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Medienrundschau:
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News vom 15.
- 28. Februar 2002
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- MONATH,
Hans (2002): Alles andere als kinderleicht.
Der
Plan der Grünen, Eltern über das Arbeitsamt zu
fördern, ist gescheitert. Am Stellenwert der
Familienpolitik soll sich nichts ändern
in: Tagesspiegel v. 27.02.
- Kommentar:
Der umtriebige
Sozialrichter
Jürgen
BORCHERT war am
Sonntag bei Sabine Christiansen und
MONATH bedauert, dass er zu wenig zu Wort
kam. Solange die
blinden
Flecken von BORCHERT noch nicht
publik geworden sind, umgibt den
Sozialrichter ein Nimbus der
Familienfreundlichkeit.
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- BIRG, Herwig (2002): Langer Bremsweg.
Bevölkerungsschrumpfung und
Alterung lassen sich nicht einfach stoppen,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, Beilage Altersvorsorge.
Sonderveröffentlichung des Informationszentrum
der deutschen Versicherungen
v. 26.02.
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- SALOMON, Martina
(2002): Ganztagsschulen statt Hausfrauen.
Münz:
Infrastruktur wichtiger als Geld
in: Der Standard v. 26.02.
- Inhalt:
Der
Bevölkerungswissenschaftler
Rainer
Münz nimmt Stellung zum
Standard-Interview von Sozialminister
Haupt.
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- MÄRZ, Ursula
(2002): Rauchen und Rucken.
Die Dichterlesung als
Ereignis und Problem,
in: Frankfurter Rundschau
v. 26.02.
- Kommentar:
Michel
HOUELLEBECQ tingelt -
die Ökonomie der Aufmerksamkeit
geschickt nutzend - durch deutsche Lande
und veranlasst
Ursula MÄRZ zur Bemerkung:
"Zwar liest Michel Houellebecq bei
seiner Deutschlandtournee aus seinem
neuen Roman. Aber es ist fraglich, ob ein
einziger Besucher auf die Ankündigung
hin, Houellebecq werde diesmal nicht
lesen, sondern nur tun, wofür er
berühmt ist, intensiv rauchen, mit den
Gliedmaßen rucken, schwitzen und
polemisieren, zu Hause bliebe."
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- BARTHELEMY, Andrea
(2002): Kühn, klug, cool und kreuzunglücklich.
«Generation Ally» hat
Katja Kullmann weibliche «Thirty Somethings»
genannt, die zwischen 1965 und 1975 geboren sind,
in: Der Landbote v. 25.02.
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- KAMANN,
Matthias (2002): "Berlin wird langsam auf
die Größe Hamburgs eindunsten".
Ein
Gespräch mit Meinhard Miegel über die Zukunft
der Hauptstadt, die Krise des Sozialstaats und
die Grenzen der Zuwanderung,
in: Welt v. 25.02.
- Inhalt:
Werbung für das
neue Buch von
Meinhard
Miegel: "Die
deformierte Gesellschaft"
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SPIEGEL
-Titelgeschichte: Beute Kind.
Scheidungskampf |
- ANDRESSEN,
Karen & Angela GATTERBURG
(2002): Ein Krieg, den alle
verlieren.
Im
Scheidungsdrama werden Kinder zu
Opfern: Aus Rache und Hass
verwehren vor allem Mütter ihren
Ex-Partnern jeden Kontakt mit
ihnen. In neuen Studien belegen
Psychologen die fatalen Folgen
des
"Entfremdungssyndroms",
Juristen wollen jetzt die Rechte
der Väter stärken,
in: Spiegel
Nr.9 v. 25.02.
- Kommentar:
"Das Intime
zwischen Menschen ist Nachsicht, Duldung,
Zuflucht für Eigenheiten. Wird es
hervorgezerrt, so kommt von selber das
Moment der Schwäche daran zum Vorschein,
und bei der Scheidung ist eine solche
Wendung nach außen unvermeidlich. Sie
bemächtigt sich des Inventars der
Vertrautheit. Dinge, die einmal Zeichen
liebender Sorge, Bilder von Versöhnung
gewesen sind, machen sich plötzlich als
Werte selbstständig und zeigen ihre
böse, kalte und verderbliche
Seite",
schrieb
T. W.
ADORNO in der
"Minima
Moralia" bereits
1951. Joachim KAISER schreibt dazu in der
SZ vom 18.08.2001:
"Bei
der Reflexion »Tisch und Bett« aus den
»Minima Moralia« geht es zunächst um
durchaus Drastisches. Nämlich um den
unwürdigen Schmutz-Wirbel, der zu
entstehen pflegt, wenn (Prominenten-)Ehen
auseinander gehen. Also um jene
Scheidungs-Affären, bei denen alle
außer den berichtenden
Skandal-Blättern verlieren".
Das
Interesse der Medien an
Prominentenskandalen ist die eine Seite,
die andere Seite hat
Ulrich BECK als die
"»erlittene« Emanzipation der
Männer" in dem
Bestseller
"Das ganz normale Chaos der
Liebe" (1990)
beschrieben:
"die neue
Auffangstellung für die alte Ordnung ist
bereits ausgeguckt und ausgebaut: das
Kind, die »Notwendigkeiten« der
Mutterschaft. Indem die Frauenfrage in
eine Kinder- und Mutterfrage verwandelt
wurde (...) meinen viele Männer mit der
eingeübt fehlenden Selbstbedenklichkeit
ihrer Lage, es sich wieder in den alten
Polstern bequem machen zu können.
Die Rache folgt - spätestens - vor,
während, nach der Scheidung, wenn
Elternschaft sich aufspaltet und
Mutterschaft sich gegen Vaterschaft
wendet. Dann schlägt auf den Mann, der
nun sein Vaterherz entdeckt, seine
rechtlich zementierte Abwesenheit von der
Familie zurück, auf der er so lange
selbstverständlich sein Leben aufgebaut
hatte: Der Vater wird zum Opfer der
umgekehrten Ungleichheit, auf der er es
sich bisher bequem gemacht hatte. In
allem, biologisch und rechtlich, herrscht
die Mutter, lebt der Vater von der Gnade,
die sie ihm nun meist nur noch
gerichtlich minimiert gewährt"
(S.203).
Die
Männerbewegung hat mit Unterstützung
der "Hausfrauenbewegung" (z.B.
Karin
JÄCKEL) in den letzten 10
Jahren die Aufwertung der nachehelichen
Vaterschaft weiter vorangetrieben.
Rückenwind
erhält diese Bewegung auch durch die
amerikanische
Anti-Scheidungsbewegung. Die
Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE
veröffentlicht z.B. in ihrer
März-Ausgabe den Artikel "Für
andere kann die Ehe funktionieren, aber
nicht für mich!" der
Scheidungsgegner Judith S. WALLERSTEIN & Julia LEWIS.
Bereits
am 3. Dezember hat der FOCUS eine
Coverstory
zum Thema "Scheidungskinder" gebracht.
- SPIEGEL
(2002): Dein Vater ist unser
Feind".
Wie der
heute 23-jährige Markus Molnár
die Scheidung seiner Eltern
erlebt hat,
in:
Spiegel Nr.9 v. 25.02.
- BRINKBÄUMER,
Klaus u.a. (2002) Im Reich der
Rosenkrieger
Uschi
Glas, Sabine Christiansen, die
Wussows - wenn Prominenten-Ehen
scheitern, liefern sie oft den
Stoff für Seifenopern. Warum
entblößen sich die
medienerfahrenen Kombattanten bis
auf die Knochen, und warum
schaffen es nur wenige, sich die
Kriegsberichterstatter vom Leib
zu halten?,
in:
Spiegel Nr.9 v. 25.02.
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- SPIEGEL
(2002): Ulf Poschardt.
Der 34-jährige Autor und
Ferrari-Fahrer über die Faszination des
Sportwagen-Fahrens,
in: Spiegel Nr.9 v. 25.02.
- Kommentar:
Interview mit
Ulf
POSCHARDT über sein
neues Buch
"Über
Sportwagen".
Das Thema
ist die konsequente Anwendung seines
vorherigen Buches
"Cool" . Dem
schlechten Image des Sportwagenfahrers
setzt POSCHARDT seine "romantische
Suche nach Erlösung" entgegen:
"Eine Frau zu finden, die auf dem
Beifahrersitz bei Tempo 300 lacht, ist
schwer. Es gibt sie aber."
HOUELLEBECQ
für die
Erben der
Generation Golf!
Im Sinne
von Florian ILLIES' Buch
"Anleitung
zum Unschuldigsein" bietet
sich das Sportwagen-Fahren als
Übungsfeld für Kinderlose mit
Schuldkomplex an (ein Aufkleber "Ich
bin Single" sollte dann auf dem
Fahrzeug nicht fehlen!). Hatte in den
60er Jahren der "Swinging
Single" noch hohes
Erregungspotenzial, so ist das heute der
Kinderlose im Sportwagen. Wäre es
anders, müssten sich Familienpolitiker
ein neues Single-Klischee suchen. Die
Aktion eignet sich deshalb auch für
Familienväter. Zum einen könnten sie
sich endlich einmal wie ein Kinderloser
fühlen und zum anderen würden sie das
Single-Klischee gleichzeitig sichtbar
bestätigen, da Sportwagenfahrer von
Passanten generell als Kinderlose
eingeordnet werden. Welchen Effekt ein
Aufkleber "Baby an Bord" auf
einem Sportwagen hat, das darf jeder
selbst ausprobieren.
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- BORNHÖFT,
Petra & Horand KNAUP (2002): Kitt der
Koalition.
Wahlkampfthema
Arbeitslosigkeit - nein danke! Die
Regierungsparteien entdecken die Familie - und
planen teure Versprechen.
in: Spiegel Nr.9 v. 25.02.
- Kommentar:
Die Kernwähler der
SPD sind zwischen 30 und 50 und gerade in
der Familienphase, heißt es in dem
Bericht.
Das lässt
zwei Schlüsse zu, entweder ist die SPD
wie die Familie ein Auslaufmodell oder
aber - was wahrscheinlicher ist: das
ganze Gerede von der Single-Gesellschaft
ist nichts anderes als die Singlerhetorik
einer starken Familienlobby, die sich als
Minderheit stilisiert.
War
Identitätspolitik in den 90er Jahren an
das Geschlecht oder an die sexuelle
Orientierung geknüpft, so wird sie nun
zunehmend offensiver mit der
Haushaltsform verknüpft. Damit wandelt
sich Identitätspolitik von der
Minderheitenpolitik zur Politik der neuen
Mitte.
Die
Grünen wollen die
Arbeitslosenzahlen elegant über eine
bevölkerungspolitische Maßnahme niedrig
halten: Frauen sollen das Kinderkriegen
durch finanzielle Anreize einer
"Kinderversicherung" vorziehen.
Sie werden dann für diese Zeit nicht in
der Arbeitslosenstatistik geführt. Dies
ist nichts anderes als die zweitmoderne
Version des "Zurück an den
Herd".
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- BORTOLANI,
Martina (2002): Garantin für Höhepunkte in
Serie.
Kim Cattrall, bekannt als
freizügige Samantha in
«Sex and the City», hat mit ihrem Mann
ein Weiterbildungsbuch für Liebespaare
geschrieben,
in: SonntagsZeitung
v. 24.02.
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- SALOMON,
Martina (2002): Selbstverwirklichung statt
Kinder.
Die
dramatisch fallende Geburtenrate sei eine Folge
des Wohlfahrtsstaates meint Sozialminister
Herbert Haupt (FPÖ). Die Bereitschaft,
"sich zurückzunehmen", wenn die Kinder
noch klein sind, sei gesunken. Der Minister will
an einer Trendumkehr arbeiten, sagt er im
Gespräch,
in: Der Standard v. 23.02.
- SALOMON,
Martina (2002): Mehr Hunde, weniger Kinder.
Der Geburtenrückgang stellt
Aufgaben, die nicht nur mit Geld zu lösen sind,
in: Der Standard v. 23.02.
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- SEZGIN,
Hilal (2002): Alles ist Spreu.
Von
der Liebe auf den zweiten Blick in Romanen und
Fernsehspielen,
in: Frankfurter Rundschau
v. 23.02.
- Inhalt:
Von Jane
Austen's "Emma" über die
"Sturmhöhe" bis
Ally
McBeal
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- VAL (2002):
Nur jeder sechste Bonner Haushalt hat Kinder.
Bonn wird immer mehr zur
Single-Stadt,
in: Bonner General-Anzeiger
v. 22.02.
- Kommentar:
"Die
vierköpfige Familie sei selten geworden,
sagt Kosack. 14 900 Haushalte mit einem
Kind gibt es in Bonn; 10 508 haben zwei
und 4 892 drei und mehr Kinder",
wird hier familienpolitisch korrekt
berichtet.
Erstaunlich ist es jedoch, wenn
Richard
KAUFMANN mit Blick auf die
Haushaltsstatistik von 1957 schreibt:
"Rund drei Viertel der Kinder finden
zu Hause gar kein oder nur ein
Geschwister".
Damals wurden ca.
300.000 Kinder mehr geboren als
heutzutage! Die
Haushaltsstatistik verzerrt offenbar die
tatsächlichen Familienverhältnisse und
dadurch wird die
Ein-Kind-Familie
überschätzt.
Der österreichische
Familiendemograph
Wolfgang LUTZ hat
deshalb der üblichen Haushaltsstatistik
eine Kinderstatistik gegenübergestellt,
die Aussagen über die Häufigkeit von
Geschwistern in Familien zulässt. Für
Österreich bedeutet dies:
"Die
haushaltszentrierte Betrachtung führt
u.a. dazu, daß das Phänomen der
Geschwisterlosigkeit überschätzt wird.
Aus dem Blickwinkel des Haushaltes stellt
die Einkindfamilie rund die Hälfte aller
Familien dar. Aus Kindersicht hingegen
handelt es sich um eine Minderheit von
weniger als einem Viertel, denn nach wie
vor lebt die große Mehrheit aller Kinder
mit Geschwistern zusammen. Die
haushaltszentrierte Betrachtungsweise
gibt Auskunft darüber, wie viele
Haushalte mit wie vielen Kindern welchen
Alters leben. Sie sagt aber z.B. nichts
darüber aus, wie viele Kinder mit wie
vielen Geschwistern zusammenleben." (BEZIEHUNGSWEISE
Nr.20 vom 07.10.1997)
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- SEIDL,
Conrad (2002): Statistiker belegt: Kindergeld
bringt nicht mehr Geburten.
Obwohl
das Kinderbetreuungsgeld - mit einer
Einschleifregelung - schon wirksam sein müsste,
sind die Geburten in den letzten Monaten stark
zurückgegangen. Besonders in Kärnten. Dass
Österreich wegen akuten Geburtenmangels
ausstirbt, ist aber nicht zu befürchten,
in: Der Standard v. 22.02.
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- FEHR,
Marianne (2002): Das Drecksgeschäft.
Niemand
kennt den Zustand der Gesellschaft besser als die
Putzfrau. Die Branche ist hart, die Konkurrenz
gross. Und: es mangelt an guten, legalen
Putzleuten
in: Die Weltwoche Nr.8 v.
22.02.
- Kommentar:
FEHR berichtet aus
der Schweizer
Dienstleistungsgesellschaft. Während die
amerikanische Journalistin
Barbara
EHRENREICH selbst in
die Rolle einer Putzfrau geschlüpft ist,
hat FEHR den normalen Weg gewählt. Wenn
man Ihrem Report glauben darf, dann sind
Singles bei der
Entlohnung der Dienstleistung
großzügig:
"Zum
Glück gibt es die immer zahlreicheren
gut verdienenden, urbanen Singles und
Paare. Sie leisten sich heutzutage gerne
den Luxus einer Perle, die sie aus
schlechtem Gewissen - für solche
Herrschaftsattitüden hat man früher das
Establishment gegeisselt - grosszügiger
entlöhnen."
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- HARPPRECHT,
Klaus (2002): Und plötzlich ist Stille.
Sibylle
Bergs zweites Debüt: unaufdringlich, behutsam im
Ton, erstaunlich,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 21.02.
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- ENCKE, Julia
(2002): Der Jargon der Missvergnügten.
Gut
geeignet als Bettlektüre: Bei den
Schlüsselwörtern hat jeder seine Vorlieben,
aber eine Provokation ist Michel Houellebecqs
Roman Plattform nicht,
in: Süddeutsche Zeitung v.
21.02.
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- OVERATH,
Angelika (2002): Das total designte Leben.
Rainer Merkels
New-Economy-Satire
"Das Jahr der
Wunder",
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 21.02.
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- BLOMERT,
Reinhard (2002): Von Jugendwahn bis
Rentnerschwemme.
Eine Tagung der
Evangelischen Akademie in Berlin über "Die
Alten und die Jungen",
in: Berliner Zeitung v.
19.02.
- Kommentar:
BLOMERT verteidigt
die Alten gegen die Angriffe der Jungen
und führt Argumente gegen den
"Krieg der Generationen" an,
der z.B. von
Konrad ADAM forciert
wird. BLOMERT beruft sich dabei u.a. auf
Martin
KOHLI, der den ersten
repräsentativen Alterssurvey geleitet
hat.
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- MÜLLER-LISSNER,
Adelheid (2002): Wenn Frauen Männer schlagen.
Studien
über weibliche Gewalt erfahren einen Boom -
jetzt beschäftigt das Thema auch das
Familienministerium,
in: Tagesspiegel v. 19.02.
- Kommentar:
Die Männerbewegung
kopiert
Alice
SCHWARZER und setzt
der Debatte um Männergewalt eine Debatte
um Frauengewalt entgegen. MÜLLER-LISSNER
möchte dagegen das
Kind als Opfer
thematisieren.
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- SYWOTTEK,
Christian (2002): Albtraum Familie.
Die Jugendhilfekosten steigen -
Betreuer müssen ausbügeln, was auch
Mittelschicht-Eltern nicht bewältigen,
in: Frankfurter Rundschau
v. 19.02.
- Kommentar:
Bei Mitarbeitern von
Institutionen, die heutzutage Kinder und
Jugendliche verwalten, ist
Susanne
GASCHKEs
"Erziehungskatastrophe" beliebt,
denn er entlastet diese Mitarbeiter und
sucht die Schuld bei den antiautoritären
Eltern und der Überforderung durch die
Verhandlungsfamilie (Ulrich BECK).
Bereits
Ende der 50er Jahre gab es das
Thema
"Luxusverwahrlosung". SYWOTTEK
wendet nun die modernisierte These auf
die Jugend- und Sozialhilfe an. Er
plädiert dafür Kindergrippen und
Ganztagsschulen zur Entlastung der Eltern
zu finanzieren, damit die ausufernden
Kosten für Jugend- und Sozialhilfe gar
nicht erst entstehen.
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- VOLKHOLZ,
Sybille (2002): Ein Sozialstaat muss aktivieren.
Das
neue Grundsatzprogramm der Grünen setzt auf
Eigenverantwortung. Wer das für neoliberal
hält, kommt über eine anonyme
Versorgungsgesellschaft nicht hinaus,
in: TAZ v. 19.02.
- Kommentar:
Sybille
VOLKHOLZ,
Abgeordnete der Grünen und eine
Angehörige der
68er-Generation,
verteidigt den aktivierenden Sozialstaat
gegen die gesellschaftliche Randgruppe
der Altlinken. Ihre Argumentation stammt
weitgehend vom Generationsgenossen, dem
Soziologen
Ulrich BECK.
Das
familienpolitische Leistungsprinzip
formuliert VOLKHOLZ mit einem Satz von
Hannah ARENDT:
"Wer die
Verantwortung für die Welt nicht mitübernehmen will, sollte keine Kinder
zeugen und darf nicht mithelfen, Kinder
zu erziehen."
Angesichts
der Tatsache, dass heutzutage Kinderlose
als Sozialschmarotzer diskreditiert und
bevölkerungspolitische Maßnahmen
zunehmend offensiver diskutiert werden,
muss eine solche Aussage weltfremd
erscheinen.
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Aktion
"Ich bin kein Single" des Verbandes
VAMV
- KERSCHER,
Helmut (2002): Der Urlaub ist gestrichen.
Allein Erziehende
klagen in Karlsruhe gegen
Steuer-Nachteile
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.02.
- Kommentar:
KERSCHER
berichtet, dass die Streichung
der Steuerklasse II auf ein
BVG-Urteil unter der
Federführung des Richters
Paul KIRCHHOF
zurückgeht. Die Richter
argumentierten damals mit dem
"Missbrauch des
Freibetrags" durch
Alleinerziehende:
"Es wurden nicht mehr allein
Erziehende mit Paaren verglichen,
sondern verheiratete und
unverheiratete Paare. Letztere
tarnten sich jedoch häufig als
allein Erziehende und kassierten
so den Freibetrag, monierte
Karlsruhe sinngemäß."
Wenn die Aktion nun "Ich bin
kein Single" heißt, dann
beinhaltet das auch eine gewisse
unfreiwillige Ironie, denn
partnerlose
Alleinerziehende
werden manchmal zu den Singles
gezählt. Das Gericht hat jedoch
gerade den "Missbrauch"
durch Alleinerziehende mit
Partner angeprangert.
Die Aktion hätte
konsequenterweise "Ich lebe
nicht in einer
Partnerschaft" heißen
müssen. Dies würde auch zu den
Porträts passen, die anlässlich
der Aktion in den Zeitungen
erscheinen: es sind immer
allein erziehende Partnerlose,
deren prekäre Situation
dargestellt wird.
Angesichts der
Debatte um die
Leistungsfähigkeit der Familie,
werden die leistungswilligen -
aber partnerlosen -
Yuppie-Moms
der Generation Golf
als Normalfall präsentiert und
nicht die Sozialhilfeempfänger.
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Aktion
"Ich bin kein Single" des Verbandes
VAMV
- Kommentar:
Die
Debatte in den USA gibt auch für Deutschland den
Kurs vor. Dort gilt die Familie als
Leistungsträger und die allein Erziehenden sind
als "unvollständige Familie" per se
leistungsunfähiger als "Vollfamilien".
In Deutschland waren solche Argumentationen lange
Zeit Tabu, werden jetzt jedoch angesichts leerer
Kassen wieder aktuell.
Da allein
Erziehende überdurchschnittlich oft zu den
Sozialhilfeempfängern gehören, sind sie
zwangsläufig Adressaten der Missbrauchsdebatte.
Typisch hierfür
ist die Argumentation des Volkswirtschaftlers
Gerd G. WAGNER (WELT
v. 31.01.2002), der die
"Transferabhängigkeit" von allein
Erziehenden abbauen möchte:
"Sozialhilfe,
die für Kinder gezahlt wird, kann von Eltern
auch für ihren eigenen Konsum missbraucht
werden. Betreuung hingegen kommt unmittelbar den
Kindern zugute (...).
Auf diesen Ausbau (...) sollten sich Bund und
Länder deshalb konzentrieren. Die
Transferabhängigkeit von allein Erziehenden
würde dann weit gehend verschwinden, und die
Diskussion über Arbeitsanreize könnte sich auf
die kinderlosen Sozialhilfeempfänger
konzentrieren."
Der Druck auf die
allein Erziehenden wird sich erhöhen. Daran
ändern auch Klagen vor dem
Bundesverfassungsgericht nichts.
Verfassungsrichter wie
Paul KIRCHHOF sehen allein
Erziehende sowieso als Familien zweiter Klasse
an.
- RATH,
Christian (2002): Alleinerzieher ohne
Freibetrag.
Das
macht auch Kanzlers Schwester Ilse
nervös. Daher zieht sie mit 94
Alleinerziehenden vors
Verfassungsgericht, um den gestrichenen
Steuerfreibetrag wiederzubekommen
in: TAZ v. 18.02.
- RATH,
Christian (2002): Avantgarde gegen das
Ehegattensplitting.
Die
Verfassungsklage der Alleinerziehenden
kann Erfolg haben,
in: TAZ v. 18.02.
- KNAPP,
Ursula (2002): Familien zweiter Klasse.
Steuern zahlen wie
Singles? Allein Erziehende ziehen dagegen
vor das Bundesverfassungsgericht
in: Frankfurter
Rundschau v. 18.02.
- DPA/Reuters
(2002): Diskussion über steuerliche
Vorteile für Eltern.
Grüne fordern
Reform bei Ehegatten-Splitting. Scheel:
Bei weiterer Schlechterstellung der
allein Erziehenden wird es ungemütlich,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 18.02.
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- BRINCK,
Christine (2002): Wie Baron Instetten die kleine
Annie abrichtete.
Nur
gedankenlose oder grausame Eltern wetteifern um
die Zeit ihres Kindes - Neue Studien zum
Entfremdungssyndrom,
in: Süddeutsche Zeitung v.
16.02.
- Inhalt:
Bereits Theodor
FONTANE hat in "Effie Briest"
jene Methode aufgezeigt, mit der
heutzutage Eltern im
"Scheidungskrieg" um das
Sorgerecht kämpfen. BRINCK kritisiert
die Praxis, dass den Kindern im Namen des
Kindeswohl ein Elternteil vorenthalten
wird.
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- DRIBBUSCH,
Barbara (2002): Die Uschi-Glas-Gesellschaft.
Auf
dem Partnerschaftsmarkt werden die tiefsten
Ängste einer alternden Wettbewerbsgesellschaft
verhandelt: dass man in der Liebe abgemeiert wird
in: TAZ v. 16.02.
- Inhalt:
Eine Kritik an
HOUELLEBECQs These von
der sexuellen Marktwirtschaft
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RM Special "Zuwanderung - Wer darf
kommen?
- FELS,
Markus (2002): UN-Studie.
Die Modellrechnungen
über die Entwicklung der europäischen
Bevölkerung stecken den politischen
Handlungsrahmen ab. Verjüngungskur mit
fremder Hilfe?
in: Rheinischer
Merkur Nr. 7 v. 15.02.
- Kommentar:
"Kernproblem
ist die niedrige Geburtenrate in
den Industrieländern. Die liegt
nämlich nur noch bei
durchschnittlich 1,2 Kindern pro
Frau", behauptet FELS.
Wie
FELS auf diese
Durchschnittszahlen kommt, ist
unklar. Tatsächlich haben selbst
die Länder mit den niedrigsten
Geburtenzahlen in Europa -
nämlich Italien und Spanien -
mehr als die angegebenen 1,2
Kinder pro Frau. Solche
journalistischen Schlampereien
sind im Zusammenhang mit der
Rhetorik
des Aussterbens
leider kein Einzelfall.
Das
Eurostaat-Jahrbuch 2001
ermöglicht einen Überblick
über die europäischen
Verhältnisse.
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- RÜDENAUER,
Ulrich (2002): Neben der Welt.
Der lange Abschied von einem
aus der WG,
in: Frankfurter Rundschau
v. 15.02.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. - 14. Februar
2002
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