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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 09. - 15. März 2004

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"Der »Morgen danach«, der Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht (...) ist eine Art mehrdeutiges Intervall, an dem die verschiedenen konstitutiven Elemente der Liebe ins Spiel kommen können. Die Leidenschaft des Vorabends ist zur Ruhe gekommen, die Atmosphäre ist ruhiger; zärtliche Sinnlichkeit kann das Verlangen jedoch wieder zum Erwachen bringen. Alles ist möglich am Morgen danach, es ist ein besonders inhaltsreicher und offener Augenblick. (...).
Die typischen Szenen (das Aufwachen, das Bett als Refugium, das Aufstehen, der Gang ins Badezimmer und das Frühstück) spielen sich innerhalb weniger Stunden ab und beschränken sich auf zwei oder drei Zimmer (das Schlafzimmer, das Badezimmer, die Essecke). (...).
Der Morgen danach ist (...) ein entscheidendes Ereignis, ein Ereignis, das heute in der Folge von Mikro-Abenteuern, die Auslöser für ein Leben zu zweit sind, das entscheidendste ist. In seiner scheinbaren Bedeutungslosigkeit (...) ist der Morgen danach alles andere als ein Nicht-Ereignis. Denn fortan entscheidet sich am Morgen danach die Zukunft des Paares."
(aus: Jean-Claude Kaufmann "Der Morgen danach", 2004, S.10ff.)

 
       
       
     
       
     
       
   
Anlässlich des Erscheinens des Buches Das Methusalem-Komplott des FAZ-Herausgebers Frank SCHIRRMACHER druckt der Spiegel einen Essay, der UNGEHEUERLICHES verbreitet. Sowohl im Negativen als auch im Positiven wird damit eine Debatte eröffnet, deren Horizonte weitreichend sein werden.

Nachdem im Jahr 2002 die Novemberrevolution fehlgeschlagen ist und uns Rot-Grün immer noch regiert, greift der gescheiterte Putschist nun erneut nach der kulturellen Hegemonie in Deutschland. Diesmal möchte er sich gleich mindestens bis zum Jahr 2050 die Deutungshoheit sichern. Der Essay gibt einen Vorgeschmack auf das demagogische Denken von SCHIRRMACHER. Mit sicherem Instinkt für deutsche Gefühlslagen, hat SCHIRRMACHER das Gelände zukünftiger Debatten dreist vermint. Wer sich mit der Thematik bisher nicht intensiv beschäftigt hat - und das sind die Wenigsten - wird sicher die eine oder andere Tretmine auslösen. Der naive Leser wird das von SCHIRRMACHER Vorgetragene möglicherweise ganz vernünftig finden, denn unsere Mitte-Eliten haben ganze Arbeit geleistet.

Seit gut 3 Jahren (alles fein säuberlich auf single-generation.de und single-dasein.de dokumentiert) wird uns Nicht-Eliten tagein tagaus das
Verweissystem des demografischen Wandels eingehämmert.
 Würde uns jemand mitten in der Nacht wecken und uns danach fragen, dann würden wir gedankenlos antworten: Vergreisung - zu wenige Kinder - wir dürfen uns auf den Sozialstaat nicht mehr verlassen, sondern müssen selber vorsorgen. Als Poppen für die Rente hat das jemand scheinbar konsequent auf den Punkt gebracht.

Der Essay leistet zwei zentrale Aufgaben: zum einen stiftet er eine deutsche Eliten-Identität und zum zweiten befeuert er die europäische Angstgesellschaft. Beides sind der Stoff, aus dem heutzutage Bestseller gemacht werden. Im Gegensatz zu Florian ILLIES beschränkt sich SCHIRRMACHER nicht allein auf die Altersgruppe der Generation Golf, sondern zielt -  wie bereits Martin SCHACHT - auf die "ewige Zielgruppe" der heute 30 - 49Jährigen. Nach dem Motto "Masse = Kaufkraft = Macht" bastelt SCHIRRMACHER den bislang nur noch als verlorener Generation bekannten Altersgruppen einen goldenen Notausgang. Dieses Katz-und-Maus-Spiel gelingt am ehesten in Situationen der Panik, in denen man immer die einzige offene Tür wählt - selbst wenn sie in den Abgrund führt! Nach dieser - notwendig - weit schweifenden Einleitung, sollen nun zumindest ein paar konkretere Details angesprochen werden.

Mit nichts weniger als dem "Trauma eines rapide alternden Landes" befasst sich unser selbsternannter Vordenker:

"Manches spricht heute dafür, dass jene demografischen Veränderungen, die 2014 zweifellos schon für jedermann mit Händen zu greifen sein werden, das 20. Jahrhundert beerdigen werden."

Dieser Satz entfaltet seine Sprengkraft nur im Zusammenhang mit dem perfiden Vergleich. SCHIRRMACHER beruft sich nicht auf eine soziale Innovation, sondern - das Wort "beerdigen" signalisiert es bereits - er vergleicht die Situation mit dem Beginn des 1. Weltkrieges. Wir dürfen uns also als eine Art "Generation Stahlgewitter" 2. Update fühlen! Hätte sich SCHIRRMACHER nur mit den Folgen der verlängerten Lebenserwartung befasst, single-generation.de wäre ganz einverstanden gewesen, denn vor kurzem wurde an dieser Stelle "nichts anderes als eine kopernikanische Wende" der Politik im Umgang mit dem Alter gefordert. Das tut SCHIRRMACHER ebenfalls. Er prangert die Altersdiskriminierung ( neudeutsch: "Ageism") an. Schließlich wird er ja ebenfalls zu diesen "neuen Alten" gehören!

SCHIRRMACHER begnügt sich jedoch nicht mit diesem Aspekt, dessen Ausführungen man gerne gelauscht hätte, nein, SCHIRRMACHER geht es primär um das, was Wissenschaftler neuerdings als "Unterjüngung" bezeichnen. Dieser Terminus beinhaltet eine implizite Schuldzuweisung, die eigentlich eine Kernzielgruppe von SCHIRRMACHER, nämlich die Generation Golf, attackiert. Das passiert so nonchalant nebenbei, dass es im Strahlen der Nebelkerzen nahezu untergeht:

"Unsere Gesellschaft wird aus zwei Richtungen untergraben: Zum einen sind die Menschen, um die es mir geht, alle schon geboren (...). Zum anderen wurden die Jungen, die wir für die Zukunft benötigen, niemals geboren."

SCHIRRMACHER betet hier die Parolen des nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftlers Herwig BIRG und seiner Linientreuen in den Statistikverwaltungen nach.  Am 7. März hat die greisenhafte Süddeutsche Zeitung ( meist mit der Verbreitung von Niedergangsszenarien beschäftigt) die Vorwürfe von Gerd BOSBACH mit den gleichen Argumenten zu entkräften versucht. Angeblich sind die neuesten Prognosen ja immer die Genauesten. Ist  immer irgendwie richtig! Eigentlich ist die SZ nicht mehr im Netz zu lesen, aber der Versuch BOSBACH zu entkräften, wurde von der neoliberalen Elite extra ins Netz gestellt. Die Bevölkerungsvorausberechnung vom Juni 2003 diente einzig dem Zweck, die Agenda 2010-Reformen ungestörter durchzusetzen. Und der Zweck heiligte dabei gewaltig die demagogischen Mittel! Man erinnere sich. Gravierendste Neuerung: eine enorme Zunahme der Lebenserwartung, die bislang in Vorausberechnungen zu niedrig angesetzt worden ist.

Was aber wirklich dreist war, das war die Beibehaltung einer Geburtenrate von 1,4 für die nächsten Jahrzehnte! Und genau das ist der Knackpunkt, der das Machwerk der Bevölkerungsvorausberechnung zu Fall bringen wird. Wir können uns noch genau an die letzte Präsidentschaftswahl in den USA erinnern. BUSH wurde nur Präsident, weil mit einem vorsintflutlichen Wahlverfahren gearbeitet wurde. Wir Deutschen haben uns über die "High-Tech"-US-Nation mit ihrer Low-Tech-Ausstattung lustig gemacht. Unser eigenes statistisches Waterloo steht uns dagegen noch bevor. Unsere Bevölkerungsstatistik basiert auf den Normen der 1950er Jahre-Gesellschaft. Eine korrekte Erfassung setzt ein Golden Age of Marriage voraus! Die lebenslange Ehe ist notwendig, damit Geburten korrekt einer Frau zugeordnet werden können. NULL voreheliche Geburten! NULL Scheidungen! NULL Wiederverheiratungen! Ist das gegeben, dann kann das Ausmaß der lebenslangen Kinderlosigkeit korrekt gemessen werden. Bereits Anfang der 1980er Jahre wies die Bevölkerungswissenschaftlerin Charlotte HÖHN auf diesen Missstand hin. Bis heute basiert die amtliche Statistik auf den 1950er Jahre Normen. Dies störte bislang niemand. NIEMAND! Die Mehrzahl profitierte auf irgendeine Weise von diesem skandalösen Zustand! Die Aufdeckung dieser Misere könnte dazu führen, dass das beliebte Schlagwort von der "Single-Gesellschaft" völlig absurdum geführt würde. Viele Minderheiten - wie z.B. zusammenlebende Paare mit Kind(ern), die sich aufgrund eines Alleinerziehenden-Status Vorteile verschafften, haben es sich in ihrer "Indivualisierungs-Nische" bequem gemacht. Der eine Lebenspartner firmierte als Single-Haushalt, der andere als Alleinerziehenden-Haushalt. Zwei-Haushalte - eine Familie! Wundersame Explosion der Single-Zahlen! Sozusagen ein familienpolitisch nutzbares Perpetuum Mobile!

Der Knüller kommt jedoch noch! Der Bevölkerungswissenschaftler Gert HULLEN hat anhand einer sozialwissenschaftlichen Erhebung erstmalig nachgewiesen, dass von den in den 1960er Jahren geborenen Frauen nur 14 % lebenslang kinderlos geblieben sind! In der öffentlichen Debatte schwanken dagegen die Zahlen von über 20 % bis zu über 30 % (1965 Geborene). Die angebliche Gebärfaulheit ist auf gravierende Messfehler der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung zurückzuführen. Dies wird sich nicht mehr lange geheim halten lassen. Der Mohr (also die Bevölkerungsvorausberechnung vom Juni 2003) hat inzwischen jedoch seinen Dienst getan und eine Aufdeckung dieses Skandals wird die Reformen nicht mehr rückgängig machen. Unsere Elite hat uns getäuscht. Sie wird uns sagen, dass es nur zu unserem Besten war. Sie wird verschweigen, dass es vor allem ihr Bestes war!

Während die Anschuldigungen von BOSBACH halbherzig waren, ist die Kritik von single-generation.de nicht zu entkräften. Die Geburtenrate der jüngeren Kohorten werden zu pessimistisch eingeschätzt. Das ist FAKT! Die Surveydaten mögen nicht exakt sein, weil die Datenbasis nicht genau der Bevölkerungsstruktur entspricht. Die Verzerrrung ist jedoch nicht so hoch, dass die Ergebnisse von HULLEN gänzlich angezweifelt werden könnten. Es mag um einige Prozentpunkte gehen, aber die Tendenz ist eindeutig: die in den 60er Jahren geborenen Frauen sind nicht so gebärfaul wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Die Konsequenz ist: der demografische Wandel wird - aufgrund der niedrigeren "Unterjüngung" nicht so dramatisch ausfallen wie unsere Sozialpopulisten behaupten. Über die Geburtenrate der jüngeren Frauen lässt sich noch nicht viel sagen. Nur eines ist gewiss: Die Berechnungsgrundlage von Bevölkerungsvorausberechnungen müsste GRUNDLEGEND revidiert werden. Andere europäische Länder sind da weiter. International renommierte Demografen haben darauf hingewiesen. In der Mitte-Presse gab es darauf jedoch kein Echo. Einzig Detlef GÜRTLER hat auf eigene Faust Berechnungen angestellt. HULLENs Ergebnisse bestätigen GÜRTLERs Kritik an der Bevölkerungsvorausberechnung. Die einstmals alternative taz lehnte dagegen sogar einen Leserbrief von single-generation.de mit einer ziemlich fadenscheinigen Begründung ab. Die Mitte-Elite hat nun erfolgreich den Ausstieg aus dem Umlagesystem der Sozialversicherung eingeleitet. Der Skandal ist jetzt nur noch von historischem Interesse, aber er könnte langfristig die Glaubwürdigkeit der selbstgefälligen Eliten erschüttern. Der Machtzerfall eines überlebten Regimes fängt gewöhnlich an der Peripherie an! SCHIRRMACHERs Pamphlet steht und fällt aber mit der Richtigkeit der Datenbasis, die alles andere als gegeben ist.

Die Ausweitung der Kampfzone und die Rolle der islamistischen 68er.
 
       
     
       
     
       
   
  • TIGGES, Claus (2004): Eine kleine Ökonomie des Kinderkriegens.
    Von Söhnen, Hochzeiten und Scheidungen. Und warum sich Volkswirte damit beschäftigen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.03.

In der Soziologie besagt das so genannte Thomas-Theorem, dass Menschen so handeln, wie sie eine Situation sehen, ohne dass sie auch so sein müßte. Das trifft genau das Problem, um das es hier geht. Volkswirte sehen die Welt durch ihre ökonomischen Kategorien. Und man wundert sich kaum, dass wo man Ökonomie rein steckt auch wieder Ökonomie rauskommt. Da sich der Artikel auf der Wirtschaftsseite befindet, wird hier der familienökonomische Ansatz von Gary BECKER behandelt. Kinder werden als "Nutzen", "Kosten" oder in Kategorien von Angebot und Nachfrage beschrieben. Der Sozialstaat ist in dieser Buchhalter-Perspektive - niemand wird es wundern - eher hinderlich.
 
       
   
  • ECO, Umberto (2004): Die populistische Bedrohung der Demokratie.
    Wie sich der Konservative vom Reaktionär und Faschisten unterscheiden muss,
    in: Welt am Sonntag v. 14.03.

"Der Reaktionär ist der Meinung, dass es antikes Wissen und ein traditionelles Modell sozialer und moralischer Ordnung gibt, zu dem man um jeden Preis zurückkehren muss. Er stellt sich gegen alle so genannten Errungenschaften des Fortschrittes von den liberal-demokratischen Ideen bis zur Technologie und der modernen Wissenschaft. Der Reaktionär ist somit kein Konservativer, sondern eher ein rückwärtsgerichteter Revolutionär",

doziert Umberto ECO. Der sich als "neuer Reaktionär" missverstanden gefühlte Michel HOUELLEBECQ hat das einfacher gesagt: "Wurzel allen Konservatismus ist die geistige Faulheit."

 
       
     
       
     
       
   
  • ROLL, Evelyn (2004): Im Grab mit der Großtante.
    Johannes Rau und Rudi Dutschke trafen sich nur einmal - das hatte Folgen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.

 
       
   
  • Ein Jahr Agenda 2010-Regierungserklärung

    • JACOBI, Robert (2004): Der Katalog der Grausamkeiten...
      ... und was inzwischen daraus geworden ist: Bei welchen Themen sich der Bundeskanzler durchsetzte - und bei welchen nicht,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.

 
       
   
  • RUBNER, Jeanne (2004): Mehr als Klötzchen.
    Der Familienforscher Wassilios Fthenakis fordert ein Bildungsprogramm für Kleinkinder,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.

 
       
   
  • RAPP, Tobias (2004): Strategische Dummheit.
    Der wirklich allerletzte Beweis für das ultimative Ende der Poplinken: Mieze und ihre Band Mia besingen auf ihrem neuen Album "Stille Post" vor allem Gefühle, die einen in ihrer vollen politischen Naivität aber mit einer gewissen Wahrhaftigkeit anlachen,
    in: TAZ v. 13.03.

 
       
   
  • NEUE ZÜRCHER ZEITUNG-Zeitzeichen: Geburtenkontrolle

    • HE. (2004): Familienplanung anders,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.

Fälschlicherweise wird der Geburtenrückgang im Deutschland der 1960er Jahre immer noch gerne als "Pillenknick" bezeichnet. Tatsächlich ist jedoch Geburtenkontrolle so alt wie die Menschheit, nur die Formen haben sich geändert. Frühere Generationen griffen zur Kindestötung oder -aussetzung, um die Familiengröße anzupassen. Die Erfindung der Pille kann unter diesem Gesichtspunkt als Humanisierung der Familienplanung verstanden werden. 
  • SCHIEFENHÖVEL, Wulf (2004): Fertilität zwischen Biologie und Kultur.
    Traditionale Geburtenkontrolle in Neuguinea,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.

  • TUOR-KURTH, Christina (2004): Familienplanung contra Schutz des menschlichen Lebens.
    Kindesaussetzung in den antiken Gesellschaften des Mittelmeerraums,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.

 
       
     
       
   

Die Rentenreform in der Debatte

WORATSCHKA, Rainer (2004): Minus nach Maß.
Die Veränderungen und die Ziele der Rentenreform im Überblick,
in: Tagesspiegel v. 12.03.

DOEMENS, Karl (2004): Mutige Reform,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.03.

 
       
   
  • KREBS, Angelika (2004): Gleichheit oder Menschenwürde?
    SPD am Scheideweg. Überlegungen zu einer neuen Philosophie sozialer Gerechtigkeit,
    in: Freitag Nr.12 v. 12.03.

 
       
   
  • WILDENHAIN, Michael (2004): Go West(Berlin).
    Nicht nur Ostberlin ist verschwunden. Impressionen von einer verlorenen Heimat,
    in: Freitag Nr.12 v. 12.03.

 
       
   
  • Peter Richter - Blühende Landschaften

    • ENKE, Julia (2004): Der geplünderte Osten.
      Was sind das für Menschen? Peter Richters erstaunliche Heimatkunde "Blühende Landschaften",
      in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.

 
       
   
  • BINDER, Christiane (2004): Triebwerke.
    Wie angelt sich Frau ihren Traummann? Wie regelt sie den Beischlaf ohne Einbusse von Lebensqualität? Beziehungsratgeber sorgen für hohe Auflagen und Lachsalven,
    in: Facts Nr.11 v. 11.03.

Christiane BINDER befasst sich kritisch mit der Ratgeberliteratur zu Beziehungsfragen, der Suche nach dem Partner fürs Leben und Büchern mit Sextipps für ein erfülltes Leben. Da die meisten Ratgeber flott und locker geschrieben sind, kommt die Kritik an ihnen im gleichen ätzenden Schreibstil daher. Wer sich gerne an der Dummheit der Leser von Ratgeberbüchern ergötzt, der wird von BINDER gut bedient. Warum sich aber selbst hoch qualifizierte Menschen bisweilen an Medien vermittelten Rolemodels orientieren und welche Funktion die Abgrenzung zur gewöhnlichen Ratgeberliteratur für das eigene Ego besitzt, darüber erfährt der Leser nichts. BINDER steht dem Phänomen der postfeministischen Frau offensichtlich ratlos gegenüber, weswegen eine Analyse des Booms unterbleibt und der Humor zur letzten Heimstatt wird. Dagegen hat der Schriftsteller Norbert KRON einen Zusammenhang zwischen dem Neoliberalismus und dem modernen "Feuersteinfeminismus" hergestellt. 
 
       
   
  • Thema des Tages: Wahlalternative

Wählerpotenzial sucht Partei, so könnte man das Problem beschreiben. Nachdem sich das SPD-Mitgliederbegehren im Frühjahr 2003 als Rohrkrepierer erwiesen hat, ist jede Hoffnung auf eine erneuerungsfähige SPD-Linke illusorisch. Keiner wird SCHRÖDER stürzen. Die Opposition übertrifft sich im neoliberalen Konkurrenzkampf um den stärksten Abbau des Sozialstaats. Nur eine neue Partei vermag dies zu verhindern. Ob die Wahlalternative eine wirkliche Alternative sein kann, das muss sich jedoch noch zeigen.

In einem Essay hat kürzlich Stephan LESSENICH deutlich gemacht, wie Reformstaurhetorik und Sozialabbau in Deutschland Hand in Hand gehen. Das Schlagwort vom demografischen Wandel wird dazu missbraucht, den 68ern den Vorteil eines "Vollkaskosozialstaats" zu sichern, während den nachfolgenden Generationen jegliche annehmbaren Wahlmöglichkeiten zwischen staatlicher oder privater Vorsorge genommen werden soll. Während die 68er also noch die Verheißungen der Individualisierung in vollen Zügen genießen werden, bleibt den Nach-68ern nur noch der Individualisierungszwang. Die Chancen in diesem sozialdarwinistischen Kampf werden jedoch äußerst ungleich verteilt sein.

Die Hardliner der Sozialstaatsgegner sind entweder 68er oder gehören zu den Topverdienern bzw. zur Erbenelite der jüngeren Kohorten. Deren goldene Ära hat Martin SCHACHT als "ewige Zielgruppe" beschrieben.

  • VESTRING, Bettina (2004): Planspiele für eine neue, linke Protestpartei.
    Noch fehlt den Initiatoren fast alles, was einer Partei zum Erfolg verhilft. Nur das Wählerpotenzial ist schon da,
    in: Berliner Zeitung v. 11.03.

  • STAUD, Toralf (2004): Die Augen - links!
    Gewerkschafter planen eine eigene Protestpartei,
    in: Die ZEIT Nr.12 v. 11.03.

 
       
   
  • Thema des Tages: Rentenreform

Der Neoliberalismus der Mittelschicht-Eliten kann heute seinen größten Erfolg verbuchen. Zukünftige Generationen werden nicht mehr das Rentenniveau heutiger Rentner erreichen können, denn nicht die heutigen Älteren werden hauptsächlich von den nun beschlossenen Reformen betroffen sein, sondern die Nach-68er. Das Schlagwort vom  demografischen Wandel ist erfolgreich in den Köpfen der Nicht-Eliten etabliert worden. Daran ändert auch nichts ein halbherziger Vorstoß von Gerd BOSBACH - zu spät und ohne mediale Verstärkung. Das Argument von der angeblich zu niedrigen Geburtenrate der jüngeren Kohorten ist nicht entkräftet worden, obwohl mittlerweile ernstzunehmende Einwände gegen die Berechnungen der deutschen Bevölkerungswissenschaftler vorliegen. Elternlose, Nicht-Erben und Geringverdiener werden von diesen Reformen existenziell betroffen werden.
 
       
   

FRANKFURTER RUNDSCHAU-Tagesthema: Die langfristige Rentenreform

SIEVERS, Markus (2004): Die nächste Reform ist schon in Sicht.
Es wird viele Gewinner und einige Verlierer geben, wenn die Besteuerung der Altersbezüge neu geregelt wird,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.03.

Markus SIEVERS berichtet über das geplante Alterseinkünfte gesetzt, mit denen vor allem gut verdienende Ruheständler zur Kasse gebeten werden:

"Wer zusätzlich zur gesetzlichen eine betriebliche Rente erhält, wird künftig einen (größeren) Teil seiner Bezüge ans Finanzamt abdrücken müssen."

Die Änderungen sollen ab 2005 an gelten. Dafür sollen dann schrittweise bis 2025 die Beiträge von der Steuerpflicht bis zu einer Höchstgrenze von 20.000 Euro befreit werden 

DOEMENS, Karl (2004): Generation Sandwich.
Die nächste Rentner-Wutwelle wird nicht lange auf sich warten lassen. Doch wirklich gekniffen sind nicht die Senioren, sondern die "Sandwich-Generation". Sie erhält im Alter ein Fünftel weniger,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.03.

 
       
     
       
   
  • NOLTE, Paul (2004): Die große Rolle rückwärts.
    Angela Merkel Superstar? CDU-Chefin will mit einem gemeinsamen Kandidaten ein Signal für die Einheit des "bürgerlichen Lagers" setzen. Aber gibt ges diese Eintracht wirklich?
    in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 11.03.

 
       
     
       
     
       
   
Während jammernde Journalisten die Generation Golf noch zur verlorenen Generation erklären, ist Martin SCHACHT bereits einen Schritt weiter. Er sieht in der Generation Golf die "ewige Zielgruppe". Die geburtenstarken Kohorten der derzeit noch 30- 49-Jährigen wird die Richtung der zukünftigen Gesellschaft bestimmen. Also aufhören zu jammern!
 
       
   
  • ROTTENBERG, Thomas (2004): Abschied vom Generationenvertrag.
    Daran, einmal eine Pension zu bekommen, glaubt kaum ein Jugendlicher. Politik und Kirche sind im Leben der unter 30-Jährigen praktisch irrelevant: Eine aktuelle Studie bestätigt, dass der Trend hin zur "Selbstsozialisation" und weg von den etablierten Institutionen weiter anhält,
    in: Der Standard v. 10.03.

    • Thomas ROTTENBERG berichtet über die "Timescout"-Studie des österreichischen Trendforschers Bernhard HEINZLMAIER.
 
       
   
Bestandsschutz für die 68er-Generation und hohe Sonderbeiträge für Kinderlose und die nachfolgenden Generationen? Nein!
 
       
   
  • MORTSIEFER, Henrik (2004): Reiche sind glücklich - aber selten zu Hause.
    Sozialministerin Schmidt gab eine Studie über Reichtum in Deutschland in Auftrag. Dabei kam heraus: Geld macht doch glücklich,
    in: TAZ v. 09.03.

Jürgen BORCHERT, eine Art vermeintlicher Robin Hood der armen Kinderreichen, tingelt tagein tagaus unermüdlich durch die Republik und predigt, dass Kinderreichtum finanzielle Armut bedeute und das Single-Dasein mit hohen Einkommen verbunden sei. Dieses Märchen widerlegt nun eine neue repräsentative Studie:

"Die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gelieferten repräsentativen Ergebnisse förderten nun Erstaunliches zu Tage: (...). Die von den Berliner Wissenschaftlern als »Hocheinkommensbezieher« definierten Deutschen sind nämlich »überdurchschnittlich zufrieden mit ihrer Wohnung und ihrem Lebensstandard«, sie leben in der Regel gesünder und mehrheitlich in »verheirateten Paarhaushalten«, sie zeugen mehr Kinder als weniger Begüterte, und zu Hause steht in neun von zehn Fällen ein Personal Computer, der in fast 80 Prozent der Haushalte von einer Putzfrau entstaubt wird."

Jürgen BORCHERT ist also in erster Linie ein Verfechter der Interessen von Topverdienern. Genauso wie unter Kinderlosen gibt es unter den Kinderreichen Geringverdiener und Topverdiener. Im Gegensatz zu den Sozialpopulisten berücksichtigen Kinderpolitiker wie Christoph BUTTERWEGGE die soziale Ungleichheit, die quer zur Lebensform verläuft. 

 
       
   

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Zu den News vom 01. - 08. März  2004

 
       
   
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