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Medienrundschau:
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News vom 11. - 19. Juni
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taz
-Dossier zur Pflege in Deutschland.
Wohin mit Mama und Papa? |
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WiWo-Serie: Wie wir aus der Demografie-Falle kommen
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HEBESTREIT, Steffen (2007): FDP streitet nur über die Herdprämie.
Freidemokraten sind sich einig wie selten,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.06.
- Inhalt:
HEBESTREIT berichtet darüber, dass sich die -
ansonsten einflusslosen FDP-Frauen - in der Familienpolitik
profilieren durften. Das Betreuungsgeld, das Dirk NIEBEL
vorgeschlagen hatte, fiel auf dem Parteitag durch.
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KRAUSHAAR, Wolfgang (2007): Selbstzerstörung als schöne Kunst
betrachtet.
Das Rockkonzert von Monterey im Jahre 1967 und die graue Eminenz
hinter den Lightshows, Gustav Metzger,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.06.
- Inhalt:
"Monterey, Kalifornien, 18. Juni
1967. Hinter den Kulissen des ersten großen Open-Air-Konzertes bricht ein
erbitterter Streit zwischen zwei Rockbands aus. Es geht um die Reihenfolge
ihres Auftritts. Die Who wollen nicht nach der Jimi Hendrix Experience
auftreten und diese nicht nach den Who. Pete Townshend und Jimi Hendrix,
die beiden Bandleader, stehen sich unversöhnlich gegenüber. Als
Höhepunkt und Abschluss ihres Auftritts haben beide Bands einen an
Dramatik kaum zu überbietenden Showeffekt vorgesehen: Sie wollen mit
den eigenen Instrumenten ihre Musikanlage in Trümmer legen. Es ist
klar, dass sich ein solches Schauspiel nicht vor ein- und demselben
Publikum wiederholen lässt ", beginnt
Wolfgang KRAUSHAAR seine Erläuterungen zum Einfluss des
Künstlers Gustav METZGER.
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WENZEL, Uwe Justus (2007): Von vergangenen und gegenwärtigen
Charakteren.
Ein Kapitel aus der Psychopathologie des Alltagslebens,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.06.
- Inhalt:
Anlässlich einer Tagung im Potsdamer
Einstein-Forum zum Thema «Die Zukunft des Charakters» gibt WENZEL
einen Überblick über die neuere Charakterforschung:
"In der Archäologie der Spätmoderne, in der Gegenwartsdiagnostik
also, wird indes mit grosser Lust nach ebensolchen Verkörperungen
des Zeitgeistes, nach sozusagen charakteristischen Charakteren
gefahndet, nach Leitfossilien in den Sedimenten des kollektiven
Seelenlebens. «Sozialisationstyp» hiess das Gesuchte im pädagogisch-
psychologischen Jargon der späten siebziger und der achtziger Jahre,
und der damals entdeckte neue Sozialisationstyp («NST») war der narzisstische. (...).
Inzwischen gräbt die Populärpsychologie
allwöchentlich neue «Typen» aus. Wie eigentlich alle ihre Vorgänger
umreissen sie weniger Persönlichkeiten als vielmehr
Persönlichkeitsstörungen."
Mit Richard SENNETT beklagt
WENZEL die Korrosion des Charakters:
"Angenommen, die Korrosion schreite fort: Bleibt vom Charakter dann
gar nichts mehr übrig als seine Störungen? Vielleicht doch. Es
zeichnet sich, als Gestalt, die aus der Not der drohenden
Charakterlosigkeit die Tugend der Agilität macht, ein weiteres
Selbst ab. Der Soziologe Ulrich Bröckling hat es «Das
unternehmerische Selbst» (Suhrkamp 2007) getauft.
Es ist in vielem mit Sennetts allseits «flexiblem Menschen»
verwandt. Allerdings handelt es sich nicht um ein empirisch
beobachtbares Wesen, sondern um so etwas wie ein
Programm zur Mobilisierung von subjektiven Energien. (...).
Bröckling hat die «Beschwörung von Selbstverantwortung, Kreativität,
Eigeninitiative, Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit» im Ohr -
eine «Aktivierungsrhetorik», die sich nicht nur an Manager richtet,
sondern bizarrerweise genauso an Langzeitarbeitslose und
Sonderschüler. - Beim unternehmerischen Selbst, dem neuesten (und
doch schon alten) Leitfossil der Gegenwart, haben wir es aller
Wahrscheinlichkeit nach also doch nur mehr mit der Parodie eines
Charakters zu tun."
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TAGESSPIEGEL (2007): Der Trottel-Paragraph.
Dokumentation anlässich 50 Jahre Gleichstellungsgesetz,
in: Tagesspiegel v. 17.06.
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- OCHS, Birgit (2007): Die Renaissance der
Städte.
Lange Wege, trostlose Viertel, öde Zentren - Europa will den
Fehlern der Nachkriegsstadtplanung ein Ende setzen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.
- Anmerkungen:
Die Renaissance der Städte ist gemäß Hartmut
HÄUßERMANN durch die Generation Ally eingeleitet worden.
Doppel-Karriere-Paare lösen eine neue Welle der Gentrifizierung aus.
Diese Entwicklung wurde von
Monika ALISCH bereits im Jahr 1993 in ihrem Buch
"Frauen und Gentrification"
prognostiziert.
Den Wandel von der
Suburbanisierung zur "Family-Gentrification" (ALISCH) erklärt OCHS
folgendermassen:
"Ein Mann (Ernährer) zieht mit
Frau (Hüterin) und zwei Kindern ins Häuschen, und das liegt im
Umland. Dort sind die Grundstückspreise niedrig und die Gärten groß.
Die Familie besitzt zwei Autos, damit er zur Arbeit und sie zum
Einkaufen und dei Kinder kutschieren kann. Doch seit sich das
Bildungsniveau der Frauen extrem verbessert hat, sie beruflich
vorankommen, gleichzeitig Jobs ebenso wie familiäre Bindungen
unsicher werden, hat das Modell weitgehend ausgedient. Nun heißt es
für die Frauen, Beruf, Familie und Haushalt zu vereinbaren. »Ein
Balanceakt, der auf dem Land schiwierig ist«, wie Häußermann es
formuliert.
Besser geht es in der Stadt, am
allerbesten vielleicht in jenen Gründerzeitquartieren, wo neben
Schule, Kindergarten und Sportverein auch noch Kneipen, Bäcker,
Metzger, Biosupermarkt, Buchladen und Boutiquen existieren. Wer sich
dort eine Wohnung leisten kann, hat einen Teil der täglichen
Anlaufstationen in nächster Nähe."
Auf single-dasein.de wurde
diese Entwicklung im Anschluss an Monika ALISCH bereits um die
Jahrtausendwende für Deutschland prognostiziert. Im
Glossar, in einer
kommentierten Bibliografie zur
Gentrificationsforschung und einem Thema zur
Dienstleistungsmetropole Frankfurt
wurden diese Aspekte bereits frühzeitig beschrieben.
In der öffentlichen Debatte
wurden diese Entwicklungen lange verschwiegen, weil sie nicht zum
Bild der Single-Gesellschaft passten. Die traditionelle
Stadtforschung, für die der 68er
Hartmut HÄUßERMANN steht,
interessierte sich lieber für historische Phänomene, die für die
Zukunft keine Bedeutung haben werden. Erst als die Entwicklungen
nicht mehr zu leugnen waren, hat auch der 68er HÄUßERMANN das
Phänomen der Family-Gentrification öffentlich vertreten.
Im Buch
"Die Single-Lüge" werden im Kapitel
"Die Ökonomisierung des Sozialen" jene Tendenzen beschrieben, die
eine Renaissance der Städte eingeleitet haben.
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- GERMIS, Carsten (2007): Pflegerin gesucht -
rund um die Uhr für 1000 Euro.
Mehr als 60.000 Osteuropäerinnen betreuen die Alten in Deutschland
- illegal. Doch ohne sie wäre das Pflegesystem längst
zusammengebrochen. Legal kann sich kaum eine Familie die Pflege
leisten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.
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- GELINSKY, Katja (2007): Umschwulung zum
Ehemann.
In Amerika wollen religiöse Gruppen homosexuellen Männern helfen,
ihre Neigung zu überwinden. Mit dubiosem Erfolg,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.
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STEPHAN, Cora (2007): Eine neue Frauengeneration?
in: DeutschlandRadio v. 17.06.
- Inhalt:
"Haben wir's nicht immer schon gesagt? Frauen sind
das bessere Geschlecht. Hübscher, klüger, selbstbewusster,
zielstrebiger, Alpha-Mädchen eben
(...).
Ach, in einen so hübschen
kleinen Goldfischteich, der geradezu nach Champagner dürstet, gießt
man ungern Wasser. Und doch: es muss.
Denn so Gold ist es eben
nicht. Trotz Kanzlerinnenbonus sind ganz oben die Männer auch
weiterhin unter sich. Kinderkriegen ist trotz Ursula von der Leyen
weiterhin ein Karrierehindernis, weshalb es sich für Frauen noch
immer lohnt, in den Heiratsmarkt, also ihr Äußeres, zu investieren,
statt in die inneren Bildungswerte und damit in den Arbeitsmarkt. Ob
das neue Unterhaltsrecht daran etwas ändert, wird man sehen. Gewiss
aber, und das ist die gute Botschaft, sind Wirtschaft und Demografie
auf der Seite der Frauen", meint
Cora STEPHAN aus der Generation Pflasterstrand.
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RUTSCHKY, Katharina (2007): Jaja, sie hat ihre Verdienste - aber
welche?
Auch in ihrem neuen Buch gibt Alice Schwarzer die schlicht denkende
Übermutter,
in: Berliner Zeitung v. 16.06.
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KLEIN, Georg (2007): Anmut und Mut der Jugend,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.06.
- Inhalt:
Die FR beginnt eine Sommer-Serie über
die Jugend. Der Schriftsteller
Georg KLEIN macht den Anfang:
"Zum Jungsein gehört das Vermögen, sich
die kommende Lebenszeit als etwas lustvoll Ungewisses imaginieren zu
können. Diese Lust darf auch Angstlust sein. Der eigentümliche Mut,
mit dem die Jungen in die Zukunft blinzeln können, wird nicht
dadurch geschmälert, dass sie an manchen Tagen auf recht weichen
Knien und meist ohne jeden klaren Plan durch die Landschaft der
Gegenwart stapfen. Der Mut der Jugend muss ohne hinreichende
Erfahrung auskommen, und so ist sein Vorwärts der Kühnheit oft näher
als der Tapferkeit.
Man muss nur vergleichen, wie hierzulande der Erwachsene in der
Regel seine Lebensrestzeit ins Auge fasst. Nicht Furcht vor einer
ungewissen Zukunft, sondern eine matt fatalistische, manchmal
melancholische, nicht selten latent depressive Zukunftsgewissheit
kennzeichnet in unseren Breiten die Unjungen."
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JENKNER, Carolin (2007): "Ich bin gerne eine Rabenmutter".
Während die FDP-Männer über Erbschaftsteuer und Kultur streiten,
versucht eine Parteikollegin mit einem anderen Thema zu trumpfen: Die
Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin kämpft für ihre Position in der
Familienpolitik und macht deutlich, dass die Frauen in der FDP
unzufrieden sind,
in: Spiegel Online v. 16.06.
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ENZENSBERGER, Hans Magnus (2007): Die falschen Fünfziger.
Eine westdeutsche Reminiszenzs,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.06.
- Inhalt:
Hans Magnus ENZENSBERGER mag der
modischen 1950er-Nostalgie nichts abgewinnen:
"In Deutschland zumindest macht sich
neuerdings eine Tendenz breit, jenes ferne Jahrzehnt zu
rehabilitieren, das lange Zeit keinen guten Ruf genossen hat. Nicht
nur, dass es als muffig, provinziell und borniert galt; auch
politisch wurde ihm allerhand Unrühmliches nachgesagt.
(...).
Den Zwanzigjährigen von heute möchte ich sehen, der sich mit den
Sitten und Gebräuchen, den Sprachregelungen und Verboten abfände,
die damals herrschten. Der Krawattenzwang war noch lange nicht die
schlimmste Zumutung, und dass sich Studenten als «Herr Kommilitone»
anredeten, liess sich verschmerzen. Ärger war, dass über jeder
Familie ein sogenannter Haushaltungsvorstand thronte, der vom
Gesetzgeber ermächtigte pater familias, der nicht nur über sein
eigenes Vermögen, sondern auch über das seiner Frau verfügte.
«Solange du deine Füsse unter meinen Tisch stellst, hast du abends
um elf Uhr zu Hause zu sein.»
Solche Sätze mussten sich die
Siebzehnjährigen anhören. Unbekleidete Damen waren nur im Museum zu
besichtigen, andernfalls kam der Staatsanwalt. Für unverheiratete
Paare galt der Kuppelei-Paragraf. Kondome gab es nur für Volljährige
und nur in der Apotheke. Homosexualität wurde mit gesellschaftlicher
Ächtung, Abtreibung mit Gefängnis bestraft."
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VINKEN, Barbara (2007): Die Rundungen der Sanduhr.
Die Mode der fünfziger Jahre drehte die Zeit zurück und huldigte
einem restaurativen Frauenideal,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.06.
- Inhalt:
Auch
Barbara VINKEN hat keine Sehnsucht
nach den 50er Jahren:
"Die Mode der Fünfziger machte die
Frauen, um es mit Musil zu sagen, zu dem, was die Neue Frau,
knabenhaft nüchtern, nicht mehr war: zum Ideal des Mannes. Chanel,
die die Frauen nicht wie Dior unbeschreiblich weiblich, sondern als
garçonnes anzog, konnte sich erst in den sechziger Jahren mit ihrem
Kostüm, das wohl der erste Businessanzug für Karrierefrauen war,
durchsetzen."
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SZENT-IVANYI, Timo (2007): Ulla Schmidts Pflegereform wackelt.
Widerstand aus der SPD-Fraktionsspitze gegen Kernelemente des
Konzepts / Ministerin vergleicht geplante Beitragsanhebung mit Kosten
für ein Kännchen Kaffee,
in: Berliner Zeitung v. 14.06.
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ZYLKA, Regine (2007): Die Peanuts der Ulla Schmidt,
in: Berliner Zeitung v. 14.06.
- Inhalt:
"Kühl geht Ulla Schmidt darüber hinweg, dass
Hunderttausende von Arbeitnehmern jeden Euro umdrehen müssen, um
zurecht zu kommen. (...). Die Pflegeversicherung mag mehr Geld
brauchen, um den Schwächsten besser helfen zu können. Die Frage, wer
das bezahlen soll, hätte eine ernsthaftere Debatte verdient",
kritisiert Regine ZYLKA.
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OESTREICH, Heide (2007): Die Wege des Drama-Feminismus.
Alice Schwarzers neues Buch gibt "Die Antwort" auf Diätenterror und
Arschficksongs. Es trifft einen Nerv. Trotz viel alter Polemik,
in: TAZ v. 13.06.
- Inhalt:
"Ihre Verzerrungen reichen bis zu glatten
Fehlinformationen: So ist etwa für eine Abtreibung in der Tat eine
Beratung obligatorisch. Doch keineswegs muss die Beraterin der
Abtreibung zustimmen, wie Schwarzer behauptet. Ganz so arg wie in
Alices Horrorland ist es eben doch nicht immer.
Diese Ungenauigkeiten sind bedauerlich, weil Schwarzer auf so viele
Punkte hinweist, die eine Skandalisierung tatsächlich nötig haben",
meint Heide OESTREICH zum Buch
"Die Antwort" von Alice SCHWARZER.
Zur Demografie-Debatte schweigt OESTREICH sich bei ihrer Rezension -
im Gegensatz zu Thea DORN
- jedoch aus.
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OESTREICH, Heide (2007): Frauen wollen keinen Steuernachlass.
Politikerinnen lehnen mehrheitlich den Vorschlag ab, der
Gleichberechtigung mit Hilfe des Finanzamts nachzuhelfen,
in: TAZ v. 12.06.
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DRIBBUSCH, Barbara (2007): Das Geld wird weiblich.
Niedrigere Steuersätze für Frauen? Richtige Debatte, falsche Idee,
in: TAZ v. 12.06.
- Inhalt:
"Der Gedanke (...), dass sich Frauen künftig mehr um
ihr eigenes Geld kümmern müssen, wird nicht mehr aus der
öffentlichen Diskussion zu verbannen sein und auch nicht aus der
privaten Lebensplanung. Die anstehende
Reform des Unterhaltsrechts legt Frauen eine größere
Verpflichtung auf, sich um Erwerbsarbeit zu kümmern. Die Flucht vor
den Härten des Arbeitsmarktes in die Versorgung des Heiratsmarktes
funktioniert nicht mehr in einer Gesellschaft mit seriellen
Lebenspartnerschaften, in der zudem viele Männer in prekären Jobs
landen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das Steuer- und
Abgabenrecht so reformiert wird, dass nicht vor allem der Ehemann
auf seinem Konto den Löwenanteil des Ehegattensplittings
wiederfindet", meint DRIBBUSCH.
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SPIEGEL
-Titelgeschichte: Die Alpha-Mädchen.
Wie eine neue Generation von
Frauen die Männer überholt |
- SUPP, Barbara/BONSTEIN, Julia/DÜRR,
Anke/KRAHE, Dialika/THEILE, Merlind/VOIGT, Claudia/WERNER, Kathrin
(2007): Mein Kopf gehört mir.
Sie sind pragmatischer als ihre Mütter, sie sind ehrgeiziger,
zielstrebiger, gebildeter als die Männer. Sie glauben nicht mehr an
die Versorgung durch die Ehe, sondern an den Erfolg. Eine junge
Frauengeneration macht sich auf den Weg an die Macht - und lässt die
Männer hinter sich,
in: Spiegel Nr.24 v. 11.06.
- Anmerkungen:
Mit der Generation Golf ist aus dem
ursprünglichen 70er-Jahre-Feminismus à la Alice SCHWARZER ein
Klassenkampf geworden.
Bezeichnenderweise heißt der Bestseller der Karrierefrau Thea DORN
"Die neue F-Klasse". Es geht
darin um die neue Allianz zwischen Karrierefrau und Karrieremann.
Im Spiegel heißt es dazu:
"Es ist der Versuch,
einer neuen, jungen feministischen Bewegung ein Schlagwort zu
geben, sie hat sich zu so etwas wie einer Wortführerin entwickelt,
manchen gilt Thea Dorn, 36, als die Nachfolgerin von Alice
Schwarzer".
Dass Alice
SCHWARZER und Thea DORN,
auch wenn es oberflächlich gesehen anders scheint, am
gleich Strang ziehen,
das zeigt Hannelore SCHLAFFER auch am Buch "Die Antwort" auf:
"Schwarzer
bedenkt nicht, wie sehr das Modell Elternzeit, Krippenplätze,
Teilzeitarbeit einen akademischen Mittelstand im Auge hat. (...).
Frauen in Berufen aber, die nie an Vorwärtskommen denken lassen,
gibt es für Schwarzer kaum."
In der
Zeitschrift Emma geben längst die "Third
Wave"-Feministinnen der Generation Golf den Ton an.
Die Spiegel-Autorinnen
sehen im neuen Unterhaltsrecht einen wichtigen Meilenstein im
Kampf gegen die Hausfrauenehe:
"Lange
war der Heiratsmarkt für Frauen in Deutschland attraktiver als der
Arbeitsmarkt. Sich einen vermögenden Mann zu sichern
brachte nicht nur gesellschaftlich viel Anerkennung, es zahlte
sich ein Leben lang aus. Auch dann, wenn die Liebe nicht ewig
hielt. Eine Ehefrau hatte bei einer Scheidung Anspruch darauf,
dass ihr Lebensstandard gewahrt blieb. Sogar berufstätige
Ehefrauen ohne Kinder erhielten von ihren besserverdienenden
Ehemännern oft lebenslang Unterhaltszahlungen. (...) Die Ehe kam
einer finanziellen Lebensversicherung gleich, je reicher der
Ehemann, desto größer der Hauptgewinn.
Jetzt aber hat
Justizministerin Brigitte Zypries ein neues Unterhaltsrecht auf
den Weg gebracht - eines, das die Hausfrauenehe nicht mehr belohnt
und festigt, im Gegenteil. Künftig soll die Ex-Ehefrau deutlich
schlechter gestellt werden als bisher.
(...).
Das neue Unterhaltsrecht wird ein gesellschaftspolitisches Beben
auslösen. (...). Es bedeutet: Frauen werden zu mehr
Selbständigkeit gezwungen.
Und des wird sich
auswirken auf die jungen Frauen, die mit diesem Unterhaltsrecht im
Rücken mit einem veränderten Bewusstsein in die Ehe gehen - und in
den Beruf. Sie werden weniger bereit sein, zurückzustecken
gegenüber dem Mann zu Hause und den Männern im Büro. Die
Rollenverteilung wird sich verschieben, denn keine vernünftige
Frau wird nun ihre finanzielle Unabhängigkeit mehr so einfach
aufgeben. Es fördert die Einsicht: Auf eine Ehe allein ist kein
Verlass. Es hat keinen Sinn, die eigene Existenz an die
Arbeitsbiografie des Mannes zu knüpfen."
Ist der Kampf
zwischen alter und neuer Mitte, zwischen Managerehen und
Doppel-Karriere-Paaren tatsächlich bereits entschieden?
Im Buch
Die Single-Lüge
wird dies bezweifelt. Es geht nicht um die Ablösung eines Modells,
sondern um die Co-Existenz zweier Modelle. Vieles deutet darauf
hin, dass es einen neuen historischen Kompromiss zwischen alter
und neuer Elite zulasten der restlichen Bevölkerung geben wird.
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SCHLAFFER, Hannelore (2007): Nicht dümmlich lächeln.
Alice Schwarzers Streitlust is neu erwacht: In der Krise der
Emanzipation schreibt sie ein neues Buch. Nur die Kassiererinnen hat
sie vergessen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.06.
- Inhalt:
"Alice Schwarzer sieht den eigentlichen Zweck der
Kampagne für mehr Kinder nicht darin, die Renten zu sichern. In der
Hoffnung auf diese finanzielle Lösung des Altersproblems entdeckt
Schwarzer vielmehr die Absicht, die Emanzipation rückgängig zu
machen, die Frauen aus dem Berufsleben wieder heraus- und in den
Haushalt zurückzulocken. (...).
Auf das Vertrauen ihrer Geschlechtsgenossinnen hoffend, verschenkt
Alice Schwarzer dann aber manch wichtiges Argument für ihre These.
Polemik, so mag sie sich gesagt haben, wird durch Argumente nur
belastet. Deshalb verzichtet sie zum Beispiel auf die Beobachtung,
dass gerade jetzt, da angeblich die rettende Lösung zur Finanzierung
der Renten durch mehr Kinder gefunden sei, nur noch davon geredet
wird, woher denn für diese Kinder, die späteren Geldgeber, das Geld
herkommen sollte, wie ihre Erziehung, ihre Versorgung zu bezahlen
seien.
Auch jene eindeutig emanzipationsfeindlichen Artikel, die zu Beginn
der Kampagne für mehr Kinder in Zeitungen erschienen gegen die
intellektuellen Frauen, die oft keine Kinder haben und also ihre
Pflicht für die Gesellschaft zugunsten persönlicher Erfolge
versäumten, erwähnt Alice Schwarzer mit keinem Wort - vielleicht
weil dieser Angriff vor allem von der FAZ ausging, der Zeitung, die
nun das Buch Schwarzers vorab druckte. Es mag der schlaue Entschluss
einer erfahrenen Taktikerin gewesen sein: lieber ein Argument
preisgeben für die Chance, von einem breiten Publikum gelesen zu
werden!", meint Hannelore SCHLAFFER zum Buch
"Die Antwort" von Alice SCHWARZER, das sich an die
aufstiegsorientierte Frau aus der Mittelschicht richtet.
SCHLAFFER beklagt, dass SCHWARZER weiterhin im Ton des
70er-Jahre-Feminismus schreibt und dadurch Frauen unter 40 nicht
anzusprechen vermag.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
01.
- 10. Juni 2007
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