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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
       
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 04. - 31. März 2018: [04.03.] [05.03.] [06.03.] [07.03.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Subventionierung der Reproduktionsmedizin als effektivstes staatliches Mittel zur Steigerung der Geburtenrate 

"19.000 Kinder kamen 2003, also vor den Einschnitten bei der Unterstützung der künstlichen Befruchtung mithilfe der Reproduktionsmedizin zur Welt. 2004 waren es noch 10.000. Seitdem wurden nach vorsichtigen Schätzungen in Deutschland rund 50.000 Kinder weniger geboren, als es ohne die Kürzung der Unterstützung der Fall gewesen wäre. (...).
Es gibt keine staatliche Leistung, bei der der Zusammenhang mit der Steigerung der Geburtenrate so evident ist wie bei der Unterstützung reproduktionsmedizinischer Behandlungen. (...).
Die künftige Bundsregierung, so sie denn zustande kommt, sieht das zu meiner Freude genauso. Dem druckfrischen Koalitionsvertrag kann man entnehmen, dass sie das Programm zur finanziellen Unterstützung von Kinderwunschpaaren, das ich 2012 ins Leben gerufen habe und das Paaren wenigstens die Hälfte der Kosten abnimmt, bundesweit ausdehnen will."

(Kristina Schröder "Kinder für die Kinderlosen", Welt v. 08.02.2018)

 
       
       
   

07.03.2018

 
       
   

Die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen in der Debatte

DESTATIS (2018): Kinderlosenquoten nach beruflicher Stellung und Bildung nähern sich an,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 07.03.

"Der endgültige Anteil der kinderlosen Frauen nahm zwischen 2012 und 2016 nach einem zuvor langanhaltenden Anstieg nur geringfügig von 20 % auf 21 % zu. (...) Unter der endgültigen Kinderlosenquote wird hier der Anteil der Frauen, die kein Kind geboren haben, an allen Frauen der jeweiligen beruflichen Gruppe im Alter zwischen 42 und 49 Jahren verstanden",

heißt es in der Pressemitteilung. Der Begriff "endgültige Kinderlosenquote" ist eine willkürliche Definition, die nicht begründet wird. Der Begriff umfasst im Jahr 2012 die Frauenjahrgänge 1963 - 1970 und im Jahr 2016 die Frauenjahrgänge 1967 - 1974.

Von endgültiger Kinderlosigkeit kann analog zur Definition der Geburtenrate (TFR/CFR) nur bei einem Frauenjahrgang im Alter von 49 Jahren gesprochen werden. Die Website des Statistischen Bundesamts weist im Gegensatz zur Pressemeldung für den Frauenjahrgang 1967 eine "endgültige Kinderlosenquote" von 20,8 Prozent aus, wobei diese als eine zusammengefasste Angabe aus den MZ 2008, 2012 und 2016 beschrieben wird. Im Jahr 2008 war der Frauenjahrgang 1967 erst 41 Jahre alt, während er 2016 49 Jahre alt war. Wie diese Zusammenführung erfolgt, darüber schweigt sich das Statistische Bundesamt aus.

Hätte man nur die Altersgruppe der 45 - 49jährigen Frauen statt der 42 - 49jährigen Frauen betrachtet, dann gäbe es keinen geringfügigen Anstieg bei der Kinderlosigkeit zu vermelden (Quelle: Website des Statistischen Bundesamts hier). Es zeigt sich also, dass der Vorwurf der Willkürlichkeit berechtigt ist. Allein aufgrund unterschiedlicher Darstellungsweisen von Ergebnissen, werden unterschiedliche Entwicklungen bei der Kinderlosigkeit suggeriert. Der Glaubwürdigkeit schadet dies eher, wenn man die Gesetze der Ökonomie der Aufmerksamkeit so offensichtlich zu bedienen versucht wie hier das Statistische Bundesamt.    

"Während die Kinderlosenquote bei den Nicht-Akademikerinnen 2012 und 2016 rund 20 % betrug, sank sie bei den Akademikerinnen von 28 % auf 27 %",

heißt es lapidar in der Pressemitteilung. Ausführlicher wird dagegen auf die Unterschiede in einzelnen Berufsfeldern bzw. der Stellung im Beruf eingegangen.

Fazit: Die Datenlage zur Geburtenentwicklung in Deutschland ist immer noch katastrophal. Neue Daten zur Kinderlosigkeit werden erst wieder im Jahr 2020 erhoben. Weder für 2016 noch für 2017 liegen derzeit bundesweite endgültige Zahlen zu Geburtenzahl und Geburtenrate vor. Bevölkerungsvorausberechnungen zeigen ein völlig überholtes Bild von der Geburtenentwicklung. Das hat gravierende Auswirkungen für Studien zum Bedarf von Kinderbetreuung und Grundschullehrern. Das zeigt z.B. eine gerade erschienene Studie zum Fachkräftemangel in Thüringen bis 2030, in der die wirklichen Herausforderungen vollkommen ausgeblendet sind! Politik, die sich an Entwicklungen der Vergangenheit orientiert und sie einfach in die Zukunft fortschreibt, muss zwangsläufig scheitern.

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

STATISTIK BAYERN (2018): Anstieg der Geburtenziffer in allen Regierungsbezirken Bayerns.
Die zusammengefasste Geburtenziffer lag im Jahr 2016 im Freistaat bei 1,56 Kindern je Frau,
in:
Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Statistik v. 07.03.

IT NRW (2018): Durchschnittliche Kinderzahl je Frau in NRW auch 2016 weiter angestiegen,
in: Pressemitteilung Information und Technik Nordrhein-Westfalen v. 07.03.

 
       
   

Die betriebliche Altersvorsorge in der Debatte

KROHN, Philipp (2018): Die neue Betriebsrente gewinnt Konturen.
Genossenschaftlicher Verbund und Rentenwerk präsentieren ihre Modelle für Sozialpartner,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.03.

 
       
   

Freiburg in der Debatte

SOLDT, Rüdiger (2018): Wachstumsschmerzen einer Stadt.
Freiburg ist bliebt, aber Wohnraum fehlt: Selbst eine Genossenschaft steht unter dem Verdacht zu gentrifizieren,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.03.

Rüdiger SOLDT berichtet anlässlich der Oberbürgermeisterwahlen in Freiburg über die Genossenschaft Familienheim, die im Stadtteil Wiehre 50er-Jahre-Häuser abreißen will, um dort lukrative Neubauten zu errichten. Eine Mieterinitiative streitet für den Erhalt. Die Genossenschaft hat die Neubaupläne erst einmal auf Eis gelegt und wartet offenbar das Ende des Wahlkampfs ab, um dann doch noch den Neubau durchzusetzen.

Der grüne Oberbürgermeister ist nicht als Kämpfer gegen die Gentrifizierung bekannt, sondern eher für neoliberale Austeritätspolitik. Während seiner Amtszeit sollte die städtische Wohnungsbaugesellschaft verhökert werden und die demografische Entwicklung wurde als Rechtfertigungsgrund missbraucht:

"2006 wollte er die städtische Wohnungsbaugesellschaft für eine halbe Milliarde Euro verkaufen - als Beitrag zur Haushaltssanierung. Im Rathaus prognostizierte man, dass Freiburg Einwohner verlieren werden. Das Gegenteil trat ein."

 
       
   

Sahra Wagenknecht in der Debatte

LEHMANN, Anna & Martin REEH (2018): "In der heutigen Welt kann es keine »offenen Grenzen für alle« geben".
Voraussetzung für mehr Arbeitsmigration ist eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, sagt Sahra Wagenknecht. Die Grünen sind für die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei eine bürgerliche Partei, die SPD halte an der Agenda-Politik fest. Deshalb brauche es neue Optionen,
in:
TAZ v. 07.03.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2018): Etikettenschwindel bei der AHV.
Die Präsentation der neuen Reformvorlage des Bundesrats lässt viele Wünsche offen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.03.

Der Neoliberale Hansueli SCHÖCHLI, ein Gegner der gescheiterten Reform der AHV, versucht nun den Vorwurf zu entkräften, dass die Gegner nun eine Verteuerung der Reform zu verantworten haben. SCHÖCHLI zieht Szenarien des BSV heran, um sich zu rechtfertigen - wobei nur ein Szenario herausgegriffen wird, ohne zu begründen, warum es gerade dieses Szenario ist, das als Grafik präsentiert wird.

Merkwürdigerweise wurden in den letztjährigen neoliberalen Kampagnen zur Rentenreform solche Berechnungen der BSV infrage gestellt, wenn sie den Neoliberalen zu positiv erschienen. Es zeigt sich hier die neoliberale Willkür, die Argumente verwirft, wenn sie nicht ins Konzept passen, um dann auf sie zurückzugreifen, wenn sie gerade die eigene Argumentation stützten.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

SPALINGER, Andrea (2018): Kaum eine Regierung ohne Cinque Stelle.
Sollte die Protestbewegung in Italien an die Macht kommen, ist keine radikale Neuausrichtung in der EU-Politik zu erwarten,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.03.

MEILER, Oliver (2018): Rücktritt in Zeitlupe.
Nach der historischen Wahlschlappe der italienischen Sozialdemokraten will Matteo Renzi erst abdanken, wenn die Partei in die Opposition geht. Da aber kein Lager über eine Mehrheit verfügt, kann das noch lange dauern,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 07.03.

 
       
   

Das Single-Dasein in Schweden

HERMANN, Rudolf (2018): Schwedens zerplatzter Integrations-Traum.
In den Problemquartieren in und um die Grossstädte ringt die Staatsmacht um Kontrolle,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.03.

Rudolf HERMANNs Artikel muss als Wahlkampfberichterstattung eingeordnet werden. Im September wird der Reichstag in Schweden neu gewählt und wie in allen EU-Staaten gewinnen auch im neoliberalisierten Schweden die Rechtspopulisten Zulauf. HERMANN berichtet über Problemviertel in den schwedischen Großstädten.

HERMANN, Rudolf (2018): Kein einfaches Land für Zuwanderer.
Schweden erweist sich für viele Immigranten gesellschaftlich als fremder, als es auf den ersten Blick scheint,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.03.

Rudolf HERMANN zitiert nicht-repräsentative Internetumfragen und eine Werte-Studie, mit der die schwedische Einstellung als Problem beschrieben wird, weil in Schweden Selbstverwirklichung statt Existenzsicherung bzw. Säkularisierung statt Religiosität dominiert. Diese Werteforschung des World Values Survey steht in der Tradition von Ronald INGLEHART und ist Ausdruck des Selbstbildes urbaner Eliten. Man könnte auch von Kosmpolitismus oder Postmaterialismus sprechen. Diese Einstellungen sind inzwischen auch in Deutschland durch den Rechtsruck - nicht nur der AfD - zunehmend in Misskredit geraten.

 
       
   

06.03.2018

 
       
   

Schwangerschaft und Geburt in der Debatte

DESTATIS (2018): 2,5 % mehr Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2017,
in:
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 06.03.

 
       
   

Der Fachkräftemangel in der Debatte

ND/DPA (2018): Wir tragen den Rucksack der vergangenen Jahre.
344.000 Fachkräfte werden bis zum Jahr 2030 in Thüringen benötigt,
in:
Neues Deutschland v. 06.03.

Agenturbericht über die Auftragsstudie Willkommen in Thüringen. Entwicklung des Fachkräftebedarfs bis 2030 und Strategien der Fachkräftegewinnung des Thüringer Arbeitsministeriums.

Entscheidend dafür, ob die Studie realistisch ist, sind neben dem Fachkräftebedarf die Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung in Thüringen. Diese entstammen zwei Quellen:

"Da in der Studie Wert darauf gelegt wird – an den Stellen, an denen die Daten es erlauben – die Thüringer Regionen einzeln zu betrachten, werden neben der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung auch Ergebnisse der ersten regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für Thüringen in den Blick genommen." (2018, S.3)

Die Annahmen basieren auf der längst veralteten Bevölkerungsvorausberechnung. Zu den Geburten heißt es:

"Während im Jahr 1990 im Freistaat Thüringen 28.780 Kinder lebend zur Welt kamen, verringerte sich die Zahl der Geburten in den folgenden Jahren nach der Wiedervereinigung zunächst rasant. 1994 wurde ein temporäres Tief erreicht, als nur 12.721 Kinder geboren wurden. Bis zum Jahr 2000 stieg die Zahl anschließend jedoch wieder und pegelte sich in den folgenden Jahren auf einem Niveau von etwa 17.000 Geburten pro Jahr ein. 2015 wurden insgesamt 17.934 Kinder in Thüringen zur Welt gebracht." (2018, S.2)

Nach aktuellen Zahlen wurden im Jahr 2016 in Thüringen 18.475 Kinder geboren. Diese werden 2030 zwar nicht auf den Arbeitsmarkt strömen, erfordern jedoch Kinderbetreuung und Lehrer. Dazu finden sich keinerlei Hinweise. Stattdessen heißt es lediglich:

"Seit 2000 haben pro Jahr durchschnittlich rund 23.400 Schüler*innen die allgemeinbildenden Schulen in Thüringen verlassen. Allerdings hat sich die Zahl der Schulabgänger*innen in Thüringen seither halbiert. Dadurch hat sich das Verhältnis von altersbedingten Renteneintritten und Schulabgänger*innen verändert. Kamen im Jahr 2000 auf jede*n Schulabgänger*in nur 0,8 altersbedingte Renteneintritte, sind es im Jahr 2010 schon 1,2 und im Jahr 2016 1,5 altersbedingte Renteneintritte pro Schulabgänger*in. Damit weist die Relation von Schüler*innen und Personen, die altersbedingt aus dem Erwerbsleben austreten, darauf hin, dass der Thüringer Nachwuchs allein schon jetzt nicht ausreicht, um alle ausscheidenden Arbeitskräfte zu ersetzen." (2018, S.15)

Und es wird noch absurder, wenn auf die völlig veraltete Prognose der Kultusministerkonferenz folgendermaßen Bezug genommen wird:

"Die von der Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlichte Prognose zur Entwicklung der Schulabgängerzahlen in Thüringen geht davon aus, dass im Jahr 2025 insgesamt 16.900 Schüler*innen die allgemeinbildenden Schulen in Thüringen verlassen (KMK 2013). Stellt man diesen Schulabgänger*innen den berechneten durchschnittlichen Ersatzbedarf an Arbeitskräften von 19.450 Personen gegenüber (der, unter der durchschnittlichen Zahl altersbedingter Renteneintritte pro Jahr. 20.500 in den letzten Jahren liegt), wird deutlich, dass schon allein die Nachbesetzung der bestehenden Beschäftigungsverhältnisse in Thüringen zur Herausforderung wird, die rein quantitativ nicht allein mit Nachwuchs aus Thüringen zu bewältigen sein wird." (2018, S.15)

Für Thüringen ergibt sich folgende Kluft zwischen KMK-Prognose zu den Lebendgeborenen und der tatsächlichen Geburtenentwicklung in Thüringen:

Tabelle: Die Entwicklung der Geburten in Thüringen 2009 - 2016 im Vergleich zur
Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK)
Jahr 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Lebendgeborene 16.854 17.527 17.073 17.342 17.426 17.887 17.934 18.475
KMK-Prognose   16.197 15.866 15.526 15.225 14.928 14.637 14.326
Differenz   + 1.330 + 1.207 + 1.816 + 2.201 + 2.959 + 3.297 + 4.149
Quelle: Statistisches Landesamt Thüringen: Geborene und Gestorbene 1955, 1960 und ab 1965 in Thüringen
(Webseitenabruf: 06.03.2018);
Vorausberechnung der Kultusministerkonferenz (2013)

In den Jahren 2010 bis 2016 wurden in Thüringen 16.959 Kinder mehr geboren als die KMK-Prognose vorsieht und die in den Berechnungen des Berichts des Arbeitsministeriums fehlen.

Fazit: In dem Bericht des Arbeitsministerium werden die wirklichen Herausforderungen aufgrund des Geburtenanstiegs in Thüringen überhaupt nicht berücksichtigt. Diese Kurzsichtigkeit wird sich in den nächsten Jahrzehnten bitter rächen, wenn es kein Umdenken gibt

 
       
   

Soziale Herkunft, Bildungsaufstiege und soziale Mobilität in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2018): Sozialer Aufstieg aus eigener Kraft ist schwerer als vermutet.
Studie: Selbst die Herkunft der Urgroßeltern ist bedeutsam,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.03.

Dietrich CREUTZBURG berichtet über eine Pressemitteilung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zu einer Studie von Sebastian BRAUN & Jan STUHLER.

 
       
   

Die Riester-Rente in der Debatte

KROHN, Philipp (2018): Einheitsbrei für die private Rente?
Die neue Regierung will ein Standardprodukt für die geförderte Altersvorsorge. Wie das aussehen könnte, ist völlig offen. Jeder zieht Hoffnung aus dem Koalitionsvertrag,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.03.

Philipp KROHN berichtet über die Wünsche der Interessensverbände auf dem Gebiet der Riester-Rente, wobei nur der Fondsverband BVI und der Lobbyverband der Versicherungswirtschaft GDV zur Sprache kommen. Der Bund der Versicherten wird als Lobbyist einer Deutschlandrente dargestellt.

Zuletzt wird ein "neutraler Beobachter" zitiert. Damit wird der Ökonomieprofessor Hermann WEINMANN bezeichnet, der für Gespräche zwischen den Interessenvertretern hinter geschlossen Türen plädiert. Er fordert:

"Sterbetafeln, die Kostenkalkulation und die eingeräumten Garantien müssten identisch sein."

Dagegen wird sich die Versicherungswirtschaft wehren, denn unterschiedliche Versicherungskollektive verlangen nach unterschiedlichen Sterbetafeln. Dies spricht eher für eine staatliche Lösung statt für eine private Altersvorsorge.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

Die Wahlberichterstattung zu Italien in Deutschland ist eine Katastrophe für jene, die sich informieren wollen, statt sich mit politischen Ideologien lediglich ihre Meinung bestätigen lassen zu wollen. Statt Analysen, gibt es lediglich Vermutungen, was daran liegt, dass die Auszählungen bei Abfassung der Berichte noch nicht einmal abgeschlossen sind. Nichts desto trotz werden bereits weitreichende Schlüsse zum Wahlverhalten der Italiener gezogen. Die Regierungsseite zur Wahl zeigt den vorläufigen Stand für den 06.03. um 0.48 an (Abruf: 16:20). Dort ist auch die derzeitige Sitzverteilung der einzelnen Wahlbündnisse ersichtlich.

MALDINI, Anna (2018): Linke, Liberale und Europa sind Wahlverlierer.
Tagesthema Italien nach der Wahl: Die großen Gewinner sind die Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Lega,
in:
Neues Deutschland v. 06.03.

WAIBEL, Ambros (2018): Die Linken sind enttäuscht.
Nahaufnahme: Auch jenseits der Sozialdemokraten sind die Ergebnisse katastrophal. Doch es gibt Unterschiede,
in:
TAZ v. 06.03.

BRAUN, Michael (2018): Triumph für die Parteien des radikalen Protests.
Unbestrittener Wahlsieger ist die Fünf-Sterne-Bewegung. Ohne sie wird bei der Regierungsbildung in Rom nichts gehen. Doch bisher schloss die Partei formelle Koalitionen Aus. Es ist genau das Ergebnis, das Brüssel befürchtet hat,
in:
TAZ v. 06.03.

KRIEGER, Regine (2018): Politischer Stillstand in Italien.
Zwei Sieger und keine Regierung: Die beiden populistischen Parteien, Fünf Sterne und die Lega, gewinnen bei den Wahlen. Und wollen regieren, aber es reicht nicht. Es droht wochenlanger Stillstand. Der große Verlierer ist Matteo Renzi,
in:
Handelsblatt v. 06.03.

KRIEGER, Regine (2018): Italien - das kranke Land.
Leidartikel: Mit dem Sieg der Populisten riskiert Italien auf absehbare Zeit in Europa keine Rolle mehr zu spielen,
in:
Handelsblatt v. 06.03.

RIPPERGER, Anna-Lena (2018): Regierungsbildung nach deutscher Art?
Italiens Politiker befinden sich in einem Schockzustand - manche Wähler gönnen es ihnen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.03.

MEILER, Oliver (2018): Einsam in der Mitte.
SZ-Tagesthema Wahl in Italien: Die Wahl zeigt, wie groß die Empörung über Italiens Eliten ist. Nun könnten bald die Protestpartei Fünf Sterne oder ein Rechtsbündnis regieren. Beiden fehlen aber entscheidende Prozente zur eigenen Mehrheit,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.03.

MEILER, Oliver (2018): Triumph und Tabu.
SZ-Tagesthema Wahl in Italien: Was sie bisher verabscheuten, wollen die Chingue Stelle nun unbedingt: Die Macht,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.03.

MEILER, Oliver (2018): Hart, schnodderig, grob.
SZ-Tagesthema Wahl in Italien: Die Lega ist zu einer Rechtsaußenpartei geworden. Und sie hat Erfolg damit,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.03.

 
       
   

05.03.2018

 
       
   

Die politische Kultur in der Debatte

FRITSCHE, Andreas & Martin KRÖGER (2018): CDU liebäugelt mit roten Socken.
Brandenburg: Nach der Landtagswahl 2019 dürfte die Regierungsbildung schwierig werden,
in:
Neues Deutschland v. 05.03.

Die Linkspartei träumt von einer SPD/CDU/Linkspartei-Regierung nach der Landtagswahl 2019 in Brandenburg. Dies wäre eine Allianz von alter und neuer Mitte, die den Niedergang der Linken eher noch beschleunigen könnte. Die Verzweiflung bei Rot-Rot muss groß sein, wenn solche Szenarien im Umlauf sind.

KAHRS, Horst & Tom STROHSCHNEIDER (2018): Zufriedene, Verunsicherte, Enttäuschte.
Die deutsche Wählerschaft im Jahr 2017: Anmerkungen zu den Ergebnissen einer Untersuchung,
in:
Neues Deutschland v. 05.03.

KAHRS & STROHSCHNEIDER berichten über die Studie Was verbindet, was trennt die Deutschen? Werte und Konfliktlinien in der deutschen Wählerschaft im Jahr 2017 von Rita MÜLLER-HILMER & Jérémie GAGNÉ. Der Artikel ist eine gekürzte Version von Warum diese Studie über Armut, Angst und politische Werte mehr Debatte verdient hat (Oxiblog v. 23.02.18)

Im Gegensatz zur popsoziologischen Abhandlung Die Gesellschaft der Singularitäten von Andreas RECKWITZ zeigt die 9-Felder-Typoologie der Studie, dass die Konfliktlinie Kosmopolitismus vs Kommunitarismus den politischen Konflikt in Deutschland keineswegs so eindimensional prägt wie RECKWITZ das darstellt.

KAHRS & STROHSCHNEIDER projizieren jedoch ihr Wunschbild vom Linksparteiwähler ("Fähigkeit und Bereitschaft zu Empathie und Sozialvertrauen, das Ziel einer solidarischen Gesellschaft und die Bereitschaft zum eigenen (demokratischen) Engagement") in die Studie. Die Realität der Linkspartei und ihrer Wähler deutet eher auf Fragmentierung als auf homogene Werte hin. Regierungsfähigkeit ist das Gegenteil von solchen Wunschbildern.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FORSTER, Christof (2018): Zurück zum Abstimmungskampf.
Der Bundesrat will die AHV mit massiv mehr Einnahmen bei der Mehrwertsteuer sanieren,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.03.

GAFAFER, Tobias (2018): Berset droht erneute Abfuhr.
Kommentar,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.03.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

TZERMIAS, Nikos (2018): "Ich gewinne, oder ich lerne".
Nach der Schlappe bei den Präsidentschaftswahlen versucht Front-national-Chefin Marine Le Pen ihre Partei regierungsfähig zu machen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 05.03.

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

REUSCHER, Constanze (2018): Jugend ohne Jobs.
Italiens junge Menschen sind die Verlierer der Krise. Selbst wer Arbeit hat, lebt oft in prekären Verhältnissen. Aber im Wahlkampf standen die Belange der Rentner im Zentrum,
in:
Welt v. 05.03.

 
       
   

04.03.2018

 
       
   

Die AfD-Hochburg Sachsen in der Debatte

CARSTENS, Peter (2018): Kretschmer rennt.
Sachsens neuer Ministerpräsident muss schnell beweisen, dass er es besser macht als sein Vorgänger. Auf dem Lande liegt der Schlüssel zum Erfolg,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.03.

 
       
   

Die Krise des Finanzkapitalismus in der Debatte

FELD, Lars/FUEST, Clemens/HAUCAP, Justus/SCHWEITZER, Heike/WIELAND, Volker/WIGGER, Berthold (2018): Dynamik geht anders.
Standpunkt: Die Koalitionsvereinbarung von Union und SPD lässt den versprochenen Aufbruch vermissen, sagen die Professoren des Kronberger Kreises,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.03.

Der neoliberale Kronberger Kreis beschränkt sich auf die üblichen stereotypen Argumente, bei denen die Kritik an Transferzahlungen (Rente) und mangelnde Steuerentlastung für Einkommensstarke und die Wirtschaft im Vordergrund stehen.

 
       
   

Soziale Herkunft, Bildungsaufstiege und soziale Mobilität in der Debatte

GERSTER, Livia (2018): Kevin.
Wie ein Name zum Horror wurde,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.03.

Livia GERSTER beschreibt die Karriere des Namens Kevin von Kevin KEEGAN (1977) über Kevin COSTNER bis zu dessen Niedergang im Agenda 2010-Jahr 2005:

"Wie schon beim Arschgeweih war es der Komiker Michael Mittermeier, der den Niedergang im Jahr 2005 einläutete. Mit einem einzigen Satz diskreditierte er eine ganze Generation: »Nur Drogenkinder und Ossis heißen Kevin.«"

Was dabei fehlt: die Rolle des neuen Bürgertums und die Strategie der Distinktion. Bereits im Februar 2003 erschien das Buch Die Moderne und ihre Vornamen von Jürgen GERHARDS, das 2010 in der 2. Auflage erschien. Der Aufschwung der Berichterstattung über die Bedeutung von Vornamen begann während der Hartz-Debatten und ist deren Kehrseite. Die Vornamen-Forscher wurden zu Popstars der neuen Bürgerlichkeit und die Wahl des richtigen Vornamen sozusagen zur frühzeitigen Karriereberatung. Denn alle frühkindliche Bildung nützt nichts, wenn der Vornamen nicht stimmt. Die Vorkämpfer der Generation Reform bzw. Berlin heißen bezeichnenderweise Paul und Heinz. Heinz konnte sich im Gegensatz zu Paul bei den beliebtesten Vornamen bislang nicht durchsetzen.  

"Eine Auswertung der Wikipedia-Liste bekannter Kevins ergibt, dass sie - unter den Deutschen - zu 75 Prozent Sportler sind (überwiegend Fußballer), zu fünfzehn Prozent Schauspieler und nur zu zehn Prozent Politiker. Die zehn Prozent bestehen aus Kühnert und dem Berliner SPD-Politiker Kevin Hönicke, Jahrgang 1984",

erzählt uns GERSTER, die sich beklagt, dass das Namen-Bashing bei den politischen Hochschulgruppen und Aktivistenzirkeln kein Thema ist:

"Die intellektuelle Linke gendert zwar, spricht viel von verletzten Gefühlen und Identität. In den Kevins und Chantals aber sieht sie nur die AfD-Wähler, die sie längst abgeschrieben hat. Diese Namen stehen für die Abgehängten der Gesellschaft."

Das lenkt auch davon ab, dass die FAZ und andere Mainstreammedien viel zum Namen-Bashing und zur Aufladung der Namensgebung beigetragen haben.    

 
       
   

Das Single-Dasein in Italien

KRÜGER, Karen (2018): Aus der Bahn.
Italien versteht man am besten über die Mode, heißt es in Mailand. Wie also erklärt sich Berlusconis Rückkehr? Und wie gefährlich ist der neue Faschismus. Über eine Stadt im Taumel der Wahl,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.03.

 
       
 

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