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News vom 16.
- 31. August 2001
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- NEUDECKER,
Sigrid (2001): Schaut! Uns! An!
Die
US-Erfolgsserie "Sex and the City" wird
von September an auch bei uns Frauen unterhalten
und Männern vieles erklären, was sie bei Frauen
noch nie verstanden haben,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
- Inhalt:
Sex and the
City "fußt
auf der progressiven Annahme, dass
Frauen, die ihren Geschlechtstrieb
eigeninitiativ ausleben dürfen, nicht
gleich 'sexhungrig' sind. Und dass sie
auch ohne Partnerschaft mit einem Mann
eine gewisse Existenzberechtigung haben -
ohne als 'beziehungsgestört' gelten zu
müssen", schreibt NEUDECKER
begeistert. "Rosamundepilchereske
Blumenwiesen" werden zwar nicht
geboten, dafür jedoch "ein Ally
McBeal für
Erwachsene". Nach Meinung der
Autorin ein Aufklärungsfilm für
Männer.
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- PRIDDAT,
Birger (2001): Mütter an die Macht.
Frauen
haben alles, was moderne Firmen suchen,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
- Inhalt:
"Ausgehend
vom Idealtypus der Managerin mit zwei
Kindern, ist ein neues Familienmodell
entstanden: Der Tag wird
durchorganisiert;
professionelle
Dienstleister helfen,
Kinder und Haushalt zu versorgen. Die
Rolle des Hausmannes bleibt hingegen
gesellschaftlich marginal",
beschreibt PRIDDAT das neue Modell der
berufstätigen Ehefrauen aus der
Generation
Golf. Sie sollen das
Ende der
"feministischen Epoche" besiegeln
und eine neue Epoche der selbstbewussten
Mütterlichkeit einleiten.
Nach
PRIDDAT besteht ein Bedarf der Wirtschaft nach solchen
Frauen, die deutsche Wirtschaft weiß das nur noch nicht:
"Irgendwann werden
Unternehmen begreifen, dass die Frauen Kompetenzen eingeübt
haben, die man Männern erst mühsam und mit hohen
Versagensraten beibringen muss."
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- GREFE,
Christiane & Elisabeth NIEJAHR (2001):
Kinderpause für Väter.
Und
Ganztagsschulen helfen mehr als ein höheres
Kindergeld. Die SPD- Politikerin Heide Simonis
fordert eine neue Familienpolitik. Ein
ZEIT-Gespräch,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 30.08.
- Kommentar:
SIMONIS
sagt, "bei der Geburtenrate sind wir
mit Italien das Schlusslicht in
Europa".
Gerne
werden internationale Vergleiche
angestellt, um den Geburtenrückgang in
Deutschland zu dramatisieren. Bereits
1978 weist der renommierte Soziologe
Erwin K. SCHEUCH jedoch darauf hin:
"Als Folge zweier Weltkriege und der
Weltwirtschaftskrise war in Deutschland
der Altersaufbau der Bevölkerung im 20.
Jahrhundert schon immer gestört: So
wurden auch nach dem Zweiten Weltkrieg
zunächst weniger Kinder geboren - vor
allem weil den Frauen im Alter der
höchsten Geburtenzahlen der Partner
fehlte. Diese Nichtgeborenen fallen dann
20 bis 25 Jahre später als mögliche
Eltern aus. Damit müssen die
Geburtenzahlen dann auch schwanken, wenn
sich das Zeugungsverhalten nicht
ändern" (aus:
Warnfried DETTLING
(Hrsg) "Schrumpfende Bevölkerung -
Wachsende Probleme?", S.45).
Die in der
Debatte beliebte Geburtenrate blendet
diesen wichtigen Aspekt aus. Das nun in
den nächsten Jahren anstehende
Geburtentief ist nicht allein die Folge
eines veränderten generativen
Verhaltens, sondern auch die Folge
altersstrukturbedingter
Geburtenausfälle, deren Ursachen weit
zurückreichen und deshalb keineswegs den
68ern und ff. Generationen anzulasten
sind.
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- HÄNSEL,
Heiko (2001): Berufspendler kriegen
weniger Kinder.
Familienministerin
Christine Bergmann (SPD) legt Studie zur
beruflichen Mobilität vor. Trennung von
Lebens- und Arbeitsort ist meist
erzwungen,
in: TAZ v. 29.08.
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- HALLMAYER, Petra
(2001): Die dummen Träume verkleistern das Hirn.
Drehbuchautorin Annemarie Schoenle
über ihren Roman "Ich habe Nein
gesagt",
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.08.
- Inhalt:
Gespräch
über "Ich habe Nein gesagt",
eine Geschichte über eine Verkäuferin,
die ihren Mann wegen Vergewaltigung
anzeigt. Die Geschichte spielt im
Kleine-Leute-Milieu:
"Ich
hasse es einfach, wenn heute so getan
wird, als wären wir ein Volk von
Managerinnen und PR-Agentinnen, die in
Wohnungen leben, in denen man
Schlittschuh laufen kann".
SCHOENLE
kritisiert das "Hera-Lind-Prinzip:
"Gebt Gas, dann könnt ihr
alles haben, Karriere, einen Stall Kinder, Liebhaber zuhauf,
die bei Bedarf brave Ehemänner werden und mit euch Kuchen
backen. Und diese fürchterlichen Powerfrauenmärchen im
Fernsehen! Ältere Frau verlässt die Familie, und flugs
liegen Scharen junger Männer zu ihren Füßen. Das sind dumme
Kleinmädchenträume."
Damit geht
SCHOENLE dem Genre des witzigen
Frauenromans verloren.
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- WIRTSCHAFTSWOCHE
HEUTE (2001): Berufspendler: Kinder später oder
gar nicht,
in:
Wirtschaftswoche Heute v. 28.08.
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SPIEGEL: "Man muss den
Charakter bilden".
Die
"heute"-Moderatorin Petra Gerster und
ihr Mann, der Journalist Christian Nürnberger,
über ihr Buch zum "Erziehungsnotstand"
in Deutschland, die Unsicherheit von Eltern und
Lehrern und die Folgen der Globalisierung für
die Familie
in: Spiegel Nr.35 v. 27.08.
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- HARTMANN, Eike (2002): Good Neid,
Deutschland?
Psychologieprofessor Rolf Haubl erklärt, warum Konsumgesellschaften
Neid und Schadenfreude fördern - und trotzdem gut für die Psyche sind,
in: Focus Nr.35 v. 27.08.
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ADAM,
Konrad (2001): Genieße jetzt und lass die andern
zahlen.
Im
modernen Sozialstaat ist Solidarität nur noch
eine Ausrede. Die Familie mit Kindern landet am
Rand der Gesellschaft
in: Welt am Sonntag v. 26.08.
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- BIDDER, Julia (2001):
Wenn der Kinderwagen leer bleibt.
Frauen leiden unter
ungewollter Kinderlosigkeit besonders -
Betroffene tauschen sich in neuer
Selbsthilfegruppe aus,
in: Saarbrücker Zeitung v.
25.08.
- Kommentar:
"Elke Z. (hat)
die erste Selbsthilfegruppe für
ungewollt Kinderlose im Saarland ins
Leben gerufen. Trotz dieses für sie sehr
mutigen Schrittes möchte sie anonym
bleiben, verrät nicht mal ihren Beruf
oder ihr Alter. 'Ich habe sehr große
Angst, dass jemand in meinem
Bekanntenkreis erfährt, dass ich
betroffen bin', erklärt sie. Heinz
Krämer, Leiter der Saarbrücker 'Pro
Familia'-Beratungsstelle, kennt diese
Problematik. 'Besonders Frauen empfinden
ihre Unfruchtbarkeit immer noch als
ungeheures gesellschaftliches Stigma',
erzählt er".
Eine der
Auswirkungen der gegenwärtigen
Sozialschmarotzer-Debatte ist der
zunehmende soziale Druck auf ungewollt
Kinderlose. Eine Möglichkeit, diesem
Druck entgegenzuwirken, ist die Gründung
von Selbsthilfegruppen...
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- BOSCH, Gerhard (2001):
Der deutsche Traum vom Familienernährer.
Was
ist hier zu Lande und in Europa noch
"normal" am Normalarbeitsverhältnis
in: Frankfurter Rundschau
v. 25.08.
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SCHROER,
Markus (2001): Verschlungene Wege in den
Vordergrund.
In
der Mediengesellschaft muss das Individuum die
Aufmerksamkeit anderer auf sich ziehen - aber wie
sieht dieses Angesehenwerden aus?,
in: TAZ v. 25.08.
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- NORMAND,
Jean-Michel (2001): L'effet TGV et la réduction
du temps de travail favorisent la
bi-résentialité,
in:
Le Monde v. 24.08.
- Inhalt:
Bericht
über die Zunahme der Bi-Lokalität in
Frankreich, die durch schnelle TGVs (der
französische ICE) und kürzere
Arbeitszeiten möglich geworden ist.
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- LAU,
Mariam (2001): Schokolade? Lieber einen Mann!
Bridget
Jones eignet sich bestens als
Identifikationsfigur weiblicher Singles über 30:
Die Verfilmung des Bestsellers "Bridget
Jones - Schokolade zum Frühstück"
in: Welt v. 23.08.
- Kommentar:
LAU beschreibt die
britische Debatte um den Film und nennt
einige
Bridget-Jones-typischen
Wortschöpfungen wie
"Singleton" (resignierte
Selbstbeschreibung). Es fehlen jedoch die
"smugged marrieds", d.h. die
selbstzufriedenen Ehepaare, Frau LAU!
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- WELT
(2001): Neue Soziale Marktwirtschaft - Für einen
neuen Vertrag zwischen Staat und Bürger.
Entwurf
der Präsidiumskommission "Neue soziale
Marktwirtschaft" der CDU,
in: Welt v. 23.08.
- Inhalt:
Umfangreiche
Dokumentation des Entwurfs (siehe auch FR
vom 22.08.2001)
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- FRANKFURTER
RUNDSCHAU (2001): Die Soziale Marktwirtschaft auf
eine neue Stufe heben.
Entwurf des Programmpapiers der CDU,
mit dem die Partei ihre Positionen renovieren
will,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.
- Inhalt:
Dokumentation
des Programmpapiers der CDU in Auszügen.
"Mut" und
"Verpflichtung" sind zentrale
Begriffe, wenn der Bürger angesprochen
wird, denn das
Ziel ist die
Wir-Gesellschaft, d.h. die CDU-Variante
der Zivilgesellschaft.
Die
sozialen Sicherungsysteme sollen nicht
mehr ausschließlich in der Erwerbsarbeit
fundiert werden. Die
Familienmitversicherung in der
Gesetzlichen Krankenversicherung soll an
das Vorhandensein von Kindern oder
Pflegebedürftigen in der Familie
gebunden sein. Familienförderung heißt
für die CDU: Einführung eines
einheitlichen Familiengeldes und eine
Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf
und Familie.
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- SPOERR,
Kathrin (2001): Vom Los der Kinderlosen.
Das
restriktive deutsche Embryonenschutzgesetz
erschwert die Erfolge durch künstliche
Befruchtung
in:
Welt v. 22.08.
- Inhalt:
Aus einer Position
heraus, die Abtreibung und künstliche
Befruchtung in einen Zusammenhang bringt,
kritisiert SPOERR das deutsche
Embryonenschutzgesetz:
"Der
drei oder fünf Monate alte Fötus zählt
weniger als der Vierzeller. Der Wille der
abtreibungswilligen Frau steht höher als
der Wille der Frau mit Kinderwunsch. Der
Arzt, der eine Abtreibung vornimmt, steht
unter geringerem ethischen Druck als der
Reproduktionsmediziner."
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- SEIBEL,
Andrea (2001): Leben und Politik.
Zum
Rücktritt der Sozial- und Familienministerin in
Hessen,
in: Welt v. 21.08.
- Inhalt:
SEIBEL kommentiert
den Rücktritt von Marlies MOSIEK-URBAHN
(CDU), der mit persönlichen Gründen
begründet wurde. Die Mutter von vier
Kindern will sich scheiden lassen. Diese
Lebensstilentscheidung lässt sich für
sie nicht mit "werteorientierten
familienpolitischen Zielsetzungen dieser
Landesregierung" vereinbaren.
SEIBEL zollt dem
Respekt:
" Versucht sie doch der
Tatsache Rechnung zu tragen, dass es immer einen
Verpflichtungszusammenhang geben muss zwischen verkündeter
politischer Moral und der eigenen Lebenspraxis." Aber sie
äußert dann doch noch ein paar Zweifel: "Es bleibt die Frage
offen, wie die konservative Partei den Imponderabilien des
Lebens nicht nur ihrer Politiker, sondern auch ihrer Wähler
Rechnung tragen will. Scheiden lassen sich nicht nur Linke.
Oder kommt gar noch der Tag, wo man der Parteivorsitzenden
Kinderlosigkeit vorwirft?"
- Kommentar:
Die CDU ist
nicht die einzige Partei, in der
gegenwärtig persönliche
Lebensstilentscheidungen und
Familienpolitik ein fragwürdiges
Verhältnis eingehen. So hat die
grüne
Familienpolitikerin Ekin DELIGÖZ
im MAX-Interview vom 09.08.2001
zwischen der Kritik am
kinderpolitischen Kurs und den
Lebensstilen der Kritiker einen
Zusammenhang hergestellt.
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- REINECKE,
Stefan (2001): Mehr Doppelmoral!
Warum
die Familienministerin in Hessen zurücktrat,
in: Tagesspiegel v. 21.08.
- Inhalt:
Für REINECKE
handelt es sich hier um die
"konservative Variante der 'Politik
in der ersten Person'. Damit wollten die
Spontis in den 70ern Privates und
Öffentliches eng zusammenrücken und
bürgerliche Doppelmoral
bekämpfen."
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- BERGMANN,
Christine (2001): Erziehung.
Ja,
Kinder brauchen starke Eltern,
in: FAZ.Net v. 21.08.
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- BUSCHHEUER, Else
(2001): Nackte Orangenhaut,
in: Focus Nr.34 v. 20.08.
- Inhalt:
Eine Abrechnung...
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- BAUM,
Karl-Heinz (2001): Im Teufelskreis der
Überalterung.
Demographen
sehen Geburtenraten langfristig im Keller und
beklagen, dass ihre Warnungen ungehört bleiben
in: Frankfurter Rundschau
v. 20.08.
- Kommentar:
Der
Bevölkerungswissenschaftler
Herwig BIRG ist ein
Mann der markigen Worte:
"Wir
werden in diesem Jahrhundert nie wieder
so viele Kinder haben wie jetzt und haben
schon zu wenig", wird er von BAUM
zitiert.
Das ist
keine wissenschaftlich seriöse Prognose,
sondern unseriöse Propaganda. Vieles was
die Demographen bisher prognostiziert
haben, war falsch.
Dies liegt unter
anderem daran, weil das Ausmaß der
Kinderlosigkeit nicht mit exakten Zahlen
belegt werden kann.
So schrieb
der Kollege
Jürgen DORBRITZ in den Mitteilungen
des Bundesinstituts für
Bevölkerungswissenschaften vom
09.03.2001:
"In
die Berechnungen der Kinderlosigkeit
fließen zwei Schätzungen ein.
Einerseits muss Kinderlosigkeit in
Deutschland geschätzt werden, da wir
statistische Information über die
Geburtenfolge nur anhand der bestehenden
Ehen erhalten. Andererseits haben
beispielsweise die Frauen des
Geburtsjahrgangs 1965 ihre
Familienbildungsphase noch nicht
abgeschlossen, so dass auch die
endgültige Kinderzahl zu schätzen ist
(...). So haben wir für den
Geburtsjahrgang 1965 vor einigen Jahren
noch Kinderlosenanteile von mehr als 30 %
erwartet. Die neueren Schätzungen
zeigen, dass sich über späte
Erstgeburten die Kinderlosenanteile auf
27 % verringert haben."
Daraus
ergibt sich zweierlei: Erstens ist die
Statistik ehezentriert und das obwohl
seit einem Vierteljahrhundert über hohe
Scheidungsraten und die Zunahme
nicht-ehelicher Kinder geklagt wird. Zum
anderen wird der Anteil der Kinderlosen
systematisch überschätzt.
Der
westdeutsche Jahrgang 1965 wird von den
Bevölkerungswissenschaftlern als typisch
für das Geburtenverhalten aller
nachfolgenden Jahrgänge angesehen. Eine
stichhaltige Begründung wird dafür
nicht geliefert. Der Begriff
"Individualisierung" reicht
inzwischen, um nichts mehr belegen zu
müssen.
Der
dramatische Einbruch der Geburtenzahlen
in Ostdeutschland zeigt jedoch, dass
politischer Wandel und veränderte
ökonomische Verhältnisse, die mit
Individualisierungsprozessen nichts zu
tun haben, das Geburtenverhalten
drastischer verändern können als dies
Individualisierung oder Familienpolitik
je gekonnt hätten. Einen
Geburtenrückgang wie Anfang der 90er in
Ostdeutschland, das schafften weder die
Einführung der Pille noch die 68er. Und
das Wichtigste: Kein
Bevölkerungswissenschaftler hat dies vor
dem Mauerfall prognostizieren können!
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- SCHUBERT,
Bärbel (2001): Die schrumpfende Gesellschaft,
Zuwanderung
reicht nicht aus,
in: Tagesspiegel v. 20.08.
- Kommentar:
SCHUBERT zitiert
BIRG etwas anders als BAUM (FR v.
20.08.2001):
"In
diesem Jahrhundert werden wir in
Deutschland nie wieder so viele
Jugendliche haben wie heute",
offenbar geht es vor allem um den
gewaltigen Zeitraum über den heutzutage
angeblich entschieden wird.
SCHUBERT
schreibt weiter, dass
"wir Mitte der
80er Jahre weltweit die niedrigste
Geburtenrate (hatten), was schon damals
Spekulationen über ein Aussterben
auslöste".
Die Geburtenrate sagt
für sich genommen jedoch nicht viel aus,
sondern nur im Zusammenhang mit der
absoluten Zahl der Geburten und hier
gilt: Die
Anzahl der Geburten
in Deutschland war nicht
Mitte der 80er, sondern im Jahr 1978 am
niedrigsten.
In
der Debatte wird selten auf den wichtigen Unterschied
zwischen dem Fruchtbarkeitsrückgang (Kinderzahl pro Frau)
und dem Geburtenrückgang hingewiesen. Beim
Fruchtbarkeitsrückgang muss auf die Querschnittsdaten der
zusammengefassten Geburtenziffer (Geburtenrate)
zurückgegriffen werden, da Längsschnittdaten nicht für alle
Frauenjahrgänge vollständig vorliegen.
Die
Bevölkerungswissenschaftler behaupten
nun einfach - weil sie es nicht beweisen
können - , dass das Verhalten der jungen
Frauen identisch ist mit dem
Gebärverhalten der Frauen des Jahrgangs
1965. Ob dies stimmt oder nicht, das wird
sich erst dann feststellen lassen, wenn
diese Frauen 45 Jahre alt sind, was
gegenwärtig als Ende der
Gebärfähigkeit gilt. Möglicherweise
bahnt sich aber auch hier eine
"Revolution" ab.
Es zeigt
sich aber, dass bereits das
Gebärverhalten der 1965er Jahrgänge
nicht mehr demjenigen entspricht, was die
Bevölkerungswissenschaftler noch vor
einigen Jahren erwartet haben (siehe
hierzu meinen Kommentar zum Artikel in
der FR). Es hat also
bereits eine Veränderung des sogenannten
Fruchtbarkeitsmuster stattgefunden, weil
es wesentlich mehr Mütter im Alter ab 30
Jahren gibt. Die Anzeichen mehren sich
also, dass die Bevölkerungswissenschaft
mit veralteten Annahmen über das
Gebärverhalten heutiger Frauen arbeiten.
Bereits in
den 60er Jahren waren die
Bevölkerungswissenschaftler nicht auf
die Veränderung des Gebärverhaltens
vorbereitet gewesen und heute scheint
dies wieder nicht der Fall zu sein...
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- STIEFEL,
Susanne (2001): "Ich heiße Müller, nicht
Lafontaine",
in:
TAZ v. 20.08.
- Inhalt:
Interview mit
Christa Müller über das Problem die
Ehefrau eines prominenten Politikers zu
sein.
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KNECHT, Doris (2001):
Beschämend unbegattet.
Kino. Die Verfilmung der
Bridget-Jones-Tagebücher geriet zu einem
Pointen-Showdown mit dem einzig möglichen Happy
End: Die Single-Frau kriegt endlich einen ab.
in: Profil Nr.34 v. 20.08.
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- JOOP,
Jette (2001): Ledig, weiblich, neurotisch.
Nach
Ally McBeal kämpfen jetzt im Kinofilm
"Bridget Jones" und in der TV-Serie
"Sex and the City" einsame Frauen mit
dem Single-Dasein
in:
Welt am Sonntag v. 19.08.
- Inhalt:
JOOP klärt über
das amerikanische Dating-System auf und
klatscht ein wenig über BUSHNELL. Den
Erfolg der Fernsehserien über einsame
Karrierefrauen erklärt JOOP
folgendermaßen:
"Dass
dieses urbane Balzverhalten nun in der
Serie 'Sex and the City', aber auch bei
'Ally McBeal' oder in dem gerade
anlaufenden Kinostreifen 'Bridget Jones'
so erfolgreich thematisiert wird, hat
meiner Meinung nach einen einfachen
Grund: Die Verzweiflung der Singles hat
ein noch nie da gewesenes Niveau
erreicht."
Für JOOP
repräsentiert Manhattan die
Großstadtwelt schlechthin, weswegen sie
der Serie 'Sex and the City' auch in
Deutschland Erfolg voraussagt:
"Denn
auch hier gibt es diese Generation, der
man versprochen hat, dass sie alles
gleichzeitig haben kann: Einen tollen
Job, ein tolles Liebesleben, Kinder,
Luxus, Reisen ... Diese Menschen sind
kontinuierlich frustiert, weil ihre
Ansprüche an eine Partnerschaft völlig
unrealistisch sind."
Eine
andere Erklärung hat dagegen Markus
GÖTTING (SonntagsZeitung v. 19.01.2000):
"die Serie (lindert) die
Seelenqualen von Millionen Singles, die
in New York leben. Wenn auch nicht im
gleichen sozialen Milieu. Selbst die
genervte Hausfrau aus New Jersey wird
einen erleichterten Seufzer von sich
geben, weil sie merkt, dass ihr Leben mit
dem kaugummiverklebten Minivan und den quengelnden
Kindern manchmal etwas langweilig ist - aber immerhin nicht
so frustrierend wie das der Modemädels Carrie & Co."
Die
Serie hat demnach auch eine paar- bzw.
familienstabilisierende Funktion...
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- WELT AM
SONNTAG (2001): Me and Miss Jones.
Der
Roman über Bridget Jones ist ein Bestseller.
Jetzt kommt das Buch der Single-Frau ins Kino,
und wir fragen: Wie viel Bridget steckt in Ihnen?
in:
Welt am Sonntag v. 19.08.
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KNECHT, Doris
(2001): Wir sind alle Pioniere.
Eine
Frau will und soll heutzutage alles sein: stark,
sexy, selbstbestimmt. Das ist spannend, aber
anstrengend, mit oder ohne Mann: Wo ist der
Katalog mit den Lebensmustern, nach denen man
sich richten kann?
in:
Das Magazin. Beilage des Tages-Anzeiger v. 18.08.
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- BRECHT-LEVY,
Angelika (2001): Die praktische Eva.
Eine Frankfurter Mutter dreier
Kinder hat ihr Talent für Haushalts-Organisation
in eine Geschäftsidee verwandelt:
"Mainhattan Maids"
in: Frankfurter Rundschau
v. 18.08.
- Inhalt:
Bericht über einen
neuen Yuppie-Service in Frankfurt: Die
"Mainhattan Maids" haben die
Marktlücke "gut verdienende
Workaholics" im Blick. Als
"personal shoppers"
organisieren sie den Haushalt von
Managern, Bankern oder Medien-Yuppies.
Eva LIEBERBERG, eine unausgelastete
Mutter, bringt dazu ihr Know how ein. Sie
arbeitet auch mit Relocation-Firmen
zusammen, die internationale Umzüge
organisieren.
Es gibt
natürlich keine 50 % Singles in
Frankfurt wie BRECHT-LEVY
fälschlicherweise schreibt.
Möglicherweise hat die Journalistin dies
in der
Taunus-Zeitung
vom 23.04.2001 gelesen.
Nach meinen Berechnungen sind nur 27,5 %
der Einwohner Alleinlebende und davon
sind viele junge Studenten oder ältere
Witwen, die sich einen solchen Service
nicht leisten können.
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- TAGESSPIEGEL
(2001): Boris und Steffi brachten den
Tennisschläger.
Was
der "Warenkorb des Statistischen Bundesamtes
über Kultur und Lebensweise der Deutschen
verrät,
in: Tagesspiegel v. 18.08.
- Kommentar:
"Convenience-Produkte
- Halbfertiggerichte, Tiefkühlpizzen -
werden mit der wachsenden Zahl von
Single-Haushalten und berufstätigen
Eltern an Bedeutung gewinnen",
schreibt der Autor.
Ein
weitverbreites Vorurteil ist es, dass
Tiefkühlpizzen vor allem in
Einpersonenhaushalten auf den Tisch
kommen. Die Soziologin Doris ROSENKRANZ
hat kürzlich (siehe
"Diner
for one" in der LebensmittelZeitung
Spezial Nr.3, August) darauf
hingewiesen, dass Alleinlebende im
Vergleich zu anderen Verbrauchergruppen
am wenigsten Tiefkühlkost verzehren. Der
Lebensmittelhandel sieht deshalb auch in
den "Alleinessern" und nicht in
"Alleinlebenden" ihre
eigentliche Zielgruppe.
Alleinesser leben auch in der sog.
"Convenience-Familie", d.h. der
individualisierten Kleinfamilie in der
aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr
gemeinsam am Tisch gesessen wird, bzw.
jeder seinen Vorlieben entsprechend etwas
anderes isst.
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- WEB (2001):
Ein Ansturm auf Ikea.
Tausende wollten bei
Neueröffnung in Regensburg dabei sein,
in: Neumarkter Zeitung v.
18.08.
- Kommentar:
"Dass auch die Familienstruktur
eine andere ist, als die von vor 30 Jahren, zeigt das
Musterappartement, durch das die Besucher die 15 000
Quadratmeter große Verkaufsfläche betreten: Eine 46
Quadratmeter große Kleinwohnung. Von den Ikea-Dekorateuren
erdachte Bewohner: ein allein erziehender Vater um die 40,
ein Kind."
IKEA
hält also zumindest schon einmal das Ambiente für die neuen
Familienformen bereit...
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- HUCKEBRINK,
Martin (2001): Ohne Erziehung,
in:
Westfalenpost v. 18.08.
- Kommentar:
Susanne GASCHKEs
Buch ist die ideale
Rechtfertigungslektüre für
Schuldirektoren oder überforderte
Lehrer:
"Bei der Erziehung ihrer Kinder
versagen offenbar immer mehr Eltern.
Fachleute sprechen von
'Wohlstandsverwahrlosung', vom Verlust
'urtümlichen Zuwendungsverhaltens'.
Schäfermeier zitiert dazu den Titel des
Buches, das die Autorin Susanne Gaschke
gerade veröffentlicht hat: "Die
Elternkatastrophe".
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- HEBEL,
Christina (2001): Geh' aus, mein Herz, und suche
Freud' - notfalls bis nach Hamburg.
Pendelnde Herzen: Fernbeziehungen
werden immer häufiger / Soziologen nennen das
"Dual Career Couple (DCC)" - zwei
Karrieren, ein Paar
in: Frankfurter Rundschau
v. 17.08.
- Kommentar:
Berichte über
Alleinlebende sind im
allgemeinen Berichte über
Partnerlose. Dies
verkennt die Tatsache, dass viele
Alleinlebende feste Partner haben. Die
konservative Haushaltsstatistik, die
immer noch an der lebenslangen Wohn- und
Versorgungsgemeinschaft Ehe orientiert
ist, überschätzt deshalb das Phänomen
Partnerlosigkeit. In der Reportage von
HEBEL kommt eine 32-Jährige Managerin zu
Wort, die eine
Fernbeziehung führt:
"In
der Woche arbeitet sie in Frankfurt und
wohnt in ihrem Ein-Zimmer-Apartment in
Sachsenhausen. Am Wochenende fährt sie
nach Hamburg und lebt mit ihrem Freund in
der gemeinsamen Drei-Zimmer-Wohnung im
Stadtteil Hamm-Süd. Damit gehört Nissen
der immer größer werdenden Gruppe
derjenigen Paare an, die für kürzere
oder längere Zeit eine Beziehung auf
Distanz führen. Dieses Phänomen hat der
Mainzer Soziologie-Professor Norbert
Schneider im Auftrag des
Bundesfamilienministeriums in einer
Studie
über 'berufliche Mobilität und
Lebensform' erarbeitet,
deren Ergebnisse am 28. August
vorgestellt werden sollen. Danach ist
inzwischen jede achte Liebe eine
Fernbeziehung. 1985 sollen es nur halb so
viele gewesen sein."
Frankfurt,
Berlin und Hamburg - Städte mit vielen
Arbeitsplätzen bei Banken, an der Uni
oder im Medienbereich - sollen Hochburgen
der
Fernliebenden sein. Bahn,
Fluggesellschaften und die Telekombranche
verdienen gut an diesen Karrierepaaren.
Aber
Fernliebende gehören nicht nur zu diesen
Spitzenverdienern, sondern auch
Jugendliche werden durch Studienplatz
oder Bundeswehr zu eher unfreiwilligen
getrennt wohnenden Paaren, was im Artikel
unerwähnt bleibt. Die Fernbeziehung ist
auch nicht nur die Folge einer
Aufstiegsorientierung wie dies von HEBEL
dargestellt wird, sondern ist eine
Möglichkeit dem drohenden beruflichen
Abstieg zu entgehen.
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- MIKA,
Bascha (2001): Der Spross als Wille und Wahn.
Wer
keinen Nachwuchs hat, muss sich peinlichen Fragen
stellen oder peinigenden Behandlungen unterziehen
in: TAZ v. 17.08.
- Kommentar:
Die TAZ - seit
einiger Zeit strikt auf Kinderpolitikkurs
- bringt einen scheinbar
kinderpolitikkritischen Artikel:
"Der
Deutschen Lieblingswahn ist zurzeit das
Kind, genauer: der gnadenlose Wille zu
eigen Fleisch und Blut. Damit stehen sie
nicht alleine da; die eigenen Gene auf
Teufel komm raus zu reproduzieren
grassiert als fixe Idee in vielen
westlichen Ländern. Das Kind als
Heilmacher des Lebens: von den Medien
gepuscht, von den Politikern benutzt, von
konservativen Familienideologen gefeiert,
von der Reproduktionsmedizin
kommerzialisiert, selbst im Kino
eingeflüstert - wie in Franka Potentes
Hollywood-Film 'Blow'. Der Kinderdiskurs
ist in Deutschland so populär wie seit
den Fünfzigerjahren nicht mehr. Als
hätten die versammelten menschlichen
Sehnsüchte nur ein Ziel - ein Kind in
die Welt zu setzen."
Kritisiert
wird der MAX-Titel "Abenteuer
Kind" und der
Spiegel-Titel
über den neuen Mutterstolz:
"Spätestens seit der Frauenbewegung
glaubten wir sicher zu sein vor dem
dummen Geschwätz, das kinderlose Frauen
als defizitär und bedauernswert
denunziert. Im Freundeskreis beobachten
wir jetzt die bekennende Mutter, die die
bekennende Nichtmutter nachsichtig
belächelt oder fast wie einen Krüppel
umsorgt", gibt MIKA zur Lage in der
Scene bekannt.
MIKA ist
jedoch keineswegs ein Anwalt der
Kinderlosen, sondern kritisiert nur das
"Menschenrecht auf ein Kind" in
jener Form wie es von den Verfechtern des
Klonens vertreten wird:
"Unter Druck geraten alle, die
keinen Nachwuchs vorweisen können. Vor
allem die, die unfreiwillig verzichten.
Gerade sie laufen Gefahr, sich emotional
auf etwas zu fixieren, was für sie so
schwer zu haben ist. Dieser Wahn hat
einen Namen: Severino Antinori."
MIKA möchte den Blick weiten. Nicht das
EIGENE Kind, sondern das Leben MIT
Kindern soll gefördert werden:
"Der
neue gesellschaftliche Graben zwischen
Eltern und Nichteltern erweist sich
spätestens dann als lächerlich, wenn
man über Zweierbeziehung und
Kleinfamilie hinaus auf den Verwandten-
und Bekanntenkreis guckt, in dem ganz
sicher die verschiedensten Lebensstile
gepflegt werden. Dann ginge es vielleicht
auch einmal nicht nur um leibliche
Kinder, sondern auch um solche, die in
Pflege-, Adoptiv- und
Betreuungsverhältnissen leben."
Die USA
sind da schon weiter. Das
US-Nachrichtenmagazin
Newsweek berichtet in seiner Ausgabe vom
13.08.2001 bereits
über den nächsten Schritt.
Kinderlosigkeit ist in den USA gar kein
Thema mehr. Es geht nur noch darum, dass
Frauen so bald wie möglich Mütter
werden. Aus diesem Grunde wird in den USA
zur Zeit eine groß angelegte Kampagne
gegen späte Mütter gestartet.
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GAUTHIER,
Ursula (2001): Trouver un jules.
2 millions de
femmes seules à la recherche de l'âme
soeur,
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
- GAUTHIER,
Ursula (2001): Audrey et les mecs bien,
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
- LEMONNIER,
Marie (2001): Mettez un gay dans votre
jeu.
Consolateur,
chevalier servant, relookeur au besoin,
un peu rabatteur aussi, l'ami homo est
décidément irremplaçable
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
- LEMONNIER,
Marie (2001): Rendez-vous sur la Toile,
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
- Inhalt:
Bericht
über Partnersuche im Internet.
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BOULET-GERCOURT,
Philippe & Julie PÊCHEUR (2001):
Scènes de chasse à Manhattan. Pour un
moment ou pour la vie.
A
New York, on dénombre 500 000 femmes
seules de plus que d'hommes seuls. Pour
capturer l'oiseau rare, il ne suffit pas
d'être attirante, talentueuse et
intelligente...
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
- LEMONNIER,
Marie (2001): "J'ai peur des femmes
qui cherchent".
Hommes:
L'embarras du choix.
Pour
les mâles solitaires, la situation est
à première vue idéale. Mais le coeur a
ses raisons que la démographie ne
connaît pas...
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
- GARCIA,
Laure (2001): La vie en solo est un
roman.
Nous sommes
toute des Bridget Jones. Les tribulations
des « célibattantes » sont devenues un
filon littéraire. Des histoires crues,
grinçantes et surtout très drôles.
Dans lesquelles beaucoup de femmes se
reconnaissent,
in: Nouvel
Observateur Nr.1919 v. 16.08.
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- LAUTENSCHLÄGER,
Rolf (2001): Schrumpfung als Chance.
Nicht
nur im Osten muss die Stadt als Lebensraum
erhalten werden. Bürger, Politiker und
Architekten brauchen ein neues Bewusstsein für
nachhaltiges Bauen und für mehr Chaos
in: TAZ v. 16.08.
- Kommentar:
LAUTENSCHLÄGER
fordert die Orientierung der Stadtplanung
und -entwicklung am Paradigma der
schrumpfenden Stadt ("Srhinking
City"). Städte verlieren an
Einwohnern - nicht aufgrund des
Bevölkerungsrückgangs, sondern wegen
Suburbaniserungsprozessen durch die
"Revolution im Reihenhaus"
(Susanne GASCHKE):
"Um
die dramatischen Einwohnerverluste, die
durch Suburbanisierung auf der grünen
Wiese oder Wegzug entstehen, in den
Siedlungen zu kompensieren, braucht es
auch deutliche Einschnitte in bestehende
Fördermaßnahmen: Öffentliche Gelder
für die Häuslebauer am Stadtrand
müssen reduziert werden, da sonst die
Schrumpfung langfristig beschleunigt und
der Stadt geschadet wird, statt deren
notwendige Renaissance zu fördern - als
urbanes Energiezentrum, das Menschen und
Arbeit hält, diese anzieht und nicht
verabschiedet. Eine Reform, die den
Bestand fördert, muss jedoch nicht nur
die Subventionierung für den privaten
Neubau einschränken. Zugleich sollten
die Gelder für den randstädtischen
Straßenbau, die Errichtung technischer
und verkehrlicher Infrastrukturmaßnahmen
zurückgefahren und zur innerstädtischen
Eigentumsbildung und für Projekte wie
öffentliche Parks, den Nahverkehrsausbau
sowie soziale Einrichtungen verwendet
werden. Sie machen die Stadt zum Lebens-
und Identifikationsort. Schließlich
bedeutet die Abkehr von den peripheren
Rändern, Siedlungsteppichen und
tagtäglichen Autokolonnen in die Stadt
hinein und aus ihr heraus auch: Die
Konzentration auf das Zentrum bestärkt
die Stadt im Wandel als 'Gegenwelt' zum
lebensnotwendigen grünen Umland."
LAUTENSCHLÄGER sagt damit der
Reihenhausidylle der traditionellen
Familie den Kampf an und kommt jener
zunehmenden Gruppe der gut verdienenden
Ein-Kind-Familien entgegen, die von der
Stadtsoziologin
Monika ALISCH als
"Family-Gentrifier" bezeichnet werden.
Für diese Gruppe ist das Leben mit
Kindern und das Leben in der Stadt kein
Gegensatz mehr, weil es neben einer
besseren Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, auch die aus der Vor-Kinderphase
gewohnte Form der Selbstverwirklichung
der Partner weiterhin ermöglicht.
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- MISCHKE,
Roland (2001): Die schlimmste Not ist die
Einsamkeit.
Vielen
Eltern sind Beruf und Freizeitvergnügen
wichtiger als ihre Kinder: Wir stehen vor einer
"Erziehungskatastrophe", klagt
Journalistin Susanne Gaschke
in: Saarbrücker Zeitung v.
16.08.
- Inhalt:
Interview mit der
Journalistin
Susanne GASCHKE über ihr
umstrittenes Buch:
"Frage: Sie behaupten, dass wir es
mit einem makabren Wohlstandsphänomen zu
tun haben, mit der 'anderen Armut', wie
Schwedens Bestseller-Autor Henning
Mankell sagt. Obwohl unsere Kinder
wirkliche Not nicht kennen, stecken sie
in vielen Nöten.
Gaschke: Die schlimmste Not ist die
Einsamkeit, und zu viele Kinder erfahren
sie. Zwar haben wir hierzulande eine
recht gute Versorgungssituation. Für
viele Kinder ist es im Kindergarten und
in der Schule sogar besser als zu Hause.
Aber die Gruppe kann eben nicht Mutter
und Vater ersetzen. Kinder brauchen
Erwachsenenaufmerksamkeit wie Luft zum
Atmen."
- Kommentar:
Der
österreichische Soziologe
Leopold ROSENMAYR hat die von
GASCHKE beklagte
Vereinsamungstendenz als
Singularisierung
bezeichnet.
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- FINGER,
Evelyn (2001): Try to be Mensch!
Der
Sänger Sven Regener schreibt ein urkomisches
Buch: "Herr Lehmann",
in: Die ZEIT Nr.34 v.
16.08.
- Inhalt:
"Herr Lehmann
heißt die Titelfigur in Sven Regeners
Buch, und so unspektakulär der Name, so
vertraut ist uns dieser Charakter aus
Regeners Liedern. Ein blasser Mann in
einer lauten Welt. Ein Philosoph im
Karpfenteich. Ein Stubenhocker, der um
fünf Ecken denkt, der für das Glück
nicht geschaffen ist und der als echter
Pessimist dem Pech gern ein Stück
entgegenkommt", charakterisiert
FINGER den Protagonisten des Debütromans
von Element of Crime-Texter Sven REGENER.
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- SCHNEIDER,
Rolf (2001): Da hört der Spaß auf!
Die
Öffentlichkeit in den USA wie bei uns hat das
Dauerlächeln eingetauscht gegen die Sorgenfalte,
in:
Welt v. 16.08.
- Inhalt:
SCHNEIDER schreibt
einen Abgesang auf die Spaßgesellschaft
und sieht in den
"Bobos"
von David BROOKS die
gescheiterte Elite dieser
Spaßzivilisation:
"Eine
Art Kerntruppe oder Elite hatte sie
immerhin. Es handelt sich um jene
jung-dynamischen Erfolgstypen, für die
der Name "Bobo" in Umlauf kam:
bourgeoise Bohemiens, Leute mit viel
Geld, die sich von ihren unmittelbaren
Vorfahren, den Yuppies, durch ein anderes
Markenbewusstsein und ein zartes
Interesse für Hochkultur abhoben.
Die Kursrückgänge bei Nasdaq und Neuem
Markt haben in ihren Kreisen entsetzlich
gewütet. Bei einem Besuch in New York
kürzlich durfte ich sie bestaunen, in
Kellerkneipen des Stadtviertels Chelsea,
gescheiterte "Start-uper" im
nicht mehr ganz neuen Armani, die
Budweiser aus Flaschen tranken und darauf
harrten, dass ein Kopfjäger aus der
IT-Branche sich ihrer annähme."
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- FUCHS, Oliver (2001):
Zwischen Raffgier und Nostalgie
Auf der Musikmesse
Popkomm in Köln fehlen die Stars
dafür redet jeder über die neuen
Pop-Verweigerer wie Naomi Klein
in: Süddeutsche Zeitung v.
16.08.
- Kommentar:
Noch ein Abgesang,
diesmal von FUCHS und nicht die
Spaßgesellschaft, sondern die Popmoderne
wird verabschiedet: "Pop hat auf
breiter Front gesiegt. Pop ist überall.
Pop ist tot".
Wenn man
für "Pop" das Wort
"Kapitalismus" einsetzt, dann
kommt einem das sehr bekannt vor, nur
dass der Kapitalismus noch nicht
totgesagt worden ist, sondern gerade die
Globalisierungsgegner auf den Plan ruft.
Ergo sind jetzt die Popverweigerer wie
Frédéric
BEIGBEDER (39,90) oder
Naomi KLEIN
("No Logo") gerade auf
dem Weg selbst Pop zu werden. Denn
gemäß FUCHS ist Pop ein dialektisches
Phänomen:
"Pop
ist im besten Fall das Versprechen von
Glück und Befreiung. Die oberste
Verheißung war immer: Spaß für alle
und zwar hier und jetzt! Der Traum
vom Leben als einem Highway, den man
während einer einzigen langen Nacht rauf
und runter düst. Wenn ein solcher Traum
gegen die Realität prallt, sind Wut und
Enttäuschung zwangsläufig die Folge.
Manchmal wird aus diesen Gefühlen dann
wieder Pop."
Pop ist
also nicht tot, sondern nach dem Pop ist
vor dem Pop...
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 1. bis 15. August
2001
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