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Medienrundschau:
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News vom 06. - 08.
März
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Zitat
des Monats:
Die Dramatisierung des
Geburtenrückgangs durch die Vorwärts-zurück-zur-Sonderrolle-der-Frau-Fraktion
"Es war um 1900,
als in Deutschland der erste Geburtenrückgang einsetzte. Nachdem
dann in den 1950er und frühen 1960er Jahren kurzfristig ein
Babyboom verzeichnet wurde,
begann im Jahr 1965 das, was die Bevölkerungswissenschaftler als
zweiten Geburtenrückgang bezeichnen: Die Geburtenzahlen ging
zurück, sanken weiter und sind seit einigen Jahren annähernd
konstant geblieben - freilich auf niedrigem Niveau. Im Jahr
2005,
so meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hat diese
langfristige Entwicklung nun aber einen symbolträchtigen neuen
Tiefpunkt erreicht, nämlich
weniger als 676 000 Geburten, und das bedeutet: »Im
Vergleich zum Jahr 1964, als in der Bundesrepublik und in der
DDR mit insgesamt 1,357 Millionen Kindern ein Geburtenrekord
erreicht wurde, hat sich die Zahl der Babys sogar halbiert«.
Solche Zahlen klingen beeindruckend, doch bei näherer
Betrachtung sind sie mit einem Schönheitsfehler behaftet.
Zu dem Zeitpunkt, als die Meldung den Weg durch die Medien nahm,
lagen noch keine gesicherten Daten vor, erst vorläufige
Schätzungen. Und es gab andere Schätzungen, etwa zeitgleich
vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung vorgelegt, wonach
die Geburtenzahlen etwas höher ausfielen.
Tatsächlich, so hat
sich inzwischen gezeigt, lag die letztere Schätzung richtig, es
wurden 686 Kinder geboren.
(...). Deutschland weltweit am untersten Ende,
wie das Berlin-Institut behauptete? Das ist ein Mythos,
entstanden durch die bereits genannte
Publikation des Berlin-Instituts, die von einem sehr groben
Meßwert ausging, nämlich
Geburten je 1.000 Einwohner. Nimmt man dagegen den in der
Demographie üblichen, nämlich
zuverlässigeren Meßwert - die durchschnittliche Kinderzahl je
Frau -, verschiebt sich das Bild. Dann kann, so das
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, »keine Rede davon
sein, daß ... Deutschland Spitzenreiter im negativen Sinn bei
den Geburtenzahlen sei«. Dann gibt es eine
Reihe von Ländern - insbesondere in Südeuropa und Osteuropa -,
wo die Geburtenzahlen noch niedriger liegen.
(...).
So gesehen ist die
aktuelle Dramatisierung des Geburtenrückgangs wesentlich ein
Medienereignis, offensichtlich entstanden aus der Konkurrenz
um Aufmerksamkeit, Schlagzeilen, Verkaufszahlen; nicht zuletzt
auch eine gezielte Werbekampagne, um eine neue Publikation prominent zu
plazieren und zum Bestseller zu machen. Und wer sich in der
Geschichte ein wenig auskennt, der weiß:
Ähnliche Debatten hat es auch schon früher gegeben.
Schirrmacher, SPIEGEL und Co haben das Thema
Geburtenrückgang zwar wiederaufgegriffen und medienwirksam
gestaltet - aber es hat lange davor schon manche Konjunkturen
erlebt. Die aktuelle Erregungskurve hat ihre historischen
Vorläufer, pointiert zusammengefaßt:
»Wir sterben immer
wieder aus«.
( aus: Elisabeth
Beck-Gernsheim
"Die Kinderfrage heute", 2006, S.9-12)
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taz
-Sonderausgabe:
Miss Feminismus.
Sie wollen Karriere. Sie wollen Kinder. Sie wollen den modernen
Mann. Doch wie politisch ist der neue Feminismus? |
-
DILK, Anja (2007): Lockerungsübungen für Ihr Frauenbild.
8 Mythen und die Wirklichkeit,
in: TAZ v. 08.03.
-
OESTREICH, Heide (2007): Nennt es einfach Demokratie.
Junge Frauen in Deutschland wollen keinesfalls in die
feministische Schwitzhütte zurück. Richtig so. Doch mit der alten
Selbstfindung in Frauenräumen ging auch die Fähigkeit verloren,
politische Interessen von Frauen zu bündeln. Egofeminismus allein
hilft nicht weiter. Politik ohne Pathos ist gefragt,
in: TAZ v. 08.03.
-
OESTREICH, Heide & Cosima SCHMITT (2007): Uäh, die ist Feministin!
Die eine will Chefin sein und auch mit Fingerfarben malen. Die
andere fordert eine Frauenbewegung, die auch Männer einreiht. Die
Dritte wünscht sich einen hippen Feminismus jenseits des
Kaftan-Looks. Einen "umarmenden Feminismus" wollen sie alle. Drei
Generationen tauschen sich aus: FDP-Politikerin
Silvana Koch-Mehrin, Gender-Forscherin Ilse Lenz und Autorin
Susanne Klingner loten aus, was für sie neuer Feminismus sein
könnte,
in: TAZ v. 08.03.
-
KULAWIK, Teresa (2007): Mit Glück und Geschick.
Warum gibt es in Schweden feministische Minister, während die
Deutschen nichts von Emanzen wissen wollen? Die Schwedinnen waren
schon in den Dreißigern berufstätig. Und der Staat war für die
Frauen immer ein Partner. In Deutschland dagegen war er Obrigkeit,
Nazistaat und dann Männerbund,
in: TAZ v. 08.03.
-
WOLTERSDORF, Adrienne (2007): "Feminismus ist Freiheit".
In den USA ist der Feminismus wieder in. Junge Frauen suchen neue
Formen der Emanzipation. "Sie haben es satt, gesagt zu bekommen, wie
sie als Feministin zu sein haben", so Amy Richards von der "Third
Wave Foundation". "Sie engagieren sich in Frauenprojekten oder
Nicht-Regierungs-Organisationen",
in: TAZ v. 08.03.
-
SCHMITT, Cosima (2007): "Emma? Nie gehört!"
Feministinnen wollen sie nicht sein. Aber sich im Alltag gegen
Männer behaupten. Die eine junge Frau spielte in einer ARD-Doku eine
"Bräuteschülerin" der 50er-Jahre. Die andere ist eine Deutschtürkin,
die öfter mal ihren Freund an den Herd schickt. Die dritte ärgert
sich über Machosprüche auf dem Pausenhof,
in: TAZ v. 08.03.
-
HAARHOFF, Heike (2007): "Männer fördern Männer".
In den 30 deutschen DAX-Unternehmen besetzen ausnahmslos Männer
die Spitzenposten. Es sind weiterhin die gesellschaftlichen
Rollenbilder, die Frauen am Aufstieg nach oben hindern. Zudem fehlen
ihnen Netzwerke zur gegenseitigen Förderung. Zwei Beispiele von
Frauen, die trotz allem Karriere machen,
in: TAZ v. 08.03.
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DRIBBUSCH, Barbara (2007): Es ist die Wirtschaft, Ladies!
Schluss mit der Versorgungsmentalität! Es gilt, männliche
Konkurrenten zu überrunden und ein ordentliches Gehalt zu fordern.
Warum Frauen sich endlich um die Finanzen kümmern sollten,
in: TAZ v. 08.03.
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RM-Spezial: Kinder in die Krippe?
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BIEGEL, Regine (2007): Zwei Mütter, zwei Lebensmodelle.
Zu Hause: "Um mich tobt das kreischende Leben. Manchmal komme ich
an mein Limit. Doch ich kann nicht anders als bei ihnen sein."
in: Rheinischer Merkur Nr.10 v. 08.03.
-
BÜSSER, Muriel (2007): Zwei Mütter, zwei Lebensmodelle.
Zwischen Kita und Büro: "Ich lasse mir kein schlechtes Gewissen
einreden. Nur weil die Arbeit mich ausgleicht, kann ich meinen
Kindern viel geben."
in: Rheinischer Merkur Nr.10 v. 08.03.
-
MISHRA, Robin (2007): Alles auf Anfang.
Koalition: Die Einigung über den Krippenausbau ist vertagt. SPD
und Union lockt die Versuchung, parteipolitisch zu punkten,
in: Rheinischer Merkur Nr.10 v. 08.03.
-
FELS, Markus (2007): Auf die Bindung kommt es an.
Wissenschaft: Ist Krippenbetreuung schädlich für Kleinkinder? Was
Forscher über Nutzen und Risiken wissen,
in: Rheinischer Merkur Nr.10 v. 08.03.
-
WIGGEN, Simon (2007): Gedränge in der Krabbelgruppe.
Kindertagesstätten: Die Länder forcieren den Ausbau der
Betreuungsangebote für die Kleinsten. Die Qualität bleibt auf der
Strecke,
in: Rheinischer Merkur Nr.10 v. 08.03.
RUTZ, Michael (2007): Sehnsucht nach der heilen Welt.
Frühe Jahre: Eine Annäherung an die Faszination Kindheit,
-
in: Rheinischer Merkur Nr.10 v. 08.03.
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- BRUNS, Tissy (2007): Das
Alphaweibchen,
in: Tagesspiegel v. 08.03.
- Inhalt:
"Von
der Leyen hat Hoffnungen gemacht. Jede Frau hätte verstanden, wenn
sie später oder nur zum Teil verwirklicht würden. Merkel aber
enttäuscht, weil im Zweifelsfall auch die wichtigste Frauenfrage
ihrem ersten machttaktischen Gebot weichen muss: bloß keinen Krach
mit meinen Alphatierchen",
meint BRUNS zum Ausgang der Koalitionsgespräche über den Ausbau
der Kinderbetreuung.
- KRAMM, Jutta (2007): Und die Männer?
in: Berliner Zeitung v. 08.03.
- Inhalt:
"Es
ist ein hübsches Ritual, einmal im Jahr, zum 8. März, etwas zur
Lage der Frauen in diesem Land zu schreiben. Doch seitdem sich die
Erkenntnis durchgesetzt hat, dass
immer weniger Frauen Kinder bekommen und die demografische
Entwicklung allmählich erschreckende Ausmaße annimmt, wird über
die Frauen tagtäglich viel gesagt, geschrieben, gesendet. Deshalb
soll hier einmal über das andere Geschlecht gesprochen werden.
Reden wir, zum Frauentag, über den Mann, fragen: Warum eigentlich
wollen die deutschen Männer keine Kinder? Und warum tun sie noch
immer so wenig in der Familie?",
meint Jutta KRAMM.
-
BAUSCHMID, Elisabeth/KAHLWEIT, Cathrin/VAHABZADEH, Susan/MEINHOF,
Renate/STEINBERGER, Petra/BULLION, Constanze von/BACHSTEIN,
Andrea/STEINBERGER, Karin/RUBNER, Jeanne/DÖSSEL, Christine/ROLL,
Evelyn (2007): Lauter falsche Komplimente.
Frauen sind ergebnisorientiert, bescheiden, kreativ, einfühlsam:
Eine Übersicht über die neuen Vorurteile aus Management- und
Soziologiestudien,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.03.
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HILDEBRANDT, Tina & Elisabeth NIEJAHR (2007): "Typisch Ursula von
der Leyen".
Die Familienministerin hat nur die Mittelschicht im Blick, doch
die meiste Hilfe brauchen die Armen, sagt Grünen-Politikerin Katrin
Göring-Eckardt. Ein Interview,
in: Die ZEIT Nr.11 v. 08.03.
- Inhalt:
"DIE
ZEIT: Frau Göring-Eckardt, kennen Sie persönlich einen Armen?
Katrin Göring-Eckardt: Mehr als einen, ja. Eine Freundin von mir zum
Beispiel ist Künstlerin."
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Der Ausbau der staatlichen
Kinderbetreuung in den Koalitionsgesprächen
- GASEROW, Vera & Richard MENG (2007):
Union bremst von der Leyen aus.
Die Union schickt ihre Familienministerin beim Ausbau der
Kleinkindbetreuung in die Warteschleife,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
- SCHMALE, Holger & Regine ZYLKA
(2007): Union bremst von der Leyen.
Fraktionschef Kauder stellt zusätzlichen Bedarf in der
Kinderbetreuung in Frage Familienministerin soll mit Ländern und
Kommunen verhandeln,
in: Berliner Zeitung v. 07.03.
- Regine ZYLKA (2007): Ministerin
verspricht ein abgestimmtes Konzept,
in: Berliner Zeitung v. 07.03.
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taz
-Brennpunkt:
Christen kippen Kinderkrippen.
Kita-Streit in der Union |
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MELLER, Marius (2007): Genie und Slapstick.
Dieser Bestseller läuft und läuft und läuft. Um den Erfolg von
Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" zu verstehen, ist es gut,
sich eine Frage zu stellen: Wie muss eine Bevölkerung beschaffen sein,
die sich diesen Roman zum Kultbuch wählt?
in: TAZ v. 07.03.
- Inhalt:
Wie muss eine Bevölkerung
beschaffen sein, die sich "Die Vermessung der Welt" von Daniel
KEHLMANN zum Kultbuch wählt? fragt sich MELLER und gibt darauf auch
gleich selber die Antwort:
"Eine Antwort lautet, dass es wieder oder noch immer eine breite
Bildungsschicht in Deutschland gibt, die man mit einer vorsichtigen
Modifizierung des Begriffs als bürgerlich bezeichnen könnte.
Offenbar gibt es eine breite Schicht, für die der altbürgerliche
Bildungskanon wieder, oder immer noch, von Interesse ist. Aber
mit dem wichtigen, vielleicht entscheidenden Unterschied, dass sie
das kunst-, geist- oder nationalreligiöse Pathos des alten
Bürgertums (...) weit hinter sich gelassen hat.
Diese leichte, aber bedeutungsvolle Begriffsverschiebung müsste bei
einer Neudefinition der Bürgerlichkeit berücksichtigt werden. (...).
Man könnte »Die Vermessung der Welt« also vor diesem Hintergrund gut
als neubürgerlich bezeichnen und den fulminanten Erfolg als Symptom
der Selbstorganisation und Selbstformierung einer neuen bürgerlichen
Schicht, die eher
Peter Sloterdijk als Jürgen Habermas, eher
Udo di Fabio als Joachim Fest, eher
Kehlmann als Botho Strauß liest. Darüber hinaus einer
»Subkultur« anzugehören - man sollte eher Partialkultur sagen -,
schließt sich nicht nur nicht aus, sondern ist geradezu
Voraussetzung für postmoderne, neubürgerliche Differenz und
Individualität."
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- HAß, Frauke (2007): "Frauenpolitik
steht im Hintergrund".
Gespräch mit Christina von Braun,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
- Inhalt:
"Frankfurter
Rundschau: Frauenpolitik wird immer mehr auf Mütterpolitik
reduziert. Widersprechen Sie da?
Christina von Braun:
Jedenfalls wird derzeit in allen Debatten alles, was Frauenpolitik
auch noch ist, vollkommen in den Hintergrund gerückt. Dass Frauen
für die selbe Arbeit schlechter bezahlt werden. Dass sie in
bestimmte Positionen einfach nicht aufrücken, dass es immer noch
diese unsichtbaren Decken gibt, an die sie beim Aufstieg stoßen.
In Schweden gibt es inzwischen Gesetze, die greifen auch in die
Privatwirtschaft ein und sorgen dafür, dass es Regeln für den
Aufstieg von Frauen gibt. Da gäbe es bei uns noch sehr viel zu
tun. Selbst Amerika ist uns da weit voraus."
- GASEROW, Vera (2007): Großes F wie
Familie.
Beim 20. Geburtstag des Frauenministeriums stellen manche fest,
dass Gleichstellung kaum noch eine Rolle spielt,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
- SPERBER, Katharina (2007): Karriere
in der Putzkolonne.
Die Misstöne im Hohen Lied auf die arbeitende Frau sind nicht zu
überhören: Viele Frauen müssen sich mit Niedriglöhnen zufrieden
geben, und sie verdienen noch immer weniger als Männer,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
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- TROTHA, Trutz von (2007): Wie machen
die das bloß, die Gallierinnen?
in: Frankfurter Rundschau v. 06.03.
- Exklusiv-Story von
single-dasein.de:
Frankreich gilt seit kurzem als
familienpolitisches Vorbild. Im
aktuellen Heft des Nouvel Observateur
wird Frankreich als Europameister gefeiert.
Vergessen ist mittlerweile,
dass die Franzosen noch Ende der 90er Jahre in Europa als
bevölkerungspolitische Blindgänger galten.
Der französische Journalist
Jean-Claude GUILLEBAUD geißelte z.B. noch 1998 in seinem Buch
"Die Tyrannei der Lust", den Lebensstilpluralismus und forderte
aus bevölkerungspolitischen Gründen die Rückkehr zur klassischen
Familie.
Genauso wie in Deutschland, speist
sich auch in Frankreich das bevölkerungspolitische Herzblut aus der
Ex-Linken, die - aus Sicht der
angegriffenen Poplinken (für Deutschland siehe z.B.
Mark TERKESSIDIS) - zu "neuen
Reaktionären" mutiert sind. Norbert BOLZ ist hierzulande nur die
Spitze eines Eisbergs, der sein wahres Ausmaß in den nächsten Jahren
zeigen wird.
Es dürfte auch kein Zufall sein,
dass Jean-Claude GUILLEBAUD einer der Gewährsmänner von Ariadne von
SCHIRACH ist, die mit ihrem gerade erschienenen Buch
"Tanz um die
Lust" sozusagen die deutsche Version der Tyrannei der Lust
verfasst hat.
Der Soziologe Trutz von
TROTTHA meint nun in der unterschiedlichen Familienkultur den
Schlüssel zum Verständnis der unterschiedlichen französischen und
deutschen Geburtenentwicklung gefunden zu haben:
"Was macht Frankreich so
exzeptionell? Seit längerer Zeit schon besitzt das Hexagon all die
Einrichtungen, die der wohlfahrtsstaatliche Diskurs einfordert, und
die darauf gerichtet sind, Eltern-, sprich, Mutterrolle und
Erwerbsarbeit zu vereinbaren. Aber anders als die deutsche Debatte
unterstellt, ist dieses institutionelle Instrumentarium selbst
wiederum nur der Ausdruck eines Zusammenhangs, der der Schlüssel für
die demographische Entwicklung ist: eine starke Familienkultur, die
jedoch anders als in Deutschland weniger kindzentriert ist. Das
demographische Problem ist tatsächlich das Problem einer
Familienkultur, die eine neue Balance zwischen Kindzentrierung und
-dezentrierung herstellen muss.
(...).
Die Kindzentrierung der
bürgerlichen und postbürgerlichen Familie hat viele
Erscheinungsformen. (...).
Vor allem anderen gehört die
historisch einzigartige Emotionalisierung der Eltern-Kind-Beziehung
dazu, die mit dem historisch bemerkenswerten Abbau von Herrschaft
und Autorität in der Eltern-Kind-Beziehung verbunden ist. In der
Familienpolitik hat die Kindzentrierung in den letzten dreißig
Jahren zu einer Familienmitgliederpolitik geführt, welche die
Deinstitutionalisierung der Familie und die Individualisierung ihrer
Mitglieder stützt und vorantreibt, (...).
Demographisch am
folgenreichsten ist die Kindzentrierung (...) dadurch geworden, dass
sie in ihrem Schoß eine gegenläufige Entwicklung geboren hat, die
Kinddezentrierung, für welche die kinderlosen ausbildungs- und
mobilitätsbewussten Akademiker - mit den Journalistinnen und
Journalisten an erster Stelle - beispielhaft sind.
Frankreich, wo Familie und
Verwandtschaft im sozialen Leben wesentlich stärker verankert sind
als in Deutschland, hat die zugespitzte bürgerliche und
postbürgerliche Kindzentrierung nicht mitgemacht und ein
ausgewogeneres Verhältnis zwischen Kindzentrierung und
Kinddezentrierung gefunden."
Was TROTTHA hier verschleiernd
als "Kinddezentrierung" bezeichnet, das wird neuerdings auch unter
dem Schlagwort
"Kultur der Kinderlosigkeit"
diskutiert.
Außer Acht dagegen läßt TROTTHA,
dass - im Gegensatz zu Frankreich - Deutschland eine
vorsintflutliche Bevölkerungsstatistik besitzt. Wer seine Theorien
einzig auf trügerische Kennziffern münzt, der könnte in den nächsten
Jahren gewaltig Schiffbruch erleiden.
Die deutsche Geburtenentwicklung
der jüngeren Generation lässt sich mit den veralteten Methoden der
deutschen Bevölkerungswissenschaft gar nicht mehr berechnen.
Ein Desaster, das erst seit kurzem auch von
den Bevölkerungswissenschaftlern selber zugegeben wird.
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ROLL, Evelyn (2007): Mutti im Container.
Auf allen Kanälen hauen sich Mütter, Krippeneltern, Bischöfe und
Patchworkhälften ihre Ideologien zur Kindererziehung um die Ohren.
Bemerkenswert abstoßend findet unsere Autorin die neue
Gebärmaschinen-Debatte im TV,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.03.
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WINKELMANN, Ulrike (2007): "Ein Rückfall ist jederzeit möglich".
Vor 20 Jahren wurde das Frauenministerium gegründet und Rita
Süssmuth die erste Chefin. Frauenpolitik sei wichtiger denn je, denn
alte Rollenmuster wären schnell zur Hand, sagt sie. Das zeige etwa die
aktuelle Debatte um Kinderbetreuung,
in: TAZ v. 06.03.
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- TKALEC, Maritta (2007):
Krippe-Epidemie.
Die Kleinstkindererziehung in der DDR wird gern reflexhaft
diffamiert - Zeit für eine Verteidigung,
in: Berliner Zeitung v. 06.03.
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- JAHBERG, Heike & Rainer WORATSCHKA
(2007): "Man darf die Leute nicht ständig verunsichern".
Der Chef der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, über die
Rente mit 70 und Rentenerhöhungen in diesem Jahr,
in: Tagesspiegel v. 06.03.
- Inhalt:
Herbert RISCHE verteidigt die Rente mit 67, die am
Freitag im Bundestag beschlossen wird.
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Zu den News vom
01.
- 05. März 2007
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