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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 16. - 31. Juli 2003

 
       
     
     
     
       
     
   
  • OESTREICH, Heide (2003): "Die Armut in Deutschland wird wachsen".
    Kinder und Sozialhilfeempfänger profitieren, Frauen verlieren eher bei dieser Reform, mein AWO-Sozialreferenzt Apostolos Tsalastras,
    in: TAZ v. 31.07.
    • Inhalt:
      Was Singles zu allererst interessieren wird:
      "Diese neuen Armen sollen mehr dazuverdienen können als bisher.
      Das lohnt sich erst für Familien mit mehreren Kindern. Wer allein ist oder nur ein Kind hat, kann nicht mehr zuverdienen als bisher. Erst mit mehreren Kindern summiert sich der Zuverdienst auf einen attraktiven Betrag. Vor allem, da man für diese auch den neuen Kinderzuschlag bezieht."
 
   
  • RM-THEMA: Eine neue Bevölkerungspolitik muss her

    • RUTZ, Michael (2003): Kinder für das Land.
      Die Gesellschaft wird alt. Mit Elan wird an den Symptomen kuriert. Die Therapie jedoch sieht anders aus: Deutschland braucht Nachwuchs,
      in: Rheinischer Merkur Nr.31 v. 31.07.
    • BIRG, Herwig (2003): Auf der schiefen Bahn.
      Deutschlands Rolle in der Welt. Sterben die Deutschen aus? Fest steht: Die derzeitige Zahl der Geburten von - statistisch gesehen - 1,3 Kindern pro Frau reicht nicht aus, den Bestand der Bevölkerung zu sichern. Doch wer das Defizit auf Dauer durch Zuwanderung ausgleichen will, betreibt "demografischen Kolonialismus",
      in: Rheinischer Merkur Nr.31 v. 31.07.
    • FLORIN, Christiane (2003): Das Reichtumsrisiko.
      Babyboom. Einst traten prominente Frauen öffentlich in den Gebärstreik, heute zeigen sie öffentlich Ultraschallfotos. Warum Schwangersein wieder schick ist. Ein Musterbeispiel,
      in: Rheinischer Merkur Nr.31 v. 31.07.
      • Inhalt:
        Berichterstattung über die Medienoffensive in Sachen Schwanger ist schick.
 
   
  • SCHÖNEBERGER, Markus (2003): Manager machen mobil.
    Immer mehr Initiativen, Think-Tanks und Stiftungen treiben die Modernisierungsdebatte voran. Sie verstehen sich nicht als Protestbewegung. Sie wollen vielmehr den Politikern Anstöße für Reformen liefern und die Bürger überzeugen,
    in: Rheinischer Merkur Nr.31 v. 31.07.
    • Kommentar:
      Es wäre völlig falsch, die neuen Bürgerbewegungen in die Nähe der sozialen Bewegungen der Post-68er-Generation zu  rücken, vielmehr geht es hier um einen Wandel des Systems der organisierten Interessen.
      Im Zeitalter der Mediendemokratie ist nicht mehr das Parlament oder die Ministerialbürokratie der primäre Ort der Einflussnahme auf die Regierungspolitik, sondern vermittelt über die Medien wird der Wähler direkt angesprochen. Meinhard MIEGEL und Daniel DETTLING sind die prototypischen Vertreter eines erweiterten Systems organisierter Interessen, in dem Vereine, Think-Tanks und Stiftungen die Wirtschaftsinteressen effektiver vertreten als traditionelle Lobbyisten.
      Die Verfechter generieren sich zwar als Alternative zum Verbandswesen, sind aber nur sein aktuellster Auswuchs im Zeitalter der Mediendemokratie.  
 
     
   
  • KIONTKE, Jürgen (2003): Die Wertarbeit der Maschine.
    Warum Terminatoren die besseren Väter sind,
    in: Jungle World Nr.32 v. 30.07.
    • Inhalt:
      Jürgen KIONTKE erklärt, dass es in der »Terminator«-Reihe nur um eines geht:
            
         "darum, wie in einer postmodernen Gesellschaft, in der alle sozialen Beziehungen längst aufgelöst sind, der perfekte Vater aussieht".
 
   
  • Der singlefreundliche Beitrag
    BUTTERWEGGE, Christoph (2003): "Kinder bilden die am stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe".
    Bedenkliches Zeugnis in einem Land wie der Bundesrepublik. Konsequente Beschäftigungspolitik verringert Arbeitslosigkeit und Not der Jugend,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.
    • Kommentar:
      Familienpolitik muss nicht singlefeindlich sein. Das beste Beispiel dafür ist Christoph BUTTERWEGGE:

            
         "»Umverteilung von oben nach unten!«, nicht »Umverteilung von den Kinderlosen zu den Eltern!« müsste die Devise einer gerecht(er)en Familienpolitik lauten. Statt alle Eltern materiell besser zu stellen, wie es die traditionelle Familienpolitik getan hat, müssten sozial benachteiligte Kinder besonders gefördert werden. Dabei sollte die Hilfestellung unabhängig von der jeweiligen Familienform und der Erwerbsbiografie der Eltern erfolgen. Denn die Rechte eines Kindes leiten sich aus seiner Identität als Kind, nicht aus seinem Verhältnis zu einem anspruchsberechtigten Elternteil ab. Politik für Kinder muss auch Politik von und mit Kindern sein. Das deutsche System der sozialen Sicherung ist erwerbsarbeits-, ehe- und erwachsenenzentriert. Eine kinderorientierte Sozialpolitik würde ausschließen, dass kommunale Betreuungsangebote wegen leerer Kassen verringert werden."
 
     
   
  • RB/EPD (2003): Armut in Deutschland wächst.
    Vor allem viele Singles in der Bundeshauptstadt sind auf Sozialhilfe angewiesen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 29.07.
 
   
  • RIDDER, Michael (2003): Idole der 80er Jahre
    "Ein Colt für alle Fälle" passt in die Zeit wie nie zuvor,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.07.
    • Kommentar:
      RIDDER meint, dass die US-Serie Ein Colt für alle Fälle aus einen aufschlussreichen Beitrag zum überall proklamierten 80er-Jahre-Kult leistet:
            
         "Lange bevor Florian Illies, Bodo Schäfer, Markus Koch - und wie die Schreibtisch-Weichspüler alle heißen - zu Topstars der Generation Golf avancierten, fieberten die um 1970 geborenen männlichen Fernsehzuschauer im ZDF den Abenteuern eines Kopfgeldjägers und Stuntmans entgegen. Damals (...) wussten die Golffahrer in spe (...) noch, wie man als Mann sein muss: wie Colt Seavers eben. Da wollten sie noch keinen Golf fahren, sondern so einen coolen Truck wie Colt.
      (...).
      Das Geheimnis der Serie war freilich, dass die zusehenden Jungs zwar davon träumten, so zu werden wie Colt, aber doch schon wussten, dass sie eher so enden würden wie Howie (Douglas Barr) - der sympathisch-schusselige Cousin und Assistent des Helden, der immer staunte, wenn Colt gut gebaute Bikini-Damen abschleppte."

            
         Warum passt das so genau in unsere Zeit?
      In seinem neuen Bestseller "Generation Golf zwei" schreibt Florian ILLIES:

            
         "Die 68er befinden sich zurzeit im Stadium eines gefährlichen Selbstbewusstseins. Bis auf Heinz sehen alle Männer aus wie Richard Chamberlain in Dornenvögel, wie Lehrer Doktor Specht oder wie Ulrich Wickert und werden plötzlich zu gefährlichen Konkurrenten um die schönsten Frauen, die sie uns in der Regel, braun gebrannt und charmant parlierend, beim Stehempfang ausspannen."
 
   
  • SCHMIDT, Volker (2003): Neid,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.07.
    • Inhalt:
      SCHMIDT befasst sich mit der Titelgeschichte des Juli-Heftes von GEO über den Neid:
      "Wenn der Sozialstaat zur Ruine renoviert wird, Firmenvorstände sich sechsstellige Erfolgsprämien für Entlassungen zahlen und Arbeitskämpfe ergebnislos abgebrochen werden, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit zum Ziel hatten, entsteht eine Gerechtigkeitsdebatte. Die, die Besitzstände zu wahren haben, bringen dann gern den Begriff Neid ins Spiel, um jene zu diskreditieren, die Forderungen stellen.
      Die Zeitschrift Geo etwa, deren Leser nach Verlagsangaben zumeist »in gehobenen bis mittleren Berufen tätig« sind, »über ein entsprechend hohes Haushalts-Nettoeinkommen« verfügen und von denen ein Viertel »höchsten gesellschaftlich-wirtschaftlichen Status« genießt, hat den Neid gerade zum Titelthema gemacht und auf 20 Seiten in Wort und Bild verunglimpft."
 
     
   
  • LEERSCH, Hans-Jürgen (2003): Abgeordnete aller Parteien fordern das Wahlrecht ab Geburt.
    Initiative will Einfluss der Familien stärker - Auf einen Schlag gäbe es 13,8 Millionen mehr Wähler in Deutschland,
    in: Welt v. 28.07.
    • Kommentar:
      Singles sollen Menschen zweiter Klasse werden.
      Dies fordern alle jene, die für ein Familienwahlrecht eintreten. Der Rückkehr zur patriarchalischen Gesellschaft mit ihrem Mythos vom ganzen Haus stünde dann nur noch das Wahlrecht der Frau entgegen. Vielleicht sollte das der Mann ausüben, denn wir leiden ja bereits unter einer Verweiblichung der Kultur, wie das Frank SCHIRRMACHER und Hans-Christoph BUCH diagnostiziert haben.
 
   
  • THIELS, Gabriele (2003): Haben Frauen ein "Verfallsdatum"?
    Selten haben sich Frauen mit dem Altern so schwer getan wie heute. Dabei ist alles nur eine Frage der Einstellung,
    in: Welt am Sonntag v. 27.07.
    • Kommentar:
      THIELS setzt Singlefrauen im mittleren Lebensalter unter Druck:

            
         "Nach 45 Jahren Frauenbewegung und 26 Jahren »Emma«, nach Gleichberechtigungsbeauftragten und Frauenquote kehrt am Anfang des 21. Jahrhunderts ein Gespenst zurück, von dem wir glaubten, es längst verbannt zu haben. Es ist der jüngere Bruder der »Torschlusspanik« und heißt »Verfallsdatum«. Es taucht auf in Zeitungen wie dem Londoner »Independent«, der kürzlich fragte: »Haben Frauen ein Verfallsdatum?« Es spiegelt sich in Statistiken. Die Zahlen über Eheschließungen in Deutschland etwa belegen, dass es in jeder Altersgruppe ab 30 mehr Männer als Frauen sind, die heiraten. Schlechte Nachrichten für reife Mädels: Ab 30 sinkt die Chance, vor den Altar zu treten, rapide, bei Männern dagegen steigt sie."
            
         Da in Deutschland - wenn überhaupt - ein Männerüberschuss im mittleren Lebensalter besteht, argumentiert THIELS nicht mit diesen Daten, sondern weicht auf Zahlen über Eheschließungen aus.
            
         In der Kategorie, die THIELS nennt, sind auch Männer über 60 und wie jeder weiß, bevorzugen alte Männer jüngere Frauen. Das hat bereits Florian ILLIES bemerkt. Männliche Rentner sind häufiger verheiratet als weibliche Rentnerinnen, die auch die größte Gruppe der Einpersonenhaushalte stellen. THIELS aber legt nahe, dass die Karrierefrauen vom Heiratsengpaß bedroht sind. Das hat Tradition:
            
         "Das Aquarium scheint leer gefischt. Und zu allem Überfluss erinnern sich weibliche Singles irgendwann wieder an jenes - zugegeben umstrittene - Untersuchungsergebnis amerikanischer Forscher der Universitäten von Yale und Harvard aus den 80ern, das periodisch für Fassungslosigkeit unter ihnen sorgt. Danach wird eine Frau über vierzig mit größerer Wahrscheinlichkeit von Terroristen getötet, als dass sie das erste Mal heiratet".
            
         Susan FALUDI hat mit "Backlash" ein ganzes Buch über dieses Thema geschrieben.
            
         Im nächsten Schritt kommt dann der Vorwurf, dass Single-Karrierefrauen zu anspruchsvoll seien.
            
         Dazu holt sich die Autorin die Unterstützung von Regine SCHNEIDER, die mit ihrem Ratgeber "Nimm die Männer wie sie sind - es gibt keine anderen" gerade diese Zielgruppe anspricht. Dort hätte THIELS auch nachlesen können, dass ein Männermangel nicht existiert. Gerade deshalb sieht SCHNEIDER in überhöhten Ansprüchen das Problem:
            
         "Daß gerade Sie noch keinen von denen erwischt haben, die wieder frei sind, liegt eventuell auch an Ihnen. Obwohl Sie eine gutaussehende, persönlich gereifte, beruflich unabhängige Powerfrau sind. An dieser Stelle kommen wir nicht umhin, mit unseren Schwestern einmal ordentlich ins Gericht zu gehen. Die sogenannte Powerfrauen müssen nämlich bisweilen noch mächtig an sich arbeiten, was ihre Beziehungsreife und ihre Beziehungsfähigkeit angeht. Das lange vorherrschende Feindbild Mann sollte langsam überholt sein".
            
         Obwohl gerade das Peter-Pan-Syndrom aktuell ist, stellt SCHNEIDER das Petra-Pan-Syndrom vor. Leider ist noch nicht bis zu Regine SCHNEIDER vorgedrungen, dass Single-Haushalte nicht unbedingt etwas mit Partnerlosigkeit zu haben.  
 
   
  • WEIDENFELD, Ursula (2003): Wenn ich Königin von Deutschland wär'.
    Der Kanzler heißt Gerhard Schröder und nicht Ursula Weidenfeld. Doch was wäre, wenn sie die Macht hätte? Ihre Regierungserklärung,
    in: Tagesspiegel v. 27.07.
    • Kommentar:
      Junge Singles hätten nichts zu lachen, wenn Sozialpopulisten wie Hans-Werner SINN oder Meinhard MIEGEL im Kabinett von Weidenfeld säßen. Die alten Rentner könnten sich dagegen freuen:
            
         "Die Jahrgänge, die derzeit in Rente sind, erhalten ihr Geld wie bisher. Schließlich haben sie uns in die Welt gesetzt: die Kinder der Fünfziger- und Sechzigerjahre, von denen es so reichlich gab, dass uns nicht umsonst der Name Babyboomer umgehängt wurde. Wir dagegen, die Generation der heute Dreißig-, Vierzig- und Fünfzigjährigen, haben vorsorgetechnisch bislang versagt: Zu wenig Kinder, zu wenig Arbeitskräfte, zu wenig Beitragszahler".
            
         Offenbar hat Frau WEIDENFELD keine eigene Meinung, sondern delegiert sie an SINN und MIEGEL...   
 
   
  • LÜTSCHER, Michael (2003): Lange lebe das Alter!
    Ruth Metzler, DJ Bobo oder Roger Federer: Die Jungen von heute können sich auf ein langes, bewegtes Leben gefasst machen. Dass wir immer älter werden, hat positive und negative Folgen,
    in: SonntagsZeitung v. 27.07.
 
     
   
  • WACHE, Petra (2003): "Wer am lautesten jammert, bekommt am meisten".
    Zukunftsforscher Horx über die deutsche Mentalität, Umdenken und die Arbeitswelt von morgen,
    in: Berliner Zeitung v. 26.07.
 
   
  • BREUER, Ingeborg (2003): "Es gibt einen enormen spirituellen Hunger".
    Der Soziologe Amitai Etzioni über den "Krieg gegen den Terror", den Verfall der Werte und die Notwendigkeit zur Neuorientierung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.07.
 
   
  • GOOSEN, Frank (2003): Und wer küsst Oma?
    Was kann nicht alles schief gehen bei einer Hochzeit?
    in: Frankfurter Rundschau v. 26.07.
 
   
  • METZGER, Oswald (2003): Wie Deutschland den demographischen Wandel meistern kann.
    Ohne Gegensteuer schrumpft der Gestaltungsspielraum der jungen Generation,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 26.07.
 
   
  • WERNEBURG, Brigitte (2003): Hans-Christoph Buch und die Frauen.
    dämmernde Männer etc.
    in: TAZ v. 26.07.
    • Inhalt:
      Brigitte WERNEBURG erwidert auf Hans-Christoph BUCHs Artikel:

            
         "seine Kirche ist leer. Ja, die Männer bilden keine ästhetischen Gemeinden mehr, sie lesen keine Belletristik, keine Literatur, und sie gehen, so sie jung sind, das ist die letzte erhobene Erkenntnis, in keinem Fall ins Theater. Das alles ist seit Jahr und Tag bekannt - und ignoriert von den Stützen des Literatur- und Kulturbetriebs. In diesem Wegsehen liegt eine Entscheidung. Diese macht Buch und Anhang zu ähnlich tragikomischen Figuren, wie sie die Herren auf der Kanzel sind".
 
   
  • STELLING, Anke (2003): Der Bauch von Berlin.
    Die Geburtenrate ist rückläufig, die Deutschen sterben aus - aber halt: Ein Berliner Bezirk leistet erbitterten Widerstand: Prenzlauer Berg. Ein Ort, wo man bald für einen Schaukelplatz Schutzgeld zahlen muss,
    in: Welt v. 26.07.
    • Kommentar:
      Die Welt reagiert mit dem Untertitel auf Martina MEISTERs Artikel. Anke STELLING darf darüber schreiben wie eine Mutter den Prenzlauer Berg erlebt und warum dort nun Kinderkriegen in ist:

            
         "Natürlich liegt dieser enorme Babyboom auch an der Bevölkerungsstruktur - all die Studentinnen, die vor zehn Jahren dem Trend und den günstigen Mieten folgten, sind jetzt endlich so weit - aber potenziert wird das Ganze ohne Frage durch eine Art Ansteckung. In Prenzlauer Berg ist es nicht nur in Ordnung, Kinder zu haben, es gehört jetzt tatsächlich dazu."
 
     
   
  • RADDATZ, Fritz J. (2003): Pardon, Madame.
    Nostalgie gilt als schick, wenn es sich um Himbeermarmelade oder Cocktail-Shaker handelt. Aber es ist höchste Zeit, dass auch gute Manieren wieder modern werden,
    in: Welt v. 26.07.
    • Kommentar:
      Ermuntert von den neuen
      SPIEGEL-Werten erteilt RADDATZ dem Nouveau Rich Nachhilfeunterricht:
            
         "»Wenn du denkst, du bist alleine, mach' dir deine Finger reine«: Das war ja noch nicht direkt der Aufruf zu Krieg und Mord und Totschlag. Letzterer droht heute eher in fast jedem Restaurant - Sterne-Etablissements keineswegs ausgenommen -, wo am Nebentisch der reich gewordene Tankstellenwart in der linken Faust das Messer ragend emporstemmt, so bedrohlich, wie man ansonsten nur die Hellebarde in schlechten Wagner-Inszenierungen sieht." 
 
     
   
  • KEEVE, Viola (2003): Der Nächste, bitte.
    Partnersuche. Romantik ist sogar nach Feierabend Zeitverschwendung. Effektive Singles verabreden sich gleich mit mehreren Interessenten. Die Idee aus den USA findet auch in Deutschland ihre Liebhaber,
    in: Rheinischer Merkur Nr.30 v. 24.07.
 
   
  • MAYER, Rainer (2003): Biedermann und die Sinnstifter.
    Generationenroman. Warum selbst Florian Illies und all die anderen deutschen Popliteraten von Dan Zevin noch etwas lernen können,
    in: Rheinischer Merkur Nr.30 v. 24.07.
    • Kommentar:
      Rainer MAYER möchte den US-amerikanischen Roman "Uncool" (als Fortsetzung von Generation X vermarktet) für die deutsche Generation Golf zwei schmackhaft machen und preist die Familie als Alternative zur verschlossenen Karriere:

            
         "Der kalte Wind der Rezession bläst den popliterarischen Kitt aus den Fugen der Feuilletons und treibt erbarmungslose Journalisten-Jungstars über leere Straßen in Richtung Arbeitsamt. Kein Wunder, wenn eine Else Buschheuer heuer nicht mehr bei Lilo Wanders ist, sondern Hochzeitsbücher herausgibt. Ihre Alters- und Leidensgenossinnen, neudeutsch Peergroup, dürfen erzählen, wie das so vor dem Traualtar ist. Was bleibt einem auch anderes übrig? Wenn die Pipeline zum Börsengang, neudeutsch Initial Public Offering, zu ist, bestellt man eben das öffentliche Aufgebot. Statt Startup macht man ein Kind, mit neun Monaten time to market. So eins, das auf dem Boden kriecht und Anlass zu immer neuen jammervollen Nabelschauen ist."
 
   
  • KESSLER, Manuela (2003): Liebe von Amts wegen.
    Weil die Geburtenrate sinkt, hat in Singapur der Staat die Eheanbahnung in die Hand genommen - den Frauen ist damit nicht wirklich geholfen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.07.
 
   
  • HERBERMANN, Jan Dirk (2003): Das Schweizer Modell - hochgelobt auf wankenden Säulen.
    Die Lebenserwartung der Eidgenossen steigt, und damit steigen wohl auch die Rentenversicherungsbeiträge,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.07.
    • Kommentar:
      Das Schweizer Vorzeigemodell der neoliberalen Sozialpopulisten in Deutschland ist in der Schweiz umstrittener als in Deutschland, die kritischen Berichte mehren sich jedoch selbst in der deutschen Mitte-Presse. HERBERMANN berichtet über die gleichen Probleme wie hierzulande:

            
         "Jetzt (...) kämpfen auch die Schweizer mit dem demographischen Dilemma: Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung lassen den Anteil der Rentner an der Bevölkerung steigen. Zugleich sinkt die Zahl der Beitragszahler. »Man rechnet heute damit, dass die Hälfte der Frauen mit Jahrgang 1950 den 90. Geburtstag erreicht, bei den Männern werden es auch 30 Prozent sein«, sagt François Höpflinger, Soziologe und Altersforscher an der Universität Zürich: »Das hat natürlich Folgen für die Rentenversicherungen.« Wie sollen diese Folgen gemeistert werden? Auch in der Schweiz scheinen höhere Beiträge unvermeidlich".
 
     
   
  • BÄCKER, Gerhard (2003): Wer nicht arbeitet, wird kaum etwas kaufen.
    Kräftige, aber unüberlegte Schnitte ins soziale Netz schaffen noch lange keine Jobs, fördern aber die Verarmung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.07.
 
   
  • MARTENSTEIN, Harald (2003): die Angst vorm großen Orang Utan.
    Er ist wie Heinz Rühmann, aber mit Muskeln. Er wurde zum Vorzeige-Achtunsechziger einer Fernseh-Generation. Heute feiert der Schauspieler Götz George seinen 65. Geburtstag. Ist er der typische deutsche Mann?
    in: Tagesspiegel v. 23.07.
 
     
   
  • IDE, Robert (2003): Generation Trabant.
    Die jungen Ostdeutschen können mit der westdeutschen Identitätskrise nichts anfangen - sie haben schon einen Crash hinter sich,
    in: Tagesspiegel v. 22.07.
    • Inhalt:
      "Beim Generationenkonflikt warten wir ab, wie sich die Sache entwickelt. Schlimmstenfalls bricht das Sozialsystem zusammen. Aber auch das haben wir schon einmal überstanden", meint Robert IDE aus ostdeutscher Sicht.
 
   
  • MACHNIG, Matthias (2003): Aufforderungen zur Häutung.
    Die Sozialreformen bewirken wenig - bereiten aber wirklichen Sozialreformen den Weg,
    in: Welt v. 22.07.
    • Inhalt:
      Der frühere SPD-Geschäftsführer MACHNIG erklärt den Welt-Lesern den Sinn der Agenda 2010:

            
         "Unter Beratern und Journalisten gibt es den Begriff der hidden agenda (versteckte Agenda), oder die Agenda der Agenda. Die Agenda 2010 ist auch eine hidden agenda. Sie kann neben der notwendigen, kurzfristigen Sanierung des Bundeshaushalts und der Sozialsysteme endlich einen Mentalitätswandel in Deutschland einleiten. Die Einschnitte (Krankengeld, Arbeitslosengeld etc.) werden an symbolischen Einzelpunkten diskutiert, die einen Paradigmenwechsel in deutscher Politik markieren können. In Wahrheit ist die Agenda ein erster Offenbarungseid und Realitätsschock. Der geschaffene Sozialstaat ist unter den Bedingungen von Globalisierung, Steuerflucht, demografischem Wandel, Massenarbeitslosigkeit und andauerndem Aufbau Ost nicht mehr zu finanzieren".
      (...).
      "Zunächst brauchen wir einen neuen Elitekonsens in Deutschland und über einen Elitekonsens einen neuen gesellschaftlichen Konsens. Die nächsten Jahre sind Jahre der Strategen, nicht der Taktiker, die Jahre der Politik, nicht der Verteilung, die Jahre schöpferischer Erneuerung, nicht des Verwaltens. Der kulturellen Modernisierung Deutschlands muss auch eine ökonomisch nachholende Modernisierung aus der Mitte folgen. Dies ist die Agenda der Agenda".
 
   
  • ESCH, Christian (2003): Der Mann, der Wolf, der Orang-Utan,
    in: Berliner Zeitung v. 22.07.
    • Inhalt:
      "Müßig die Frage, ob Menschen und Orang-Utans in ihrem Sozialverhalten vergleichbar seien - interessant ist ja nur, in welcher Tierart man sich wiedererkennt. Die FAZ zum Beispiel ist, so wurde der halbstarke Volontär dort gleich zu Beginn von einem älteren Kollegen belehrt, »ein Wolfsrudel - und glauben Sie bloß nicht, sie seien der Welpe der Alpha-Wölfin und könnten hier rumschnappen«. Die Worte sind ihm noch lange nachgegangen. Aber wer war bloß mit der Alpha-Wölfin gemeint in diesem Männerrudel? fragt sich ESCH angesichts von Kennwort Y.
 
     
     
     
   
  • SHAHD, Maurice (2003): Flüchtige Shopping-Kicks.
    Konsumenten haben ihre Gewohnheiten geändert - die alten Kaufreflexe funktionieren nicht mehr,
    in: Tagesspiegel v. 20.07.
    • Inhalt:
      SHAHD berichtet über die These von Marktforschern, die den Kummer der Markenhersteller auf "Lifestyle-Verweigerung" zurückführen.
 
   
  • NZZ-Zeitfragen: Die zerbrechliche Coolness

    • HOFMANN, Markus (2003): Ach, die Jugend,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.07.
    • FARIN, Klaus (2003): Die (un?)politische Jugend
      Pragmatik und Emotion bestimmen das Engagement der Jugend,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.07.
    • TOBLER, Elsbeth (2003): Die zerbrechliche Coolness.
      Junge Menschen sehnen sich wieder nach sozialen Werten,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.07.
      • Kommentar:
        Soll die Familie-Ideologie durchgesetzt werden, entdecken die Journalisten plötzlich die Statistik als Fehlerquelle, obwohl dies seit mehreren Jahrzehnten bekannt ist:

              
           "Auch der Basler Soziologe Ueli Mäder bestätigt: «In Zeiten des Wandels und der Auflösung gewinnen verbindliche Beziehungen als emotionale Heimat der Menschen neue Wertschätzung.» Der Privatdozent für Soziologie an der Universität Basel sieht keinen signifikanten Trend zur Single-Gesellschaft. Tendenziell steige zwar die Zahl der Einpersonenhaushalte. «Doch relativ wenige Menschen leben überzeugt ohne Partner gemäss dem Credo der Single-Bewegung.»
        Fehlerquelle vieler Berichte über den Boom der Alleinlebenden ist die Statistik selbst. Zwar wies die Schweizer Volkszählung 1990 dreimal mehr Einpersonenhaushalte als 1960 aus, nämlich rund 920 000, wovon etwa die Hälfte auf die Städte Zürich, Bern, Basel, Genf und St. Gallen entfielen. Nach der vorläufigen Auswertung der Volkszählung 2000 muss dieser Wert nochmals nach oben korrigiert werden, so das Bundesamt für Statistik (BfS). Erstes Zwischenergebnis: rund 1,12 Millionen Einpersonenhaushalte. Allerdings darf man diese Zahl nicht gleichsetzen mit Single-Ideologie oder Vereinzelung. Denn darin enthalten sind viele Geschiedene und Verwitwete, die gerne wieder eine Zweierbeziehung eingehen würden, sowie jüngere allein lebende Menschen, die erst einmal mit verschiedenen Partnern «experimentieren», bevor sie sich langfristig binden. Zudem haben viele ältere Menschen zwar keinen Lebensgefährten mehr, wohl aber erwachsene Kinder und somit Familie."

              
           Mit dem letzten Satz wird Familie nicht mit Familienhaushalt gleichgesetzt, wie das bei den sozialpopulistischen Berichten der Fall ist, sondern Familie wird als haushaltsübergreifendes Netzwerk begriffen.
 
     
   
  • ZUCKER, Renée (2003): Verfall,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.07.
    • Inhalt:
      "Gründe, warum auch diese Zeiten ihr Gutes haben, gibt es einige, mal abgesehen davon, dass so (...) richtig abgedrehter Ghettoflachwichs nur noch auf www.dotcomtod.com zu bewundern ist.
      Hier muss man nachschauen, wenn man über den geistigen und körperlichen Verfall der Generation Golf und ihrer Plastevorläufer aus den geburtenstarken Sechziger Jahren etwas erfahren will. So viel glatt rasierte, untertemperierte Koks- und Prozacverseuchte Hohlbirnen trifft man selten auf einmal an. Schön an diesen Zeiten ist aber eindeutig, dass auch sie, wie alles hienieden, dem Untergang geweiht sind", urteilt Renée ZUCKER.
 
   
  • SCHMÄHL, Winfried (2003): Die Kleinen muss man fördern.
    Rentenreform vergrößert die Einkommen-Unterschiede. Änderungen in der gesetzlichen Altersvorsorge begünstigen reiche Alleinstehende,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.07.
    • Kommentar:
      Die Schlagzeile verfälscht den Artikel von SCHMÄHL,
      denn während der zuständige Redakteur des Greisenblatts "reiche Alleinstehende" titelt, heisst es bei SCHMÄHL dagegen "Personen mit unterschiedlichem Einkommen" und damit können auch Familienväter reich sein!

            
         Dazu passt, dass nach einer Kids-Verbraucheranalyse (Welt v. 10.07.2003) die Kaufkraft der 6-19jährigen einen Spitzenwert erreicht hat.
 
     
   
  • UNFRIED, Peter (2003): Daddy Cool.
    Schlampen, Luder, Sexsymbole sind out. Und auf Partys sieht man nur noch Frauen mit Bauch. Großartig. Für Männer,
    in: TAZ v. 19.07.
    • Kommentar:
      Peter Unfried fasst nochmals die Mitte-Presse zum Thema Baby-Boom und Frauenherrschaft zusammen:
      "Falls irgendjemand die neun spektakulärsten gesellschaftlichen Thesen der letzten Zeit nicht parat haben sollte, hier der Schnelldurchlauf:
      1. Einfühlsame und doch taffe Moderatorinnen moderieren Deutschland (FAZ).
      2. Sex ist out (FAS).
      3. Schlampen sind out. Luder haben geheiratet (J. Elvers-Elbertzhagen), sind verreist (A. Sommer), geplatzt (N. Abdel Farrag), verletzt worden (B. Schäfer).
      4. Dosenpfand hat gute Seiten - und schlechte (Quelle: taz).
      5. Ehemalige Sexsymbole werden "asexuell" inszeniert (Moore, Diaz, Barrymore).
      6. Oder halten jetzt auch in D. statt der üblichen Körperteile ihren Bauch in die Kamera (Feldbusch, demnächst Connor).
      7. Die Kleinfamilie ist in. (Quelle: u. a. SZ-Magazin ).
      8. Die Generation G. sitzt zu Hause und versucht das Scheitern des großen, neuen Entwurfs ("Start-up", arbeiten, leben, Tischfußball spielen mit Gleichgesinnten) durch Rückbesinnung auf die "Start-up-Familie" zu kompensieren (Quelle: Frankfurter Rundschau ).
      9. Der Bauch der Frau ist Gott.
      Letzteres ist eindeutig die spektakulärste These des Monats (auch FR - hm, was ist denn mit denen los?). Deshalb soll hier auch nicht unnötig verkomplizierend die Rede sein von der Geburtsratenrealität im Land (kaum Kinder), vom Retromoralismus oder der problematischen Neudefinition eines ohnehin seltsamen Rituals ("Heirat") als Ausstellung eines in der Regel von der Frau definierten Konsumstils. Die Frage, die sich mir stellt: Wenn Sex und Sexsymbole wie ja auch Singles out sind, aber zumindest in einem Teil der Gesellschaft Bauch, Kinder, Kleinfamilie usw. in - was hat denn das für Auswirkungen für Leben und Image eines Kleinfamilienvaters?
      Tja, und sehen Sie, die Antwort ist: Rundum positive."
 
   
  • HANIKA, Iris (2003): Geschlechterspannungsgenerator,
    in: Welt v. 19.07.
    • Inhalt:
      Iris HANIKA bezeichnet Hans-Christoph BUCHs Artikel als missratene Frauenbeschimpfung, während Frank SCHMIRRMACHER gelobt wird, denn:

            
         "Mit der Beschimpfung nämlich wird eine gewisse Gereiztheit erzeugt, also eine Spannung, und die ist unverzichtbar zwischen den Geschlechtern, weil sie in der Konsequenz zu den Handlungen führt, die die Art erhalten. Instinktiv wissen die Menschen das. Die Männer unter ihnen tun darum regelmäßig so, als wären sie gar keine Frauenversteher. Dann hören sie auf mit dem Katergeschnurr, stellen sich hin wie Löwen und brüllen, so laut sie können."
 
     
   
  • PÄTZOLD, Brigitte (2003): Die Bobos im Quartier Oberkampf.
    Schick ist Schock. Die Bourgois Bohémiens erobern den Pariser Osten,
    in: Freitag Nr.30 v. 18.07.
    • Inhalt:
      "Das neue Eden der Bobos ist das Dreieck der Straßen Oberkampf, Jean-Pierre Timbaud, Saint-Maur. Die Namen der aneinander gereihten Cafés und Bars bezeugen das industrielle Paris, das im urbanen Sog verschwunden ist: »La Mercerie«, »Café Charbon«, »Mecano-Bar«. Aus einstigen Handwerkerbetrieben sind Domizile des Happenings geworden, in denen sich Slam-Poeten, Cineasten und Fotografen vor jungem Publikum produzieren", weiß PÄTZOLD über den Pariser Osten zu berichten.
 
     
   
Stern-Titelgeschichte:
Das Märchen von der Chancengleichheit.
Warum Herkunft und Beziehungen mehr zählen als Leistung
  • WÜLLENWEBER, Walter (2003): Das Märchen von der Chancengleichheit.
    Es war einmal eine Gesellschaft, die glaubte: Wer tüchtig ist, kann es nach ganz oben schaffen. Sogar Arbeiterkinder. Neue Studien enthüllen den Selbstbetrug der Deutschen: Noch immer ist die Elite eine GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT. Eines der wichtigsten politischen Ziele der Nachkriegszeit wurde verfehlt,
    in: Stern Nr.30 v. 17.07.
  • OCHMANN, Frank (2003): Chancengleichheit - biologisch gesehen.
    Persönlichkeit und verhalten sind ebenso genetisch begründet wie unsere Haarfarbe. Doch bestimmt das Erbgut noch lange nicht, wer es in den Vorstand schafft,
    in: Stern Nr.30 v. 17.07.
  • SCHEYINK, Doris & Walter WÜLLENWEBER (2003): "Mein Weg war natürlich eine Ochsentour".
    Bayer-Chef Werner Wenning hat es aus kleinen Verhältnissen bis ganz nach oben geschafft. Er ist der einzige Vorstandsvorsitzende eines Dax-Unternehmens, dem ein solcher Aufstieg gelang,
    in: Stern Nr.30 v. 17.07.
 
     
     
   
  • HEUSER, Uwe Jean (2003): Die Krise im Kopf.
    Mit ihrem Klein-Klein vergeudet die Generation Schröder - Stoiber jede Reformenergie in Deutschland. Und die Jüngeren lassen sich das gefallen,
    in: Die ZEIT Nr.30 v. 17.07.
    • Kommentar:
      Uwe Jean HEUSER klingt wie Florian ILLIES in seinem neuen Buch: "Vielleicht müssen sich die Machthaber von morgen heute eine andere Republik erstreiten gegen Konsenspolitiker, Verbandsfürsten und andere Würdenträger".
 
     
   
  • MEISTER, Martina (2003): Zurück in den Kreißsaal.
    Der medial inszenierte Baby-Boom verhält sich umgekehrt proportional zur Geburtenrate,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.07.
    • Kommentar:
      "Der medial inszenierte Baby-Boom, das ist seine innere Logik, verhält sich umgekehrt proportional zu den Geburtenraten.
      Man kann es auch so formulieren: Es steht mit dem Verhältnis von Bildern und Berichten über Schwangere zu den wirklichen Geburten wie um das Verhältnis vom Prenzlauer Berg zum Rest der bundesrepublikanischen Welt: Inmitten des unfruchtbaren Landes findet sich ein kleines, phantastisches Eiland segensreicher Vermehrung",
      behauptet Martina MEISTER und versucht sich im Kampf ums Überleben auf dem Zeitungsmarkt gegenüber
      der SPRINGER-Presse abzugrenzen.
            
         "Die Statistik spricht die wahre Sprache", während Medien inszenieren! Wie naiv muss eine Journalistin sein, um so etwas zu behaupten?
            
         Geburtenraten müssen INTERPRETIERT werden! Und diesen Spielraum der Interpretation nutzen Polarisierer, die wie MEISTER, das Aussterben herbeiphantasieren. Nicht nur Arbeitslosenstatistiken werden geändert, auch die Erfassung und Erfassbarkeit von Geburten unterliegt historischen Veränderungen.
            
         Um den Wert statistischer Daten einschätzen zu können, empfiehlt sich Jürgen LINKs Versuch über den Normalismus. Dort wird die Produktion von Normalität in einer zahlengläubigen Gesellschaft erörtert.
            
         Die Veröffentlichung statistischer Daten zur Bevölkerungsentwicklung ist Teil postmoderner Normalitätsproduktion.
            
         Dass hierüber bislang keinerlei Forschung existiert, sagt etwas über die Machtverhältnisse in dieser Republik aus, aber nichts über die Wahrheit der statistischen Sprache. 
 
     
   
  • LOTTMANN, Joachim (2003): Mein Leben mit Stuckrad-Barre.
    Alle mal herhören. Letzte Durchsage: joachim lottmann erklärt die Popliteratur,
    in: Jungle World Nr.30 v. 16.07.
    • Kommentar:
      "Warum erkennt man nicht, dass »Soloalbum« einer der zehn besten Romane der Bundesrepublik ist?
      ", fragt sich Joachim LOTTMANN, um dann eine Hymne auf Benjamin von STUCKRAD-BARRE zu singen (Bereits Katharina RUTSCHKY im MERKUR und die SPEX im April 2003 haben ihn - jetzt nach dem Ende der Popliteratur - verteidigt!):
      "Sein Ritt durch die Medien war gut durchdacht und genau so, wie ich es mir von einem politisch bewussten Menschen, ja, einem Marxisten immer gewünscht hatte. Er war nicht ein Opfer der Medien, also der Umstände, des Systems, des Kapitalismus et cetera, sondern ein Benutzer und bewusstseinsstiftender Entlarver desselben. Wo er hinkam, kannte er die ungeschriebenen Gesetze und setzte sie gnadenlos um. Woher er sie kannte? Durchs Hinschauen! Der Mann hat eben mit seinem Fernseher wirklich gearbeitet, anstatt sich berieseln zu lassen. Seine Mittel: Übertreibung, Beschleunigung, Ästhetisierung. Seine Lehrer: Schlingensief, Harald Schmidt, J.D. Salinger. Natürlich auch Kracht und Lottmann. Sein Busenfreund Rainald (»Irre«) hat ihn dagegen ästhetisch eher behindert. »Soloalbum« ist das eine und einzige Buch, das jeder Mensch schreiben kann und meiner Ansicht nach auch sollte (nach Baum pflanzen und Kind kriegen). Jeder trägt eben ein gutes Buch in sich. Danach erst beginnen die Second-Order-Erfahrungen, das Ausgedachte, die Literatur, also der Krampf."
 
     
   
  • DIERING, Frank (2003): Abgerechnet wird zum Schluss.
    Die No-Future-Generation kommt in die Jahre - und wird zum Problem
    in: Welt v. 16.07.
    • Kommentar:
      "Jede Generation hat ihre Zeit, und in der mit Sorge beäugten Alterspyramide der Deutschen fällt eine Gruppe als letzte Bastion eines geburtenstarken Jahrzehnts besonders ins Gewicht. Die No-Future-Generation als Spitze der Baby-Boomer (1946 bis 1969). Die Jahrgänge zwischen 1959 und 1969 beschäftigen Demographen ebenso wie Banker und Arbeitswissenschaftler" informiert und DIERING.
            
         Die Gründerväter des Punk und des Hip Hop sind das Feindbild von DIERING, der hier den Generationenkonflikt anheizen möchte und zum Schluss folgendes Szenario aufzeigt:
            
         "Abgerechnet wird zum Schluss, könnte zum Schlachtruf der No-Future-Generation avancieren. Mit Argusaugen werden sie über die Karrieren der Damen und Herren aus der Spaßgesellschaft, der Generation Golf und X wachen. Die Pilzhaube steht auf einem dünnen Fuß. Die ehemaligen Punker werden zu Besitzstandswahrern mutieren, die ihre Saat der Vergangenheit nun kräftig abernten möchten."
            
         Das Problem von DIERING ist offenbar, dass er sich im Generationendschungel verlaufen hat, denn Generation X und No-Future-Generation sind eher Synonyme als unterschiedliche Generationen, wobei im exakten Sinne immer nur von Generationeneinheiten zu sprechen wäre.
 
       
   

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Zu den News vom 01. - 15. Juli 2003

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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