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Medienrundschau:
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News vom 16.
bis 31. Mai 2001
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- THURNER-FROMM,
Barbara (2001): "Ein Kind gehört zum Leben
wie Wasser und Brot".
Was Paare tun, um ein Kind
zu bekommen,
in: Stuttgarter Zeitung v.
31.05.
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- HECKEL,
Margaret/TUTT, Cordula (2001):
Glückspilze gegen den Kummer.
Folge 4: Wir leben
länger - Doch die Krankenkassen werden
künftig viele Kosten nicht mehr
übernehmen,
in: Financial
Times Deutschland
v. 31.05.
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- KUHLBRODT,
Detlef (2001): Das Genre der Nichtdabeigewesenen.
68er
im Wartestand (Teil II): Helden als Hohlformen,
die man mit dem eigenen Lebensgefühl ausfüllte
oder Wie wir als Teenies Jack Kerouac und Sartre
nachspielten,
in: TAZ v. 30.05.
- Kommentar:
KUHLBRODT beschreibt
die Zuspätgekommenen, die
"Zaungäste"
(Reinhard MOHR) bzw. die
"78er-Generation" für die 68
alles war, "was toll und anders
schien, als das Leben um einen herum,
aber eben nicht mehr da. Es gab zwar auch
Reste von 68 in der norddeutschen
Kleinstadt, in der ich aufwuchs (...),
doch das waren nur die Reste eines
Festes, zu dem man leider zu spät
gekommen war, und weil man als
60er-Jahre-Jahrgang zu spät gekommen
war, spielte man eben alles nach.
Das bot sich an. Die Vorlagen für ein
Nachspielen, die Bücher aus der großen
Zeit waren ja erst in den Siebzigern
erschienen und interessierten einen mehr,
als etwa die 68er Lehrer, die so
allmählich eintrudelten:
Vespers
Romanfragment "Die Reise" (77),
Uwe Timms
"Heißer Sommer" (75), die
gesammelten "Kursbücher" von
66-70, Bommi Baumanns "Wie alles
anfing"; auch die Werke der
Beatgeneration, die man irgendwie auch zu
68 zählte, erschienen hier
größtenteils erst in den 70er-Jahren.
Das ging vielleicht zwei Jahre, in denen
wir als Teenager auf der Suche nach der
verlorenen Zeit die Kerouac-Bücher
nachspielten, mit "On the road"
im Gepäck durch die Gegend trampten, vor
allem Musik aus den 60ern hörten. Einmal
fuhr ich sogar nach Hamburg und suchte
lange nach einer 68er-Kneipe, die Uwe
Timm in seinem Buch erwähnt hatte. Die
Helden, die man hatte, waren keine Idole,
sondern eher Hohlformen, die man mit
seinem Lebensgefühl auszufüllen
versuchte."
Der erste
"78er" war Jochen SCHIMMANG,
der in seinem Debütroman "Der
schöne Vogel Phönix" bereits 1979
die Suche nach der verlorenen Zeit
beschrieb. Ein
Single-Roman aus den 70ern, der von einer
"Wahlfamilie" namens K-Gruppe,
Fernliebe,
serieller Monogamie und dem
Altern von Hoffnungen handelt.
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- HECKEL,
Margaret & Tina STADLMAYER (2001):
Migranten gegen das Minus.
Folge 3: Zuwanderung
bremst den Rückgang der Erwerbstätigen
- Doch wenige wollen nach Deutschland,
in: Financial
Times Deutschland
v. 30.05.
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- ZITZMANN,
Marc (2001): Spinner, Spanner, Spontis.
Die dritte Ausgabe von
ArchiLab in Orléans,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 30.05.
- Kommentar:
Wer bei der Trauung
gleich die Scheidung mitdenkt, dem steht
nun eine neue "risikominimierende
Strategie" (Elisabeth
BECK-GERNSHEIM) zur Verfügung.
Nach ZITZMANN wird im Muster-Familienland
Frankreich jede zweite Ehe geschieden.
Von daher ist eine Entwicklung wie das
«Maison du divorce» nur konsequent:
"die eine Hälfte (lässt)
sich abkoppeln und in sichere Distanz zur anderen bringen
(...); die Verbindung mit einem neuen Hauspartner samt
dazugehörigem Partnerhaus ist vorgesehen, ja erwünscht."
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- KÖNIG,
Jens (2001): "Kein Krieg gegen
Singles",
in:
TAZ v. 29.05.
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- BROCK,
Heiner (2001): Das geht richtig ins Geld.
Warum
dürfen die Kosten für erwerbsbedingte
Kinderbetreuung nicht von der Steuer abgesetzt
werden? Ohne Betreuung könnten viele Eltern gar
nicht berufstätig sein. Ein Musterprozess bahnt
sich an,
in: Hamburger
Abendblatt v. 29.05.
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- HECKEL, Margaret/TUTT,
Cordula/KNUST, Cornelia (2001): Kinder haben, Karriere machen.
Folge 2: Familienpolitik gegen das Schrumpfen -
Was Deutschland von seinen Nachbarn lernen kann,
in: Financial Times
Deutschland v. 29.05.
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FTD-Serie: "Die Minus-Gesellschaft" (1)
- FRICKE,
Thomas/HECKEL, Margaret/TUTT, Cordula
(2001): Die Krise hat begonnen.
Folge 1: Immer
weniger, immer älter - Was die
Geburtenflaute für Deutschland bedeutet,
in: Financial
Times Deutschland
v. 28.05.
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SPIEGEL
-Titelgeschichte: Süßer Horror Pubertät.
Die Entmachtung der Eltern |
- FESTENBURG,
Nikolaus von/GATTERBURG,
Angela/KNÖFEL, Ulrike/STEINBACH,
Anna (2001): Narziss und
Schmollmund.
Pflichtbewusstsein,
Anstand, Benehmen - die
Kanzlergattin Doris
Schröder-Köpf fordert unter dem
Beifall vieler Bürger die Eltern
zu mehr Strenge gegenüber ihren
Kindern auf. Doch was helfen
konservative Erziehungsmethoden
gegen die Gefährdungen in der
Pubertät heute?,
in: Spiegel
Nr.22 v. 28.05.
- Kommentar:
In
der gegenwärtigen
Erziehungsdebatte werden
die typischen Themen der
50er Jahre aufgegriffen.
Wie damals wird den
Gleichaltrigengruppen,
den Medien und dem Konsum
ein negativer Einfluss
zugeschrieben:
"Auch
beobachten Experten einen
viel größeren
Konformitätsdruck als
früher: Die
Bereitschaft, jemanden
auszugrenzen, weil er die
falschen Schuhe, das
falsche Handy, den
falschen Haarschnitt hat,
ist groß.
Was falsch und richtig
ist, bestimmt die Clique,
und die Wahrheit der
Clique ist häufig die
Wahrheit, die die Medien
proklamieren."
Die
Autoren behaupten, dass
die Macht von Cliquen an
die Stelle von
literarischen Gegenwelten
getreten sei. Diese
Aussage gilt sicherlich
nicht für die
Nachkriegszeit. Die
zitierten literarischen
Figuren "Madame
Bovary",
"Tonio
Kröger" und
"Törless"
haben ihre Verbreitung
erst durch die
Bildungsexpansion in den
60er Jahren gefunden und
mussten damals bereits
mit Radio und TV
konkurrieren. Der
Nachweis, dass heute der
Konformitätsdruck
stärker sei als früher,
dürfte ebenfalls schwer
fallen.
- SPIEGEL
(2001): "Bloß keine
Tolle".
Der
Sänger und Teenie-Star Sasha,
29, über Statussymbole,
Gruppendruck und Frust in der
Pubertät,
in: Spiegel
Nr.22 v. 28.05.
- THOMÄ,
Dieter (2001): "Eltern sind
Extremisten".
Der
Philosoph Dieter Thomä über die
Nöte der Pubertät, die
zweifelhafte Vorbildrolle der
Eltern und die Brüchigkeit
familiärer Bindungen in der
Spaßgesellschaft,
in: Spiegel
Nr.22 v. 28.05.
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- BEIKLER,
Thomas (2001): Warum wir die PID brauchen.
Für viele, die ein Kind
wollen, ist die Präimplantationsdiagnostik die
einzige Chance,
in: Tagesspiegel v. 28.05.
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- MENAND,
Louis (2001): The seventies show.
What
did the decade mean?
in: The New Yorker v.
28.05.
- Kommentar:
MENAND argumentiert
mit Francis FUKUYAMAs "The Great
Disruption" von 1999 und Paul
BERMANs "A Tale of Two Utopias"
gegen Bruce J. SCHULMAN und David FRUM.
etztere
wollen den Generationen (Generation
X usw.), die nach den
68ern ("Baby Boomer") kamen und
in den 70ern ihre Prägung erhalten
haben, eine Stimme geben. Auf Deutschland
bezogen geht es also um die
Generation
Golf oder die
78er:
"Seventies people think that changes
in style and taste are where meaning is
really lodged. They are the last people
in America to believe that keeping up
with popular culture is an intellectual
duty."
Der 70er Jahre (Irr-)glaube
besteht für MENAND darin, dass
persönliche Lieblingssongs als
Schlüssel zur nationalen Psyche
angesehen werden. Oder allgemeiner: der (BoBo- oder
Feministischen) Konsumkultur wird eine
Prägekraft zugeschrieben, die sie gar
nicht besitzt.
MENAND
kritisiert den kompensatorischen
Charakter der gegenwärtigen
Konsumkultur:
"Does the fact that we
now have a choice among thirteen kinds of
designer coffee mean that there is more
real choice in American life, or less? Do
people spend three dollars for a cup of
coffee because they feel they can afford
anything they want, or because they feel
they can't, and overpaying for coffee
helps them compensate for the fact?"
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- ZSOLNAY,
Robert (2001): Ein Haus zum Wohlfühlen.
45 Menschen haben eine
Genossenschaft gegründet und einen Altbau zu
einem Familienidyll umgebaut,
in: Süddeutsche Zeitung v.
28.05.
- Textauszug:
"Eltern der
Kinder in der Haidhauser Metzstraße
haben sich unter dem Dach der
'Genossenschaft für selbstverwaltetes,
soziales und ökologisches Wohnen'
zusammengetan, um sich ein Zuhause nach
ihren Vorstellungen zu ermöglichen. Ziel
der Genossenschaft ist es unter anderem,
unterschiedliche Haushalts- und
Lebensformen zu vereinen. Zwei der Kinder
in der Metzstraße 31 sind behindert, und
in einer der Wohnungen hat ein ehemaliger
Obdachloser wieder Fuß gefasst.
Die 45 Erwachsenen, darunter auch
Alleinerziehende und Singles, sind
Genossen und damit Mieter und Vermieter
zugleich."
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- NEUMANN, Gabi
(2001): Marburg 2050: Rentner prägen das
Straßenbild.
Als Studentenstadt ist
Marburg heute bekannt, doch junge Menschen werden
weniger. In 20 Jahren werden die Rentner die
Studenten in der Bevölkerungsstatistik
überholen,
in: Oberhessische Presse v.
28.05.
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Coverstory:
Family's New Faces
- KANTROWITZ,
Barbara & Pat WINGERT (2001):
Unmarried, With Children.
Today's single
mothers may be divorced or never-wed,
rich or poor, living with men or on their
own. But with traditional households in
decline, they're the new faces of
Armerica's family album,
in: Newsweek v.
27.05.
- SPRINGEN,
Karen (2001): Is It Healthy For the Kids?
Unconventional
families can give children the love,
stability and support they need - but
it's much tougher,
in: Newsweek v.
27.05.
- QUAYLE,
Dan (2001): Why I Think I'm Still Right.
Since the flap over
"Murphy Brown," American
families have come under even more
pressure,
in: Newsweek v.
27.05.
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- ORG,
Luci van (2001): Tanztrieb.
Erst
abchecken, dann anmachen und zum Schluss
abschleppen: Mittwochnacht tummeln sich im
"Far Out" die Singles ab 30,
in: Berliner Illustrierte
Zeitung. Beilage der Berliner Morgenpost v.
27.05.
- Kommentar:
Ein typischer
Single-Bericht für die Familien der
Neuen Mitte.
Denken Sie
gerade an Scheidung? Dann machen Sie es
wie VAN ORG. Gehen Sie in die Disco und
schauen sich die Swinging Singles an,
danach sind Sie wieder mit ihrem
Ehepartner zufrieden und denken bis zur
nächsten Woche nicht mehr an Scheidung.
Es gibt
nur ein Problem: Die Dosis an
Single-Elend muss von Mal zu Mal höher
dosiert werden, um den Ehepartner weiter
ertragen zu können oder es kommt noch
schlimmer: Sie finden die große Liebe!
Dies ist
einer der Gründe, warum die Kontroverse
"Familien contra Singles" so
emotional geführt wird...
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- KNEUBÜHLER,
Andreas (2001): Schweiz wird immer verstockter,
Stockwerkeigentum
ist die Zukunft - vor Problemen gefeit ist man
damit aber nicht,
in: Sonntagszeitung v.
27.05.
- Inhalt:
KNEUBÜHLER
berichtet über die Nachfrage nach
städtischen Eigentumswohnungen:
"Neben Ehepaaren, deren Kinder
bereits aus dem Haus sind, gibt es (...)
einen weiteren, eher neuen Kundenkreis
für diese Wohnform: gut verdienende
Singles, die auf dem Markt keine
geeignete Mietwohnung finden, aber
genügend Geld für eine trendige Loft-
oder Maisonette-Wohnung zur Verfügung
haben. Gemeinsam ist beiden Gruppen, dass
sich ihr Interesse auf die Angebote in
den Städten konzentriert. Und dass sie
beispielsweise in der Stadt Zürich kaum
noch geeignete Objekte finden."
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- SUTER,
Martin (2001): "Sich entspannen und Spass
haben können Bobos nicht".
David
Brooks über positive Eigenschaften und die
Schwachpunkte der Bobos,
in: Sonntagszeitung v.
27.05.
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- KRAUße,
Dagmar (2001): Pilcher's Place,
in:
Welt am Sonntag v. 27.05.
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- PESCHEL-GUTZEIT
(2001): Kinder sind ein Signal.
Das Thema Familie zählt
zurzeit zu den beliebtesten bei Politikern aller
Parteien. Doch nur wenige zeigen sich in der
Öffentlichkeit mit ihren Kindern oder Ehefrauen.
Dies hat womöglich eine fatale Vorbildwirkung,
meint Hamburgs Justizsenatorin,
in: Welt am Sonntag v.
27.05.
- Kommentar:
"Leben wir
Politiker und Politikerinnen in der
Öffentlichkeit nicht so, als wären wir
kinderlos? Und wenn das so ist, was ist
der Grund? Nun, was mich selbst angeht,
so haben meine drei Kinder mich, als ich
in die Politik berufen wurde,
eindringlich gebeten, sie nicht in der
Öffentlichkeit 'vorzuführen'. Sie
wollen ihr eigenes Leben führen",
gesteht Frau PESCHEL-GUTZEIT,
um danach zur Aufgabe der Medien zu kommen:
Politiker, die ihre Kinder
sichtbar machen und auf sie Rücksicht nehmen, zu
unterstützen und nicht publizistisch abwerten. Sonst könnte
nämlich bei jüngeren Menschen der Eindruck entstehen, dass
nur Kinderlosigkeit eine Karriere verheißt."
Da fragt
mach sich eher: Ist es nicht so, dass das
Kinderhaben vom Statistischen Bundesamt
weggerechnet wird? Eltern sind
überwiegend statistisch unsichtbar und
die Medien haben dies durch ihre
Berichterstattung noch verstärkt. Von
einer "bedrohlichen
Kinderlosigkeit" kann nicht
gesprochen werden, wenn heute in
Deutschland wesentlich
mehr Kinder geboren
werden als 1978.
Wenn es
ein Problem gibt, dann vor allem deshalb,
weil nach einem außergewöhnlichen
Baby-Boom wieder typische Kohorten folgen
und es in den neuen Bundesländern einen
wiedervereinigungsbedingten
Geburtenausfall gab.
Die hohe
lebenslange Kinderlosigkeit trifft vor
allem die bildungsabhängigen
Mittelschichtfrauen. In der zukünftigen
Wissensgesellschaft ist die
Bildungsabhängigkeit jedoch noch
größer, d.h. wer das Problem im
Vorbildcharakter (siehe hierzu auch das WELT-Interview
mit dem Parteivorsitzenden der Grünen
Fritz KUHN) und nicht
in den Strukturen unserer Gesellschaft
selbst sieht, der wird an der
zukünftigen Geburtenentwicklung nichts
ändern.
Aber
vielleicht gibt es ja demnächst neue
Kinderstars. So wie man heutzutage
Gesellschafter mieten kann, werden sich
Kinder demnächst ihr Taschengeld als
Vorzeigekinder von Politikern verdienen
können, wenn deren eigene Kinder keinen
Bock auf diesen Job haben oder gerade
durch Schulaufgaben behindert sind.
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- SCHMID, Peter
A. (2001): Auswege aus der allgemeinen
Verunsicherung.
Sozialpolitik ist die beste
Sicherheitspolitik
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 26.05.
- HUSI, Gregor
(2001): "Sicher ist, dass nichts mehr sicher
ist".
Versuch über die
verschiedenen Gesichter der Unsicherheit,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 26.05.
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- WAGNER,
Susanne (2001): Friedenskuss, Bruderkuss,
Freundschaftskuss, Elternkuss und erotischer
Kuss,
Von sozialen, zensurierten
und unsichtbaren Küssen,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 26.05.
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- RATH,
Christian (2001): "Wahlfreiheit für
Eltern".
Die
Pflegeversicherung muss so umgestaltet werden,
dass Kinderlose höhere Beiträge zahlen als
Eltern. Das hat das Bundesverfassungsgericht im
April entschieden. Doch finanzielle
Vergünstigungen sind nur ein kleiner Teil
familienfreundlicher Politik, sagt Renate Jaeger,
Richterin im Ersten Senat,
in: TAZ v. 26.05.
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- KAMANN, Matthias
(2001): Der Familie ist alles zuzutrauen,
in:
Welt v. 26.05.
- Inhalt:
KAMANN sieht das
Gemeinsame der Bio-Ethik-Debatte und der
Erziehungsdebatte darin, dass Eltern als
unverantwortliche Egoisten angesehen
werden:
"Ehe
und Familie genießen das besondere
Misstrauen der Gesellschaft", ist
seine These und Schuld daran sind die
68er. Dieser " Generalverdacht
gegenüber den Eltern und ihrem
Egoismus" ist nach Meinung von
KAMANN kontraproduktiv, denn ohne
"Egoismus bekäme niemand Kinder,
man will sich ja reproduzieren".
Sein
Fazit:
"Wenn der elterliche
Egoismus unter Generalverdacht gerät, kann Erziehung nicht
stattfinden. Sie braucht wegen der unverzichtbaren
Intensität der Beziehung zum Kind einen Entfaltungsraum des
Elternwillen. Ihn muss die Gesellschaft unterstützen, gewiss
kontrollieren, vor allem bejahen."
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- KLUGE,
Jürgen (2001): Mehr Flexibilität für Kinder!
in:
Welt v. 26.05.
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- MÜLLER-ULLRICH,
Burkhard (2001): Eine Großstadt taucht auf.
Plötzlich hat New York fast
eine Million Einwohner mehr: Die überraschenden
Ergebnisse der jüngsten Volkszählung in den
USA,
in: Süddeutsche Zeitung v.
26.05.
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- RITZER, Uwe
(2001): Eine etwas andere deutsche Familie.
Zwölf Kinder sind ihr
Lebensinhalt. Die Schmids ärgern sich nur, wenn
sie wegen ihres Kinderreichtums als
"asozial" angesehen werden,
in: Süddeutsche Zeitung v.
26.05.
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- CLAUDI,
Ulrike (2001): Der Zweikampf der Nomaden.
Wüste oder Wohnwagen: Wie
man sich dem Ideal des total mobilen Lebens
annähert,
in: Süddeutsche Zeitung v.
26.05.
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- KNEISEL,
Christiane (2001): Gefangen zwischen Leidenschaft
und langer Weile.
Wie leben Paare heute? Wie
haben sich Beziehungen an der Schwelle zum 21.
Jahrhundert gewandelt? Mit
"Wahlverwandtschaften - Beziehungen
heute" beschäftigte sich ein Symposium in
Weimar, zu dem kürzlich der Arbeitskreis
"Zweite Moderne" vom Freundeskreis
Weimar 99 eingeladen hatte. Zu Gast war auch der
Soziologe, Familienforscher und Familientherapeut
Prof. Dr. Bruno Hildenbrand. Er sprach über das
Verhältnis von Tradition und Wandel in
Paarbeziehungen,
in: Ostthüringer Zeitung
v. 25.05.
- Kommentar:
Der Soziologe
HILDENBRAND rückt einige der typischen
Missverständnisse unserer angeblichen
"Single-Gesellschaft" zurecht:
"Traditionelle Verpflichtungen
zwischen den Generationen sind in der
Stadt noch stärker als auf dem Land
verankert (...). Über die Hälfte der
Kinder hierzulande lebt in knapper
Entfernung zu den Großeltern (...).
Vielfach wird heute die
multilokale
Mehrgenerationenfamilie bevorzugt.
Die Generationen verteilen sich auf
mehrere Wohnungen, bilden eine Intimität
auf Distanz."
Die
Zunahme der Singles ist für HILDENBRAND das Ergebnis
eines veränderten Lebenslaufregimes:
Singles "gibt es deshalb,
weil die Phasen des Nicht-Paarförmig-Zusammenlebens auf den
gesamten Lebenszyklus gerechnet, länger geworden sind.
Früher lag das durchschnittliche Heiratsalter in der
Arbeiterfamilie bei 21 bis 23 Jahren, bei Mittel- und
Oberschicht bei 25, 26. Das alles hat sich um drei bis vier
Jahre nach hinten verlagert, was die Singlephase verlängert.
Hinzu kommt: Die Ausbildung ist länger. Die Zeiten mit
Kindern im Haus haben sich verlängert - besonders Söhne
schätzen das »Hotel Mama«.
Und durch die Entkoppelung
von Nachwuchs zeugen und Erotik betreiben, wird
Partnerschaft mehr ausprobiert. Aber auf den gesamten
Lebenszyklus berechnet, heiraten immer noch 80 Prozent."
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- RACK, Jochen
(2001): Haus aus Hauch.
Das Eigenheim als metaphysischer Ort und als
Falle,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.05.
- Kommentar:
Mit dem
Single-Dasein wird
Mobilität/Heimatlosigkeit und mit der
Familie wird Sesshaftigkeit/Heimat
assoziiert. Das Eigenheim ist dafür das
Symbol. RACK schreibt dazu:
"Das
Eigenheim ist ein imaginierter Ort des
gelungenen Lebens, eine bürgerliche
Utopie: 'Wir geben ihrer Zukunft ein
Zuhause', wirbt mit feinem Gespür für
die Sorgen ihrer Kunden die Bausparkasse
LBS und verspricht mit dem Eigenheim
Geborgenheit und Sicherheit in einer
immer unübersichtlicher werdenden
Kultur: das Heim als Heimat."
RACK
sieht den Ursprung der "Eigenheim-Bewegung" in den 1920er
Jahren:
"eine Geburt der
Inflationskrise, in der man gelernt hatte, dass Geld
vergänglich ist, immobile Güter aber beständig sind".
Aber
möglicherweise erweist sich das Eigenheim letztlich als
Falle:
"Die Sehnsucht des
Menschen in seiner 'ungeselligen Geselligkeit' (Kant) vor
den Nachbarn und der Geschichte die Tür zuzumachen und in
seinem Eigenheim als bürgerlicher Robinson wie auf einer
einsamen Insel inmitten der Massenkultur zu leben, schlägt
um in zerstörerischen Autismus".
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- CONAN, Eric
(2001): Mai 68: La génération gâtée.
Ils on eu de la chance, les
soixante-huitards, d'être, au bon moment, les
acteurs d'un mouvement de contestation. Nombre
d'entre eux l'ont transformé en instrument de
pouvoir. Mais aujourd'hui, gare à ceux qui les
contestent.
in: L'Express v. 24.05.
- Kommentar:
Frankreich ist
angeblich einig Familienland, ein
Vorbild, das den Deutschen ständig
vorgehalten wird, aber auch die Franzosen
haben ihren Generationenkonflikt. Die
"Generation
Golf" der Franzosen
(génération du baby-boom) neidet den
68ern (soixante-huitards) genauso ihren
"unverdienten" Wohlstand wie
hierzulande:
"pour la première fois dans
l'Histoire, une génération aura mieux
vécu que les suivantes. En 1975,
l'écart moyen entre le salaire des
quinquagénaires et celui des
trentenaires était de 15%; en 1995, il
est passé à 40%: le pouvoir d'achat des
quinquagénaires a progressé de 35%,
tandis qu'a baissé celui des
trentenaires, qui, même diplômés,
mettent plus de temps à trouver un
emploi fixe et dont la promotion est
bloquée par des quinquagénaires dont
ils devront payer les belles retraites...
Durant les Trente Glorieuses, les vieux
ont été sacrifiés au profit de la
génération du baby-boom et, depuis les
années de crise, c'est au tour des
jeunes de souffrir pour que ses
privilèges de génération gâtée ne
soient pas touchés."
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- STEINMEIER,
Frank-Walter (2001): Immer älter, immer weniger
- Das Bevölkerungsproblem,
in:
Welt v. 23.05.
- Kommentar:
"In einer auf
Flexibilität und Selbstverwirklichung
angelegten Zeit stellt die Entscheidung
für ein Kind eine langfristige
Festlegung dar, die für Frauen mit
erheblichen beruflichen Risiken verbunden
ist. Besonders gut ausgebildete Frauen
wollen sich diesem Risiko oft nicht
aussetzen, weshalb der Prozentsatz der
Frauen, die innerhalb eines Jahrganges
kinderlos bleiben, in nur acht Jahren von
15 Prozent (Geburtsjahrgang 1950) auf 23
Prozent (Geburtsjahrgang 1958) empor
geschnellt ist", schreibt
STEINMEIER.
Dies ist
nicht erstaunlich, aber es hat weniger
mit der viel beschworenen
Selbstverwirklichung zu tun, sondern mit
der Tatsache, dass Mitte der 70er Jahre
die Vollbeschäftigungsgesellschaft ihr
Ende fand. Jugend- und
Akademikerarbeitslosigkeit wurden zu den
Schlagworten jener Zeit und das
"Ende der Arbeit" wurde
debattiert.
Die
Ausnahme war der Baby-Boom der
Wirtschaftswunderzeit und nicht der
"Geburtenrückgang", den
STEINMEIER nicht als Rückgang der
Kinderzahl pro Frau, sondern als
Rückgang der Frauen, die überhaupt
Kinder gebären, beschreibt. STEINMEIER
suggeriert damit aber auch, dass sich
dieser Rückgang im gleichen Masse
fortsetzen wird. Dies ist jedoch
fraglich.
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- PÖTTER,
Bernhard (2001): Das Trotzdem-Prinzip.
Kinder
machen arm - aber ein VW Golf auch. Extremsport
ist normal - dafür gelten inzwischen Eltern als
extrem,
in: TAZ v. 22.05.
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- HÜLSMEIER,
Christian (2001): Familienpolitik.
Kindgerechte
Arbeitswelt als Zukunftsvorsorge,
in: Hintergrund
Politik. Sendung des DeutschlandRadio
v. 22.05.
- Kommentar:
"Schon heute
sind Familien nur noch eine
gesellschaftliche Minderheit. Lediglich
in einem Drittel aller Haushalte leben
Eltern und Kinder. Die übrigen beiden
Drittel bilden Single-Haushalte und Paare
ohne Kinder",
was HÜLSMEIER mit
solch einem Satzungetüm sagen möchte?
Ein Tipp: Wenn jede Familie einem Single
und einem Paar Asyl gibt, dann ist die
Haushaltswelt wieder in Ordnung. Dann
gibt es nur noch Haushalte mit Kindern,
aber was hat das mit Minoritäten oder
der Geburtenentwicklung zu tun?
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Neue SZ-Serie: Die
Situation der Familien in der Großstadt
- BERTH,
Felix & Monika MAIER-ALBANG (2001):
Der Münchner Alltag - kein Kinderspiel.
Zu wenige Krippen
und Kindergärten, aber viele
Kulturangebote: Frust und Freude der
Eltern,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 22.05.
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- NOLTE,
Dorothee (2001): Kinder, Küche, Karriereknick.
Die
"Ego-Gesellschaft" will keine Kinder,
sondern Freiheit und Konsum. Das hört man
allerorten. Aber es stimmt nicht. Viele Frauen
wollen Kinder - und haben Angst davor. Mit guten
Gründen. Denn Mutter zu sein heißt oft, auf
gute Jobs zu verzichten,
in: Tagesspiegel v. 19.05.
- Textauszug:
"Das Dümmste
wäre es, jetzt einen Verteilungskampf
zwischen Kinderlosen und Eltern zu
inszenieren. Im Gegenteil: Die Kluft
zwischen beiden in der Alltagswelt
müsste kleiner werden. Warum nicht die
Kinderlosen, wenn sie es denn wollen, am
Leben mit Kindern teilhaben lassen, so
wie es in traditionellen Gesellschaften
ganz natürlich der Fall ist? Warum gibt
es keine Kultur der (nicht-leiblichen)
Onkels und Tanten? Warum begegnen Eltern
Kinderlosen oft mit dem unausgesprochenen
Misstrauen, sie machten eh alles falsch?
Warum fühlen sich Kinderlose Kindern
gegenüber oft unsicher, weil scheinbar
naturhaft defizitär? Kinder gehören
nicht ihren Eltern allein, und Eltern und
Kinderlose sind sich ähnlicher, als man
denkt. Berufstätige Mütter mit späten
Kindern wissen das vielleicht am besten.
Schließlich sind wir selbst lange genug
kinderlos gewesen."
- HUGUES,
Pascale (2001): Mütter.
Sonderfall
Deutschland,
in: Tagesspiegel v. 19.05.
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OESTREICH,
Heide (2001): "Uns gehen die Arbeitskräfte
aus".
Seit
Donnerstag ist der Weg für ein höheres
Kindergeld frei. Eltern mit Kinder sollen
monatlich 300 Mark erhalten. Mehr Kindergeld ist
fein, wird die Lust auf mehr Kinder aber kaum
steigern, vermutet Familienforscher
Wassilios Fthenakis,
in: TAZ v. 19.05.
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- HORSTMANN,
Angela (2001): Die starke Gemeinschaft der
Frauen.
Die Beginen-Bewegung erwacht
zu neuem Leben,
in: Bonner Rundschau v.
18.05.
- Kommentar:
"'Wir sind
nicht gegen Männer, sondern für
Frauen.' Und so sind Männer bei den
Veranstaltungen der Kölner Beginen (...)
willkommen. Die modernen Beginen seien
eben alles andere als 'ahl Bejin', wie es
das kölsche Schimpfwort für alte
Jungfern vermuten lässt", lernen
wir von HORSTMANN. Ob dann auch Männer
im geplanten Kölner Beginenhof wohnen
dürfen, oder ob so weit die Toleranz
dann doch nicht geht?
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- LEICHT,
Robert (2001): Und das Wohl der Kinder?
Die
Debatte krankt daran, dass die Eltern-Interessen
im Mittelpunkt stehen,
in: Tagesspiegel v. 18.05.
- Kommentar:
Es sollte
misstrauisch machen, wenn jemand seine
Meinung hinter dem "Kindeswohl"
verstecken muss. Dann doch lieber gleich:
"Kinder an die Macht!"
- Ein
Buch, in dem Kinder selbst zu
Wort kommen und nicht nur
Anwälte von Kindern:
DEMIRKAN,
Renan (HG.)(2001): Der Mond, der
Kühlschrank und ich.
Heimkinder erzählen, Köln:
Kiepenheuer & Witsch
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- GEHRMANN,
Wolfgang (2001): Schon 51? Ab in den Garten!
Der
Energiekonzern RWE verjüngt seine Belegschaft -
auf Kosten der Sozialkassen. Die Arbeitsämter
wollen nicht länger mitspielen, die Frührentner
könnten die Dummen sein,
in: Die ZEIT Nr.21 v.
17.05.
- Kommentar:
Die Ökonomen -
jene, die NICHT in der Wirtschaft
arbeiten, sondern am Theoriegebäude
stricken - haben ein Patentrezept für
die Lösung der gestiegenen
Lebenserwartung: Die Erhöhung der
Lebensarbeitszeit. Die Ökonomen, die in
der Wirtschaft arbeiten, sehen das jedoch
ganz anders.
Die
Österreicher sind da schon weiter: sie
wollen ihre Alten gleich ins Ausland
exportieren: "Inländer raus!"
heißt die Devise. Weitergedacht:
Nicht mehr
Abfindungen für Arbeitnehmer, sondern
Abfindungen für Rentner!
Wer
freiwillig seinen Lebensabend im Ausland
verbringt und seinen deutschen Wohnsitz
aufgibt, der tut schließlich etwas für
die Bevölkerungsentwicklung. Die
Geburtenrate könnte so elegant auf über
2 erhöht werden. Noch billiger: Bevor
der Tod eintritt, wird der Wohnsitz ins
Ausland verlegt.
Wo niemand
mehr stirbt, gibt es schließlich kein
Geburtendefizit!
Unsere
Politiker sind einfach nicht findig
genug, obwohl sie ja bei der Änderung
der Arbeitslosenstatistik schon auf dem
richtigen Weg sind...
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- AFHELDT,
Heik (2001): 65 Millionen reichen auch.
Besser
leben in Schrumpfgermanien? Wenn die
Einwohnerzahl zurückgeht, ist das keine
Katastrophe,
in: Die ZEIT Nr.21 v.
17.05.
- Kommentar:
Die Rentenreform ist
beschlossen, jetzt dürfen auch die
Kritiker der
Rhetorik
des Aussterbens wieder
etwas sagen:
"Man
kann hoffen, die
Bevölkerungsprognostiker hätten sich -
wieder einmal - kräftig geirrt. So wie
der Ökonom Malthus, der seinerzeit eine
säkulare Hungersnot als Folge der
schnell wachsenden Erdbevölkerung
vorausgesagt hat. Oder wie eine
Vorhersage der sonst so treffsicheren
Prognos AG: Dort prophezeite man 1976,
die Bevölkerung in der Westrepublik
werde 1990 um mehr als 5,2 Millionen
kleiner sein und dann nur noch knapp 57
Millionen Köpfe zählen. Vor allem die
Zahl der Ausländer werde in dieser Zeit
von 4,1 auf 2,6 Millionen zurückgehen.
Und damit auch die Zahl der Arbeitslosen.
Aber dann waren es 1990 fast 5,4
Millionen Ausländer und insgesamt 63
Millionen Menschen in
Westdeutschland".
AFHELDT
beschuldigt die Bevölkerungsprognostiker
zu Unrecht! Sie können gar nicht irren,
sie können höchstens von falschen
Prämissen ausgehen. Und
Herwig BIRG
bekennt offen im SPIEGEL ONLINE Interview vom 26.01.2001:
"Könnte auch Ihre Studie
irren?
Birg: Die
irrt mit Sicherheit in dem Sinne, dass
sie nie genau ins Schwarze treffen kann.
Das ist aber auch gar nicht der Anspruch.
Diese Prognosen sollen ja gar nicht
eintreffen."
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- JÄHNER,
Harald (2001): Alte Kids und neue Kinder,
in:
Berliner Zeitung v. 17.05.
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- EBBINGHAUS,
Uwe (2001): Leben wir in der Neidgesellschaft?
in:
FAZ.Net v. 17.05.
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- BRUNS, Tissy & Stephan
HASELBERGER (2001): Ab in die Mitte,
in:
Welt v. 16.05.
- Kommentar:
"DIE WELT: In
der Grünen-Spitze sind Sie der Einzige,
der Kinder hat.
Kuhn: Es gibt eine ganze Reihe
profilierter Grüner mit Kindern. Ich
will aber, dass in der Partei auch
diejenigen für Kinder einstehen, die
selbst keine haben. Wir müssen die
Spaltung der Gesellschaft in Eltern und
Kinderlose überwinden, wenn Deutschland
kinderfreundlicher werden soll."
Herr KUHN
geht von einem Kinderlosen-Begriff aus,
der an der Realität dieser Gesellschaft
vorbeigeht. Wer nur Haushalte mit Kindern
als Familien ansieht, der schafft erst
die Spaltung der Gesellschaft in Eltern
und Kinderlose, die in dieser Weise gar
nicht vorhanden ist.
Familie
wird heutzutage mehrheitlich als
multilokale
Mehrgenerationen-Familie gelebt.
Wer dies ignoriert, der möchte
"böse" Eltern, deren Kinder
aus dem Haus ausgezogen sind oder
vorzeitig gestorben sind (Haushalte ohne
Kinder) gegen "gute" Eltern,
die mit ihren Kindern zusammenleben
(Haushalte mit Kindern) ausspielen.
KUHN
möchte keine Pluralität der
Familienformen, sondern Familien im Sinne
der "50er-Jahre-Familienidylle".
KUHN
möchte den Begriff der
"Nachhaltigkeit" in die
Familienpolitik einführen. Dies ist aber
nur ein weiterer Schritt zur
Verdinglichung von Kindern. Haben die
traditionellen Parteien die Kinder schon
zum gesellschaftlichen Leistungsträger
stilisiert, was den ökonomisch denkenden
"Homo Oeconomicus" voraussetzt
und das Kind analog zum
"Arbeitnehmer" auffasst, so
wollen die Grünen Kinder nun als eine
neue Art von "nachwachsenden
Rohstoffen" ansehen. Dies setzt den
"Homo oecologicus" voraus, der
Kinder als Produkt auffasst, das dem
Ressourcenmanagement zu unterwerfen ist.
Weit und breit ist keine Partei sichtbar,
die sich für Kinder "um der Kinder
willen" einsetzt. Sie sind Mittel
zum Zweck: Entweder zur
Wohlstandssicherung der Rentner oder als
potentielle Arbeitsmarktteilnehmer.
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- HIRSCH,
Anja (2001): Warum lacht der Mensch?
Der
Schriftsteller Wilhelm Genazino über das
Verhältnis von Witz und Komik, Lachen und
Lächerlichkeit, Scham und Schadenfreude,
Humorindustrie und Trostindustrie, und was die
Bahn mit Wittgenstein verbindet,
in: Tagesspiegel v. 16.05.
- Kommentar:
Wilhelm GENAZINO ist zu
Unrecht in Deutschland fast unbekannt.
Während auf den 34. Mainzer Tagen der
Fernsehkritik zum Thema "Fernsehen
für die Spaßgesellschaft" zwar
viel geredet wurde, aber der Kern der
"Spaßgesellschaft" verfehlt
wurde, stellt GENAZINO tiefer gehende
Überlegungen an:
"Was
ist denn Sache?
Das sich fortlaufend selbst verfehlende
Leben und der Trost, der sich darüber
erfinden muss. Die Humorindustrie ist ja
eine Trostindustrie. Es gibt einen Bedarf
dafür - nicht etwa, weil die Menschen
etwas zu lachen haben müssen, sondern
weil sie Grund haben, etwas in die Ecke
zu lachen, was auf andere Weise nicht
verschwindet (...).
Ist das Gefühl der Ohnmacht, eine
zentrale Erfahrung aller Protagonisten in
Ihren Büchern, immer noch wichtig für
Sie?
Es ist nach wie vor zentral. Die komische
Empfindung ist auch ein Ausfluss dieser
Ohnmacht. Man muss sich erst einmal
ohnmächtig fühlen, ehe man komisch
wirken kann. Man muss in der vollkommenen
Totenstarre der Probleme gelebt haben,
ehe man über sie lachen kann."
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- KLEIN,
Georg (2001): Das englische Exil.
Heimatkunde
(19): Heimatlos sind wir, wo wir radebrechend ins
Leere tasten. Im Raum der deutschen Sprache,
in: Frankfurter Rundschau
v. 16.05.
- Inhalt:
Der Shooting Star
der deutschen Literaturszene
Georg KLEIN
macht sich Gedanken über die Deutschen
und ihren neuesten Weg zum "Volk
ohne Raum":
"Am
Strand von Fuerteventura (...) haben
meine Frau, unsere Söhne und ich (...)
deutsche Heimatvertriebene kennengelernt:
Ein kinderloses Ehepaar Mitte Sechzig,
beide Zahnärzte im Ruhestand, die fast
das ganze Jahr auf den Kanaren
verbringen. (...) Sie seien beide als
Kinder mit demselben Treck aus
Ostpreußen geflohen. Die Erinnerungen an
Ihre Geburtsstadt Königsberg sei nur
schwach, um so deutlicher aber habe sich
die Abneigung, ja Feindseligkeit
eingeprägt, mit der die süddeutschen
Einheimischen die Flüchtlingsfamilien
aufgenommen hätten (...). Wir
Kurzzeiturlauber waren uns nicht ganz
sicher, wieso diese beiden schwäbischen
Ostpreußen, warum diese deutschen
Zahnärzte im Exil so beklemmend rührend
auf uns wirkten (...) Und als ich die
beiden, an unserem Abreisetag, noch
einmal im Kreis von Landsleuten in einem
Café sitzen sah und laut Deutsch
sprechen hörte, kam mir plötzlich die
alte angstschwangere Nazi-Phrase vom
'Volk ohne Raum' in den Sinn. Wie viele
moderne Völker und Völkchen sind wir
Deutsche dabei, ein Volk ohne Raum zu
werden. Immer mehr Menschen bedeutet es
wenig, wo sie ihre Mutter geboren hat,
wohin sie die Wechselfälle der
Ausbildung und des Erwerbslebens bis
jetzt geführt haben und noch führen
werden (...). Welchen Raum kann ein
Heimatverlorener noch verlieren? (...) Er
sucht, ob er es sich eingesteht oder
nicht, einen TV-Kanal, auf dem Deutsch
gesprochen wird (...). Heimat hat heute,
wer noch eine Sprache sein eigen nennt,
die eine ganze Welt fassen kann.
Heimatlos sind wir, wo wir radebrechend
ins Leere tasten (...). Wer Sprachraum
aufgibt, wer eine Tür seiner
Muttersprache nach der anderen zuwirft,
als wollte er bestimmte Zimmer nie mehr
betreten, der treibt sich selbst ins
Exil."
Während
in der heutigen Zeitgeist-Debatte
Deutschland als ein "Raum ohne
Volk" thematisiert wird, dreht KLEIN
quasi den Spieß um. Jeder kann sich
selbst seinen Reim darauf machen, was
KLEIN damit sagen möchte...
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom 01. bis 15. Mai 2001
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Bitte beachten Sie:
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[
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