diesen Menschen doch geben, der für uns bestimmt ist, sagen
wir uns - und werden dann oft von der Realität bitter enttäuscht.
Träumen wir nur von einer unmöglichen Idee?
in: Neon, November
|
|
| |
|
- NEON (2005): "Bis dahin halte ich mich
mit Pornos über Wasser".
Ehrliche Kontaktanzeigen.
Nichts als die Wahrheit, 11. Teil: NEON-Singles erzählen aufrichtig
von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu
lernen,
in: Neon, November
|
|
| |
|
- WEWER, Antje (2005): Junge Liebe.
Darum verlieben wir uns oft noch, kurz bevor wir aus der Stadt
ziehen,
in: Neon, November
|
|
| |
|
-
KNÜPLING, Friederike
(2005): Das erste Mal: eigene Wohnung statt WG.
Unsere Kolumnistin fürchtet zunächst, das Alleinwohnen sei der
Heroinsucht recht ähnlich. Dann muss sie aber feststellen: An Stoff
kommt man leichter als an Wohnraum,
in: Neon, November
|
|
| |
|
- SCHÜRMANN, Marc (2005): Das Baby.
Auch wenn du selbst keins hast, hast du trotzdem eins auf dem Arm.
denn viele deiner Freunde haben plötzlich Kinder. Damit du im Umgang
mit Neugeborenen mehr als nur "Plärr" oder Bahnhof verstehst: 26 Tipps
für den Umgang mit den lieben Kleinen - und ihren Eltern,
in: Neon, November
- Kommentar:
Entgegen dem Untertitel - für gewollt
Kinderlose und Kinderlose mit Angst vor Überforderung - höchstens
zur Abschreckung geeignet.
Gleich
unter dem Buchstaben A wird jedoch
widerlegt, dass die zuvor genannten das ganze
Ausmaß des Geburtenrückgangs zu verantworten haben:
"Alle
- Politiker können noch so sehr über den Geburtenrückgang jammern,
die Wahrheit ist doch: Alle, alle haben neuerdings Kinder (...). 71
Prozent der erwachsenen Deutschen sind schon Eltern und von den
übrigen wünschen sich 80 Prozent Nachwuchs. Das heißt, dass nur
sechs Prozent der mündigen Deutschen werder Kinder haben noch
wollen."
|
|
| |
|
-
- Kommentar:
Dieses Dossier wäre mutig gewesen, wenn es in
der letzten Ausgabe von EMMA erschienen wäre.
So
aber dient es in erster Linie der feuilletonistischen
Selbstbefriedigung!
Der
EMMA-Feminismus ist nicht mehr avantgardistisch, sondern nur noch
rebellische Pose.
Die
meisten Artikel sind sowieso mehr oder weniger Zweitverwertung, d.h
andere haben die Vorarbeit geleistet, mit der sich EMMA nun
großzügig schmückt.
- Der wichtige
Artikel:
KRÄTSCHMER-HAHN, Rabea & Karl Otto
HONDRICH (2005): Glücksfall Geburtenrückgang.
...denn ihm haben wir es zu verdanken, dass wir älter werden
dürfen, ohne uns gegenseitig totzutrampeln. Und außerdem:
Kinderreiche und kinderlose Gesellschaften ergänzen sich
vortrefflich,
in: Emma, November/Dezember
- Kommentar:
Die Kerngedanken dieses Artikels waren bereits
im
August diesen Jahres in der Zeitschrift
Cicero zu lesen.
Wenn
es heißt: "Der Fall der Geburtenrate (...) verhindert (...), dass
sich heute in Deutschland zwischen 100 und 200 Millionen Menschen
drängeln", dann
greift HONDRICH einen Gedanken auf, der von
uns bereits vor 3 1/2 Jahren vorgedacht wurde.
Wir
forderten damals schon, dass Singles eine Projektion einklagen
sollten, um die Debatte zu versachlichen.
Was
HONDRICH liefert, ist noch keine Projektion, aber zumindest ein
Anfang, denn bislang wagte sich ein renommierter Soziologe in dieser
Angelegenheit noch nicht so weit vor.
Was
hier von den Autoren näher beleuchtet wird, das ist der Zusammenhang
von Kinderlosigkeit, Arbeitsteilung und Globalisierung:
"Der
Gedanke, dass fortschreitende Arbeitsteilung sich weltweit nicht nur
auf Güter und Dienste erstrecken könnte, widerstrebt dem tief
verwurzelten Vorrang, den wir eigenen Kindern geben. Dass
Outsourcing (...) eine Option (...) auch für die Reproduktion der
eigenen Lebensformen und ihrer lebendiger Träger (ist), erscheint
mehr als befremdlich.
Die
Chance, die daraus erwachsen könnte, wäre die Aufwertung der
Lebensoption der Kinderlosigkeit in einem transnationalen
gesellschaftlichen Rahmen. Die heutige gesellschaftliche Abwertung
und unausgesprochene Selbstabwertung von kinderlosen Frauen könnte
im Rahmen transnationaler Arbeitsteilung sogar zu einer
höherwertigen Option werden."
KRÄTSCHMER-HAHN
& HONDRICH überwinden mit diesem Ansatz das Defizit der
nationalkonservativen Debatte, die von Susanne
GASCHKE bis Herwig BIRG dominiert wird.
Den
Wert der Kinderlosigkeit neu zu definieren, das dürfte eine wichtige
Zukunftsaufgabe sein.
Das
Problem ist jedoch, dass diese neue "Avantgarde der Kinderlosen"
(GASCHKE), die sich als transnational versteht, kaum etwas mit jenem
gerade entstehenden "Kinderlosenproletariat" zu tun hat, das
ebenfalls mit der Globalisierung entsteht.
Ob
z.B. die männlichen
Singles in den neuen Bundesländern ihre "Freiheit, keine Kinder
zu haben" zu würdigen wissen, darf bezweifelt werden.
-
KEGEL, Sandra (2005): Keinen Bock auf Vatersein.
Sie sind der Elefant im
Wohnzimmer, den bisher niemand sehen wollte. Während die Demoskopen
sich über die Frauen den Kopf zerbrechen, sind die Männer in einem
stillen Zeugungsstreik,
in: Emma, November/Dezember
- Inhalt:
"Hierzulande
bislang praktisch unbekannt ist die Tatsache, dass es heute in
allen Altersgruppen der nach 1940 Geborenen deutlich mehr
kinderlose Männer gibt als kinderlose Frauen: Jeder vierte 45- bis
50-jährige Mann ist kinderlos, bei den Frauen sind es nur halb so
viele. Unter den männlichen Akademikern ist sogar jeder zweite
nach 1965 Geborene noch ohne Nachwuchs, bei den Akademikerinnen
ist es nur jede dritte. (Am Rande sei bemerkt, dass laut
Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW,
vor allem FDP-Anhänger im besten Alter bis 45 Jahre besonders
zeugungsunwillig sind; bei den Älteren ab 46 nehmen die
Grünen-Anhänger die kinderlose Spitzenposition ein.)",
berichtet Sandra KEGEL über den Zeugungsstreik
in Deutschland.
-
EMMA (2005): Kinderlose zahlen wie Eltern!
Eine Enthüllung: Das Geld,
das Eltern für Kinder in die Familienkasse zahlen, zahlen im
gleichen Zeitraum kinderlose Paare & Singles mehr in die
Gemeinschaftskassen,
in: Emma, November/Dezember
- Inhalt:
Die Zeitschrift EMMA rechnet vor, dass
Kinderlose durch ihre Kinderlosigkeit keinen finanziellen Vorteil
gegenüber Familien haben.
- DINKLAGE, Meike (2005): Der
Zeugungsstreik.
Viele Frauen würden ja ganz gerne - nur die Männer kneifen. Doch
während das Image der kinderlosen Frau im Keller ist, können die
kinderlosen Männer nicht klagen. Im Gegenteil,
in: Emma, November/Dezember
- Kommentar:
Es handelt sich hier um einen Auszug aus dem Buch
"Der Zeugungsstreik" von Meike DINKLAGE.
- RESKI, Petra (2005): Warum haben Sie
kein Kind?
...das ist die Frage, die sie schon lange nicht mehr hören kann!
Vor allem nicht aus dem Mund von deutschen Männern, die mit ihr
ausgehen - während die Mütter sich um deren Kinder kümmern,
in: Emma, November/Dezember
- MÜLLER, Franziska K. (2005): Wider
den Kinderwahn!
Achtung: Abrechnung! Mit allen Müttern und Vätern, die nicht
einfach nur Kinder haben, sondern glauben, das Elternsein mache sie
zu den besseren Menschen. Die mit dem Kinderhorizont.
in: Emma, November/Dezember
|
|
| |
|
-
GOLDTHORPE, John (2005): Perpetuum mobile?
Social mobility does not work as most people imagine, and it's hard
to do much about it,
in: Prospect Nr.11, November
- Inhalt:
Der britische Sozialstrukturforscher John GOLDTHORPE
zählt Deutschland, Irland und Italien zu den Ländern mit geringer
sozialer Mobilität, während sich Australien, Israel, Japan,
Norwegen, Polen und Schweden durch eine hohe soziale Mobilität
auszeichnen. Dazwischen liegen die USA, Frankreich, Großbritannien,
Ungarn und die Niederlande.
|
|
| |
|
- KULTURSPIEGEL (2005): Alles wird gut!
Die Deutschen gelten als Zweifler, Nörgler, Pessimisten. Das ist
schlecht für die Stimmung und für den Aufschwung. Wie also kann man
die Deutschen zu Optimisten machen? Experten geben Antworten,
in: KulturSpiegel Nr.11, November
- Kommentar:
Dies ist der Gipfel der Unverschämtheit!
Unsere Jammer-Elite von Hans-Werner SINN bis Paul NOLTE, die
Deutschland erst an den Rand des Abgrunds geschrieben hat, verordnet
uns nun Optimismus. Sind wir hier im Irrenhaus? Fehlte eigentlich
nur noch Meinhard MIEGEL...
|
|
| |
|
- HANSELMANN, Ulla & Ariane HEIMBACH
(2005): Sie sind beide jung, talentiert und erfolgreich - und haben
dennoch jede Menge Angst.
Annäherung an ein Thema, über das niemand gerne spricht,
in: Chrismon Nr.11, November
- Inhalt:
Benjamin LEBERT und Julia HUMMER sprechen über Angst.
|
|
| |
|
- SCHROER, Markus (2005): Nomade und
Spießer.
Über Mobilität und Seßhaftigkeit,
in: Merkur H.679, Nr.11, November
- Inhalt:
Der Soziologe
Markus SCHROER unternimmt einen
Streifzug durch die Geschichte der Nomaden und Spießer.
Während
in der Postmoderne der Nomade zur positiven Leitfigur einer
Gesellschaft wurde, in der "die immobile Mehrheit von einer mobilen
Macht" regiert wurde, erleben wir nun im Zeitalter der Neo-Nomaden
und Neo-Spießer eine Umwertung:
"In
einer Welt, in der alle permanent unterwegs sind, wird Seßhaftigkeit
wieder zum Luxus".
- Kommentar:
Mit seinem Perspektivenwechsel von der Elite
zur Masse, gelingt SCHROER elegant der Rückzug aus unhaltbar
gewordenen Positionen der Individualisierungseuphorie hin zur
Zwangindividualisierung:
"Wie
ist es möglich, daß der mobile Nomade nach Jahrhunderten der
Pathologisierung zur Heldenfigur der Postmoderne avanciert ist? Im
Grunde verhält es sich wie im Falle der Individualisierung: Was
den Individuen als ihr ureigenster Wunsch vorgelegt wird, ist
letztlich die Folge einer Notwendigkeit".
|
|
| |
|
- JEISMANN, Michael (2005): Wohlstand,
der arm macht.
Der Amerikaner Jared Diamond und der Deutsche Meinhard Miegel
predigen der westlichen Welt: Wer nichts als Ausbeutung betreibt, wird
zum Opfer seiner selbst. Aber kein Untergang ist ohne Hoffnung,
in: Literaturen Nr.11, November
- Inhalt:
JEISMANN stellt erst einmal das Buch "Kollaps"
von Jared DIAMOND von, um dann Meinhard MIEGEL als deutsche Version
abhandeln zu können.
Er
sieht in MIEGELs Buch
"Epochenwende" eine säkularisierte Predigt,
deren Urgrund und Wirksamkeit er eher skeptisch beurteilt:
"Wenn
es (...) in unserer Gesellschaft tatsächlich einen Mehltau an
Sattheit und Selbstzufriedenheit gibt, dann steht die Gattung der
Moralpredigt immer in der Gefahr, diesen medial zu verdoppelt -
obwohl doch genau das Gegenteil beabsichtigt ist. Und man kann sich
des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Unkenrufe selbst noch jener
Vergangenheit angehören, der sie eine schlechte Prognose stellen."
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 23. -
31. Oktober 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|