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Medienrundschau:

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News vom 01. - 06. November

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Wer sich selbst reduziert, verliert!

"Der Druck in unserer Gesellschaft wird höher - sowohl beruflich als auch in Bezug auf unsere Lebensplanung. Wo früher Auffangnetze und klare Wege waren, regiert längst die Eigenverantwortung. Quereinsteigen, umsatteln, scheitern und sich wieder etwas Neues einfallen lassen - das ist heute Alltag. Und wer dabei sein möchte, der sollte gut präpariert sein. Sich selbst immer wieder neu erfinden können, ist genau die richtige mentale Software dafür. Wer sich dagegen selbst reduziert, verliert."
(aus: Horst Conen "Schenk dir selbst ein neues Leben", 2007, S.11)

 
       
       
   
taz-Tagesthema:
Mütter müssen nicht mehr heiraten.
Wenn's ums Geld geht
 
   
  • Reform des Unterhaltsrechts

    • CARSTENS, Peter (2007): "Kinder zuerst",
      in:
      Frankfurter Allgemeine Zeitung  v. 06.11.
    • JAHBERG, Heike (2007): Entschieden für die Kinder.
      Die Koalition hat sich auf ein neues Unterhaltsrecht geeinigt. Welche Folgen hat das?
      in: Tagesspiegel v. 06.11.
    • PRANTL, Heribert (2007): Kinder an erster Stelle.
      Das neue Unterhaltsrecht markiert einen historischen Wandel. Von der Regelung sollen vor allem die Kinder profitieren - der rechtliche Schutz der Ehe schwindet hingegen,
      in:
      Süddeutsche Zeitung  v. 06.11.
    • ZINSER, Daniela (2007): "Ein Sieg des beharrlichen Protests".
      In Deutschland sind derzeit rund 2,2 Millionen Kinder von Alleinerziehenden unterhaltsberechtigt. Ihre Interessen vertritt der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV). Der Verband wertet die gestrige Einigung zum Unterhaltsrecht als "Riesenerfolg", sagt Sabina Schutter, wissenschaftliche Referentin beim VAMV,
      in:
      Berliner Zeitung  v. 06.11.
 
     
   
  • HANIKA, Iris (2007): Die "Saaleknirpse" von Jena-Göschwitz.
    Ministerin von der Leyen mitten im politischen Getümmel: Sie teilt ebenso tapfer aus, wie sie einsteckt, nur tut sie das nicht wie ein Mann, sondern eben wie eine Frau. Bei allem, was sie tut, sieht sie so gut aus, wie es ihr geht,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung  v. 03.11.
    • Inhalt:
      Der Boulevard zieht mit der Reportage von Iris HANIKA im Politikteil der FAZ ein. Wohlwollend verteidigt HANIKA die Ministerin u.a. gegen Kritikerinnen:

                  "In Sibylle Bergs im August erschienenen Roman »Die Fahrt« (...) heißt es im Rahmen einer allgemeinen Beschimpfung von in Berlin-Mitte lebenden Müttern: »Kinder waren Accessoires geworden, dass da keiner etwas unternahm gegen diese Plage, was da an blöden Genen weitergegeben wurde, und diese Lebensborn-Ministerin mit ihrem germanischen Haar und den neun Kindern, die sie geboren hatte, und der Wiedereinführung des Mutterkreuzes.«
                  Nun hat die Ministerin ungefähr um die Zeit der Auslieferung dieses Romans die Frisur geändert, was auch seriösen Zeitungen eine aufgeregte Meldung wert war. aber auch wenn sie das nicht getan hätte - nichts könnte falscher sein als die Nazi-Assoziation, denn Ursula von der Leyen verkörpert so ziemlich das Gegenteil der deutschen Mutter. Nicht traulich im Heim am Herde waltet sie, den Mädeln die Zöpfe flechtend und den Buben die aufgeschlagenen Knie salbend, sondern sie hat zum einen, darin eher den Frauen aus der DDR vergleichbar, erst ausführlich studiert und dann immer gearbeitet, ohne sich dadurch vom Kinderkriegen abhalten zu lassen, und zum anderen nun beherzt ins große Getümmel geworfen."
 
   
  • SIEMS, Dorothea (2007): Thüringen ist Testlabor für das umstrittene Betreuungsgeld.
    Anzahl der Kinder in Krippen sinkt,
    in:
    Welt  v. 03.11.
 
   
  • LAU, Mariam (2007): CDU-Mitglieder mischen sich immer häufiger ein.
    Konrad-Adenauer-Stiftung hat die Partei-Strukturen erforscht - Trend zur "Akademisierung",
    in:
    Welt  v. 03.11.
    • Anmerkungen:
      Zählt man die CDU-Milieus zusammen, die uns Mariam LAU präsentiert, dann kommt man auf 105 %. Dies liegt daran, dass LAU die Marktwirtschaftlichen mit 36 % angibt, statt mit 32 %, wie es die Umfrage von Viola NEU ausweist (hier als PDF-Datei downloadbar).

                  Auch die Ausführungen zur Ablehnung des traditionellen Familienbildes liest man besser im Original als in der reichlich konfusen Zusammenfassung von Mariam LAU.
 
     
   
  • Das Betreuungsgeld in der Debatte

    • HEBESTREIT, Steffen & Katharina SPERBER (2007): Trick 17 der Familienministerin,
      in:
      Frankfurter Rundschau  v. 01.11.
    • KRÖTER, Thomas (2007): Auf stur geschaltet,
      in:
      Frankfurter Rundschau  v. 01.11.
    • MONATH, Hans (2007): Leyen verärgert die Genossen.
      Im Streit um das Betreuungsgeld kommt die Ministerin der CSU entgegen. SPD fühlt sich getäuscht,
      in: Tagesspiegel v. 01.11.
    • SCHMITT, Cosima (2007): Gluckengehalt soll Gesetz werden.
      Von der Leyen, bis dato erklärte Gegnerin eines Betreuungsgeldes, gibt nach: Ab 2013 sollen Eltern Geld erhalten, wenn sie ihre Kinder zu Hause lassen, statt sie in die Krippe zu geben. So steht es in einem Gesetzentwurf des Familienministeriums,
      in:
      TAZ  v. 01.11.
    • CAPELLAN, Frank (2007): Herd statt Hort.
      Ursula von der Leyen gibt grünes Licht für Betreuungsgeld,
      in: DeutschlandRadio v. 31.10.

 
     
   
  • PFEIFER, David (2007): Lieber allein.
    Sie können nach Hause kommen, wann sie wollen. Sie dürfen Sex haben, mit wem es ihnen beliebt. Und wenn sie wegen eines Jobs umziehen müssen, macht das überhaupt nichts. Trotzdem wird Singles andauernd eingeredet, sie hätten ein Problem. Neid oder nur Unwissenheit? Ein Plädoyer für eine verkannte Lebensform,
    in: Neon, November
    • Exklusiv-Story von single-generation.de:
      Was haben Reaktionäre und Apologeten des Alleinlebens gemein? Sie verbreiten die Single-Lüge. Erstere um das Alleinleben zu bekämpfen, letztere wie David Pfeifer, um ihm das Wort zu reden:

                  "Die Zahl der Alleinlebenden hat sich in den vergangenen 30 Jahren in Deutschland verdoppelt. In Großstädten machen sie die Hälfte der Bevölkerung aus: 51 Prozent in Berlin, 49 Prozent in Hamburg, 47 Prozent in München. (...) Tatsächlich sind die Anforderungen, die ein modernes, selbstbestimmtes Leben in der westlichen Welt mit sich bringt, so was von beziehungsfeindlich, dass man sich eigentlich wundern muss, dass noch die Hälfte der Großstädter in einer Partnerschaft lebt", verkündet uns PFEIFER.
                  Auch wenn es Reaktionären und Apologeten nicht passt. Auch nach den neuesten Zahlen für das Jahr 2005 leben in Deutschland nur ca. 20 % der Erwachsenen allein. Selbst in Großstädten sind es nur ca. 35 %.
                  Marie (Ende 20) und Patrick (Mitte 30), die idealtypischen Alleinlebenden, die uns PFEIFER als glückliche Alleinlebende präsentiert, gehören zu einer Minderheit, wie das nachfolgende Schaubild zeigt:
       

      Vor allem sind die Karrierefrauen weit weniger verbreitet als 25-45jährige Singlemänner. Nicht einmal jede 7. Frau, aber jeder 4. Mann lebt im Alter von 25-45Jahren allein.
                  Alleinlebende Frauen sind dagegen vor allem unter den über 65Jährigen zu finden. Ihr Anteil an den Alleinlebenden beträgt über 27 %. Fast 60 % der Alleinlebenden sind 45 Jahre und älter.
                  Die Mehrheit der glücklichen Alleinlebenden wohnt zwar allein, aber sie sind nicht partnerlos. Manche wohnen gar zusammen, aber haben sich gegenüber den Zählern als Alleinwirtschaftende ausgegeben. Und wenn die Alleinlebenden gerade partnerlos sind, dann ist das die Konsequenz der seriellen Monogamie.
                  Es gibt sie also die glücklichen Alleinlebenden, aber sie sind gesamtgesellschaftlich weit weniger verbreitet als es ihre Apologeten oder Kritiker behaupten. In der Zielgruppe der Lifestyle-Zeitschrift NEON sind sie wohl überrepräsentiert, weshalb dieser Artikel dann doch seine Berechtigung hat.

 
   
  • EUL, Alexandra (2007): "Ich habe jeden Bezug zur Realität verloren".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: Neon, November
 
   
mercury-Titelgeschichte:
Eine schrecklich glückliche Familie.
Josys und Phillips Alltag zwischen Schnuller & Klausuren
  • DANGELMYER, Pia (2007): Zwischen Schulbuch und Babyfon,
    in: mercury, November
 
   
  • TESTA, Maria Rita & Wolfgang LUTZ (2007): Europäer zunehmend uneins beim Kinderwunsch.
    Divergierende Geburtenentwicklung nach Daten des Eurobarometers nicht ausgeschlossen,
    in: Demografische Forschung aus Erster Hand,
    Nr.3
    • Anmerkungen:
      TESTA & LUTZ befassen sich u.a. mit dem Problem, dass es zwischen den Erhebungen zum Eurobarometer 2001 und 2006 ausgerechnet wieder einmal für Deutschland keine eindeutig zu interpretierenden Daten zum Kinderwunsch vorliegen:

                  "Inwieweit der zwischen 2001 und 2006 beobachtete deutliche Anstieg des deutschen Kinderwunsches (...) als Lichtblick zu sehen ist, bleibt abzuwarten. Vor allem Änderungen im Erhebungsmodus könnten dafür verantwortlich sein, dass die Daten für Deutschland nur begrenzt vergleichbar sind. Sollte sich der höhere Kinderwunsch in zukünftigen Studien jedoch bestätigen, bliebe die Frage nach den Ursachen dieser geänderten Einstellung: Es könnte ein Folge der breiten und teilweise emotional aufgeladenen öffentlichen Debatte sein, die jüngst in Deutschländ über das Verhältnis der Deutschen zu Kindern und die Gründe hoher Kinderlosigkeit geführt wurde."
                  Anlässlich eines Berichts in der Süddeutschen Zeitung hat single-dasein.de bereits ausführlich über diese Problematik berichtet.
 
   
  • WILKOSZEWSKI, Harald & Ursula MÜNCH (2007): Direkte Demografie.
    Bevölkerungsentwicklungen beeinflussen die Machtbalance in Europa,
    in: Demografische Forschung aus Erster Hand,
    Nr.3
    • Anmerkungen:
      Die Geschichte hat gezeigt, dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts Demografiepanik und Außenpolitik eine fatale Allianz eingegangen sind.

                  WILKOSZEWSKI & MÜNCH zeigen nun, dass die politischen Mechanismen der Europäischen Union dazu führen könnten, dass Demografiepanik und Außenpolitik erneut eine gefährliche Situation in Europa heraufbeschwören könnten.
                  Das aktuelle Merkur-Sonderheft "Kein Wille zur Macht" ist Ausdruck für den Versuch die Demographisierung sozialer Probleme auf europäischer Ebene zu betreiben.
                  Bereits im Jahr 2004 hat single-dasein.de anlässlich des Pamphlets "Das Methusalem-Komplott" von Frank SCHIRRMACHER auf diese Ausweitung der Kampfzone hingewiesen.
                  Im Merkur macht Uwe SIMON den Untergangspropheten Oswald SPENGLER salonfähig, indem er mit ihm den Primat der Außenpolitik gegen den Sozialstaat in Stellung bringt:
                  "Die innere Politik, sagt Spengler, »ist nur dazu da, um die Kraft und Einheit der äußeren zu sichern. Wo sie andere, eigene Ziele verfolgt, beginnt der Verfall, das Außer-Form-Geraten«. Das alte Lied wird heute wieder gespielt, mit einem nur ganz oberflächlich modernisierten Text: Nicht mehr »in Form« sollen wir sein, sondern »fit« (für die Globalisierung)." (2007, S.739
                  Ziemlich unverhohlen wird in mehreren Beiträgen die Demografiepolitik in Bezug zur Außenpolitik gebracht. Die Ausweitung der Kampfzone schreitet also voran...    
 
   
  • LÖFFLER, Stefan (2007): "Schrumpfen erwünscht".
    Politik und Pensionskassen haben die Bevölkerungs- und Altersentwicklung völlig falsch eingeschätzt, nicht nur hierzulande. Ein Gespräch mit dem international angesehenen und tätigen Demografen Wolfgang Lutz,
    in: Heureka. Beilage des Stadtmagazins Falter,
    Nr.3
    • Exklusiv-Story von single-dasein.de:
      Der österreichische Demograf Wolfgang LUTZ hält im Gegensatz zu deutschen Bevölkerungswissenschaftlern das Ziel der Bestandserhaltung für nicht erstrebenswert:

                  "Ich finde, dass die Geburtenrate nicht das Bestandserhaltungsniveau von zwei haben muss, sondern besser bei 1,7 oder 1,8 liegt wie in Großbritannien oder den skandinavischen Staaten. Dann kann man mehr in die Bildung der zukünftigen Generation investieren. Auch ökologisch ist ein langsames Schrumpfen erwünscht. Ein explosionsartiges Wachsen, wie es in vielen afrikanischen Staaten noch der Fall ist, oder ein implosionsartiges Schrumpfen, wie es sich in Osteuropa abzeichnet, bringt sicher Nachteile mit sich"
                  Während in Deutschland immer noch fast ausschließlich mit der vorsintflutlichen TFR-Zahl - volkstümlich: Geburtenrate - gerechnet wird, wird in Österreich eine bereinigte Geburtenrate (PAP) berechnet (Näheres hier).
                  Beide Länder haben eine vergleichbare Geburtenentwicklung. In Österreich differiert die TFR (1,4) und die PAP (1,64), bei der die Verzerrungen durch das steigende Erstgebäralter herausgerechnet werden, um fast 0,25. In Deutschland ergeben sich durch die gravierenden Schwankungen der TFR in Ostdeutschland und den kontinuierlichen Anstieg des durchschnittlichen Gebäralters ebenfalls Verzerrungen.
                  Aufklärung über diese Sachverhalte wurde jedoch in Deutschland von Politik, Medien und Wissenschaft bislang weitgehend verhindert. Einzig auf single-dasein.de und single-generation.de wurde frühzeitig über diese Problematik informiert, was seit letztem Jahr auch im Buch "Die Single-Lüge" nachzulesen ist.   
 
   
DAS MAGAZIN-Titelgeschichte:
Wendekinder.
Wie geht's? Der Jahrgang 1989 wird erwachsen
  • THIEME, Manuela (2007): Jahrgang 1989.
    Die Kinder der Wende werden 18. Sentimentalitäten sind ihnen fremd,
    in: Das Magazin, November
 
   
LITERATUREN-Schwerpunkt:
Denker von Welt
  • DARSOW, Kurt (2007): Die Lizenz zum Plündern.
    Warum der Neoliberalismus eine Kopfgeburt des Mittelstands ist, warum er in Chile am besten funktioniert hat, warum der Irak-Krieg im Grunde erfolgreich ist: Naomi Kleins neuer Wälzer zur Globalisierung,
    in: Literaturen, November
 
   
  • NEDO, Kito (2007): Diedrich Diederichsen.
    Was Greil Marcus für die USA und Jon Savage für England bedeutet, ist Diedrich Diederichsen für den deutschsprachigen Popdiskurs. Der säulenheilige Erneuerer, der mit literarischem Journalismus und gewagter Thesenfreudigkeit seit den 80ern der Popmusik zu Leibe rückte, bis sie für alle Zeit ihre Unschuld verloren hatte. Zu seinem 50. Geburtstag unterhalten wir uns mit hm über den langen Weg durch die Jugendkulturen, 
    in: De:Bug, Nr.117, November
 
   

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