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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 16. - 31. Mai 2003

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

"An einem fremden Ort allein zu sein ist viel weniger schlimm, als daheim allein zu sein. Es ist eigentlich gar nicht schlimm. Daheim weiß man, wie wenig Leute man kennt, in der Fremde dagegen ist es normal, daß man keinen einzigen kennt, und man ist es zufrieden."
(aus: Iris Hanika "Das Loch im Brot", 2003)

 
       
       
     
       
     
       
   
  • STEPHAN, Beat A. (2003): Die jungen Missionare.
    Moral is trendy, gerade bei Jugendlichen. Sie wenden sich von der Partywelt der Techno-Szene ab und engagieren sich für das Gute - zum Beispiel für den Frieden,
    in: Brückenbauer Nr.22 v. 27.05.

 
       
     
       
     
       
     
       
   
  • WECKBACH-MARA, Friedemann (2003): "Singles trifft es hart."
    Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe rechnet noch mit Widerstand gegen die Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder,
    in: Welt am Sonntag v. 25.05.

In dem Gespräch geht es u.a. um die Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe und die Zumutungen für Singles:

"Die Arbeitslosen- und Sozialhilfe wird ab 2006 zusammengelegt, bei Absenkung der Arbeitslosenhilfe als Arbeitslosengeld II. Die Auswirkung wird abgemildert durch Erleichterungen, etwa für Familien mit Kindern und allein Erziehende. Härter trifft es vor allem die Singles.
WamS: Wie hart?
Stolpe: Wer als Single
zumutbare Arbeit in zumutbarer Entfernung ablehnt, erhält weniger Zuwendungen."

 
       
   
Wann ist ein Trend ein Trend? Wenn immer mehr Journalisten voneinander abschreiben und sich dann immer auch die entsprechenden Experten finden. Anne PETERSEN berichtet nun über den Club der schönen Mütter u.a. im Berliner Szene-Bezirk Prenzlauer Berg, dem das Stadtmagazin ZITTY bereits eine Titelgeschichte gewidmet hat.
      
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  • PAUER-STUDER, Herlinde (2003): Zwischen Liebe und dem nackten Leben.
    "Umverteilung oder Anerkennung?": Nancy Fraser und Axel Honneth erproben zentrale Begriffe einer zeitgenössischen Kritischen Theorie,
    in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.

 
       
   
Dirk BAECKER betrachtet die Angstgesellschaft aus systemtheoretischer Perspektive. U.a. geht es um die Angst vor der Verschiedenheit und Homogenität als den instabilsten gesellschaftlichen Zustand.
 
       
   
  • NOLTE, Paul (2003): Ein Bruch? Aber sicher!
    taz-Serie Agenda 2010 (2): Gewerkschaften und Sozialdemokraten sind in Deutschland zu eng verbandelt. Das verhindert nicht nur politische, sondern auch gesellschaftliche Reformen,
    in: TAZ v. 24.05.

 
       
     
       
     
       
   
  • FREY, Ringo (2003): Gescheitert,
    in: Welt v. 24.05.

Ringo FREY, der sich als Angehöriger der Single-Generation beschreibt, hat für die Quarterlife-Crisis der Generation Golf nichts übrig:

"Die erfinden schon ihre eigene Krise (...), die alle befällt, die nach steiler Karriere mit Mitte Zwanzig nicht mehr wissen, was sie tun sollen und in der bleiernen Zeit zu ersticken drohen, die sie bisher gut ernährt hat. Also jene Menschen, die man in Judith Herrmanns Erzählungen erlitten hat.
Quarterlife-Crisis? Hm. Das lässt uns arithmetisch befürchten, dass diese Langweiler 100 Jahre alt werden wollen."

 
       
   
U.a. ein Seitenhieb auf neoliberale Ruck-Kampagnen: "Zuletzt appelliere ich an die großen Unternehmen, Leuten wie mir auf gar keinen Fall eine Chance zu geben. Investieren Sie das Geld lieber in Kampagnen, in denen von Innovation, Mut und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen, die Rede ist. Zur Ausarbeitung entsprechender Strategien stehe ich Ihnen als Account-Manager einer Werbeagentur gerne zur Verfügung. Auf einen geldwerten Vorteil müssen Sie allerdings verzichten: Arbeitsmarktexperten wie mich braucht man nicht mehr zwecks Selbsterfahrung zum Feuerlaufen nach Fuerteventura zu schicken."
 
       
     
       
   
  • KEEL, Aldo (2003): Ein anständiger Kerl.
    Finnlands Frauen zeigen Power,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.05.

 
       
   
Die alte Tante SPD feiert Geburtstag. Zu feiern gibt es eigentlich nichts. Günter GAUS und Franz WALTER haben bereits im Vorfeld die Probleme der SPD unter SCHRÖDER aufgezeigt.
  • FUHR, Eckhard (2003): Prosit, auf ein langes Leben!
    Am Freitag feiert die SPD: Kurze Ansprache aus Anlass ihres 140. Geburtstags,
    in: Welt v. 23.05.

 
       
     
       
   
  • GAUS, Günter (2003): Keine Zeit für große Würfe.
    Sieben Thesen. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Die Intellektuellen im Zeitalter der Ich-AG" am vergangenen Sonntag in der Berliner "Schaubühne" trug Günter Gaus einleitend die folgenden Gedanken vor,
    in: Freitag Nr.22 v. 23.05.

 
       
     
       
   
Burkhard STRASSMANN widmet sich einem Thema, das in Zeiten es Individualisierungszwangs Konjunktur hat. Filme wie Fight Club oder Die Wutprobe widmen sich dem Problem mangelnden Selbstwertgefühls. Ob kränkelnde Männlichkeit oder Schüchternheit, mangelndes Selbstbewusstsein verhindert die Ausschöpfung der eigenen Potentiale in einer neoliberalisierten Welt. STRASSMANN beschreibt die Methode eines Schlagfertigkeitscoach:

"Matthias Pöhm war das jüngste von neun Kindern, eine ganz harte Schule. Auffallen machte ihm schon seit jeher Spaß. Der gelernte Softwareingenieur entdeckte in einem Rhetorikkurs sein Ding und sattelte um. Seit 1997 ist er Trainer für Schlagfertigkeit, Rhetorik und Fernsehauftritte. Sein Buch Nicht auf den Mund gefallen. So werden Sie schlagfertig und erfolgreicher (mvg Verlag, 19,90 Euro) verkaufte sich 100000-mal. Heute kann er 430 Euro plus Mehrwertsteuer pro Nase für den Schlagfertigkeitstag verlangen. »Sie sind aber sehr teuer, Herr Pöhm!« – »Stimmt!«
Alle müssen aufstehen (»Immer aufstehen, das bringt eine ganz andere Ausstrahlung!«). Gerade stehen. Dem Gegner fest in die Augen blicken. Laut reden. Überhaupt reden. Lieber irgendwas sagen als schweigen! Und keine Angst vor Ärger haben! Der bleibt nämlich nicht aus. Schlagfertigkeit ist Frechheit. Sie hat mit Schlagen zu tun, und Schlagen tut weh. Dann sagt Pöhm etwas Bedrückendes: »Schlagfertigkeit ist nicht in erster Linie eine Technik, sondern eine Geisteshaltung.« Schade, doch wir hatten es geahnt. Die einen haben’s, wir nicht. Oder?
»Was wir hier lernen, ist Selbstbewusstsein!« Der Schlagfertige riskiert eine Menge: die Peinlichkeit, danebenzuhauen, aufzufallen, sich zu blamieren; vielleicht ist der Gegner schlagfertiger oder kennt die Tricks. Nur der Selbstbewusste schert sich nicht um solche Bedenken".

Singles haben zudem noch das Problem, dass ihre Lebensform gesellschaftlich nicht anerkannt ist. In einer solchen Situation ist die Entwicklung von Schlagfertigkeit doppelt schwierig.

 
       
   
Die Folgen der HARTZ-Reform werden nicht mehr diskutiert, ein Nebeneffekt der Agenda 2010-Debatte. Die Arbeitswelt ändert ihr Gesicht und die Neue Mitte-Presse schweigt. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Peter GLOTZ ist prototypisch für die neue Sicht auf Langzeitarbeitslose und sonstige Unproduktive. "Armut trotz Erwerbstätigkeit" der deutsche Ausdruck für "working poor" ist nur selten Gegenstand von Untersuchungen.
 
       
   
  • TRIPPEL, Katja (2003): Ängste und Phobien,
    in: Stern Nr.22 v. 22.05.

Der Stern widmet der seelischen Gesundheit eine sechsteilige Serie. Single-generation.de hat das Thema bereits vor längerer Zeit aufgegriffen. Im Teil 2 werden Singles und ihre Ängste anhand konkreter Beispiele beschrieben. Im Teil 3 Anfang Juni geht es dann speziell um Partnersuchende und ihre Ängste.
 
       
   
  • FLORIN, Christiane (2003): Die Du-AG.
    Liebesglück. Der Single hat ausgedient, wonnige Paare müssen her. Beobachtungen vom Mars, von der Venus und vom Deutschen Trendtag,
    in: Rheinischer Merkur Nr.21 v. 22.05.

 
       
     
       
   

Generationengerechtigkeit in der Debatte

  • BEISE, Marc & Andreas HOFFMANN (2003): Das alte Land.
    Deutschland vergreist, doch Politiker und Experten tun sich schwer, die nun erforderlichen richtigen Konsequenzen zu finden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.05.

Zitate wie "Jeder Euro, den der Staat bereits früh in den Nachwuchs investiere, spare später ein Mehrfaches bei der Betreuung von Sozialfällen" (Jürgen KLUGE) sind anschauliche Beispiele für den Bankrott des Journalismus, der so sehr vereinfacht, dass am Ende nicht Aufklärung, sondern die Präsentation von Sündenböcken steht.
 
       
     
       
   
Nach über einer Woche Medienrummel um den BürgerKonvent ist das Interesse der Öffentlichkeit sichtbar abgeflaut. Nun erhält Meinhard MIEGEL im Interview reichlich Platz zur Selbstdarstellung.
  • MISHRA, Robin (2003): "Die Zeit ist reif".
    Zukunft. Gespräch mit Meinhard Miegel,
    in: Rheinischer Merkur Nr.21 v. 22.05.

 
       
   
  • SPRECHER, Margrit (2003): "Wie viel Geld hast du eigentlich, Papa?"
    Seit 200 Jahren geht es mit dem deutschen Adel bergab. Jetzt rappelt er sich zum letzten Mal auf: Moral statt Macht und Reichtum,
    in: Weltwoche Nr.22 v. 22.05.

Margit SPRECHER arbeitet am Image des deutschen Adels:

"Die Zeichen stehen gut. Je beliebiger die bürgerlichen Werte, desto brennender das Interesse an der Tradition der Herrschaftshäuser. «Deutschland braucht Vorbilder», preist sich Kaiser-Ururenkel Philip von Preussen an. Deshalb hält er Vorträge über die Verwerflichkeit der Abtreibung und bricht dabei in Tränen aus. Zudem engagiert er sich für die Keuschheitsbewegung: «Wahre Liebe wartet.» Eine Bewegung notabene, die viele Häuser gutheissen: Damit unterscheidet man sich vom triebhaften Volk.
Um ihre Vorbildfunktion zu stärken, haben die Adelsverbände einen Wegweiser und Ehrenkodex für das 21. Jahrhundert erarbeitet. Er empfiehlt den Mitgliedern die «Schönheit der ehelichen Liebe» sowie «verantwortliche Fruchtbarkeit», also möglichst vier Kinder."

Für Frankreich hat die Soziologin Monique de SAINT MARTIN die neuen Strategien des Adels erforscht.

Monarchie und Kult(ur)betrieb - Ein Abgesang auf den Pop. Es lebe die Popmoderne!
 
       
     
       
   
  • JUNGLE WORLD-Titelgeschichte: Vive le Streik!
    Proteste in Frankreich. Boule spielen erst ab 65? Da streikt der Franzose. Gegen die Renten- und Bildungspolitik der Regierung gehen ein bis zwei Millionen Menschen auf die Straße. Sogar die "Prekären" haben sich organisiert. Und die Archäologen. In Deutschland dagegen ersetzen laue Gewerkschaftsdemonstrationen den angekündigten heißen Mai,
    in: Jungle World Nr.22 v. 21.05.

 
       
     
       
   
Hier kann man lesen, wie alternde taz-"Revoluzzer" zum Neo-Bourgeois degenerieren und sich plötzlich wieder Alleinleben auf Einsamkeit reimt:

"Die Wut auf Eheanbahnungsinstitute, auf Partnervermittlungen und Traumhochzeiten hat sich bei mir gelegt mit der Zeit. Wer immer mit derselben pennt, schimpft auch nicht aufs Establishment. Mittlerweile toben in meinem Bekanntenkreis glückliche Kinder von glücklichen Eltern, die das Glück zwar nicht bei Püschel-Knies, aber doch zumindest amtlich per Trauschein erworben haben.
Nur die Alleingelassenen toben immer seltener mit. Stattdessen schleichen sie im Internet umher, wo es derweil keinen Unterschied macht, ob du im Chatroom Banker (41/Nichtraucher), Bürogehilfin (24/Asiatin) oder Manfred Stolpe (67/SPD) bist. Das Drehbuch zu diesen traurigen Filmen, in denen es letztlich auch meist um Liebe in Zeiten der Entfremdung geht, stammt nun eben von Michel Houellebecq und nicht mehr aus der Münchner First-Class-Partnervermittlung mit ihren Anzeigen voller märchenhafter Gestalten, die da draußen auf einen warten, wenn die Bezahlung stimmt."
 

 
       
     
       
     
       
     
       
   
Vor Weihnachten setzte die Bahn AG ihre "Jahrhundertreform" in Kraft. Ein halbes Jahr später gibt es bei der Bahn eher Jahrhundertverluste. Die Diskriminierung von Singles und Alleinreisenden hat sich für die Bahn AG nicht bezahlt gemacht. Jetzt gibt es ein paar Bauernopfer. Ob die geplanten Korrekturen singlefreundlicher sein werden, das muss abgewartet werden. Die Wiedereinführung der alten Bahncard als Option - wie sie von Albert SCHMIDT vorgeschlagen wird - wäre ein richtiger Schritt zu einer singlefreundlichen Bahn.
  • HEUER, Christine (2003): Welche Korrekturen am Preissystem der Bahn sind notwendig?
    Christine Heuer im Gespräch mit Albert Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen,
    in: Interview im DeutschlandRadio v. 20.05.

Albert SCHMIDT plädiert für Verbesserungen im Bereich Spontanreisende: "Nun gibt es aber ganz offensichtlich eine große Gruppe von Fahrgästen der Bahn, die gerade den Systemvorteil der bahn, nämlich zum Bahnhof gehen und losfahren, nutzen wollen, die also als Spontanreisende auch attraktive Preise wollen. Und da wäre doch durchaus denkbar, dass man diesen Fahrgästen mit diesen Bedürfnissen eine Bahncard anbietet, ergänzend zur Auswahl stellt, die im Einstandspreis möglicherweise teurer ist, aber bei der Einzelfahrt, auch für spontane und flexible Zugentscheidung ordentliche Rabatte bietet vergleichbar mit der früheren Bahncard 50".
Die Regierungs-taz hat dem Bahn-Fiasko ein Tagesthema gewidmet.
 
       
   
  • KAHLEFENDT, Nils (2003): Literatur im Netz: Vom neuen Boom eines alten Genres,
    in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 20.05.

 
       
     
       
     
       
   

BARTELS, Hans-Peter (2003): Mit der Mehrwertsteuer die Sozialbeiträge senken.
Fünf Prozentpunkte entlasten Arbeitskosten um 40 Milliarden Euro. Der sozialdemokratische Weg,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.05.

 
       
   
  • HOROWITZ, Nina & Edith MEINHART (2003): Die Nett-Generation.
    Die Netzwerkkinder von heute pflegen Tugenden wie Anständigkeit, Disziplin und Gemeinsinn. Ihre Revolution geht ohne großes Getöse vonstatten, dafür umso nachhaltiger behauptet ein neues Buch,
    in: Profil Nr.21 v. 19.05.

Das österreichische Nachrichtenmagazin berichtet über das aktuelle Buch der Trendherbeischreiber Andereas STEINLE und Peter WIPPERMANN. Die Moral der Netzwerkkinder klingt wie das schlechte Gewissen der Generation WIPPERMANN. In Katja KULLMANNs Buch Generation Ally  liest sich die Biografie von WIPPERMANN folgendermaßen:

"»Ich komme ja aus einer Zeit, in der man sich politisch eingemischt hat«, sagte im Frühjahr 2001 der Kommunikationsdesigner und Trendforscher Peter Wippermann, der an der Uni Wuppertal lehrt, in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland. In den 70ern arbeitete er für das linke Sponti-Blatt Konkret, danach für die Zeit. In den 80ern war es jedoch flugs vorbei mit der politischen Einmischung, stattdessen war Marketing gefragt. Wippermann gründete gemeinsam mit dem Soziologen Matthias Horx das Hamburger Trendbüro und entwickelte im Auftrag des Tabakmultis Philip Morris das »Trend«-Magazin Übermorgen. Noch heute arbeitet er im Dienste des Großkapitals, wie es in seiner eigenen Jugend so schön hieß, und verrät Konzernen wie Unilever und Volkswagen, mit welchen Marketingstricks sie uns, die einstigen Konsumkids und heutigen kaufkräftige Thirtysomethings, am besten erwischen. Wenn das mal keine rasanten biografischen Schlenker sind."

Wie sich WIPPERMANN die Kids wünscht:

"Tugenden wie Anständigkeit, Disziplin, Verlässlichkeit kehren zurück – aber in veränderter Form. Das alte Pflichtgefühl gilt nicht mehr Staat und Gesellschaft, sondern bezieht sich auf den eigenen Erfolg. So wird das Revival der Werte bei näherer Betrachtung zur Strategie der Selbstverwirklichung".  

 
       
     
       
     
       
     
       
   
  • SCHIMMECK, Tom (2003): Bitte nicht küssen!
    Unser Autor schwört, dass er sich nichts hat zuschulden kommen lassen. Er ist halt gelegentlich im Internet. Sollten die unverlangt eingesendeten Verheißungen seiner E-Mailbox eines Tages wahr werden, wird er wirklich Hilfe brauche,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.05.

Tom SCHIMMECK schildet die Leiden eines Jedermann mit E-Mail-Postfach: "Sex und Zaster im Überfluss werden mir geboten, dazu mehr Lebenskraft, um den ganzen Segen zu genießen. So geht das jetzt jeden Tag. Das ganze globale Dorf scheint hinter mir her, eine Treibjagd. Ich schwöre, ein garantiert schuldloses Opfer zu sein. Doch alle Eindämmungsversuche (»Click here to be removed«) verschärfen die Lage nur. Immer eindeutiger zielen diese Botschaften auf die Entfesselung des totalen Testosterons ab, letztlich also auf einen Regimewechsel in meinem Kopf.
Ich kann sie kaum noch zählen, die Michelles, Nicoles und Sandys, die mich mit Bekenntnissen und Geständnissen bombardieren. Du kannst alles haben, was du willst, zischeln mir Jasmina, Lara, Natascha und Victoria ins Ohr."
 
       
   
  • RASCHKE, Joachim (2003): Wo die Ziele unklar sind, gibt es auch keine Strategie.
    Über die katastrophale Lage der SPD, und warum Kanzler Gerhard Schröder der falsche Mann für eine langfristig angelegte Politik ist,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.

 
       
     
       
     
       
   
  • KOHSE, Petra (2003): Der Prototyp.
    Wie Hellmut O. Brunn die Parole zur sexuellen Befreiung fand und als Amerika-Fan die US-Flagge auf Halbmast zog,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.05.

Petra KOHSE hat die Spur der Parole "Wer zweimal mit dem gleichen pennt, der gehört schon zum Establishment" zu den Ursprüngen zurückverfolgt. Sie ist dabei u.a. im Seminar eines gewissen Kurt SONTHEIMER - der nicht unbedingt als Anhänger der 68er-Bewegung bekannt ist - fündig geworden:

"Hellmut O. Brunn, 58 Jahre, Anwalt in Frankfurt am Main. Studium der Politologie ab 1964 in Berlin, Jura ab 1969 in München. Ein 68er. (...).
Zur Geschichte des Establishment- Spruches gehört, dass Brunn an jenem Tag ein Seminar bei Kurt Sontheimer besucht hatte, in dem die wissenschaftliche Verwendungsfähigkeit dieses Modewortes diskutiert worden war. Zurück im Studentendorf, gesellte er sich zu zwei Zeitungswissenschaftlern auf dem Flur, die sich über eine gemeinsame Bekannte unterhielten. »Andy berichtete, dass Claudia jetzt mit Uwe befreundet sei. Worauf Charly fragte: Was, mit dem Uwe, die war doch gerade noch mit dem Erich befreundet, und Andy sagte, sie wäre zwischenzeitlich noch mit dem Karl befreundet gewesen. In der Situation habe ich dann spontan gesagt: 'Wer zweimal mit dem gleichen pennt, gehört schon zum Establishment.'«
Ein prophetischer, programmatisch klingender Satz, für dessen Verbreitung der parolenfreudige Andy sorgte, und der allgegenwärtig ist, wenn es um die sexuelle Enthemmung der späten 60er und 70er Jahre geht. Erfunden wurde er jedoch, versichert Brunn, in völliger Enthaltsamkeit. »Ich selber war mit meinen Freundinnen noch nie im Bett gewesen, und auch diese Claudia hatte wahrscheinlich gar nicht mit ihren Freunden geschlafen.«"

Die Entstehung neoliberaler Parolen scheint heutzutage so ähnlich zu laufen, denn selten sind deren Erfinder flexible Nomaden, sondern alte Herren im Ohrensessel.

 
       
     
       
     
       
   
  • FREITAG, Jan (2003): Der Soundtrack des Lebens.
    In der Popliteratur verewigt, von der Industrie verschmäht, lebt die analog bespielbare Kompaktkassette heute nur noch in Liebhabernischen fort. Eine Ausstellung in Hamburg widmet sich nun dem kulturellen Gedächtnis der "Generation Mixtape",
    in: TAZ v. 16.05.

Jan FREITAG informiert über eine Ausstellung und die Bedeutung von Mixtapes für eine ganze Generation: "Republikweit gibt es Partys oder Radiosendungen rund um die 2,81 Millimeter breiten Bänder. Daneben haben jüngere Autoren, von Stuckrad-Barre über Christian Gasser, Nick Hornby und Karin Duve bis hin zu Max Goldt, sie literarisch verewigt. In Subkulturen wie der HipHop- und der Reggae-Szene sind Mixtapes bis heute wichtige Verbreitungsmedien".
 
       
   
  • BRANDT, Jan (2003): Prognosen unter Wasser.
    taz-Serie Die Zukunft der Arbeit (1): Was sollen wir werden? Was sollen wir tun in Zeiten knapper Arbeit? Ein Ratgeber aus den Siebzigerjahren gibt praktische Tipps für das Berufsleben im 21. Jahrhundert,
    in: TAZ v. 16.05.

Die TAZ startet eine neue Serie: "Gibt es eine Zukunft für die Arbeit? Muss es überhaupt eine Zukunft für die Arbeit geben? Und was bedeutet Arbeit überhaupt? Jan Brandt eröffnet heute eine Serie zu diesem Thema. Die nächsten Folgen handeln vom Lob der Langeweile, dem steinigen Weg zurück zur Uni sowie Klassenunterschieden innerhalb der arbeitslosen Boheme".
 
       
   

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