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Medienrundschau:
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News vom
05. - 09. Februar 2006
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Zitat
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"Während weibliche
Kinderlosigkeit vor allem ein Phänomen höherer Bildungsschichten
ist, zeigt sich die
männliche Kinderlosigkeit vor allem bei den unteren
Bildungsschichten. Je prekärer die Arbeitssituation, desto
verbreiteter ist bei Männern die Kinderlosigkeit. (...).
Dies deutet auf die Wirksamkeit des normativen Modells des
männlichen Familienernährers hin. Wer diesen Status nicht
ausfüllen kann, wird seltener Vater.
Angelika Tölke vom Deutschen Jugendinstitut in München
ergänzte vor dem Hintergrund des DJI-Familien-Surveys 2000 diese
empirischen Befunde. Es sind nicht nur Männer mit niedrigem
Schulabschluss, die eher ohne Kinder sind, sondern ebenso die
männlichen Selbständigen und Teilzeitbeschäftigten, die dies
betrifft. Offenbar erweist sich die fehlende sichere berufliche
Etablierung für Männer als ein entscheidender Faktor, der
Vaterschaft biografisch verzögert oder aber auch völlig
verhindert."
(Lotte Rose im
"Tagungsbericht: »Kinderlosigkeit - nur eine Frage der
Demografie?«" in der Zeitschrift Feministische Studien Nr.2,
November 2005, S.331)
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NICODEMUS, Katja (2006): Yoga hat nicht geholfen.
Der Regisseur Oskar Roehler im Gespräch über strapaziösen Sex und
seine Verfilmung von Michel Houellebecqs "Elementarteilchen",
in: Die ZEIT Nr.7, Beilage zur Berlinale v. 09.02.
- Inhalt:
Oskar ROEHLER über Konservatismus:
"Wodurch unterscheiden Sie sich letztlich von Ursula von der
Leyen?
Wir stehen an verschiedenen Fronten. Die Familienministerin tradiert
völlig ungebrochen ihre bürgerlichen Werte, während Menschen wie
Houellebecq und ich Opfer der Gesellschaft sind. Wir verwalten ja
nicht die konservativen Werte. Wir haben sie einfach nie gehabt,
genossen oder in Anspruch genommen. Wir sind Außenseiter, die auch
gerne ein Familienleben gehabt hätten. Außerdem wünschen wir anderen
Leuten insgeheim ähnliche Erfahrungen wie die, die uns selbst
zerstört haben (lacht)."
-
KOCH-HAAG, Donata (2006): Ausweitung der Spiel-Zone.
Einmal Franka Potente ist der Berlinale nicht genug. Darum ist sie
gleich doppelt vertreten: als Schauspielerin in "Elementarteilchen"
und als Regisseurin mit ihrem Debüt "Der die Tollkirsche ausgräbt".
Ein Gespräch über Punks im Stummfilm, Schätze auf der Wiese und
Teamwork mit dem Zuschauer,
in: Tip v. 09.02.
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STEYN, Mark (2006): Selbstmord Europas.
Den postchristlichen Wohlfahrtsstaaten fehlen Kinder und Mut.
Demographie ist die beste Waffe der Moslems,
in: Welt v. 09.02.
- Kommentar:
Wieland FREUND hat einen Essay des kanadischen Neocons
Mark STEYN (mehr
von Wikipedia) aus der Januarausgabe der Zeitschrift The New
Criterion ins Deutsche übersetzt, in dem STEYN den Selbstmord
Europas für das Jahr 2020 prophezeit:
"Die CIA sagt den Zusammenbruch
der EU für das Jahr 2020 voraus. Zwar hat die CIA im letzten halben
Jahrhundert so ziemlich alles falsch verstanden. Aber sogar ein
mieser Agent landet einmal in 30 Jahren einen Treffer."
Bereits am 1. Februar hat
Bernd MARIN in seiner bevölkerungspolitischen Kolumne im
österreichischen Standard gefragt, ob in Europa ein
Bevölkerungskollaps möglich sei. Am 22. Juli 2004 hat
Ulrich BECK die Europäisierung der
Bevölkerungspolitik gefordert. Nun kommt sie
als Untergang des Abendlandes
daher.
Anlässlich des Essays von
Frank SCHIRRMACHER im Spiegel vom 15. März 2004 hat
single-dasein.de die
Ausweitung der Kampfzone
beschrieben.
Kinderlose geraten damit
nicht nur familienpolitisch, sondern auch durch die außen- und
innenpolitische Entgrenzung des Demografie-Themas und die damit
verbundene Hysterisierung der Öffentlichkeit vermehrt unter
Druck.
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BORN, Hanspeter (2006): Abendland unter.
Nach den Karikaturen kamen die Bücklinge, im Zusammenprall mit
dem Islam werden zentrale Werte der Aufklärung geopfert. Wie schwach
ist Europa eigentlich? Überalterung, Kindermangel und fehlendes
Selbstbewusstsein – der alte Kontinent zeigt alle Symptome einer
untergehenden Kultur,
in: Weltwoche Nr.6 v. 09.02.
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WINKELMANN, Ulrike (2006): Lieber Zukunftspläne machen.
Müntefering kurvt um die Baustellen der Renten,
in: TAZ v. 09.02.
- Kommentar:
Jetzt herrscht Katzenjammer bei Ulrike
WINKELMANN:
"Bislang haben die Jüngeren
sämtliche Kürzungen ihrer eigenen Rentenansprüche zwar recht
unbeeindruckt hingenommen. Doch die aktuelle Debatte über die Rente
mit 67 könnte das ändern. Denn mittlerweile steht etwa vielen
Babyboomern - das sind die geburtenstarken 1960er-Jahrgänge -
deutlich vor Augen, dass ihre Bröckelbiografien ihnen keine
großartigen Altersbezüge bescheren dürften.
Ihnen verkauft die SPD nun die
Rente mit 67 mit dem Argument, dass schon die Demografie dafür
sorge, dass auch die Babyboomer in zwanzig Jahren noch in Arbeit
bleiben können. Denn der Arbeitsmarkt sei dann entspannt. Ach ja?
Warum sind Rentenkürzungen denn dann überhaupt nötig? Es wäre schon
merkwürdig, wenn die Betroffenen eine so unwägbare Politik
achselzuckend zur Kenntnis nähmen - zum Wohlgefallen der
Privatversicherer."
Im Jahr 2003 hat einzig
single-dasein.de anlässlich eines Artikels von Susanne GASCHKE
nachgewiesen, dass die Generation Golf nicht so gebärfaul ist, wie
es dargestellt wird und dass die 68er-Generation Teil des Problems
ist.
Des Öfteren wurde hier diese
Besitzstandswahrerpolitik angeprangert.
Vor 3 Jahren wollte die taz - und
speziell Ulrike WINKELMANN - nichts davon wissen. Das
sind 3 verschenkte Jahre gewesen!
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NOLTE, Paul (2006): Kirchensteuer für alle!
Der Historiker und Vordenker Paul Nolte über die Chancen des
religionsfreundlichen Staates. Kein Störfall, sondern Ressource:
Glaube als wichtiger Faktor. Ein Gemeinwesen, das dies übersieht,
verschleudert leichtsinnig Potenziale,
in: Rheinischer Merkur Nr.6 v. 09.02.
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- BAHNERS, Patrick (2006): Die Marke Nolte.
Wehlers Erbe: Ein politischer Professor für unsere Zeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.02.
- Inhalt:
BAHNERS skizziert die öffentliche Karriere von
Paul NOLTE, die mit einem Leserbrief in der ZEIT vom 01.08.1986
beginnt und nun mit dem Wechsel nach Berlin einen neuen Höhepunkt
erreicht:
"Nun bekleidet er einen Lehrstuhl in der
Hauptstadt und nimmt damit jene Stellung ein, von der aus die
politischen Professoren der deutschen historischen Tradition ihre
große Wirksamkeit entfaltet haben. Die Frage ist, was das für das
Fach und den Staat bedeutet."
BAHNERS Fazit ist uneindeutig:
"Wenn Nolte unserem
Land »Ökonomie und Werte!« verschreibt, dann kann daran kein
denkender Mensch Gefallen finden mit Ausnahme Horst Köhlers."
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WINKELMANN, Ulrike (2006): Gebildete Frauen haben Kinder,
in: TAZ v. 07.02.
- Kommentar:
Ulrike WINKELMANN hat eine bereits
ziemlich angestaubte Meldung ins Blatt gebracht:
"79 Prozent der Akademikerinnen haben
Kinder. Nur 21 Prozent von 500 befragten Frauen mit
Hochschulabschluss im Alter von 35 bis 44 Jahren geben an, kinderlos
zu sein. Dieses Ergebnis einer Emnid-Befragung vom Herbst 2004 wurde
jetzt in der Studie "Kinderwunsch und Familiengründung" von der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht.
Die Erhebung ist ein weiterer Hinweis, dass hochgebildete Frauen
weit seltener kinderlos sind, als lange aufgrund irreführender
Mikrozensus-Daten behauptet."
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CHARIM, Isolde (2006): Auch Citoyens können Hummer essen.
Feine Unterschiede (4): Der Bürgerlichkeitsdebatte liegt in
rot-grünen Kreisen eine bange Frage zugrunde. Diese: Können Leute mit
bürgerlichen Lebensformen noch Linke sein? Die Antwort macht eine
Verschiebung im linken Selbstverständnis deutlich,
in: TAZ v. 07.02.
- Kommentar:
Ungefähr 20 Jahre ist es her - weswegen manche
offenbar bereits beträchtliche Erinnerungslücken haben - da wurde
diese Debatte, ob Grünsein und Bürgerlichkeit vereinbar ist, schon
einmal geführt. Das hatte damals viel mit neuer Mütterlichkeit und
Dienstbotengesellschaft zu tun:
"Auch die ausgestorbene
Dienstbotenkaste könnte in veränderter Gestalt wiederkommen. (...)
Und mit ihnen - in differenzierter Form - die verstorbene Kunst, dem
Beieinander-Bleiben auch dann noch eine gute Seite abzugewinnen,
wenn es nicht leicht fällt (B.S.,
1985)"
Ab ins Archiv also!
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SCHULZE, Gerhard (2006): Lob der Alten.
Unaufhaltsame Demographie,
in: Welt v. 06.02.
- Inhalt:
"Lange ist es noch nicht her, daß »die
Bevölkerungsexplosion« wie eine Gewitterwolke am Horizont stand;
Bücher trugen den Titel »Zeitbombe Mensch«. Nun haben die
Demographen die Schreckensvision aktualisiert; der Blick wanderte
von außen nach innen; statt der Explosion ängstigt uns nun die
Implosion. Nur emotional blieb alles beim alten: Wir befürchten
Schlimmes.
Am Faktum der alternden Gesellschaft ist nicht zu zweifeln, an
seiner Bewertung schon", wirft
Gerhard SCHULZE ein.
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BECK, Hanno (2006): Warum für anderer Leute Kinder zahlen?
Die staatliche Förderung der Familie hat viele Befürworter. Ihre
Argumente taugen alle nichts,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.02.
- Inhalt:
Hanno BECK stellt zwei Begründungen der
Familienförderung vor: zum einen den Familienlastenausgleich und zum
anderen die Bevölkerungspolitik, speziell im Zusammenhang mit der
Finanzierung der Rentenversicherung.
Danach stellt er zwei Studien zum Umfang der Familienförderung vor:
zum einen eine Berechnung der Deutschen Bundesbank (2002) und zum
anderen jene von Astrid ROSENSCHON.
Zuletzt präsentiert BECK eine Statistik des Statistischen
Bundesamtes, wonach die Kinderzahl mit der Höhe des Einkommens der
Eltern steigt (Anmerkung:
hier stellt sich
dann natürlich sofort die Frage nach dem Sinn des Elterngeldes).
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SCHERFF, Dyrk (2006): Der Haushalt als Unternehmen - das neue
Familienbild.
In der Großfamilie half jeder jedem. Das ist vorbei. Heute brauchen
die Haushalte Angestellte. Und der Staat zahlt,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.02.
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KLOEPFER, Inge (2006): Deutschland 2020.
Demographischer Wandel: Gewinner und Verlierer,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.02.
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EHLERT, Matthias (2006): Ein Amokläufer wird friedlich.
Wettbewerb I: Auf "Elementarteilchen" von Oskar Roehler richten
sich die größten Erwartungen,
in: Welt am Sonntag v. 05.02.
- Inhalt:
EHLERT berichtet, dass
Oskar ROEHLER bei seiner
Verfilmung des Romans
"Elementarteilchen" von Michel
HOUELLEBECQ einen anderen Schwerpunkt gewählt hat:
"Statt tiefpessimistischer
Zeitdiagnose hat Roehler seine Verfilmung von »Elementarteilchen«
als melancholischen Liebesfilm angelegt. Im Zentrum steht nicht mehr
die Abrechnung mit den hedonistisch-libertären Achtundsechzigern,
sondern die Frage: Wie weit sind wir bereit für unsere Liebe zu
gehen? »Wir leben in Beziehungen, die nie durch äußere Katastrophen
oder wirkliche Härtefälle herausgefordert werden. Aber was passiert,
wenn auf einmal der Partner im Rollstuhl sitzt? Übernehmen wir dann
die Verantwortung für ein ganzes Leben?«"
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Zu den News vom 01. -
04. Februar 2006
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