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Medienrundschau:

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News vom 01. - 06. November 2006

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Der moderne Esser "geht aus dem Zusammentreffen dreier Kräfte hervor, die im Zentrum der fortgeschrittenen Moderne stehen: der Emanzipation der Frauen, die versuchen die Belastungen durch den Haushalt zu vermindern, der Autonomie der Individuen, die versuchen, der Disziplin der Tischgemeinschaft zu entkommen, und dem immer größeren Angebot an neuen Produkten und Dienstleistungen." (S.54)
(aus: Jean-Claude Kaufmann "Kochende Leidenschaft", 2006, S.196f.)

 
       
       
 
  • BARTELS, Gerrit (2006): Wirbelstürme in Problemzonen.
    Engagiert, wagemutig, Antipop: Die jüngere deutschsprachige Literatur ist so gut und vielgestaltig wie lange nicht mehr,
    in: Tagesspiegel v. 06.11.
    • Anmerkung:
      Gerrit BARTELS, bisher bei der taz für die leichte Pop-Kost mit Hang zum Münchner Lässigkeitsjournalismus zuständig, entdeckt nun beim Tagesspiegel die Vorzüge des Anti-Pop-Genres.
 
 
  • SUCHSLAND, Rüdiger (2006): Jetzt geht die Party wieder los.
    Das schöne Leben kehrt zurück, Geiz ist nicht mehr geil. Elendsreden um Kinderkriegen, Prekariat und Hartz IV – alles von gestern,
    in: Tagesspiegel v. 05.11.
    • Anmerkung:
      Die Demografie-Thriller-Welle mit Filmen wie "Children of Men" oder "2030 - Der Aufstand der Alten" ist noch nicht einmal angerollt, da verkündet SUCHSLAND die Rückkehr der Spassgesellschaft. Gerhard SCHULZE ("Die Sünde") und FRIEBE & LOBO ("Wir nennen es Arbeit") gelten ihm als Propheten des gegenwärtigen Zeitgeists. Warten wir die neue Bevölkerungsvorausberechnung ab, die am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt wird...
 
  • NZZ-Zeitfragen: Generationen-Balance

    • HOF (2006): Generationen-Balance,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.11.
    • BALTES, Paul B. (2006): Hoffnung mit Trauerflor.
      Lebenslänge contra Lebensqualität - von der Menschenwürde im hohen Alter,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.11.
    • SCHENKEL, Ronald (2006): Nicht zum alten Eisen.
      Die Generation der über 50-Jährigen als Herausforderung für die Unternehmen,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.11.
 
  • BECK, Ulrich (2006): Abschied von der Utopie der Vollbeschäftigung.
    Nationalstaatliche Nabelschau und alte Denkmuster blockieren Lösungsansätze in der Armutsdebatte,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.11.
 
  • REINECKE, Stefan (2006): Grollendes Unbehagen.
    Rückkehr der Klassengesellschaft (1): Die Debatte um die Unterschicht dient vor allem einen Zweck - die verunsicherte bürgerliche Mittelschicht grenzt sich nach unten ab,
    in: TAZ v. 03.11.
 
tip -Titelgeschichte: Die Angst vor dem Abstieg.
Was passiert, wenn uns das Geld ausgeht?
  • LAUDENBACH, Peter (2006): Von nun an geht's bergab.
    Das Angstwort des Jahres heißt "Unterschicht". Kein Wunder. Wenn wir von Sozialverlierern reden, geht es in Wirklichkeit um unsere eigene Furcht vor dem Abstieg. Und um das Gefühl, dass wir jederzeit selbst im Abseits landen können,
    in: tip Nr.23 v. 02.11.
 
   
  • SCHRUPP, Antje (2006): Die neue F-Klasse hat Startprobleme.
    Barbara Bierach erkundet, warum in deutschen Unternehmen fast nur Männer Top-Positionen einnehmen. Thea Dorn stellt erfolgreiche weibliche Rollenbilder vor,
    in: Frankfurter Rundschau v. 01.11.
     
 
   
  • SCHWÄGERL, Christian (2006): Das verschwendete Alter.
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.11.
    • Inhalt:
      Christian SCHWÄGERL sieht in der Zunahme der Demenzkranken eine Herausforderung für unsere Gesellschaft:
                  "Durch das Altern der geburtenstarken Jahrgänge könnten es im Jahr 2050 drei Millionen Betroffene werden, sofern es weiter keine Therapie gibt - drei Millionen Demente bei einer geschrumpften Bevölkerung, in der besonders der Anteil der Jüngeren, die pflegen und Sozialbeiträge erwirtschaften, deutlich kleiner sein wird als heute. Diese Aussicht macht den Umgang mit Demenzkranken und den Kampf gegen die Krankheit zu einer zentralen Aufgabe unserer Gesellschaft."
 
     
   
  • HERZOG, Dagmar (2006): Schnell rein, schnell raus.
    Sexualpolitik im Wahlkampf der USA: Seit "Foleygate" ist der prüde Nimbus der Republikaner zerstört, Sex ist Wahlkampfthema. Doch auch wenn das Bush-Lager bei den Wahlen am 7. 11. verliert, heißt das nicht, dass die Kulturrevolution der religiösen Rechten in den USA beendet ist,
    in: TAZ v. 01.11.
 
   
  • GERHARDT, Volker (2006): Geburtenratenhysterie,
    in: Merkur Nr.691, November
    • Inhalt:
      Mit Hinblick auf die nationalkonservativen Untergangspropheten, die sich allesamt nur auf den Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG und seine amtsstatistisch abgesegneten Bevölkerungsvorausberechnungen stützen, kritisiert Volker GERHARDT:
                  "Statt über neue Produktionsfaktoren nachzudenken, die wenigstens mittelfristig wirksam werden, anstatt die aktuellen Ursachen der Sozialstaatskrise, nämlich die Arbeitslosigkeit, das Defizit der öffentlichen Hand und die fehlende Kapitalbildung in den Rentensystemen, zu beheben, werden biblische Fruchtbarkeitsparolen ausgegeben. Deren ökonomischer Effekt wäre frühestens in zwanzig Jahren zu erwarten, wenn die jetzt Neugeborenen ihr erstes Geld verdienen. Welche Ressentiments bis dahin mitgewachsen sind, weil die Politik die Lebensansprüche ihrer Bürger verkennt und vordringliche Reformen versäumt, vermag man jetzt noch nicht zu sagen."
 
   
DAS MAGAZIN-Titelgeschichte:
Glücklich allein?
Ja! Aber nicht immer. Die Single-Frage heute
  • LEINKAUF, Maxi (2006): Für mich Leben. Wie befreiend.
    Allein ist man freiwillig, einsam nicht. Geschichten vom kleinen Unterschied,
    in: Das Magazin, November
  • THIEME, Manuela (2006): Single-Geklingel.
    Weit mehr als die Hälfte der Großstädter werden bald Singles sein, hieß es noch vor Jahren. Es ist anders gekommen, auch weil die Wissenschaftler völlig falsche Daten verwenden. Der Soziologe Bernd Kittlaus kämpft für die Korrektur der Single-Lüge,
    in: Das Magazin, November
 
   
  • PANTELOURIS, Michalis (2006): Gelegenheit macht Liebe.
    "Never fuck the office" - Finger weg von den Kollegen - ist eine prima Regel, die in der Praxis leider noch nie funktioniert hat. Ist das schlimm? Kaum, sagen Arbeitspsychologen. Es sprechen mehr Gründe für als gegen das Kennenlernen am Arbeitsplatz,
    in: NEON, November
 
   
  • SCHRÖDER, Vera (2006): "Ich bin psycho, keine Frage!".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: NEON, November
 
   
  • BUHR, Elke (2006): Thea Dorn - Die neue F-Klasse,
    in: Literaturen, November
    • Inhalt:
      Elke BUHR findet, dass in dem Interviewband "Die neue F-Klasse" von Thea DORN viel richtiges gesagt wird. Sie findet es jedoch schade, dass mit dem Titel eine Chance vergeben wurde:
                  "Denn wer wirklich eine neue Frauenbewegung will, der sollte sie nicht wie ein Auto nennen. So sieht es aus wie eine Pointenschleuder, eine weibliche Antwort auf »Die Generation Golf«: mühelos wegzulachen."
 
   
  • ROSENFELDER, Andreas (2006): Ein Labyrinth, das keine Sackgassen kennt.
    Nachrichten aus der aufregenden Grauzone zwischen Literatur und Nicht-Literatur: Wie sind die Texte in Weblogs beschaffen?
    in: Literaturen, November
    • Inhalt:
      ROSENFELDER geht u.a. auf die Sicht von Holm Friebe & Sascha LOBO ein:
                  "Friebe und Lobo betrachten die Blogs als System »kommunizierender Röhren«, das eine mit drahtlos vernetzbaren Notebooks ausgestattete und in alle Welt verstreute »digitale Bohème« auf einen geistigen Level bringt."
 
   
Vernetztes Leben.
Soziale und digitale Strukturen
  • HRADIL, Stefan (2006): Werden wir alle »Singles«?
    in: Vernetztes Leben. Soziale und digitale Strukturen, H.12 Problemkreise der angewandten Kulturwissenschaft, Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft, Karlsruhe
    • Anmerkung
      Der Sozialstrukturforscher Stefan HRADIL, dessen Studie "Die »Single-Gesellschaft«" im Auftrag der Bundesregierung 1995 erschien, hat seine Sicht auf das Single-Dasein reichlich spät geändert und verkündet nun bereits seit einigen Jahren den "Wandel des Wertewandels".
                  In diesem Beitrag, der auf einem Vortrag im Rahmen des Studiums Generale basiert, macht HRADIL auf die Single-Rhetorik der Medien aufmerksam.
                  Single-dasein.de hat bereits seit der Jahrtausendwende diese Single-Rhetorik und die damit verbundene Single-Lüge angeprangert. Hier wurde sogar so weit gegangen, zu behaupten, dass der Geburtenrückgang auch ein Kollateralschaden der Single-Rhetorik ist.
                  Wenn jetzt z.B. Medienwissenschaftler wie Norbert BOLZ über die Unsichtbarkeit der klassischen Familie klagen, dann haben sie sich das selber zuzuschreiben.
                  Stefan HRADIL zeigt auf, wie die Medien das Single-Dasein erst zu dem gemacht haben, was es heute ist. Dass er dies am Beispiel der Süddeutschen Zeitung tut, die mit am lautesten über den Geburtenrückgang klagt, verdeutlicht die Heuchelei, die seit Jahren betrieben wird:
                  "Bedenkt man, dass selbst die (....) weiteste Definition zum Ergebnis kommt, dass weniger als ein Zehntel der Einwohner Deutschlands Singles sind, so erweisen sich viele schrillen Pressemeldungen als Unsinn: »Schon ein Drittel der Deutschen sind Singles« schrieb einmal die renommierte Süddeutsche Zeitung in einer dreispaltigen Überschrift. Hier wurde, wie so oft, der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten Deutschlands (ca. 37 %) mit dem Anteil der Singles an allen Personen Deutschlands verwechselt. Es wurde nicht berücksichtigt, dass in dem guten Drittel der Privathaushalte in Deutschland, in dem jeweils nur eine Person lebt, viel weniger als ein Drittel aller Menschen wohnen, nämlich ca. 16 %. Dazu wurde vergessen, dass man allenfalls die Hälfte dieser Menschen sinnvollerweise als Singles bezeichnen kann. 78-jährige Witwen und 21-jährige Studierenden sind keine Singles, sondern nur Menschen im mittleren, d.h. »im besten Familienlebensalter«. Also, wörtlich genommen, sind wir bestimmt nicht auf dem Weg in die Single-Gesellschaft". (S.80-81)"
                  In dem Buch "Die Single-Lüge" wird aufgezeigt, dass an dieser Misere keineswegs nur die Medien schuld sind, sondern auch Politik und Wissenschaft.
 
   

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Zu den News vom   21. -  31. Oktober 2006

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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