| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
05. - 09. Februar 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
RUTSCHKY, Michael (2005): Neuzugänge bei der Boheme,
in: TAZ v. 09.02.
- Kommentar:
Die 68er sind sichtlich gealtert. Nach 30 Jahre
Wirtschaftskrise kommen sie uns immer noch mit den alten
Bohemekonzepten (Da war selbst
Diedrich
DIEDERICHSEN vor 10 Jahren schon weiter), mag sein, dass die
Erbengeneration das Geld ihrer Eltern noch eine zeitlang verprassen
kann.
Für andere wird es dagegen jetzt schon
eng. Darüber schreibt Ijoma MANGOLD.
|
|
| |
|
- MANGOLD, Ijoma (2005):
Das neue Subproletariat.
Inwieweit profitiert die NPD vom "White Trash"?
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.
- Kommentar:
Ijoma MANGOLD
erteilt dem Bild von Deutschland als nivellierter
Mittelstandsgesellschaft (SCHELSKY) eine klare Absage:
"Diese Zeit ist vorbei.
Deutschland ist eine Klassengesellschaft - wenn auch eine ohne
Bewusstheit für die sowohl feineren wie auch deutlich gröberen
Unterschiede."
Für MANGOLD hat sich ein Subproletariat herausgebildet
"eine regelrechte Unterschicht, die nicht einfach arm ist, weil sie
wenig verdient, sondern die insgesamt an der Dynamik, der
Lebensweise und den Chancen der Mehrheitsgesellschaft nicht
partizipiert."
MANGOLD bezeichnet dieses neue Subproletariat als "White Trash". Ihr
Kennzeichen: "sie verwahrlosen physisch, ihre Sozialformen sind
überaus instabil, sie sind unproduktiver Ballast".
MANGOLD geht jedoch noch weiter. Er unterstellt eine Homogenität,
die angeblich durch die empirische Sozialforschung abgedeckt sei:
"Liest man die entsprechenden Untersuchungen der empirischen
Sozialforschung, stellt sich ein eindeutiges Bild dar: Die neuen
Unterschichten sind kinderreich, aber sie kennen kaum mehr stabile
Familienverhältnisse. Sie schauen eklatant mehr Fernsehen als der
Bundesdurchschnitt und sie rauchen mehr (was durch die Tabaksteuer
zu einer absurden Umverteilung von unten nach oben führt). Sie
ernähren sich ungesund und das bevorzugt durch teures Fast Food"
usw. usw. usw.
Was MANGOLD hier aufgezählt hat, das kann man haargenau so bei dem
neokonservativen Historiker
Paul NOLTE nachlesen.
Und geht man ins Jahr 1961, dann liest man bei dem
Bevölkerungswissenschaftler Hans W. JÜRGENS, dass es sich bei der
hier beschriebenen Lebensweise um
"Asozialität" handelt. MANGOLD beschreibt das Subproletariat als
Klasse der asozialen Großfamilien.
Diese Beschreibung dürfte eher Ausdruck einer sozialpopulistischen
Instrumentalisierung des "White Trashs" durch die neue Mitte sein,
als dass hier die neuen Unterschichtsangehörigen wissenschaftlich
ausreichend beschrieben sind.
MANGOLDs Ausführungen sind Teil der neuen bevölkerungspolitischen
Ausrichtung.
Die Wiedereinführung der Asozialität ist notwendig, weil nur dadurch
Fördermaßnahmen für die Eliten - wie das geplante Elterngeld -
rechtfertigbar sind.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
BARTELS, Gerrit (2005): Ohne Not in Not.
Zwei Frauen, drei
Wohnungen, ein Roman: Wilhelm Genazino erzählt in "Die
Liebesblödigkeit" von einem professionellen
Zivilisationsapokalyptiker und dessen Mühen mit der Liebe
und dem Leben,
in: TAZ v. 08.02.2005
|
|
| |
|
-
KAUBE, Jürgen (2005): Otto Normalabweicher.
Vom Aufstieg der Minderheiten,
in: DeutschlandRadio Berlin v. 07.02.
- Kommentar:
Jürgen KAUBE erzählt uns die Story
vom Aufstieg der Minderheiten:
"Die Soziologen sprechen von
»Individualisierung«. Damit meinen sie, dass es nicht mehr möglich
sei, sich in all diesen Dimensionen des eigenen Lebens an einem
durchschnittlichen Verhalten, also am Normalfall zu orientieren. Ob
man Kinder hat oder nicht, ob man sich kirchlich bindet, welche
Partei man wählt und welche Kleidung man trägt, ja im äußersten
Extrem sogar die Geschlechtszugehörigkeit - schlechterdings alles
sei zu einer Frage eigener Entscheidungen geworden.
(...).
Diesem Bild ist vorgeworfen worden, es übertreibe die Wahlfreiheit
des modernen Individuums. Das mag sein. Eine viel größere
Übertreibung liegt aber darin, dass hier überhaupt von
»Individualisierung« gesprochen wird. Denn aus dem Zerfall des
Typischen und Durchschnittlichen, also aus dem Zerfall eines klaren
Mehrheitsverhaltens ergeben sich nicht Individuen, sondern -
Minderheiten.
Und eben dies war in den letzten Jahrzehnten auf vielen Ebenen des
gesellschaftlichen Lebens zu beobachten: der Aufstieg der
Minderheiten. Man könnte auch sagen: der Aufstieg von »Otto
Normalabweicher«."
Daraus zieht Jürgen
KAUBE den Schluss:
"Es
gehört (...) zu den Risiken, die eine moderne Gesellschaft auf sich
nimmt, dass sie ihren Mehrheiten mitunter das Gefühl vermittelt,
selber nur eine Minderheit zu sein."
KAUBEs Story hört
genau dort auf, wo es spannend wird, nämlich in der Gegenwart.
Was KAUBE
beschrieben hat, ist die Strategie der Identitätspolitik, die zwar
zuerst von bestimmten Minderheiten erfolgreich praktiziert wurde,
aber mittlerweile vom Mainstream adaptiert wird.
Single-dasein.de
wird im Thema des Monats März belegen wie Singles durch statistische
Taschenspielertricks zur Mehrheit stilisiert wurden, während die
Familienmehrheit zur Minderheit stilisiert wird.
Dieser Fall spielt
bezeichnenderweise bei KAUBE keine Rolle, denn er ist das
Kennzeichen eines gesellschaftlichen Paradigmenwechsels, der sich in
den 90er Jahren vollzogen hat.
Das Feindbild
Single dient in der Identitätsstrategie des Mainstreams der Stärkung
des
Familialismus.
Ohne den
Terror der Individualisierungsthese wären Einpersonenhaushalte
niemals in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gelangt.
Historiker werden dereinst die Interessenlagen sondieren, die dazu
geführt haben. Fakt ist:
Singles sind Sündenböcke im Kampf der Lebensstile.
Was KAUBE uns hier
aufgezeigt hat, das galt für gestern. Heute gilt:
Normalismus ist angesagt!
|
|
| |
|
-
WIN (2005): Der Single-Markt wird übersichtlicher,
in: Welt am Sonntag v. 06.02.
- Kommentar:
"Du
meine Güte, liebe Singles, es wird eng. Die Partnerschafts-Agentur
Parship.de hat in dieser Woche das Alleinsein-Phänomen ernsthaft
unter die Lupe genommen. Keine Umfrage, eine echte Studie. Kein
Abfragen der Einpersonenhaushalte, sondern ein indiskretes »Besteht
eine Partnerschaft?« Herausgekommen ist, daß es in Deutschland mit
11,2 Millionen Partnerlosen rund drei Millionen weniger Singles
gibt, als all die Jahre vermutet. Für Vergebene ist das beruhigend
(drei Millionen weniger, die meinen Schatzi angraben). Für Einsame
erschreckend (drei Millionen potentielle Traumpartner futsch.)",
schreibt WIN.
Du meine Güte,
liebe Journalisten, seid Ihr tatsächlich so dumm, oder tut Ihr nur
so? Wir hoffen für Euch letzteres. Jedenfalls sind wir Leser mit
Euch mehr als bestraft!
Seit Jahren ist bekannt,
dass die Zahl der Partnerlosen überschätzt wird. Wer lesen konnte
(vielleicht gehören Journalisten ja zu den Analphabeten?), der hat
das gewusst!
Und wer sich im Internet
informiert, statt in den angeblichen Qualitätszeitungen, der müsste
noch aufgeklärter sein.
Für die dummen
Journalisten hier nochmals zum Mitschreiben:
Die ominösen 3 Millionen
sind jene, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden - also die
Hüterin des politisch korrekten Lebensstils (Normalismus-Alarm!!!)
amtlich beglaubigt.
Einpersonenhaushalte gelten den amtlichen Erbsenzählern als Hort der
Partnerlosen. Single-dasein.de hat im Thema des Monats Februar der
Unwilligkeit unserer Statistiker das Thema "Der Alleinlebende - Das unbekannte Wesen"
gewidmet.
Dort wird genau erklärt,
warum Alleinlebende weder partnerlos noch kinderlos sein müssen, ja
noch schlimmer: sie müssen nicht einmal allein wohnen!
Man fragt sich eigentlich
nur, warum es gegen diese Zumutung keinerlei wirksamen Widerstand
gibt.
Und noch etwas. Die WAMS
predigt ihren Lesern von Woche zu Woche, wie beliebt in Deutschland
der Seitensprung ist. 3 Millionen weniger Partnerlose heißt deshalb
eben nicht, dass Vergebene nun beruhigt sein könnten....
|
|
| |
|
-
WELTER, Patrick (2005): Kinder sind Privatsache.
Doch der Staat hat sie längst als Beitragszahler vereinnahmt. Das
ist unmenschlich.
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.02.
- Inhalt:
Patrick WELTER entdeckt den tiefen Humanismus
der Ökonomik:
"Die Entscheidung der
Eltern für ein Kind ist immer eine sehr persönliche. Das steht im
Einklang mit dem Ansatz der Ökonomik, die subjektiven Interessen des
einzelnen in den Mittelpunkt zu stellen, und es entspricht dem
normativen Individualismus (...).
In der politischen
Diskussion wird dieses Kernelement der Ökonomik in der Regel mit den
Füßen getreten - und damit die Menschlichkeit (...). Oder ist es
menschenwürdig zu nennen, dass Kinder gepriesen werden, nicht zur
Freude der Eltern und des Kindes, sondern
um die Rentenkasse liquide zu halten? Daß Politiker beklagen,
Deutschland verdumme, weil viele gering Gebildete und kaum
Akademiker Kinder zeugten? Entspricht es der Menschlichkeit, daß,
gewollt oder ungewollt Kinderlose
bei der Pflegeversicherung mit einem Malus belegt wurden und
mehr einzahlen müssen als Eltern, die ihre vermeintliche Pflicht für
das Gemeinwohl erfüllt haben?"
|
|
| |
|
FOCUS-Titelgeschichte:
Single-Alarm! Die Jagd nach Mr. Right & Miss Perfect.
Warum sich Männer und Frauen nicht mehr
finden |
-
Marika SCHAERTL (2005): Die Suche nach Miss Perfect
und Mr. Right.
Warum sich Männer und Frauen nicht mehr finden
- eine Bestandsaufnahme und drei wissenschaftliche
Liebesglücks-Formeln,
in: Focus Nr.6 v. 05.02.
- Kommentar:
Das Marktforschungsinstitut Innofact hat im Auftrag
der Partnerschaftsagentur Parship die
Single-Studie 2005 erstellt.
Im Gegensatz zu den
üblichen Single-Studien werden Singles nicht als
Alleinlebende (Einpersonenhaushalte) oder als
Alleinstehende (Familienstand), sondern als
Partnerlose definiert.
Single-dasein.de hat immer wieder darauf hingewiesen, dass weder
die Einpersonenhaushalte noch der Familienstand ein Indikator für
Partnerlosigkeit ist. Seit dem Familiensurvey 1988 lagen dazu
auch erste repräsentative Daten vor, was lange Zeit niemanden
interessierte. Nun scheinen also die Partnerlosen in den
Mittelpunkt zu rücken.
Was macht der FOCUS jedoch daraus? Eine dröge Story, die den
Sozialpopulismus dieser Tage
verdoppelt:
"Die Nation ist echauffiert, das Single-Image angeschlagen. Nichts
mehr mit »Swinging« und leuchtender
»Speerspitze der Individualisierung«, wie in den 90ern
Soziologe Ulrich Beck frohlockte. Freilich werden die
heimischen Einzeltierchen nicht gleich als »Parasiten-Singles« gegeißelt wie in Japan.
Und doch geraten sie auch hierzulande allmählich zum
Schreckgespenst der neuerdings schwer auf Familie eingeschworenen
Gemeinschaft", erläutern die Autoren.
Regelmäßigen Lesern von single-dasein.de dürfte diese
journalistische Schreibe sattsam bekannt sein. Wer diese Seiten
durchstöbert, der findet alle Zutaten, die die FOCUS-Autoren nur
noch zu einem ungenießbaren Brei durcheinander gerührt haben.
Offensichtlich haben die FOCUS-Autoren das Neue der Parship-Studie
gar nicht begriffen!
Die FOCUS-Autoren versuchen krampfhaft die Kategorien aus der
Alleinlebenden-"Forschung" auf die Partnerlosen zu übertragen. In
den vorgestellten Single-Typen finden wir deshalb alle Elemente
der Lifestyle-Soziologie wieder: überzeugte Singles,
transitorische Singles, Frust-Singles (also New Spinsters im Sinne
von Matthias HORX), Verweigerer, Panik-Singles. Die Autoren haben
nicht begriffen, dass es sich bei den Partnerlosen nicht um die
Alleinlebenden und auch nicht um die alleinlebenden Partnerlosen,
sondern um Partnerlose handelt, d.h. es geht auch um
alleinerziehende Partnerlose (sie werden fälschlicherweise meist
den Alleinlebenden zugeordnet) und um Nesthocker ohne Partner.
Die Sozialstruktur der Partnerlosen ist eine völlig andere als die
Sozialstruktur der Alleinlebenden!
Im FOCUS wird die
"Contrasexual Women" als Typus der Partnerlosen folgendermaßen
beschrieben:
"Sie sind karriereorientiert, aber abenteuerlustig, besitzen eher
eine Eigentumswohnung als Dutzende Manolo-Blahnik-Schuhe".
Das mag eine Konzession an die Yuppie-Zielgruppe des FOCUS sein,
aber für die Gruppe der Partnerlosen ist diese Kategorie
schlichtweg irrelevant, denn die wenigsten Partnerlosen gibt es in
der Altersgruppe der 40-50 Jährigen, aber gerade in dieser
Altersgruppe dürfte die "contrasexual Women" derzeit am
verbreitesten sein.
Was aber nunmehr
der Gipfel der Unverschämtheit ist. Auf Seite 101 wird uns wieder
die Liste der Single-Hochburgen präsentiert. Es handelt sich
jedoch nicht um die Städte mit den meisten Partnerlosen, sondern
es sind die Städte mit den meisten Einpersonenhaushalten. Und das
nachdem uns die Autoren ein paar Seiten vorher noch den
Unterschied erklärt haben.
Für wie blöd hält
der FOCUS eigentlich seine Leser?
-
FOCUS (2005): Sensible Helden gesucht.
Die moderne Frau überfordert potenzielle Partner mit paradoxen
Wünschen, glaubt Buchautor Daniel Bielenstein,
in: Focus Nr.6 v. 05.02.
-
FOCUS (2005): "Wir überwinden langsam die infantile Phase".
Zukunftsforscher Matthias Horx, 49, über den Reifeprozess der
Single-Gesellschaft und das Joschka-Fischer-Syndrom,
in: Focus Nr.6 v. 05.02.
- Kommentar:
Matthias HORX sieht in der
seriellen Monogamie zwar das Modell
der Zukunft, nicht aber in der Variante des Außenministers:
"Eine gewisse Anzahl
ernsthafter Beziehungen zu sehr verschiedenen Menschen ist
existenziell für eine gewisse Liebesklugheit. Allerdings lieben
viele »seriell«, suchen sich nacheinander immer wieder denselben
Partnertypus und rennen wieder ins selbe Partnerschaftsdrama. Ich
nenne es das Joschka-Fischer-Syndrom."
|
|
| |
|
- DETERING, Heinrich (2005): Keine von
uns und keine von ihnen.
Gefühle im Schlagerrhythmus: Irmgard Keun zum Hundertsten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.02.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom
01. -
04. Februar 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|