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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 09. - 15. Januar

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Die Frau, die ja sonst nichts zu tun hat

"Helga und Alice stehen vor der Liste mit den Urlaubswünschen. (...). »Warum nimmst du nicht den Juni? (...). Du weißt genau, dass ich mit den Kindern auf die Ferien angewiesen bin.  « (...).
             Sie kann tun und sagen, was sie will; was mehr wiegt als alles andere, ist die Tatsache, dass sie eine alleinstehende Frau ist. Danach wird sie beurteilt. Bei der Arbeit zeigt sich dieses Urteil darin, dass sie die unangenehmensten Dienste kriegt, die meisten Wochenenden und fast alle Feiertage. »Das kann Alice mal machen«, heißt es dann, und an dem kleinen Wörtchen »mal« ist zu erkennen, was gemeint ist: Die macht ja sonst nichts."
             Alice macht viel. Sie kümmert sich um ihre alte Mutter, die alleine nicht mehr gut zurechtkommt. Mit ihr verbringt Alice die meisten ihrer freien Tage. Alice hat Freundschaften, die sie sehr ernst nimmt und für die sie einiges tut. Für ihre frisch geschiedene Freundin Ingrid zum Beispiel, die sich nicht traut, mit den zwei Kindern alleine zu verreisen. Ihr hat Alice versprochen, dass sie zusammen wegfahren - wenn sie denn in den Ferien Urlaub bekommt. Alice hat außerdem ein offenes Ohr für alle, die es brauchen. Wo andere sich umdrehen und gehen, weil zu Hause die Männer warten, da bleibt Alice stehen und hört zu. Nur zählt das ja alles nicht. Denn Alice hat sich, wie gesagt, nicht vermehrt."
(aus: Monika Hoffmann "Solo aufs Parkett", 2006, S.116f.)

 
       
   
 
  • WEIDENFELD, Ursula (2007): Die Generation XXL lässt niemanden vorbei.
    Wie die 40- bis 55-Jährigen die Agenda des Landes beherrschen - eine Polemik,
    in: Tagesspiegel v. 15.01.
 
 
 
 
  • FINSTERBUSCH, Stephan (2007): Unsicher, hilflos, verdrängt und vergessen.
    In der japanischen Provinz Toyama tickt die demographische Zeitbombe am lautesten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.01.
 
 
  • HERRNDORF, Wolfgang (2007). Zentrale Intelligenz Agentur.
    Wie Holm in der Pampa eine seltsame Sache gründete, zu der Joachim Lottmann uneingeladen erschien. Eine Erzählung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.01.
 
  • BUTTERWEGGE, Christoph (2007): Hartz in Weimar.
    Verblüffende Parallelen: Schon vor 80 Jahren trat ein Sozialreformer für den Abbau des Wohlfahrtsstaates ein - sein Name ist heute jedem ein Begriff,
    in: Freitag Nr.2 v. 12.01.
    • Inhalt:
      Der Politikwissenschaftler Christoph BUTTERWEGGE stellt den DNVP-Reichstagsabgeordneten Gustav HARTZ vor, der in dem Buch Irrwege der deutschen Sozialpolitik und der Weg zur sozialen Freiheit aus dem Jahr 1928 den Abbau des Wohlfahrtsstaates forderte. Seine nationalkonservative Argumentation klingt durchaus vertraut:

                   "Kostensteigerungen und Krisenerscheinungen des Sozialversicherungssystems führte Hartz auf die demografische Alterung zurück: »Diese ›Vergreisung‹ unseres Volkes hat eine dauernd steigende Zahl der Rentner und eine fortgesetzt steigende Rentenzahlungsdauer und absinkenden Beitragseingang im Gefolge.« Man erlebe gerade das Vorspiel einer Tragödie, meinte Hartz weiter: »In einer Reihe von Jahren sind nicht mehr genug junge beitragszahlende Menschen da, die in der Lage sind, die Summen aufzubringen, die zur Ernährung einer immer größer werdenden Zahl von Alten und Invaliden nötig werden.« Entweder müssten die Beiträge um nahezu das Doppelte steigen oder die Renten um etwa die Hälfte sinken. Betrachtet man den gegenwärtigen Demografie-Diskurs und die damit verbundenen Horrorszenarien, wirkt Gustav Hartz einmal mehr ausgesprochen modern. (...).
                   Die »staatliche Zwangsversicherung« wollte Hartz abschaffen und ein System der privaten Vorsorge errichten, das auf Zwangssparen hinauslief.
                   (...).
      Zudem hielt Hartz eine »Höherbesteuerung der Ledigen und Kinderlosen« für sinnvoll, die zu fordern man nicht wage, weil »der Mut zu einer positiven Bevölkerungspolitik« fehle. Heute setzt zum Beispiel Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München, gleichfalls auf aktive Bevölkerungspolitik: »Wenn es gelänge, die Geburtenraten auf ein Niveau anzuheben, wie es eine stationäre Bevölkerung kennzeichnet, dann ließe sich die Bevölkerung allmählich wieder verjüngen. Das Rentenproblem würde sich lösen, der Arbeitsmarkt würde stabilisiert, und unser Land würde wieder zu der Dynamik bei der Wirtschaft und Wissenschaft zurückkehren, die es einmal besaß.« Um dieses Ziel zu erreichen, will Sinn die Fertilitätsrate mittels finanzieller Anreize für Familien, aber auch mittels gezielter Sanktionen für Kinderlose steigern. Sinn empfiehlt die Staffelung von Altersrenten nach der Kinderzahl und eine Rentenkürzung für Kinderlose auf die Hälfte der »normalen« Höhe: »Wer keine Kinder hat und insofern zu wenig tut, um seine eigene Rente im Umlagesystem zu sichern, muß die Konsequenzen tragen und selbst auf dem Wege der Ersparnis für Ersatz sorgen.« Damals schrieb Gustav Hartz ähnlich klingende Sätze, die jedoch noch mehr Pathos enthielten: »Mit aller Deutlichkeit muß jedem zum Bewußtsein gebracht werden, daß die Zukunft unseres Volkes und Reiches eine ausreichende und gesunde Kinderschar und daß der Mensch immer noch das wertvollste ›Produkt‹ ist. Wer an der Zukunft unseres Volkes durch eigene Kinder keinen Anteil hat - oder haben kann -, der soll wenigstens die Gegenwart für die Kinderreichen materiell erträglich gestalten helfen.«
      "
 
 
  • ROTH, Claudia & Reinhard OLSCHANSKI (2007): Der letzte Paukenschlag.
    Kulturkampf: Die Neokonservativen pendeln zwischen rechtsextremer Mite und Neuer Spießigkeit,
    in: Freitag Nr.2 v. 12.01.
    • Inhalt:
      "
      Was uns (...) vom Spiegel-Kulturchef Matussek über Eva Herman bis hin zur Jungautorin Sophie Dannenberg als bundesdeutscher Kulturkampf aufgetischt wird, hat ein Vorbild, das kenntlich macht, was systematisch gemeint ist, eine Bewegung, die geschlossener und bis vor kurzem jedenfalls mit viel größerem politischen Gewicht aufgetreten ist - den US-amerikanischen Neokonservatismus.
                   (...).
      Volk, Familie, Religion - das sind die drei vermeintlich »organischen« Formationen des Sozialen, die der Neokonservatismus als Sinn und Zusammenhalt stiftende soziale Urgebilde wiederentdecken will. Und sein Kulturkampf wird entsprechend auf drei Bühnen zugleich inszeniert: Volk und Nation gegen »Multi-Kulti«, Familie und neue Mütterlichkeit gegen »Emanzentum« und evangelikal orientiertes Christentum gegen den Islam - aus diesen Kämpfen soll die verlorene Bindekraft des Sozialen wiedererstehen", behaupten Claudia ROTH und Reinhard OLSCHANSKI.

                   Nach Meinung der Autoren ist das Scheitern der neuesten moralischen Wende vorprogrammiert:
                   "Wenn die Publizistin Thea Dorn, die bei der letzten Bundestagswahl ja die Unions-Phalanx der jungkonservativen Intellektuellen anführte, jetzt unter dem Titel Das Eva-Braun-Prinzip zu einer heftigen Kritik an Eva Herman ausholt, dann ist vielleicht auch das ein Zeichen für einen Selbstverständigungsprozess, der unter jungen, von der konservativen Regierungswirklichkeit enttäuschten Intellektuellen in Gang gekommen ist - so wie auch Helmut Kohls »geistig moralische Wende« von 1982 sich nach wenigen Monaten Regierungswirklichkeit von selbst erledigt hatte. "
 
  • REIMANN, Anna (2007): Warum die westlichen Werte siegen werden.
    Gesellschaft 2067 - Patchwork- statt Kernfamilie, selbstständig statt angestellt, lebenslang Single statt ewig gebunden: Zukunftsforscher Matthias Horx entwirft im SPIEGEL-ONLINE-Interview die Gesellschaft 2067. Seine Prognose: Die westliche Kultur wird den Fundamentalismus besiegen,
    in: Spiegel Online v. 12.01.
 
  • EUBEL, Cordula (2007): "Rentenreform muss Kinderkriegen begünstigen".
    Gespräch mit Johannes Singhammer,
    in: Tagesspiegel v. 11.01.
    • Inhalt:
      "Wie wollen Sie geringere Rentenbeiträge für Eltern finanzieren?
      Die öffentlichen Haushalte sparen viel Geld, weil Jahr für Jahr die Zahl der Geburten zurückgeht, zum Teil um bis zu 40 000. Zahlen des Deutschen Jugendinstituts sagen voraus, dass es bis 2010 etwa 15 Prozent weniger Kinder in Deutschland geben wird. Allein bei der Betreuung der unter Sechsjährigen werden dadurch 3,6 Milliarden Euro weniger ausgegeben. Wir müssen verhindern, dass klammheimlich zu Lasten der Familien gekürzt wird. Jeder Euro, der im Betreuungsbereich eingespart wird, muss in der Familienförderung bleiben."
 
  • OESTREICH, Heide (2007): Was keimt denn da?
    Nun wollen auch die Grünen ihr Programm stärker auf Familien ausrichten. Wie bitte passt das zu einer Partei, die einst für einen radikalen Bruch mit der patriarchalen Kleinfamilie eintrat?
    in: TAZ v. 11.01.
    • Inhalt:
      Heide OESTREICH verbindet ihre Rechtfertigung der Hinwendung der Grünen zur traditionellen Familie mit einem Rückblick auf vergangene Parteiprogramme und das Herkunftsmilieu:

                   "Man muss sich vielleicht kurz vergegenwärtigen, von wo aus die Grünen familienpolitisch einst starteten. Im Nach-68er-Milieu, aus dem zumindest die Linke bei den Grünen stammt, atmeten noch die Geister von Horkheimers »Autorität und Familie« oder der »sexuellen Revolution« von Wilhelm Reich. Im legendären Kursbuch 17 von 1969 zu »Frau - Familie - Gesellschaft« heißt es: »Die durchschnittliche Kleinfamilie produziert anlehnungsbedürftige, labile, an infantile Bedürfnisse und irrationale Autoritäten fixierte Individuen. Nur der radikale Bruch mit der überkommenen Dreiecksstruktur der Familie kann zu kollektiven Lebensformen führen, deren Ziel die Schaffung eines neuen Menschen in einer revolutionierten Gesellschaft ist.«
                   Grünen-Wähler der ersten Stunde lebten vielleicht nicht mehr in sexuell befreiten Kommunen, aber die Wohngemeinschaft, das Haus- oder Hofprojekt, das waren durchaus gültige Leitbilder für ein Zusammenleben, das dem Horror der Kleinfamilie entgehen sollte."
 
  • ZDF: "2030 - Aufstand der Alten"

    • FINGER, Evelyn (2007): Rentner schlagen zurück.
      Das ZDF übt Gesellschaftskritik: Die Doku-Fiction "2030 - Aufstand der Alten" prophezeit den Kollaps des Sozialstaats,
      in: Die ZEIT Nr.3 v. 11.01.
 
  • KÖPPEL, Roger & Markus SCHNEIDER (2007): "Wir wollen sensibilisieren".
    Bundesrätin Doris Leuthard über Familien, den Sinn ihres Departements und die Frage, wie man den Volkszorn gegen Managerlöhne bändigt,
    in: Weltwoche v. 11.01.
    • Inhalt:
      Doris LEUTHARD u.a. über Familiepolitik in der Schweiz:

                   "Zum Thema Familienpolitik. Warum setzen Sie sich als Volkswirtschaftsministerin nicht für eine Rehabilitierung des Berufs Mutter ein? Erziehung ist doch eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe.
                   Ich habe ein liberales Rollenbild der Frau. Jede Frau soll mit ihrem Partner das für sie beste Modell wählen. Aber sie soll die Möglichkeit haben, sich zu entscheiden; so wie sich auch die Väter selber entscheiden sollen, wie viel Verantwortung sie für ihre Kinder übernehmen wollen. Es sind beide, Vater und Mutter, gemeinsam fürs Geldverdienen verantwortlich, es sind beide, Vater und Mutter, gemeinsam fürs Kindererziehen verantwortlich. Der Staat soll sich nicht für ein Familienmodell aussprechen und befehlen: Das ist die Frauenrolle, das ist die Männerrolle. Lassen Sie mich noch anfügen: Es geht hier auch um volkswirtschaftliche Interessen. Wir wissen, dass wir in fünf Jahren einen Arbeitskräftemangel haben werden, vor allem für qualifizierte Fachkräfte. Der Staat bildet heute viele Leute aus...
                   ...gerade Frauen.
      Das ist ein Potenzial, das brachliegt. Die Wirtschaft braucht diese Frauen. Wir müssen die Strukturen so anpassen, dass wir die Frauen im Arbeitsprozess behalten können, wenn sie Kinder haben. Es geht auch um unsere Produktivität.
      "
 
  • OESTREICH, Heide (2007): Vorsicht vor kastrierenden Lesben.
    Backlash-Publizisten haben die zweite Stufe der Rakete in die Vergangenheit gezündet: Sie wollen nicht mehr nur alte Geschlechterbilder konservieren, sondern diffamieren nun auch die ProtagonistInnen der Gleichstellungspolitik,
    in: TAZ v. 10.01.
    • Inhalt:
      "
      Manufactum, das Kaufhaus für Leute, die sich Bakelit-Lichtschalter und Dachshaar-Rasierpinsel zurückwünschen, hat neuerdings auch die passende Ideologie im Angebot: In zwei in Leinen gebundenen Aufsätzen tut der FAS-Redakteur Volker Zastrow auf sechzig Seiten kund, dass hinter der Fassade moderner Gleichstellungspolitik Lesben zum Angriff auf die »normale« Hausfrau und Mutter blasen. Und »Gender-Mainstreaming« bedeute, dass IdeologInnen die männliche Identität zerstören wollen. »Politische Geschlechtsumwandlung« sei das Ziel. Die Herrschaftsübernahme kastrierender Lesben steht kurz bevor. Mit 6,80 Euro ist das Buch »Gender« für Manufactum-Verhältnisse ein Schnäppchen. (...).
      Im Kuriositätenkabinett Manufactum liegt das Werk gar nicht mal so schlecht. Doch leider sind die Texte auch in der FAZ erschienen. Zumindest diese Redaktion fand es offenbar normal, dass ein Autor mangels Argumenten nahezu ausschließlich zu (größtenteils persönlichen) Diffamierungen greift
      ", klagt Heide OESTREICH.
 
 

JUNGLE WORLD-Titelgeschichte: Wohnst du noch?
Wohnungsnot in Europa

 
  • STEIN, Hannes (2007): Europa kann sehr leer sein.
    Der kanadische Autor Mark Steyn hat mit "America Alone" einen Bestseller geschrieben. Er erklärt was passiert, wenn die Bevölkerung in den europäischen Industriestaaten weiter schwindet. Und sagt eine Marginalisierung der westlichen Zivilisation voraus,
    in: Welt v. 10.01.
 
  • ROSA, Hartmut (2007): Das Beschleunigungsregime.
    Oder: Warum wir in einer veloziferischen Aera leben,
    in: Berliner Gazette v. 10.01.
    • Inhalt:
      Der Soziologe Hartmut ROSA schreibt zum Jahresthema "Zeitgeist" des Internet-Feuilletons über das Beschleunigungsregime.

                   "Ich selbst bin, so glaube ich, mein bestes Anschauungsbeispiel fuer Beschleunigungszwaenge. Ich mache viel zu viele Dinge gleichzeitig, bin hochmobil und staendig unter Zeitdruck - paradoxerweise nicht zuletzt deshalb, weil das Interesse am Beschleunigungsthema und meinem Buch so hoch ist. Aber auf der anderen Seite habe ich herausgefunden, dass Beharrlichkeit - also die Gegenstrategie zur stetigen Veraenderung - im Leben absolut wichtig ist und einen entscheidenden Gegenpol zur Dynamik bildet. Menschen brauchen etwas, woran sie im Sturm der Zeit festhalten. Deshalb behalte ich stur meinen Wohnsitz im kleinen Schwarzwalddorf, fuer das ich mich vielfaeltig engagiere und ich halte an vielen kleinen >Entschleunigungspraktiken< wie  Morgengymnastik, Abendmeditation ziemlich kompromisslos fest."
 
  • ARD: "Im Greisenland - Von der deutschen Zukunft"

    • WICK, Klaudia (2007): Single, kinderlos.
      Eine eindrückliche ARD-Dokumentation zur Überalterung,
      in: Berliner Zeitung v. 10.01.
    • LÜKE, Reinhard (2007): Stützstrümpfe statt Lego.
      Sehenswerte Dokumentation über die alternde Republik,
      in: Frankfurter Rundschau v. 10.01.
 
  • MÄRZ, Ursula (2007): Pamphlet gegen die neue Bürgerlichkeit,
    in: DeutschlandRadio v. 09.01.
    • Anmerkung:
      "
      Rickens gibt sich als aufgeklärter Realist aus und hat in vielen Punkten Recht. Er stellt die Demographiedebatte, das Kernstück der neokonservativen Argumentation, vom Kopf und die Füße, und weist nach, dass die geringe Geburtenrate der Deutschen nicht verwöhnten karrieresüchtigen Akademikerinnen anzulasten ist, die keine Kinder wollen, sondern der Tatsache, dass zeitgenössische Eltern nur noch ein Kind, höchstens zwei wollen. (...).
                   Was an Christian Rickens Polemik (...) irritiert, sind weniger seine Thesen, denn ihre Aufbereitung in der Form eines Buches, dessen flotter, flüchtiger, persönlicher Stil einem Zeitschriftenartikel mit Verfallsdatum angemessener erscheint als einem Sachbuch, das die Bezeichnung verdient. Rickens Buch ist, von seinem Inhalt abgesehen, beispielhaft für die Tendenz des Buchmarktes zur Saisonproduktion, die Meinungen, Trends, Debatten so schnell aufgreift, wie sie sie wieder vergisst",
      meint Ursula MÄRZ, die es ja wissen muss, denn im April letzten Jahres entdeckte sie das kinderarme Milieu:

                   "In der Diskussion über den demographischen Wandel in Deutschland wurde zuletzt wiederholt eine allgemeine Kinderarmut beklagt. Dabei ist Kinderlosigkeit vor allem in bestimmten mittelständischen Milieus anzutreffen."
                   Im März urteilte MÄRZ noch über SCHIRRMACHERs Saisonprodukt "Minimum":
                   "Offensichtlich geht es in Frank Schirrmachers neuem Sachbuch um den dramatischen Verlust gesellschaftlicher Bindungs- und Fürsorgekraft durch das Aussterben des Familiarismus. Dieser Gedanke ist nicht neu, er ist auch nicht gerade selten. Aber er ist durchaus wichtig, ja, für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder höchstwahrscheinlich höchstwichtig. Er sollte durchaus ins allgemeine Bewusstsein eindringen."
                   Und im Mai des Jahres davor lautete der Befund:
                   "Das wirklich Beunruhigende am rätselhaften Nachwuchsmangel liegt darin, dass er kein Rätsel ist. Er ist evident. Er ist es insofern, als ein Leben ohne Kinder den bewussten und unbewussten Daseinsidealen einer modernen Gesellschaft angemessener ist als ein Leben mit Kindern."
                   Nur so stellt man die Demografiedebatte vom Kopf auf die Füße...  
 
 
  • ARD-Dokusoap "Bräuteschule 1958"

    • BURMEISTER, Silke (2007): Der Feudel steckt im Detail.
      Die ARD-Dokusoap "Bräuteschule 1958" konfrontiert junge Frauen von heute mit den Tücken der Hausarbeit vor 50 Jahren - und beantwortet die ewige Frage, wie Nazideutschland möglich war,
      in: TAZ v. 09.01.
    • GEHRINGER, Thomas (2007): "Wie im Knast".
      Zehn Frauen erleben in der „Bräuteschule“ Erziehungsmethoden von gestern,
      in: Tagesspiegel v. 09.01.
    • LINK, Michael (2007): Bräuteschule á la Eva Herman.
      In ihrer neuen Vorabendserie schickt die ARD junge Frauen in "Die Bräuteschule 1958". Sie ist eine Mischung aus höherer Mädchenschule und Hauswirtschafts-Internat: Es geht zum Beispiel darum, wie man richtig kocht und näht. Gelehrt wird streng im 50er-Jahre-Jargon und die Nerven mancher Teilnehmerin liegen blank,
      in: Welt v. 09.01.
    • SCHADER, Peer (2007): "Das ist hier wie im Knast",
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.01.
 
  • WEILAND, Severin (2007): Die Zukunft ist schwarz-rot-greis.
    Deutschland 2067 - Der SPIEGEL ist 60 - SPIEGEL ONLINE blickt 60 Jahre in die Zukunft: 2067 ist Deutschland ein ausgedünnter, rationalisierter, sich selbst blockierender Senioren-Staat. Die Bundeswehr hat Söldner aus Afrika, und Chinesen haben das Willy-Brandt-Haus zum Thermalbad gemacht,
    in: Spiegel Online v. 09.01.
   

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Zu den News vom   01. -  08. Januar 2007

 
       
   
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