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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 04. März 2006

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Frauen, die einsam sind, haben in der Wahrnehmung der Außenwelt »keinen abbekommen«. Außer sie sehen aus wie Cameron Diaz, lachen wie Penélope Cruz und haben einen Körper wie Helena Christensen. Einsame Frauen haben ein massives Imageproblem. Während Männer sich als »einsame Wölfe« in ihrer Selbstversunkenheit suhlen und stilisieren dürfen (...), müssen Frauen noch sehr häufig defensiv auftreten. Die selbstbewußte Singlefrau ohne tristen feministischen Überbau und verhärmte Jungfern-Ideologie wurde Anfang des 21. Jahrhunderts erst durch TV-Serien wie »Sex and the City« salonfähig. Die einsame Frau wurde sexy und aufregend, für Männer jeden Alters Herausforderung wie Verlockung. Und dennoch scheint sich dies noch nicht herumgesprochen zu haben.
          
In Deutschland haben einsame Frauen noch das größte Emanzipationspotential. Insofern kann man dieses Buch auch als feministisches lesen. Über Jahrhunderte waren einsame Frauen als Hexen oder alte Jungfern Außenseiter. Im Laufe der Emanzipation des 20. Jahrhunderts hat sich das langsam geändert, aber erst jetzt werden Frauen, die zu ihrer Einsamkeit stehen, selbstverständlich.
          
(...).
          
Der einsame Mann mißversteht sich als Held und verkennt, daß er in einer auf Familie und Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaft ein Mängelwesen ist. Gleichzeitig fungiert er in bürgerlichen Gesellschaften als Leitbild eines konsequenten Individualismus: Sein Freiheitsdrang schreckt auch vor den Härten absolut verstandener Bindungslosigkeit nicht zurück. Aber souverän und nicht pathologisch ist das Einsam-sein-Können nur, wenn ihm gleichwertig das Mit-anderen-sein-Können gegenübersteht."
(aus: Ulf Poschardt "Einsamkeit", 2006, S.48f. & 74f.)

 
 
 
   
  • Family-Gentrification in Hamburg

    • TIEDEMANN, Axel (2006): Im Stadtkern steigt Zahl der Haushalte mit Kinder.
      Geburten: Trendwende in Hamburger Szenevierteln. Ob in Eimsbüttel, Altona oder Eppendorf - überall entstehen private Kitas, Cafés für junge Mütter und sogar ein Kinder-Hotel,
      in: Hamburger Abendblatt v. 04.03.
      • Kommentar:
        Es ist ziemlich genau 1 Jahr her, dass Frank "Panik" SCHIRRMACHER uns einen Deutschland-Thriller versprach und eine Studie vorstellte, über die Joachim NAWROCKI im Jahr 1979 in der Zeit berichtete.

                  
        Diese sollte angeblich exakt das wieder spiegeln, was heute geschehe. 1979 schrieb NAWROCKI über die Entwicklung von Hamburg:
                  
        "Die Bevölkerungszahl von Hamburg wird voraussichtlich von 1,9 Millionen Einwohnern bis 1990 auf 1,4 Millionen schrumpfen."
                  
        Tatsächlich lebten 1 652 363 Menschen 1990 in Hamburg. Im Jahr 2000 waren es bereits 1 715 392. Inzwischen sind es fast 1,74 Millionen.
                  
        Unseren Bevölkerungsforschern fehlt jegliche Vorstellung darüber, was Menschen bewegt. Deshalb schreiben sie einfach nur theorielos Trends in die Zukunft weiter. Das kann ziemlich daneben gehen, wie Hamburg beweist.
                  
        Die Stadtforscherin Monika ALISCH hat im Gegensatz zur 68er-Stadtforschung, der auch Dieter LÄPPLE, Jahrgang 1941 angehört, das Phänomen der städtischen Familie der Generation Golf bereits im Jahr 1993 in ihrem Buch "Frauen und Gentrification" vorausgesehen.
                  
        Nur ewig gestrige 68er wie LÄPPLE schwadronieren deshalb nun von einer "neuen Gegenkultur in einer Gesellschaft der Kinderlosigkeit". Das ist typisch bornierter 68er-Jargon.
                  
        Es wird Zeit für einen Generationenwechsel in der Stadtforschung. Die Bibliografie von single-dasein.de zeigt die Normativität dieser 68er-Gentrificationsforschung auf.  
    • TIEDEMANN, Axel (2006): Die neue Lust auf Familie.
      Privatinitiativen: Pfiffige Ideen erleichtern Müttern und Vätern das Leben mit Kindern. Neue Hotels, Kinderwagen-Kinos, private Betreuungsangebote und spezielle Restaurants für Eltern mit Kindern,
      in: Hamburger Abendblatt v. 04.03.
    • SCHNEIDER, Renate (2006): Kinder bedeuten vor allem Freude.
      Mehr Nachwuchs in Hamburg,
      in: Hamburger Abendblatt v. 04.03.
 
   
  • WINKELMANN, Ulrike (2006): Bevölkerungsdämmerung.
    Der Sozialstaat ist übrigens schuld am Geburtenrückgang: Herwig Birg malt ein düsteres Bild der deutschen Gesellschaft - "Die ausgefallene Generation",
    in: TAZ v. 04.03.
    • Kommentar:
      Ulrike WINKELMANN liefert eine überaus wohlwollende Besprechung des grauenhaften Pamphlets "Die ausgefallene Generation" von Herwig BIRG. Ist Herr BIRG Gott persönlich, dass alle beide Augen zudrücken?

                
      Gerne zitiert Herr BIRG neue Bücher, damit der Leser nicht merkt, dass die präsentierten Zahlen wesentlich älter sind.
                
      So verweist BIRG auf S.36 seines Pamphlets bei den 1,5 Lebendgeborenen für den Jahrgang 1965 auf sein Buch "Die demographische Zeitenwende". Er gibt dazu die neueste Ausgabe aus dem Jahr 2005 an. Die selben Zahlen finden sich jedoch bereits in der Originalausgabe aus dem Jahr 2001. Hat Herr BIRG solche Praktiken nötig?
                
      Um seinen veralteten Zahlen noch einen Heiligenschein zu verpassen, schreibt er folgendes:
                
      "Die Zahl für den zuletzt aufgeführten Geburtsjahrgang von 1965 wurde zu einem Zeitpunkt ermittelt, als die Frauen das Ende des gebärfähigen Alters noch nicht ganz erreicht hatten. Da aber beispielsweise nach dem Alter 35 nur noch 15 % oder weniger der gesamten Nachkommen eines  Jahrgangs geboren werden, läßt sich die insgesamt zu erwartende Kinderzahl bereits zuverlässig vorausberechnen, bevor der Jahrgang das Intervall von 15 bis 45 ganz durchlaufen hat." So etwas nennt sich Persilschein!
                
      Als BIRG die Daten berechnete, war der Jahrgang 1965 höchstens 35 Jahre alt gewesen (das ist jetzt äußerst wohlwollend gerechnet). Warum verschweigt Herr BIRG das? Warum nennt BIRG nicht seine Quellen? Wo ist denn eigentlich das superschlaue Nachrichtenmagazin, das sonst gerne jeden Skandal aufdeckt?
                
      Im Statistischen Monatsheft Baden-Württemberg 11/2005 schreibt SALETH, dass im Jahr 2003 sage und schreibe bereits 19 % der Mütter 35 oder älter waren. Das sind bereits 4 % mehr als BIRG in seinem Pamphlet angibt.
                
      DAS soll GUT GERECHNETES MATERIAL sein, Frau WINKELMANN?
                
      Jeder der willens wäre, könnte diese miesen Tricks aufdecken. Aber welcher Besserverdienende sollte das wollen? Etwa unsere hoch bezahlten JournalistInnen von der Qualitätspresse?         
                
      Die Taktik ist offensichtlich: es wird auf Zeit gespielt, um singlefeindliche Reformen durchzusetzen.
                
      Erst im Dezember - also nach der Verabschiedung des Elterngelds - plant der Verlag für Sozialwissenschaften die Veröffentlichung eines Buch mit dem Arbeitstitel "Kinderlosigkeit in Deutschland". Der Klappentext verheißt:
                
      "Trotz der offensichtlichen sozialpolitischen Relevanz und großen medialen Aufmerksamkeit des Phänomens Kinderlosigkeit sind das Ausmaß, die Ursachen und die Konsequenzen der Kinderlosigkeit in Deutschland bislang unzureichend untersucht worden, mit der Folge, dass in öffentlichen Debatten eine unkritische Verwendung irreführender, wenn nicht falscher Angaben über Kinderlosigkeit vorherrscht. Das Ziel des Bandes besteht vor diesem Hintergrund darin, das Phänomen der Kinderlosigkeit in Deutschland analytisch differenziert zu durchdringen und belastbare Daten und Ergebnisse über das Ausmaß und die Struktur, die Ursachen und Folgen von Kinderlosigkeit zu präsentieren."
                
      Single-dasein.de weist bereits seit dem Jahr 2001 nach, wie Familienfundamentalisten das Ausmaß der lebenslangen Kinderlosigkeit bewusst übertreiben.
                
      Da lebenslang Kinderlose eine Minderheit sind (ca. 20 % in den jüngeren Frauenjahrgängen), ist mit Widerstand nicht zu rechnen. Dies gilt umso mehr, je mehr Spätgebärende es gibt. Auch über 40jährige kinderlose Frauen können sich noch als potenzielle Mütter fühlen.
                
      Dieses Land kann also gut mit seiner Lebenslüge leben, dass an der niedrigen Geburtenrate in erster Linie die lebenslang Kinderlosen schuld sind, wie das Familienfundamentalisten gerne behaupten, obwohl sie jeglichen Beleg dafür schuldig bleiben müssen.
                
      Es sollte jedoch zu denken geben, dass Mitte der 50er Jahre die Angst vor dem Aussterben der Deutschen genauso groß war wie zur Zeit. Auch damals ging es um die Durchsetzung einer Bevölkerungspolitik.
                
      Im Dritten Reich hatte Wilhelm HARTNACKE in seinem Buch "Die Ungeborenen" vorgerechnet, dass ein Baby-Boom in den 60er Jahren völlig unmöglich sei, weil es bereits in den 20er/30er Jahren eine ausgefallene Generation gab.
                
      "Möglicherweise ist Birgs »Bevölkerungsdämmerung« doch eher seine persönliche Professorendämmerung", orakelt WINKELMANN am Schluss der Besprechung. Für Kinderlose kann das KEIN Trost sein!
 
     
   
  • SZ-THEMA: Teenager-Schwangerschaften

 
   
  • PEITZ, Dirk (2006): Abmarsch!
    Wird viel bleiben vom jungen Pop deutscher Sprache? Nein, er hat es sich zu gemütlich gemacht,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.03.
    • Kommentar:
      PEITZ erzählt noch einmal die Story von der Popliteratur und der Hamburger Schule. Nur um Tomte, dieser neuen deutschen Gemütlichkeit, eine Absage zu erteilen.

                
      Das hatte Joachim HENTSCHEL im Rolling Stone bereits vorgeschrieben: "wenn ich die Zeichen am Himmel richtig deute, dann ist bald mal wieder Zeit für so etwas wie Punk. An diesem blutigen Abend wirst auch du nicht auf der Gästeliste stehen, mein Freund!"
                
      Aber was hat PEITZ als Alternative zu bieten? Sven REGENER und die Sterne, die es in der aktuellen Spex auf den Titel gebracht haben, und für die im Intro eine Empfehlung ausgesprochen wurde. Also typischer Mainstream-Indie-Pop, der sich "weitgehend auf das studentische Milieu der mehr oder weniger politisierten Stadtjugend" beschränkt hat Inzwischen ist die Generation Praktikum dazugekommen.
                
      Das ist also keine Palastrevolution! Das Ende dieser Indie-Gemütlichkeit wird erst dann kommen, wenn die urbanen Penner weder von ihren Eltern, noch vom Staat ausgehalten werden können, sondern in der Gegenwart ankommen. Ob dies jedoch überhaupt geschieht, das ist eine ganz andere Frage.
 
   

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Zu den News vom   01. - 03. März 2006

 
 
   
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