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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
     
       
     
       
       
   

News vom 16. - 31. Mai 2002

 
       
     
   
Zitat des Monats:
"Einer meiner ersten bezahlten Jobs bestand in der freien Mitarbeit als Szene-Reporterin in der Frankfurter Prinz-Redaktion. Auch dort wurden Lifestyle-Trends gemacht beziehungsweise frei erfunden. Oder gab es sie wirklich? Man konnte nie sicher sein, was zuerst da war, der Trend oder die Idee des Trends."
(Katja Kullmann in "Generation Ally", 2002)
 
       
   
  • DPA (2002): Geräusch-CD für einsame Singles,
    in: Thüringer Allgemeine Zeitung v. 31.05.
    • Kommentar:
      Die Agenturmeldung wird von der Zeitung mit dem Bild einer Frau im mittleren Lebensalter präsentiert. Die Frau sitzt allein in einem leeren Straßencafé. So soll Einsamkeit angeblich aussehen. Die CD wird angepriesen mit den Worten:
                  "Realitätsnahe Stücke wie »Noch kurz die Zeitung lesen«, »Zwischendurch einen Cappuccino« oder auch »Jeder muss mal« führen mehr oder weniger einfühlsam vor, was man alles verpasst, wenn man sein Leben als Single verbringt".
                  Wann kommt die Geräusch-CD für frustrierte Paare und Eltern? Der Markt dafür müsste angesichts des Gejammers der Paartherapeuten und Familienrhetoriker eigentlich wesentlich größer sein als jener für einsame Singles.
 
   
  • KLEEMANN, Volker (2002): Zu hohe Steuern für Alleinerziehende?
    Nach Richter-Spruch musste die Bundesregierung das Steuerrecht erneuern - Alleinerziehende: Das ging zu unseren Lasten!
    in: Saarbrücker Zeitung v. 31.05.
 
   
  • KÖCHLI, Yvonne-Denise (2002): Mütter können nicht gewinnen.
    Kinder, Mann, Beruf – zu viele unberechenbare Grössen für die Frau. Der Stress beginnt schon vor dem Gebären und wird nachher nicht kleiner. Der grosse Report über ein grosses Dilemma,
    in: Weltwoche v. 30.05.
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2002): Hinein ins immer schon Gesagte.
    in: TAZ v. 30.05.
  • SCHÄFER, Frank (2002): Erzählen aus dem Geist der Plattensammlung.
    Das Plattenarchiv erweist sich in der Pop-Literatur als biographisches System,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 30.05.
    • Kommentar:
      Die beiden Rezensenten beschäftigen sich mit dem Buch "Der Poproman" von Moritz BAßLER, der sich im Gegensatz zu den üblichen Verteidigern der Hochliteratur, nicht nur zu den Texten mit Markennamen bekennt, sondern darin sogar einen Paradigmenwechsel im Literaturverständnis erkennt. Dirk KNIPPHALS urteilt darüber:

                  "Gegen die Debatte, die Baßler anregt, wirken die Debatten, die in diesem Frühjahr tatsächlich geführt wurden, rückwärts gewandt".
                  Die Feuilletonisten haben jedoch mit dem Poproman bereits abgeschlossen. In Zeiten, in denen ein Literaturkanon nach dem anderen erstellt und diskutiert wird, der die Welt von der Barbarei erretten soll - wenn es also um die Erlösung der Welt vom Übel des jugendorientierten Pop geht, da ist das Ende der Popliteratur beschlossene Sache und das Buch von BAßLER wird wohl bis zur nächsten Epoche der Popliteratur überwintern müssen (Frühestens im Jahr 2080 wenn man Demografen wie Herwig BIRG glauben mag).
                  Die Rede vom Jugendwahn war sozusagen der Abschied von der Jugend, die Sven PAPCKE im Beitrag "Was treibt die Nachwachsenden umher? Einzelheiten aus der postmodernen Jugendszene" (Berliner Debatte Initial, Nr.1/2002) folgendermaßen formuliert:
                  "Eltern, Ausbilder, Bekannte, sie alle repräsentieren gesellschaftliche Ansprüche, die sich nicht zuletzt aus Eigeninteresse - etwa frei nach: wer bezahlt unsere Renten? - Gedanken um die Haltung oder Einstellung der Heranwachsenden machen. Jugend entpuppt sich als schöner Traum, im Lebenslauf ist er gleichsam ein Trainingscamp mit Nischencharakter, sonst nicht.
                  Und dieser Schonraum wird nicht nur knapper, sondern von immer weniger Nachwachsenden genutzt".
                  Momentan erleben wir gerade keine neue Jugendrevolte - auch wenn das den Anschein hat - , sondern es ist eine stille Elternrevolte im Gange, während sich die neue Altenbewegung bereits am Horizont abzeichnet.
 
     
   
  • SCHMIDT, Renate (2002): Erziehung ist, wo Familien sind.
    Familien sind die erste und wichtigste Instanz für Erziehung, Persönlichkeits- und Charakterbildung, für das Entstehen von Vertrauen und Bindung,
    in: Welt v. 29.05.
 
   
  • SCHEFCZYK, Michael (2002): Gleichheit und Gerechtigkeit, Liebe und Arbeit.
    Sondierungen von Angelika Krebs,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 28.05.
 
   
  • KULLMANN, Kerstin (2002): Maschinistin des Mutterglücks.
    Es ist nur ein Stückchen Schleimhaut, rosarot, das sie entwickelt hat. Helen Liu hat es geschafft, dass sich darin eine befruchtete Eizelle einnistet. Dass Babys künftig wie Bienen in der Wabe wachsen, hat sie nicht im Sinn. Und doch fragen ihre Kritiker, ob da Frauen noch gebraucht werden.
    in: Tagesspiegel v. 28.05.
 
   
  • AUGSTEIN, Franziska (2002): Was heißt hier "Spasskultur"?
    In den neunziger Jahren kam der Ausdruck auf, aber erst 1998 hatte er seinen Durchbruch: Vom politischen Aufstieg und gesellschaftlichen Erfolg eines Begriffs, der dank der FDP in aller Munde ist,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.05.
 
     
     
   
  • OCHS, Birgit (2002): "Wahlverwandtschaften".
    Alt und Jung wohnen unter einem Dach,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.05.
 
   
  • LAMPERT, Heinz (2002): Familienfreundliche Politik erfordert völliges Umdenken.
    Statt des Streits um Wahlgeschenke fordert der Sozialexperte Heinz Lampert Nachdenken über den gesellschaftlichen Wert von Kindern,
    in: Welt am Sonntag v. 26.05.
 
   
  • SPÖRRI, Balz (2002): Alt werden ohne Ende.
    Die Lebenserwartung steigt immer noch linear an. Und eine Grenze ist gemäss einer neuen Studie nicht absehbar,
    in: SonntagsZeitung v. 26.05.
 
   
  • SEIFRIED, Bettina (2002): Willkommen im Club der selbständig Randständigen.
    Die postfeministische Theoretikerin Angela McRobbie platziert Gesellschaftskritik präzise jenseits des linken Mainstreams. Das führt zu verwirrend spannenden Thesen,
    in: Freitag Nr.22 v. 24.05.
    • Kommentar:
      "Anders als neo-liberale Prediger des Selbstunternehmertums, die die sogenannte 'Subventionsmentalität' geißeln, und anders als konservative Moralapostel, die sofort einen Verfall von Erziehungsstandards wittern, sieht McRobbie in der frühen Mutterschaft die einzige Möglichkeit, mit der sich Mädchen aus der Unterschicht unter den von Arbeitslosigkeit und Verarmung geprägten Bedingungen eine respektable soziale Identität konstruieren können",
      beschreibt SEIFRIED das Schicksal einer britischen Teenagermutter aus der Unterschicht, um die Situation als Emanzipation vom Mann zu begrüßen:

                  "Deborah hat die traditionellen rechten und linken Denkmuster hinter sich gelassen und sich vom Schicksal der working-class girls früherer Epochen schon insoweit emanzipiert, als sie keine Lebensgemeinschaft mit einem ökonomisch ebenfalls depravierten jungen Mann erwägt. Und: Sie setzt ihrer wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit eine individuell sinnstiftende Beschäftigung entgegen - nämlich das Aufziehen eines Kindes. Ihre Situation bleibt zwar von Abhängigkeit geprägt, doch innerhalb der im Übrigen strukturell vorgezeichneten Unselbstständigkeit von Frauen aus den unterprivilegierten Schichten, hat sie sich für ein wenig mehr selbstbestimmten Spielraum entschieden, sich nicht abhängig gemacht von einem prekären Ernährer."
                  In Großbritannien wird - anders als bei uns - bereits massiv gegen Alleinerziehende vorgegangen. Ein Vorgeschmack bietet hierzulande Hamburg. Die Abhängigkeit von Vater Staat wird in Zukunft für Alleinerziehende ebenso prekär sein wie jene vom leiblichen Vater...
 
   
  • ELTZEL, Birgitt (2002): Kuppeln in der Platte,
    in: Berliner Zeitung v. 24.05.
    • Kommentar:
      "'Fisch sucht Fahrrad', 'Blind Date' und andere Treffs für einsame Herzen sind gerade in Berlin immer ein Renner. Denn die deutsche Hauptstadt ist bekanntlich auch die Single-Hauptstadt der Bundesrepublik - insgesamt 865 000 nicht vermählte, allein stehende oder allein erziehende Menschen leben an der Spree", behauptet ELTZEL.
                  Dies mag absolut gesehen stimmen, aber beim prozentualen Anzahl der Single-Haushalte liegt Berlin nur auf Platz 6 der Städte über 500.000 Einwohner. Genauso wenig wie die Anzahl der Einpersonenhaushalte gibt jedoch die Anzahl der Alleinstehenden Auskunft über die Zahl der Partnersuchenden.
                  ELTZEL berichtet über eine neue Variante des Single-Treffs:
                  "Am Freitagabend gibt es eine weitere Premiere. 'Platte sucht Halt', heißt es dann. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf (WoGeHe) versucht sich auf einem neuen Feld: als Kontakter zwischen ihren Mietern, die in den Plattenbausiedlungen am Stadtrand wohnen. Die WoGeHe lädt nach eigenen Angaben zum bundesweit ersten Singletreffen eines Immobilienunternehmens ein."
 
   
  • LAU, Mariam (2002): Ally McBeal: Wenn Frauen nicht wissen, was sie sein wollen.
    Calista Flockhart dankt als Ally McBeal ab - jetzt sitzen die Frauen mit sich und dem Geschlechterkampf wieder ganz allein vor dem Fernsehschirm,
    in: Welt v. 24.05.
 
   
  • ROOS, Peter (2002): Einfach ein Supergefühl.
    Wie geht's einem Schriftsteller, wenn der Trend das eigene Lebensthema einholt? Der Autor, ein Männerkenner, über das neue Patriarchat,
    in: Rheinischer Merkur Nr.21 v. 23.05.
    • Kommentar:
      Wer ist Peter ROOS? Jemand der sich als Vorkämpfer der Männerbewegung in Deutschland versteht, sich aber im gegenwärtigen Trend der Männerliteratur vernachlässigt fühlt, weswegen er einen ausschweifenden Überblick über sein Werk geben muss und ganz nebenbei auch auf den Boom an Männerliteratur eingeht.
 
   
MAX-Titelgeschichte: "Manchmal will ich nur ein Abenteuer".
Kati Witt wieder solo. Plus Deutschlands großer Single-Guide
  • SIEGERT, Almut (2002): Nie wieder allein.
    13,5 Millionen Menschen leben in Deutschland allein. Viele suchen einen Partner. MAX hat Internet-Börsen, Reise-Angebote, Bars, Cafés und Clubs unter die Lupe genommen: Wie kommt man am schnellsten zum Glück zu zweit?,
    in: MAX Nr.12 v. 23.05.
  • FALZ, H. & A. SCHIPPRACK (2002): "Manchmal will ich nur ein Abenteuer".
    Sexy, selbstbewusst und wieder Single - Katarina Witt geht es auch ohne einen festen Freund hervorragend. Im Interview spricht die Eiskunstläuferin über Liebe, One-Night-Stands und langweilige Männer,
    in: MAX Nr.12 v. 23.05.
 
   
  • SCHOEN, Gerti & Joachim HUBER (2002): Kein Mann zum Füßekraulen.
    "Ally McBeal" endet mit einer Hochzeit - aber die Braut heißt Christina Ricci,
    in: Tagesspiegel v. 22.05.
 
     
     
     
     
   
  • HEINEN, Guido (2002): Der Staat der Lieblosigkeit.
    Der Politik von heute kann es gar nicht schnell genug gehen mit der Entfernung der Kinder aus dem Verantwortungsbereich Familie,
    in: Welt v. 21.05.
 
   
  • CLARE, Anthony (2002): Was soll nur aus ihm werden.
    Die Kinder sind aus dem Haus, die Karriere ist vorbei und sie weiß nicht, was nun. So war es früher. Heute muss der Mann erleben, was es heißt, sich nutzlos zu fühlen. Beobachtungen eines Therapeuten.
    in: Tagesspiegel v. 19.05.
    • Kommentar:
      Vom britischen Psychiater Anthony CLARE ist gerade das Buch "Männer haben keine Zukunft" erschienen.
                  Bücher über die Krise des Mannes haben seit einiger Zeit Konjunktur.
                  Jede Männergeneration hat bisher ihren eigenen Krisendiskurs hervorgebracht. Im Jahr 1983 erschien in den USA "The hearts of men", in dem Barbara EHRENREICH die Männerkrisenliteratur der amerikanischen Nachkriegsgesellschaft aus feministischer Perspektive rekonstruiert. Die fehl angepasste Lebensweise und die höhere Sterblichkeit der Männer war bereits damals das Thema.
 
   
  • WELT AM SONNTAG (2002): Bisherige Frauenpolitik steht vor dem Aus.
    "Die traditionelle Männerrolle ist ein Auslaufmodell" Die Selbstmordrate ist bei Jungen vier Mal höher als bei Mädchen,
    in: Welt am Sonntag v. 19.05.
    • Kommentar:
      "Neue Männer braucht das Land" sang Ina DETER in den 80er Jahren, nun aber werden NUR noch "neue Väter" gebraucht.
                  Und hierfür fehlen - so die Klage landauf, landab - die Leitbilder. In dieser Situation versprechen sich die Verlage Umsatz und werfen monatlich neue Bücher über die Krise des Mannes auf den Buchmarkt. Momentan ist gerade Anthony CLARE aktuell:
                  "Durch das Tal der tiefen Verunsicherung helfen dem Mann eine Fülle von Ratgebern. 'Männer haben keine Zukunft' lautet der provokante Titel des britischen Therapeuten und Buchautors Anthony Clare. Er kommt zu dem Schluss: »Es gibt für die Männer eine Rolle als Vater. Sie können ihren Söhnen helfen, bessere Väter zu werden.«
                  Väter als Rollenvorbilder für Jungen - eben diese Linie möchte die CDU-Politikerin Koop in der Gesellschaft verankern."
                  So einfach stellt man sich in Hamburg die Umsteuerung von der Frauen- zur Männerpolitik vor.
                  Verwiesen wird in dem Artikel auch auf die Kritik an der Frauenpolitik von Werner SAUERBORN in der Frankfurter Rundschau vom 15.04.2002.
 
     
   
  • NOLTE, Paul (2002): Die neue Mitte - ein Selbstbetrug.
    Die SPD setzt auf die schöne neue Arbeitswelt der IT - und vergisst ihre eigene Klientel,
    in: TAZ v. 18.05.
    • Kommentar:
      Bis vor kurzem redete jeder von der neuen Mitte. Der Münchner Soziologe Ulrich BECK hat mit seiner Neuformulierung der "nivellierten Mittelstandsgesellschaft" (SCHELSKY) die öffentliche Sozialstaats-Debatte dominiert. Mit Scheindebatten wie Familien contra Singles wurde elegant von der Tatsache abgelenkt, dass die Unterschiede innerhalb der Generationen größer sind als zwischen den Generationen. Dieser Konsens ist angesichts der Wahlerfolge der Populisten in Europa am Bröckeln.
                  Paul NOLTE behauptet nun zwar "dass Polarisierung, nicht Homogenisierung sozialer Lagen in der ominösen 'Mitte' die Bundesrepublik kennzeichnet." Ausdruck findet diese Polarisierung in den Distinktionsstrategien:
                  "Vorherrschend ist dabei jedenfalls die Zuordnung 'nach unten' oder 'nach oben' und gerade nicht die Konsolidierung eines allgemeinen Lebensstils der Mitte. Nicht zufällig wird in letzter Zeit der Aufstieg einer neuen Klasse beschrieben, die sich durch ihre Lebensführung vom Zentrum der Gesellschaft abzusetzen versucht: Das sind die 'Bobos' oder 'Bourgeois Bohemians' bei David Brooks; das ist die neue 'globale Klasse' bei Ralf Dahrendorf."
                  Auf der anderen Seite versucht NOLTE die "Familien contra Singles"-Debatte in die neue Ära hinüberzuretten:
                  "der Abstand zwischen unteren und 'mittleren' sozialen Lagen (ist) vielfach gewachsen. Ein Grund dafür ist die Massenarbeitslosigkeit, ein anderer die Zunahme familiärer Instabilität in der Unterschicht - Stichwort: allein erziehende Mütter. Andererseits nimmt die Kinderlosigkeit besonders in der (akademischen) Mittelschicht deutlich zu, die sich damit auf Kosten der Allgemeinheit einen höheren Wohlstand finanziert."
                  Da heutzutage Bildungsabschluss und Einkommenshöhe nicht mehr unbedingt miteinander korrespondieren, ist eine solche Behauptung selbst populistisch. Differenzierter wird das Thema Familie von Christoph BUTTERWEGGE behandelt.
 
     
   
  • SCHWELLE, Dagmar & Adelheid WÖLFL (2002): Kinderkram.
    So wenig Geburten wie nie zuvor - das klingt bedrohlich, doch die prophezeite Katastrophe wird ausbleiben,
    in: Profil Nr.21 v. 18.05.
    • Kommentar:
      Während in Deutschland bei sinkenden Geburtenraten Krisenstimmung angesagt ist, sieht man in Österreich dem Bevölkerungsrückgang wesentlich gelassener entgegen, obwohl die Geburtenrate in beiden Ländern etwa gleich niedrig ist.
 
     
   
  • TULLY, Claus J. (2002): Jugendgeneration @ oder: Die Fortschrittsagenten.
    Über die Schwierigkeiten, sich in einer Multioptionsgesellschaft zu orientieren,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.
 
   
  • KORFMANN, Hans W. (2002): Fabers Erkenntnis, Frau Müller betreffend.
    Die wahre Geschichte einer merkwürdigen Wohngemeinschaft,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.
    • Kommentar:
      "Die viel wichtigere Frage ist: »Welche Einschränkung in Ihrem Leben sind Sie bereit, für den Aufbau einer eigenen Familie hinzunehmen?« Hätte die Elterngeneration und mit ihnen die Politik das Thema Nachwuchs nicht tabuisiert, würde sie diesen jungen karriere-orientierten Kinderlosen das Schreckensszenario ihres Alters vor Augen führen".
                  Was VAN LIER hier im Rheinischen Merkur vom 16.05.2002 gefordert hat, das setzt KORFMANN in anderer Weise um.
                  Er erzählt die Geschichte eines Vierzigjährigen, der tagelang neben einer toten, älteren Mitbewohnerin lebte:
                   "»Wir waren artverwandt, die Frau Müller und ich«, sagt Faber und nickt. »Das wurde mir bei ihrem Tod schlagartig bewusst!«
                  Und da bekam Faber es plötzlich mit der Angst zu tun. Er begann in Panik, seine Wohnung aufzuräumen. Warf Dinge fort, von denen er sich 14 Jahre nicht hatte trennen können. Und Faber blieb plötzlich stehen im Schulhof. Er, der Einzelgänger, er, der aus der neugierigen Kleinstadt in die Anonymität der Großstadt geflüchtet war. Blieb stehen, um sich zu unterhalten. Mit der Frau vom Schülerladen, mit den chaotischen Mietern aus der WG im ersten Stock, sogar mit dem Hausmeister Kalle ist er ins Gespräch gekommen. Faber hatte eine Erkenntnis.
                  Drei Männer und eine Frau gehen über eine Wiese in Pankow. Sie wohnen alle im selben Haus, aber sie haben nie viel miteinander zu tun gehabt. Nachher werden sie sich zum ersten Mal gemeinsam an einen Tisch setzen, zum Leichenschmaus."
 
   
  • SEEßLEN, Georg (2002): Beichten und Büßen in Serie.
    Das 500. Mal: Der "Tatort" als kleines Kompendium bewältigter Lebenskrisen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.
    • Inhalt:
      Bei Georg SEEßLEN werden die TATORT-Kommissarinnen bzw. Kommissare zu Heldinnen und Helden,
      die uns "Anleitung zur Bewältigung der großen Lebenskrisen (geben). Wir sehen ihnen bei den letzten Stadien des Erwachsenwerdens zu, bei einigen auch dabei, dass es dazu nie kommt, nicht nur bei Oberkommissarin Charlotte Sänger, die immer noch zu Hause wohnt. Wir sehen ihnen bei der Bewältigung der Midlifecrisis zu, dort, wo man erkennen muss, dass nichts mehr kommt als mehr von der selben Scheiße (aber eben: die Scheiße muss ja getan werden), dass zur gleichen Zeit aber immer mehr verloren geht; und wir sehen ihnen dabei zu, wie man, unter Freunden und Kollegen, mit mehr oder weniger Würde alt wird."
 
   
  • LÜTHI, Theres (2002): Das nutzlose Glied der Gesellschaft.
    Den Männern droht neues Ungemach. Demnächst sollen sie sogar für die Zeugung entbehrlich werden. Schon heute produzieren Forscher erfolgreich Nachwuchs ohne Sperma,
    in: Weltwoche Nr.20 v. 17.05.
 
   
  • SCHMIDT, Renate (2002): Ist die klassische Familie hier zu Lande ein Auslaufmodell?
    "Nein, denn das traditionelle Beziehungsmodell erfreut sich neuer Beliebtheit," meint Renate Schmidt - Serie Signale, Teil 3,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 17.05.
    • Kommentar:
      "Es stimmt, die Zahl der Single-Haushalte insbesondere in den Großstädten hat dramatisch zugenommen, dies hat aber viele Gründe unter anderem, weil dort das Wohnen für Familien zu teuer ist und Lebensstile sich verändert haben", behauptet Renate SCHMIDT.
                  Davon kann keine Rede sein! Die Zahl der Single-Haushalte ist seit 6 Jahren relativ unverändert (siehe Mikrozensus 2001). Familienhaushalte - und weniger Familien - sind in den Städten seit Beginn der Industrialisierung traditionell unterrepräsentiert.
                  Oftmals wohnen die Eltern im gleichen Haus oder in der gleichen Strasse, aber nicht in der gleichen Wohnung. Der Stadtsoziologe Hans-Paul BAHRDT hat diesen Sachverhalt bereits in den 70er Jahren betont und die Haushaltsstatistik kritisiert.
 
   
  • BUGDAHL, Bert (2002): Die Kratzer unter der Oberfläche.
    Elke Naters legt mit Mau Mau einen bitteren Reiseroman vor,
    in: Saarbrücker Zeitung v. 17.05.
 
     
   
  • BAUMGART, Reinhard (2002): Noch eine verlorene Generation.
    Mit Dorothea Dieckmann auf einem Trip durch die Vergangenheit von Vierzigjährigen,
    in: Die ZEIT Nr.21 v. 16.05.
 
     
     
     
       
       
   

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Zu den News vom 01. - 15. Mai 2002

 
       
   
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