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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 11. - 19. Juni

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Der langfristige Wandel partnerschaftlicher Lebensformen im Spiegel des Mikrozensus

"Entgegen weit verbreiteten Auffassungen kann ein genereller Trend zur Abkehr von festen, verbindlichen partnerschaftlichen Beziehungen nicht festgestellt werden. Ein Vergleich der Lebensverläufe verschiedener Kohorten zeigt aber, dass partnerschaftliche Bindungen zunehmend später und bis zum mittleren Erwachsenenalter auch seltener eingegangen werden. Im höheren Alter nimmt hingegen der Anteil derer, die in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft leben, zu, was vor allem auf die Veränderung der Alters- und Geschlechterstruktur der älteren Bevölkerung zurückzuführen ist."
(Andrea Lengerer & Thomas Klein in der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik", April 2007, S.433)

 
       
       
   
taz -Dossier zur Pflege in Deutschland.
Wohin mit Mama und Papa?
 
     
     
     
   
  • HEBESTREIT, Steffen (2007): FDP streitet nur über die Herdprämie.
    Freidemokraten sind sich einig wie selten,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.06.
    • Inhalt:
      HEBESTREIT berichtet darüber, dass sich die - ansonsten einflusslosen FDP-Frauen - in der Familienpolitik profilieren durften. Das Betreuungsgeld, das Dirk NIEBEL vorgeschlagen hatte, fiel auf dem Parteitag durch.

 
   
  • KRAUSHAAR, Wolfgang (2007): Selbstzerstörung als schöne Kunst betrachtet.
    Das Rockkonzert von Monterey im Jahre 1967 und die graue Eminenz hinter den Lightshows, Gustav Metzger,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.06.
    • Inhalt:
      "Monterey, Kalifornien, 18. Juni 1967. Hinter den Kulissen des ersten großen Open-Air-Konzertes bricht ein erbitterter Streit zwischen zwei Rockbands aus. Es geht um die Reihenfolge ihres Auftritts. Die Who wollen nicht nach der Jimi Hendrix Experience auftreten und diese nicht nach den Who. Pete Townshend und Jimi Hendrix, die beiden Bandleader, stehen sich unversöhnlich gegenüber. Als Höhepunkt und Abschluss ihres Auftritts haben beide Bands einen an Dramatik kaum zu überbietenden Showeffekt vorgesehen: Sie wollen mit den eigenen Instrumenten ihre Musikanlage in Trümmer legen. Es ist klar, dass sich ein solches Schauspiel nicht vor ein- und demselben Publikum wiederholen lässt ", beginnt Wolfgang KRAUSHAAR seine Erläuterungen zum Einfluss des Künstlers Gustav METZGER.
 
   
  • WENZEL, Uwe Justus (2007): Von vergangenen und gegenwärtigen Charakteren.
    Ein Kapitel aus der Psychopathologie des Alltagslebens,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.06.
    • Inhalt:
      Anlässlich einer Tagung im Potsdamer Einstein-Forum zum Thema «Die Zukunft des Charakters» gibt WENZEL einen Überblick über die neuere Charakterforschung:

                   "In der Archäologie der Spätmoderne, in der Gegenwartsdiagnostik also, wird indes mit grosser Lust nach ebensolchen Verkörperungen des Zeitgeistes, nach sozusagen charakteristischen Charakteren gefahndet, nach Leitfossilien in den Sedimenten des kollektiven Seelenlebens. «Sozialisationstyp» hiess das Gesuchte im pädagogisch- psychologischen Jargon der späten siebziger und der achtziger Jahre, und der damals entdeckte neue Sozialisationstyp («NST») war der narzisstische. (...).
      Inzwischen gräbt die Populärpsychologie allwöchentlich neue «Typen» aus. Wie eigentlich alle ihre Vorgänger umreissen sie weniger Persönlichkeiten als vielmehr Persönlichkeitsstörungen."

                   Mit Richard SENNETT beklagt WENZEL die Korrosion des Charakters:
                   "Angenommen, die Korrosion schreite fort: Bleibt vom Charakter dann gar nichts mehr übrig als seine Störungen? Vielleicht doch. Es zeichnet sich, als Gestalt, die aus der Not der drohenden Charakterlosigkeit die Tugend der Agilität macht, ein weiteres Selbst ab. Der Soziologe Ulrich Bröckling hat es «Das unternehmerische Selbst» (Suhrkamp 2007) getauft.  Es ist in vielem mit Sennetts allseits «flexiblem Menschen» verwandt. Allerdings handelt es sich nicht um ein empirisch beobachtbares Wesen, sondern um so etwas wie ein Programm zur Mobilisierung von subjektiven Energien. (...). Bröckling hat die «Beschwörung von Selbstverantwortung, Kreativität, Eigeninitiative, Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit» im Ohr - eine «Aktivierungsrhetorik», die sich nicht nur an Manager richtet, sondern bizarrerweise genauso an Langzeitarbeitslose und Sonderschüler. - Beim unternehmerischen Selbst, dem neuesten (und doch schon alten) Leitfossil der Gegenwart, haben wir es aller Wahrscheinlichkeit nach also doch nur mehr mit der Parodie eines Charakters zu tun."
 
   
  • TAGESSPIEGEL (2007): Der Trottel-Paragraph.
    Dokumentation anlässich 50 Jahre Gleichstellungsgesetz,
    in: Tagesspiegel v. 17.06.
 
   
  • OCHS, Birgit (2007): Die Renaissance der Städte.
    Lange Wege, trostlose Viertel, öde Zentren - Europa will den Fehlern der Nachkriegsstadtplanung ein Ende setzen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.
    • Anmerkungen:
      Die Renaissance der Städte ist gemäß Hartmut HÄUßERMANN durch die Generation Ally eingeleitet worden. Doppel-Karriere-Paare lösen eine neue Welle der Gentrifizierung aus.

                   Diese Entwicklung wurde von Monika ALISCH bereits im Jahr 1993 in ihrem Buch "Frauen und Gentrification" prognostiziert.
                   Den Wandel von der Suburbanisierung zur "Family-Gentrification" (ALISCH) erklärt OCHS folgendermassen:
                   "Ein Mann (Ernährer) zieht mit Frau (Hüterin) und zwei Kindern ins Häuschen, und das liegt im Umland. Dort sind die Grundstückspreise niedrig und die Gärten groß. Die Familie besitzt zwei Autos, damit er zur Arbeit und sie zum Einkaufen und dei Kinder kutschieren kann. Doch seit sich das Bildungsniveau der Frauen extrem verbessert hat, sie beruflich vorankommen, gleichzeitig Jobs ebenso wie familiäre Bindungen unsicher werden, hat das Modell weitgehend ausgedient. Nun heißt es für die Frauen, Beruf, Familie und Haushalt zu vereinbaren. »Ein Balanceakt, der auf dem Land schiwierig ist«, wie Häußermann es formuliert.
                   Besser geht es in der Stadt, am allerbesten vielleicht in jenen Gründerzeitquartieren, wo neben Schule, Kindergarten und Sportverein auch noch Kneipen, Bäcker, Metzger, Biosupermarkt, Buchladen und Boutiquen existieren. Wer sich dort eine Wohnung leisten kann, hat einen Teil der täglichen Anlaufstationen in nächster Nähe."
                   Auf single-dasein.de wurde diese Entwicklung im Anschluss an Monika ALISCH bereits um die Jahrtausendwende für Deutschland prognostiziert. Im Glossar, in einer kommentierten Bibliografie zur Gentrificationsforschung und einem Thema zur Dienstleistungsmetropole Frankfurt wurden diese Aspekte bereits frühzeitig beschrieben.
                   In der öffentlichen Debatte wurden diese Entwicklungen lange verschwiegen, weil sie nicht zum Bild der Single-Gesellschaft passten. Die traditionelle Stadtforschung, für die der 68er Hartmut HÄUßERMANN steht, interessierte sich lieber für historische Phänomene, die für die Zukunft keine Bedeutung haben werden. Erst als die Entwicklungen nicht mehr zu leugnen waren, hat auch der 68er HÄUßERMANN das Phänomen der Family-Gentrification öffentlich vertreten.
                   Im Buch "Die Single-Lüge" werden im Kapitel "Die Ökonomisierung des Sozialen" jene Tendenzen beschrieben, die eine Renaissance der Städte eingeleitet haben.
 
   
  • GERMIS, Carsten (2007): Pflegerin gesucht - rund um die Uhr für 1000 Euro.
    Mehr als 60.000 Osteuropäerinnen betreuen die Alten in Deutschland - illegal. Doch ohne sie wäre das Pflegesystem längst zusammengebrochen. Legal kann sich kaum eine Familie die Pflege leisten,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.
 
   
  • GELINSKY, Katja (2007): Umschwulung zum Ehemann.
    In Amerika wollen religiöse Gruppen homosexuellen Männern helfen, ihre Neigung zu überwinden. Mit dubiosem Erfolg,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.
 
   
  • STEPHAN, Cora (2007): Eine neue Frauengeneration?
    in: DeutschlandRadio v. 17.06.
    • Inhalt:
      "Haben wir's nicht immer schon gesagt? Frauen sind das bessere Geschlecht. Hübscher, klüger, selbstbewusster, zielstrebiger, Alpha-Mädchen eben (...).

                   Ach, in einen so hübschen kleinen Goldfischteich, der geradezu nach Champagner dürstet, gießt man ungern Wasser. Und doch: es muss.
                   Denn so Gold ist es eben nicht. Trotz Kanzlerinnenbonus sind ganz oben die Männer auch weiterhin unter sich. Kinderkriegen ist trotz Ursula von der Leyen weiterhin ein Karrierehindernis, weshalb es sich für Frauen noch immer lohnt, in den Heiratsmarkt, also ihr Äußeres, zu investieren, statt in die inneren Bildungswerte und damit in den Arbeitsmarkt. Ob das neue Unterhaltsrecht daran etwas ändert, wird man sehen. Gewiss aber, und das ist die gute Botschaft, sind Wirtschaft und Demografie auf der Seite der Frauen", meint Cora STEPHAN aus der Generation Pflasterstrand.
 
   
  • RUTSCHKY, Katharina (2007): Jaja, sie hat ihre Verdienste - aber welche?
    Auch in ihrem neuen Buch gibt Alice Schwarzer die schlicht denkende Übermutter,
    in: Berliner Zeitung v. 16.06.
 
   
  • KLEIN, Georg (2007): Anmut und Mut der Jugend,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.06.
    • Inhalt:
      Die FR beginnt eine Sommer-Serie über die Jugend. Der Schriftsteller Georg KLEIN macht den Anfang:

                   "Zum Jungsein gehört das Vermögen, sich die kommende Lebenszeit als etwas lustvoll Ungewisses imaginieren zu können. Diese Lust darf auch Angstlust sein. Der eigentümliche Mut, mit dem die Jungen in die Zukunft blinzeln können, wird nicht dadurch geschmälert, dass sie an manchen Tagen auf recht weichen Knien und meist ohne jeden klaren Plan durch die Landschaft der Gegenwart stapfen. Der Mut der Jugend muss ohne hinreichende Erfahrung auskommen, und so ist sein Vorwärts der Kühnheit oft näher als der Tapferkeit.
                   Man muss nur vergleichen, wie hierzulande der Erwachsene in der Regel seine Lebensrestzeit ins Auge fasst. Nicht Furcht vor einer ungewissen Zukunft, sondern eine matt fatalistische, manchmal melancholische, nicht selten latent depressive Zukunftsgewissheit kennzeichnet in unseren Breiten die Unjungen."
 
     
   
  • ENZENSBERGER, Hans Magnus (2007): Die falschen Fünfziger.
    Eine westdeutsche Reminiszenzs,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.06.
    • Inhalt:
      Hans Magnus ENZENSBERGER mag der modischen 1950er-Nostalgie nichts abgewinnen:

                   "In Deutschland zumindest macht sich neuerdings eine Tendenz breit, jenes ferne Jahrzehnt zu rehabilitieren, das lange Zeit keinen guten Ruf genossen hat. Nicht nur, dass es als muffig, provinziell und borniert galt; auch politisch wurde ihm allerhand Unrühmliches nachgesagt.
                   (...).
      Den Zwanzigjährigen von heute möchte ich sehen, der sich mit den Sitten und Gebräuchen, den Sprachregelungen und Verboten abfände, die damals herrschten. Der Krawattenzwang war noch lange nicht die schlimmste Zumutung, und dass sich Studenten als «Herr Kommilitone» anredeten, liess sich verschmerzen. Ärger war, dass über jeder Familie ein sogenannter Haushaltungsvorstand thronte, der vom Gesetzgeber ermächtigte pater familias, der nicht nur über sein eigenes Vermögen, sondern auch über das seiner Frau verfügte. «Solange du deine Füsse unter meinen Tisch stellst, hast du abends um elf Uhr zu Hause zu sein.»

                   Solche Sätze mussten sich die Siebzehnjährigen anhören. Unbekleidete Damen waren nur im Museum zu besichtigen, andernfalls kam der Staatsanwalt. Für unverheiratete Paare galt der Kuppelei-Paragraf. Kondome gab es nur für Volljährige und nur in der Apotheke. Homosexualität wurde mit gesellschaftlicher Ächtung, Abtreibung mit Gefängnis bestraft."
  • VINKEN, Barbara (2007): Die Rundungen der Sanduhr.
    Die Mode der fünfziger Jahre drehte die Zeit zurück und huldigte einem restaurativen Frauenideal,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.06.
    • Inhalt:
      Auch Barbara VINKEN hat keine Sehnsucht nach den 50er Jahren:

                   "Die Mode der Fünfziger machte die Frauen, um es mit Musil zu sagen, zu dem, was die Neue Frau, knabenhaft nüchtern, nicht mehr war: zum Ideal des Mannes. Chanel, die die Frauen nicht wie Dior unbeschreiblich weiblich, sondern als garçonnes anzog, konnte sich erst in den sechziger Jahren mit ihrem Kostüm, das wohl der erste Businessanzug für Karrierefrauen war, durchsetzen."
 
   
  • SZENT-IVANYI, Timo (2007): Ulla Schmidts Pflegereform wackelt.
    Widerstand aus der SPD-Fraktionsspitze gegen Kernelemente des Konzepts / Ministerin vergleicht geplante Beitragsanhebung mit Kosten für ein Kännchen Kaffee,
    in: Berliner Zeitung v. 14.06.
  • ZYLKA, Regine (2007): Die Peanuts der Ulla Schmidt,
    in: Berliner Zeitung v. 14.06.
    • Inhalt:
      "Kühl geht Ulla Schmidt darüber hinweg, dass Hunderttausende von Arbeitnehmern jeden Euro umdrehen müssen, um zurecht zu kommen. (...). Die Pflegeversicherung mag mehr Geld brauchen, um den Schwächsten besser helfen zu können. Die Frage, wer das bezahlen soll, hätte eine ernsthaftere Debatte verdient", kritisiert Regine ZYLKA.
 
   
  • OESTREICH, Heide (2007): Die Wege des Drama-Feminismus.
    Alice Schwarzers neues Buch gibt "Die Antwort" auf Diätenterror und Arschficksongs. Es trifft einen Nerv. Trotz viel alter Polemik,
    in: TAZ v. 13.06.
    • Inhalt:
      "Ihre Verzerrungen reichen bis zu glatten Fehlinformationen: So ist etwa für eine Abtreibung in der Tat eine Beratung obligatorisch. Doch keineswegs muss die Beraterin der Abtreibung zustimmen, wie Schwarzer behauptet. Ganz so arg wie in Alices Horrorland ist es eben doch nicht immer.

                   Diese Ungenauigkeiten sind bedauerlich, weil Schwarzer auf so viele Punkte hinweist, die eine Skandalisierung tatsächlich nötig haben", meint Heide OESTREICH zum Buch "Die Antwort" von Alice SCHWARZER.
                   Zur Demografie-Debatte schweigt OESTREICH sich bei ihrer Rezension - im Gegensatz zu Thea DORN - jedoch aus.
 
     
     
   
  • OESTREICH, Heide (2007): Frauen wollen keinen Steuernachlass.
    Politikerinnen lehnen mehrheitlich den Vorschlag ab, der Gleichberechtigung mit Hilfe des Finanzamts nachzuhelfen,
    in: TAZ v. 12.06.
  • DRIBBUSCH, Barbara (2007): Das Geld wird weiblich.
    Niedrigere Steuersätze für Frauen? Richtige Debatte, falsche Idee,
    in: TAZ v. 12.06.
    • Inhalt:
      "Der Gedanke (...), dass sich Frauen künftig mehr um ihr eigenes Geld kümmern müssen, wird nicht mehr aus der öffentlichen Diskussion zu verbannen sein und auch nicht aus der privaten Lebensplanung. Die anstehende Reform des Unterhaltsrechts legt Frauen eine größere Verpflichtung auf, sich um Erwerbsarbeit zu kümmern. Die Flucht vor den Härten des Arbeitsmarktes in die Versorgung des Heiratsmarktes funktioniert nicht mehr in einer Gesellschaft mit seriellen Lebenspartnerschaften, in der zudem viele Männer in prekären Jobs landen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das Steuer- und Abgabenrecht so reformiert wird, dass nicht vor allem der Ehemann auf seinem Konto den Löwenanteil des Ehegattensplittings wiederfindet", meint DRIBBUSCH.
 
   
SPIEGEL -Titelgeschichte: Die Alpha-Mädchen.
Wie eine neue Generation von Frauen die Männer überholt
  • SUPP, Barbara/BONSTEIN, Julia/DÜRR, Anke/KRAHE, Dialika/THEILE, Merlind/VOIGT, Claudia/WERNER, Kathrin (2007): Mein Kopf gehört mir.
    Sie sind pragmatischer als ihre Mütter, sie sind ehrgeiziger, zielstrebiger, gebildeter als die Männer. Sie glauben nicht mehr an die Versorgung durch die Ehe, sondern an den Erfolg. Eine junge Frauengeneration macht sich auf den Weg an die Macht - und lässt die Männer hinter sich,
    in: Spiegel Nr.24 v. 11.06.
    • Anmerkungen:
      Mit der Generation Golf ist aus dem ursprünglichen 70er-Jahre-Feminismus à la Alice SCHWARZER ein Klassenkampf geworden.

                   Bezeichnenderweise heißt der Bestseller der Karrierefrau Thea DORN "Die neue F-Klasse". Es geht darin um die neue Allianz zwischen Karrierefrau und Karrieremann. Im Spiegel heißt es dazu:
                   "Es ist der Versuch, einer neuen, jungen feministischen Bewegung ein Schlagwort zu geben, sie hat sich zu so etwas wie einer Wortführerin entwickelt, manchen gilt Thea Dorn, 36, als die Nachfolgerin von Alice Schwarzer".
                   Dass Alice SCHWARZER und Thea DORN, auch wenn es oberflächlich gesehen anders scheint, am gleich Strang ziehen, das zeigt Hannelore SCHLAFFER auch am Buch "Die Antwort" auf:
                   "Schwarzer bedenkt nicht, wie sehr das Modell Elternzeit, Krippenplätze, Teilzeitarbeit einen akademischen Mittelstand im Auge hat. (...). Frauen in Berufen aber, die nie an Vorwärtskommen denken lassen, gibt es für Schwarzer kaum."
                   In der Zeitschrift Emma geben längst die "Third Wave"-Feministinnen der Generation Golf den Ton an.
                   Die Spiegel-Autorinnen sehen im neuen Unterhaltsrecht einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Hausfrauenehe:
                   "Lange war der Heiratsmarkt für Frauen in Deutschland attraktiver als der Arbeitsmarkt. Sich einen vermögenden Mann zu sichern brachte nicht nur gesellschaftlich viel Anerkennung, es zahlte sich ein Leben lang aus. Auch dann, wenn die Liebe nicht ewig hielt. Eine Ehefrau hatte bei einer Scheidung Anspruch darauf, dass ihr Lebensstandard gewahrt blieb. Sogar berufstätige Ehefrauen ohne Kinder erhielten von ihren besserverdienenden Ehemännern oft lebenslang Unterhaltszahlungen. (...) Die Ehe kam einer finanziellen Lebensversicherung gleich, je reicher der Ehemann, desto größer der Hauptgewinn.
                   Jetzt aber hat Justizministerin Brigitte Zypries ein neues Unterhaltsrecht auf den Weg gebracht - eines, das die Hausfrauenehe nicht mehr belohnt und festigt, im Gegenteil. Künftig soll die Ex-Ehefrau deutlich schlechter gestellt werden als bisher.
                   (...).
      Das neue Unterhaltsrecht wird ein gesellschaftspolitisches Beben auslösen. (...). Es bedeutet: Frauen werden zu mehr Selbständigkeit gezwungen.

                   Und des wird sich auswirken auf die jungen Frauen, die mit diesem Unterhaltsrecht im Rücken mit einem veränderten Bewusstsein in die Ehe gehen - und in den Beruf. Sie werden weniger bereit sein, zurückzustecken gegenüber dem Mann zu Hause und den Männern im Büro. Die Rollenverteilung wird sich verschieben, denn keine vernünftige Frau wird nun ihre finanzielle Unabhängigkeit mehr so einfach aufgeben. Es fördert die Einsicht: Auf eine Ehe allein ist kein Verlass. Es hat keinen Sinn, die eigene Existenz an die Arbeitsbiografie des Mannes zu knüpfen."
                   Ist der Kampf zwischen alter und neuer Mitte, zwischen Managerehen und Doppel-Karriere-Paaren tatsächlich bereits entschieden?
                   Im Buch Die Single-Lüge wird dies bezweifelt. Es geht nicht um die Ablösung eines Modells, sondern um die Co-Existenz zweier Modelle. Vieles deutet darauf hin, dass es einen neuen historischen Kompromiss zwischen alter und neuer Elite zulasten der restlichen Bevölkerung geben wird.
 
   
  • SCHLAFFER, Hannelore (2007): Nicht dümmlich lächeln.
    Alice Schwarzers Streitlust is neu erwacht: In der Krise der Emanzipation schreibt sie ein neues Buch. Nur die Kassiererinnen hat sie vergessen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 11.06.
    • Inhalt:
      "Alice Schwarzer sieht den eigentlichen Zweck der Kampagne für mehr Kinder nicht darin, die Renten zu sichern. In der Hoffnung auf diese finanzielle Lösung des Altersproblems entdeckt Schwarzer vielmehr die Absicht, die Emanzipation rückgängig zu machen, die Frauen aus dem Berufsleben wieder heraus- und in den Haushalt zurückzulocken. (...).

                   Auf das Vertrauen ihrer Geschlechtsgenossinnen hoffend, verschenkt Alice Schwarzer dann aber manch wichtiges Argument für ihre These.
                   Polemik, so mag sie sich gesagt haben, wird durch Argumente nur belastet. Deshalb verzichtet sie zum Beispiel auf die Beobachtung, dass gerade jetzt, da angeblich die rettende Lösung zur Finanzierung der Renten durch mehr Kinder gefunden sei, nur noch davon geredet wird, woher denn für diese Kinder, die späteren Geldgeber, das Geld herkommen sollte, wie ihre Erziehung, ihre Versorgung zu bezahlen seien.
                   Auch jene eindeutig emanzipationsfeindlichen Artikel, die zu Beginn der Kampagne für mehr Kinder in Zeitungen erschienen gegen die intellektuellen Frauen, die oft keine Kinder haben und also ihre Pflicht für die Gesellschaft zugunsten persönlicher Erfolge versäumten, erwähnt Alice Schwarzer mit keinem Wort - vielleicht weil dieser Angriff vor allem von der FAZ ausging, der Zeitung, die nun das Buch Schwarzers vorab druckte. Es mag der schlaue Entschluss einer erfahrenen Taktikerin gewesen sein: lieber ein Argument preisgeben für die Chance, von einem breiten Publikum gelesen zu werden!", meint Hannelore SCHLAFFER zum Buch "Die Antwort" von Alice SCHWARZER, das sich an die aufstiegsorientierte Frau aus der Mittelschicht richtet.
                   SCHLAFFER beklagt, dass SCHWARZER weiterhin im Ton des 70er-Jahre-Feminismus schreibt und dadurch Frauen unter 40 nicht anzusprechen vermag. 
 
   

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Zu den News vom   01. -  10. Juni 2007

 
       
   
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