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Medienrundschau:
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News vom
11. - 30. Juni 2005
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Zitat
des Monats:
"Sie
wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die
Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles
heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des
Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die
Felskanten schien.
Gegen Mittag glühte der Körper
mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher
zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In
Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die
Gischt und das Gesicht."
(aus:
Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.) |
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PRO & CONTRA: Die Sonne scheint, die Rosen blühen, und immer mehr
Leute heiraten: Ist die Liebe noch zeitgemäß?
- HARMS, Ingeborg (2005): Pro.
Lieber fliegen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.06.
-
DIEZ, Georg (2005): Contra.
Lieber lassen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.06.
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HOISCHEN, Oliver (2005): Islands coole Eltern.
Das Volk im hohen Norden ist das gebärfreudigste Europas. Es liebt
das Risiko - und arbeitet gerne sehr lange,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.06.
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BRAUN, Harald (2005): Später, vielleicht.
Bisher war ich nur ein Mann im mittleren Alter, der noch keine
Kinder hat. Doch neuerdings bin ich im "Zeugungsstreik" - und stehe
mit dem Rücken zur Wand,
in: Welt am Sonntag v. 19.06.
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WALTER, Franz (2005): Gedämpft und lebensweise.
Linkspartei und ergrauende Gesellschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.06.
- Inhalt:
Franz WALTER vertritt die Ansicht, dass die neue Linkspartei
nichts mit den bisherigen jugendlich bewegten Parteien von USPD bis
zu den Grünen zu tun haben. Dies liegt daran, dass nicht mehr
Jugend, sondern Alter der Motor von Innovation ist. Dahinter steht
bei WALTER das Gesetz der Bevölkerungszahl: die geburtenstarken
Jahrgänge werden die nächsten Jahrzehnte bestimmen.
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SCHÜTZE, Elmar (2005): Der Slogan zum Kind,
in: Berliner Zeitung v. 16.06.
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DRIBBUSCH, Barbara (2005): Nicht nur Amöben sind asexuell.
Seit kurzem gibt es auch in Deutschland ein Forum für "Asexuelle".
Verweigerer oder Verklemmte? Allein der Austausch zwischen Leuten, die
keinen Geschlechtsverkehr haben wollen, ist schon ein Protest gegen
sexuellen Leistungsdruck,
in: TAZ v. 14.06.
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DIECKMANN, Dorothea (2005):
Der kurze Blitz der Anarchie.
Bernd Cailloux' Romanerstling "Das Geschäftsjahr
1968/69",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.06.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Eine Milliarde Zuhörer.
Eine Begegnung mit der Bevölkerungsarchitektin Chinas,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.06.
- Inhalt:
SCHWÄGERL porträtiert die chinesische Vizeministerin
für Gesundheit, Zhao BAIGE, die lange Zeit im westlichen Ausland
gelebt hat und deren Demografiepolitikrhetorik sich entsprechend
westlich anhört.
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Der singlefeindliche Artikel:
FLÖTTMANN, Holger Bertrand (2005): Der Wunsch nach einem Kind.
Der Wunsch nach einem Kind ist in den Seelen aller tief verwurzelt.
Doch persönliche, kulturelle, ideologisch geprägte Einstellungen
beeinflussen die Kinderzahl ebenso - individuell und sozial. Die
kinderarme Gesellschaft ist die infantile Gesellschaft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.06.
- Kommentar:
Der Psychiater
Holger Bertrand FLÖTTMANN,
Angehöriger der 68er-Generation, bemüht das psychoanalytische
Vokabular, um Kinderlose sozusagen zu entmündigen:
"Die angegebenen Motive sind
vorgeschoben, Rationalisierungen. Der Mensch sucht nach Erklärungen,
ohne sich seiner Verdrängungsmechanismen, geschweige denn seiner
Infantilität bewußt zu sein."
Was den Vulgärmarxisten der
70er Jahre das falsche Bewusstsein war, das ist dem Vulgärfreudianer
das Unbewusste.
Kinderlosen wird damit per
se abgesprochen, ihren Lebensstil selbstbestimmt zu rechtfertigen.
Elternschaft ist in diesem
Reifekonzept das einzige Kriterium, das eine moralisch korrekte -
und zugleich natürliche - Lebensweise konstituiert.
Kinderlosigkeit ist für
FLÖTTMANN identisch mit Kinderfeindlichkeit:
"Fehlende innere Erlaubnis, das
einseitige Streben nach Besitz und Vergnügen haben zusammen mit dem
virulenten Geist des Feminismus kinderfeindliche Lebensformen
geschaffen."
Neben dem Feminismus macht
FLÖTTMANN das mangelhafte Nationalgefühl für die Unfruchtbarkeit der
Deutschen verantwortlich:
"Auch die massive, kollektive und
depressive Selbstabwertung des deutschen Nationalgefühls
beeinträchtigt die Fruchtbarkeit der Deutschen".
Sieht so die
geistig-moralische Wende aus, die uns eine abgehalfterte
68er-Generation hinterlässt?
Wer Kinderlosigkeit
psychologisiert und diskriminiert, der entlastet die Politik und das
ökonomische System von der Verantwortung, jene Bedingungen zu
schaffen, die das Kinderkriegen für jene, die Kinder möchten,
erleichtern.
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PEITZ, Dirk (2005): Mädchen malen anders.
Frauen und Männer: Neueste
Ermittlungen im Krisengebiet (Ende). Gespräch mit dem Künstlerehepaar
Michaela Melián und Thomas Meinecke über Kunst und Feminismus,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.06.
- Inhalt:
Michaela MELIÁN und
Thomas MEINECKE parlieren zum
Abschluss der
SZ-Serie über Postfeminismus,
Frauenliteratur und Väterliteratur, den Trend zum
Sofabild (männlich dominierte Leipziger Schule) und das
neue Spießertum:
"Meinecke: Die meisten ehemaligen
Hippies, die heute Eltern sind, haben ihr Linkssein längst in
Stickereien auf Sofakissen verarbeitet. Deren Kinder können die
durch ein konservatives Weltbild nun wirklich nicht schocken. Eher
stimmt das Klischee nicht von den duften, weltoffenen 50-Jährigen.
Oder ganz selten - wir beide sind vielleicht so welche".
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HILDEBRANDT, Sabine (2005): Hochzeit leichtgemacht.
Auch Heiraten will gelernt sein: Was darf es kosten? Wer wird
eingeladen? Und wie verhindern wir den fünften Eierkocher auf dem
Geschenktisch? Da braucht es viel Logistik und Fingerspitzengefühl,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.06.
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PRO & CONTRA: Die Kanzlerin, die Fußballerinnen, wo man hinguckt:
Frauen - Hat der deutsche Mann überhaupt noch eine Zukunft?
- ADORJÁN, Johanna (2005): Pro.
Bitte, nach ihnen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.06.
- Inhalt:
Johanna ADORJÁN sieht eine Zukunft für den deutschen
Mann:
"Es wird in diesem Land auch weiterhin
möglich sein, die Feuilletons damit vollzuschreiben, daß Paare
doch wieder mehr Kinder kriegen sollen (siehe Rente) und
gleichzeitig das Kinderhaben zur reinen Frauenangelegenheit zu
machen (siehe: man gebe bei Google »Vaterschaftsurlaub« ein, und
prompt kommt die Gegenfrage: »Meinen Sie:
'Mutterschaftsurlaub'?«".
- BERG, Sibylle (2005): Contra.
Danke, bis hierhin
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.06.
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BRUMLIK, Micha (2005): Die traurigen Grünen.
Seit Schröder die Ehe aufgekündigt hat, verhält sich die grüne
Parteispitze manisch: Weiter so, lautet die Devise. Solche
Realitätsleugnung führt in die totale Depression,
in: TAZ v. 11.06.
- Inhalt:
BRUMLIK kritisiert u.a. den Umgang der Grünen
mit dem Thema Generationengerechtigkeit und das Schweigen in der
unsäglichen Debatte ums Elterngeld:
"Der
Frankfurter Philosoph Axel Honneth hat den Grünen vor Jahren auf
einer viel beachteten Rede auf einem Parteitag nicht nur einen allzu
willig aufgenommenen Begriff »erweiterter Gerechtigkeit«
vorgeschlagen, sondern ihnen auch, was schnell verdrängt wurde,
einen deutlichen Mangel an innerer Identität vorgehalten. Honneths
Diagnose traf zu, seine Therapie wurde jedoch ausgeschlagen. Das
wird zumal an der Art deutlich, wie die Partei mit dem epochalen
Thema der »Generationengerechtigkeit« umgesprungen ist. So wurde das
unabwendbare demografische Schrumpfen der Gesellschaft als
Totschlagargument gegen jede noch so behutsame keynesianische
Politik missbraucht. »Generationengerechtigkeit« schien die Grünen
vom Problem der Verteilungsgerechtigkeit, das man eben nicht getrost
der vom Brioni-Kanzler gekaperten SPD überlassen durfte, zu
entlasten. Übersehen wurde, dass »Generationengerechtigkeit« in
einer auf Verteilungsungerechtigkeit beruhenden Gesellschaft die
Chancenungleichheit nur in alle Zukunft fortschreibt und damit den
gesellschaftlichen Frieden gefährdet. Verteilungsgerechtigkeit ist
gewiss nicht alles, aber ohne Verteilungsgerechtigkeit ist alles
nichts.
Der Tiefpunkt einer unüberlegten
und opportunistischen Politik der Generationen war indes erreicht,
als ein nicht anders als sozialdarwinistisch zu bezeichnender
Vorschlag durch die Presse ging: nämlich die von Familienministerin
Renate Schmidt propagierte
Idee eines einkommensabhängigen
Kindergeldes, das die Gebärfreudigkeit von Akademikerinnen steigern
soll, um damit die relativ höhere Fruchtbarkeit ungebildeter Armer
auszugleichen. Im Endeffekt läuft dieser Vorschlag auf nichts
anderes als auf die politische Beglaubigung hinaus, dass Kinder so
genannter Besserverdienender wertvoller sind als die der Armen. Von
grünen ZukunftspolitikerInnen jedenfalls war dazu nichts zu hören."
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ZIPS, Martin (2005): Leer im Love-In.
Es war einmal ein Hippie-Kind - Die Journalistin Katharina
WULFF-BRÄUTIGAM, ihr bewegendes Buch und was von 1968 übrig blieb,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.06.
- Kommentar:
Während die 68er ihre Nazigeschichten in Büchern
aufarbeiten, arbeiten sich ihre Kinder an den 68er-Eltern ab.
Erinnerungsbedürftigkeit wohin man blickt.
WULFF-BRÄUTIGAM hat mit
"Bhagwan, Che und ich" die Schwabinger Hippie-Zeit aufgearbeitet
(die WamS berichtete schon im
Februar im Lokalteil darüber).
Joachim LOTTMANN ist in
"Die Jugend von heute" noch einen Schritt weiter gegangen...
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CASATI, Rebecca (2005): Danke, keine Kekse mehr.
Frauen, die immer noch mit ihrer Rolle "als Frau" argumentieren,
werden es niemals schaffen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.06.
- Kommentar:
"Wenn man die letzten Jahre Zeitgeschehen in
Deutschland betrachtet, den Kanzler, seine sich in Frauenfragen
verantwortlich fühlende Gattin, wenn man die Faktoren »Doris
Schröder-Köpf« und »Emanzipation« addiert - dann kommt der Name
»Ruth Schimmelpfennig-Schütte« heraus. Bei Google. Und auch
sonst."
Da fragt man sich dann höchstens,
was wären wir ohne unsere Google-Gesellschaft?
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- COULMAS, Florian (2005): Arbeit auf Zeit.
Abschied von der Mittelschichtgesellschaft,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.06.
- Inhalt:
Florian COULMAS beschreibt die demografische
Krise in Japan als Folge der Zunahme flexibler
Doppelverdiener-Arbeitsverhältnisse in der "Freeta-Generation":
"Vorübergehende Arbeitsverhältnisse
nehmen ständig zu. Ihre Inhaber sind als Freeta bekannt - ein
Wortbastard aus «free» und «Arbeit». Mehr als vier Millionen sind es
bereits. Was als vermeintlich erstrebenswerte Alternative zur
Tretmühle des Angestelltendaseins mit dem vorgezeichneten Lebensplan
begann, ist zum Strukturelement der Neuordnung der Gesellschaft
geworden. Denn die erste Freeta-Generation ist jetzt bereits Mitte 30.
Eine feste Stelle mit Pensionsberechtigung werden nur die
allerwenigsten von ihnen noch bekommen. Die Mittelschicht mit
Festanstellung und gleichmässig steigenden Löhnen schmilzt dahin. Das
Brotverdiener-Modell der Familie ist obsolet. Schon mehr als 60
Prozent aller Haushalte beruhen heute auf zwei Einkommen. Unterdessen
geht die Geburtenrate weiter zurück, die Zahl der Scheidungen steigt,
und Eheschliessungen werden immer länger hinausgeschoben. Alternative
Partnerschaftsformen nehmen zu."
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Zu den News
vom
01. - 10. Juni 2005
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