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Medienrundschau:
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News vom
08. - 14. Februar 2004
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- Der wichtige
Artikel:
HERBON, Bernd (2004): Single bells.
"Quirkyalones": Rechtzeitig zum Valentinstag formieren sich die
glücklichen Einsamen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.02.
- Kommentar:
HERBON berichtet über eine neue
Single-Bewegung in den USA.
"Quirkyalones" nennt Sasha CAGEN jene
selbstbewussten Singles, die - entgegen dem
Bridget-Jones-Stereotyp
- ihr Single-Dasein nicht um jeden Preis überwinden möchten, sondern
ihrem Alleinleben Positives abgewinnen können.
In
den USA sind Kinderlose bereits seit der Ära CLINTON Anfang der 90er
Jahre massiv in die Defensive geraten. Die Regierung BUSH und
ihre neokonservativen Anhänger verfechten die Familienwerte noch
militanter.
In diesem singlefeindlichen Klima - das
mittlerweile auch in Deutschland spürbarer wird - haben die Singles
das negative Stereotyp vom "schrulligen Alleinstehenden" zu einem
Kampfbegriff umfunktioniert.
Diese Strategie verwendete die
Anti-Ehe-Bewegung bereits erfolgreich Ende der 60er bzw. Anfang
der 70er Jahren als erstmals Singles massenhaft öffentlichwirksam in
Erscheinung getreten sind.
HERBON schreibt zur neuen
Singlebewegung:
"Die
Anti-Gefühlsterror-Einheit meint es ernst: In einem ersten
Handstreich hat sie den Valentinstag gekapert und kurzerhand zum
»International Quirkyalone Day« erklärt. In diesem Jahr wird er
bereits in 40 amerikanischen und europäischen Städten gefeiert.
Initiatorin der Bewegung ist die Publizistin Sasha Cagen aus San
Francisco – eine aparte 30-Jährige, deren letzte längere Beziehung
nach eigenen Angaben mehrere Jahre zurückliegt. 1999 veröffentlichte
sie ihre Betrachtungen eines »eingefleischten Singles« in der
Zeitschrift To-Do-List und erhielt überwältigende Reaktionen.
Der Essay dient nun als Grundlage des gerade erschienenen
Buches »Quirkyalone: A Manifesto for Uncompromising Romantics«.
Inzwischen haben die »kompromisslosen Romantiker« eine heftig
frequentierte Website (www.quirkyalone.net)
und die Aufmerksamkeit aller großen US-Medien.
Cagens pathetisch-kämpferische Unabhängigkeitserklärung richtet sich
gegen falsches Mitleid der Gesellschaft und eventuell aufkommendes
Selbstmitleid der Alleinstehenden: »Als Romantiker, Idealisten und
Exzentriker empfinden wir unser Single-Dasein als natürlichen
Ruhezustand«. Quirkyalones, so Cagen weiter, sehen sich als
»Rebellen« in einer von Ehe und Partnerschaft bestimmten
Gesellschaft – spätere Liebesbeziehung oder gelegentliche
Lebensabschnittsgefährten natürlich nicht ausgeschlossen. Denn auf
keinen Fall sei man »anti-sex« und »anti-love« . Ein enges Netzwerk
von Freunden und Gleichgesinnten soll dabei helfen, den
Gefühlshaushalt der Quirkyalones zu stabilisieren. Damit nicht
passiert, was die Journalistin Heike Faller im »Kursbuch: Die 30-Jährigen« als
ultimative Horrorvorstellung ihrer Generation beschreibt: »Alleine
zu bleiben. Kinderlos. Bis man schließlich mit 60 beim Fensterputzen
ausrutscht und zwei Jahre später skelettiert aufgefunden wird.«
Freundeskreise als Familienersatz propagiert der amerikanische
Sachbuchautor Ethan Watters bereits als neues Zeitgeist-Phänomen. Auch dem
deutschen Lifestyle-Magazin Neon ist das Thema eine Titelstory wert.
Watters bezeichnet die Zweckgemeinschaften der »never-marrieds« als
»urban tribes« – Stämme von städtischen Singles mit eigenen
Ritualen und Treffpunkten, vorzugsweise chicen Cocktailbars."
Hinsichtlich der Einschätzung des
politischen Einflusses von Singles in Deutschland deckt sich HERBONs
Sichtweise mit jener, die von single-generation.de vertreten wird:
"In
Deutschland leben 13 Millionen Menschen allein – Tendenz steigend.
Das entspricht einem Drittel der Privathaushalte.
Doch die Größe dieser wachsenden Minderheit spiegelt keinesfalls
ihren Einfluss. Wahrscheinlich, weil es schwer fallen dürfte, ein
gemeinsames Sprachrohr für ältere Frauen mit winziger Witwenrente
und Ferrari fahrende Yuppies zu finden. So dienen Singles als
Zielscheiben unterschiedlichster Couleur. Im krisengeschüttelten
Sozialstaat werden sie schon mal als selbstsüchtige Hedonisten
etikettiert und gegen generationenvertragstreue Familien mit Kindern
ausgespielt."
Jetzt aber
aufgepasst liebe Leser! Nun folgt der Clou! Der Artikel wird von
single-generation.de nur als WICHTIG, NICHT ABER als SINGLEFREUNDLICH
eingestuft. Der Grund ist einfach: HERBON argumentiert unredlich!
Die Rede vom "schlafenden
Riesen", der von einer Singlebewegung geweckt werden könnte, lässt
sich nur durch eine
Argumentation auf der Haushaltsebene
rechtfertigen. Bereits 1/3 Singles. WOW! Und der Anteil steigt sogar
noch. WOW! Der politische Einfluss von Ehe und Familie ist in
Gefahr, soll das heißen. Her mit dem Familienwahlrecht würden jetzt
die
Familienfundamentalisten fordern.
Dies ist auch der Grund,
warum single-genreation.de in der
Individualisierungsthese eine Ursache des derzeit entstehenden
Familienfundamentalismus sieht. HERBON benützt die
singlefeindlichen Strategien der Individualisierungsvertreter, die
insgeheim Familienromantiker sind.
Betrachtet man die Machtverhältnisse
jedoch nicht auf der Haushaltsebene, sondern auf der Personenebene,
dann wird deutlich, dass hier von HERBON ein Papiertiger aufgebaut
worden ist.
Bei der Bundestagswahl 2002
gab es gemäß FAZ vom 24.09.2002 ca. 61,3 Millionen Wahlberechtigte.
Dem stehen jedoch nur ca. 13,5 Millionen Alleinlebende in
Deutschland gegenüber, d.h. die
Alleinlebenden stellen nur ca. 22
% der Wähler und nicht etwa 1/3, wie HERBON das suggeriert!
Erst nachdem dies klar
herausgestellt ist, kommt das zum Tragen, was HERBON als
Interessenantagonismus deutlich gemacht hat.
Die Heterogenität der
Single-Haushalte ist jedoch noch gravierender.
Grob gesagt, gibt es
mindestens drei Interessengruppen innerhalb der statistischen Gruppe
der Alleinlebenden, die sich aus der
Stellung im Lebenszyklus
ergeben:
Alleinlebende sind in
erster Linie Menschen vor der Familiengründung und in zweiter Linie
Menschen, deren Kinder nicht mehr im Familienhaushalt leben. Dagegen
sind Alleinlebende, die ihr Single-Dasein als Alternative zu Ehe und
Familie betrachten eine Minderheit der Alleinlebenden.
Diese lebenszyklischen
Interessengegensätze der Alleinlebenden werden dann noch einmal
durch die krassen Einkommensunterschiede innerhalb der statistischen
Gruppe der Einpersonenhaushalte torpediert.
Nur auf diese
Einkommensunterschiede hebt jedoch HERBON ab.
Nun dürfte auch dem letzten
Leser klar geworden sein, warum dieser Artikel zwar in der
familienfreundlichen Süddeutschen Zeitung erschienen ist, in dieser
Form jedoch nie für single-dasein.de geschrieben worden wäre.
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- CALONEGO, Bernadette (2004): Goldene
Geschäfte mit Singles.
Hätte der Kanadier Bruce Croxon seine Ehefrau übers Internet kennen
gelernt, besäße er ein unschlagbares Marketingargument für seine
Lavalife Inc., die zu den größten und erfolgreichsten
Internet-Partnerbörsen in Nordamerika zählt,
in: Der Standard
v. 14.02.
- Inhalt:
"Lavalife
ist nicht, wie etwa der US-Branchenführer Match.com Inc., vor allem
auf die Eheschließung ausgerichtet. Die Internetseite www.
lavalife.com bedient auch Kunden, die lockere Verbindungen
wollen, und bietet einen Kontaktservice für Schwule und Lesben an",
schreibt CALONEGO.
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KNUST, Christine (2004): Weißt Du noch?
Auf der Suche nach einer neuen Erinnerung rücken nun die neunziger
Jahre ins populäre Visier,
in: Welt v. 14.02.
- Inhalt:
"Die
Generation der unter 30-Jährigen entdeckt die neunziger Jahre als
goldenes Jahrzehnt", berichtet
KNUST und liefert danach ein Potpourri der Stile u.a. heißt es dann:
"Als Gegensatz zur modernen
Spaßgesellschaft wuchs der Grunge"
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FREUND, Wieland (2004): Gegen den Dampfhammer.
Colson Whitehead singt in seinem Roman "John Henry Days" die
grandiose Ballade vom richtigen Leben,
in: Welt v. 14.02.
- Inhalt:
"Es
ist 1996, die New Economy boomt, und das Jüngste Gericht des J.
Sutter ist eine Travelwebsite. J. ist freiberuflicher Journalist und
»Spesenritter«, ein Mann für beliebige Inhalte, der im Dienste
wechselnder Auftraggeber »Jubelprosa« schreibt, den »Hintergrundhype«
der Welt seit Gutenberg. Es rauscht.
J. und seinesgleichen haben das Wesen des Hypes längst erfasst. Ihre
Geschichten sortieren sie nach den ehernen Gesetzen des Neuen, der
Nachricht. Ihre Unterscheidungen sind dabei rein formal und genau
deshalb allgemeingültig anwendbar: J. und Kollegen schreiben über
Bobs Durchbruch, Bobs Comeback oder Bobs anhaltende Hipness, wobei
Bob Mensch, Produkt oder Idee sein kann, eine Band, ein Barbiturat,
eine bunt bedruckte Briefmarke wie im auserzählten Fall", erläutert
FREUND zum gerade erschienenen
Roman "John Henry Days" von Colson WHITEHEAD.
"Vor dem
Hintergrund der Ballade von John Henry bietet Colson Whitehead dem
Leser die Ballade von J. an. Sie erzählt vom Versuch der
Selbstbehauptung eines Menschen in der Popkultur.
Aufschreibesystemtheoretiker aus der Schule Friedrich Kittlers
werden ihre helle Freude daran haben, wie Colson Whitehead sich in
den historischen Passagen seines Romans am Mythos John Henry
abarbeitet. Er erklärt diesen Mythos zum Produkt derer, die ihn
fortschreiben, als Zeugnis ihrer Nöte und Ängste.
Bis in die Anfänge der Industriegeschichte populärer Musik wird der
Leser so geführt, lernt Sänger und Komponisten kennen, die ihre
Variante der Ballade von John Henry auf Notenpapier, im Räderwerk
des mechanischen Klaviers, auf Wachs oder Vinyl sehen wollen. (...).
So erfährt der Leser von einem Veteranen der Jubelprosa, dass sogar
die Flower Power-Bewegung ihren John Henry hatte. Für ein Konzert
auf dem Altamont Speedway anno 1969 hatten die Rolling Stones die
Hell's Angels als Ordner engagiert. In der Nacht ermorden die Angels
einen schwarzen Konzertbesucher. »Wer weint um die verlorene
Gegenkultur?«
Der Rest ist Frage. Wie frei ist der Einzelne, verstrickt in die
Verhältnisse? Wer hat denn eine Wahl? Kann man, kurzum, der
Popkultur entkommen, die nicht besser ist als andere Kulturen auch?"
stellt Anti-Popper FREUND die Systemfrage.
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- KREYE, Andrian (2004): Große Legende,
Short Cuts.
Mann gegen Dampfhammer: Heute erscheint Colson Whiteheads Roman
"John Henry Days",
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.02.
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THEMA DES TAGES: BGH-Urteil zu
Eheverträgen
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HÖLSCHER, Astrid (2004): Von der Hausfrauenehe zur Patchwork-Familie.
Das Familienrecht reflektiert an vielen Stellen ein verändertes
Frauen- und Männerbild. Ein Spruch von 1953 zwang die
Adenauer-Regierung, den Gleichstellungsgrundsatz ernster zu nehmen,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.02.
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RATH, Christian (2004): Dämpfer für dominante Gatten,
Der Bundesgerichtshof
verhindert, dass sich finanziell überlegene Ehepartner nach der
Scheidung auf unfaire Eheverträge berufen können. Erstens darf keine
Zwangslage ausgenutzt werden. Zweitens können Verträge richterlich
angepasst werden,
in: TAZ v. 12.02.
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DROBINSKI, Matthias (2004): "Zu Gunsten der Ehe".
Dieter Schwab, emeritierter Professor für Bürgerliches Recht in
Regensburg und einer der renommiertesten Familienrechtler in
Deutschland, begrüßt das BGH-Urteil,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
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KÜMMEL, Peter (2004): Wie man in Deutschland als Paar lebt.
Leben in Deutschland (20). Ein Leben zu zweit, mit oder ohne
Kinder, ist noch immer die große Glückshoffnung. Doch auf Dauer
zusammenzubleiben gelingt immer seltener,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 12.02.
- Kommentar:
Politisch Korrektes über das Paarleben in
Deutschland!
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KARMAKAR, Romuald (2004): Heldentod.
Ich habe einen Traum. Aufgezeichnet von Ralph Geisenhanslüke,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 12.02.
- Kommentar:
Der Filmemacher Romuald KARMAKAR bekennt sich um
Punk-Ideal "No more Heroes" und liegt damit quer zu unseren
selbsternannten Werteeliten, denen Selbstzweifel ein Fremdwort ist.
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MENSING, Kolja (2004): Sofort das Lachen einstellen.
Die Täter leben unter uns:
Romuald Karmakar besucht in seinem Wettbewerbsbeitrag "Die Nacht singt
ihre Lieder" das Konzentrationslager der Kleinfamilie in Berlin-Mitte,
in: TAZ v. 12.02.
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MENSING, Kolja (2004): Aramäisches Vaterunser.
Ein Buch kommt heute selten
allein: Um die Literatur "sinnlicher" zu machen, setzen Verlage auf
die Kombination mit CD und DVD. Auch die Musikindustrie hofft auf
Synergieeffekte durch die Allianz,
in: TAZ v. 12.02.
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MARTUS, Steffen (2004): Der finale Exzess.
Nach 120 Tagen ist alles vorbei: Lukas Hammerstein lässt
Berlin-Mitte die letzte Party feiern,
in: Berliner Zeitung v. 12.02.
- Inhalt:
MARTUS merkt zu Lukas HAMMERSTEINs Roman
"Die120 Tage von Berlin"
an:
"Apropos
»Angst« - Hammersteins Roman ist auch ein
Dokument der »Kultur der Angst«, wie sie der
amerikanische Soziologe Barry Glassner
beschreibt. Die
»Generation fun«, so der Stand der aktuellen Generationendebatte,
wird abgelöst von der »Generation fear«, die ihr Selbstvertrauen
verliert in der
Angst um den Job und um die Rente, vor dem Terrorismus und den
Naturkatastrophen, vor allem aber in der
Angst vor dem Anderen der eigenen Individualität und der
wohlgeordneten Single-Existenz. Hammersteins Pseudomieter
kündigen der Ängstlichkeit den Krieg an. Eine ihrer Losungen lautet:
»Keine Angst«, und im Rhythmus einer Litanei der Angstverbote - von
der Angst beim Aufwachen bis zur Angst vor der Zukunft über die
Ängste vor dem Finanzamt, den Neonazis, der Liebe und der Angst vor
der Angst - wippt die Gemeinschaft mit.
Hammersteins Roman ist ein Post-Poproman, ein Poproman nach dem Ende
des Popromans."
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MUTTER, Bettina (2004): Die Richtigen.
Überalterung und Nachwuchsmangel: Die Schweiz braucht dringend gut
qualifizierte, junge Einwanderer. Sonst droht dem Sozialstaat der
Kollaps,
in: Facts Nr.7 v. 12.02.
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PRANTL, Heribert (2004): Eheverträge - sittenwidrig?
Spätere Zahlung doch nicht ausgeschlossen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.02.
- Inhalt:
"Wenn
dieses Urteil heute bestätigt wird, geht im Familienrecht die Epoche
endgültig zu Ende, in der die Macht des (wirtschaftlich) Stärkeren
das Recht diktierte. Dann ist die ehevertragliche Diskriminierung
von Hausarbeit und Kindererziehung vorbei. Der wirtschaftlich
stärkere Ehepartner erhält so Nachhilfe darin, was eheliche
Solidarität bedeutet",
belehrt uns PRANTL.
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SCHRÖDER, Ralf (2004): New Sozi.
Die SPD nach Schröders Rücktritt,
in: Jungle World Nr.8 v. 11.02.
- Inhalt:
Der Titel widmet sich der SPD nach SCHRÖDERs
Rücktritt. R. nicht G. SCHRÖDER kommentiert die bisherige
Neue-Mitte-Politik:
"Dass
mittlerweile vielen öffentlichen und sozialen Infrastrukturen der
endgültige Ruin droht, führen die Regierung und ihre vertrottelten
neokeynesianischen Kritiker auf die aktuelle Wirtschaftsflaute
zurück. In Wirklichkeit sind die öffentlichen Kassen leer, weil
Rot-Grün die Großunternehmen und die Eliten der Republik von der
Pflicht befreit hat, genügend einzuzahlen.
Um ihre Täterschaft bei der Verschärfung des Klassenkampfes von oben zu
vertuschen, erfand die SPD-Spitze zwei Ausreden. Erstens würde es
unter der CDU für die kleinen Leute noch schlimmer kommen; zweitens
werde man zum Ausgleich für materielle Verschlechterungen die
Chancen auf Bildung und soziale Teilhabe ausbauen. Doch auch dieses
Versprechen, von Schröder 2000 in seinem Manifest »Die zivile
Bürgergesellschaft« mit viel Pomp bekräftigt, hat sich längst vor
den realen Entwicklungen blamiert.
Mit Studiengebühren, Elite-Universitäten und ihrer gesamten Schul-
und Sozialpolitik restauriert die SPD zentrale Elemente jener
starren ständischen Ordnung, für die die hiesige Bourgeoisie mit
ihren traditionell vormodernen Orientierungen schon immer eine
Vorliebe hatte. Was auf den ersten Blick wie ein Verstoß gegen die
kapitalistische Vernunft aussieht, könnte auch eine vorausschauende
Reaktion auf die langfristige Verknappung guter und
prestigeträchtiger Jobs sein."
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BARTELS, Gerrit (2004): Trommeln mit dem Teufel.
Nach den Buchskandalen der
letzten Zeit: Das Haltbarkeitsfeuilleton schlägt zurück. Es verdammt
den Zeitgeist, erkennt den Gesamtzustand der Literatur unserer
Gegenwart als erbarmungswürdig und wartet seinerseits mit Büchern und
Autoren auf, "deren Namen man auch in zwanzig Jahren noch kennt"
in: TAZ v. 10.02.
- Kommentar:
Gerrit BARTELS beschäftigt sich mit den Verfechtern
eines "Haltbarkeitsfeuilletons", zu dem
Thomas STEINFELD
und Helmut BÖTTIGER
in letzter Zeit Feuilletonbeiträge lieferten, die sich vor allem
durch einen antipopkulturellen Affekt auszeichneten. It's hip to be square!
Zum Abschluss geht
BARTELS auf das demnächst erscheinende Buch (Skandal
ausgeschlossen!) von
Helmut BÖTTIGER ein:
"In
seinem im März erscheinenden Buch »Nach den Utopien. Eine Geschichte
der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« stellt er ausschließlich
Autoren vor, »deren Werk bereits erkennbar ist und deren Namen man
auch in zwanzig Jahren noch kennt«(...).
In Auftrag gegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung
bringt dieses Buch die Kids auf den rechten Literaturpfad und hat
zum Schluss noch ein Wort zum Sonntag parat angesichts des Pop-Hypes
der letzten Dekade, »in der die Realität schneller gewesen sei als
die Kunst«: »Literatur, die auch Politik sein möchte, erzählt davon,
[von der schnellen Realität], statt darauf zu schielen, selbst zum
Medienereignis zu werden.«
(...).
»Was ist Literatur?« heißt Böttigers Einleitung, gefolgt von »Was
ist Kritik?« Hier muss eben der große Überbau her, hier muss ein
Bedenkenträgertum bezüglich des Überhandnehmens von Service,
Unterhaltung oder Quote gleich mit ins Rennen geschickt werden. Dass
Böttiger aber eine Christa Wolf auf sieben und einen Martin Walser
auf zehn Seiten vorstellen kann (...) - das will schon was heißen.
Da scheinen auch die Verfechter der guten, wahren, schönen und
haltbaren Literatur nach der Devise zu verfahren: Vom Zeitgeist
lernen heißt siegen lernen."
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SPIEGEL, Hubert (2004): Neue Stufe im Streit um Thor Kunkels
"Endstufe",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.02.
- Inhalt:
Hubert SPIEGEL kann das Verhalten von
Rowohlt-Verleger Alexander FEST nicht mehr nachvollziehen:
"Daß
ein Verleger aus einer gestrichen Manuskriptpassage zitiert, um
seinen Autor zu diskreditieren, hält
Kunkel
für unredlich: »Ich finde Alexander Fests Verhalten grauenvoll.»
Fest räumt im Gespräch ein, daß sein Vorgehen nicht den
Verlagsusancen entspricht und gibt den Vorwurf zurück: »Thor Kunkel
hat das Vertrauensverhältnis als erster zerstört.«
Endstufe? Ja, leider. Denn schlimmer kann die Form, in der hier im
Namen der Literatur gestritten wird, nicht mehr werden. Sie läßt den
Betrachter fassungslos zurück."
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SCHULZE, Gerhard (2004): Willkommen in der Warteschleife.
Sich selbst überlassen hocken die Naturwissenschaften in der ewigen
Abflughalle einer antiquierten Moderne,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.02.
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- Der wichtige Artikel
KIESER, Albrecht (2004): Demographie und Demagogie.
Über die "unumstößlichen" Grundlagen der Schröderschen "Agenda
2010",
in: junge Welt v. 09.02.
- Kommentar:
Während Kanzler SCHRÖDER das Weiter-So der
Agenda 2010 durch den Rücktritt vom Parteivorsitz retten möchte,
bröckelt die mediale Einheitsfront.
Lange Zeit stand
Single-dasein.de mit dem Vorwurf, die
Prognosen des nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftlers
Herwig BIRG seien unrealistisch, fast völlig alleine.
Der Journalist Detlef
GÜRTLER hatte dann im
August 2003 in der Welt zur neuesten Prognose geschrieben:
"Man
kann solche extrem unwahrscheinlichen Annahmen treffen. Die
wissenschaftliche Redlichkeit würde dann allerdings erfordern, noch
mindestens eine andere Annahme durchzurechnen. Zum Beispiel die
Bevölkerungsvorausberechnung der Vereinten Nationen, die Deutschland
im Jahr 2050 eine Geburtenrate von 1,64 prognostiziert. Das
Statistische Bundesamt hingegen hat zwar diverse unterschiedliche
Wanderungs- und Lebenserwartungsszenarien beschrieben, die
Geburtenrate aber konstant bei 1,4 belassen. Warum? Unter anderem um
»den Handlungsdruck auf die Politik aufrechtzuerhalten«, wie einer
der Beteiligten ebenso freimütig wie anonym zugab."
Das passte damals
jedoch nicht zur politischen Stimmung, weswegen der Artikel in der
Mitte-Presse keinerlei Widerhall fand.
In der
jungen Welt
(17./18.02.2003) berief sich z.B. Manfred SOHN in einer zweiteiligen
Serie ausdrücklich auf die Prognosen von Herwig BIRG, um den
Geburtenrückgang zu dramatisieren.
Nun wird erstmals ein
Statistikprofessor,
Gerd BOSBACH, als Kritiker der Prognose mit Namen genannt:
"die
demographische Prognose von der unbezahlbaren Überalterung ist
offensichtlich Humbug, wie jetzt ein Statistikprofessor aufgedeckt
hat, der selbst jahrelang im Statistischen Bundesamt tätig gewesen
ist. Gerd Bosbach lehrt heute an der
Fachhochschule Koblenz Statistik, Mathematik und Empirik, und was er
Hahlen vorhält, unterstreicht einmal mehr, daß sich das derzeitige
Sozialabbauprogramm auf gewagte Kaffeesatzleserei und bewußte
Halbwahrheiten stützt.
Drei Haupteinwände hält Gerd Bosbach den »vorgegebenen und
unausweichlichen« Prognosen (...) entgegen: Erstens sei eine
Bevölkerungsprognose bis zum Jahre 2050 als Grundlage politischer
Entscheidungen heute schlicht untauglich. Hätte man z.
B. 1953 eine Prognose für 2000 als zielsicher und handlungsleitend
ausgegeben, hätte man millionenfach daneben gelegen:
Wegen Anwerbeverträgen für »Gastarbeiter«,
Pillenknick und
1989er Zusammenbrüchen, von mehreren Kriegen und entsprechenden
Fluchtbewegungen ganz zu schweigen.
Nicht von ungefähr betrug die »Gültigkeitsdauer« der letzten neun
Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes im Schnitt vier
Jahre. Einige Vorgängerprognosen mußten sogar gänzlich über den
Haufen geworfen werden.
Die Prognose (...) unterschlägt – das ist das zweite Argument von
Gerd Bosbach – wesentliche demographische und ökonomische Größen. So
kommt (...) nicht vor, daß auch unproduktive Kinder und Jugendliche
ernährt werden müssen. Rechnet man aber diese Bevölkerungsgruppe in
die Prognose ein, dann müssen heute hundert Menschen zwischen 20 und
60 Jahren 82 Junge und Alte ernähren. Im Jahre 2050 würden es 112
Junge und Alte sein. Nicht 80 Prozent mehr als heute sondern 40
Prozent mehr. Und nur zwölf Prozent mehr als 1970, als 100
Erwerbsfähige 100 Junge und Alte ernährten. Solche undramatischen
Zahlen enthält auch die offizielle Bevölkerungsvorausberechnung.
Aber der Präsident des Amtes, die hohe Politik und die Medien wollen
sie offensichtlich nicht zur Kenntnis nehmen.
Eine andere Zahl wird von den Bundesdemographen allerdings komplett
ausgeblendet: die absehbare, steigende Arbeitsproduktivität."
Wenn jetzt plötzlich
die Prognose selbst in der Kritik steht, dann zeigt dies, dass die
Agenda 2010 viel grundsätzlicher zur Disposition steht, als dies die
Mitte-Politiker glauben machen wollen.
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HARTMANN, Michael
(2004): Elite und Masse.
Durch herausgehobene Leistungsträger nimmt die Spaltung der
Gesellschaft immer mehr zu und sie wird undemokratischer,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.02.
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CALONEGO, Bernadette (2004): Lavalife verkuppelt Singles im Internet.
Das Glück kommt per Doppelklick. Kanadier hoffen auf Geschäfte mit
Millionen Kunden und wollen ihr Angebot nach Deutschland exportieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.
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WALTER, Franz (2004): Lust der Mitte.
Die SPD muss sein, wie sie in Wahrheit ist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.
- Kommentar:
Zu WALTERs Analyse ist nichts mehr
hinzuzufügen, denn präziser lässt sich das Dilemma der SPD und
seines designierten Wundenheilers nicht beschreiben:
"Eigentlich
kann der Mann nur scheitern. Denn drei Aufgaben müsste Müntefering
zugleich lösen. Er muss die Sozialdemokraten regierungs- und
zukunftsfähig halten; er muss ihr heftiges Identitätsverlangen
stillen; und er muss ihre abtrünnigen Wähler zurückholen. Doch all
diese drei Aufgaben stehen in einem heftigen Kontrast zueinander.
Und überdies: für alle drei Aufgaben ist Müntefering im Grunde gar
nicht der richtige Mann."
WALTER rechnet aber
auch mit unserer neoliberalen Elite ab:
"In
den Modernisierungsmilieus dieses Landes muss man locker englisch
parlieren, mit großer Geste von Synergieeffekten reden und sich kalt
und höhnisch von der Sozialstaatlichkeit verabschieden können, um
hier wirklich Resonanz zu finden und zu punkten. Auf die
Müntefering-SPD werden diese Menschen immer nur mit herablassender
Verachtung hinabsehen. So lief das historisch schon immer ab. Hin
und wieder brauchte das Bürgertum in schwierigen Zeiten die
Scheidemanns, Eberts und Ollenhauers – oder eben die Münteferings.
Aber ernsthaft akzeptiert hat die deutsche Bourgeoisie die
korrekten, anständigen und verantwortungsbewussten
sozialdemokratischen Anführer nie."
Den sozialen
Aufsteigern der SPD wirft WALTER vor, dass sie sich zwar gerne als
"Schutzmacht der Entrechteten" aufspielen, aber weit davon entfernt
sind, dies auch tatsächlich zu sein:
"Die
Sozialdemokraten des Jahres 2004 sind Menschen, die längst
angekommen sind, arriviert, durchaus wohlständig, im Kern saturiert.
Doch weigern sie sich merkwürdigerweise, ihre gesellschaftliche
Position, ihre soziale Lage und ihren kulturellen Ort auf den
politischen Begriff zu bringen. Sie sind bundesdeutsche »Mitte«,
aber sie wollen das partout nicht aussprechen und sich eingestehen.
Sie befinden sich im wirklichen Leben keineswegs im quälenden oder
gar kämpferischen Hader mit der bürgerlichen Gesellschaft, sie tun
aber in papierenen, routiniert verfassten Parteitagsresolutionen so,
als wären sie nach wie vor die Emanzipationskraft der Entrechteten.
Die Sozialdemokraten der Geburtsjahrgänge 1941 bis 1945, die
weiterhin die mit Abstand stärksten Bataillone in der Partei und
ihrem Funktionärskorps bilden, haben vor dreißig Jahren ihre
politische Biographie kritisch, oppositionell, kämpferisch begonnen.
Das hat sie sozial, gesellschaftlich, auch politisch weit geführt,
das hat sie erfolgreich aufsteigen lassen, hat sie am Ende
gesellschaftlich integriert – und schließlich verändert. Doch
schauen sie immer wieder melancholisch auf ihren
lebensgeschichtlichen Ursprungsimpuls zurück, auch wenn nichts davon
ihr gegenwärtiges Handeln noch bewegt."
WALTER sieht im
Bekenntnis zur "sozialen" Mitte die Chance der SPD:
"Müntefering
ist – wie die Sozialdemokratie insgesamt – Mitte. Und genau darin
könnte dann doch vielleicht eine Chance für ihn und seine Partei
liegen. Müntefering ist, denkt, handelt so wie die meisten
Deutschen. Er weiß, dass sich Wirtschaft und Gesellschaft ändern
müssen. (...).
Das Motto vom sozialen Ausgleich mag dem Feuilleton langweilig
klingen. Aber Müntefering hält es für richtig und wird sich daran
politisch orientieren.
Eben so, exakt so, sieht es indes auch die breite Mitte der
deutschen Republik. Sie ist auf störrische Weise anders, als es die
Meinungs- und Wirtschaftseliten gerne hätten. Die deutsche Mitte
tickt nicht wie der Chef von McKinsey, wie die Mitglieder der
Herzogkommission, wie professorale Wirtschaftsgutachter – oder wie
Friedrich Merz. Die deutsche Mitte ist ziemlich münteferingisch.
(...). Er muss den Sozialdemokraten lediglich beibringen, dass sie
sich politisch dazu bekennen, was sie gesellschaftlich längst und
unspektakulär sind: Mitte nämlich – vernünftige,
leistungsorientierte, sozial ausgleichende, unelitäre Mitte."
Das Bekenntnis zur
sozialen Mitte heißt jedoch letztlich, dass die Unterschicht sich
selbst und selbsternannten Sozialpopulisten überlassen bleibt:
"in
den Vorstadtsilos der deutschen Städte wollen die Gestrandeten und
Marginalisierten von einem solchen Bildungs- und
Arbeitspaternalismus nichts hören. Das sozialdemokratische »Fordern
und Fördern« spiegelt nicht ihre zerstörte, aussichtslose
Lebensgeschichte. Müntefering wird daher nie zum Hoffnungsträger
dieser neudeutschen Unterschichten avancieren. Dort reüssiert
bekanntlich europaweit ein ganz anderer Typus, der hierzulande
allerdings bislang noch nicht aus dem politischen Schlamm
hervorgekrochen ist."
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PROFIL (2004): Gesellschaft: Rezession, Mauserl!
In den Neunzigern sah es kurz
so aus, als sei es ein Privileg, Frau zu sein, und als könnten die
Frauen sich jeden Tag neu und frei entscheiden, wie sie es sein
wollten. Doris Knecht über die Ernüchterung im neuen Jahrtausend – und
warum nur „Sex and the City“ hilft,
in: Profil Nr.7 v. 09.02.
- Inhalt:
"Die
coolen so genannten Girlies, die in den Neunzigern die Nase, wenn
schon nicht vorn, dann zumindest oben und die Pappn offen hatten,
die waren ja damals auch schon um die 30, dann kam das neue
Jahrtausend, und plötzlich waren sie 35 und 40. Und 35, 40 ist
natürlich ein verfluchtes Alter für Frauen. Weil: Die Kinderfrage
muss entschieden werden; ja oder nein, für vielleicht ist keine Zeit
mehr",
heißt das Dilemma der postfeministischen
Frau. Da die Welt alles andere als erfreulich ist, bleibt den
Österreicherinnen jetzt nur noch das Warten auf die
letzte Staffel von "Sex and the City" im ORF:
"Die
Botschaft jedenfalls lautet: Eine Frau sollte sich lieber auf
niemanden verlassen als auf sich selbst (und ein bisschen auf die
besten Freundinnen). Es ist zwar nett, einen Mann zu haben, aber es
wird dich nicht retten. Rechne auf keinen Fall damit, dass es die
Welt da draußen gut mit dir meint – mach halt das Beste daraus. Und
vor allem: Die Neunziger sind vorbei, als es so aussah, als könntest
du alles kriegen und alles sein, wenn du nur willst. Was immer das
ist. Auch Fußballerin."
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MAYER, Verena (2004): Die Prinzenrolle.
Asfa-Wossen Asserate bringt den Deutschen
Manieren bei – mit einem Buch, das ein Bestseller geworden ist. Sogar
Gerhard Schröder beruft sich auf den äthiopischen Adeligen. Die
Analyse eines Erfolgs,
in: Tagesspiegel v. 08.02.
- Kommentar:
Muss es denn immer die Wahrheit sein?
fragt Verena MAYER und meint, dass der gute Zweck (den Deutschen
Manieren beizubringen) die Mittel heiligt:
"Fälle
von Fälschen oder Abschreiben mit deutscher Gründlichkeit zu ahnden,
liegt im Interesse jener, deren geistiges Eigentum geklaut wurde.
Was aber, wenn jemandem beim Helfen schlicht die eigene Brillanz
durchgegangen ist? Natürlich, ein Hinweis hätte nicht geschadet
(vergleiche: Dieter Bohlen mit Katja Kessler). Schon deshalb, um den
Unterstützten vor der Peinlichkeit der Erklärungsnot zu bewahren.
Besonders in Hinblick auf den 19. Februar, denn da wird Asfa-Wossen
Asserate der Chamisso-Preis übergeben, ein Preis, mit dem der Autor
für seinen Stil ausgezeichnet wird. Aber muss es denn wirklich immer
»Nichts als die Wahrheit« sein?
Was sind denn Manieren? Manieren sind der gekonnte Umgang mit Echt
und Gekünstelt, ein Spiel, das den Menschen davor bewahrt, immer er
selbst sein zu müssen, »das Parfum, das vergessen lässt, dass wir
stinken, und wie beim Parfum ist es klug, sich Manieren anzueignen,
die mit den persönlichen Gegebenheiten nicht in kreischendem
Gegensatz stehen, sondern sie glücklich ergänzen«, wie es im Kapitel
»Der schöne Schein« heißt."
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MELLER, Marius (2004) Unter Verdacht.
Der Streit um Thor Kunkels Nazi-Roman "Endstufe" eskaliert,
in: Tagesspiegel v. 08.02.
- Kommentar:
Im elitären Kulturbetrieb wird mit zweierlei
Maß gemessen.
Ist sich das Establishment
beim Manieren-Buch über das Motto einig: "Ein bisschen Spaß muss
sein", kennt man bei
Thor KUNKEL keinen Spaß
Image-Designer wie
Thomas
STEINFELD, die HOUELLEBECQ ("ein schlechter Autor", aber
offensichtlich ein Autor, der den richtigen Kampf kämpft) vehement
verteidigen, kennen plötzlich nicht mehr den Unterschied zwischen
Romanfiktionen und Sachbüchern. Sie verwechseln dann schon einmal
Marketingsprüche in Verlagsprospekten mit Romaninhalten.
Henrik M. BRODER hat im
Spiegel nun die Vorwürfe gegen KUNKEL auf die Spitze getrieben,
wie MELLER berichtet.
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Zu den News
vom 01. - 07. Februar 2004
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