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News vom 11. - 20. Februar 2003
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Zitat
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"Am
13. November 1992 erblickte ein schmales Taschenbüchlein von
gerade einmal 106 Seiten das Licht der Buchläden. Es hieß
Weil das Land sich ändern muss, und trotz seines geringen
Umfangs vereinte es unter seinen Autoren die Creme der
politischen Klasse Deutschlands: Marion Gräfin Dönhoff,
Meinhard Miegel, Wilhelm Nölling, Edzard Reuter, Helmut
Schmidt, Richard Schröder und Wolfgang Thierse malten die
Zukunft der Republik in düstersten Farben. (...). Heute, gut
zehn Jahre später, zeigt sich (...), dass der mit Abstand
richtigste Satz des ganzen Pamphlets (...) war: »Allenthalben
hat die Qualität der politischen Klasse nachgelassen.«
Besonders deutlich wird das im Kapitel »Damit die Deutschen
nicht aussterben«. Damit der geneigte Leser bereits an der
Pforte alle Hoffnung fahren lasse, beginnt es mit einem
Horrorgemälde: Bis Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts
werde die Bevölkerung Deutschlands um rund eine Million Menschen
abnehmen (...).
Starke Worte, nicht wahr? Nur mit einem kräftigen Haken: Keines
davon ist wahr. Jetzt, zehn Jahre später, können wir die ersten
Horror-Zahlen an der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung
messen. Und die Zahlen, die das Statistische Bundesamt für die
Bevölkerungsentwicklung in den 90er Jahren veröffentlicht, haben
nicht das Geringste mit der damaligen
Schmidt-Dönhoff-Miegel-Prognose zu tun: Die Bevölkerung
Deutschlands hat sich im Laufe jenes Jahrzehnts nicht etwa um
eine Million Menschen verringert, sie hat um mehr als drei
Millionen Menschen zugenommen!"
(aus:
Detlef Gürtler "Vorbild Deutschland", Februar 2003, S.43f.) |
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KÜHNE, Hartmut & Robin MISHRA (2003): Endlich Vorrang für die Kinder.
Wie kommt Rot-Grün aus der Krise? Ministerin Renate Schmidt fordert
mehr "Gesamtkonzepte". Die SPD-Politikerin hofft auf mehr Nachwuchs
und fürchtet, dass bald unsere Bildungselite ausstirbt. Gerade
Akademikerinnen bleiben häufig kinderlos,
in: Rheinischer Merkur Nr.8 v. 20.02.
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PFEIFER, Norbert 82003): "Noch setzen die Betriebe auf Olympia-Teams".
Gespräch mit dem Bremer
Politologen Nullmeier über die Arbeit in der Rürup-Kommission,
in: Weser Kurier v. 20.02.
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HEUSSER, Simon (2003): Dem alten Kontinent fehlen die Jungen,
in: Weltwoche Nr.8 v. 20.02.
- Kommentar:
Seit der
ECONOMIST seine
Titelgeschichte über den demografischen Niedergang von Europa
veröffentlicht hat, darf nun jedes Blatt seine Story zum Thema
präsentieren.
Heute
ist die schweizerische Wochenzeitung dran. Erstaunlich ist
eigentlich nur, welche Länder die niedrigste Geburtenrate in Europa
haben sollen. Möglicherweise liegen die Unterschiede des Rankings ja
darin begründet, dass niemand so recht weiß, ob nun das alte, das
neue, das EU-Europa usw. gemeint ist, wenn es um das demografische
Schlusslicht in Europa geht. Bei der
SonntagsZeitung ist jedenfalls die Schweiz vom Aussterben
bedroht.
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KNA (2003): Alterspyramide.
Frauen entscheiden sich gegen Kinder,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.
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SOHN, Manfred (2003): Immer tiefer ins demographische Loch.
Die Nation schrumpft: Gibt es einen Zusammenhang von Kapitalismus
und Geburtenrate? Zur Ökonomie untergehender Gesellschaften. Teil II
und Schluß,
in: Junge Welt
v. 18.02.
- Kommentar:
Manfred SOHN interpretiert auch im zweiten Teil
(erster Teil 17.02.) den demografischen Wandel
aus marxistischer Perspektive.
Seine
Untergangsvision gründet er auf der
keineswegs
sicheren Prognose von Herwig BIRG.
Sozialismus
oder Barbarei sind die Alternativen, die SOHN propagiert. Das
Eltern-Paradies stellt sich SOHN folgendermaßen vor:
"Es
wird ein »Lebensphasenmodell« geben, in dem jede und jeder, die und
der es möchte, in der Zeit, in der Menschen Kinder bekommen können,
bei voller Gewährleistung eines würdigen und voll in die
Gesellschaft integrierten Lebens gänzlich von jeder Arbeitspflicht
freigestellt werden".
Die
Vorform dieses Paradieses bestand in der DDR:
"Daß
so etwas geht, hat in Ansätzen die Vorform dieser künftigen
Gesellschaft schon bewiesen. Als in Westdeutschland der
Anteil der zeitlebens kinderlos bleibenden Frauen, der für den
Jahrgang 1940 bei 10,6 Prozent gelegen hatte, bis zum Jahrgang 1955
auf 21,9 Prozent gestiegen war, war er in der DDR für den gleichen
Geburtsjahrgang auf sieben Prozent gesunken. Das waren die
Geburtsjahrgänge, die voll in den Genuß der verschiedenen Maßnahmen
der DDR-Familienpolitik gekommen waren – bevor auch sie bei den
Versuchen, in der Produktion auf Westniveau zu kommen, nach und nach
abgebaut wurden und sich folglich die Zahl der kinderlos gebliebenen
Frauen mit einer gewissen Verzögerung ebenfalls an das Westniveau
annäherte".
Wie
Wolfgang ENGLER sieht er die Ostdeutschen also als Avantgarde.
Das
Problem von SOHNs Argumentation ist jedoch, dass die USA zeigen,
dass auch innerhalb des Kapitalismus eine bestandserhaltende
Geburtenrate möglich ist. Ob die reaktionär-religiöse Variante des
Kapitalismus - wie SOHN es darstellt - die einzig
erfolgsversprechende Kapitalismusform ist, die das zustande bringt,
das ist nicht sicher.
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BACHMANN, Klaus (2003): Ich heirate mich selbst.
Eine Niederländerin hat endlich die Single-Ehe durchgesetzt,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.02.
- Kommentar:
"Sie sei jahrelang mit sich uneins gewesen, ihr
»sachliches Ich« habe mit ihrem »emotionalen Ich« gerungen. Sollte
sie Wirtschaftswissenschaften studieren oder auf die Kunstakademie
gehen? Als der Konflikt ausgetragen war und sich Jennifer mit sich
selbst versöhnt hatte, beschloss sie, mit sich vor den Altar zu
treten", berichtet BACHMANN aus den Niederlanden über eine
"Single-Ehe".
Die sog.
Multioptions-Gesellschaft
(GROSS), deren Charakteristikum - oberflächlich gesehen - die
Wahlfreiheit ist, erhöht gleichzeitig die Sehnsucht nach einer
Ritualisierung des Alltags.
Kannten frühere Gesellschaften
noch rites de passage, d.h. Übergangsriten vom Jugend- ins
Erwachsenenalter, so ist die Moderne durch die Abwesenheit solcher
Riten gekennzeichnet.
Die
Eheschließung galt Mitte der 60er Jahren noch als Eintritt ins
Erwachsenalter. Den Singles fehlt jedoch ein solches Ritual.
Die "Single-Ehe" kann als eine
Form der öffentlichen Selbstverpflichtung angesehen werden, die einer
weitreichenden Lebensentscheidung die nötige Bedeutung verleihen
soll.
Es
ist eben nicht so, wie das Individualisierungspositivsten behaupten,
dass alle Entscheidungen reversibel sind. Diesem Ideal widerspricht
die Realität, dass Entscheidungen wie das Kinderkriegen durchaus den
Charakter von Weichenstellungen für das weitere Leben haben.
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OPIELKA, Michael (2003): Achillesferse des rot-grünen Reformprojekts.
In großer Bescheidenheit und ohne Not überlassen die Grünen der SPD
die Definitionsmacht über die Zukunft des Sozialstaats,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.02.
- Kommentar:
Der
Sozialwissenschaftler OPIELKA bezeichnet den subsidiären Pluralismus
als das Gebot der Stunde. Dies ist quasi die sozialdemokratische
Variante der
katholischen Soziallehre, die OPIELKA den Grünen
nahebringen möchte.
Die
Schweiz gilt ihm - wie auch Jürgen BORCHERT -
sozialversicherungsmäßig als Vorbild.
Ansonsten bietet OPIELKA nicht
viel Neues. Interessant ist höchstens eine Typologie, in der die
Subjekte eines zukünftigen Sozialstaats speziellen Sozialpolitiken
zugeordnet werden:
"Eine politische Beurteilung lässt
sich nur über die hinter den Diskussionen liegenden
Normalitätsannahmen gewinnen: meint man vor allem, wie die liberale
Sozialpolitik, den Selbständigen, gilt, wie für die konservative
Politik, vor allem der Bedürftige als Bezugspunkt, hält man den
Arbeitnehmer, wie die sozialdemokratische Sozialpolitik, als
Normalitätsmaßstab hoch, oder soll künftig, wie dies die Grünen
vielleicht meinen, der politische Bürger als künftiges Subjekt des
Sozialstaats gelten? Claus Offe hat dieses vierte, neue Leitbild der
Sozialpolitik als »Garantismus« bezeichnet , hier könnte der grüne
und zugleich verallgemeinerbare Gedanke zu finden sein: Er geht
davon aus, dass im Lebenszyklus der Mehrheit alle drei bisher
politisch privilegierten Rollen - selbständig, bedürftig,
Arbeitnehmer - potentiell vorkommen und, ergänzt um die systematisch
bislang unterbeachtete Familienrolle, ihre Integration in der
Bürgerrolle finden müssen".
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SCHEIDER, Rolf (2003): Die Hageströms haben gesiegt.
Deutschland hat weder Bourgeoisie noch Proletariat, dafür ein
omnipräsentes Kleinbürgertum,
in: Welt v. 18.02.
- Kommentar:
SCHNEIDER jammert über die kulturelle
Definitionsmacht der sozialen Aufsteiger mit Kleinbürgermentalität.
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- GÄCHTER, Sven (2003): Immer wieder
Lieder.
Kultautor Nick Hornby legt ein neues Buch vor: "31 Songs", betont
subjektive Kurzessays über große Momente der Popmusik. Profil
präsentiert zwei Texte im Vorabdruck,
in: Profil Nr.8 v. 17.02.
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WOLFSGRUBER, Axel (2003): "Die Systeme kollabieren".
Schonungslos rechnet der Naturwissenschaftler Hermann Adrian vor,
wie eine sinkende Geburtenrate den Wohlstand aller Deutschen ruiniert,
in: Focus Nr.8 v. 17.02.
- Kommentar:
Die nächste Rentenreform wirft ihre
Schatten voraus. Der Focus macht schon mal Stimmung gegen
Kinderlose.
"»Unter
der Decke sind wir ein sterbendes Volk.« Nicht nur der Hamburger
Hobby-Anthropologe Jürgen Rieger, nach eigenem Bekunden »national
gesinnt«, hat solche Erkenntnisse für das nächste Jahrtausend
extrapoliert: Danach müßte der »Volksbestand« der Republik in etwa
30 Jahren auf 37 Millionen geschrumpft und in 300 Jahren ganz und
gar verschwunden sein",
konnte
man bereits im SPIEGEL Nr.13 aus dem Jahr 1975 lesen. In 2 Jahren
müssten wir in Westdeutschland also auf 37 Millionen geschrumpft
sein. Im Jahr 2000 lebten jedoch fast 67 Millionen Menschen in
Westdeutschland. Davon keine 7 Millionen Ausländer, d.h. der vom
SPIEGEL zitierte Hobby-Anthropologe hat sich ziemlich verschätzt.
Wenn
uns jetzt also die Untergangspropheten wieder einmal erzählen
wollen, was so alles in 30 Jahren passiert, dann sollte man zuerst
einmal die Prognosen unserer Bevölkerungswissenschaftler aus dem
Jahr 1963 oder 1966 heranziehen. Keiner hat damals den Wechsel des
Geburtenverhaltens prognostiziert. Welche Geburtenrate für die
Generation Golf gilt, das kann heutzutage noch kein
Bevölkerungswissenschaftler sagen. Hermann
ADRIAN argumentiert, daß heute schon:
"8,5 Millionen
junge Menschen (fehlen) und damit Konsumbedarf. Familien stärken die
Binnenwirtschaft. Seit 1975 wurden jährlich 300 000 Kinder zu wenig
geboren. 20 Jahre später bedeutet das jährlich 250 000 Autokäufer
weniger oder 25 Jahre später 200 000 Wohnungen weniger".
Da
stellt sich zum einen die Frage, wo die Arbeitsplätze hätten
herkommen sollen. Mitte der 70er Jahre kam das Schlagwort von der
Jugendarbeitslosigkeit auf. Also eine Situation, die heutzutage sehr
vertraut klingt.
Zum
anderen ist die Bevölkerung Deutschlands bisher nicht geschrumpft,
sondern sie ist gewachsen.
1963
legte der Bevölkerungswissenschaftler Karl SCHWARZ eine
Vorausschätzung für das Jahr 2000 vor. Er prognostizierte 65
Millionen Menschen bei einer bestandserhaltenden Geburtenrate, die
dem damaligen Baby-Boom entsprach. Die Zahlen gelten für
Westdeutschland ohne Berlin, entsprechen also exakt den heutigen
Verhältnissen, nur dass die Zuwanderung die fehlenden Geburten
vollständig ersetzt hat.
Eine
gegenwärtige Konsumkrise aufgrund der Kinderlosigkeit in Deutschland
ist also eine Mär. Die
Geburtenrate liegt angeblich in Deutschland bei 1,4 Kinder pro Frau.
Dieser Querschnitts-Indikator kann jedoch in Zeitenwenden extrem in
die Irre führen.
Was
heutzutage im Zeichen des demografischen Wandels vergessen ist, das
wusste Gerd-Rüdiger RÜCKERT in den 70er Jahren noch:
"Die
künftige Fruchtbarkeitsentwicklung ist das bei Bevölkerungsprognosen
am schwierigste zu schätzende Element"
schrieb
er in der Dokumentation von der Jahrestagung 1977 der Deutschen
Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft e.V.. RÜCKERT zitiert dort
JÜRGENS (1975):
"Die 1966 auf der Basis des damaligen
generativen Verhaltens der Bevölkerung errechnete Prognose für die
Entwicklung der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland bis zum
Jahre 2000 ergab, daß die Bevölkerung noch um 14 Mill. Personen
wachsen werde. Sechs Jahre später, 1972, kam die nach den gleichen
Prinzipien, aber auf inzwischen veränderten Basis errechnete
Prognose zu dem Ergebnis, daß die Bevölkerung nicht wachsen, sondern
vielmehr um 5 Mill. Einwohner abnehmen werde."
Wenn
also bei renommierten Bevölkerungswissenschaftlern die
prognostizierte Bevölkerungsentwicklung für einen Zeitraum von 30
Jahren innerhalb von nur 6 Jahren um 19 Millionen Menschen schwanken
kann, dann sollte man bei den markigen Worten unserer
Bevölkerungsexperten erst einmal skeptisch sein.
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SOHN, Manfred (2003): Auf absterbendem Ast.
Die Nation schrumpft. Gibt es einen Zusammenhang von Kapitalismus
und Geburtenrate? Zur Ökonomie untergehender Gesellschaften (Teil 1)
in: Junge Welt
v. 17.02.
- Kommentar:
Die ZEIT hat gerade ihre
7teilige
Serie "Land ohne Leute" abgeschlossen. Die Junge Welt beginnt
deshalb ebenfalls mit einer Serie zum Thema. Manfred SOHN hat seine
Sicht der Dinge bereits am 08., 09. und 11.06.2001 in dieser Zeitung
dargelegt. Man kann also vergleichen, ob er Neues zu sagen hat.
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BÖHME, Christian/MONATH, Hans/SIRLESCHTOV, Antje (2003): Wie will
Rot-Grün das noch schaffen, Frau Göring-Eckardt?
Die Grünen-Fraktionschefin über Reformen, Rentner - und die
Amerikaner,
in: Tagesspiegel v. 16.02.
- Inhalt:
Die
Kinderpolitikerin GÖRING-ECKARDT verkündet
die aktuelle Leitlinie der Grünenfraktion zur Rentenreform:
"Aufgrund
der dramatischen demographischen Veränderungen reicht das bisherige
Rentensystem nicht mehr, um ein sorgenfreies Leben im Alter zu
sichern. Wir brauchen einen höheren Anteil Privatvorsorge und das
Einsehen der jetzigen Rentner, dass dieser Prozess an ihnen nicht
spurlos vorbeigehen wird. Wir müssen den Rentenbeitrag kurzfristig
wieder senken. Der Beitrag zur Rentenversicherung muss bis zum Ende
der Legislaturperiode unter 19 Prozent sinken. Das ist das Ziel. Und
er muss in den nächsten 30 Jahren deutlich unter 20 Prozent
bleiben".
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GRAEF, Nicola (2003): "Ein Seitensprung? Ist doch amüsant!"
Ihre Analysen zum Thema Frauen und Männer haben die Deutschen
verändert. Jetzt redet Margarete Mitscherlich über ihre eigene Ehe -
und das schwierige Verhältnis zu ihrem Sohn,
in: Tagesspiegel v. 16.02.
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KUMMER, Jochen (2003): Aus der WG an die Parteispitze.
Die unkonventionelle Andrea Ypsilanti soll Hessens SPD nach dem
Wahldesaster zu neuen Ufern führen,
in: Welt am Sonntag v. 16.02.
- Kommentar:
KUMMER stellt die gegensätzlichen Lebensstile der
Hessischen Kontrahenten Roland KOCH und Andrea YPSILANTI vor.
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Die soziale Vererbung der Scheidung
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MEIER-RUST, Kathrin (2003): Hausgemachtes Drama.
Die Forschung zu den Folgen einer Scheidung zeigt: Den meisten
Scheidungskindern geht es prima - wenn die Eltern ein Team bilden,
in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag v. 16.02.
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MEIER-RUST, Kathrin (2003): Glückliche Scheidungskinder.
Kinderarzt Remo Largo belegt in einem neuen Buch, worauf es
ankommt, damit Kinder eine Scheidung gut überstehen,
in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag v. 16.02.
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KOTHENSCHULTE, Daniel (2003): "Ich bin mit dem schlechtesten Geschmack
der westlichen Zivilisation gesegnet".
Hugh Grant über Lachprobleme, das Aroma von Europudding und andere
Katastrophen,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.02.
- Inhalt:
Hugh GRANT äußert sich diesmal u.a. zu Michel
HOUELLEBECQ:
"Glauben
Sie, es ist gefährlich, mit zu vielen Frauen zu schlafen?
Ich glaube, am Ende
liegt die Erlösung schon in Heirat und Kindern.
Ich lese gerade Michel
Houellebecq, sein
Buch Plattform. Bücher mit schmutzigen Stellen sind mir
die liebsten. Die schätze ich sehr, aber der Rest ist so unglaublich
deprimierend. Er sagt, dass uns die Verlockungen des Kapitalismus,
von denen wir denken, sie seien ein Segen, sexuell und emotional
vollkommen verdorben und verarscht haben. Jedenfalls habe ich ihn so
verstanden. Ich sollte schnell die Rezensionen auf Amazon.com lesen
und nachsehen, ob ich das Richtige denke."
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HUJER, Marc (2003): Orale Therapie.
George W. Bush verteufelt Kondome und fördert die
Jungfräulichkeit
- mit ulkigen Konsequenzen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.02.
- Kommentar:
Während sich Beatrice SCHLAG in der Weltwoche vom
09.01.2002 mit der "Achse des Keuschen" beschäftigt hat, die die USA
mit dem Iran und dem Irak bildete, berichtet HUJER direkt aus den
USA über "technische Jungfräulichkeit" als Folge der Einführung von
Abstinenzkursen.
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SCHMID, Wilhelm (2003): Ungeliebte am Valentinstag.
Philosophische Hilfestellungen,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 13.02.
- Kommentar:
"Das Ausbleiben der
Liebe, so bedauernswert es ist, ist nicht metaphysisch schlimm".
Wer solche Sätze liebt, der ist bei der
Philosophischen Lebensberatung als Konkurrenz zu Psychologie oder
Esoterik richtig. Ansonsten gibt es nichts Praktisches, sondern
Abstraktes zum Philosophikum der Liebe.
Die Quintessenz von
Wilhelm SCHMID kann man in
Ulrich BECKs "Das ganz normale Chaos der Liebe" auch als "Die
irdische Religion der Liebe" in wortgewaltiger und -reicher
Langfassung lesen.
Auf
das Hauptproblem der Ungeliebten antwortet
SCHMID:
"Der gute alte Seneca hält im neunten
seiner Briefe an Lucilius über Ethik einen einfachen Rat dazu
bereit: Si vis amari, ama – »wenn du geliebt werden willst, liebe!«"
Das mag
demjenigen, dessen Liebe nicht auf Gegenliebe stößt, kaum ein
Trost sein, aber nicht selten verhilft das Nicht geliebt werden,
wenigstens zu einem
höheren Bildungsniveau oder im besten Falle zum
Hipstertum.
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ROTH, Jürgen (2003): Heiliges Dahinbrüten.
Heimat ist da, wo ein funktionierender Fernseher steht: über
literarische Betrachtungsweisen der Provinz,
in: Junge Welt
v. 13.02.
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Fernsehtipp:
SWR-Fernsehen: Was war links?"
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HAUFLER, Daniel (2003): Rock, Minirock und Marx.
In einer ebenso ambitionierten wie unterhaltsamen Reihe widmet
sich der SWR der alten Frage: "Was war links?" - die Doku ist alles
andere als ein nostalgischer Rückblick
in: TAZ v. 13.02.
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WINKLER, Willi (2003): Kostümfest 1968.
Stones, Minirock und Che - war das alles links?,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.02.
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HACKENBERG, Thomas (2003): Lust und Liebe.
Liebe mit Abstand - living apart together
in: Lebensart. Sendung des WDR 5 v. 11.02.
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KAHL, Reinhard (2003): Der Buddha einer Generation.
Teddy, der Inkommensurable (2): Der Studentenbewegung öffnete
Theodor W. Adorno die Augen für die Nacktheit der Autoritäten. Aber
auch die Vertreter des Antiautoritären standen ohne Kleider da,
in: TAZ v. 11.02.
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MORTSIEFER, Henrik (2003): "Der Konsument ist ein Jäger".
Holger Jung, Präsident des Gesamtverbands der Werbeagenturen, über
die Konsumflaute, Geiz als Lockmittel und billige Marken,
in: Tagesspiegel v. 11.02.
- Inhalt:
Holger Jung spricht über die Erfindung des "Geiz ist
geil"-Slogans, der im Jahr 2002 das
Neue-Mitte-Feuilleton
erregte:
"In guten Jahren kann es nicht
teuer genug sein, in schlechten hält man sein Geld zusammen. Das ist
ganz normal. Als die Deutschen sich im Boom vom Sparstrumpf zum
Börsenzocker entwickeln wollten, hätten wir goldene Zahnstocher
vermarkten können. »Mein Haus, mein Auto, mein Boot…« war damals unsere Kampagne
für die Sparkassen, und ich musste mich in Talkshows dagegen wehren,
dass wir damit dem oberflächlichen Konsumerismus Vorschub leisten.
Heute passiert genau das Gegenteil. Die Deutschen, die Wert auf
Planungssicherheit legen, sind verunsichert und vorsichtig mit ihren
Konsumgewohnheiten geworden".
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
01. - 10. Februar 2003
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