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Medienrundschau:
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News vom
16.-31. Juli 2001
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JOOP,
Wolfgang (2001): Glamour war gestern.
Seit
dem Absturz der Börsenkurse ist es mit dem
Konsumrausch vorbei. Nun zeichnet sich eine Suche
nach dem Echten ab. Das Glück liegt in der
Beschränkung.
in:
Spiegel Online v. 31.07.
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- SANTIAGO,
Marlise (2001): Kind ja, Heiraten nein?
Der
Steffi-Graf-Effekt: Zuerst das Baby und erst dann
unter die Haube - vielleicht.
in: Brückenbauer Nr.31 v.
31.07.
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- BRAUN,
Sebastian (2001): Kooperation und Korruption.
Produktive Beziehungen: Das
"soziale Kapital" als individuelle und
als kollektive Ressource
in: Frankfurter Rundschau
v. 31.07.
- Inhalt:
BRAUN konfrontiert
den
Sozialkapitalbegriff
von Robert D. PUTNAM mit dem
Kapitalbegriff des französischen
Soziologen
Pierre BOURDIEU, um die Idealisierung
des Sozialkapitals durch die kommunitaristische Perspektive deutlich
zu machen.
Die
zivilgesellschaftliche
Debatte blendet nach BRAUN
sowohl den Aspekt der Reproduktion
sozialer Ungleichheit aus, als auch die
negativen Effekte von Netzwerken, die mit
Begriffen wie "Seilschaften",
"Vetternwirtschaft" oder
"Vitamin B" umschrieben werden
können.
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- ALTHAUS,
Claudia (2001): Im Identitätscontainer.
Lagerung und Bewusstsein:
Eine Tagung zur Geschichte der Generationen im
zwanzigsten Jahrhundert,
in: Frankfurter Rundschau
v. 31.07.
- Inhalt:
Bericht über eine
Tagung zum Thema "Generationalität
und Lebensgeschichte im 20.
Jahrhundert" im Münchner
Historischen Kolleg.
Kontrovers diskutiert wurde die Frage:
"Handelt es sich bei Generationen um
objektive, der Klassenlage vergleichbare
Erscheinungen mit einheitlicher
Identität, oder sind Generationen das
Ergebnis massenmedialer
Konstruktionsprozesse, deren Angehörige
sich mit gewissen geistigen und
kulturellen Trends identifizieren?".
Nach ALTHAUS werden Etiketten wie "Generation
X", "68er
Generation" oder "Generation
Golf" für
unterschiedliche Zwecke genutzt:
"Sei es zur Selbststilisierung, zur
Mobilisierung von Solidarität oder gar
zur Markierung eines feindlichen
Terrains. Nicht selten geht die generationelle Selbstkonstruktion mit
Mythisierungen einher, wie der Rückblick
auf die Studentenbewegung von 1968
gezeigt hat."
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- FRÖMEL,
Susanne (2001): Hab Sonne im Herzen.
In den Kontaktanzeigen ist
es jetzt Hochsommer,
in: Süddeutsche Zeitung v.
30.07.
- Inhalt:
"Wer klug ist,
bleibt in der Stadt. Die Hitze macht die
Hiergebliebenen leicht und licht im Hirn,
Nachbarn grüssen plötzlich im
Treppenhaus und Menschen sitzen bis spät
in der Nacht in Straßencafés und
benehmen sich mediterran. Sie fühlen sich
plötzlich feurig wie Italiener und
heißblütig wie Spanier.
Zur Kanalisation ihrer sommerlichen
Begierden wählen sie dann nicht selten
den Weg der Kontaktanzeige", lässt
uns FRÖMEL wissen und präsentiert eine
Auswahl von sommerlichen
Kontaktanzeigen.
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- SPETH, Rudolf
(2001): Allein gelassen in der Masse Mensch.
Traditionelles soziales
Engagement geht zurück - neue Formen von Hilfe
bilden sich heraus,
in: Süddeutsche Zeitung v.
30.07.
- Inhalt:
Rudolf SPETH rezensiert
eine internationale Studie, in der die
Thesen des US-amerikanischen
Kommunitaristen
Robert D. PUTNAM zum
Niedergang des Sozialkapitals empirisch
überprüft worden sind. Nach SPETH kann
vom Niedergang keine Rede sein, sondern
dem Verlust der alten Gemeinschaften
steht ein Gewinn an neuen Formen der
bürgerlichen Selbsthilfe gegenüber.
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- FELIXBERGER,
Peter (2001): Der Trendscout versucht sich als
Philosoph.
Ein Gesellschaftsforscher
verbindet die vielen Diskussionsbeiträge über
die Neue Ökonomie zu einem besonderen Weltbild,
in: Süddeutsche Zeitung v.
30.07.
- Kommentar:
Nach FELIXBERGER ist
Matthias
HORX ein
"Go-West-Cowboy", d.h.
"eine Art Berufsjugendlicher, der
davon lebt, die Brennpunkte des Wandels
als erster zu entdecken und sie in den
großen Weltenlauf hinein zu erklären.
Dankbare Abnehmer findet er bei jenen
Verfechtern einer urbanen
Zeitgeistkultur, deren Orientierung immer
wieder auf vollen Durchblick getrimmt
werden muss".
Diese
Einschätzung liegt ein wenig daneben,
vielmehr ist HORX ein Adept von Ulrich
BECK, wobei er dessen
Individualisierungsthese positivistisch
gewendet und von allem Kulturpessimismus
gereinigt hat. Heraus kommt dann eine Ode
an den Neuen Menschen des
Zeitalters
der Individualisierung:
"Konturen einer
Zivilgesellschaft werden
sichtbar, in der Unternehmen soziale
Verantwortung übernehmen, in der die
Ichlinge zu solidarischen Vorkämpfern
für eine bessere Welt werden 'die
Kernformel der
Zukunftsgesellschaft'".
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GREENBERG,
Susan H. (2001): Kleine Prinzen.
Die Geburtenraten sinken
weltweit, das Familienbild wird vom Einzelkind
beherrscht,
in: Focus Nr.31 v. 30.07.
- Kommentar:
Offensichtlich gibt
es schwerwiegende Differenzen beim Thema
"Einzelkind".
Renommierte
Demographen wie Jürgen DORBRITZ und
Karl SCHWARZ gehen von
einer zunehmenden
Polarisierung
zwischen Kinderlosen und
Mehr-Kind-Familien aus,
während GREENBERG einen Trend zur
Ein-Kind-Familie belegen möchte.
Wenn die
Geburtenrate bei 1,3 Kindern pro Familie
liegt, dann stützt dies auf den ersten
Blick die These von GREENBERG. Erst beim
zweiten Blick wird deutlich, dass
zwischen einer niedrigen Geburtenrate und
der Anzahl von Kindern pro Familie kein
besonders enger Zusammenhang bestehen
muss.
Auch die
Haushaltsstatistik, auf der sowohl die
Polarisierungsthese als auch GREENBERGs
These beruhen, hilft hier nicht weiter,
sondern trägt wesentlich zum
"Mythos
der Ein-Kind-Familie" (Peter KRAFT) bei.
GREENBERG fasst Familien mit einem
geschwisterlosen Kind und Familien, deren
Haushalt nur ein Kind zugeordnet worden
ist, zum Konstrukt
"Ein-Kind-Familie" zusammen.
Wenn aber ein alleinerziehender Vater mit
seinem Kind und eine alleinerziehende
Mutter mit ihrem Kind in einer
gemeinsamen Wohnung als Paar leben, dann
haben wir es haushaltsstatistisch gesehen
mit zwei Ein-Kind-Familien zu tun, obwohl
es eher unwahrscheinlich ist, dass beide
Kinder wie Einzelkinder leben.
Jedes
erstgeborene Kind ist zudem bis zur
Geburt des zweiten Kindes ein Einzelkind.
Wenn also eine Aussage richtig ist, dann
diejenige, dass es heutzutage immer
öfter vorkommt, dass ein Kind zeitweise
alleine mit seinen Eltern in einer
Wohnung zusammenwohnt, weil entweder das
zweite Kind noch nicht geboren ist oder
bis auf ein Kind bereits alle anderen
Kinder aus dem Elternhaus ausgezogen
sind. Ob die Schwester oder der Bruder
nun ganz ausgezogen ist, nur unter der
Woche nicht bei den Eltern wohnt oder in
einer Einliegerwohnung im gleichen Haus
wohnt, das ist der Haushaltsstatistik
nicht zu entnehmen. Studien, die solche
Differenzierungen nicht berücksichtigen,
können bei der Untersuchung des
Sozialverhaltens von angeblichen
"Einzelkindern" zu schweren
Fehlschlüssen führen. Welche
Auswirkungen die
Telekommunikationstechnik auf das
Kontaktverhalten von Geschwistern hat,
das wird von der überwiegend
technikfeindlichen Soziologie erst recht
vernachlässigt.
Auch wenn
es keinen allgemeinen Trend zur
Ein-Kind-Familie gibt, könnte es
durchaus Milieus geben, in denen dieser
Familientyp vorherrscht. Möglicherweise
gehören die Beschäftigten in den neuen
Berufen zu jenem Milieu in dem dieser Typ
besonders verbreitet ist. Die Beispiele,
die GREENBERG aufführt, würden dafür
sprechen. Aber nur Milieustudien könnten
darüber Auskunft geben.
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BETTERMANN,
Stella (2001): Einzelkinder - die Singles von
morgen.
Individualisten mit Grips
und Allüren - der Bielefelder Jugendforscher
Klaus Hurrelmann über die Generation der
Geschwisterlosen,
in: Focus Nr.31 v. 30.07.
- FOCUS (2001):
Pädagogisch wertvoll verzogen.
Wer sich nur um sein
Einzelkind dreht, habt leicht ab -
Familienberater Jan Uwe Rogge warnt vor der
perfekten Erziehung,
in: Focus Nr.31 v. 30.07.
- Kommentar:
Der Begriff
"Einzelkind", den Jan Uwe ROGGE
benutzt, unterscheidet sich vom
Einzelkind-Begriff in den vorangegangenen
Beiträgen. Haushaltsstatistiken können
nach ROGGE nichts über die Verbreitung
von "Einzelkindern" aussagen,
da sie das Produkt eines elterlichen
Erziehungsstiles sind.
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- TAGESSPIEGEL
(2001): Wo schauen Sie denn hin?
Wir
dachten immer, Verlieben sei eine romantische
Angelegenheit. Biologen sehen das ganz anders.
Sie berufen sich auf die Evolution. Und erklären
damit jeden Seitensprung,
in: Tagesspiegel v. 28.07.
- TAGESSPIEGEL
(2001): Genetisches - Die Biologie des
Fremdgehens,
in: Tagesspiegel v. 28.07.
- TAGESSPIEGEL
(2001): Mikroskopisches - Krieg der Spermien,
in: Tagesspiegel v. 28.07.
- Kommentar:
Sommer, Sonne,
Seitensprung - Die 3S, die
zusammengehören. Keine Zeitung oder
Zeitschrift, die deshalb zur Zeit nichts
zum Seitensprung zu berichten hätte...
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- FRIED, Nico
& Christoph SCHWENNICKE (2001): "Die
Grünen sterben nicht aus".
Joschka Fischer ist für
seine Partei zuversichtlich - wenn sie nicht
wieder einen Fehler à la Magdeburg macht. Der
Außenminister über Gewalt in Genua,
Wahlaussichten, Familienpolitik und seinen
biografischen Horizont,
in: Süddeutsche Zeitung v.
28.07.
- Textauszug:
SZ: Die Grünen
haben jetzt die Familienpolitik entdeckt.
Allerdings gibt es da noch keine
einhellige Meinung. Einige befürchten,
dass durch die Orientierung auf die
Bedürfnisse von Kindern die klassische
Frauenpolitik zu kurz kommt.
Fischer: Es geht um die Frage der
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das
ist keine ideologische Debatte, sondern
gerade für viele junge Frauen die
zentrale Frage der Gleichstellung der
Geschlechter.
SZ: In Ihrer Partei wird der Einwand
erhoben, man benachteilige damit Frauen
ohne Kinder.
Fischer: Jede Frau und jeder Mann
entscheidet allein, ob sie oder er Kinder
will. Und es gibt zu respektierende
Gründe, keine Kinder zu wollen. Diese
Gründe achte ich, und ich würde mich
sofort dagegen verwahren, wenn das
diskriminatorisch eingesetzt würde. Es
geht nicht darum, irgendjemandem seinen
Lebensstil vorzuschreiben. Aber wer
Kinder will, soll dafür gute Bedingungen
vorfinden. (...) Flächendeckend
Ganztagsschulen, das steht jetzt an.
(...)
SZ: Herr Fischer, es gibt Deutungen, dass
zum Beispiel hinter der Debatte um die
Familienpolitik, die gerade von jungen
Grünen vorangetrieben wird, auch ein
Generationenkonflikt steckt...
(...)
SZ: Gibt es nun einen
Generationenkonflikt oder nicht?
Fischer: Nein. Aber natürlich wird sich
auch bei uns die Frage eines
Generationswechsels stellen. Ich nehme
an, in der nächsten Legislaturperiode
wird das in den Vordergrund rücken.
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MICHALZIK,
Peter (2001): Pater absconditus.
Der Vater ist als
Rollenfigur so verbraucht wie offen für eine
Neuerfindung,
in: Frankfurter Rundschau
v. 28.07.
- Inhalt:
Ein Beitrag zur
Entkopplung von biologischer und sozialer
Vaterschaft und dem Verschwinden des
Vaters anlässlich der Vaterstudie im
Auftrag des Familienministeriums.
MICHALZIK diskutiert das Thema anhand
verschiedener Literatur, z.B. von Axel
HACKE und
Dietrich
SCHWANITZ.
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- SCHROER, Markus (2001): Im
Supermarkt des Lebens.
Jeden
Tag stöhnen wir unter der Vielfalt der
Möglichkeiten - und nie sind wir sicher, ob wir
richtig gewählt haben. Von der Lust an Optionen,
der Last der Entscheidungen und der List der
Individuen
in: TAZ v. 28.07.
- Kommentar:
Entscheidungsterror?
Wer wie
Markus SCHROER einen quantitativen
Entscheidungsbegriff benutzt, bei dem die
Wahl zwischen rotem, gelbem und grünem
Paprika genauso wichtig ist wie die
Entscheidung für oder gegen ein Kind,
der verstellt den Blick für die Grenzen
der Wahlfreiheit und unterschiedliche
Entscheidungsqualitäten.
SCHROERs
Logik an einem typischen Beispiel: Wenn
wieder einmal der einzige Supermarkt in
der Nähe schließt, dann bleibt das
lethargische Selbst wohnen, obwohl Umzug
angesagt wäre (Nichtentscheidung). Das
gehetzte Selbst sucht sich einen neuen
Wohnsitz zwischen drei Supermärkten, die
gleich weit entfernt sind
(Entscheidungskonflikt). Das
verunsicherte Selbst sucht in
Buchhandlungen nach einem Ratgeber für
diesen Fall (Entscheidungsübertragung).
An dem Beispiel wird jedoch gleichzeitig
sichtbar, dass SCHROERs
Entscheidungsbegriff bereits die
Unverhandelbarkeit gewisser
Entscheidungen (Verlegung eines
Supermarktes) voraussetzt.
Völlig
ausgeblendet bleibt bei SCHROER die
lebenszeitliche Dimension von
Entscheidungen. Der
Soziologe Günter
BURKART hat in dem Aufsatz
"Biographische Übergänge und
rationale Entscheidungen" (BIOS
1/1995) und in dem Buch "Die
Entscheidung zur Elternschaft"
(1994) grundlegende Kritik am
Entscheidungsbegriff von
Individualisierungstheoretikern wie
SCHROER geübt. BURKART geht davon aus,
dass Entscheidungen in Paarbeziehungen
und Familien das Ergebnis von
Aushandlungsprozessen sind. Weiterhin
unterscheidet er zwischen Alltags- und
Lebensentscheidungen. Letztere sind
biographische Entscheidungen mit
weitreichenden Folgen wie z.B. die
Entscheidung zur Elternschaft.
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- STORM,
Andreas (2001): Von Sonntagsreden zur realen
Politik.
Die Familienpolitik in
Deutschland muss einen
höheren Stellenwert und mehr Geld bekommen
in: Frankfurter Rundschau
v. 27.07.
- Inhalt:
Der
CDU-Politiker STORM plädiert für eine Familienpolitik als
"Geburtenförderungspolitik", die sich aber nicht explizit
als solche ausgeben sollte.
STORM möchte einen Umbau des
Sozialstaates, der Kinderlose gegenüber
Eltern deutlich
schlechter stellt. Den Grundsatz einer
solchen impliziten Bevölkerungspolitik
formuliert STORM folgendermaßen:
"Es
muss (...) darum gehen, die Entscheidung des Einzelnen für
oder gegen Kinder von finanziellen und beruflichen
Erwägungen weiter abzukoppeln."
Durch
die Einführung eines erwerbs- und einkommensunabhängigen
Familiengeldes, kinderzahlabhängige Beiträge zur
Rentenversicherung und höhere Rentenleistungen für Eltern
möchte STORM Vollzeitmütter fördern. Berufstätigen Müttern
soll durch eine Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten für
Kleinkinder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
erleichtert werden.
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FRANZEN,
Günter (2001): Verführung und Verfügbarkeit...
...schließen
sich aus. Warum durch die sexuelle Freizügigkeit
seit 1968 das Köstliche der Liebe abhanden kam,
in: Welt v. 27.07.
- Kommentar:
Für alle, die
glauben, dass vor 1968 die Welt noch in
Ordnung war.
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- LORENZ-MEYER,
Lorenz (2001): Intime Notizen für alle.
Die
"Blogger" führen öffentlich ein
Protokoll ihres Internet-Lebens,
in: Zeit Nr.31 v. 26.07.
- Inhalt:
LORENZ-MEYER
berichtet über Blogger, d.h. Menschen
die Internet-Tagebücher (spezieller:
Weblogs) verfassen.
Chris ALDEN vom
britischen Guardian sieht in den Weblogs
Surfhilfen, die Katalogen wie Yahoo oder
Suchmaschinen wie
Google aufgrund ihrer
Spezialisierung weit überlegen sind.
Jörg KANTEL möchte den Begriff Weblog
an spezielle Softwareprogramme wie
Blogger oder Groksoup gebunden sehen,
aber LORENZ-MEYER hält eine solche
Definition zu restriktiv. Im weitesten
Sinne ist diese News-Seite ebenfalls ein
Weblog...
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- ROGGENKAMP,
Viola (2001): Nachfolger von Mutti und Vati,
in: TAZ v. 25.07.
- Inhalt:
Viola ROGGENKAMP
beschäftigt sich mit der Frage, ob
Hannelore Kohl der Prototyp einer
"Reihenhausmutti" aus der
Vor-Emanzipationszeit ist. Sie kommt zu
dem Schluss:
"Die
propagierte Erscheinung einer sich dem
Mann unterwerfenden Frau ist heutzutage
anders als in der Elterngeneration.
Poliert, strahlend, fit. Der heutige Mann
wäre ja der Spießer, der sein Vater
ist, würde seine Plastikpuppe nicht so
emanzipiert aussehen wie Verona
Feldbusch, die darin nur mehr die Tochter
einer Hannelore Kohl bleibt. Der Frau ist
ihre Selbstidealisierung heute erlaubt,
wenn sie darin dem Mann als Objekt nicht
verloren geht."
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- FALK,
Marcel (2001): Treue ist ein fast
widernatürlicher Kraftakt.
Strenge
Monogamie ist im Tierreich wie auch beim Menschen
sehr selten. Nur die gemeinsame Sorge um den
Nachwuchs fördert monogames Verhalten
in:
Welt v. 23.07.
- Inhalt:
Eine Rechtfertigung
des Seitensprungs aus der Perspektive der
Zoologie.
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- KAMANN,
Matthias (2001): Wie wir lieben,
in: Welt v. 23.07.
- Kommentar:
KAMANN stellt einen
Wandel der Erklärungsmuster in den
letzten 50 Jahren fest: ökonomische,
psychoanalytische und feministische
Interpretationen der Paarbeziehung wurden
abgelöst von soziobiologischen
Erklärungen.
Den Wandel der Erklärungen
sieht er kurzschlüssig in Verbindung mit
dem Gegenstand selbst (Verfallsgeschichte
der Institution Ehe vs Liebe als
zentraler Lebenssinn), obwohl es doch
offensichtlich ist, dass der Wandel der
Erklärungsmuster erstens nicht auf einen
Gegenstand beschränkt ist, sondern
Ausdruck eines allgemeinen Wandels des
Wissenschaftsbetriebes selbst ist und
zweitens die genannten Erklärungsmuster
durchaus nebeneinander koexistieren.
- KAMANN,
Matthias (2001): Ein Kuss ist nur ein Kuss.
Zum Auftakt der WELT-Serie
"Wie wir lieben": Der Sexualforscher
Gunter Schmidt im Gespräch,
in: Welt v. 23.07.
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Focus-Coverstory
"Die Geliebte. Blick in das Schattenreich
der heimlichen Leidenschaft"
- GERBERT,
Frank (2001): Große Liebe, große
Zweifel.
Weder Vamps noch
Betthäschen: Deutschlands
"Nebenfrauen" revoltieren gegen
böse Klischees und berichten, wie es
wirklich ist, die zweite Geige zu
spielen,
in: Focus Nr.30 v.
23.07.
- FOCUS
(2001): In der Untreue anständig
bleiben".
Der Psychoanalytiker
Wolfgang Schmidbauer über die Seelenlage
ehebrüchiger Männer und die Risiken,
die sie eingehen,
in: Focus Nr.30 v.
23.07.
- GERBERT,
Frank (2001): "Wir - die Frauen von
nebenan".
Drei Geliebte
berichten über ihre Beziehungen zu
verheirateten Männern und werben um
Verständnis für ihr Verhalten,
in: Focus Nr.30 v.
23.07.
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- BEHREND, Till
(2001): Der einsamste Mann der Welt.
Festtag für eine extreme
Fernbeziehung: Nach knapp einem Jahr kehrt
Weltumsegler Erdmann zu seiner Frau zurück,
in: Focus Nr.30 v. 23.07.
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- THIELERT,
Anette (2001): Flirten im Sieben-Minuten-Takt.
Endlich gibts die
Möglichkeit, langweilige Flirter sofort
loszuwerden und sieben Leute in sechzig Minuten
zu testen,
in: SonntagsZeitung v.
22.07.
- Inhalt:
Bericht über
Speed-Dating in der Schweiz
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NZZ-Zeitfragen
"Tauschhandel - archaisch oder modern?
- MÜLLER,
Christoph (2001): Die nichtende
Ökonomie.
Zum Existenzialismus
in der Informationswirtschaft,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 21.07.
- HOFFMANN,
Günter (2001): Nicht für Euro oder
D-Mark, sondern für Talente und
Blüten...
Regionale
Tauschsysteme in den Modernen
Industriestaaten,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 21.07.
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- BURGER-BONO,
Sibylle (2001): Die Entdeckung eines unbekannten
Landes.
Familienpolitik in der
Schweiz,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 20.07.
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LAU,
Mariam (2001): Kinder machen alles falsch!
In
Deutschland ist Familienpolitik wieder eine Arena
der Glaubenskämpfe. Wer die Wiederkehr von
Vollzeitmutter und restriktiver Erziehung
fordert, übersieht die Realität
in: Welt v. 20.07.
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- GIRSBERGER,
Esther (2001): Der Amtsschimmel wiehert weiter.
Fünfundzwanzig
Jahre lang war das Paar verheiratet. Dann liess
es sich scheiden, um gleich wieder vor den
Traualtar zu treten. Und das alles wegen der
Mehrwertsteuer
in: Weltwoche Nr.29 v.
19.07.
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- LIEBS, Holger
(2001): Übernachten und Schlafen.
Terence Riley, Chefkurator
des MoMA, über Prada, Orwell und die Zukunft des
Wohnens,
in: Süddeutsche Zeitung v.
19.07.
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- SAI (2001):
Angesurft: www.maennerseiten.de: Bügeltipps für
männliche Singles.
Die ultimative Internetseite
für einen unfallfreien Männerhaushalt,
in: Rheinpfalz v. 19.07.
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- GRÖCKEL,
Mathias (2001): Single-Wohnungen auf dem
Vormarsch.
Alleinstehende leben zumeist
in Hochhaus-Vierteln,
in: Schweriner Volkszeitung
v. 19.07.
- Inhalt:
GRÖCKEL räumt auf
mit dem Yuppie-Klischee der
Alleinstehenden:
"Das Bild vom jungen,
bindungsunwilligen, karriereorientierten
und gutverdienenden Alleinwohnenden
trifft zumindest für Schwerin nicht zu.
Im Gegenteil: In den genannten
Stadtteilen leben viele verwitwete oder
geschiedene Personen zumeist
fortgeschritteneren Alters. Ebenso
finanziell eher weniger gut gestellte
junge Personen, darunter viele
alleinerziehende Mütter. Die Armut ist
in Mecklenburg-Vorpommern nirgendwo
größer als im Mueßer Holz: 40 Prozent
aller hier lebenden unter 15-Jährigen
sind laut Bericht der
SPD-Stadtvertreterin Karen Müller auf
Sozialhilfe angewiesen. Die Einkommen der
Singles liegen mehrheitlich zwischen 1000
und 2500 Mark brutto."
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- URBAN, Martin
(2001): Die Pflegeheime abschaffen?
Professor Dr. Dr. Klaus
Dörner, Psychiater, Hamburg, über Forderungen
nach einer Enquêtekommission des
Bundestags
in: Süddeutsche Zeitung v.
19.07.
- Inhalt:
"Ein Prozent
der Deutschen Bevölkerung, 800000
Menschen, leben in Alten-, Pflege- und
Behinderten-Heimen". Diese Menschen
sollen nach Ansicht von DÖRNER entweder
zuhause oder in "Wohngruppen von
familienähnlicher Größe" betreut
werden.
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- SCHLÜTER,
Christian (2001): Verraten und verkauft.
Und das ist auch gut so:
Bündnis 90/Die Grünen,
in: Frankfurter
Rundschau v. 18.07.
- Inhalt:
SCHLÜTER zeichnet
den Weg von den "jugendbewegten
Protestler aus den 70-ern" als
kurzen Weg von der Selbstverwirklichung
bis zum hedonistischen Materialismus, von
"Histomat" zum
"Hedomat". Das Grünen-Milieu
beschreibt er als Milieu des Verdachts -
das Gegen- oder Anti- nach innen wie nach
außen - den Grünen "eher
affektiven als programmatischen
Zusammenhalt" verschaffte. Vor
diesem Hintergrund analysiert SCHLÜTER
das neue Grundsatzprogramm, das den
Übergang von der
"Anti-Parteien-Partei" zur
"Reformpartei" markieren soll.
Er liest das Programm als Anleitung,
"wie zukünftig mit dem Verrat
umzugehen sei, oder als offene Frage, ob
und wie die Grünen ohne ihren affektiven
Glutkern leben können." SCHLÜTER
zufolge haben die Grünen ihr Dilemma,
dessen sichtbarer Ausdruck ihr rasanter
Imageverlust ist, durch eine Programmatik
der Inhaltslosigkeit gelöst: "Ihr
neues Grundsatzprogramm ist inhaltlich so
dünn, dass an ihm Verrat zu begehen
fortan nicht mehr möglich ist."
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- LINSINGER,
Eva & Lisa NIMMERVOLL (2001): "Pflege
der Paschas.
Zulasten der Frauen.
Experten gegen spätere Pension für kinderlose
Frauen,
in: Der Standard v. 18.07.
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- WIGET,
Carl J. (2001): Das Rätsel Mann.
Bestseller-Autor
Dietrich Schwanitz erklärt den Frauen die Welt
der Männer und sagt, wie Sie mit ihnen reden
können,
in: Brückenbauer Nr.29 v.
17.07.
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- OESTREICH,
Heide (2001): Ende des Ernährers.
Mit der neuen Rolle des
Vaters als Erzieher, so eine Studie des
Familienministeriums, fangen die Probleme erst
an,
in: TAZ v. 17.07.
- Inhalt:
Heide OESTREICH bezweifelt
das
vom Spiegel ausgerufende "Comeback der
Mutter". Die
empirische Studie von
Wassilios FTHENAKIS
spricht nach OESTREICH dagegen.
Der Familienforscher hat
ein neues Vaterideal entdeckt. Nicht mehr der "Ernährer",
d.h. Väter als Vollzeitkarrieristen mit familiärem Anhang
möchte er sein, sondern "Erzieher". Die Realität sieht aber
anders aus: Karriereverzicht, hier als Beantragung von
Erziehungsurlaub definiert, das geht dann doch zu weit.
"Allerdings lehnen auch, und das
dürfte neu sein, die Mütter den
Karriereverzicht zugunsten des Kindes ab.
Eine Renaissance der klassischen
Mutterrolle ist also empirisch nicht zu
belegen", schreibt OESTREICH.
Mütter, die ihre Karriere
nicht aufgeben, sind sogar im Vorteil. Sie können damit
Väter zu einer egalitäreren Arbeitsteilung zwingen und
können auch im Berufsleben auf mehr Verständnis hoffen.
- KUNZ,
Harry (2001): Wenn die Küche kalt bleibt,
in:
TAZ v. 17.07.
- Inhalt:
KUNZ geht die
Aufwertung der Erziehungsarbeit nicht
weit genug, weil politisch das
"Zweiernährermodell", d.h. die
gleichzeitige Berufstätigkeit von Mann
und Frau, gewollt ist. Dies führt nach
KUNZ dazu, dass zwar mehr Frauen unter
der "Dreifachbelastung von Beruf,
Kinderbetreuung und Haushaltsführung
stöhnen", während die Väter die
Flucht aus dem Haus antreten und die
Kinder vermehrt auf sich gestellt sind.
- Kommentar:
Weder das
Einernährer-, noch das
Zweiernährermodell ist
heutzutage das Standardmodell bei
Familien, sondern das
Zuverdienermodell ist weiterhin am weitesten
verbreitet.
Frauen sind überwiegend
teilzeitbeschäftigt, während Männer Vollzeit
arbeiten. In der Debatte wird diese wesentliche
Unterscheidung selten berücksichtigt. Dies ist auch
der Grund für die großen Einkommensunterschiede, die
den Erziehungsurlaub für Väter unattraktiv machen.
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- GERMIS,
Carsten (2001): Generation Papa.
Kinderbetreuung
- damit hatten Männer hier zu Lande lange nichts
zu tun. Das hat sich geändert, sagt die
Familienministerin. Die Rolle des alleinigen
Ernährers ist nicht mehr attraktiv. Zwei Drittel
aller Befragten wollen auch Erzieher sein,
in: Tagesspiegel v. 17.07.
-
MARTENSTEIN,
Harald (2001): Von Kindern lernen,
in:
Tagesspiegel v. 17.07.
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ULRICH,
Bernd (2001): Unser Atem - Von den Erfahrungen
eines Vaters,
in:
Tagesspiegel v. 17.07.
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- PETROPULOS,
Kostas (2001): Wir brauchen das Erziehungsgehalt.
Haushalte
mit Kindern werden immer stärker vom allgemeinen
Lebensstandard abgekoppelt,
in: Welt v. 17.07.
- Kommentar:
PETROPULOS fordert
ein Erziehungsgehalt, um
"tatsächliche Wahlfreiheit für
Eltern" zu schaffen. Der Ausbau der
Betreuungsangebote für Mütter ist
angesichts der Verschlechterungen auf dem
Arbeitsmarkt kein Allheilmittel. Um
seinen Forderungen Nachdruck zu
verleihen, muss ein ökonomischer
Vergleich herhalten. PETROPULOS
vergleicht das verfügbare
Pro-Kopf-Einkommen eines
Familienhaushaltes mit einem
Kinderlosenhaushalt.
Solche
ökonomischen Vergleiche sind jedoch aus
vielerlei Gründen unsinnig, wenn dabei
ein "nichtexistierender"
Durchschnittssingle mit einem
Familienhaushaltsvater verglichen wird.
Die
einzigste Legitimation eines solchen
Rosinen-Picker-Vergleiches ist der, dass
die Berechnung kostengünstig
durchzuführen ist.
Ein
Vergleich, der weder gleiche
Altersgruppen, noch die Verbreitung der
betrachteten Haushalte berücksichtigt,
kann nicht ernst genommen werden.
Es wird nahegelegt,
dass Singles per se Besserverdienende
(Yuppies) sind. Tatsache
ist jedoch, dass erstens die Einkommen
von Einpersonenhaushalten stark
differieren und zweitens in den
Altersgruppen 30-40 Jahre die Zahl der
Familienhaushalte weit überwiegen.
Topgehälter verdienen vor allem die
Familienväter. Es gibt keine einzige
Studie, die belegen kann, dass männliche
Singles bessere Verdienstchancen haben
als Familienväter. Tatsache ist dagegen,
dass männliche Singles stärker als
Frauen zu den Geringverdienern gehören.
Wer als
geschiedener Mann im Einpersonenhaushalt
lebt, der ist nicht unbedingt kinderlos,
sondern vor allem ein Zahlvater. Wer
deshalb nur die Einkommensseite
berücksichtigt und nicht die
Ausgabenseite, zwar Kindergeld vom
Familieneinkommen abzieht, aber keine
Unterhaltszahlungen berücksichtigt, der
möchte keinen realen Vergleich, sondern
nutzt gesellschaftliche Vorurteile für
seine Zwecke aus.
PETROPULOS
vergleicht keine Familien mit Singles,
sondern nur Familienhaushalte mit
Einpersonenhaushalte und das ist ein
entscheidender Unterschied. Ein Vergleich
von Haushaltsformen ist für Aussagen
über den Lebensstandard von Lebensformen
unzureichend.
Kindergeld
ist nicht die einzige Transferleistung,
die Familien genießen. Wer wie
PETROPULOS alle finanziellen Vorteile von
Familien im Alltag aufführen müsste,
der käme in Schwierigkeiten, denn ein
solcher Vergleich ist derzeit unmöglich!
Familien sind wie Singles in der Regel in
einen Haushaltsverbund eingebunden.
Familiensoziologen sprechen dagegen
lieber von der "multilokalen
Mehrgenerationen-Familie". Die
staatlichen und persönlichen
Transferleistungen in einem solchen
Haushaltsverbund bleiben bei
ökonomischen Vergleichen grundsätzlich
unberücksichtigt (siehe
hierzu den Artikel über die Thesen des
Altersforschers Martin KOHLI im Weser
Kurier vom 31.05.2001).
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- SALOMON,
Martina (2001): Experte: Kinderlose Frauen sollen
wie Männer in Pension gehen.
Regierungsberater Mazal
kritisiert "ungerechtfertigtes
Privileg",
in: Der Standard v. 17.07.
- SALOMON,
Martina (2001): Die Berater der Republik.
"Katastrophale
Kommunikation des ganzen Projektes"
in: Der Standard v. 17.07.
- Inhalt:
Interview mit dem
österreichischen Sozial- und
Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal, u.a.
über das Pensionseintrittsalter von
kinderlosen Frauen und Müttern:
"STANDARD: Sollten
Frauen, die keine Kinder haben, das
gleiche Pensionsantrittsalter wie Männer
haben?
Mazal: Der
Verfassungsgerichtshof hat 1991 das
ungleiche Pensionsalter als
verfassungswidrig aufgehoben, weil auch
Frauen, die keine Doppelbelastung haben,
in den Genuss des früheren
Pensionsalters kommen. Danach hat man die
Ungleichbehandlung von Frauen per
Verfassungsgesetz zementiert.
STANDARD: Wieso
Ungleichbehandlung? Handelt es sich nicht
eher um Gleichbehandlung, die für einen
Teil der Frauen eben ein Privileg ist?
Mazal: Dieses
Privileg bleibt ungerechtfertigt, wenn
Frauen nicht doppelbelastet sind und
trotzdem früher in Pension gehen
können. Die Doppeltbelastete ist damit
im Nachteil gegenüber der anderen. Sie
bekommt keinen Ausgleich."
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PROFIL-Titelstory
"Baustelle Ich"
- HAGER,
Angelika & Marie-Louise PITZL (2001):
Baustelle Ich.
Jugendforschung. Wie
kauft, liebt und lebt die Generation Y?
Was hört und sieht sie? Und womit
braucht man ihr überhaupt nicht kommen?
Zwei große Jugendstudien durchleuchten
jene Kids, denen nichts so verhasst ist
wie Uniformität,
in:
Profil Nr.29 v.
16.07.
- Inhalt:
"Einziger
gemeinsamer Nenner der
'Generation Y', so das eilige
Label für die Nachfolger der vom
kanadischen Autor
Douglas
Coupland
ausgerufenen No-Future-Generation
X, ist neben der kollektiven
Angst vor Pickeln das dringende
Bedürfnis, 'ja nicht so zu sein
wie alle anderen'."
- PROFIL
(2001): "Das große
Sampling".
Bernhard
Heinzelmaier, Geschäftsführer
der T-Factory, über das
Funktionsprinzip einer
unfassbaren Generation,
in:
Profil
Nr.29 v. 16.07.
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- KEMWA,
Russel Njiken (2001): Badewanne mit Aussicht.
Bisher
gab es das in New York oder Hongkong. Jetzt
offeriert auch Frankfurt am Main Luxuswohnungen
im Hochhaus - Rundum-Service durch Dienstboten
inklusive,
in: Spiegel Online v.
16.07.
- Inhalt:
KEMWA stellt das
Konzept "Luxusappartements mit
Ausblick in zentraler Lage und
Rundum-Versorgung durch Dienstboten und
Doorman vor, das auf Yuppies, flexible
Menschen und Akademiker-Ehepaare in der
"Empty-Nest"-Phase
zugeschnitten ist.
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SPIEGEL
-Titelgeschichte: Der neue Mutterstolz.
Kinder statt Karriere |
- BEYER,
Susanne & Marianne WELLERSHOFF
(2001): Comeback der Mutter.
Die Emanzipation
steckt in einer Krise: Überraschend
viele Frauen suchen neuerdings ihre
Erfüllung nicht mehr im Beruf, sondern
im Zusammenleben mit Kindern. Die Rolle
des Superweibs, das locker Karriere und
Familie verbindet, überfordert sie.
Triumph althergebrachter Mütterlichkeit?
in: Spiegel Nr.29
v. 16.07.
- Kommentar:
Am
23.10.2000 wurde im Spiegel der
Single verabschiedet, am
19.04.2001 titelte der Spiegel
"Zurück zur Familie"
als Konsequenz des
Urteils
vom Bundesverfassungsgericht zur
Pflegeversicherung
und jetzt ist die Frau im Spiegel
zur stolzen Mutter geworden. Von
der Verabschiedung des Singles
bis zur Mutterschaft dauerte es
fast genau 9 Monate! Wie konnte
es soweit kommen?
"Als
die Hausfrau und Mutter
CÖLSCH-LIMBACHER vor kurzem zum Arbeitsamt in
Schwäbisch Hall ging, weil sie einen Job als Soziologin suchte,
antwortete der Berater: 'Ich schlage vor, Sie kriegen noch mehr
Kinder. Sie wissen ja, dass die Deutschen aussterben, und
Vollzeit-Mutter zu sein ist eine ehrenvolle Aufgabe.' Eine Arbeit
hat der Mann ihr nicht angeboten."
Der
SPIEGEL ist also bei der Diskriminierungs- und Rezessions-Kultur
angelangt. In Zeiten der Rezession und des Nachwuchsmangels wird
klar:
"Kinder
gelten plötzlich nicht als
Belastung, sondern als
Glücksversprechen. Selbst das
Zeitgeistmagazin 'Max' (...) warb
kürzlich mit einem properen
Windelbaby zwischen den schlanken
Frauenbeinen für das 'Abenteuer
Kind'.
Das mythische Ideal der
Mutterschaft kehrt jedenfalls
zurück -, 'back to the fifties'.
Allenfalls damals wurden Frauen,
die ein Kind zur Welt bringen, so
hoch geschätzt wie heute. 'Die
Mutter ist wieder das
vorherrschende Frauenbild'".
Belegt
wird das nicht anhand
statistischer Zahlen, sondern es
werden die üblichen Prominenten
angeführt, um das
SPIEGEL-Frauenleitbild als
plausibel darzulegen.
"Back
to the fifties". Es ist
offensichtlich, dass damit nicht
die Familienrealität der 50er
Jahre gemeint ist, sondern jenes
Familienideal, das erst durch die
Medien konstruiert wurde, nachdem
in den 60ern die Familie in Frage
gestellt worden war.
Leitbilder
sind Ausdruck von Kulturkämpfen:
"Der Imagewandel ist
radikal: Heute, so gibt das neue,
alte Leitbild es vor, ist eine
Frau erst mit Kind vollständig.
In den siebziger Jahren dagegen
galten Kinder vielen
Feministinnen als 'schwere
Ketten' der Frauen."
Die SPIEGEL-Autoren zitieren hier den
Kulturkampf
zwischen kinderlosen
Karrierefrauen und berufstätigen
Müttern,
der seit Mitte der 70er Jahre die
Frauenbewegung prägt. Mit
der Realität in Deutschland hat
das nichts zu tun, denn:
"im
Topmanagement gibt es nur noch
mickrige 3,5 Prozent
Frauen".
Davon sind die
Hälfte sogar Mütter! Die
kinderlose Powerfrau ist also
genauso wie
Hera
LINDs Superweib
keine statistisch relevante
gesellschaftliche Grösse. Wenn
die Autoren deshalb einen
Wertewandel konstatieren, dann
scheint dies - wenn überhaupt -
nur ein Wertewandel der Elite zu
sein.
Die
Proklamierung des
SPIEGEL-Frauenleitbilds
"50er-Jahre-Vollzeitmutter"
ist bevölkerungspolitisch
motiviert: "Ob die aktuelle
Wandlung des kulturellen
Leitbildes - von der Powerfrau
zur Brutpflegerin - am Ende zu
einem neuen Kindersegen
führt?" fragen sich die
Autorinnen bange.
Das
EMMA-Frauenbild ist dagegen die
kinderlose Karrierefrau:
"Gebärstreik"
titelte deshalb die
Frauenzeitschrift von Alice
SCHWARZER in der
Juli/August-Ausgabe.
Nicht die Vollzeitmutter, sondern
die berufstätige Karrieremutter
ist das Mutterleitbild von
Alice
SCHWARZER.
Die
Autorinnen gehen aber noch
weiter. Nicht nur Frausein ist
defizitär, sondern auch das
Alleinerziehen. Dies ist die
Rückkehr der
"unvollständigen
Familie". Die Kinder von
Alleinerziehenden werden als
"Risikokinder"
bezeichnet, da sie oftmals als
Partnerersatz dienten.
Hier
werden Alleinerziehende
fälschlicherweise mit
alleinerziehenden Partnerlosen
gleichgesetzt.
Die
Amtliche Statistik sagt jedoch
über die Partnerschaftssituation
von Alleinerziehenden gar nichts
aus.
Die genaue Zahl von
alleinerziehenden Partnerlosen
ist unbekannt. Alleinerziehende
können nach der Definition des
Statistischen Bundesamtes
durchaus mit einem Partner
zusammenwohnen. Der Status des
Alleinerziehens wird dadurch
nicht beeinträchtigt. Ob der
Partner in der Praxis mit erzieht,
das interessiert nicht. Die
Kategorie
"Alleinerziehende" ist
deshalb für die Beschreibung der
Lebensverhältnisse dieser
Mütter und Väter völlig
unzureichend.
- HACKE,
Axel (2001): Im Bett mit Plüschaffen.
Axel Hacke über
Öko-Essen, Hechelatmen und hysterische
Schwangere,,
in: Spiegel Nr.29
v. 16.07.
- LAKOTTA,
Beate (2001): Nachwuchs in der
Warteschleife.
Erst Karriere,
dann Kinder: Ärzte verhelfen zu später
Mutterschaft,
in: Spiegel Nr.29
v. 16.07.
- Kommentar:
LAKOTTA
rechnet mit den kinderlosen
Karrierefrauen ab. Diese Gruppe
von Frauen hat statistisch
gesehen einen Anteil von nicht
einmal 2 % an der Bevölkerung!
Eine
Karrierefrau ohne Kinderwunsch
ist defizitär, aber eine
Karrierefrau mit spätem
Kinderwunsch ist
unverantwortlich:
"'Eine egoistische
Einstellung: Die Frauen sehen
nicht das Wohl des Kindes,
sondern zuerst ihr eigenes! Nicht
wenige hätten erst ein, zwei
Jahre zuvor eine Abtreibung
hinter sich gebracht.
Klappt es mit dem Baby dann zum
strategisch günstigen Zeitpunkt
nicht, soll die Medizin die
verkorkste Lebensplanung
retten."
Die Kritik an der Karrierefrau
zielte in den 80er Jahren auf
ihre Kinderlosigkeit (siehe
hierzu
Susan
FALUDIs Bestseller "Die
Männer schlagen zurück"),
seit den 90er Jahren steht die
Karrieremutter im Mittelpunkt der
Kritik. Sie ist nun nicht mehr
nur eine Rabenmutter wegen der
Unvereinbarkeit von Berufsarbeit
mit Haus- und Erziehungsarbeit,
sondern bereits die
Karriereplanung gerät nun unter
Beschuss. Nicht erst die
Nichtaufgabe des Berufs beim
Kinderkriegen, sondern das Recht
von jungen Frauen auf eine
Karriere wird mit diesem neuen
Klischeebild - dessen Karriere
als gesichert gelten dürfte -
grundsätzlich in Frage gestellt.
Erst ein Kind, dann - wenn
überhaupt - Karriere. Dies ist
auch die Forderung der
einflussreichen Demografen
Jürgen DORBRITZ und
Karl
SCHWARZ,
die eine Familienpolitik
empfehlen, die erstens
Kinderlosigkeit zurückdrängt
und zweitens junge Paare dazu
ermutigt, mit der Geburt der
Kinder nicht zu lange zu warten
("Kinderlosigkeit in
Deutschland - ein
Massenphänomen?", in:
Zeitschrift für
Bevölkerungswissenschaft, 1996,
Heft 3).
Das vom SPIEGEL nun verbreitete
neue Klischee der Karrierefrau,
die erst abtreibt, sich dann ein
Kind wünscht, es nicht bekommen
kann und am Schluss
todunglücklich ist, zielt genau
auf jene Aspekte ab, die von
diesen Demographen
bevölkerungspolitisch als
unerwünscht betrachtet werden.
Bis vor kurzem war die
Vollzeitmutter das Leitbild von
Journalistinnen wie
Karin
JÄCKEL.
Mit dem Verfassungsgerichtsurteil
im Rücken soll dieses Leitbild
nun mehrheitsfähig gemacht
werden.
Da
ist es natürlich ärgerlich, wenn die
Reproduktionsmediziner der Karrierefrau in Nöten
Abhilfe versprechen:
"Das 'Kind in der
Warteschleife', so die Vorstellung der Mediziner,
könnte eines Tages den Konflikt zwischen
Karriereplanung und Kinderwunsch lösen: Eine Frau
könnte in jungen Jahren ein Kind auf Eis legen,
einen Posten ergattern und anschließend Mutter
werden."
Diese
Form der weiblichen
Selbstbestimmung ist
unerwünscht, weswegen am Ende
des Artikels eine
Frauenbeauftragte zitiert wird,
die statt individueller
Problemlösung die Einklagung
sozialpolitischer Veränderungen
fordert.
- GATTERBURG,
Angela & Marianne WELLERSHOFF (2001):
"Ausnahmezustand der Seele".
Der Münchner
Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer
über Chancen und Risiken der
Elternschaft, quengelige Säuglinge und
beleidigte Mütter,
in: Spiegel Nr.29
v. 16.07.
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- MEISNER, Matthias
& Hans MONATH (2001): Kinder, Kinder.
Die
Grünen wollen mit neuem Programm erwachsener
wirken. Und diskutieren über den Wert der
Familie,
in: Tagesspiegel v. 16.07.
- Kommentar:
Die Autoren sehen in
dem Enwurf keine Vorentscheidung über
den Stellenwert einer "Politik für
Kinder".
Grüne
Kinderpolitiker der "Generation
Golf" möchten
die Kontroverse "Familien versus
Singles" ins Zentrum grüner Politik
rücken. Damit konnten sie sich jedoch
nicht durchsetzen. Der Tagesspiegel nennt
neben Fritz Kuhn auch Joschka Fischer als
Fürsprecher von Kinderpolitik.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. bis 15. Juli
2001
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