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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 01. - 08. September

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Die gegenwärtige geburtenfördernde Familienpolitik ist aktionistisch und hilflos

"• Männer und Frauen, die in instabilen Partnerschaften leben oder Singles sind, erreicht man mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen - selbst für unter Dreijährige - nicht.
Karriereorientierte Frauen nützt es für ihr berufliches Fortkommen nichts, wenn die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten verbessert wird.
• Ein bewusst kinderloses Paar wird weder durch finanzielle Transfers noch durch weitere Kinderbetreuungseinrichtungen motiviert, Kinder zu bekommen.
• Und wenn Männer sich aufgrund fehlender finanzieller und sozialer Planungssicherheit gegen Kinder entscheiden, lassen sie sich weder durch erweitere Teilzeitmöglichkeiten während der Elternzeit noch durch ein einkommensorientiertes einjähriges Elterngeld umstimmen.

             Diese Beispiele zeigen, dass die meisten Gründe für Kinderlosigkeit nicht oder nur bedingt politisch beeinflussbar sind. Der/die fehlende PartnerIn kann nicht mittels politischer Maßnahmen »herbeigezaubert« werden; gefördert werden kann höchstens die frühe ökonomische Eigenständigkeit von jungen Frauen und Männern. Entscheiden sich Männer und Frauen bewusst gegen Kinder, ist dieser Entschluss politisch zu respektieren. Und die ökonomische Situation einer Familie hängt weniger vom Kindergeld als von dem auf dem Arbeitsmarkt erzielten Haushaltseinkommen ab. Das konservative Mutterleitbild sowie die fehlenden Zukunftsperspektiven infolge wirtschaftlicher Unsicherheiten hängen von gesamtgesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen ab, die nur zum Teil und nicht im Rahmen der Familienpolitik politisch steuerbar sind. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht nur von rechtlichen Regelungen zu Elternzeit, Teilzeitarbeit und Kinderbetreuungseinrichtungen beeinflusst, sondern vor allem von unternehmerischen Auffassungen von karriereadäquatem Verhalten.
(Diana Auth im Sammelband "Grenzen der Bevölkerungspolitik" 2007, S.98)

 
       
       
   
  • KREKELER, Elmar (2007): Vater werden ist doch schwer.
    John von Düffel hat mit "Beste Jahre" den ersten Roman über einen spätgebärenden, schwangeren Mann geschrieben,
    in: Welt v. 08.09.
 
     
     
     
   
  • ARTUS, Diana (2007): Der Bohemien zahlt selbst.
    Von der Unterdrückungskompetenz zur Laufburschenschaft: Die selbsternannte »digitale Boheme« verwirklicht laut Selbstauskunft den Traum vom autonomen Leben. Aber ist sie wirklich freier, weil sie den Schreibtisch jederzeit verlassen kann, um im Café zu arbeiten? In Berlin hat sie nun ihren ersten Kongress abgehalten,
    in: Jungle World Nr.36 v. 06.09.
 
     
   
  • MAGENAU, Jörg (2007): Seid fruchtbar und schreibt darüber.
    Eine neue Männerliteratur entdeckt die Freuden von Vaterschaft und Windelschlacht. Wie deutsche Autoren zu ideologischen Begleitern des Familienministeriums werden,
    in: TAZ v. 05.09.
    • Anmerkungen:
      Jörg MAGENAU stellt 3 Väterromane vor: Dirk von PETERSDORFFs "Lebensanfang", Burkhard SPINNENs "Mehrkampf" und "Beste Jahre" von John von Düffel. Während sich die ersteren in reaktionärer Väterprosa üben, behandelt John von DÜFFEL das Thema subtiler.

                  Ich hatte das Vergnügen bei der ersten Lesung des Buches in Paderborn anwesend zu sein. Der Autor las u.a. Passagen vor, in denen es um das Kinderwunschzentrum ging, zu denen MAGENAU schreibt:
                  "Wie John von Düffel den ersten Besuch des Paares im »Zentrum für Kinderwunschbehandlung« (das heißt wirklich so!) beschreibt, das hat tatsächlich Orwellsche Züge. Der Zugriff der Medizin ist der letzte Ausweg und doch zugleich ein Horror. Seltsam, räsoniert der Erzähler, dass es nur zwei Generationen dauerte, um von der »Fortpflanzungsverhinderungsmedizin« der 50er-Jahre zur »Fortpflanzungsermöglichungsmedizin« der Gegenwart zu gelangen, ohne die »Nachwuchs überhaupt nicht mehr denkbar« sei.
                  Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, dass von Düffel Schwangerschaft mit der Patina der Kostbarkeit umgibt und die schwangere Frau im Licht natürlicher Schönheit erstrahlen lässt. In diesen Passagen liest sich »Beste Jahre« wie ein Artikel für das Ressort »Leben« der Zeit, in dem die alltäglichen Ängste und Veränderungen während der Schwangerschaft beschrieben werden. Literatur als Lebenshilfe, Fortpflanzungsrealismus als neues literarisches Genre."
                  Die Lesung vermittelte jedenfalls alles andere als das Flair eines Zeit-Artikels. Ich kann deshalb nur jedem empfehlen, eine Lesung des Autors zu besuchen.
                  Aber letztlich war auch MAGENAU von dem Buch angetan:
                  "Von Düffels Roman singt das Loblied der Fortpflanzung, aber so, dass Literatur daraus entsteht."
 
     
     
     
   
  • MIES, Petra (2007): Ein schöner Flickenteppich.
    Wenn der "beste Papa der Welt" nicht der Vater ist - Besuch bei einer Patchwork-Familie,
    in: Frankfurter Rundschau v. 03.09.
 
   
  • WINKLER, Willi (2007): Vor 50 Jahren startete das Magazin "konkret".
    Im Namen der Wahrheit und mit Geld aus der DDR begann vor einem halben Jahrhundert das Magazin "konkret". Die Liste der prominenten Autoren ist lang, geschrieben wurde gegen Nazis, die Wiederbewaffung - und alles, was die anderen nicht brachten. Heute gibt es das Heft immer noch,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 03.09.
    • Inhalt:
      "
      Die Zeitschrift hatte als hektographiertes Blättchen begonnen, als Plädoyer, aus dem der Studentenkurier wurde, an den schon der nur im allerengsten Kreis bekannte Arno Schmidt seine zauberischen Erzählungen lieferte. Im Herbst 1957 wurde daraus konkret", weiß Willi WINKLER, der auch weiß, dass in dieser Zeitschrift auch "nachmals bekannte Schriftsteller wie Peter Schneider lang, lang vor der RAF von der Gewalt schwärmten."
 
   
  • HIPTMAYR, Christina (2007): "Reiche haben häufig Sinnkrisen".
    Der Soziologe Thomas Druyen über das Phänomen Superreiche: Warum sie gesellschaftliche Verantwortung tragen, finanzielle Unabhängigkeit ein Fluch sein kann und weshalb Paris Hilton nichts geleistet hat,
    in: Profil Nr.36 v. 03.09.
 
     
   
  • DOTZAUER, Gregor (2007): Walrösser und andere Proleten.
    Der Traum des "Merkur" von bürgerlicher Dekadenz,
    in: Tagesspiegel v. 02.09.
    • Inhalt:
      "
      »Wer auf Macht verzichtet, verzichtet auf Politik«, lautet Bohrers Lehre. Welchem juste milieu meint er, dieses »Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt« eigentlich noch mitteilen zu müssen?" fragt Gregor DOTZAUER angesichts des aktuellen Merkur-Sonderhefts "Kein Wille zur Macht".
 
   
  • SZ-Tagesthema: Pflegefall Deutschland

    • HARDENBERG, Nina von (2007): Am Ende zu viel Schatten.
      Warum ältere Menschen oft nicht mehr das bekommen, was sei vor allem wollen: Respekt und Würde,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 01.09.
    • DROBINSKI, Matthias (2007): "Schlechte Heime sollten geschlossen werden".
      Claus Fussek, scharfer Kritiker des herrschenden Betreuungssystems, über die Gründe für das kalte Geschäft auf Kosten der Senioren,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 01.09.
    • NEIDHART, Christoph (2007): Vorbild Japan.
      Was im Fernen Osten besser ist,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 01.09.
      • Anmerkungen:
        Japan gehört wie die USA zu jenen Ländern, die aufgrund ihrer hohen Geburtenraten in den 1940er und 1950er Jahren vom "Altersbeben" besonders stark betroffen sind.

                    NEIDHART zufolge haben die Japaner jedoch genau jene Mentalität, die den Deutschen heutzutage abverlangt werden soll:
                    "Wichtiger als organisatorische Unterschiede zu Europa dürfte die Einstellung der Japaner zum Alter sein. Obwohl vom Konfuzianismus nicht viel geblieben ist, begegnet man in Ostasien Eltern, überhaupt alten Leuten mit mehr Respekt als im Westen. Und zugleich mit mehr Milde und Nachsicht: fast wie Kindern gegenüber. Die Alten andererseits suchen, so lange wie möglich, Aufgaben in der Gesellschaft zu übernehmen".
                    Dieses verklärte Japanbild, das uns Deutschen hier präsentiert wird, hat viel mit deutschem Wunschdenken zu tun.
                    Der Historiker Arthur IMHOF hat bereits 1986 in seinem Aufsatz "Individualismus und Lebenserwartung in Japan" die Probleme der japanischen Übergangsgesellschaft der 1970er Jahre geschildert.
                    Junge berufstätige Frauen werden noch heute als "parasitäre Singles" beschimpft, weil sie den traditionellen Vorstellungen nicht mehr entsprechen.
 
   
  • MAUCH, Thomas (2007): Ruhig auch mal versagen.
    Gerade in der Erfolgsgesellschaft muss einem doch nicht alles gelingen,
    in: TAZ v. 01.09.
    • Inhalt:
      Thomas MAUCH klärt über den Unterschied zwischen Versagen und Scheitern auf:

                  "Wer aber nicht von seinem Versagen reden will, sagt bis auf Weiteres eben Scheitern dazu. Das ist in der Gesellschaft angekommen. Titel wie »Buch des Scheiterns« oder »Scheitern für Fortgeschrittene«, eine erfolgreiche Hörspielproduktion, säumen nur ein Terrain, auf dem unverhohlen ein »Lob des Scheiterns« ausgesprochen wird. Dieses »Scheitern als Chance« aber ist nur der alte Volksmund, der schon immer wusste, dass man aus seinen Fehlern lernen solle. Wie ja die Flexibilität in allen Dingen zum Anforderungsprofil des zeitgemäßen Bürgers zählt. Hier heißt ein Lob des Scheiterns also: »Hinfallen kann jeder. Jetzt steh aber gefälligst wieder auf. Du bist für deinen Erfolg verantwortlich. Und lieg bloß nicht dem Staat auf der Tasche herum!«"
 
   
  • KRÜGER, Oliver (2007): Mensch muss Maschine werden.
    Toll: Im Post- und Transhumanismus ist der Tod einfach abgeschafft,
    in: TAZ v. 01.09.
    • Inhalt:
      Methusalem-Komplott war gestern, Post- und Transhumanismus sind morgen:

                  "Der Vergleich des Menschen mit den informationsverarbeitenden Maschinen, den der Posthumanismus vornimmt, geht heute jedoch weit über die Orientierung an der Regelhaftigkeit der Maschine hinaus, denn der Computer wird zur Projektionsfläche aller Ideale des kontingenten menschlichen Lebens, vor allem der Aufhebung seiner Sterblichkeit. Schenkt man den Visionen Tiplers und Moravec Glauben, so wird der Mensch nun bald als ein unvergängliches Programm Teil einer informationsverarbeitenden Maschine sein - unsterblich und posthuman. Diesen fortschreitenden Prozess der Gleichschaltung des Menschen mit den Anforderungen der Geräte interpretierte bereits Günther Anders als die »Initiationsriten des Roboterzeitalters«, die die Menschheit über das Stadium ihrer angesichts der erwachsenen Geräte als Kindheit empfundenen Phase hinausbringen sollen: »Aber wenn als 'erwachsen' die Geräte gelten, dann bedeutet 'die Kindheit hinter sich bringen' und 'Erziehung des Menschengeschlechts' so viel wie: 'das Mensch-Sein hinter sich bringen'.«"
 
     
   
  • SCHNEIDER, Carsten (2007): Leitern für den sozialen Aufstieg.
    Die Konsolidierung des Bundesetats kann ein Markenzeichen der deutschen Sozialdemokratie werden - aber nur, wenn diese ehrliche Prioritäten setzt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 01.09.
    • Anmerkungen:
      In seinem Wort zum Sonntag schafft der SPD-Haushaltspolitiker Carsten SCHNEIDER, Jahrgang 1976, die Quadratur des Kreises:

                  Der Abbau des Sozialstaats wird als Leiter zum Aufstieg gepriesen. Leider verrät SCHNEIDER nicht das Geheimnis, wie das funktioniert! Neuere Studien zur deutschen Klassengesellschaft zeigen genau das Gegenteil: Nie war Aufstieg unwahrscheinlicher als heutzutage.
 
   
  • HÜBNER, Thomas (2007): Momente für die Ewigkeit.
    Zuletzt ebneten ihm die Beziehungen seines Bruders den Weg in die Machtzentrale des deutschen Literaturbetriebs, nun veröffentlicht Jens Friebe, den manche für nicht weniger als Deutschlands einzig wahren Popstar halten, sein drittes Album. Der vertrashte Elektropop von früher weicht einer glamrockigen Gitarrendominanz, zwischendurch blitzt aber noch immer die alte Hingabe an die Magie des Alltäglichen auf,
    in: Spex, September/Oktober
 
   
KÖLNER ZEITSCHRIFT FÜR SOZIOLOGIE UND SOZIALPSYCHOLOGIE
  • POLLMANN-SCHULT, Matthias & Martin DIEWALD (2007): Auswirkungen der Familiengründung auf den Berufsverlauf on Männer,
    in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 3, September
    • Anmerkungen:
      POLLMANN-SCHULT & DIEWALD befassen sich in ihrem Beitrag mit dem Einfluss der Partnerschaft und Familiengründung auf die Einkommensverhältnisse von Männern.

                  Auf single-dasein.de wurde des Öfteren darauf hingewiesen, dass partnerlose/kinderlose Männer gegenüber Männern in Partnerschaften/Vätern benachteiligt sind.
                  In der Öffentlichkeit kursieren dagegen Vorurteile wie jene von Ulrich GREINER oder Norbert BOLZ, dass Väter gegenüber Kinderlosen benachteiligt seien.
                  Die Untersuchung von POLLMANN-SCHULT & DIEWALD kommt zum Schluss, dass insbesondere qualifizierte Männer von einer Partnerschaft/Elternschaft einkommensmäßig profitieren:
                  "Bezüglich der zwischenbetrieblichen Aufstiegsmobilität zeigt sich kein signifikanter Unterschied zwischen Vätern und kinderlosen Männern. (...). Dagegen verzeichnen verheiratete Männer und solche in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft signifikant höhere Aufstiegschancen als partnerlose Männer. Wie die Analysen der innerbetrieblichen Einkommensveränderungen zeigen, erfahren Väter jedoch deutlich stärkere innerbetriebliche Einkommenszuwächse als Männer ohne Kinder.
                  (...).
      Ferner weisen die Ergebnisse darauf hin, dass allein lebende Männer geringere innerbetriebliche Einkommenszuwächse verzeichnen als Männer in einer Partnerschaft. Somit scheinen Väter den oben beobachteten Einkommensvorsprung vor allem durch innerbetriebliche Gehaltserhöhungen oder Beförderungen zu erzielen, jedoch weniger durch zwischenbetriebliche Aufstiege, wogegen kinderlose Männer in Partnerschaft ihren Einkommensvorteil gegenüber Single-Männern sowohl über häufigere zwischenbetriebliche Aufstiege als auch überproportional hohe innerbetriebliche Einkommenssteigerungen erlangen. Letzteres ist ein Indiz dafür, dass bereits auf dem Partnerschafts- und Heiratsmarkt eine Selbstselektion stattfindet, der zufolge Männer mit besseren Einkommenschancen eher feste Beziehungen eingehen als solche mit schlechteren Einkommenschancen.

                  (...).
      Der beobachtete Effekt der Familiengründung variiert offensichtlich stark mit dem Qualifikationsniveau der Männer. Während gut qualifizierte Väter überproportional hohe Einkommensanstiege verzeichnen und damit eine Generalisierung von Vorteilen in verschiedenen Lebensbereichen - Privatbereich und Erwerbsarbeit - erfahren, ist für gering qualifizierte Männer kein signifikanter Einkommensanstieg infolge einer Familiengründung zu beobachten."    
 
   
DU-Thema:
Tatort.
Der Mord zum Sonntag
  • BUß, Christian (2007): Brisanz gibt es nicht zum Nulltarif.
    Ab und zu wagt eine Produktion die Konfrontation. Und wir erfahren etwas über den Zustand des Landes,
    in: Du, Nr.8, September
    • Inhalt:
      "
      Wenn der Frankfurter Tatort den Handlungsort in der Vertikalen vermisst, so tut das der Münchner in der Horizontalen. Die Filmemacher arbeiten sich Folge für Folge durch die unterschiedlichen Quartiere, und im Optimalfall präsentiert man jedes davon in einer ganz eigenen Ästhetik. Von Fall zu Fall wechselt auch der Tonfall – von überdreht bis depressiv. Diese Vielgestaltigkeit funktioniert als Strategie, die es dem dienstältesten Tatort-Team ermöglicht, die verschiedenen Wirklichkeiten der Stadt zu erkunden", meint BUß
 
     
   
  • WEIDT, Birgit (2007): Die Früchte ernten.
    Ein Gespräch mit dem Entwicklungspsychologen Ulman Lindenberger über das Älterwerden in unserer Gesellschaft,
    in: Psychologie Heute, September
    • Inhalt:
      Der Entwicklungspsychologe Ulman LINDENBERGER vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sieht keinen "Kampf der Generationen" heraufziehen:

                  "Das Älterwerden einer Gesellschaft wird nicht zu unüberwindbaren Konflikten zwischen den Generationen führen. Die Jüngeren wissen, dass sie einmal zu den Älteren gehören werden, und die Älteren, dass sie einmal jung waren - dieser einander ergänzende Blick auf das Leben wird die Lösung von Verteilungsproblemen erleichtern. Viele Ältere werden sich um die Entwicklungschancen der Jüngeren kümmern, sie werden das Sichsorgen um die nächste Generation als eine Entwicklungsaufgabe betrachten, die zu ihrem eigenen Wohlbefinden beiträgt. Die Vorstellung, dass die Älteren alles daransetzen werden, den Jüngeren die Ressourcen wegzunehmen, verträgt sich einfach nicht mit unserem Wissen über Wohlbefinden und Glück im Alter - ganz abgesehen davon, dass Investitionen in die Bildung der nachfolgenden Generationen wesentlich zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen und somit allen Generationen zugute kommen. Von daher begegne ich der gegenwärtigen Debatte über einen angeblich bevorstehenden Krieg der Generationen mit Gelassenheit."
 
   
  • KIENLE, Dela (2007): "Sag doch Mutti!"
    Das erste Treffen mit den Eltern des neuen Partners bedeutet immer Stress. Der erste Eindruck zählt! Aber keine Sorge: Die Herausforderungen sind überschaubar,
    in: Neon, September
 
   
  • SCHROEDER, Vera & Alexandra EUL (2007): "Kuhmist musst du riechen können".
    Ehrliche Kontaktanzeigen. Nichts als die Wahrheit: NEON-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken - und warum es sich trotzdem lohnt, sie kennen zu lernen,
    in: Neon, September
 
   
MERKUR-Sonderheft:
Kein Wille zur Macht.
Dekadenz
  • BOHRER, Karl-Heinz & Kurt SCHEEL (2007): Editorial,
    in: Merkur, Nr.700, August/September
    • Anmerkungen:
      "
      Im 17. Jahrhundert bezeichnet »décadence« militärische und finanzielle Schwäche eines Staates, es ist der Gegenbegriff zu »grandeur«. Von Grandeur träumt der Westen – bei den amerikanischen Vettern ist das anders – schon länger nicht mehr. Aber wie wäre es, wenn der pejorative Gegenbegriff Dekadenz einen Teil unserer künftigen Grandeur – oder sagen wir bescheidener: Selbstachtung – ausmachen könnte?" fragen die Herausgeber.
                  Ausgeblendet wird hier, dass seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Thema Dekadenz unmittelbar mit dem Thema Geburtenrückgang verbunden ist. Diesen apokalyptischen Bevölkerungsdiskurs hat Thomas ETZEMÜLLER in seinem Buch "Ein ewigwährender Untergang" ausführlich analysiert. Ohne diesen bevölkerungspolitischen Hintergrund ist keine gegenwärtige Analyse verstehbar.
  • BOLZ, Norbert (2007): Die Religion es Letzten Menschen,
    in: Merkur, Nr.700, August/September
  • KOHLHAMMER, Siegfried (2007): Der Haß auf die eigene Gesellschaft.
    Vom Verrat der Intellektuellen,
    in: Merkur, Nr.700, August/September
  • FISCHER, Karsten (2007): Dekadenz als Exportschlager.
    Semantiken und Strategien im Kampf der Kulturkritiken,
    in: Merkur, Nr.700, August/September
 
   

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