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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 07. - 11. April 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Im Netz steht die körperliche Vereinigung nicht am Anfang, sondern am Ende des Kennenlernens. Bilden sich heutige Beziehungen zunehmend aus Bettgeschichten, steht das Liebesspiel im Internet notgedrungen nicht an erster Stelle. (...).
      
  Dem Jammern über die Last der ungezügelten Lust und dem Klagen über eine Rationalisierung der Romantik steht eine Vielfalt von neuen Qualitäten und Chancen gegenüber. Und gerade der virtuelle Raum bietet dem modernen Menschen maximale Möglichkeiten, seinen persönlichen Weg in einer unübersichtlichen Gesellschaft zu finden, auch und ganz besonders in der Liebe. So überlebt der Liebescode auch im Zeichen der Massenmedien. Seine Form hat sich den aktuellen Gegebenheiten angepasst: Die Liebe ist in den Zeiten des Internets so pragmatisch geworden, dass sie wieder romantischer werden kann".
(aus: Christian Schuldt "Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten", 2005, S.135)
 
 
 
  • MAGNUS, Ariel (2005): Die Sexmaschinen.
    Eine neue Generation grotesker Roboter verspricht diskrete Triebabfuhr auf High-Tech-Niveau - absolut "gefühlsecht", ohne die lästigen Gefühle,
    in: TAZ v. 11.04.
 
  • MENG, Richard & Michael BERGIUS (2005): "Zeit für Kinder muss Priorität haben".
    Die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Strategie der Union,
    in: Frankfurter Rundschau v. 11.04.
 
  • WEIDERMANN, Volker (2005): Neues Deutschland.
    Die Sehnsucht nach Pathos und heiligem Ernst: Der Schriftsteller Uwe Tellkamp will keinen Spaß verstehen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.04.
    • Kommentar:
      Warum sind eigentlich die Verteidiger der Ironie so vollkommen unfähig, dem Pathos etwas entgegenzusetzen?

            
        Volker WEIDERMANN schreibt zu Uwe TELLKAMPs Roman "Der Eisvogel":
            
        "Es ist ein Revolutionsroman von Rechts. Ein Buch voller Pathos. Und Ernsthaftigkeit. Und ohne Ironie. Ein Buch, in dem es um alles geht. Um einen Mord unter Freunden. Um das Deutschland von heute. Um eine radikale gesellschaftliche Wende, um das Ende der Demokratie. Um die Sehnsucht nach einer neuen Elite. Sehnsucht nach einem Krieg. Sehnsucht nach einer neuen Kunst. Nach Pathos. Nach einer neuen Literatur. nach einem ganz neuen Leben."
            
        WEIDERMANN beklagt, dass es "niemanden in diesem Roman gibt, der all diesen Terrorschaumschwadroneuren mal etwas entgegenzusetzen hätte. (...). Im Gegenteil. Alles ist heiliger Ernst."
            
        Wäre es nicht die Pflicht von WEIDERMANN, dem etwas entgegen zu setzen, statt es beim Klagen zu belassen?
            
        Was macht aber WEIDERMANN? Er zitiert aus Ijoma MANGOLDs Hymne auf den Roman, ohne ihn zu nennen.
            
        Er versucht TELLKAMP lächerlich zu machen, z.B. ihn in die Tradition von vergessenen Pathetikern zu stellen (z.B. Gerd GAISER).
            
        Aber er zitiert TELLKAMP:
            
        "Er spricht von »schmelzenden Gewißheiten« von »Kriechströmen«, die er wahrnehme auf Partys, auf der Straße. Daß es einen großen Unterschied gebe zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung. Er sagt: »Ich sehe, daß es rings um uns brennt«, er fragt: »Wie soll das hier weitergehen?« und sagt über das Thema seines Romans: »Ich hatte das Gefühl, das treibt alle um, die jungen Leute.« - »Und diese Terrororgansiation, die ist doch aber ausgedacht?« fragt der Moderator etwas beunruhigt. »Ich wünschte, das wäre so«, sagt Uwe Tellkamp und senkt den Blick auf den Tisch vor sich."
            
        Warum wirkt WEIDERMANNs Ironie hier so vollkommen deplatziert?
            
        Der größte Fehler der Ironiker ist, dass sie die Pathetiker nicht ernst genug nehmen. Nicht umsonst hat BUSH in Amerika die Wahlen gewonnen. Und in Deutschland hat Rot-Grün nicht einmal mehr im eigenen Lager den nötigen Rückhalt. Ganz davon abgesehen, dass Rot-Grün nur noch formal regiert, tatsächlich aber von der Opposition die Themen diktieren lassen muss.
            
        WEIDERMANN agiert genauso hilflos wie BARTELS in der TAZ. Beide mögen sich im Zeichenkosmos der Popkultur zurecht finden, aber wenn sie ihn verlassen müssen, sind sie hilflos und blind! Hat jemand Hitler ernst genommen, bevor er an der Macht war?
            
        Nicht dass die Patheker mit ihrer Lagebeschreibung recht haben ist das Problem, sondern dass die Ironiker ihnen die Lagebeschreibung gänzlich überlassen haben.
            
        Pathetiker müssen ernst genommen werden. Setzen wir ihnen also eine andere Lagebeschreibung entgegen... 
 
  • DOTZAUER, Gregor (2005): Schmitteinander.
    Der ungeheuerliche Staatsrechtler aus Plettenberg,
    in: Tagesspiegel v. 10.04.
    • Inhalt:
      Gregor DOTZAUER listet auf, wer mittlerweile Gefallen am Dezionismus eines Carl SCHMITT findet:

            
        "Was Schmitts Aktualität ausmacht, wissen Linke vermutlich am besten. Und keiner weiß es besser als Jürgen Habermas. In Schmitt hat er den entscheidenden Widerpart seiner Vision von der Verrechtlichung aller zwischenstaatlichen Verhältnisse erkannt. Schmitts Freund-Feind-Dichotomie lehnt er ebenso ab wie die Überlegenheit des Rechts über das Gesetz. Schmitt begründet sie in seiner Souveränitätstheorie mit der Fähigkeit, jenseits der politischen Ordnung den Ausnahmezustand verhängen zu können: Was zählt die Norm gegen ihre Durchbrechung.
      Die Faszination dieses anarchischen Denkens ist politisch gut verteilt. Schon Rudi Dutschke rüstete sich für seine Stadtguerilla-Träume mit Schmitt-Lektüre. Dass sein APO-Kombattant Günter Maschke heute Schmitts eifrigster Schüler ist und gerade dessen Aufsatzsammlung »Frieden oder Pazifismus? Arbeiten zum Völkerrecht und zur internationalen Politik 1924 –1978« (Duncker & Humblot, Berlin 2005, 98 €) herausgegeben hat, zeigt, wie unscharf die Trennungslinie ist. (...).
      Andere Fans sind Wohlstandsintellektuelle, die ihre Angeödetheit vom Sozialstaat mit kessen Ausfallschritten zur Schau stellen, dazu ein Zitat von Ernst Jünger auf den Lippen
      "
 
  • KAISER, Andrea (2005): American Beauties.
    Was treibt Frauen über 40 um, die im perfekten Vorort leben? Die US-Serie "Desperate Housewives" zeigt es,
    in: Tagesspiegel v. 10.04.
    • Kommentar:
      Wer noch nichts von "Desperate Housewives" gehört hat, der kann unmöglich in Deutschland leben.

            
        Mit viel Werbeaufwand wird die Serie hierzulande als Fortsetzung von "Sex and the City" gepriesen. KAISER sieht das ganz anders:
            
        "Anders als PR-Strategen gern behaupten, ist die Serie denn (...) keine Fortsetzung des Lebens der Städterinnen nach der »Sex-and-the-City«-Phase. Die Hausfrauen bei »Sex and the Suburbs« (»Newsweek«) sind um die 40 und haben zum Teil Kinder im Teenageralter. Das heißt: seit 15 Jahren tagsüber Küche statt Kolumne. Abends mit den Nachbarn Barbecue statt Bars. Und im Zweifel lieber Clogs statt teurer Haxenbrecher von Manolo Sowieso. Bildete die New Yorker Serie etwas vom demokratischen, großstädtischen Clinton-Amerika und seinen liberalen Idealen ab, so sind wir bei »Desperate Housewives« mitten im Bush-Land angekommen."
            
        "Desperate Housewives" hat nur eine Botschaft: Seid froh, dass es Euch nicht ganz so dreckig geht.
            
        Seid zufrieden mit Euren banalen Reihenhaussiedlungssorgen. Mediale Beruhigungspillen für die Hartz-Gesellschaft... 
 
  • Standard-Thema: Die Vierzigjährigen

    • ANKOWITSCH, Christian (2005): Zehn Jahre jünger.
      Auszüge aus dem Tagebuch eines Mannes in den besten Jahren oder warum die 45-Jährigen melancholisch sind und nicht erwachsen werden können
      in: Der Standard v. 09.04.
      • Kommentar:
        ANKOWITSCH, Jahrgang 1959, malt das Bild einer "schönen jungen welt", aber die Lebenslüge der Vierzigjährigen kulminiert bereits in einem einzigen Satz, der die Lesart von ANKOWITSCH grundsätzlich in Frage stellt:

              
          "Wir wissen, dass es zu viele von uns gibt und daher keiner auf uns wartet."
              
          Die gesellschaftliche Überflüssigkeit wird von den Vierzigjährigen zum "Talent zur Vorläufigkeit" verklärt.
              
          Die Individualisierungsthese liefert den Rohstoff für jene, die noch über Ressourcen verfügen, um sich an die Illusion einer Bohème zu verschwenden. Dieses Milieu schmilzt jedoch dahin...    
    • HILPOLD, Stephan (2005): Discolounge statt Reihenhaus.
      Generationendebatte neu: Der Aufstand der Vierzigjährigen, die nicht erwachsen werden wollen,
      in: Der Standard v. 09.04.
    • REBHANDL, Bert (2005): Die Generation Fels.
      Der adoleszente Vierzigjährige ist der eigentliche Star des Hollywood-Kinos,
      in: Der Standard v. 09.04.
    • EIDLHUBER, Mia (2005): Die Alten kommen.
      Unternehmen entdecken den Arbeitnehmer "40+" neu - sie müssen auch,
      in: Der Standard v. 09.04.
      • Kommentar:
        Die "schöne junge welt" muss als Zurichtung der Nach-68er-Generationen für den neuen Arbeitsmarkt der jungen Alten gelesen werden, das legt EIDLHUBER nahe:

              
          "Die Babyboomer tun heute gut daran, sich Zeit ihres Lebens auf den Jogging-Pfaden fit zu halten, denn sie sind die erste Generation, die man nicht in Frühpension schicken wird"
 
 
  • ALTMEYER, Martin (2005): Na, wie bin ich?
    Früher hatten wir Neurosen, die in all ihrer Zwanghaftigkeit letztlich auch unser Selbst konstituierten. Heute haben wir keine solchen Störungen mehr - aber auch keine wirkliche Identität. Ein Fortschritt?
    in: TAZ v. 09.04.
    • Inhalt:
      In einem Streifzug durch die historischen, psychoanalytisch inspirierten Diskurse des 20. Jahrhunderts werden von Martin ALTMEYER die populären Sozialcharakter-Typologien erwähnt, die mittlerweile ein Update durch die Debatte um die Mediengesellschaft erfahren haben:

            
        "Die Zeiten ändern sich - und mit ihnen die Diskurse und Zeitdiagnosen. Hatten in den 40er-Jahren Wilhelm Reich, Adorno und Horkheimer den faschismusanfälligen »autoritären Charakter« entdeckt, übernahm in den 70ern die konsumanfällige »narzisstische Persönlichkeit« die Rolle des vorherrschenden Sozialcharakters: Als »neuer Sozialisationstyp« (Thomas Ziehe) hatte der orale Flipper den analen Scheißer abgelöst.
      Kaum eine Generation später sind statt Selbstbezogenheit und Vereinzelung Begriffe wie Interaktion, Vernetzung, Medialisierung zu zeitdiagnostischen Schlüsselwörtern geworden. Und im Dauerdiskurs über Individuum und Gesellschaft zeichnet sich der nächste Paradigmenwechsel ab: Das Subjekt löse sich auf in den virtuellen Welten der Mediengesellschaft.
      "
            
        ALTMEYER kommt zu dem Schluss, dass nicht mehr Sex, sondern Identität das Hauptproblem Nr.1 ist:
            
        "Epidemiologische Untersuchungen zur mentalen Verfassung westlicher Gesellschaften stimmen darin überein, dass im Verlauf des 20. Jahrhunderts eine epochale Verschiebung in den psychopathologischen Störungsmustern stattgefunden hat. Selbstwert- und Bindungsprobleme, diffuse Ängste und depressive Verstimmungen, Süchte und Perversionen, so genannte Borderline-Persönlichkeitsstrukturen und narzisstische Störungen haben zugenommen. (...). Entsprechende Zeitdiagnosen, ob psychoanalytischer, sozialwissenschaftlicher, entwicklungspsychologischer, sexualmedizinischer oder familiensoziologischer Provenienz teilen einen Kernbefund: Nicht mehr Sexualität, Identität ist nun das seelische Hauptproblem."
            
        ALTMEYER diskutiert anschließend die Ansätze von Reimut REICHE, Alain EHRENBERG und Georg FRANCK, um am Schluss zu seiner vielfach vorgetragenen These zu gelangen, dass der Mensch auf intersubjektive Anerkennung angewiesen sei. 
 
 
  • FEDDERSEN, Jan (2005): Das Heldentum der Arbeiterklasse.
    Max von der Grün war einer der erfolgreichsten Schriftsteller der Nachkriegszeit. Mit seinen Büchern wurde er zum Chronisten einer versunkenen Kultur - der des deutschen Proletariats. Vorgestern ist er in Dortmund im Alter von 78 Jahren gestorben,
    in: TAZ v. 09.04.
    • Inhalt:
      FEDDERSEN beschreibt den gesellschaftlichen Kontext, in dem sich die Literatur von Max von der GRÜN bewegte:

            
        "Das Ruhrgebiet bot eine perfekte Topografie, um Träumen wie seinen Stoff zu geben: Eine Region, in der die proletarischen Traditionen der Arbeiterbildungsvereine noch lebten; in der viele bei Stalins Tod Anfang der Fünfziger weinten und man alles Bürgerliche für dekadent, korrupt, ausbeuterisch - und verräterhaft hielt. Eine Parallelgesellschaft im Wirtschaftswunderland, die zugleich durch immer höhere Produktivität sich selbst abzuschaffen begann: Das Ruhrgebiet stand damals quasi Sekunden vor seiner Zerstörung als Proletensoziotop - und seiner Renaissance als Dienstleistungs- und also Angestelltenparadies."
            
        FEDDERSEN vermisst angesichts der fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland einen Schriftsteller wie Max von der GRÜN, der "über das Leben unterhalb der Caffè-latte-Schaumkrone" erzählten könnte.
 
  • VATES, Daniela (2005): "Kinderlose stärker belasten".
    JU-Chef Mißfelder über die neue CDU-Familienkommission,
    in: Berliner Zeitung v. 09.04.
 
 
 
  • HEIN, Jakob (2005): Die Geheimnisse der großen Verführer: heute.
    Mit Einfühlungsvermögen und Sensibilität kommt man gegen Draufgängertum nicht an. Eine Erzählung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.
    • Kommentar:
      Ostdeutsches Update von "Liegen lernen". Jakob HEIN erzählt 3 Geschichten des Scheiterns einer pubertären Partnersuche, um dann nach einem Intermezzo mit virtuellen Beziehungen (diesmal nicht www-mäßig, sondern vorgegaukelt) doch noch die Frau fürs Leben zu finden.
 
  • ENCKE, Julia (2005): Kälte berührt.
    Stadtwanderungen, III. Teil: Auf den Spuren eines großen Dandys, Essayisten und Ästheten des Augenblicks. Im oberschwäbischen Wilfingen lebte der deutsche Jahrhundertautor Ernst Jünger, 
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.
 
 
 
  • SZ (2005): Bevölkerung wächst in Deutschland
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.04.
    • Kommentar:
      Die SZ berichtet über eine Pressemitteilung der LBS-Research.

            
        Dort hat man die Bevölkerungsvorausschätzungen des Statistischen Bundesamt überprüft und festgestellt, dass die Schätzungen bezüglich der Bevölkerungsentwicklung seit den 90er Jahren viel zu pessimistisch waren.
            
        Daraus folgt, dass die Bevölkerung im Jahr 2030 nicht auf 69,9 Millionen Einwohner schrumpft, sondern auf 83,6 Millionen wächst. Ursachen sind die verstärkte Zuwanderung nach 1989 und die steigende Lebenserwartung.
 
 
  • BULLION, Contanze von (2005): "Nacktheit macht mir Angst".
    Vanessa Beecroft stellt unbekleidete Models im Museum aus. Ein Gespräch über Scham und Sexismus,
    in: Tagesspiegel v. 08.04.
    • Kommentar:
      Wie Aldous HUXLEYs "Schöne neue Welt" im 21. Jahrhundert aussieht:

            
        "Sie nehmen Psychopharmaka. Wieso?
      Weil ich versuche, ein regelmäßiges Familienleben zu haben. Als Single konnte ich einfach melancholisch werden. Jetzt habe ich zwei Kinder, eines acht Monate und eines drei Jahre alt. Da finde ich es schöner, mich gut zu benehmen.
      "
 
  • FRASER, Nancy (2005): Frauen, denkt ökonomisch!
    Für einen neuen Feminismus, der transnational agiert und soziale Gerechtigkeit im Auge hat,
    in: TAZ v. 07.04.
    • Kommentar:
      FRASER sieht den herkömmlichen Feminismus gescheitert und fordert eine Neuorientierung.

            
        Sie unterscheidet hierzu drei Phasen: die feministische Bewegung von den 70ern bis zum Ende der 80er Jahre, danach ab den 90er Jahren die identitätspolitische Phase.
            
        Nun soll ein transnationaler Feminismus für die Durchsetzung der sozialen Gleichheit sorgen.
            
        Die von FRASER beschriebenen Phasen sind nicht nur für den Feminismus bedeutsam, sondern sie markieren auch die Wende im Single-Image (siehe hierzu auch den Kommentar zum Beitrag von Bettina RÖHL).
            
        Mit der identitätspolitischen Phase der Anerkennungspolitik wurden Singles zum Spielball zwischen progressiven und traditionalen Lebensstilpolitiken.
            
        Dies wurde bereits von single-dasein.de im Thema des Monats Die Single-Lüge herausgearbeitet.
 
  • MÜNKLER, Herfried (2005): Erkenntnis wächst an den Rändern.
    Der Denker Carl Schmitt beschäftigt auch 20 Jahre nach seinem Tod Rechte wie Linke,
    in: Welt v. 07.04.
    • Kommentar:
      Herfried MÜNKLER preist das Denken in Ausnahmenzuständen als Überwindung liberaler Entscheidungsunfähigkeit:

            
        "Schmitt ist ein stilistischer Extremist. Daß er dem Ausnahmezustand einen größeren Erkenntniswert für das Funktionieren der politischen Ordnung beigemessen hat als der Normalität, ist das inhaltliche Pendant dazu. (...). Man muß mit Schmitt nicht inhaltlich einverstanden sein, um von seiner Art des Denkens fasziniert zu werden. (...).
      Schmitts Verachtung galt den korporatistischen Arrangements der liberalen Gesellschaft und dem entsprechenden Politikverständnis. Die endlosen Aushandlungsprozesse und Kompromißbildungen zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Akteuren haben ihn auch ästhetisch abgestoßen. (...). Die Entscheidung (...) war für Schmitt die Essenz des Politischen. Darin konnten ihm Rechte wie Linke folgen.
      "
            
        Unsere Gesellschaft wird gerne als Konsensgesellschaft diffamiert, obwohl dem Neoliberalismus eher das Denken in Ausnahmezuständen zu eigen ist.
            
        Der Ausnahmezustand kommt heute jedoch meistens im Gewande des Konsens einher.
            
        Typisch für das Denken in Ausnahmezuständen ist der Komplex des demografischen Wandels. Frank SCHIRRMACHER ist wie Carl SCHMITT ein stilistischer Extremist.
            
        Kein Anlass ist ihm zu schade, um ihm nicht die Aura der Irreversibilität, der Katastrophe, also des Zu-Spät zu verleihen. Einzig die Ausweitung des Entscheidungsspielraums von Eliten fernab demokratischer Prozesse steht hinter der Verbreitung solcher Horrorszenarien.   
 
  • DAVID, Catherine (2005): La machine à bébés.
    Mettre au monde un enfant sans complications ni fatigue, en louant un utérus artificiel personnalisé... C’est l’hypothèse futuriste que développe le biologiste Henri Atlan, dans un ouvrage passionnant et provocant qui renvoie chacun d’entre nous à une question fondamentale: qu’est-ce que la maternité?
    in: Nouvel Observateur Nr.2109 v. 07.04.
    • Kommentar:
      Es gibt sie noch nicht, aber sie beschäftigt bereits die Phantasie von progressiven und neokonservativen Theoretikern: die künstliche Gebärmutter.

            
        DAVID befasst sich im NOUVEL OBSERVATEUR-Beitrag anlässlich des Buchs "L'Utérus artificiel" von Henri ATLAN mit diesem Thema.
            
        Vor ein paar Wochen hat der Neocon Stanley KURTZ in der FAZ seine antifeministischen Überlegungen zur künstlichen Gebärmutter als Teil eines bevölkerungspolitisch motivierten Kulturkampf-Konzepts dargelegt.  
   

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