[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 01.-06. Juli 2017
News 25.-30. Juni 2017
News 20.-24. Juni 2017
News 12.-19. Juni 2017
News 07.-11. Juni 2017
News 01.-06. Juni 2017
News 21.-31. Mai 2017
News 13.-20. Mai 2017
News 07.-12. Mai 2017
News 01.-06. Mai 2017
News 24.-30. April 2017
News 16.-23. April 2017
News 09.-15. April 2017
News 01.-08. April 2017
News 22.-31. März 2017
News 12.-21. März 2017
News 01.-11. März 2017
News 18.-28. Februar 2017
News 09.-17. Februar 2017
News 01.-08. Februar 2017
News 25.-31. Januar 2017
News 19.-24. Januar 2017
News 08.-18. Januar 2017
News 01.-07. Januar 2017
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 07. - 30. Juli 2017: [07.07.] [08.07.] [09.07.] [10.07.] [11.07.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Lob der Mittelstadt

"Das in den Medien gehegte Schreckensbild einer sich verhärtenden Provinzbastion aus populistischem Ressentiment bedarf ebenso einer Revision wie die unterstellte Aura der jung-dynamischen Metropolen. (...).
Auf die Frage nach dem Ort jener Dynamik, die intellektuelle Erneuerung und die Expansion des Kapitals gleichermassen beflügelt, haben vor allem die deutschsprachigen Kulturen eine altehrwürdige Antwort gegeben. Ihr Kern war das heute unwahrscheinlicher denn je wirkende Motiv von der Provinz als einzigem Ort starken Denkens. Vor allem die thüringischen Kleinstädte Weimar und Jena, aber auch Freiburg, Tübingen und Heidelberg, Marburg, Göttingen und Halle weckten schon um 1800 Bewunderung aufgrund vielfacher Erneuerungsbewegungen, die dort begonnen hatten und weithin Resonanz fanden. (...).
Doch nicht etwa in die Metropolen ist die Energie dieses Geistes gezogen, sondern in eine andere Lage der Provinz. Die zwanzig besten Universitäten unserer Zeit, Harvard, Stanford, Princeton und Yale etwa, Cambridge, Oxford und die ETH, gehören zu Städten, die schon allein aus Quantitätsgründen nicht als globale Metropolen gelten können. Dies trifft vor allem auf das Silicon Valley als jene kompakte Kreativzone zu, deren Erfindungen während der vergangenen drei Jahrzehnte den globalen Alltag grundlegend verändert haben.
Google, Apple, Oracle und die meisten jener Startups, die Weltmarken geworden sind, haben Adressen in Mountain View, Sunnyvale oder Palo Alto, in Gemeinden mit etwa sechzigtausend Einwohnern, welche die fünfzig Kilometer zwischen den kleinen Millionenstädten San Francisco und San Jose ausfüllen."
(Hans-Ulrich Gumbrecht "Suburbia!" in der Neuen Zürcher Zeitung v. 07.07.2017)

 
       
       
   

11.07.2017

 
       
   

Die Ehe in der Debatte

DESTATIS (2017): 0,6 % weniger Ehescheidungen im Jahr 2016,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 11.07.

 
       
   

Kinderlose in der Debatte

GRÄBER, Berrit (2017): Plötzlich erben die Schwiegereltern mit.
Kinderlose Ehepaare sollten ein Testament machen - am besten schon gleich nach der Hochzeit. Falls ein Partner stirbt muss der Hinterbliebene ansonsten alles mit der Verwandtschaft teilen. Das führt oft zu Streit,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.07.

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

GERNHARDT, Grit (2017): Die Arbeiterklasse wächst und bewegt sich.
Der Historiker Marcel van der Linden über riesige Streiks, schwache Gewerkschaften und prekäre Normalarbeit,
in:
Neues Deutschland v. 11.07.

 
       
   

Der IAB-Kurzbericht Nr.16/2017 in den Medien

ASTHEIMER, Sven (2017): Lieber Arbeit statt Rente.
Jeder fünfte Befragte lässt sich freiwillig weiterbeschäftigen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.07.

80 Prozent der Beschäftigten im Rentenalter gingen 2015 lieber in Rente statt weiterzuarbeiten, hätte die Schlagzeile ebenfalls lauten können, aber das wäre dann nicht neoliberal korrekt gewesen!

Nur in jenen wenigen Branchen, in denen Fachkräfte dringend gesucht werden, werden die Bedürfnisse der Arbeitnehmer angemessen berücksichtigt.

 
       
   

Die Beamtenversorgung in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2017): 425 Milliarden Euro für Pensionen.
Niedrigzins steigert Barwert der Lasten im Bundeshaushalt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.07.

Während das Handelsblatt gestern die Pensionslasten zu einer großen Story aufblähte, begnügt sich die FAZ mit einer kurzen Meldung über die Vermögensrechnung des Bundes. Dabei zeigt sich, dass die Pensionslasten stark davon abhängen welcher imaginärer Rechnungszins unterstellt wird. Unter dem Strich heißt das dann:

"Lässt man die Zinsänderung beiseite, ist die Pensionslast fast gleich geblieben." 

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

BRANKOVIC, Maja (2017): Migration lässt EU-Bevölkerung wachsen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.07.

 
       
   

Die Ära Macron in Frankreich

SCHUBERT, Christian (2017): Frankreichs Steuern sinken bald.
Präsident Macron zieht Entlastung nun doch vor,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.07.

 
       
   

Die Entwicklung der Weltbevölkerung in der Debatte

SCHMITT, Peter-Philipp (2017): 157 Menschen pro Minute.
Die Weltbevölkerung wächst weiter und wird immer jünger,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.07.

Die FAZ feiert den Weltbevölkerungstag.

 
       
   

Das Single-Dasein in Schweden

THELEN, Peter (2017): Vorbild schwedischer Staatsfonds.
Private Alterssicherung: Verbraucherschützer fordern für die Altersvorsorge einen Staatsfonds wie in Schweden. Die Skandinavier sind von den hohen Kosten auf dem deutschen Vorsorgemarkt weit entfernt,
in:
Handelsblatt v. 11.07.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Wie man ein Milliardenloch verschwinden lässt.
Die offiziellen Unterlagen des Bundes zur Rentenreform verschweigen die grössten Kostensteigerungen der AHV,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 11.07.

FERBER, Michael (2017): Zunehmende Gängelung der Anleger.
Angesichts der immer höheren Schuldenberg droht eine jahrelange Finanzrepression,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 11.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in Russland

NIENHUYSEN, Frank (2017): Wermutstropfen.
Die Russen werden immer älter, doch die Männer sterben weiterhin deutlich früher als die Frauen. Das hat auch mit Wodka zu tun. Der Landwirtschaftsminister rät nun: Mehr Wein trinken,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.07.

 
       
   

10.07.2017

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

EUROSTAT (2017): EU-Bevölkerung zum 1. Januar 2017 auf knapp 512 Millionen gestiegen,
in: Pressemitteilung des statistischen Amt der Europäischen Union v. 10.07.

Eurostat veröffentlicht heute Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung Ende 2016, wobei es für Deutschland nur Schätzungen gibt. So wird die Anzahl der Geburten in Deutschland für das Jahr 2016 mit 770.000 angegeben. Dies entspricht der Obergrenze der Schätzung des Statistischen Bundesamtes vom Januar.

 
       
   

Die Entwicklung der Altersarmut in Deutschland in der Debatte

ROMETSCH, Claudia (2017): Am Ende reicht das Geld nicht.
Immer mehr Rentner verschulden sich,
in:
Neues Deutschland v. 10.07.

"Laut Schuldneratlas Deutschland stieg die Verschuldung bei über 70-Jährigen in den vergangenen fünf Jahren um 58 Prozent auf insgesamt 174.000 Menschen. Auch bei den jüngeren Senioren im Alter von 60 bis 69 Jahren gab es ein Plus von sieben Prozent auf 504.000 Fälle. (...).
Der Anteil der verschuldeten älteren Menschen stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit 2012 von fünf Prozent auf 6,7 Prozent",

berichtet Claudia ROMETSCH. Im Schuldneratlas Deutschland 2016 heißt es dagegen:

"Die Zahl überschuldeter Personen und die Überschuldungsquote in den beiden ältesten Personengruppen steigen auch in diesem Jahr merklich an. So hat die Zahl überschuldeter, über 70- jähriger Personen mit rund 16 Prozent wiederum überdurchschnittlich zugenommen. Die entsprechende Überschuldungsquote (1,34 Prozent; + 0,17 Punkte) liegt zwar weiterhin deutlich unter den Vergleichswerten der anderen Altersgruppen, der Anstiegstrend ist im Mehrjahresvergleich 2013 / 2016 mit plus 58 Prozent dennoch überdurchschnittlich. Die Gesamtzahl überschuldeter Personen ist zwischen 2013 und 2016 „nur“ um rund vier Prozent angestiegen. 2016 müssen rund 174.000 Menschen in Deutschland ab 70 Jahren als überschuldet eingestuft werden (+ 25.000 Fälle). Bei der nächstjüngeren Altersgruppe der 60- bis 69- Jährigen sind 2016 504.000 Überschuldungsfälle zu zählen (+ 33.000 Fälle; + 7 Prozent). Auch in dieser Altersgruppe liegt der Anstieg merklich über dem Durchschnitt. Zudem sind die Anstiege in beiden Altersgruppen in diesem Jahr stärker auf einer Zunahme der Fälle mit hoher Überschuldungsintensität („vereinfacht: juristische Sachverhalte“) zurückzuführen. Bei dieser Entwicklung muss weiter davon ausgegangen werden, dass große Teile dieser Altersgruppen arbeiten gehen (oft im Rahmen atypischer resp. geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse), um fehlende Mittel für den Lebensunterhalt zu beschaffen, da das Leistungsniveau der Rentenversicherung offensichtlich nicht mehr ausreicht. So melden auch immer mehr ältere Verbraucher in Deutschland Privatinsolvenz an." (2016, S.7f.)

Die Angaben beziehen sich dabei auf den Stichtag 1. Oktober 2016. Der Anstieg vollzog sich also nicht innerhalb von fünf, sondern nur von drei Jahren. Mit Blick auf die Studie der Bertelsmannstiftung sieht ROMETSCH die Situation in Köln bereits heute so dramatisch wie sie 2036 bundesweit sein wird.

 
       
   

Die Gebietsreform in Thüringen in der Debatte

ND/DPA (2017): Ramelow schließt Stopp der Gebietsreform aus.
Thüringens Regierungschef hält es für möglich, dass das Vorhaben bis zur Wahl 2019 nicht in Gänze umsetzbar ist,
in:
Neues Deutschland v. 10.07.

 
       
   

Das Alterseinkünftegesetz in der Debatte

GRÄBER, Berrit (2017): Wie gewonnen, so zerronnen.
Wegen der Rentenerhöhung am 1. Juli werden viele Senioren steuerpflichtig. Alles nur wegen ein paar Euro mehr auf dem Konto,
in:
Welt v. 10.07.

"Nach einer Prognose des Bundesfinanzministeriums (BMF) weden nach der diesjährigen Rentenerhöhung etwa 40.000 Senioren für das laufende Jahr erstmals eine Steuererklärung abgeben müssen. 2018 kommen weitere 80.000 Senioren dazu",

berichtet Berrit GRÄBER über die Konsequenzen des Alterseinkünftegesetz, über das meist nur im Rahmen der jährlichen Rentenerhöhungen berichtet wird.

"2017, so die Prognose des BMF, müssen bereits 4,4 Millionen Rentner Einkommensteuer zahlen. Das wäre jeder Fünfte der gut 20 Millionen Rentner hierzulande",

heißt es zum Umfang der Besteuerung von Alterseinkünften, zu denen nicht nur die Renteneinkünfte zählen.

 
       
   

Die Beamtenversorgung in der Debatte

GREIVE, Martin (2017): Pensionen kosten 63 Milliarden extra.
Auf den Staat kommen höhere Pensionsverpflichtungen zu. Allein 2016 stiegen die künftigen Ausgaben für Beamte um fast 10 Prozent, zeigen aktuelle Zahlen des Bundes,
in:
Handelsblatt v. 10.07.

Martin GREIVE, macht gerne aus einer Mücke einen Elefanten, um Berichterstattung nach Gutsherrenart zu betreiben. Dies ist diesmal nicht anders, denn:

"Erst ab dem nächsten Jahr bildet der Bund die anhaltende Niedrigzinsphase angemessen ab. Hätte er dies schon in seinem jüngsten Zahlenwerk getan, wären die Lasten für Pensionen und Beihilfen um fast 15 Milliarden Euro zurückgegangen",

heißt es erst, wenn man sich schon geraume Zeit durch den Artikel durchgelesen hat und GREIVEs unseriöse Darstellung die beabsichtigte Empörung aufgebaut hat. Wenn ausgerechnet Baden-Württemberg angeführt wird, dann wird es ganz frech, denn die dortigen Landtagsabgeordneten würden gerne wieder die kapitalgedeckte Altersvorsorge, die sie erst vor einigen Jahren eingeführt hatten, loswerden. Die Darstellung der "Beamtenprivilegien" ist ebenfalls unseriös, denn es wird verschwiegen, dass es bei den Postnachfolgeunternehmen drastische Einschnitte gab, weswegen der Bund, der sich durch die Privatisierung auf Kosten unterlassender Infrastrukturinvestitionen und Kürzungen bei der Alterssicherung, glänzend sanieren konnte und nun kaum noch Pensionslasten zu tragen hat.

Weil bei der Beamtenversorgung  auf Bundesebene nichts zu holen ist, konzentriert sich GREIVE auf die Landes- und Kommunalebene, weil:

"das Gros der deutschen Beamten bei den Ländern angestellt (ist). 1,3 der insgesamt 1,85 Millionen Staatsdiener arbeiten als Polizisten oder Lehrer beim Land."

Lehrer und Polizisten will GREIVE der weiteren Privatisierung anheimstellen. Schließlich arbeiten bereits viele Lehrer im Niedriglohnsektor, z.B. in der Erwachsenenbildung und der Flüchtlingsbildung. Bildung wird gerne als wichtig gepriesen, anständig entlohnt sollen die Lehrer aber bitte schön nicht werden. Unter Bildung wird bei Neoliberalen vor allem Beton verstanden, obwohl Beton keine Kinder unterrichtet. So verlogen ist der ganze Artikel wie die Bildungslüge insgesamt.

ANGER, Heike (2017): "Eine schreiende Ungerechtigkeit".
Bernd Raffelhüschen: Der Freiburger Finanzwissenschaftler und Rentenexperte kritisiert versteckte Billionen-Schulden,
in: Handelsblatt
v. 10.07.

Ausgerechnet Bernd RAFFELHÜSCHEN, dessen fette Beamtenpension kürzungssicher ist, wird uns als Anwalt der Rentner präsentiert. Das ist ein unglaublicher Hohn. Uns werden Zahlen genannt, für die keinerlei Quellen genannt werden, weshalb nicht zu Unrecht vermutet werden darf, dass es sich bei den Zahlen lediglich um Spekulationen handelt. Warum sollst sollte uns die Quelle verschwiegen werden?

GREIVE, Martin (2017): Ran an die Privilegien.
Kommentar: Der Staat muss endlich auch Beamte angemessen an den Kosten der Demografie beteiligen,
in: Handelsblatt
v. 10.07.

Martin GREIVE ist nicht bekannt dafür, dass er ein Herz für Rentner hätte. Es geht also lediglich darum, Bevölkerungsgruppe gegeneinander auszuspielen. Wie das funktioniert, hat das Alterseinkünftegesetz gezeigt. Mit der Begründung, dass Beamtenprivilegien geschleift werden sollen, wurden stattdessen Rentner und Beamte gleichermaßen durch die Besteuerung geschröpft: Nicht etwa ein Prozentanteil, sondern ein gleich bleibender Festbetrag führt seitdem dazu, dass die Rente von Bestandsrentnern immer weiter hinter den Löhnen zurückbleiben. Das Alterseinkünftegesetz ist somit ein Anschlag auf die dynamisierte Rente. Von den Rentenanpassungen bleibt für die Bestandsrentner Jahr für Jahr immer weniger übrig.

Fazit: Wer anderen die Privilegien missgönnt, schneidet sich letztendlich ins eigene Fleisch! Neoliberale nutzen die Missgunst und Ressentiments, um die gesetzliche Rente Zug um Zug an die Wand zu fahren.      

 
       
   

Bert Rürup in der Debatte

RÜRUP, Bert (2017): Der Staat steht in der Pflicht.
Chefökonom: Das staatliche Rentensystem muss Armut verhindern,
in: Handelsblatt
v. 10.07.

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

OTT, Klaus (2017): Gierig und dreist.
Vermeintliche US-Pensionsfonds bedrängten deutsche Finanzbeamte, die sich ihren Steuertricks nicht beugen wollten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

Deutschland stilisiert sich gerne zum Hort der Steuergerechtigkeit und die Mainstreammedien spielen sich zu investigativen Robin Hoods à la Panama-Papers auf. In diesem Zusammenhang wird dann sogar die selbstverständliche Arbeit von Finanzbeamten zur Heldentat verklärt. Offenbar ist das Image des angeblich steuergerechten Deutschland so miserabel, dass es solche Artikel braucht. Wichtiger wäre es dagegen die Steueroasen innerhalb von Deutschland zu bekämpfen. Lieber aber stellt man das Ausland an den Pranger, damit die eigenen Methoden der Steuerhinterziehung bzw. Nichtbesteuerung in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.. 

 
       
   

Didier Eribon - Rückkehr nach Reims

STRAUSS, Simon (2017): Nicht nur Gender auf der Agenda.
Die Arbeitermetropole Manchester hat ein Auge auf die sexuelle Identität und ein Ohr für die Klassenfrage: Thomas Ostermeier und Nina Hoss adaptieren Didier Eribons Roman "Rückkehr nach Reims",
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.07.

 
       
   

Die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland

BRUCKNER, Pascal (2017): Der Tod des Todes ist der Tod des Lebens.
Die Lebenserwartung des Menschen steigt. Werden wir den Tod überwinden? Und wäre das wirklich wünschbar?
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.07.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

KAPP, Jean-Pierre (2017): Die Genfer Pensionskasse in Schieflage.
Grosszügige Renten der Vergangenheit und Personalaufstockungen rächen sich,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in Osteuropa

GEINITZ, Christian (2017): In Osteuropa werden die Arbeitsplätze knapp.
Hierzulande soll bis 2025 Vollbeschäftigung herrschen. In Tschechien ist das schon heute der Fall. Das bereitet der Wirtschaft Sorgen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.07.

"Deutschland mit seinen großen Industriegruppen und Handelsketten ist in Ostmitteleurop der führende Investor sowie Partner für Handel und Wissenstransfer. Der überdurchschnittliche Beschäftigungsaufbau in den Visegrâde-Ländern hat mit der geographischen Lage, mit der EU-Förderung und mit der Integration in die Lieferketten zu tun. Aber bisher natürlich auch mit der Verfügbarkeit von gutem Personal und den niedrigen Arbeitskosten. Bei vergleichbarer Produktivität betragen die Löhne in der Industrie nur etwa ein Drittel des deutschen Niveaus,

lobt Christian GEINITZ zu guten Ausbeutungsmöglichkeiten in Ostmitteleuropa. Sorge bereitet der Industrie deshalb, dass fehlende Fachkräfte zu höheren Lohnforderungen führen und damit die Profitrate fällt. Aus dieser Sicht gilt Ungarn als Vorbild:

"Ungarn senkt in diesem Jahr den Arbeitgeberbeitrag zu den Sozialabgaben von 27 auf 22 Prozent und führt zugleich einen Einheitssatz in der Körperschaftsteuer von neun Prozent ein. Das ist der niedrigste Wert in der EU und der zweitniedrigste in der OECD. Bisher mussten die Betriebe je nach Nettoumsatz 10 oder 19 Prozent zahlen.

Die Akademikerschwemme wird als Problem gesehen, die dazu führe, dass z.B. Tschechien "als Vorreiter in der Digitalisierung und der Industrie 4.0" gilt.

 
       
   

Das Single-Dasein in Spanien

KRIEGER, Heinz (2017): Arbeiten - egal was.
In Spanien sinkt die Erwerbslosenquote, doch jüngere haben nach wie vor kaum Chancen,
in:
Neues Deutschland v. 10.07.

 
       
   

09.07.2017

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

BRANKOVIC, Maja (2017): Deutschland hat keine Abgehängten.
Sonntagsökonom: In Amerika produziert die Globalisierung viele Verlierer. In Deutschland nicht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 09.07.

Der Artikel von Maja BRANKOVIC knüpft an die Thesen aus dem Artikel Kein Land der Abgehängten und Die armen Männer von Amerika an. Dabei werden die Aufsätze China-Schock von David AUTOR u.a. sowie Trade and Manufacturing Jobs in Germany von Wolfgang DAUTH u.a. vorgestellt.

Deutschland hat sehr wohl abgehängte Regionen und niedergehende Branchen, nur wird das verdeckt durch die Globalisierungsgewinner bei der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Chemiebranche. Symbol des Niedergangs ist Pirmasens, das ehemalige Zentrum der Schuhindustrie in der Südwestpfalz.

"Nicht Amerika, sondern Deutschland nimmt im internationalen Vergleich eine Sonderstellung ein. Denn auch in Norwegen, Dänemark und Frankreich hat der Handel unterm Strich etliche Arbeitsplätze vernichtet - deutlich mehr, als durch die neuen Exportchancen dazugekommen sind.
Für die aufstrebenden Globalisierungsgegner in diesen Ländern ist das ein gefundenes Fressen. Wen überrascht es da noch, dass bei der französischen Präsidentenwahl im April nicht nur die rechtspopulistische Marine Le Pen mehr als ein Fünftel der Wähler hinter sich versammeln konnte, sondern dasselbe Kunststück fast auch dem linken Globalisierungsgegner Jean-Luc Mélenchon gelang?"

meint BRANKOVIC. Diese Interpretation könnte jedoch voreilig sein, denn die Untersuchung zu Deutschland bezieht sich auf den Zeitraum 1993 bis 2014, d.h. die Entwicklungen der letzten 3 Jahre fehlen bei der Untersuchung zu Deutschland. Es könnte also durchaus sein, dass Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern nur stärker zeitverzögert von den negativen Folgen der betroffen wird. Länder wie Frankreich zeigen dann nur, was auf Deutschland zukommen wird, wenn die neoliberale Politik weiter fortgesetzt wird und der Niedriglohnsektor im Dienstleistungssektor immer stärker den Arbeitsmarkt dominiert. Die Krise der deutschen Automobilindustrie zeigt sich im Abgasskandal, dessen Dimensionen in Deutschland immer noch verschleiert werden. Der damit verbundene Vertrauensverlust dürfte erst in den nächsten Jahren wirklich sichtbar werden. Man mag das bis zur Bundestagwahl verschleiern können. Danach aber wird es Deutschland umso härter treffen. 

 
       
   

08.07.2017

 
       
   

Das Ehegattensplitting in der Debatte

BÄHR, Julia (2017): Vater und Mutter haben, das heißt gar nichts.
Auf einmal wollen alle diskutieren, was eine Familie ist: Gut so, doch reden wir endlich auch über die Rechte von Alleinerziehenden und ihren Kindern,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.07.

Julia BÄHR kritisiert in erster Linie das Ehegattensplitting, bei dem die Alleinerziehenden "durchs Raster" fallen. Den Entlastungsbeitrag als Ersatz findet BÄHR ungenügend.

 
       
   

Die Rente vor dem Kollaps wegen dem Geburtenrückgang und der steigenden "Altenlast" in Deutschland?

CREUTZBURG, Dietrich & Kerstin SCHWENN (2017): Beschäftigungsaufschwung füll Lücken der Rentenkasse.
Das Defizit dürfte sich in diesem Jahr auf 900 Millionen Euro halbieren - der Beitragssatz bleibt stabil,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.07.

Positive Entwicklungen bei der Rentenkasse sind den Neoliberalen ein Ärgernis, weshalb Kaffeesatzleserei betrieben werden muss, um die Entwicklung schlecht zu reden. Nur klappt das nicht so recht:

"Die neue Vorausberechnung legt nun nahe, dass der Beitragssatz selbst im Jahr 2022 nur um 0,1 Punkte auf 18,8 Prozent steigen muss.
Die vorige Schätzung im April hatte für 2022 noch einen Satz von 19,1 Prozent erwarten lassen."

Als das Rentenpaket 2014 beschlossen wurde, sahen die Prognosen noch düsterer aus:

"Im Gesetzgebungsverfahren zum Rentenpaket 2014 hatte die Regierung erwartet, dass die Reserve nur bis 2018 reichen werde; schon 2019 hätte dann der Beitragssatz auf 19,7 Prozent steigen müssen.
Seither ist jedoch die Zahl der beitragspflichtigen Arbeitnehmer um zwei Millionen auf 32 Millionen gestiegen, deutlich stärker als erhofft. Allein von Januar bis Mai 2017 hat die Rentenkasse daher 89,7 Milliarden Euro an Beiträgen eingenommen. 3,8 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum."

Aufgrund politischer Vorgaben darf die Nachhaltigkeitsrücklage einen bestimmten Betrag nicht überschreiten, sodass dadurch die Plünderung der Rentenkasse zu Lasten der Arbeitnehmer als Sachzwang verkauft werden kann. So sind sowohl die Mütterrente und die Ostrentenangleichung als gesamtgesellschaftliche Aufgaben nicht aus Steuern finanziert worden, sondern durch die Beiträge der Arbeitnehmer. Dieser Skandal aber wird von CREUTZBURG & SCHWENN ausgeblendet.

Am Schluss wird auf den Beschluss des Betriebsrentenstärkungsgesetzes, der Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente und der Ostrentenangleichung hingewiesen. Wie bei Neoliberalen üblich, wird dabei der Stärkung der privaten Altersvorsorge der größte Raum gewidmet. Die Bekämpfung der Altersarmut gilt Neoliberalen als nachrangiges Problem.  

 
       
   

Gerd Bosbach & Jens Jürgen Korff - Die Zahlentrickser

KAUFMANN, Stephan (2017): Verdreht, geschönt, bearbeitet.
Arbeitslose, Flüchtlinge, Reiche: Mit Zahlentricksereien wird Politik gemacht, wie Statistik-Professor Bosbach zeigt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 08.07.

 
       
   

Volker Weidermann in der Debatte

WEIDERMANN, Volker (2017): Auftrag: Erschütterung.
Literatur: Ihre Väter sind Botho Strauß, Hans Magnus Enzensberger. Sie wollen eine neue "Gruppe 47" gründen. Mit Pathos, Streitlust, Offenheit. Simon Strauß und Theresia Enzensberger haben ihre ersten Bücher geschrieben,
in: Spiegel Nr.28
v. 08.07.

Im typischen WEIDERMANN-Sound, der voller Authentizitätsklischees ist, versucht Volker WEIDERMANN die soziale Vererbung im Literaturbetrieb zu verklären. Was WEIDERMANN jedoch über das Debüt Sieben Nächte von Simon STRAUß erzählt, macht höchstens Literaturbetriebsinsassen neugierig.

Theresia ENZENSBERGER durfte bereits als 17-Jährige einen Rezension des Buchs Generation zwei von Florian ILLIES für die FAZ schreiben und wurde dafür in die Generation Smart (ein Junge Union-Etikett!) eingereiht. Der Debütroman der mittlerweile 30-Jährigen ENZENSBERGER spielt

"in den Zwanzigerjahren in Weimar und in Dessau an der Bauhaus-Schule, später verlagert sich die Handlung nach Berlin (...). Das Land, die Weimarer Republik brennt um sie herum, und die schöngeistigen Studentinnen und Studenten treiben Ichbeschau: »Letztes Wochenende ist Walther Rathenau von Rechten ermordet worden, das ganze Land spricht über einen möglichen Bürgerkrieg, und wir? Wir reden über zerfließende Zitronen und unsere Diäten«",

beschreibt WEIDERMANN den Plot des Romans Blaupause, der dem gängigen Klischee des linksliberalen Establishments der alten BRD folgt. Es erstaunt kaum noch wie wenig es braucht, um im seichten Literaturbetrieb Aufmerksamkeit zu generieren. Erschütterungen wird das kaum hervorrufen, eher die übliche Selbstreferenzialität des Feuilletonbetriebs.      

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

GSCHWENDTNER, Christian (2017): Die linke Tour.
Spätestens seit der Finanzkrise ist Karl Marx so beliebt wie noch nie. Auf einmal finden ihn alle toll - auch die Reichen. Warum gibt es dann keine Revolution?
in: Süddeutsche
Zeitung v. 08.07.

Angeblich gibt es in Deutschland einen MARX-Hype, tatsächlich wird lediglich das 150-jährige Jubiläum der Veröffentlichung des Kapitals gefeiert. Also ein typischer Feuilleton-Selbstreferenzialismus. Man würde das genauso machen, wenn gerade Adam SMITH, der Urvater des Neoliberalismus, zum Jubiläum anstände. Andere feiern Angela MERKEL als den neuen Ludwig Erhardt. Wer auf Namedropping und auf dem üblichen Einwand steht, dass die Welt zu komplex sei, dass es kein Klassenbewusstsein mehr geben könne, ist mit dem Artikel gut bedient. Die anderen können ihre Zeit besser nutzen.

HAAF, Kolja (2017): Große Klasse.
Wo ist der Proletarier? Gibt es ihn noch in Deutschland? Fünf Kurzporträts von Menschen, die nur mit großer Mühe über die Runden kommen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 08.07.

Kolja HAAF hat sich keine Mühe gemacht den Proletarier zu suchen, sondern stellt uns Menschen vor, die gut zum neoliberalen Klischeebild unserer Gesellschaft passen. Das liegt daran, dass HAAF den Proletarier nur als Proll kennt, d.h. als neoliberale Witzfigur.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

NICOLAS, Timo (2017): Die Schönheit von Gallin.
Politik: Wie regiert man ein Dorf, wenn man nicht mal Geld für Sprit hat? Ein Besuch beim ärmsten Bürgermeister Deutschlands,
in:
TAZ v. 08.07.

 
       
   

Das Rentenvorbild Österreich in der Debatte

SIEMS, Dorothea (2017): Entzauberung des Alpenparadieses.
Ruheständler in Österreich bekommen im Durchschnitt 60 Prozent mehr Rente als deutsche Senioren. Doch die großzügige Alterssicherung in dem Nachbarstaat hat ihre Schattenseiten. Für die Zukunft ist die Bundesrepublik besser gerüstet,
in:
Welt v. 08.07.

 
       
   

Die Hochburgen der Alternative für Deutschland in der Debatte

ARAB, Adrian (2017): Jung - und in der CDU ganz rechts.
Philipp Amthor kämpft für ein Direktmandat im Bundestag - in Vorpommern, einer Region, in der die AfD zur ernsten Gefahr für die CDU wurde. Der 24-Jährige setzt dabei auf tief konservative Positionen,
in:
Welt v. 08.07.

"Philipp Amthor ist 24 Jahre alt und kandidiert im Wahlkreis 16. Der reicht von der Insel Usedom im Norden bis zur Stadt Penkum an der polnischen Grenze im Südosten Vorpommerns. Seit der Wende hat die CDU das Direktmandat gewonnen, doch das könnte sich ändern. Denn hier im Nordosten der Republik ist die AfD enorm stark. Bei der Landtagswahl im September 2016 erzielte die Partei zum Beispiel in Greifswald und Umland 20,8 Prozent und überholte die CDU. Mancherorts kamen AfD und NPD zusammen auf mehr als 50 Prozent.",

berichtet Adrian ARAB zur Bundestagswahl 2017 über eine Konstellation, die uns aus den diesjährigen Wahlkämpfen in Frankreich wohlbekannt ist. Der Wahlkreis 16 besteht aus Mecklenburgische Seenplatte I und Vorpommern-Greifswald II. Das Direktmandat in Vorpommern-Greifswald gewann bei der Landtagswahl 2016 die AfD.

Die mediengerechte Inszenierung einer Positionierung gegen die AfD soll verlorene Wähler mobilisieren. Eine solche Strategie ist in Frankreich gewaltig daneben gegangen, denn nicht nur die Linke, sondern auch die Rechte ist dort im Parlament kaum mehr präsent.

 
       
   

Das Single-Dasein in Dänemark

HAIMANN, Richard (2017): Haustraum in den Dünen.
In Dänemarks Süden fallen die Immobilienpreise ins Bodenlose - die Folge einer beispiellosen Abschottung,
in:
Welt v. 08.07.

 
       
   

Die Ära Macron in Frankreich

WERNICKE, Christian (2017): Ein rechtes Durcheinander.
Frankreichs Bürgerliche gleichen einer Trümmerlandschaft. Noch haben sich die gedemütigten Erben de Gaulles nicht von ihrer verheerenden Wahlschlappe erholt. Doch im Hintergrund werden schon die Messer für die nächste Vorstandswahl bei den Republikanern gewetzt: Populismus gegen einen Rest Vernunft,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 08.07.

BOEHRINGER, Simone & Leo KLIMM (2017): Paar der Gegensätze.
Deutschlands und Frankreichs Wirtschaft streben auseinander. Das tut beiden Seiten auf Dauer nicht gut, sagen die Regierungen. Sie wollen sich annähern,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 08.07.

SCHIERMEYER, Matthias (2017): Die neue Zeit zieht ohne sie.
Die Brücke zur Welt Niedergang: Bei fast jeder Wahl in einem EU-Mitgliedsland müssen Sozialdemokraten und Sozialisten schwere Niederlagen einstecken. Linke Volksparteien leiden unter einem steten Verfall. Sie werden nach wie vor gebraucht, doch dafür müssten sie sich grundlegend erneuern,
in: S
tuttgarter Zeitung v. 08.07.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

PILLER, Tobias (2017): Einmal ohne alles.
Lounge: Italien fehlen die Zutaten für einen Aufschwung. Dauerwahlkampf und riesige Alltagsprobleme blockieren das Land. Kommendes Jahr wird es eng,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.07.

 
       
   

07.07.2017

 
       
   

Die Familienpolitik der Parteien in der Debatte

OESTREICH, Heide (2017): Grüße von Adenauer.
Familie: Die Union kann Familienpolitik? Weit gefehlt. Ein Blick ins Wahlprogramm zeigt: Ihre Rezepte stammen zumeist aus den Fünfzigern,
in:
TAZ v. 07.07.

Heide OESTREICH fordert elitenfeministische Maßnahmen wie Quoten für Führungsjobs und Familienarbeitszeit, die man sich leisten können muss. Was nützt die Abschaffung von Minijobs, wenn keine Arbeitsplätze für Normalofrauen geschaffen werden? Offenbar geht es OESTREICH mit ihren Forderungen lediglich darum zu verschleiern, dass es ihr in erster Linie um Akademikerinnen geht, aber nicht um die Frauen ohne Hochschulabschluss.

 
       
   

Die Ostrentenangleichung in der Debatte

DRV (2017): Ost-West-Angleichung und Verbesserung der EM-Rente.
Bundesrat billigt Änderungen,
in:
Pressemitteilung der Deutschen Rentenversicherung v. 07.07.

 
       
   

Die säkulare Stagnation in der Debatte

SIEMS, Dorothea (2017): Deutschland droht chronische Wirtschaftsschwäche.
Als Folge der Bevölkerungsalterung wird sich das Wachstum mehr als halbieren. Einige Faktoren können den Sinkflug noch verhindern,
in:
Welt v. 07.07.

Die Arbeitgeberlobbyorganisation IW Köln macht Wahlkampf für Schwarz-Gelb. Mit ihrer Studie Perspektive 2035 greift sie die unter Ökonomen umstrittene These von der Säkularen Stagnation auf, um eine Erhöhung des Renteneintrittsalters bis 2030 auf 68 Jahre zu fordern. Sie flankieren damit Forderungen von CDU-Politikern nach einer Rente mit 70.

Wie absurd die naive Fortschreibung der Vergangenheit in die Zukunft ist, zeigen die Berechnungen der Studie:

"Die Anzahl der über 67-Jährigen wuchs von 9,6 Millionen im Jahr 1990 auf 14,5 Millionen Personen im Jahr 2015, also um rund 4,9 Millionen. Damit lag im Jahr 2015 der Anteil der über 67-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bei 17,7 Prozent (1990: 12,1 Prozent)." (2017, S.15)

Obwohl also die Bevölkerung im Alter von über 67 Jahren innerhalb von 27 Jahren um 5,6 Prozent zugenommen hat, ist dadurch nicht etwa die Wirtschaft zusammengebrochen, sondern im Gegenteil war die Wirtschaftslage seit 1990 nie besser. Die zugenommene Ausbeutung der Arbeitskraft hat den Unternehmen hohe Profite beschert, während die Arbeitnehmer Lohneinbußen hinnehmen mussten. Mit Demografie hat das nichts zu tun, sondern mit einer Politik zugunsten des Kapitals. Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme soll davon ablenken. Bis 2035 erhöht sich der Anteil der über 67-Jährigen kaum mehr als seit 1990:

"Der Anteil der über 67-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wächst bis 2035 von derzeit 17,7 auf 25,8 Prozent" (2017, S.15)

Die Prognose des IW Köln berücksichtigt den Anstieg der Geburtenrate der in den 1970er Jahren geborenen Frauen nicht angemessen, sodass der Anteil der unter 20-Jährigen unterschätzt wird. Hätte man den Demografen Anfang der Jahrtausendwende geglaubt, dann müsste Deutschland bereits seit einem Jahrzehnt schrumpfen. Bei der Geburtenrate wurde noch in den 1990er Jahren ein Rückgang auf 1,2 als nicht unwahrscheinlich angesehen. Dies zeigt, dass Bevölkerungsvorausberechnungen - je länger die Zeiträume sind - keineswegs treffsicher sind.   

 
       
   

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder in den Medien

ECKERT, Daniel (2017): Einkommen im Osten steigen schneller.
Nirgendwo in Deutschland legen die Löhne und Gehälter so stark zu wie in Sachsen. Das Schlusslicht bildet Rheinland-Pfalz,
in:
Welt v. 07.07

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

GERNHARDT, Grit (2017): Ein Fonds fürs Alter.
Verbraucherverband fordert neues staatliches Modell für die private Rentenvorsorge,
in:
Neues Deutschland v. 07.07.

Die Verbraucherzentralen setzen sich für einen Staatsfonds nach schwedischem Vorbild ein. Eine Stärkung der gesetzlichen Rente ist für diese kein Ziel, weil das ihrem staatlich vorgegebenen Auftrag widerspricht. Damit wird die beste Lösung für Geringverdiener in Sachen Altersvorsorge ausgeblendet.

 
       
   

Richard Florida in der Debatte

GUMBRECHT, Hans Ulrich (2017): Suburbia!
Die Metropolen versprechen Freiheit - aber die Kreativzonen liegen heute am Stadtrand,
in: Neue Zürcher
Zeitung v. 07.07.

 
       
   

Das Rentenvorbild Österreich in der Debatte

BRÜSS, Manfred (2017): Altersrenten in Österreich um 58 Prozent höher als hierzulande,
in:
versicherungsjournal.de v. 07.07.

 
       
 

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 01. - 06. Juli 2017
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Übersicht der Themen des Monats ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2018
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 27. Dezember 2017 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002