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News vom 11. - 20. März 2003
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Zitat
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"Eine
etwas biedere Mutter von mehreren Kindern hielt ihren Vortrag im
Schottenrock. Mit überzeugender Einfalt war es ihr möglich, die
Welt in zwei Lager zu teilen: auf der einen Seite die Mutter,
die Heim und Kinder schützt, der Frieden, die Blumen. Auf der
anderen Seite die Männer mit Presslufthammer, Gewehr und
Scheckkarte. Trotz dieser Schematik war es klar, dass sie »uns«
gut gelesen hatte.
Nach dem Vortrag, bei der Diskussion, stand Rosi Braidotti auf,
und machte sich über die Existenz von »Frauen« lustig. Mit ihrem
ironischen Zerriss der Englisch sprechenden Hausfrau traf sie
genau den wunden Punkt der meisten Artikel, die ich früher als
Mitverlegerin der Courage druckfertig gemacht hatte.
»Frau« war für Braidotti ein romantisches, sentimentales,
unwissenschaftliches, typisch rassistisches ideologisches
Konglomerat. Ein Hochstilisieren von etwas
angeblich Gemeinsamem an schottischen Hausfrauen,
afrikanischen Sklavinnen, relativ unterbezahlten
Leitungsbeamtinnen, arbeitslosen Habilitierten und
Dienstmädchen. Braidotti sprach als Wissenschaftlerin. Sie ließ
nur das als zuschreibbare Eigenschaft gelten, was gemessen
werden kann und was gemessen worden ist. Ich fühlte mich mit der
Schottin angegriffen, aber ich konnte nicht umhin, die Stringenz
zu bewundern, mit der Braidotti alles, was als eine Substanz,
eine Essenz, als Natur, ja als Körper der Frau überhaupt
besprochen wurde, als ein unwissenschaftliches Emblem oder
Ideologem abservierte. Damals schon im zwanzigsten Jahr meiner
feministischen Erfahrung, konnte ich ebensowenig vermeiden, die
politische Relevanz von Braidottis Argument zu fassen.
Warum wohl? Nach zwanzigjähriger Bewegung war es mir klar, dass
politische Erfolge im Dienst der Verwirung aller Frauen der
Welt unvermeidlich und primär der Beförderung jener Menschen
gedient hatte, mit deren Eigenschaftsprofilen ich mich
vergleichen kann. Und dass dieses Modell als Vorbild dienen
sollte für weitaus mehr Frauen, die immer ferner und immer
schmerzlich bewusster entfernt von unseren Fortschritten waren.
So unakzeptabel für mich die Dekonstruktion dessen auch sein
mag, als was ich mich fühle, die Dekonstruktion der
traditionellen Historizität des Frauseins, in dessen Schatten
ich aufgewachsen bin".
(aus:
Barbara
Duden im Freitag vom 07.03. 2003) |
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ZSCHIRNT, Christiane (2003): Fame & Fake.
Zadie Smith legt nach ihrem umjubelten Debüt "Zähne zeigen" nun
ihren zweiten Roman vor. In "Der Autogrammhändler" geht es um Erfolg -
und die große Leere einer Generation,
in: TAZ v. 20.03.
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JAEGGI, Eva (2003): Seit Adam und Lilith.
Hans-Joachim Maaz spekuliert über die verdrängten Seiten der
Weiblichkeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.03.
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- KÖRBER, Karen (2003): Ritterschaft, zum
Jagen geboren.
Monique de Saint Martin schießt auf den Adel,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.03.
- Kommentar:
Single-dasein.de hat mit
Der Monarch - Der Untote der Spassgesellschaft bereits Ende 2001
die These aufgestellt, dass
im Zuge des Anti-Pop der Adel wieder Hochkonjunktur haben wird.
Dieser Ansicht ist nun auch KÖRBER:
"Gerade die gegenwärtige Ausbreitung
einer performativen Kultur in Politik und Management scheint in
besonderer Weise einem Milieu zu entsprechen, das vor allem über
repräsentative und kommunikative Qualitäten verfügt. Die
Traueranzeigen in der Presse des Bürgertums sind daher auch als
Nachricht zu lesen, dass der Adel eine soziale Wiedergeburt erlebt".
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LUTZ, Cosima (2003): Der Single als Umwelt-Belastung.
Einzelhaushalte setzen der Natur angeblich mehr zu als die
Bevölkerungsexplosion. Können Millionen wirklich irren?
in: Welt v. 18.03.
- Kommentar:
Schon fast vergessen! Nach über zwei Monaten darf Cosima LUTZ auf
Marina KÜCHEN (13.
01.) reagieren.
Was wäre, wenn Alleinwirtschaften identisch wäre
mit Alleinwohnen und Partnerlosigkeit. Darüber reflektiert die
Autorin:
"der Single-Haushalt als
Umweltproblem, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
Dabei muss man ja nur mal kurz nachdenken. Ein redender Partner
kostet weniger Strom als ein Radio- oder Fernsehgerät. Er dämmt auch
schon durch bloße schweigende Anwesenheit Heizkosten ein. Der
fünf-Kilo-Sack Kartoffeln ist aufgebraucht, bevor er schöne weiße
Blüten treibt und auf den Müll kommt.
Und wenn ich es recht überlege, hat auch Herr Mehdorn Recht, wenn er
mich zum Bahnreisen in Horden verdonnert. Er versucht der
Zersplitterung der Gesellschaft und damit verbundener
Umweltbelastung entgegenzutreten. Aber alles in allem ist das Leben
als einzelnes Mängelwesen durchaus okay. Millionen Singles können
schließlich nicht irren. Man müsste es eigentlich nur schaffen,
Müll- und Partnertrennung doch noch als gleichwertiges
umweltbewusstes Verhalten zu etablieren".
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NOLTE, Dorothee (2003): "Da stimmen die Witze nicht mehr".
Wie männlich ist die Wissenschaft? Karin Hausen, Mitbegründerin der
historischen Geschlechterforschung, wird 65 - und verlässt die
Universität ohne Bedauern,
in: Tagesspiegel v. 18.03.
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KAST, Bas (2003): Der Hochzeitskick.
Macht die Ehe glücklich? Studien zeigen: Schon Monate vor der
Trauung fühlen wir uns besser - bei manchen hält das gute Gefühl Jahre
an,
in: Tagesspiegel v. 18.03.
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TSP (2003): Wenn es nicht klappt.
Kinderlos und vertraglich abgesichert - so scheitern Ehen,
in: Tagesspiegel v. 18.03.
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BAßLER, Moritz (2003): Wortwaffen,
großkalibrig.
Wer schweigt, geht: Wolf Haas gibt seinem Detektiv Brenner einen
letzten großen Auftritt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.03.
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- HIEBER, Jochen (2003):
Schuften im keuchenden Morgenland der Erde.
Rudi Dutschke, Star der Studentenbewegung, entfaltet in
seinen Tagebüchern jene Leidenschaft für den Weltlauf, die
Jürgen Busches Achtundsechziger vermissen lassen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.03.
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KANSTEINER, Morten (2003): Die Hölle bin ich.
Matthias Hartmann hat in Bochum den Roman "1979" von Christian
Kracht für die Bühne adaptiert. Auch wenn der Theaterapparat
manchmal ins Ächzen kommt: Der Inszenierung gelingt es, den
schwierigen Vorgang abzubilden, der die schrittweise Verfertigung
der Illusion beim Erzählen heißt,
in: TAZ v. 17.03.
- IDEN, Peter (2003): Eine Auslöschung
als Glücksfall.
Christian Krachts Roman "1979", von Matthias Hartmann multimedial
umgesetzt,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.03.
- WILINK, Andreas (2003): Das flüchtige
Phantom der Freiheit.
Vom Roman zum Making-Of eines Roadmovies: Matthias Hartmann
inszeniert in Bochum Christian Krachts "1979",
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
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HEINE, Matthias (2003): Spiel mit romantischen Allegorien.
Matthias Hartmann bringt in Bochum Christian Krachts "1979" auf
die Bühne,
in: Welt v. 17.03.
- LAUDENBACH, Peter (2003): Wir
Menschen vom Planeten Pop.
Am Ende der Party: Das Schauspielhaus Bochum bearbeitet Christian
Krachts Roman "1979",
in: Tagesspiegel v. 16.03.
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REMKE, Susann (2003): "Optimismus ist lernbar".
US-Psychologe Martin Seligman verrät, wie trotz globaler Depression
das persönliche Glück nicht auf der Strecke bleibt,
in: Focus Nr.12 v. 17.03.
- Kommentar:
Im Gegensatz zu Mark SIEMONS
weiß der Sozialpsychologe Martin SELIGMAN zumindest wovon er
spricht...
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KOHSE, Petra (2003): Ozzy für Betroffene.
Rainer Langhans, Gründer der Kommune 1, präsentiert sich und seinen
"Harem" als Big-Brother-Variante,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.03.
- Inhalt:
Petra KOHSE gibt einen Vorgeschmack auf Kommendes:
"Ab kommenden Freitag wird man
sehen, wie sich im pausenlosen Kontakt in einer 70 Quadratmeter
großen Vierzimmerwohnung ohne Kontakt zur Außenwelt ihre
Unterschiedlichkeit konturiert. Die Gemeinsamkeiten werden in den
Porträts jetzt schon deutlich.
Die Leere und überwiegende Weiße
der Wohnungen. (...). Wie sie auf der Suche sind. Wie sie, die
Frauen, aber auch einsam sind. Wie sie die Selbstständigkeit
kultivieren wollen, die Frauen nur entwickeln, wenn sie alleine
leben. Wie sie darunter leiden und trotzdem daran festhalten, wie
sie allein stehen, aber nicht beziehungslos sind".
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MARZ, Eva (2003): Trauring, aber wahr.
Wer bei Plus heiratet, handelt im Sinne der Demokratie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
- Kommentar:
MARZ mokiert sich über die Supermarktkette
PLUS und ihre Hochzeit zum Niedrigpreis:
"Ob man
den Discounter nun für kompetent in Stilfragen halten mag oder
nicht, er leistet sich hier einen Verstoß gegen die Ordnung der
Dinge, indem er nämlich das Einzigartige des schönsten Tags im Leben
in das Feld des ordinären Konsums einzugliedert".
Nach
Dirk SANDER ("Warum (noch) ledig? Warum nicht Ehe?) sind
Heiratskosten als Ehehindernis zu sehen:
"Einige unserer Befragten
(...) gaben an, daß sie nicht die finanziellen Mittel hätten, eine
Hochzeitsfeier auszurichten. Die für diese Befragten mit der
Eheschließung verbundenen Übergangsrituale reduzieren sich nicht auf
eine schlichtere standesamtliche Trauung, vielmehr gehören hierzu
alle Feierlichkeiten vom Polterabend bis hin zur kirchlichen
Hochzeit »in Weiß«, darüberhinaus eine »angemessene« Hochzeitfeier".
Bei der FR hat sich
Joachim WILLE auch schon Gedanken gemacht.
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BLÜM, Norbert (2003): Versicherung für Pflegefälle beibehalten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
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SCHOETTLI, Urs (2003): Verfallsdatum für Ehemänner.
Die Geschlechter leben sich mehr und mehr auseinander,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.
- Inhalt:
Urs SCHOETTLI berichtet aus Japan:
"Die geschlechtliche Trennung in
der Freizeitgestaltung ist wie das Phänomen der «parasitic singles»,
Frauen in den dreissiger Jahren, die noch bei den Eltern wohnen und
nicht daran denken, eine eigene Familie zu gründen, eine Konsequenz
der Arbeitskultur"
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SICHTERMANN, Barbara (2003): Sex, Lüge, Video.
Rainer Langhans und sein Harem sind auf TV.Berlin zu besichtigen,
in: Tagesspiegel v. 18.03.
- Inhalt:
SICHTERMANN darf
auch ihren Kommentar zum
TV-Harem abgeben:
"1968 hat seine
Botschaft nicht nur in den Wind geschrieben, es hat zwischen den
Jahren Zeitbomben versteckt, die jederzeit explodieren können.
Zumindest im Fernsehen. Die alten Sehnsüchte nach freier Liebe, nach
Sex mit mehr als einer (oder einem), nach Promiskuität ohne
Eifersucht, zur Not auch mit, sind sie ganz begraben? Kein Mensch
wird mit einer Neigung zum Verzicht geboren. Vielmehr als
Wunschpaket: alles für mich. Und manche werden so auch alt. Zum
Beispiel Rainer Langhans".
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SIEMONS, Mark (2003): Pessimismus ist Verrat.
Gründerzeit, komme: Nach Schröders Rede hilft nur Munterkeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.
- Kommentar:
Wer meint, die FAZ-Revoluzzer hätten eine Kehrtwende gemacht, der
hat sich von der Schlagzeile auf eine falsche Fährte locken lassen.
SCHIRRMACHER hat die Parole "Die Stimmung
ist viel besser als die Lage" ausgeben, d.h. Optimismus ist Verrat!
Mark SIEMONS bietet also einen Rundumschlag gegen die
"Psychologisierung des Alltags". Da darf man keinen Unterschied
zwischen Optimismus und Glück machen!
Solange es der FAZ
schlecht geht, kann die Lage nicht besser sein als die Stimmung!
Danach kann es wieder heißen: Die Stimmung ist schlechter als die
Lage...
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SCHRÖDER, Gerhard (2003): Niemand darf sich künftig zu Lasten der
Gemeinschaft zurücklehnen.
Wie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Deutschland modernsieren und
reformieren will. Die Regierungserklärung im Bundestag,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.03.
- Kommentar:
Die Rede, die es niemand Recht machen konnte. Der
Begriff "Single" kommt darin nicht vor, aber das heißt nicht, dass
Singles von den Reformen nicht betroffen sind...
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MIES, Petra (2003): Dicht am Leben.
Ursula von der Leyen ist Mutter von sieben Kindern, Ärztin, Tochter
von Ernst Albrecht - und jetzt auch Sozialministerin in Niedersachsen,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.03.
- Kommentar:
MIES zeigt sich schon mal
staatstragend und liefert ein positives Porträt der neuen
Familienministerin in Niedersachsen.
Zur TAZ wird abgegrenzt:
"Die Frauenärztin, die so
flott zur konservativ-dynamischen Vorzeigefrau avancierte, hat
Neider".
Da werden so manchem
die Tränen kommen:
"Die Familie nage zwar nicht
am Hungertuch, aber als Ministerin gebe sie erstmals nicht ihr
komplettes Gehalt für die Kinderfrau aus, die nachmittags kommt. Ihr
Mann und sie haben sich stets die Familienarbeit geteilt, aber weil
beide auch außer Haus arbeiten brauchen sie Hilfe".
Das wäre doch eine Angelegenheit für
die nächste FR-Spendenaktion: "Ein Herz für den verarmten Adel"!
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PRANTL, Heribert (2003): Der Treppenwitz der SPD,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.
- Inhalt:
Was für Norbert BLÜM ein
Ärgernis ist, das wäre für PRANTL ein Fortschritt: Die Entkopplung
von Sozialstaat und Arbeit.
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WINKLER, Willi (2003): Diederichsen, halt den Sabbel!
Der größte Poptheoretiker der Welt sieht mal wieder das Ende des
Pop statt das Ende des größten Poptheoretikers der Welt. Wir verleihen
ihm jetzt mal den "Adorno des Monats",
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.
- Inhalt:
Willi WINKLER macht sich über seinen Jahrgangsgenossen
DIEDERICHSEN und dessen Artikel in der
TAZ
vom 11.03.2003 lustig:
"Entschuldigung, liebe taz, aber
gibt es dafür Geld? Oder war Diederichsen bloß so was von betrunken?
Der beste Satz, den Adorno nie geschrieben hat, geht so: »Es gibt
kein richtiges Leben in Flaschen.«"
Da hinter der SZ nicht immer ein
kluger Kopf steckt, schickt WINKLER zum Verständnis voraus:
"Insbesondere Theodor W. Adorno
verstand sich auf die maniriertesten Satzgebilde. Erleichtert konnte
man gelegentlich einen ganz schlichten Satz mitnehmen, einen Satz
wie diesen: »Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.«"
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BLÜM, Norbert (2003): Kraftmeierei oder Vernunft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.03.
- Kommentar:
Der ehemalige CDU-Arbeitsminister
Norbert BLÜM tingelt
durch die Neue-Mitte-Gazetten.
Von
FR (28.02.2003) bis
zu FAZ wirbt BLÜM für die Fortführung seines Werkes. Er kritisiert,
dass die Arbeitgeber zwar einerseits aus der Beitragszahlung zur
Sozialversicherung aussteigen, aber andererseits weiterhin
mitsprechen wollen:
"Bei eingefrorenen Beiträgen
bleiben die Arbeitgeberverbände in der Selbstverwaltung, bei vollem
Arbeitnehmerbeitrag fliegen sie raus. Bei eingefrorenem
Arbeitgeberbeitrag reden sie weiter in der Selbstverwaltung mit,
ohne jedoch die Folgen verpaßter Kostendämpfung tragen zu müssen.
Das nenne ich »Rosinenpickerei«."
BLÜM polemisiert vor
allem gegen die Grundrente, die er als "bedürftigkeitsorientiertes
Fürsorgesystem" bezeichnet:
"Ich will keinen Staat, der
ständig fragt: »Bis du reich, oder bis du arm?«" (...). Privat- wie
Sozialversicherung haben im Risikofall nur eine Frage: »Hast du
Beiträge gezahlt?« (...). Leistung muß sich auch im Sozialstaat
lohnen, sonst wäre der Fleißige der Dumme".
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WILLE, Joachim (2003): Ehepauschale.
Hochzeit vom Discounter,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.03.
- Inhalt:
WILLE denkt bei der Niedrigpreis-Hochzeit an zwei
Zielgruppen: Schüchterne und scheidungsfreudige Mitbürger.
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KÜNAST, Renate (2003): Jenseits der ritualisierten Kämpfe.
Die alten Prinzipien des Sozialstaats müssen neu definiert werden,
dabei heißt Gemeinwohl: Der Modernisierung die Richtung geben,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.03.
- Kommentar:
Nach Jürgen TRITTIN vollzieht
auch Renate KÜNAST die rhetorische Kehrtwende zur sozialen
Gerechtigkeit und hofft ansonsten auf bessere Zeiten:
"Die Diskurshoheit haben zur Zeit
noch die, die mit Reform eigentlich ihr Gegenteil meinen - einen
fundamentalen Systemwechsel oder das weitgehende Abschaffen sozialer
Sicherung".
KÜNAST konvertiert sogar zur
Ludwig ERHARDT-Anhängerin, wenn sie "Wohlstand für alle" verspricht.
Die Rolle vorwärts zur Generationengerechtigkeit wird ebenfalls
beherrscht:
"Gerechtigkeit ist eine Frage der
Generationen- UND Verteilungsgerechtigkeit".
Jetzt muss KÜNAST nur noch die
Grünen überzeugen und vor allem die SPD...
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HILGERS, Micha (2003): Abschied - mehr als ein Wort.
Der Psychoanalytiker Micha Hilgers über Trennungen per SMS,
in: Tagesspiegel v. 13.03.
- Kommentar:
Benjamin von STUCKRAD-BARREs Roman "Soloalbum" läuft demnächst als Film im
Kino an.
Wird die Freundin des
"Filmhelden" per SMS Schluß machen, einfach mit dem Kürzel "leia"
für "Liebling, es ist aus!" die Freundschaft aufkündigen?
HILGERS spricht schon mal
vorab ein psychoanalytisches Machtwort.
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RÜHLE, Alex (2003): das kommuneistische Manifest.
Zwischen K1 und WG. Rainer Langhans geht mit seinen Frauen in den
Container,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.
- Kommentar:
"Rainer Langhans wohnte eine kurze Zeit in meiner
Wohngemeinschaft. Ich lernte ihn als ziemlich neurotisch kennen. Er
hatte Probleme mit seiner Freundin, von denen ich gar nichts wissen
wollte. Dann, mit der K 1, war seine Neurose in der Öffentlichkeit.
Es war der Aufstand der Geschädigten, die ihre Misere
veröffentlichten. Darin lag der Skandal, die Peinlichkeit für uns
rationale Funktionäre des SDS. Diese Selbstenblößung entblößte auch
uns (...).
Denn indem die ersten Kommunarden so schamlos ihr »Selbst«
entblößten, ihre sexuellen Schwierigkeiten öffentlich machten, ihre
bürgerliche Herkunft, ihr Probleme mit den Eltern zugänglich
machten, trafen sie die bürgerlichen Normen an einer viel
empfindlicheren Stelle als an einer längst obsolet gewordenen
Sexualmoral. Sie verrieten ihre Familiengeschichte, sie verrieten
ihre Privatheit. Vor allem aber kehrten sie das Verhältnis von stark
und schwach um (...). Nicht der intellektuell gewappnete
Politfunktionär hat etwas zu sagen, sondern der, der Schwierigkeiten
hat".
Das hat der 68er
Politfunktionär Klaus HARTUNG 1984 geschrieben ("Die Psychoanalyse
der Küchenarbeit", in: The Roaring Sixties. Der Aufbruch in eine
neue Zeit, Berlin: Elefanten Press) und Alex RÜHLE macht sich
diese SDS-Position mit Begriffen wie "Horrorkommune" und
"Innerlichkeitsterror der WG-Kultur" zu eigen.
Bei HARTUNG wird noch
sichtbar, warum "Narzissmus" das beliebteste Schimpfwort der
68er-Politikfraktionen wurde. Ironie des Schicksals: Das Schimpfwort
richtet sich nun auch gegen die damaligen Politfunktionäre!
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FRITISCHI, Harald (2003): Die Luft ist raus.
Die Pensionskassen-Krise hat Folgen: Arbeitnehmer werden mehr
zahlen müssen - und später als Rentner weniger bekommen,
in: Facts Nr.11 v. 13.03.
- Kommentar:
Unsere "Sandwichgeneration" schwört auf den
Markt und hasst den Staat. Dafür hat Florian ILLIES das Label
"Generation Golf" erfunden.
Neoliberale
Besitzstandswahrer von Jürgen BORCHERT über
Meinhard MIEGEL bis zu
Oswald METZGER schwören auf das Schweizer Sozialsystem.
Grundrente oder
Kapitaldeckung oder beides - je nach persönlichem Geschmack.
Die Schweizer sehen dagegen
ihr System kritischer. Sie haben es nämlich bereits vor dem
New-Economy-Boom eingeführt und spüren nun die Folgen der
Marktgesellschaft...
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MIEGEL, Meinhard (2003): Verdrängte Wirklichkeiten.
Die Lebenswelt der Deutschen oder Eine Epoche geht unwiderruflich
zu Ende,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.03.
- Kommentar:
Anlässlich der bevorstehenden Rede von Kanzler
SCHRÖDER haben in den Neue-Mitte-Zeitungen die Politikberater
Hochkonjunktur.
Kein Rezept ist alt
genug, um nicht noch einmal ausgebreitet zu werden. Meinhard MIEGEL
darf ebenfalls seine Lieblinssätze nochmals vorbringen:
"Der letzte Jahrgang,
der sich in der Zahl der Kinder ersetzte, war der Jahrgang 1892.
Seitdem ist jede Kindergeneration zahlenmäßig kleiner als ihre
Elterngeneration".
Was soll uns
das sagen?
Wir nehmen einmal wohlwollend an, dass die
Aussagen stimmen, wenngleich nichts dafür spricht (mit genügend
Wohlwollen findet sich für jeden verwendeten Begriff eine
Definition, die das gewünschte Ergebnis bringt ), aber viel dagegen
(da sind andere gefordert!).
Wir wissen nur, was
MIEGEL uns sagen will, nämlich dass das Aussterben der Deutschen
bereits vor über 100 Jahren begonnen hat und wir uns mittendrin im
Prozess befinden. Um diesen Prozess zu stoppen, hat MIEGEL seinen
Katalog mit Rezepten aus der 70er-Jahre-Mottenkiste mitgebracht.
Kluge Menschen
kommen jedoch ins Stutzen!
Warum ist die
Bevölkerung in Deutschland in den letzten Jahren permanent
gewachsen? Warum haben sich Wirtschaftskrisen und
Wirtschaftshochkonjunkturen abgewechselt? Warum soll sich unsere
Nachkriegsgesellschaft von den Vorkriegsgesellschaften
unterscheiden?
Es gibt nur
einen vernünftigen Schluss:
Demografie und moderner Sozialstaat haben weniger miteinander zu
tun, als MIEGEL behauptet und noch wichtiger: Geburtenrate und
Wirtschaftswachstum haben noch weniger miteinander zu tun, als
MIEGEL und neoliberale Ökonomen behaupten.
Wir danken Herrn MIEGEL für
diese Erkenntnis und können uns endlich den wesentlichen
Problemen zuwenden. Detlef GÜRTLER hat Herrn MIEGEL gründlich auf
den Kopf gestellt, denn das hat MIEGEL verdient!
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OCKENFELS, Wolfgang (2003): Gemeinwohl auf Abwegen.
Kirche und Staat können gemeinsam mehr erreichen. Kein Weg führt
daran vorbei: Es müssen Opfer gebracht werden. Die Deutschen sollten
schnell lernen, sich selber wieder mehr zuzumuten,
in: Rheinischer Merkur v. 13.03.
- Kommentar:
OCKENFELS lehrt nach Angaben des Merkur Christliche
Sozialwissenschaften in Trier. Die Deutschen sollen Opfer bringen?
Offenbar gehören die Eliten nicht zu den Deutschen! Die Aufgabe der
Eliten ist es, die Auswahl der Opferbringer zu treffen.
Christlich und neoliberal, das
passt immer besser zusammen:
"»Soziale Gerechtigkeit« wurde
immer mehr zu einer manipulativen Worthülse, die sich mit
»Sozialneid«, Gleichheitsideologie und Anspruchsdenken füllte.
Dadurch ist der Gedanke der Leistungs- und Tauschgerechtigkeit
völlig unter die Räder gekommen".
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JACOBI, Robert (2003): Ein neues Weltbild,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
- Kommentar:
Robert JACOBI
predigt von der Leitartikler-Kanzel seine neoliberale Botschaft vom
Sozialabbau. Ein Blick auf die Medienseite ist deshalb angebracht.
Dort ehrt
Roger WILLEMSEN in der Serie über große Journalisten Karl KRAUS:
"Nichts
war ihm verächtlicher als »Journalisten«, nichts unerträglicher als
die Verflechtung von Meinung und persönlichem Vorteil, nichts
schaler als eine »Pressefreiheit« für Meinungen, die keiner Freiheit
bedürfen. Anders gesagt: Er trat mit Konsequenz und Rigorosität
gegen Verhältnisse auf, die heute nicht einmal mehr beklagt werden.
(...).
Mit dem Ende des Idealismus, mit der Lohnabhängigkeit des
Journalisten im Dienst von Konzernen ist auch die Lust an der Moral
vergangen. Heute existiert weder echte Unabhängigkeit vom
Anzeigenteil, noch von den Aktivitäten von Konzernen, die sich
»wertkonservativ« nennen, aber in »Wertschöpfungsketten« denken.
Andere Dinge sind vorrangig: Erfolg, Image, Arbeitsplatz".
Es steht also alles in der SZ,
man muss nur zusammenbringen was zusammen gehört!
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DETTLING, Daniel (2003): Gemeinsinn reicht nicht.
Was Kanzler Schröder am 14. März der jungen Generation sagen
müsste,
in: Welt v. 12.03.
- Kommentar:
"Das deutsche
Modell ist das Projekt einer
skeptischen Generation. Aus Angst vor zu viel Dynamik und
Unsicherheit hat man Land und Unternehmen lahm gelegt mit Regeln,
Sicherungen und Politikverflechtung. Im Zeitalter von Globalisierung
und Individualisierung lassen sich Gerechtigkeit und Wachstum
dagegen oft nur durch produktive Ungleichheit und
schöpferische Zerstörung erreichen",
meint DETTLING Junior.
Wie der Vater,
so der Sohn!
Das Projekt der nächsten
Generation ist nichts anderes als das Projekt von Pappi's Generation
und der ist ein prominenter 68er - wenngleich auch von der CDU!
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DIEDERICHSEN, Diedrich (2003): Pop ist ein Absturz.
Teddy, der Inkommensurable (3): Theodor W. Adorno verachtete Jazz
und Popular Music. Dennoch nahm er als Musiksoziologe die Themen
aktueller Poptheorie vorweg. Aus zutreffenden Beschreibungen leitete
er allerdings fragwürdige Bewertungen ab,
in: TAZ v. 11.03.
- Kommentar:
Im Gegensatz zu
Stephan WACKWITZ
verbindet DIEDERICHSEN keine pubertäre Erfahrung mit der Lektüre von
ADORNO, sondern beschäftigt sich einerseits mit der aggressiven
Abneigung ADORNOs gegen Jazz und andererseits mit dessen Vorwegnahme
aktueller Poptheorie.
Für den Pop-Fan ist jedoch etwas
anderes interessanter:
"In den 50er- und 60er-Jahren waren natürlich die
deutschen Anhänger kritischer Theorie oft Jazzfans, und Mitstreiter
der Kritischen Theorie wie Herbert Marcuse begeisterten sich, in den
USA lebend, während der 60er für den ganzen Komplex aus
afroamerikanischer und jugendkultureller Musik als Soundtrack der
Befreiung. Man hört auch von Generationen begeisterter junger
kritischer Theoretiker, die immer neue Jazz-Entwicklungen und
schließlich sogar Hendrix-Platten in der Absicht, den Chef
umzustimmen, vergeblich in die Sprechstunde geschleppt haben sollen.
Aber ich denke, dass der reale musikalische Referent der Jazztheorie
eh nicht der Punkt ist: Adorno hatte ein ganz anderes Ideal einer
Musik als utopisches Potenzial. Anders als der Popfan, der seine
Ergriffenheit und das daraus abgeleitete ganz Andere in letzter
Instanz mit der kontingenten Tatsache begründen musste, dass man nun
mal Fan ist (in der Kindheit, Jugend, Sowieso-Krise plötzlich und
unerwartet von genau dieser und genau keiner anderen Musik ergriffen
wurde), wollte Adorno noch mit einer Objektivität musikalischen
Gehalts argumentieren (...).
Deswegen ahnte er aber auch so genau, dass man den neuen populären
Musiken nur beikommt, wenn man sie bei dem (...) Anspruch packt, der
sie in Konkurrenz zu seinem eigenen Modell setzt. (...). Deswegen
tappte er nicht in die nahe liegende Falle, der Popmusik einfach nur
unterkomplexe Kompositionen vorzuhalten, sondern bemühte sich
gleich, die Sozialcharaktere fertig zu machen. Anders als die
meisten Freunde und Feinde der Popmusik ahnt Adorno schon sehr früh,
dass Popmusik ein ganz anderes System ist als Musik".
Nebenbei bemerkt hat DIEDERICHSEN
zwei Tage zuvor im Tagesspiegel die Pop-Position der TAZ
kritisiert:
"sogar die »taz« macht sich, vor
allem durch ihren Schlagertheoretiker Feddersen, programmatisch
stark für den Grand Prix und unterstützte eine eigene Kandidatin.
Wenn das nur eine PR-Aktion gewesen wäre, wäre es mir egal gewesen,
aber leider gab es auch Grundsatzdebatten, die sich von der linken,
Subkultur-geleiteten Pop-Hegemonie verabschieden wollen, zugunsten
des geilen europäischen Massenpublikums. Das Argument war so
schlicht wie ideologisch: Die linke und subkulturelle Kritik an der
Massenunterhaltung erschöpfe sich darin, dem Mainstream seinen
Mainstream vorzuwerfen, brächte aber umgekehrt auch nur kulturelle
Grüppchen und Zirkel hervor".
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LÜHE, Marion (2003): Die Lügen der Vorstädte.
Lass uns noch einmal von vorne anfangen: "Zeiten des Aufruhrs",
Richard Yates Psychogramm einer amerikanischen Mittelschichtsehe,
erscheint nach dreißig Jahren in deutscher Übersetzung,
in: TAZ v. 11.03.
- Inhalt:
LÜHE lobt
Richard Yates' Roman "Zeiten des Aufruhrs":
In gestochen scharfen
Momentaufnahmen führt er die Tragik zweier Menschen vor, die ihre
Situation recht klar durchschauen und doch nicht die Kraft
aufbringen, sich aus diesem »Zustand totalen Selbstbetrugs« zu
befreien.
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TRITTIN, Jürgen (2003): Absage an die Neoliberalen.
Modernisieren mit linkem Anspruch: Die Alternative zur Abschaffung
des Sozialstaats ist seine Erneuerung - und nicht der Status Quo. Und
erneuern kann nur, wer das Thema Gerechtigkeit glaubwürdig besetzt.
Eine Wortmeldung vor Gerhard Schröders Regierungserklärung am 14.
März,
in: TAZ v. 11.03.
- Kommentar:
TRITTIN hat erkannt, dass das
Ausspielen von Generationengerechtigkeit gegen soziale Gerechtigkeit
(à la Gustav SEIBT) inzwischen - selbst der Dümmste im Lande -
durchschaut hat, also tritt er die rhetorische Kehrtwende an:
"Das Grundsatzprogramm der Grünen
stellt Gerechtigkeit und Selbstbestimmung nach vorne. Es geht dabei
aber von einem erweiterten und nicht von einem auf vermeintliche
Generationengerechtigkeit verengten Gerechtigkeitsbegriff aus.
Gerechtigkeit in diesem Sinne beinhaltet Gerechtigkeit in der
Verteilung - auch der Lasten, die eine Erneuerung mit sich bringt -
zwischen den Generationen und zwischen den Geschlechtern".
Die Wahlniederlagen und die damit erzwungene
Erkenntnis, dass selbst Wähler der Grünen
nicht nur Kinder, sondern
auch Eltern und damit Familie kennen, haben TRITTIN zum
Vorpreschen veranlasst.
Bislang war Jürgen TRITTIN vor allem als
gern gesehener Gast im
neoliberalen
Revoluzzer-Forum der FAZ bekannt.
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- HÖGE, Helmut (2003): Die richtige
Behandlung von Widersprüchen.
Wirtschaft als das Leben selbst,
in: junge
welt v. 11.03.
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Zu den News
vom 01. - 10. März 2003
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